MedikamenteWirkstoff
Risperidon
Risperidon ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum, zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie und mäßiger bis schwerer manischer Episoden bei bipolaren Störungen sowie unter bestimmten Bedingungen zur Kurzzeitbehandlung bis zu 6 Wochen von anhaltender Aggression bei Alzheimer-Demenz und bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit Verhaltensstörung und unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Risperdal. Laut Fachinformation sollte das Gewicht regelmäßig überprüft und auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers geachtet werden; beenden Sie die Einnahme nur nach ärztlicher Absprache.

Wofür wird Risperidon eingesetzt?
Risperidon ist zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen und zur Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden bei bipolaren Störungen. Die Packungsbeilage beschreibt die Schizophrenie als Erkrankung, bei der Betroffene Dinge sehen, hören oder fühlen können, die nicht da sind, Dinge glauben können, die nicht wahr sind, oder sich ungewöhnlich misstrauisch oder verwirrt fühlen können. In einer Manie können sie sich sehr aufgeregt, euphorisch, agitiert, enthusiastisch oder hyperaktiv fühlen. [1, 2]
Zwei weitere Anwendungsgebiete gelten nur für eine Kurzzeitbehandlung bis zu 6 Wochen. Das eine ist anhaltende Aggression bei Menschen mit mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz, die auf nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ansprechen und bei denen ein Risiko besteht, sich selbst oder andere zu gefährden. Das andere ist anhaltende Aggression bei Verhaltensstörung bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion oder geistiger Behinderung. Bei ihnen sollte die Behandlung laut Fachinformation Teil eines umfassenden Programms mit psychosozialen und erzieherischen Maßnahmen sein; empfohlen wird, dass Fachärztinnen und Fachärzte für Kinderneurologie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie oder mit der Behandlung von Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen gut vertraute Ärztinnen und Ärzte Risperidon verordnen. [1, 2]
Zur Behandlung einer Schizophrenie oder einer bipolaren Störung wird Risperidon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren laut Fachinformation nicht empfohlen, weil Daten zur Wirksamkeit fehlen. Kinder unter 5 Jahren sollten laut Packungsbeilage nicht wegen einer Verhaltensstörung damit behandelt werden. Menschen mit anderen Demenzformen als der Alzheimer-Demenz sollen laut Fachinformation nicht mit Risperidon behandelt werden, und bei einer Demenz, die auf einen Schlaganfall zurückgeht, sollten Sie Risperidon laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Mehr dazu unter Demenz und Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]
Filmtabletten, Lösung zum Einnehmen und Depotspritze
Die Angaben zum Arzneimittel auf dieser Seite und in ihren Übersichten stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Filmtabletten von Risperidon AbZ, soweit keine andere Quelle genannt ist. Risperidon gibt es außerdem als Lösung zum Einnehmen; für einige niedrige Dosen ist sie laut Fachinformation die empfohlene Darreichungsform. Steht im Abschnitt zur Dosierung hinter einer Menge eine Angabe in Millilitern in Klammern, ist diese Lösung gemeint. [1, 2]
Die Packungsbeilage einer Depotspritze mit Risperidon (Risperdal Consta) nennt als Anwendungsgebiet die Erhaltungstherapie bei Schizophrenie für Menschen, die derzeit mit Antipsychotika zum Einnehmen behandelt werden. Laut dieser Packungsbeilage spritzt medizinisches Fachpersonal sie alle zwei Wochen in einen Muskel des Arms oder des Gesäßes, und sie ist für Menschen unter 18 Jahren nicht bestimmt. Wer noch nie Risperidon in irgendeiner Form genommen hat, soll laut dieser Packungsbeilage vor der ersten Spritze mit der Form zum Einnehmen beginnen, und für die ersten drei Wochen nach der ersten Injektion kann die Ärztin oder der Arzt Risperidon zum Einnehmen verschreiben. [13]
Die S3-Leitlinie Schizophrenie führt unter den in Deutschland verwendeten Depotpräparaten zwei Formen von Risperidon auf, die alle 2 beziehungsweise alle 4 Wochen gegeben werden. Bei einer Schizophrenie sollten Depotantipsychotika laut Leitlinie in der Rückfallvorbeugung als Behandlungsalternative angeboten werden. Vor Beginn sollte in einer mindestens mehrwöchigen Behandlung mit der Form zum Einnehmen sichergestellt worden sein, dass das Mittel wirkt und vertragen wird. Mehr dazu unter Depot-Antipsychotika. [4]
Wie wirkt Risperidon?
