MedikamenteWirkstoff

Tiaprid

Tiaprid ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum aus der Gruppe der Benzamide. Zugelassen ist es nur zur Behandlung von Spätdyskinesien, also unwillkürlichen, rhythmischen Bewegungsstörungen vor allem von Zunge, Lippen und Gesicht, die eine Langzeitbehandlung mit Neuroleptika ausgelöst hat. Tiaprid kann selbst Bewegungsstörungen auslösen und die QT-Zeit im EKG verlängern; bei Fieber, Muskelsteifigkeit, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörungen suchen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Mann Mitte sechzig mit grauen Haaren gießt in einer hellen Küche Kräuter auf der Fensterbank
Bild: KI-generiert

Wofür wird Tiaprid eingesetzt?

Tiaprid ist laut Fach- und Gebrauchsinformation zugelassen zur Behandlung von Spätdyskinesien, die durch Neuroleptika ausgelöst wurden. Die Packungsbeilage beschreibt sie als unwillkürliche, rhythmische Bewegungsstörungen, die durch eine Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln gegen geistig-seelische Erkrankungen ausgelöst worden sind und vorwiegend im Bereich von Zunge, Lippen und Gesicht auftreten. Für andere Anwendungsgebiete ist Tiaprid laut Fach- und Gebrauchsinformation nicht zugelassen. Mehr über solche Beschwerden lesen Sie auf der Seite Bewegungsstörungen. [1, 2]

Tiaprid gehört zu den Antipsychotika, ist aber nicht zur Behandlung von Psychosen zugelassen. Für die Behandlung von Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit einer Demenz ist es ausdrücklich nicht zugelassen, und für Kinder und Jugendliche ist es nicht vorgesehen. Tiaprid ist verschreibungspflichtig. [1, 2, 3]

Wie wirkt Tiaprid?

Tiaprid gehört zur Gruppe der Benzamide; die Fachinformation bezeichnet es als atypisches Neuroleptikum. Mehr zu diesen Gruppen auf den Seiten Atypische Antipsychotika und Antipsychotika. Nervenzellen geben Signale über Botenstoffe weiter, zum Beispiel Dopamin. In Laborstudien bindet Tiaprid gezielt an die Andockstellen (Rezeptoren) für Dopamin vom Typ D2 und D3, ohne Bindung an die Rezeptoren anderer wichtiger Botenstoffe des Gehirns wie Serotonin, Noradrenalin und Histamin. [1, 2]

Tiaprid wird rasch aufgenommen; die höchsten Spiegel im Blut werden innerhalb einer Stunde nach der Einnahme erreicht, und 80 Prozent des Wirkstoffs gelangen aus den Tabletten ins Blut (Bioverfügbarkeit). Ausgeschieden wird Tiaprid hauptsächlich unverändert, weitgehend mit dem Urin der ersten 24 Stunden. Die Halbwertszeit beträgt etwa 3 Stunden. [2]

Wann wirkt Tiaprid und wie lange wird behandelt?

Vor Beginn der Behandlung und, wenn möglich, je nach Zustand der behandelten Person sollten laut Fachinformation Faktoren überwacht werden, die Herzrhythmusstörungen begünstigen können, etwa ein langsamer Herzschlag, Störungen des Elektrolythaushalts, besonders ein Kaliummangel, oder eine angeborene Verlängerung der QT-Zeit. Der Behandlungserfolg zeigt sich möglicherweise erst 4 bis 6 Wochen nach Beginn der Einnahme. [1, 2]

Wie lange behandelt wird, geben Fach- und Gebrauchsinformation nicht an; die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest. Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1, 2]

  1. BeginnVor Beginn der Behandlung sollten laut Fachinformation Faktoren überwacht werden, die Herzrhythmusstörungen begünstigen, z. B. ein langsamer Herzschlag (unter 55 Schlägen pro Minute), Störungen des Elektrolythaushalts, besonders ein Kaliummangel, oder eine angeborene QT-Verlängerung.[2]
  2. Erste WirkungDer Behandlungserfolg zeigt sich möglicherweise erst 4 bis 6 Wochen nach Beginn der Einnahme.[1, 2]
  3. AbsetzenDie Einnahme nur auf ärztliche Anordnung beenden; bei einem plötzlichen Abbruch können sich die Beschwerden verschlimmern. Die Ärztin oder der Arzt sagt, wie die Dosis verringert und die Einnahme beendet wird. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.[1]

