MedikamenteWirkstoff
Opipramol
Opipramol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Angst-, Erregungs- und Spannungszustände, das chemisch mit den trizyklischen Antidepressiva verwandt ist, aber anders wirkt. Zugelassen ist es bei generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Insidon. Die Besserung der Stimmungslage erfolgt allmählich, deshalb sollte Opipramol mindestens 2 Wochen regelmäßig eingenommen werden; bei einer Verschlechterung oder Gedanken, sich etwas anzutun, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Wofür wird Opipramol eingesetzt?
Opipramol ist zur Behandlung der generalisierten Angststörung und von somatoformen Störungen zugelassen. Die Packungsbeilage beschreibt es als Mittel zur Behandlung von Angst-, Erregungs- und Spannungszuständen, also als beruhigendes und angstlösendes Mittel (Sedativum, Anxiolytikum). Zur Behandlung einer Depression ist Opipramol nicht zugelassen. [1, 5]
Auch gegen Schlafstörungen allein ist Opipramol nicht zugelassen. Müdigkeit gehört aber, besonders zu Beginn der Behandlung, zu den häufigen Nebenwirkungen. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; um diese Frage geht es auch auf der Seite Opipramol zum Schlafen. [1, 5]
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit von Opipramol nicht nachgewiesen; die Anwendung wird deshalb nicht empfohlen. [1, 5]
Wie wirkt Opipramol?
Opipramol ist chemisch mit den trizyklischen Antidepressiva verwandt, wirkt aber anders als diese. Es hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzellen nicht und hat nur eine geringe anticholinerge Wirkung, also eine geringe hemmende Wirkung auf den Botenstoff Acetylcholin. [3, 5]
Opipramol bindet stark an sogenannte Sigma-Rezeptoren (Sigma-Bindungsstellen), deren genaue Funktion laut Embryotox noch nicht bekannt ist, und blockiert Andockstellen für den Botenstoff Histamin (H1-Rezeptoren). Beim Menschen wirkt es laut Fachinformation beruhigend, angstlösend und geringgradig stimmungsaufhellend. Laut Embryotox wird Opipramol vor allem als angstlösendes und beruhigendes Medikament eingesetzt; auch eine stimmungsaufhellende Wirkung wird diskutiert. [3, 5]
In der Fachinformation steht Opipramol in der Gruppe der beruhigenden und angstlösenden Mittel (Sedativa, Anxiolytika). Bei den Hinweisen zu Kindern und Jugendlichen zählt sie es zugleich zu den trizyklischen Antidepressiva. Verwandte Mittel stellen die Seiten Beruhigungsmittel und Antidepressiva vor. [5]
Nach der Einnahme wird Opipramol rasch und vollständig aufgenommen. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt etwa 11 Stunden. Abgebaut wird Opipramol vor allem über das Leberenzym CYP2D6, ausgeschieden zu über 70 Prozent über die Nieren. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann laut Fachinformation eine geringere Dosis erforderlich sein, weil die Ausscheidung mit zunehmender Schwere der Erkrankung langsamer wird. [5]
Wann wirkt Opipramol und wie lange wird behandelt?
Die Wirkung von Opipramol tritt laut Fachinformation nicht schlagartig ein, die Besserung der Stimmungslage erfolgt allmählich. Deshalb sollte es mindestens 2 Wochen regelmäßig eingenommen werden. Eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten hält die Fachinformation für ratsam; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Allgemeines dazu erklären die Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 5]
- BeginnDie Behandlung wird laut Fachinformation grundsätzlich ärztlich überwacht. Besonders zu Beginn können Müdigkeit, Mundtrockenheit, eine verstopfte Nase sowie niedriger Blutdruck und Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen auftreten, und die Fahrtüchtigkeit ist zu Beginn stärker beeinträchtigt. Zu Beginn und nach Dosisänderungen wird besonders auf Verschlechterung, Suizidgedanken und andere psychische Beschwerden geachtet.[5]
- Erste WirkungDie Wirkung tritt laut Fachinformation nicht schlagartig ein, die Besserung der Stimmungslage erfolgt allmählich. Opipramol sollte deshalb mindestens 2 Wochen regelmäßig eingenommen werden.[5]
- ErhaltungEine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten ist laut Fachinformation ratsam. Über die Dauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt.[5]
- AbsetzenOpipramol sollte laut Fachinformation nicht abrupt abgesetzt werden. Besonders nach längerer, hoch dosierter Behandlung ist beim plötzlichen Absetzen mit Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu rechnen. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Nebenwirkungen im Blick