Risperidon gehört zu den Antipsychotika, genauer zu den atypischen Antipsychotika. Laut Fachinformation hat es eine hohe Affinität zu Andockstellen (Rezeptoren) für die Botenstoffe Serotonin (5-HT2) und Dopamin (D2) und blockiert sie. Es bindet außerdem an alpha1-adrenerge Rezeptoren und schwächer an Histamin-H1- und alpha2-adrenerge Rezeptoren; zu Rezeptoren für Acetylcholin hat es keine Affinität. [2, 3]
In der Leber wandelt das Enzym CYP2D6 Risperidon in 9-Hydroxy-Risperidon um, das ähnlich wirkt. Dieser Stoff ist als Paliperidon auch selbst als Arzneimittel erhältlich. Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon bilden zusammen die wirksame antipsychotische Fraktion. Wie schnell CYP2D6 arbeitet, ist erblich verschieden; die wirksame Fraktion insgesamt verhält sich laut Fachinformation aber bei schnellen und langsamen Verstoffwechslern vergleichbar. [2, 3]
Nach der Einnahme wird Risperidon vollständig aufgenommen, die höchsten Spiegel im Blut sind nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Bei Menschen mit einer Psychose beträgt die Halbwertszeit von Risperidon etwa 3 Stunden, die der wirksamen antipsychotischen Fraktion 24 Stunden. Einen gleichbleibenden Spiegel erreicht Risperidon bei den meisten Menschen innerhalb eines Tages, 9-Hydroxy-Risperidon nach 4 bis 5 Tagen. In einer Studie mit einer Einzelgabe waren bei älteren Menschen die Spiegel der wirksamen Fraktion höher und die Halbwertszeit länger. Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die wirksame Fraktion weniger gut ausgeschieden. Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und Rauchgewohnheiten hatten in einer Analyse keinen offensichtlichen Einfluss darauf, wie der Körper Risperidon verarbeitet. [2]
Wie sich Risperidon von Haloperidol unterscheidet, zeigt der Vergleich Haloperidol oder Risperidon.
Wann wirkt Risperidon und wie lange wird behandelt?
Laut Packungsbeilage kann Risperidon helfen, die Beschwerden der Erkrankung zu lindern und ein Wiederauftreten zu verhindern. Zu Beginn wird die Dosis schrittweise gesteigert und anschließend daran angepasst, wie Sie auf die Behandlung ansprechen. Bei einer Schizophrenie soll eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung laut S3-Leitlinie als fortlaufende Behandlung angeboten werden. Für ihre Dauer sollen laut Leitlinie unter anderem die Schwere der Erkrankung, das Ansprechen, Nebenwirkungen, die Motivation der Betroffenen und ihre Lebenssituation im Einzelfall berücksichtigt werden. [1, 2, 4]
Veränderungen von Stimmung, Schlaf und Beschwerden können Sie im Stimmungstagebuch festhalten. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zur Anfangszeit unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon.
- BeginnLaut Fachinformation wird die Dosis zu Beginn schrittweise gesteigert und danach je nach Ansprechen angepasst. Ältere Menschen beginnen mit einer niedrigeren Dosis; bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wird niedriger begonnen und langsamer gesteigert. Vor allem in dieser ersten Phase der Dosissteigerung kann der Blutdruck absinken, besonders beim Aufstehen.[1, 2]
- Erste WirkungBei einer Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika laut S3-Leitlinie in einer Auswertung vieler Studien schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; einige Menschen brauchen länger, bis sie ansprechen. Ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[4]
- ErhaltungBei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie nach einer ersten Erkrankung wie nach wiederholten Episoden eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung angeboten werden, ohne Unterbrechung und mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird. Eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht; sie wird gemeinsam besprochen, auch mit Blick auf das Rückfallrisiko nach dem Absetzen. Bei manischen Episoden muss die fortgesetzte Anwendung laut Fachinformation fortlaufend beurteilt und begründet werden. Bei anhaltender Aggression bei Alzheimer-Demenz und bei Verhaltensstörungen von Kindern und Jugendlichen ist Risperidon nur zur Kurzzeitbehandlung bis zu 6 Wochen vorgesehen.[1, 2, 4]
- AbsetzenBeenden Sie die Einnahme nur nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, sonst können die Beschwerden wiederkehren; laut Packungsbeilage wird die Dosis dann schrittweise über einige Tage verringert. Nach abruptem Ende einer hoch dosierten Behandlung wurden sehr selten Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben, außerdem ein Wiederauftreten psychotischer Beschwerden und unwillkürliche Bewegungsstörungen. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Eine geplante Dosisverringerung sollte laut Leitlinie langsam und in sehr kleinen Schritten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden.[1, 2, 4]
Nebenwirkungen im Blick
Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen (Parkinsonismus), Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Parkinsonismus und Akathisie, zu der die Fachinformation unter anderem innere Unruhe zählt, hängen dem Anschein nach von der Dosis ab; Akathisie ist laut Fachinformation häufig. Die Packungsbeilage beschreibt Parkinsonismus als langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln, einen langsamen, schlurfenden Gang, Zittern in Ruhe, vermehrten Speichelfluss und ein ausdrucksarmes Gesicht. [1, 2]