Nebenwirkungen im Blick

In der empfohlenen Dosis waren laut Fachinformation ein erhöhter Prolaktinspiegel, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Bewegungsstörungen wie beim Parkinson-Syndrom die häufigsten unerwünschten Wirkungen. Sie bilden sich nach dem Absetzen oder mit einem Mittel gegen Parkinson wieder zurück. In den Studien war in einigen Fällen schwer zu unterscheiden, ob eine Beschwerde eine Nebenwirkung war oder ein Zeichen der zugrunde liegenden Erkrankung. [1, 2]

Wie bei allen Neuroleptika wurde nach längerer Behandlung von mehr als 3 Monaten auch unter Tiaprid über Spätdyskinesien berichtet, also über rhythmische, unwillkürliche Bewegungen vor allem der Zunge und der Gesichtsmuskulatur. Treten solche Bewegungsstörungen auf, ist umgehend die Ärztin oder der Arzt zu informieren. Mittel gegen Parkinson sollen als Gegenmittel dann nicht eingesetzt werden, weil sie unwirksam sind oder die Beschwerden verstärken können. Möglich sind außerdem eine Sitzunruhe (Akathisie) und ein malignes neuroleptisches Syndrom. [1, 2]

Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann Brustschmerzen, eine Vergrößerung der Brust, Milchfluss, Zyklusstörungen und beim Mann Potenz- und Orgasmusstörungen nach sich ziehen; laut Fachinformation bildet er sich nach dem Absetzen zurück. Tiaprid kann außerdem zum Ausbleiben der Regelblutung oder des Eisprungs führen und die Fruchtbarkeit verringern. Mehr dazu unter sexuelle Funktionsstörungen. [1, 2]

