AlltagRatgeber

Psychopharmaka im Alter

Ältere Menschen reagieren laut mehreren Fachinformationen empfindlicher auf Psychopharmaka; genannt werden unter anderem Benommenheit, Schwindel beim Aufstehen, Stürze und Verwirrtheit, und für mehrere Mittel ist ein vorsichtigerer Beginn vorgesehen. Bei älteren Menschen mit Demenz ist das Sterblichkeitsrisiko unter Antipsychotika laut Fachinformation erhöht. Ein aktueller Medikationsplan mit allen Mitteln, auch den rezeptfreien, hilft Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, die Medikamente regelmäßig zu überprüfen.

Ehepaar Ende siebzig geht untergehakt einen ruhigen Parkweg im herbstlichen Tageslicht entlang
Bild: KI-generiert

Mit dem Alter verändert sich, wie der Körper mit Arzneimitteln umgeht. Für Citalopram beschreibt die Fachinformation bei älteren Menschen wegen des langsameren Abbaus längere Halbwertszeiten und eine verringerte Ausscheidung [8]. Bei Haloperidol waren die Blutspiegel älterer Menschen bei gleicher Dosis höher als bei jungen Erwachsenen [14]. Laut S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter wird im Alter außerdem die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger, was zu höheren Arzneimittelkonzentrationen im zentralen Nervensystem führt [4]. Was die Halbwertszeit bedeutet, steht unter Halbwertszeit.

Hinzu kommen oft mehrere Erkrankungen und Medikamente. Laut S3-Leitlinie Delir nehmen Studien zufolge über 50 Prozent der älteren Patientinnen und Patienten fünf oder mehr verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Medikamente ein; diese Kombination aus vielen Medikamenten und mehreren Erkrankungen erhöht das Risiko für Wechselwirkungen und Nebenwirkungen [4]. Für Menschen mit Demenz nennt die Patientenleitlinie Demenz unter anderem, dass manche Medikamente wegen des veränderten Stoffwechsels im höheren Alter reduziert werden müssen oder nicht mehr verschrieben werden sollten und manche zu Schwindel, Gangunsicherheit und Stürzen führen [3]. Die Fachinformation von Melperon verlangt bei älteren Menschen wegen der meist höheren Empfindlichkeit auf Medikamente eine vorsichtige Behandlung [17], und bei Lorazepam heißt es, dass ältere Menschen möglicherweise empfindlicher auf die Wirkung reagieren und häufiger kontrolliert werden sollten [20]. Wie Dosierungen im Alter angepasst werden, steht in der jeweiligen Packungsbeilage und auf den Wirkstoffseiten.

Medikationsplan und regelmäßige Überprüfung

Nach § 31a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) haben gesetzlich Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, Anspruch darauf, dass eine an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärztin oder ein Arzt einen Medikationsplan in Papierform erstellt und aushändigt und einen elektronischen Medikationsplan erstellt. Darin stehen mit Anwendungshinweisen alle verordneten Arzneimittel und die Mittel, die ohne Verschreibung angewendet werden. Die Ärztin oder der Arzt aktualisiert den Plan, sobald sich die Medikation ändert; auf Wunsch aktualisiert ihn auch die Apotheke bei der Abgabe eines Arzneimittels [6]. Einen eigenen Plan zum Ausdrucken erstellen Sie mit dem Werkzeug Medikationsplan.

Polypharmazie, also die Einnahme vieler Medikamente gleichzeitig, ist laut S3-Leitlinie Demenzen bei älteren Menschen häufig und kann durch Wechselwirkungen oder durch für ältere Menschen nicht geeignete Medikamente zu Gesundheitsschäden führen. Bei Menschen mit Demenz schlägt die Leitlinie vor, die Medikation regelmäßig zu überprüfen, um Polypharmazie, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen zu verringern ("Wir schlagen vor", Empfehlung 104) [2]. Die Patientenleitlinie rät, zu jedem Arztbesuch einen aktuellen Medikamentenplan mitzubringen und bei jedem neu verordneten Mittel zu fragen, ob es bei Demenz verträglich ist und keine Wechselwirkungen mit den bisherigen Medikamenten hat [3]. Erschweren viele Medikamente bei mehreren Erkrankungen die regelmäßige Einnahme, nennt die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression als möglichen Lösungsansatz unter anderem die Unterstützung durch eine Apothekerin oder einen Apotheker mit Medikationsanalyse und Medikationsmanagement [1].