Häufig sind unter anderem Gewichtszunahme, gesteigerter oder verminderter Appetit und ein erhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut. Ein hoher Prolaktinwert kann laut Packungsbeilage Beschwerden hervorrufen, muss es aber nicht; solche Beschwerden treten gelegentlich auf. Bei Männern gehören dazu etwa ein Anschwellen der Brustdrüsen, Erektionsprobleme oder eine verminderte Libido, bei Frauen etwa Milchabsonderung aus den Brüsten, das Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder Probleme mit der Fruchtbarkeit. Gelegentlich treten ein Diabetes oder die Verschlechterung eines bestehenden Diabetes auf, ebenso eine Spätdyskinesie, also unkontrollierbare zuckende oder ruckartige Bewegungen von Gesicht, Zunge oder anderen Körperteilen. Selten sind laut Packungsbeilage Symptome eines Arzneimittelentzugs. [1, 2]
Bei Kindern und Jugendlichen von 5 bis 17 Jahren wurden unter anderem Schläfrigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, gesteigerter Appetit, Erbrechen und Erkältungsbeschwerden häufiger berichtet als bei Erwachsenen. In Langzeitstudien bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörung nahm das Gewicht nach 12 Monaten Behandlung im Mittel um 7,3 kg zu; bei Kindern zwischen 5 und 12 Jahren beträgt die erwartete Gewichtszunahme laut Fachinformation sonst 3 bis 5 kg pro Jahr. Wie sich eine Langzeitbehandlung auf Wachstum und sexuelle Reife auswirkt, ist noch nicht ausreichend untersucht. [1, 2]
Bei älteren Menschen mit Demenz besteht laut Packungsbeilage ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall; in Studien wurden bei ihnen vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns und Schlaganfälle berichtet. Die Warnzeichen stehen im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeHäufig
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- ErektionsstörungenGelegentlich
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- ZitternHäufig
- BewegungsstörungenSehr häufig
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- NatriummangelSelten
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Häufig
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Risperidon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]
- Sehr häufig: Parkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln mit ruckartigen Bewegungen, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; außerdem langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss und ein ausdrucksarmes Gesicht[1, 2]
- Sehr häufig: Schläfrigkeit oder Unaufmerksamkeit (Sedierung, Somnolenz)[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Lungenentzündung, Bronchitis, Erkältungsbeschwerden, Nasennebenhöhlenentzündung, Harnwegsinfektion, Ohrinfektion, grippeähnliches Gefühl[1, 2]
- Häufig: Im Bluttest erhöhter Wert des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie); er kann Beschwerden verursachen, muss es aber nicht[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, verminderter Appetit[1, 2]
- Häufig: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, innere Unruhe[1, 2]
- Häufig: Dystonie: langsame oder anhaltende, unwillkürliche Muskelanspannungen, die jeden Körperteil betreffen und zu einer ungewöhnlichen Körperhaltung führen können; oft betroffen sind Teile des Gesichts mit ungewöhnlichen Bewegungen von Augen, Mund, Zunge oder Kiefer[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Dyskinesie: unwillkürliche Muskelbewegungen, etwa wiederholte, krampfartige oder windende Bewegungen oder Zuckungen[1, 2]
- Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
- Häufig: Akathisie; dazu zählt die Fachinformation unter anderem innere Unruhe und das Restless-Legs-Syndrom[2]
- Häufig: Verschwommenes Sehen, Augeninfektion oder Bindehautentzündung[1, 2]
- Häufig: Schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
- Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
- Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]
- Häufig: Halsschmerzen, Husten, Nasenbluten, verstopfte Nase[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen, Bauchbeschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Mundtrockenheit, Zahnschmerzen[1, 2]
- Häufig: Hautausschlag, Hautrötung (Erythem)[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe, Knochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]
- Häufig: Unfähigkeit, den Urin zu halten (Harninkontinenz)[1, 2]
- Häufig: Schwellungen am Körper, an Armen oder Beinen (Ödeme), Fieber, Schmerzen im Brustkorb, Schwäche, Erschöpfung (Müdigkeit), Schmerzen[1, 2]
- Häufig: Sturz[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Risperidon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien, innere Unruhe (Akathisie), Gewichtszunahme, Prolaktin, Blutzucker und Blutfette, Müdigkeit, sexuelle Probleme sowie Herz und QT-Zeit.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Mehr zum malignen neuroleptischen Syndrom, einer seltenen Nebenwirkung mit Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüchen und eingeschränktem Bewusstsein, steht auf der Seite Malignes neuroleptisches Syndrom. [1]