Bei älteren Menschen kann Tiaprid wie andere Neuroleptika verstärkt zu starker Müdigkeit, niedrigem Blutdruck, Bewusstseinstrübung und Koma führen; auch Stürze wurden vor allem bei ihnen berichtet. Weitere Seiten zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Herz und QT-Zeit, Natriummangel, Blutbild und Psychopharmaka im Alter. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die Fach- und Gebrauchsinformation eine Häufigkeit angeben; beide haben denselben Stand. Was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HormonsystemErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie), der zu Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, Milchfluss (Galaktorrhö), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie) und Zyklusstörungen (Dysmenorrhö, Amenorrhö) führen kann; laut Fachinformation nach dem Absetzen rückbildungsfähig[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungZyklusstörungenErhöhtes Prolaktin
  • PsycheSchläfrigkeit (Benommenheit), Dämpfung (Sedierung)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • PsycheUnruhe[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheLustlosigkeit (laut Fachinformation Teilnahmslosigkeit)[1, 2]
  • PsycheSchlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • NervensystemSchwindel, Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
  • NervensystemBewegungsstörungen wie beim Parkinson-Syndrom (extrapyramidale Symptome) mit Zittern, Muskelsteifigkeit, erhöhter Muskelspannung, Bewegungsminderung und vermehrtem Speichelfluss; sie bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums (z. B. Biperiden) zurück[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • Allgemeine BeschwerdenSchnelle Ermüdbarkeit, Schwäche (Asthenie), geistige oder körperliche Ermüdung[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • PsycheVerwirrung[1, 2]
  • PsycheSehen oder Hören von Dingen, die nicht real sind (Halluzination)[1, 2]
  • NervensystemUnfähigkeit, still zu sitzen oder unbeweglich zu bleiben (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Sitzunruhe (Akathisie)Unruhe und Nervosität
  • NervensystemMuskelverkrampfungen (Dystonie) mit Muskelkrämpfen, Schiefhals, Blickkrämpfen und Kiefersperre; sie bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums (z. B. Biperiden) zurück[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfall[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufSchwindelgefühl beim Aufstehen durch niedrigen Blutdruck (orthostatische Hypotonie)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel, meist in einem Bein, mit Schmerzen, Schwellung oder Rötung (venöse Thromboembolie, tiefe Venenthrombose)[1, 2]
  • Magen und DarmVerstopfung[1, 2]
  • HautHautausschlag, auch rötlicher, fleckiger oder knotiger Ausschlag[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustAusbleiben der Regelblutung (Amenorrhö), Probleme beim Erreichen des Orgasmus[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenOrgasmus- und Samenergussstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustPotenz- und Orgasmusstörungen beim Mann als mögliche Folge des erhöhten Prolaktinspiegels[1]Mehr dazu: ErektionsstörungenOrgasmus- und Samenergussstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), auch durch vermehrte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • NervensystemBewusstlosigkeit (Bewusstseinsverlust)[1, 2]
  • NervensystemPlötzlich auftretende unwillkürliche Muskelbewegungen (akute Dyskinesie); sie bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums (z. B. Biperiden) zurück[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemRhythmische, unwillkürliche Bewegungen vor allem der Zunge und/oder der Gesichtsmuskulatur nach längerer Behandlung (mehr als 3 Monate) (tardive Dyskinesie)[1, 2]Mehr dazu: Spätdyskinesien
  • NervensystemMalignes neuroleptisches Syndrom mit hohem Fieber, Muskelsteifheit, Störungen des vegetativen Nervensystems (z. B. Blässe, Schwitzen, Kreislaufstörungen), Bewusstseinstrübung und erhöhtem Muskelenzym Kreatinphosphokinase (CPK) im Blut; es kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Mehr dazu: Malignes neuroleptisches SyndromVermehrtes Schwitzen
  • HerzReizleitungsstörungen am Herzen (QT-Verlängerung) und schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien) bis zu Kammerflimmern oder Herzstillstand; sie können lebensbedrohlich sein[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen, die über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen und Atembeschwerden verursachen können (Lungenembolie), die lebensbedrohlich sein kann[1, 2]
  • AtemwegeLungenentzündung durch versehentliches Einatmen von z. B. Nahrung oder Flüssigkeit (Aspirationspneumonie)[1, 2]
  • AtemwegeBeeinträchtigte Atmung (Atemdepression); laut Fachinformation bei Anwendung zusammen mit einem anderen zentral wirkenden Beruhigungsmittel[1, 2]
  • Magen und DarmVerstopfung, Darmverschluss (Ileus)[1, 2]
  • Leber und GalleAnstieg der Leberenzyme[1, 2]
  • HautNesselsucht (Urtikaria)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeZerstörung von Muskelfasern mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse)[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Werte der Kreatinphosphokinase (CPK) im Blut[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustMilchfluss aus der Brust unabhängig vom Stillen (Galaktorrhö), Brustwachstum bei Männern (Gynäkomastie), Brustvergrößerung, Schmerzen in der Brust, Erektionsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungErektionsstörungen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemAllergien[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • SchwangerschaftEntzugserscheinungen beim Neugeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft[1, 2]
  • Verletzungen und VergiftungenStürze, besonders bei älteren Menschen[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ein malignes neuroleptisches Syndrom zeigt sich laut Fachinformation nicht immer mit allen Zeichen: Beobachtet wurden auch Fälle ohne Muskelsteifigkeit und mit nur leicht erhöhter Körpertemperatur. Infektionen ohne erkennbare Ursache und Fieber können auf eine Veränderung des Blutbilds hinweisen. [1, 2]

Tiaprid gehört zu den Antipsychotika. Wenn es Ihnen seelisch sehr schlecht geht, finden Sie hier sofort Hilfe. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Paar in den Sechzigern unterhält sich an einem milden Spätsommernachmittag ruhig an einem Gartentisch
Bild: KI-generiert

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Nehmen Sie Tiaprid immer genau nach Absprache ein. Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation helfen im Alltag: [1]

  • Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifigkeit oder Muskelkrämpfe bilden sich laut Packungsbeilage in der Regel zurück, wenn ein Mittel aus der Gruppe der Anticholinergika gegeben wird, etwa Biperiden; ob das nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. [1, 2]
  • Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden: Mit zahlreichen Mitteln, die schwere Herzrhythmusstörungen begünstigen können, wird die gleichzeitige Einnahme nicht empfohlen. [1, 2]

Beschwerden und Bewegungsstörungen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.