Bei der Einschätzung des Delirrisikos und bei der Behandlung eines Delirs nennt die S3-Leitlinie Delir die FORTA-Liste und die PRISCUS-2.0-Liste als Beispiele, um die bisherige Behandlung auf potenziell ungeeignete Medikamente zu prüfen (Mann NK et al., Potentially inadequate medications in the elderly: PRISCUS 2.0, first update of the PRISCUS list, Deutsches Ärzteblatt International 2023, DOI 10.3238/arztebl.m2022.0377). Sie beschreibt solche Listen als Medikamentenverzeichnisse mit Hinweisen auf mögliche Risiken bei Älteren [4]. Auch die S3-Leitlinie Demenzen verweist auf beide Listen zur Darstellung nicht geeigneter Medikation bei älteren Menschen [2]. Steht ein Mittel, das Sie einnehmen, auf einer solchen Liste, wechseln oder beenden Sie es nicht selbst, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was die Fachinformationen nach Gruppen sagen

Antidepressiva

Bei älteren Menschen mit körperlichen Vorerkrankungen ist laut NVL bei Antidepressiva das Risiko für Nebenwirkungen erhöht, und es gibt mehr potenziell gravierende Komplikationen, bei trizyklischen Antidepressiva zum Beispiel Verwirrtheit (Delir), Störungen der Erregungsleitung und des Rhythmus am Herzen sowie Harnverhalt [1]. Bis die Wirkung beurteilt wird, kann bei älteren Menschen laut NVL ein längeres Abwarten sinnvoll sein, etwa 6 Wochen, weil die Wirkung nach klinischer Erfahrung später einsetzen kann [1].

Bei älteren Menschen, die mit SSRI oder SNRI behandelt werden, kann laut Fachinformation von Sertralin ein höheres Risiko für einen Natriummangel im Blut (Hyponatriämie) bestehen. Zu den Anzeichen zählt die Fachinformation Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, ein eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Verwirrtheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen, die zu Stürzen führen können [7]. Bei Citalopram scheint das Risiko laut Fachinformation bei älteren Frauen höher zu sein; für Menschen über 65 Jahre sieht die Fachinformation eine niedrigere Dosis und eine niedrigere Höchstdosis vor [8]. In epidemiologischen Studien, überwiegend mit Menschen ab 50 Jahren, wurde unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet; der Mechanismus ist nicht bekannt [7]. Mehr dazu unter Natriummangel.

Ältere Menschen sind laut Fachinformation von Amitriptylin besonders anfällig für einen Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie), und unter den Nebenwirkungen nennt sie ein Delirium bei älteren Menschen [9]. Die Packungsbeilage sagt, dass bei älteren Menschen bestimmte Nebenwirkungen wahrscheinlicher sind, etwa Schwindelgefühl beim Aufstehen wegen niedrigen Blutdrucks [10]. Laut Packungsbeilage von Mirtazapin reagieren ältere Menschen möglicherweise empfindlicher auf die Nebenwirkungen von Antidepressiva, und die Ärztin oder der Arzt kann die Dosis anpassen [11]. Bei Menschen ab 75 Jahren ist die Wirksamkeit von Agomelatin nicht belegt; es sollte bei ihnen nicht angewendet werden, ebenso nicht zur Behandlung depressiver Episoden bei älteren Menschen mit Demenz [12]. Mehr zur Erkrankung unter Depression im Alter.

Antipsychotika, besonders bei Demenz

Für Antipsychotika enthalten die Fachinformationen eine Warnung zu älteren Menschen mit Demenz. Laut Fachinformation von Risperidon war die Sterblichkeit älterer Menschen mit Demenz unter atypischen Antipsychotika in einer Auswertung kontrollierter Studien höher als unter Placebo, unter konventionellen Antipsychotika ist sie laut großen Anwendungsstudien leicht erhöht [13]. Bei älteren Menschen mit demenzbedingter Psychose besteht laut Fachinformation von Haloperidol unter Antipsychotika ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, und Beobachtungsstudien verbinden eine Behandlung älterer Menschen mit Haloperidol ebenfalls mit einer erhöhten Sterblichkeit [14]. In Studien mit Menschen mit Demenz wurde unter einigen atypischen Antipsychotika außerdem ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse an den Hirngefäßen beobachtet [13, 15], und in Beobachtungsstudien war die Schlaganfallrate älterer Menschen unter Antipsychotika höher als ohne solche Mittel [14].

Zugelassen sind bei Demenz nur einzelne Anwendungen: Risperidon zur Kurzzeitbehandlung (bis zu 6 Wochen) anhaltender Aggression bei mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz, wenn nicht medikamentöse Maßnahmen nicht helfen und ein Risiko für Eigen- oder Fremdgefährdung besteht [13], Haloperidol bei anhaltender Aggression und psychotischen Beschwerden bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht medikamentöser Behandlungen und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung [14]. Quetiapin ist zur Behandlung einer Psychose bei Demenz nicht zugelassen [15]. Olanzapin wird bei Psychosen oder Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit einer Demenz nicht empfohlen, weil die Sterblichkeit und das Risiko für Zwischenfälle an den Hirngefäßen erhöht sind; als Nebenwirkungen nennt die Fachinformation in dieser Gruppe unter anderem einen veränderten Gang und Stürze [16].