Bei einer Schizophrenie soll Suizidalität laut S3-Leitlinie offen und einfühlsam angesprochen und dabei das Risiko eingeschätzt werden; depressive Beschwerden erhöhen laut Leitlinie das Risiko für Suizidalität. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine der Stellen im folgenden Kasten. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab in einem Krisenplan festhalten. [4]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Nehmen Sie Risperidon so ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat, und beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Absprache. Bei einer Schizophrenie sollen Nebenwirkungen laut S3-Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert und bei Verdacht eine Abklärung und Behandlung angeboten werden. Betroffene und Angehörige sollen laut Leitlinie über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt, über auftretende Beschwerden informiert und zu den Behandlungsmöglichkeiten beraten werden. [1, 4]
Nimmt Ihr Gewicht zu, sprechen Sie es an. Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie schon zu Beginn der Behandlung oder spätestens bei einer Gewichtszunahme von mehr als 3 % des Ausgangsgewichts psychotherapeutische und psychosoziale Angebote gemacht werden, zum Beispiel Ernährungsberatung, Psychoedukation oder Bewegungsprogramme, um einer weiteren Zunahme vorzubeugen oder das Gewicht zu verringern. [4]
Wird Ihr Kind wegen einer Verhaltensstörung behandelt und ist es müde, kann laut Packungsbeilage ein anderer Einnahmezeitpunkt die Aufmerksamkeitsschwierigkeiten verbessern; besprechen Sie das mit der Ärztin oder dem Arzt. Antipsychotika werden laut Fachinformation mit Störungen der Fähigkeit in Verbindung gebracht, die Körpertemperatur zu senken. Bei der Verordnung empfiehlt sie deshalb Sorgfalt, wenn die Körpertemperatur ansteigen kann, zum Beispiel durch intensive körperliche Anstrengung, extreme Hitze oder Flüssigkeitsmangel; mehr dazu unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne. [1, 2]
Während einer Operation am Auge wegen grauen Stars kann es laut Packungsbeilage vorkommen, dass sich die Pupille nicht wie erforderlich erweitert und die Iris erschlafft, was das Auge schädigen kann. Ist eine solche Operation geplant, sagen Sie der Augenärztin oder dem Augenarzt unbedingt, dass Sie Risperidon nehmen oder genommen haben. Mehr unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1]
Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Risperidon kann unter anderem das Gewicht, den Blutzucker, den Prolaktinwert, das Blutbild und die Reizleitung des Herzens beeinflussen. Die Fachinformation nennt dazu Kontrollen, etwa des Gewichts, und für Kinder und Jugendliche eine regelmäßige Untersuchung auf Bewegungsstörungen. Bei einer Schizophrenie sollen Betroffene und Angehörige laut S3-Leitlinie über die erforderlichen Kontrolluntersuchungen informiert werden; die Leitlinie nennt dafür Zeitpunkte vor Beginn und im weiteren Verlauf. [2, 4]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Körpergewicht | Laut Fachinformation regelmäßig während der Behandlung, bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörung auch vor Beginn. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[1, 2, 4] |
| Blutzucker | Laut Fachinformation bei Diabetes regelmäßig; außerdem achtet die Ärztin oder der Arzt auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers wie starken Durst, häufiges Wasserlassen, gesteigerten Appetit und Schwäche[1, 2] |
| Blutzucker (auch HbA1c) und Blutfette | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie für Risperidon vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[4] |
| Blutbild | Laut Fachinformation in den ersten Behandlungsmonaten, wenn früher eine deutlich verminderte Zahl weißer Blutkörperchen bestand, auch durch Arzneimittel ausgelöst; bei einer deutlich verminderten Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten) wird sorgfältig auf Fieber und Zeichen einer Infektion geachtet. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. Monat und danach jährlich[1, 2, 4] |
| Prolaktinwert im Blut | Laut Fachinformation bei Beschwerden, die auf einen erhöhten Prolaktinwert hindeuten können, etwa Brustvergrößerung beim Mann, Störungen der Regelblutung, Milchfluss aus der Brust, verminderte Libido oder Erektionsstörungen. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden[1, 2, 4] |
| EKG (Herzstromkurve) und Blutsalze (Elektrolyte) | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach jährlich; über 60 Jahren häufiger, bei Herzrisiken gegebenenfalls ebenfalls häufiger. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verlängerter QT-Zeit in der Familie, langsamem Herzschlag, gestörten Blutsalzen und zusammen mit anderen QT-verlängernden Arzneimitteln[2, 4] |