Häufig sind, besonders zu Beginn der Behandlung, Müdigkeit, Mundtrockenheit und eine verstopfte Nase sowie ein niedriger Blutdruck mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufsetzen oder Aufstehen. Ein solcher Blutdruckabfall und eine reflexartige Beschleunigung des Herzschlags sind laut Fachinformation auch bei höherer Dosierung nicht auszuschließen. [1, 5]
Opipramol kann das QT-Intervall im EKG verlängern (Herz und QT-Zeit); unter Umständen tritt dann eine gefährliche Herzrhythmusstörung auf (Torsades de Pointes), und die Behandlung ist laut Fachinformation abzubrechen. Selten sind Veränderungen des Blutbilds, vor allem eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), sehr selten ist ein Verlust bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose). [1, 5]
Laut Packungsbeilage wurde bei Menschen, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet; die Fachinformation verweist dazu auf epidemiologische Studien, überwiegend mit Menschen ab 50 Jahren, unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva. Wird eine längerfristige, hoch dosierte Behandlung plötzlich abgesetzt, ist laut Fachinformation mit Absetzsymptomen wie Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu rechnen. Packungsbeilage und Fachinformation führen diese Beschwerden als seltene Nebenwirkungen, vor allem beim plötzlichen Absetzen einer solchen Behandlung; deshalb stehen Unruhe, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen und Übelkeit in der Übersicht unten als selten. Mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 5]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenSelten
- Unruhe und NervositätSelten
- GewichtszunahmeGelegentlich
- Weniger oder veränderte Lust auf Sexnicht genannt
- ErektionsstörungenGelegentlich
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes SchwitzenSelten
- ÜbelkeitSelten
- SchwindelHäufig
- ZitternGelegentlich
- BewegungsstörungenSehr selten
- Herzrhythmus und QT-ZeitSelten
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Sehr selten
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Opipramol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Müdigkeit, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 5]
- Häufig: Mundtrockenheit und verstopfte Nase, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 5]
- Häufig: Erniedrigter Blutdruck und Blutdruckabfall mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufsetzen oder Aufstehen (orthostatische Dysregulation), besonders zu Beginn der Behandlung[1, 5]
Alle Nebenwirkungen von Opipramol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, innere Unruhe (Akathisie) und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Laut Fach- und Gebrauchsinformation wurde im Zusammenhang mit Opipramol über Suizidversuche berichtet. Bei depressiven Erkrankungen besteht ein Suizidrisiko, das bis zu einer deutlichen Besserung anhalten kann, und auch andere psychische Erkrankungen können mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Deshalb sollten alle Menschen, die Opipramol nehmen, unabhängig vom Anwendungsgebiet besonders am Anfang und nach einer Dosisänderung engmaschig daraufhin überwacht werden, ob sich ihr Zustand verschlechtert, ob eine Suizidgefahr besteht oder andere psychische Beschwerden auftreten. [1, 5]
Angehörige und Pflegende sollten auf solche Veränderungen achten und sie sofort der Ärztin oder dem Arzt mitteilen. Haben Sie Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, holen Sie sofort ärztliche Hilfe. [1, 5]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Bevor Sie die Behandlung wegen Nebenwirkungen unterbrechen oder vorzeitig beenden, sprechen Sie laut Packungsbeilage auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil Sie sonst den Behandlungserfolg gefährden. Was sich bei Ihnen ändern lässt, klären Sie gemeinsam in der Praxis. [1]
Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:
- Bekommen Sie Fieber, einen grippalen Infekt oder eine akute Mandelentzündung, gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt; dann sollte das Blutbild kontrolliert werden. [1, 5]
- Bei einer allergischen Hautreaktion suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf. [1]
- Vor einer Narkose sagen Sie, dass Sie Opipramol nehmen: Zusammen mit Narkosemitteln kann die dämpfende Wirkung verstärkt auftreten. Was vor Eingriffen gilt, steht unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1, 5]
- Opipramol-neuraxpharm enthält Milchzucker (Lactose). Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten es laut Fachinformation nicht einnehmen. [5]
Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung des nächsten Termins.