Kontrollen während der Behandlung

Bei Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen wird die Ärztin oder der Arzt die Herztätigkeit besonders überwachen. Lässt sich eine Kombination mit Mitteln, die schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) auslösen können, nicht vermeiden, sollte die QT-Zeit vor Beginn geprüft und die Herzfunktion im EKG überwacht werden. Bei Anzeichen einer Infektion oder bei Fieber wird eine Untersuchung des Blutbilds angeordnet, und bei einer Nierenerkrankung wird die Dosis verringert. [1, 2]

Kontrolluntersuchungen bei Tiaprid
UntersuchungWann oder warum
Herztätigkeit (EKG)Besondere Überwachung bei Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen; ist eine Kombination mit Mitteln, die Torsade de pointes auslösen können, unvermeidbar, wird das QT-Intervall vor Beginn geprüft und das EKG überwacht; klinische und EKG-Überwachung auch bei Mitteln, die den Herzschlag verlangsamen oder den Kaliumspiegel senken[1, 2]
Kalium und andere ElektrolyteVor Beginn und während der Behandlung, wenn Kalium senkende Mittel nötig sind; ein Kaliummangel wird vorher ausgeglichen[2]
BlutbildBei Anzeichen einer Infektion oder bei Fieber[1, 2]
NierenfunktionÜberprüfung durch die Ärztin oder den Arzt; bei einer Nierenerkrankung wird die Dosis verringert[1]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Levodopa dürfen Sie nicht mit Tiaprid kombinieren, weil sich die Wirkungen beider Mittel gegenseitig aufheben können; andere Parkinsonmittel aus der Gruppe der Dopamin-Agonisten sind laut Fachinformation außer bei Parkinson-Patienten in begründeten Ausnahmefällen ebenfalls eine Gegenanzeige. Nicht empfohlen ist die Kombination mit Arzneimitteln, die schwere Herzrhythmusstörungen auslösen können, darunter bestimmte Neuroleptika wie Sulpirid, Haloperidol, Pipamperon, Zuclopenthixol, Flupentixol und Levomepromazin, außerdem Lithium und Methadon. Zusammen mit anderen dämpfenden Mitteln verstärkt sich die dämpfende Wirkung, und die verminderte Aufmerksamkeit kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Tiaprid
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
LevodopaDie Wirkungen beider Mittel können sich gegenseitig aufheben[1, 2]Nicht zusammen anwenden (Gegenanzeige)
Andere Parkinsonmittel (Dopamin-Agonisten wie Amantadin, Apomorphin, Bromocriptin, Entacapon, Lisurid, Pergolid, Piribedil, Pramipexol, Ropinirol, Selegilin)Psychotische Erkrankungen können ausgelöst oder verschlimmert werden; ist ein Neuroleptikum unvermeidbar, setzt die Ärztin oder der Arzt die Dopamin-Agonisten langsam ab, da ein plötzliches Absetzen laut Fachinformation ein malignes neuroleptisches Syndrom auslösen kann[1, 2]Kombination nicht empfohlen
Arzneimittel, die Torsade de pointes auslösen können: Antiarrhythmika der Klassen Ia (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid) und III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid); bestimmte Neuroleptika (z. B. Pimozid, Sultoprid, Pipothiazin, Sertindol, Veraliprid, Chlorpromazin, Levomepromazin, Trifluoperazin, Cyamemazin, Sulpirid, Haloperidol, Droperidol, Fluphenazin, Pipamperon, Zuclopenthixol, Flupentixol, Thioridazin); Halofantrin, Lumefantrin, Pentamidin; Erythromycin oder Spiramycin als Injektion, Moxifloxacin, Sparfloxacin; Cisaprid, Diphemanil, Mizolastin, Vincamin als Injektion, Lithium, MethadonErhöhtes Risiko für eine QT-Verlängerung und schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes)[1, 2]Kombination nicht empfohlen; ist sie unvermeidbar, werden das QT-Intervall vor Beginn geprüft und das EKG überwacht
Alkohol und alkoholhaltige ArzneimittelVerstärkte dämpfende Wirkung mit starker Müdigkeit[1, 2]Vermeiden
Arzneimittel, die den Herzschlag verlangsamen: Antiarrhythmika der Klassen Ia oder III, Betablocker (z. B. Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol), Diltiazem, Verapamil, Guanfacin, Clonidin, Herzglykoside (z. B. Digitalis), Pilocarpin, CholinesterasehemmerRisiko schwerer Herzrhythmusstörungen[1, 2]Besondere Vorsicht; laut Fachinformation klinische und EKG-Überwachung
Arzneimittel, die den Kaliumspiegel senken: bestimmte Entwässerungsmittel, Abführmittel, Amphotericin B als Injektion, Glukokortikoide, Tetracosactid, CosyntropinRisiko schwerer Herzrhythmusstörungen[1, 2]Laut Fachinformation einen Kaliummangel vor Beginn ausgleichen und EKG sowie Elektrolyte überwachen
Blutdrucksenkende Arzneimittel; laut Fachinformation auch BetablockerUnerwünscht starker Blutdruckabfall, besonders beim Aufstehen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Dämpfende Arzneimittel: morphinhaltige Schmerz-, Husten- und Suchtersatzmittel, Beruhigungsmittel, laut Fachinformation auch Barbiturate, Benzodiazepine und andere Schlafmittel, sedierende Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Doxepin, Mianserin, Mirtazapin, Trimipramin), sedierende H1-Antihistaminika gegen Allergien, Clonidin, Baclofen, Thalidomid, PizotifenStarke Dämpfung; die verminderte Aufmerksamkeit kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Nitratverbindungen und verwandte Substanzen (gegen Herz- und Gefäßerkrankungen)Weitere Wechselwirkungen möglich[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt trifft gegebenenfalls besondere Vorsichtsmaßnahmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Tiaprid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Tiaprid darf nicht eingenommen werden bei einem Tumor, der vom Hormon Prolaktin abhängt, zum Beispiel einem Prolaktinom der Hirnanhangsdrüse oder Brustkrebs, bei einem Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) und zusammen mit Levodopa. Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei Epilepsie, einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung, eingeschränkter Nierenfunktion und bei älteren Menschen; bei einer Parkinson-Erkrankung wird Tiaprid nur in besonderen Ausnahmefällen verordnet. Bei älteren Menschen mit Demenz wurde unter Antipsychotika ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko beobachtet. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Tiaprid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Prolaktinabhängiger Tumor (z. B. Prolaktinom der Hirnanhangsdrüse oder Brustkrebs)[1, 2]
  • Nebennierentumor (Phäochromozytom)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Levodopa oder anderen Arzneimitteln gegen die Parkinson-Erkrankung (Dopamin-Agonisten); laut Fachinformation Dopamin-Agonisten nur bei Parkinson-Patienten in begründeten Ausnahmefällen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Epilepsie in der Vorgeschichte: Tiaprid senkt die Schwelle für epileptische Anfälle; engmaschige Überwachung[1, 2]
  • Parkinson-Erkrankung: Tiaprid wird nur in besonderen Ausnahmefällen verordnet[1, 2]
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung einschließlich Herzrhythmusstörungen: Nebenwirkungen am Herz-Kreislauf-System möglich, vor allem niedriger Blutdruck[1, 2]
  • Ältere Menschen: Wie andere Neuroleptika kann Tiaprid verstärkt starke Müdigkeit, niedrigen Blutdruck, Bewusstseinstrübung und Koma hervorrufen; besondere Vorsicht[1, 2]
  • Ältere Menschen mit Demenz: Unter Antipsychotika wurde ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko beobachtet, auch in Analysen von 17 placebokontrollierten Studien überwiegend mit atypischen Antipsychotika, und Beobachtungsstudien weisen auf eine erhöhte Sterblichkeit auch unter konventionellen Antipsychotika hin. Tiaprid ist zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz nicht zugelassen[1, 2]
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko: In Studien mit einigen atypischen Antipsychotika bei Menschen mit Demenz war das Risiko für Ereignisse an den Hirngefäßen erhöht; ein solcher Effekt ist auch bei anderen Antipsychotika nicht auszuschließen[2]
  • Nierenprobleme: Tiaprid wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden; bei eingeschränkter Nierenfunktion besteht durch Überdosierung ein mögliches Risiko für ein Koma, die Ärztin oder der Arzt verringert die Dosis oder beendet die Behandlung[1, 2]
  • Risiko für Blutgerinnsel: Antipsychotika einschließlich Tiaprid werden mit venösen Thromboembolien in Zusammenhang gebracht, die lebensbedrohlich sein können; Risikofaktoren werden vor und während der Behandlung ermittelt[1, 2]
  • Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen wie langsamer Herzschlag (unter 55 Schlägen pro Minute), Störungen des Elektrolythaushalts, vor allem Kaliummangel, angeborene QT-Verlängerung oder Arzneimittel mit solchen Wirkungen: Die Herztätigkeit wird besonders überwacht[1, 2]
  • Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose) wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika einschließlich Tiaprid berichtet; Infektionen unklarer Ursache oder Fieber erfordern eine unverzügliche Blutuntersuchung[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Tiaprid ist nicht zu ihrer Behandlung vorgesehen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Einnahme wird in der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht wirksam verhüten, nicht empfohlen. Laut Fachinformation liegen keine oder nur begrenzte Daten bei Schwangeren vor, Tiaprid gelangt über die Plazenta zum Kind, und Tierstudien zeigten eine Schädigung der Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität). Nehmen Sie Tiaprid in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft ein, können beim Neugeborenen Unruhe, Muskelsteifheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemprobleme und Schwierigkeiten beim Füttern auftreten; sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Tiaprid kann zum Ausbleiben der Regelblutung oder des Eisprungs führen und die Fruchtbarkeit verringern.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Sie sollten während der Behandlung nicht stillen; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die beste Art, Ihr Baby zu ernähren. Laut Fachinformation ging Tiaprid in Tierstudien in die Milch über, beim Menschen gibt es dazu keine Daten; ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Vermeiden Sie Alkohol, auch in Arzneimitteln: Er verstärkt die dämpfende Wirkung, beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit zusätzlich und kann zu starker Müdigkeit führen.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Tiaprid hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Durch seine beruhigende Wirkung kann es auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sind, verstärkt zusammen mit Alkohol oder anderen dämpfenden Arzneimitteln.[1, 2]