| Blutdruck und Puls | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich. Laut Fachinformation kann der Blutdruck vor allem in der Phase der Dosissteigerung abfallen, besonders zusammen mit Blutdruckmitteln[2, 4] |
| Nierenwerte (Kreatinin, GFR) | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[4] |
| Leberwerte (Leberenzyme) | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[4] |
| Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle Nebenwirkungen | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Bei Kindern und Jugendlichen soll laut Fachinformation regelmäßig auf Bewegungsstörungen untersucht werden[2, 4] |
| Schwangerschaftstest | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[4] |
| Größe, Gewicht, sexuelle Reife und Regelblutung bei Kindern und Jugendlichen | Laut Fachinformation sollen regelmäßige Untersuchungen des Hormonstatus erwogen werden; die müde machende Wirkung sollte wegen möglicher Folgen für das Lernen genau beobachtet werden[2] |
| Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig ist | Bei anhaltender Aggression bei Alzheimer-Demenz laut Fachinformation häufig und regelmäßig; bei manischen Episoden und bei Verhaltensstörung fortlaufend[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Zusammen mit anderen zentral wirksamen Mitteln, besonders mit Alkohol, Opiaten, Antihistaminika und Benzodiazepinen, soll Risperidon laut Fachinformation wegen eines erhöhten Risikos einer Sedierung nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist auch zusammen mit Mitteln geboten, die das QT-Intervall im EKG verlängern. Mit Blutdruckmitteln wurde eine klinisch bedeutsame Blutdrucksenkung beobachtet, und die gleichzeitige Anwendung mit Paliperidon wird nicht empfohlen. [1, 2]
Einige Mittel verändern die Wirkung von Risperidon. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Rifampicin können sie herabsetzen, unter anderem Paroxetin, Fluoxetin, Itraconazol, Ritonavir und Verapamil können sie steigern. Beginnen oder beenden Sie ein solches Mittel, brauchen Sie laut Packungsbeilage gegebenenfalls eine andere Risperidon-Dosis. Bei Carbamazepin kann es laut Fachinformation nach dem Beginn mindestens 2 Wochen dauern, bis die Wirkung auf den Abbau von Risperidon voll erreicht ist, und nach dem Absetzen ebenso lange, bis sie wieder zurückgegangen ist. Bei älteren Menschen mit Demenz sind Nutzen und Risiken einer gleichzeitigen Behandlung mit dem Entwässerungsmittel Furosemid vor der Entscheidung abzuwägen. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, manche Schmerzmittel (Opiate), einige Allergiemittel (Antihistaminika) | Risperidon kann deren beruhigende und müde machende Wirkung verstärken[1, 2] | Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen |
| Arzneimittel, die die elektrische Aktivität des Herzens verändern können, z. B. Mittel gegen Malaria oder Herzrhythmusstörungen, Antihistaminika, einige Antidepressiva, andere Mittel gegen psychische Erkrankungen; außerdem Mittel, die den Herzschlag verlangsamen oder den Kaliumwert senken (z. B. bestimmte Entwässerungsmittel) | Laut Fachinformation ist wegen des Risikos einer QT-Verlängerung Vorsicht geboten[1, 2] | Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen |
| Mittel gegen Bluthochdruck | Risperidon kann zu niedrigem Blutdruck führen; laut Fachinformation wurde eine klinisch bedeutsame Hypotonie beobachtet[1, 2] | Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen |
| Mittel gegen die Parkinson-Krankheit wie Levodopa und andere Dopamin-Agonisten | Risperidon kann deren Wirkung abschwächen[1, 2] | Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen |
| Psychostimulanzien wie Methylphenidat | Wird eine der beiden Behandlungen verändert, können Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) auftreten[1, 2] | Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen |
| Entwässerungsmittel (Diuretika), besonders Furosemid, bei älteren Menschen mit Demenz | Risperidon allein oder mit Furosemid kann das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen; laut Fachinformation war das Sterblichkeitsrisiko in Studien unter Furosemid plus Risperidon höher als unter einem der beiden Mittel allein[1, 2] | Risiken und Nutzen müssen vorher ärztlich abgewogen werden |
| Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital | Die Wirkung von Risperidon kann abnehmen[1, 2] | Beim Beginn oder Ende einer solchen Behandlung kann eine andere Risperidon-Dosis nötig sein |
| Chinidin, Antidepressiva wie Paroxetin, Fluoxetin, Sertralin, Fluvoxamin oder trizyklische Antidepressiva, Betablocker, Phenothiazine, Cimetidin, Ranitidin, Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir und bestimmte andere HIV-Mittel, Verapamil | Die Wirkung von Risperidon kann zunehmen[1, 2] | Beim Beginn oder Ende einer solchen Behandlung kann eine andere Risperidon-Dosis nötig sein |
| Paliperidon | Paliperidon ist der wirksame Abbaustoff von Risperidon; beide zusammen können die Menge der wirksamen Substanz im Körper addieren[2] | Gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation nicht empfohlen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.