Melperon und Pipamperon sind laut Fachinformation unter anderem bei Schlafstörungen insbesondere älterer Menschen zugelassen [17, 18]. Auch für sie nennen die Fachinformationen ein leicht erhöhtes Sterblichkeitsrisiko älterer Menschen mit Demenz unter konventionellen Antipsychotika [17, 18]. Pipamperon ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen zugelassen, die mit Demenzerkrankungen zusammenhängen; bei Melperon prüft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, ob es dafür angewendet werden soll [17, 18]. Bei Pipamperon empfiehlt die Fachinformation, die Behandlung älterer Menschen mit niedrigeren Dosen zu beginnen und langsam unter regelmäßiger Blutdruckkontrolle zu steigern [18]. Für Clozapin empfiehlt die Fachinformation ab 60 Jahren eine niedrigere Anfangsdosis und nennt einen möglichen Blutdruckabfall beim Aufstehen [19].

Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) war laut Fachinformation von Risperidon unabhängig von der Behandlung ein allgemeiner Risikofaktor für die Sterblichkeit und soll bei älteren Menschen mit Demenz sorgfältig vermieden werden [13]. Was die Leitlinie zu Medikamenten bei Unruhe, Wahn und Schlafstörungen bei Demenz sagt, steht unter Demenz.

Beruhigungs- und Schlafmittel

Bei älteren Menschen ist Lorazepam laut Fachinformation mit Vorsicht anzuwenden, weil Dämpfung und Muskelschwäche zu einem erhöhten Sturzrisiko mit schwerwiegenden Folgen führen können; die Dosis sollte verringert werden [20]. Mit paradoxen Reaktionen, etwa Angst, Erregung oder aggressivem Verhalten, muss bei Benzodiazepinen laut Fachinformation insbesondere bei älteren Menschen und Kindern gerechnet werden; dann muss die Behandlung beendet werden [20]. Bei Diazepam ist bei älteren Menschen wegen der Sturzgefahr Vorsicht geboten, besonders beim nächtlichen Aufstehen, und die Halbwertszeit ist bei ihnen möglicherweise verlängert [21]. Mehr zur Gruppe unter Benzodiazepine.

Unter den Z-Substanzen besteht laut Fachinformation von Zolpidem wegen der muskelentspannenden Wirkung insbesondere für ältere Menschen beim nächtlichen Aufstehen ein Risiko für Stürze und Verletzungen. Ältere Menschen sollten eine niedrigere Dosis erhalten, und Reaktionen wie Unruhe, Halluzinationen oder ein Delirium treten meist bei ihnen auf [22]. Bei Zopiclon nennt die Fachinformation Verwirrtheit und Delirium meist bei älteren Menschen und Hinfallen vorwiegend bei älteren Menschen; die Behandlung sollte bei ihnen mit einer niedrigeren Dosis beginnen [23]. Pregabalin kann benommen und schläfrig machen, was bei älteren Menschen zu häufigeren sturzbedingten Verletzungen führen könnte [24].

Ein Melatonin-Präparat (Retardtabletten) ist laut EMA-Fachinformation zur kurzzeitigen alleinigen Behandlung einer primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Schlafstörung bei Menschen ab 55 Jahren zugelassen; der Abbau von Melatonin lässt mit zunehmendem Alter nach [25]. Weitere Mittel stehen unter Schlafmittel.

Lithium und die Nierenfunktion

Ältere Menschen über 65 Jahre benötigen für die angestrebten Blutspiegel von Lithium laut Fachinformation oft niedrigere Dosen, und Nebenwirkungen können schon bei Blutspiegeln auftreten, die Jüngere gut vertragen. Wegen der verringerten Ausscheidung über die Niere sind ältere Menschen für zu hohe Spiegel besonders anfällig; Lithium ist bei ihnen nur mit besonderer Sorgfalt einzusetzen [26]. Zu hohe Spiegel sind laut Fachinformation unter anderem bei Erbrechen, Durchfall, zusätzlichen Infekten, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und mit manchen Arzneimitteln möglich, und es ist ratsam, die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen [26]. Die Ärztin oder der Arzt bestimmt den Blutspiegel regelmäßig [26]; mehr dazu unter Lithium-Spiegel.