Anwendung

Die Tabletten nach einer Mahlzeit mit etwas Wasser einnehmen; die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis einnehmen, sondern die übliche Dosis zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es angeordnet. Wenn Sie die Einnahme plötzlich abbrechen, können sich Ihre Beschwerden verschlimmern; die Ärztin oder der Arzt sagt Ihnen, wie Sie die Dosis verringern und die Einnahme dann beenden.[1]

Überdosierung

Mögliche Anzeichen sind Benommenheit, dämpfende Wirkung und Müdigkeit, Bewusstlosigkeit (Koma), niedriger Blutdruck und Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome). Verständigen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1, 2]

Die Fachinformation rät, auch alkoholhaltige Zubereitungen zu vermeiden, weil Alkohol die beruhigende Wirkung von Tiaprid verstärkt; mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. In der Stillzeit muss laut Fachinformation entschieden werden, ob das Stillen beendet oder auf Tiaprid verzichtet wird. Werden Sie schwanger, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch und Stillzeit. [1, 2]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]

Einnahme und Absetzen

Die Tabletten nehmen Sie nach einer Mahlzeit mit etwas Wasser ein; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1, 2]

Bei einem plötzlichen Abbruch können sich laut Packungsbeilage die Beschwerden verschlimmern; weitere Absetzbeschwerden beschreiben Fach- und Gebrauchsinformation nicht. [1, 2]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was dabei wichtig ist, erklärt die Seite Antipsychotika absetzen.