Wer Risperidon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
Besondere Vorsicht bei
- Ältere Menschen mit Demenz: höheres Risiko für einen Schlaganfall; laut Fachinformation ist bei ihnen unter atypischen Antipsychotika einschließlich Risperidon das Sterblichkeitsrisiko erhöht. Bei einer Demenz, die auf einen Schlaganfall zurückgeht, sollten Sie Risperidon nicht einnehmen; laut Fachinformation sollen Menschen mit anderen Demenzformen als der Alzheimer-Demenz nicht damit behandelt werden. Während der Behandlung regelmäßig die Ärztin oder den Arzt aufsuchen[1, 2]
- Herzprobleme wie unregelmäßiger Herzrhythmus, Neigung zu niedrigem Blutdruck oder Einnahme von Blutdruckmitteln: Risperidon kann den Blutdruck senken, die Dosis muss gegebenenfalls angepasst werden[1, 2]
- Bekannte Risikofaktoren für einen Schlaganfall, etwa hoher Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Probleme mit den Blutgefäßen des Gehirns[1, 2]
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, QT-Verlängerung in der Familie, langsamer Herzschlag oder Störungen der Blutsalze (niedriges Kalium oder Magnesium): das Risiko für Herzrhythmusstörungen kann erhöht sein[2]
- Früher aufgetretene unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Mund oder Gesicht[1, 2]
- Früheres malignes neuroleptisches Syndrom (Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüche, eingeschränktes Bewusstsein)[1, 2]
- Parkinson-Krankheit oder Demenz; laut Fachinformation auch Demenz mit Lewy-Körperchen: die Parkinson-Krankheit kann sich verschlechtern[1, 2]
- Früher niedrige Zahl weißer Blutkörperchen, auch durch andere Arzneimittel[1, 2]
- Diabetes: Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen; Diabetes oder dessen Verschlechterung wurde unter Risperidon beobachtet[1, 2]
- Epilepsie[1, 2]
- Männer, die schon einmal eine lang anhaltende oder schmerzhafte Erektion hatten[1, 2]
- Schwierigkeiten, die Körpertemperatur zu regulieren oder Überhitzung zu vermeiden[1, 2]
- Nieren- oder Leberprobleme[1, 2]
- Erhöhter Prolaktinwert im Blut oder ein möglicherweise prolaktinabhängiger Tumor[1, 2]
- Venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) bei Ihnen oder in der Familie[1, 2]
- Gewichtszunahme: Risperidon kann zu einer Gewichtszunahme führen; die Ärztin oder der Arzt sollte das Gewicht regelmäßig überprüfen[1, 2]
- Geplante Operation am Auge wegen grauen Stars: Augenärztin oder Augenarzt über die Einnahme informieren[1, 2]
- Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörung: Vor Beginn sollten andere Gründe für das aggressive Verhalten ausgeschlossen sein; laut Fachinformation werden eine Messung des Körpergewichts vor Behandlungsbeginn und regelmäßige Gewichtskontrollen empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]
Für ältere Menschen und bei Nieren- oder Leberproblemen nennt die Packungsbeilage niedrigere Anfangsdosen; bei Nieren- oder Leberproblemen soll die Dosis auch langsamer erhöht werden. Die Angaben stehen unter Dosierung, mehr zum Thema unter Psychopharmaka im Alter. [1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Vermeiden Sie Alkohol, solange Sie Risperidon einnehmen. Die Fachinformation begründet die Vorsicht bei der Kombination mit einem erhöhten Risiko einer Sedierung. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Bei der Behandlung können Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen auftreten, und laut Fachinformation kann Risperidon die Verkehrstüchtigkeit gering oder mäßig beeinflussen. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen; die Fachinformation rät, kein Fahrzeug zu lenken und keine Maschinen zu bedienen, solange die persönliche Empfindlichkeit nicht bekannt ist. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Risperidon in der Schwangerschaft als "hoch" an. Eine große US-amerikanische Registerstudie diskutierte laut Embryotox ein gering erhöhtes Fehlbildungsrisiko, allerdings ohne Hinweis auf ein bestimmtes Fehlbildungsmuster. Setzen Sie Risperidon in der Schwangerschaft nicht selbst ab; ein nötiges Absetzen sollte laut Fachinformation nicht abrupt geschehen. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2, 3]
Schwangerschaft
Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie Risperidon einnehmen können. Laut Fachinformation sollte Risperidon in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist, und ein nötiges Absetzen sollte nicht abrupt erfolgen. Nach Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel können beim Neugeborenen Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Risperidon in der Schwangerschaft mit "hoch" an. Laut Embryotox wurden fast 2.000 Schwangerschaftsverläufe mit Risperidon veröffentlicht; dabei zeigte sich keine eindeutig erhöhte Fehlbildungsrate, auch wenn eine große US-amerikanische Registerstudie ein gering erhöhtes Risiko diskutierte, jedoch ohne Hinweis auf ein bestimmtes Fehlbildungsmuster. Risperidon kann bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden; für eine Neueinstellung nennt Embryotox Quetiapin als vorzuziehen, falls es ebenso geeignet ist. Embryotox empfiehlt außerdem, einen Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen und in einer Klinik mit Neugeborenen-Station zu entbinden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme in der Stillzeit Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Risperidon und sein Abbaustoff gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über; Daten zu Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen fehlen. Der Nutzen des Stillens wird gegen mögliche Risiken für das Kind abgewogen.[1, 2]
Laut Embryotox stützen sich die Erfahrungen auf 8 Mutter-Kind-Paare; bei den wenigen untersuchten Kindern wurden keine durch das Medikament verursachten Beschwerden beobachtet. Stillen ist nach Embryotox bei alleiniger Behandlung mit Risperidon und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Vermeiden Sie Alkohol, solange Sie Risperidon einnehmen. Laut Fachinformation soll Risperidon wegen eines erhöhten Risikos einer Sedierung (beruhigende und müde machende Wirkung) zusammen mit Alkohol nur mit Vorsicht angewendet werden.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Risperidon kann Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen verursachen. Fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Laut Fachinformation ist anzuraten, kein Fahrzeug zu lenken und keine Maschinen zu bedienen, solange nicht bekannt ist, wie Sie persönlich auf das Mittel reagieren.[1, 2]
Anwendung
Die Filmtabletten mit Wasser einnehmen, zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon; Nahrung beeinflusst die Aufnahme nicht. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Dosis vergessen: nehmen, sobald Sie es bemerken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, die vergessene auslassen und wie gewohnt weitermachen. Nicht die doppelte Menge nehmen. Haben Sie zwei oder mehr Einnahmen verpasst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt, sonst können die Beschwerden zurückkehren. Entscheidet sie oder er, Risperidon abzusetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert.[1]
Laut Fachinformation wird ein ausschleichendes Absetzen empfohlen. Nach abruptem Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung wurden sehr selten akute Absetzbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit beschrieben; auch ein erneutes Auftreten psychotischer Beschwerden und unwillkürliche Bewegungsstörungen wurden berichtet.[2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind Schläfrigkeit oder Müdigkeit, ungewöhnliche Körperbewegungen, Probleme beim Stehen oder Gehen, Schwindel durch zu niedrigen Blutdruck, ungewöhnliche Herzschläge oder Krampfanfälle. Laut Fachinformation wurden auch QT-Verlängerungen berichtet.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Was die Packungsbeilage zur Einnahme der Filmtabletten und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt; sonst können die Beschwerden wieder auftreten. Laut Fachinformation wird ein ausschleichendes Absetzen empfohlen. Nach dem abrupten Ende einer hoch dosierten antipsychotischen Behandlung wurden sehr selten akute Absetzbeschwerden beschrieben; berichtet wurden auch ein erneutes Auftreten psychotischer Beschwerden und unwillkürliche Bewegungsstörungen wie Akathisie, Dystonie und Dyskinesie. [1, 2]
Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden. Eine Verringerung und gegebenenfalls das Absetzen können laut Leitlinie in gemeinsamer Entscheidung angeboten werden, wenn die Erkrankung ausreichend stabil ist, ausreichend Unterstützung und regelmäßige Verlaufskontrollen gesichert sind und keine Hinweise auf eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer bestehen. Zu den Voraussetzungen zählt die Leitlinie unter anderem eine gute Vorbereitung, eine engmaschige Begleitung, einen Krisenplan mit Frühwarnzeichen und, wenn Sie einverstanden sind, die Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen. [4]
Wer die Depotspritze erhält, sollte laut deren Packungsbeilage die Termine für die Injektionen nicht versäumen: Wird die Anwendung abgebrochen, gehen die Wirkungen verloren, und die Beschwerden können wieder auftreten. Können Sie einen Termin nicht einhalten, setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. [13]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome.