Auch andere Wirkstoffe werden über die Niere ausgeschieden. Bei Pregabalin wird die Dosis laut Fachinformation an die Nierenfunktion angepasst, und bei älteren Menschen kann wegen einer verringerten Nierenfunktion eine niedrigere Dosis notwendig werden [24]. Welche Werte dafür bestimmt werden, steht unter Kontrollen und Blutwerte.

Anticholinerge Wirkung, Verwirrtheit und Delir

Laut S3-Leitlinie Delir zählen neben Dämpfung und erhöhtem Sturzrisiko auch Halluzinationen, Delir und Beeinträchtigungen des Denkens zu den wichtigen Nebenwirkungen am Nervensystem im Alter. Anticholinerge Mittel führen laut Leitlinie außerdem zu verschwommenem Sehen und Mundtrockenheit und können Verstopfung, Harnverhalt sowie Störungen des Herzrhythmus auslösen [4]. Unter den Mitteln, die ein Delir begünstigen, stehen laut Leitlinie neben Benzodiazepinen häufig Arzneimittel mit anticholinergen Eigenschaften im Vordergrund; auch deshalb sollte der Einsatz verschiedener Arzneimittel bei älteren Patientinnen und Patienten sorgfältig abgewogen werden [4]. Die anticholinerge Belastung steigt laut Leitlinie, wenn mehrere solche Wirkstoffe zusammenkommen, bei höheren Dosen, bei Wechselwirkungen und bei eingeschränkter Ausscheidung [4].

Bei vielen Menschen mit Demenz liegt laut Patientenleitlinie Demenz ein Mangel des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn vor; manche Antidepressiva und Antipsychotika können diesen Mangel verstärken und damit die Beschwerden der Demenz verschlimmern, sie sollten vermieden werden [3]. Die Fachinformation von Amitriptylin nennt, dass trizyklische Antidepressiva die Wirkung anticholinerger Mittel auf Augen, Nervensystem, Darm und Blase verstärken können; die gleichzeitige Anwendung ist zu vermeiden [9]. Clozapin hat laut Fachinformation anticholinerge Eigenschaften und kann, wahrscheinlich deshalb, die Darmbewegung verlangsamen. Beobachtet wurde Verstopfung bis zum Darmverschluss, der lebensbedrohlich sein kann; besondere Vorsicht gilt, wenn weitere Mittel mit anticholinergen Eigenschaften eingenommen werden [19].

Ein Delir ist ein plötzlicher Verwirrtheitszustand. Laut Patientenleitlinie Delir wird es meist durch eine Erkrankung, eine Operation oder Medikamente ausgelöst, und das Gehirn älterer Menschen reagiert empfindlicher auf solche Belastungen. Zu den Risikofaktoren zählt sie die Einnahme mehrerer Medikamente sowie die Einnahme oder den Entzug bestimmter Medikamente, etwa von Schmerzmitteln (Opiaten) oder Schlafmitteln wie Benzodiazepinen [5]. Welche Psychopharmaka laut Produktinformation Verwirrtheit als Nebenwirkung nennen, zeigt diese Übersicht:

Verwirrtheit als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
ChlorprothixenSehr häufigVerwirrtheit bei Vorschädigung des Gehirns · Delirante Beschwerden (Verwirrtheitszustände), insbesondere in Kombination mit anticholinerg wirkenden Mitteln
DiazepamSehr häufigVerwirrtheit
AlprazolamHäufigVerwirrtheit
AmitriptylinHäufigVerwirrtheit · Delirium (vor allem bei älteren Menschen), Halluzinationen
BuspironHäufigVerwirrtheit
CitalopramHäufigUnruhe (Agitiertheit), Nervosität, Verwirrtheit
ClomipraminHäufigVerwirrtheitszustände, Desorientiertheit · Verwirrtheits- und Erregungszustände (Delir)
EsketaminHäufigVerwirrtheitsgefühl (Verwirrtheitszustand)
LevomethadonHäufigBenommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig
LorazepamHäufigVerwirrtheit
MedazepamHäufigVerwirrtheit
MethadonHäufigVerwirrtheit; sie scheint bei ambulant Behandelten und bei Einnahme (oraler Behandlung) häufiger aufzutreten · Desorientiertheit
MirtazapinHäufigVerwirrtheit
ModafinilHäufigDenkstörungen, Verwirrtheit
NatriumoxybatHäufigVerwirrtheit, Desorientiertheit
NitrazepamHäufigEmotionale Erkrankungen, Verwirrtheitszustände · Delirium
OxcarbazepinHäufigTeilnahmslosigkeit (Apathie), Erregung und Verwirrtheit
PregabalinHäufigEuphorie, Verwirrtheit, Desorientierung, Reizbarkeit
RivastigminHäufigVerwirrtheit (laut Fachinformation Delirium)
TemazepamHäufigVerwirrtheit (Verwirrtheitszustand)
ValproinsäureHäufigHalluzinationen, Verwirrtheit · Demenz, die vorübergehend sein kann, Beeinträchtigung geistiger Funktionen
VenlafaxinHäufigVerwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt zu sein (Depersonalisation) · Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit, oft mit Trugwahrnehmungen (Delirium)
AgomelatinGelegentlichVerwirrtheit
AmisulpridGelegentlichVerwirrtheit
BenperidolGelegentlichDepressive Verstimmungen (besonders bei Langzeitbehandlung), Erregungszustände, Verwirrtheitszustände (delirante Symptome)
BuprenorphinGelegentlichVerwirrtheit, Schlafstörungen, Unruhe (Pflaster)
BupropionGelegentlichVerwirrtheit
CarbamazepinGelegentlichBei älteren Menschen Verwirrtheit und Unruhe (Agitation) · Sinnestäuschungen (optische und akustische Halluzinationen), Depression, depressive oder manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten; laut…
CariprazinGelegentlichPlötzliche und schwere Verwirrtheit (Delirium)
DikaliumclorazepatGelegentlichReizbarkeit, gesteigerte Aktivität (Agitiertheit), Verwirrtheit als sogenannte "paradoxe" Reaktionen, besonders bei älteren Menschen und Kindern
DuloxetinGelegentlichSich desorientiert fühlen (Verwirrtheit)
EscitalopramGelegentlichZähneknirschen, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität, Panikattacken und Verwirrtheit
EszopiclonGelegentlichVerwirrtheit, Aufgeregtheit
FlupentixolGelegentlichVerwirrtheitszustände (delirante Symptome), besonders in Kombination mit anticholinerg wirksamen Mitteln
FluvoxaminGelegentlichVerwirrtheit
HaloperidolGelegentlichVerwirrtheit; Verlust oder Abnahme des sexuellen Verlangens
ImipraminGelegentlichVerwirrtheitszustände und andere Zeichen eines Delirs wie Desorientierung und Sinnestäuschungen (Halluzinationen), besonders bei älteren Menschen und bei Morbus Parkinson oder Parkinson-Syndrom
LevomepromazinGelegentlichSeltener Zeichen von Erregung und Verwirrtheit, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme anticholinerg wirksamer Mittel, sowie Krampfanfälle des Gehirns und starke Schwankungen der Körpertemperatur · Delir:…
MemantinGelegentlichVerwirrtheit
MilnacipranGelegentlichVerwirrtheit
MoclobemidGelegentlichVerwirrtheitszustände, die nach dem Absetzen schnell verschwanden
NaltrexonGelegentlichVerwirrtheitszustände, Desorientierung
ParoxetinGelegentlichVerwirrtheit
QuetiapinGelegentlichVerwirrtheit
RisperidonGelegentlichErregungszustand (Manie), Verwirrtheit, verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume
TiapridGelegentlichVerwirrung
TrazodonGelegentlichVerwirrtheitszustände · Schlaflosigkeit, Angst, Nervosität, Unruhe (sehr selten verschärft zu einem Delirium)
TriazolamGelegentlichVerwirrtheit
ZolpidemGelegentlichVerwirrtheit, Reizbarkeit · Plötzliche, schwerwiegende Veränderung des Geisteszustands, durch die eine Person verwirrt oder desorientiert erscheint (Delirium)
ZuclopenthixolGelegentlichZeichen von Erregung und Verwirrtheit, besonders bei gleichzeitiger Einnahme anticholinerg wirksamer Mittel
BiperidenSeltenBei höheren Dosen Unruhe, gesteigerte Erregbarkeit (Agitiertheit), Angst, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Schlaflosigkeit
ClozapinSeltenVerwirrtheit und Delir
FluoxetinSeltenUntypisches wildes Verhalten (laut Fachinformation Hypomanie und Manie), Halluzinationen, Erregtheit, Panikattacken, Verwirrtheit, Stottern, Aggression
MelatoninSeltenDesorientiertheit
MethylphenidatSeltenOrientierungslosigkeit oder Verwirrtheit
OpipramolSeltenErregungszustände; Verwirrtheitszustände und Delirien, vor allem bei älteren Menschen