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine Dosis für Erwachsene und ältere Menschen, die von der Schwere der Beschwerden und vom Körpergewicht abhängt; bei einer Nierenerkrankung verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis. Kinder sollten Tiaprid nicht einnehmen. [1, 2]

Präparate mit Tiaprid

Präparate mit Tiaprid
PräparatAnbieterHinweis
Tiaprid STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten 100 mg; Grundlage dieser Seite
Tiaprid ALverschreibungspflichtig
Tiaprid NIOverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Tiaprid STADA 100 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 22.10.2026
  2. Fachinformation Tiaprid STADA 100 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Tiaprid. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Tiaprid verschrieben?

Tiaprid ist laut Fach- und Gebrauchsinformation zugelassen zur Behandlung von Spätdyskinesien, die durch Neuroleptika ausgelöst wurden. Gemeint sind unwillkürliche, rhythmische Bewegungsstörungen vorwiegend im Bereich von Zunge, Lippen und Gesicht nach einer Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln gegen geistig-seelische Erkrankungen. Für andere Anwendungsgebiete ist Tiaprid laut diesen Quellen nicht zugelassen, für Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit einer Demenz ist Tiaprid ausdrücklich nicht zugelassen.

Wird Tiaprid bei Kindern angewendet?

Laut Fachinformation ist Tiaprid nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen vorgesehen, und laut Packungsbeilage sollten Kinder Tiaprid nicht einnehmen. Eine Dosis für Kinder nennen beide Quellen nicht. Haben Sie Fragen zu einer Verordnung für Ihr Kind, sprechen Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Wann wirkt Tiaprid?

Der Behandlungserfolg zeigt sich laut Fach- und Gebrauchsinformation möglicherweise erst 4 bis 6 Wochen nach Beginn der Einnahme. Wie lange behandelt wird, geben die Quellen nicht an; die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest.

Macht Tiaprid müde?

Das ist möglich: Schläfrigkeit, Dämpfung (Sedierung), schnelle Ermüdbarkeit und Schwäche sowie geistige oder körperliche Ermüdung sind laut Packungsbeilage häufig. Alkohol, auch in Arzneimitteln, kann die dämpfende Wirkung verstärken und zu starker Müdigkeit führen. Durch die beruhigende Wirkung kann Tiaprid das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist.

Darf ich mit Tiaprid Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Alkohol meiden, weil er Ihre Reaktionsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen und zu starker Müdigkeit führen kann. Die Fachinformation rät, auch alkoholhaltige Zubereitungen zu vermeiden, weil Alkohol die beruhigende Wirkung von Tiaprid verstärkt.

Darf Tiaprid mit Risperidon oder Quetiapin kombiniert werden?

Risperidon und Quetiapin stehen nicht in der Liste der Neuroleptika, deren Kombination mit Tiaprid laut Fachinformation wegen schwerer Herzrhythmusstörungen nicht empfohlen wird; die Liste nennt aber nur Beispiele. Unter den Mitteln, mit denen sich die dämpfende Wirkung verstärkt, führt die Fachinformation Neuroleptika allgemein auf. Ob eine Kombination für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand beider Produktinformationen.

Wie setze ich Tiaprid ab?

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es angeordnet. Wenn Sie plötzlich aufhören, können sich laut Packungsbeilage Ihre Beschwerden verschlimmern. Wie die Dosis verringert und die Einnahme dann beendet wird, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie hoch wird Tiaprid dosiert?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Packungsbeilage hängt sie von der Schwere der Beschwerden und vom Körpergewicht ab; bei einer Nierenerkrankung wird sie verringert. Die Angaben der Packungsbeilage stehen auf dieser Seite im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Chlorprothixen

    Chlorprothixen ist ein stark beruhigendes Antipsychotikum.

  • Medikamente Perazin

    Perazin ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Phenothiazine.

  • Medikamente Levomepromazin

    Levomepromazin ist ein stark dämpfendes Antipsychotikum, bei schweren Schmerzen nur in Kombination.

  • Wirkstoffgruppen Antidepressiva

    Antidepressiva sind Medikamente gegen Depressionen.