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Filmtabletten nennt Anfangs- und übliche Dosen getrennt nach Erkrankung und Alter, bei Kindern mit Verhaltensstörung nach Körpergewicht; bei Nieren- oder Leberproblemen gelten niedrigere Dosen und eine langsamere Steigerung. Angaben in Millilitern in Klammern beziehen sich auf die Lösung zum Einnehmen. Für die Depotspritze gelten die Angaben ihrer eigenen Packungsbeilage. [1, 13]
Präparate mit Risperidon
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Risperdal | Janssen-Cilag GmbH | verschreibungspflichtig |
| Risperdal Consta | Janssen-Cilag GmbH | verschreibungspflichtig; Depotspritze (Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension) |
| Risperidon AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Risperidon HEXAL | HEXAL AG | verschreibungspflichtig |
| Risperidon PUREN | PUREN Pharma GmbH & Co. KG | verschreibungspflichtig |
| Risperidon-1A Pharma | 1A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Risperidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
- Gebrauchsinformation Risperdal Consta 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension. Janssen-Cilag GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Risperdal Consta 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension. Janssen-Cilag GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Risperidon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wofür wird Risperidon eingesetzt?
Risperidon ist zur Behandlung der Schizophrenie und mäßiger bis schwerer manischer Episoden bei bipolaren Störungen zugelassen. Für höchstens 6 Wochen ist es bei anhaltender Aggression zugelassen: bei mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz, wenn die Betroffenen auf nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ansprechen und eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer besteht, und bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen mit Verhaltensstörung und unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion oder geistiger Behinderung. Bei anderen Demenzformen als der Alzheimer-Demenz sollen Menschen laut Fachinformation nicht mit Risperidon behandelt werden.
Ab wann wirkt Risperidon?
Laut S3-Leitlinie Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika in einer Auswertung vieler Studien schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; manche Menschen brauchen aber länger, bis sie ansprechen. Bei einer Schizophrenie soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden, ob die Behandlung anspricht. Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt.
Wie hoch ist die Dosis von Risperidon?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und übliche Dosen getrennt nach Erkrankung und Alter, bei Kindern mit Verhaltensstörung nach Körpergewicht; Sie finden die Angaben im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Nimmt man mit Risperidon zu?
Das ist möglich: Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie können also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; auch verminderter Appetit ist häufig. Laut Fachinformation wurde über eine signifikante Gewichtszunahme berichtet, das Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden. Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie spätestens bei einer Zunahme von mehr als 3 % des Ausgangsgewichts Angebote wie Ernährungsberatung oder Bewegungsprogramme gemacht werden.
Macht Risperidon müde?
Das kann sein. Sich schläfrig fühlen oder unaufmerksam sein gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; Erschöpfung ist häufig. Ebenfalls sehr häufig sind Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen.
Darf ich mit Risperidon Alkohol trinken?
Die Packungsbeilage sagt: Vermeiden Sie Alkohol, solange Sie Risperidon einnehmen. Laut Fachinformation soll Risperidon zusammen mit Alkohol und anderen zentral wirksamen Mitteln nur mit Vorsicht angewendet werden, weil das Risiko einer Sedierung erhöht ist, also einer beruhigenden und müde machenden Wirkung. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.
Wie setzt man Risperidon ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig, sonst können die Beschwerden wieder auftreten. Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, Risperidon abzusetzen, wird die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise über einige Tage verringert; die Fachinformation empfiehlt ein ausschleichendes Absetzen. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt und nach dem Absetzen mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden.
Gibt es Risperidon als Spritze?
Ja, als Depotspritze. Die Packungsbeilage einer solchen Depotspritze (Risperdal Consta) nennt die Erhaltungstherapie bei Schizophrenie für Menschen, die derzeit mit Antipsychotika zum Einnehmen behandelt werden; medizinisches Fachpersonal spritzt sie alle zwei Wochen in den Arm oder in das Gesäß. Die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt für Deutschland auch eine Depotform von Risperidon, die alle 4 Wochen gegeben wird. Ob eine Depotspritze für Sie in Frage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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