PaliperidonSeltenKeine Bewegungen oder Reaktionen im wachen Zustand (Katatonie), Verwirrtheit, Schlafwandeln, Emotionslosigkeit, Orgasmusunfähigkeit
PerazinSeltenVerwirrtheitszustand durch die anticholinerge Wirkung (anticholinerges Delir)
PitolisantSeltenAnormales Verhalten, Verwirrtheit
TranylcyprominSeltenHalluzinationen, Verwirrtheit (laut Fachinformation selten bis sehr selten)
ZopiclonSeltenUnruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wut, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen (z. B. Wahnvorstellungen), unnormales Verhalten, möglicherweise mit Gedächtnisstörung, und andere…
LamotriginSehr seltenVerwirrtheit
BromazepamNicht bekanntEmotionale Dämpfung, Verwirrtheit, verringerte Aufmerksamkeit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen
ClonazepamNicht bekanntEmotionale Störungen und Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Desorientiertheit
DexamfetaminNicht bekanntVerwirrtheit, Bewusstseinsstörungen
DoxylaminNicht bekannt"Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern
FlurazepamNicht bekanntVerwirrtheit, Halluzinationen
HydroxyzinNicht bekanntVerwirrtheit, Orientierungslosigkeit
OxazepamNicht bekanntVerwirrtheit
SulpiridNicht bekanntVerwirrtheit
TianeptinNicht bekanntVerwirrung und Halluzinationen
TrimipraminNicht bekanntVerwirrtheitszustände bei älteren Menschen und andere delirante Syndrome, z. B. mit krankhafter Unruhe und Bewusstseinstrübung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (72 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Verwirrtheit als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (12 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Verwirrtheit als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
CarbamazepinHoher Ammoniakspiegel im Blut (Hyperammonämie), möglicherweise mit Reizbarkeit, Verwirrtheit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und SchläfrigkeitNicht bekannt
DonanemabSchwellungen oder Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn (ARIA-E), in der MRT festgestellt; mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen, Gang- oder Standunsicherheit, Schwindelgefühl, Zittern, Sehstörungen, Sprachstörungen,…Sehr häufig
DonanemabBlutungen oder Eisenablagerungen im Gehirn oder an seiner Oberfläche (ARIA-H), in der MRT festgestellt; mögliche Anzeichen wie bei ARIA-ESehr häufig
EscitalopramSerotonin-Syndrom mit hohem Fieber, Erregtheit (Agitiertheit), Verwirrtheit, Zittern und plötzlichen MuskelzuckungenSelten
EscitalopramZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), erkennbar an Unwohlsein mit Muskelschwäche oder VerwirrtheitNicht bekannt
FluoxetinSerotonin-Syndrom: Kombination von Beschwerden wie unerklärlichem Fieber mit schnellerer Atmung oder schnellerem Puls, Schwitzen, Muskelsteifheit oder Muskelzittern, Verwirrtheit, äußerster Erregung oder SchläfrigkeitSelten
GuanfacinHoher Blutdruck bei abruptem Absetzen als schwerwiegende Absetzreaktion; mögliche Zeichen sind Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive Enzephalopathie)Sehr selten
HaloperidolMalignes neuroleptisches Syndrom mit hohem Fieber, ausgeprägter Muskelsteife, Verwirrtheit und BewusstlosigkeitSelten
LecanemabAmyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien (ARIA), die meist keine Beschwerden machen und in der MRT des Gehirns sichtbar sind; mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindelgefühl, verschwommenes Sehen, Übelkeit, Gangunsicherheit oder…Sehr häufig
LecanemabARIA-H mit Beschwerden (symptomatische ARIA-H); häufiges Zeichen sind Kopfschmerzen, gelegentliche Zeichen Verwirrtheit, Veränderungen des Sehvermögens, Schwindelgefühl, Übelkeit, Gangunsicherheit und KrampfanfälleHäufig
LecanemabARIA-E mit Beschwerden (symptomatische ARIA-E); häufiges Zeichen sind Kopfschmerzen, gelegentliche Zeichen Verwirrtheit, Veränderungen des Sehvermögens (Doppeltsehen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe, Sehstörung),…Häufig
LecanemabGrößere Blutungen im Gehirn (intrazerebrale Blutung), mit möglichen Zeichen wie starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen oder Schlaganfall; sie können lebensbedrohlich seinGelegentlich
OxcarbazepinNiedriger Natriumspiegel durch eine unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher Verschlechterung der Krampfanfälle; laut Fachinformation auch Übelkeit, Schwindel,…Selten
PaliperidonMalignes neuroleptisches Syndrom (Verwirrtheit, eingeschränktes oder verlorenes Bewusstsein, hohes Fieber, schwere Muskelsteifheit)Selten
SertralinZeichen eines Serotonin-Syndroms oder eines malignen neuroleptischen Syndroms wie Erregtheit, Verwirrtheit, übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Fieber, hoher Blutdruck, Muskelsteifheit (Rigidität) und schneller Herzschlag; in einigen Fällen zusammen mit der…Selten
ValproinsäureUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit übermäßiger Flüssigkeitsansammlung und zu niedrigem Natriumwert im Blut, die Verwirrtheit verursachen kannGelegentlich
VenlafaxinSerotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen…Selten

Warnzeichen und wann Sie Hilfe holen

Frau Anfang achtzig spricht in einem hellen Sprechzimmer mit ihrem Hausarzt, der ihr aufmerksam zuhört
Bild: KI-generiert

Ein Delir ist laut Patientenleitlinie immer ein Notfall. Holen Sie schnellstmöglich ärztliche oder pflegerische Hilfe, wenn Sie den Eindruck haben, dass mit der betroffenen Person etwas nicht stimmt oder bekannte Anzeichen eines Delirs erneut auftreten. Bei Menschen mit Demenz zeigt sich ein Delir oft durch feine Veränderungen wie mehr Unruhe, starke Verwirrung, Orientierungslosigkeit, nachlassende Alltagsfähigkeiten, Rückzug oder ungewöhnliches Verhalten; dann ist es wichtig, die Hausarztpraxis, die Notaufnahme oder das Behandlungsteam darauf hinzuweisen [5]. Unter Melperon sollen Behandelte und Pflegende Anzeichen eines möglichen Schlaganfalls wie plötzliche Erschlaffung oder Taubheit in Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- oder Sehstörungen laut Fachinformation unverzüglich der Ärztin oder dem Arzt mitteilen [17].

Sprechen Sie Stürze, Schwindel beim Aufstehen, Benommenheit am Tag, neue Gedächtnisprobleme, Probleme beim Wasserlassen oder starke Verstopfung in der Praxis an, und ändern Sie Ihre Medikamente nicht eigenmächtig. Auch Angehörige können solche Veränderungen oft früh bemerken; Hinweise für sie stehen unter Angehörige.

Im höheren Lebensalter sind Depressionen laut NVL die häufigste psychische Störung, und die Suizidrate ist bei Hochbetagten am höchsten, vor allem bei Männern [1]. Ob Suizidgedanken bestehen, wird laut NVL unabhängig vom Alter eingeschätzt; die Leitliniengruppe sieht keinen Grund, das bei älteren Menschen weniger streng zu beurteilen [1]. Depressive Erkrankungen gehen laut Fachinformation von Citalopram mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken einher, und das Risiko kann zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva ansteigen [8].

Quellen

  1. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Registernummer 038-013), Abschnitt 6.3 Bewertung von Polypharmazie. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026, gültig ab 24.02.2026 bis voraussichtlich 23.02.2027. abgerufen am 23.10.2026
  3. Leitlinie Demenz für Patient*innen und Angehörige (Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Demenzen, AWMF-Registernummer 038-013). Deutsche Hirnstiftung, Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand 1. Auflage, April 2026. abgerufen am 23.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter, Langversion 1.1 (AWMF-Registernummer 109-001). Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) und Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Stand Version 1.1 vom 30.04.2025, überarbeitet 19.01.2026; nächste Überprüfung geplant 29.04.2029. abgerufen am 23.10.2026
  5. Leitlinie Patientenleitlinie Delir im höheren Lebensalter für Betroffene und Angehörige (zur S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter, AWMF-Registernummer 109-001), Version 1.0. Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) und Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Stand Stand 04/2025. abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 31a Medikationsplan. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand SGB V zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195); Änderung durch Art. 1 G v. 24.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 228) textlich nachgewiesen; Änderung durch Art. 2 G v. 06.10.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 289) und Bek. v. 16.09.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 282) berücksichtigt. abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026 (Version 8). abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024 (Version 8). abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024 (Version 6). abgerufen am 23.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  12. EMA-Produktinformation Valdoxan (Agomelatin, EPAR), Anhang I: Fachinformation (Abschnitte 4.2 und 4.4). Les Laboratoires Servier (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2025. abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026 (Version 3). abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025 (Version 3). abgerufen am 23.10.2026
  15. Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024 (Version 10). abgerufen am 23.10.2026
  16. Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020 (Version 4). abgerufen am 23.10.2026
  17. Fachinformation Melperon STADA 10 mg und 25 mg Filmtabletten, 25 mg/5 ml Lösung zum Einnehmen. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
  18. Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
  19. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026 (Version 7). abgerufen am 23.10.2026
  20. Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  21. Fachinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 23.10.2026
  22. Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024 (Version 3). abgerufen am 23.10.2026
  23. Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024 (Version 8). abgerufen am 23.10.2026
  24. Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025 (Version 15). abgerufen am 23.10.2026
  25. EMA-Produktinformation Circadin (Melatonin, EPAR), Anhang I: Fachinformation Circadin 2 mg Retardtabletten (Abschnitte 4.1 und 5.2). RAD Neurim Pharmaceuticals EEC SARL (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  26. Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Welche Psychopharmaka sind für ältere Menschen ungeeignet?

Eine allgemeine Liste gibt diese Seite nicht. Im Zusammenhang mit einem Delir nennt die S3-Leitlinie Delir zur Prüfung auf potenziell ungeeignete Medikamente die FORTA-Liste und die PRISCUS-2.0-Liste (DOI 10.3238/arztebl.m2022.0377). Die Fachinformationen nennen für ältere Menschen eigene Warnungen, etwa zu Stürzen unter Benzodiazepinen und Z-Substanzen, zu Natriummangel unter SSRI und SNRI und zum Sterblichkeitsrisiko unter Antipsychotika bei Demenz; Agomelatin sollte ab 75 Jahren nicht angewendet werden. Wechseln oder beenden Sie kein Mittel selbst, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Warum wirken Medikamente im Alter anders?

Abbau und Ausscheidung können verlangsamt sein: Bei Citalopram beschreibt die Fachinformation längere Halbwertszeiten, bei Haloperidol höhere Blutspiegel, und Lithium wird über eine schwächere Niere langsamer ausgeschieden. Laut S3-Leitlinie Delir wird die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger, und viele ältere Menschen nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig, was Wechselwirkungen und Nebenwirkungen wahrscheinlicher macht.

Welche Antidepressiva kommen im Alter infrage?

Das Kapitel zu älteren Menschen ist in der NVL Unipolare Depression, Version 3.2, noch in Bearbeitung. Bei der Auswahl des Antidepressivums weist die Leitlinie darauf hin, dass bei körperlichen Vorerkrankungen das Risiko für Nebenwirkungen erhöht ist, bei trizyklischen Antidepressiva etwa für Delir, Herzrhythmusstörungen und Harnverhalt. Unter SSRI und SNRI kann im Alter das Risiko für Natriummangel erhöht sein. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr steht unter Depression im Alter.

Welche Risiken haben Neuroleptika bei Demenz?

Laut Fachinformation ist das Sterblichkeitsrisiko älterer Menschen mit Demenz unter Antipsychotika erhöht, unter konventionellen Mitteln wie Melperon und Pipamperon leicht erhöht. Unter einigen atypischen Mitteln wurde zudem ein erhöhtes Risiko für Ereignisse an den Hirngefäßen wie Schlaganfälle beobachtet. Zugelassen sind bei Demenz nur einzelne Anwendungen, etwa Risperidon kurzzeitig bei anhaltender Aggression bei Alzheimer-Demenz; Quetiapin ist bei Psychose bei Demenz nicht zugelassen, Pipamperon nicht bei Verhaltensstörungen bei Demenz.

Was gilt für Schlaftabletten im Alter?

Bei Benzodiazepinen und Z-Substanzen nennen die Fachinformationen für ältere Menschen ein erhöhtes Sturzrisiko, besonders beim nächtlichen Aufstehen, und eine niedrigere Dosis; Verwirrtheit und Delirium treten unter Zolpidem und Zopiclon meist bei älteren Menschen auf. Ein Melatonin-Präparat ist für die kurzzeitige Behandlung bestimmter Schlafstörungen ab 55 Jahren zugelassen. Pipamperon und Melperon sind für Schlafstörungen insbesondere älterer Menschen zugelassen; für Menschen mit Demenz gilt die Warnung zum Sterblichkeitsrisiko unter Antipsychotika.

Wer hat Anspruch auf einen Medikationsplan?

Nach § 31a SGB V haben gesetzlich Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform und auf einen elektronischen Medikationsplan, den eine an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärztin oder ein Arzt erstellt. Darin stehen auch Mittel, die Sie ohne Rezept anwenden. Ärztinnen und Ärzte aktualisieren ihn bei Änderungen, auf Wunsch auch die Apotheke.

Was tun bei plötzlicher Verwirrtheit im Alter?

Eine plötzliche Verwirrtheit kann ein Delir sein, das laut Patientenleitlinie Delir immer ein Notfall ist. Holen Sie schnellstmöglich ärztliche oder pflegerische Hilfe und weisen Sie die Hausarztpraxis, die Notaufnahme oder das Behandlungsteam darauf hin. Medikamente zählen laut Patientenleitlinie zu den möglichen Auslösern. Nehmen Sie, wenn möglich, einen aktuellen Medikamentenplan mit und setzen Sie nichts eigenmächtig ab.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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    Alle Medikamente mit Wirkstoff, Stärke und Einnahmezeiten eintragen und ausdrucken, auch rezeptfreie.