Kontrollen während der Behandlung
Die Behandlung mit Opipramol ist laut Fachinformation grundsätzlich ärztlich zu überwachen. Weil sehr selten Blutbildveränderungen vorkommen können, sollte das Blutbild kontrolliert werden, insbesondere bei Fieber, grippalen Infekten und einer Mandelentzündung (Angina); bei einer Langzeitbehandlung empfiehlt es sich, die Leberwerte zu kontrollieren. Wer schon einen AV-Block I. Grades oder eine andere Störung der Erregungsleitung im Herzen hat, sollte nur unter engmaschigen EKG-Kontrollen behandelt werden. [1, 5]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Blutbild | Während der Behandlung, insbesondere bei Fieber, grippalen Infekten und Mandelentzündung, weil sehr selten Blutbildveränderungen (Neutropenie, Agranulozytose) vorkommen[5] |
| Leberwerte | Bei Langzeitbehandlung[5] |
| EKG | Engmaschig bei vorbestehendem AV-Block I. Grades oder anderen Erregungsleitungsstörungen des Herzens[5] |
| Ärztliche Überwachung auf Verschlechterung, Suizidgedanken und andere psychische Beschwerden | Engmaschig, besonders zu Beginn der Behandlung und nach Dosisänderungen; Angehörige und Pflegende sollten solche Beschwerden sofort ärztlich mitteilen[5] |
| Beobachtung auf Anzeichen eines Serotoninsyndroms | Bei gleichzeitiger Behandlung mit Buprenorphin, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhungen[5] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Opipramol darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden; zwischen beiden Behandlungen sollen laut Fachinformation mindestens 14 Tage liegen. Die gleichzeitige Anwendung von Mitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern, einen Kaliummangel auslösen oder den Abbau von Opipramol in der Leber hemmen können, ist zu vermeiden. Zusammen mit dem Opioid Buprenorphin kann ein Serotonin-Syndrom entstehen, eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. [1, 5]
Mit Neuroleptika sowie Schlaf- und Beruhigungsmitteln, etwa Barbituraten und Benzodiazepinen, können sich dämpfende Wirkungen verstärken. Zusammen mit SSRI können sich die Effekte auf das Serotoninsystem addieren; Fluoxetin und Fluvoxamin können den Spiegel von Opipramol erhöhen und so Nebenwirkungen verstärken. [1, 5]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer | Nicht zusammen einnehmen[1, 5] | MAO-Hemmer mindestens 14 Tage vor Beginn absetzen; gleiches gilt für Opipramol vor einer anschließenden MAO-Hemmer-Behandlung |
| Neuroleptika (z. B. Haloperidol, Risperidon), Schlaf- und Beruhigungsmittel (z. B. Barbiturate, Benzodiazepine), Narkosemittel | Dämpfende Wirkungen können verstärkt auftreten; Neuroleptika können außerdem den Opipramol-Spiegel erhöhen, Barbiturate ihn senken[1, 5] | Vorher ärztlich besprechen |
| Starke Anticholinergika, z. B. Parkinsonmittel und Phenothiazine | Deren Wirkung kann verstärkt werden[1, 5] | Vorher ärztlich besprechen |
| SSRI, besonders Fluoxetin und Fluvoxamin | Additive Effekte auf das Serotoninsystem; Fluoxetin und Fluvoxamin können den Opipramol-Spiegel erhöhen und Nebenwirkungen verstärken[1, 5] | Opipramol-Dosis gegebenenfalls ärztlich verringern lassen |
| Betablocker (z. B. Propranolol), Antiarrhythmika der Klasse IC, andere trizyklische Antidepressiva, Mittel, die Abbau-Enzyme der Leber beeinflussen (z. B. Imidazol-Antimykotika) | Blutspiegel dieser Mittel und von Opipramol können sich verändern[1, 5] | Vorher ärztlich besprechen; Dosis gegebenenfalls anpassen lassen |
| Mittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva) und Barbiturate | Opipramol-Spiegel und Wirkung können sinken[1, 5] | Vorher ärztlich besprechen |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika wie Chinidin, Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Malariamittel, Neuroleptika, Antihistaminika) oder Kaliummangel verursachen (z. B. bestimmte harntreibende Mittel) | Höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 5] | Gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation vermeiden |
| Cimetidin | Kann den Spiegel trizyklischer Wirkstoffe erhöhen[1, 5] | Opipramol-Dosis sollte ärztlich verringert werden |
| Alkohol | Kann zu Benommenheit führen[1, 5] | Während der Behandlung Alkohol meiden |
| Buprenorphin (ein stark wirksames Opioid) | Die gleichzeitige Anwendung kann zu einem Serotoninsyndrom führen, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung mit zum Beispiel Veränderungen des Gemütszustands, Störungen des vegetativen Nervensystems (autonome Instabilität), Auffälligkeiten von Nerven und Muskeln (neuromuskuläre Auffälligkeiten) oder Magen-Darm-Beschwerden[4, 5] | Ist die gleichzeitige Behandlung angezeigt, wird laut Fachinformation eine sorgfältige Beobachtung empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.
Wer Opipramol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht eingenommen werden darf Opipramol unter anderem zusammen mit MAO-Hemmern, bei akuten Vergiftungen mit Alkohol, Schlaf-, Schmerz- oder Psychopharmaka, bei akutem Harnverhalt, einem unbehandelten Engwinkelglaukom (grüner Star) und bei höhergradigen Störungen der Erregungsleitung im Herzen. Bei weiteren Erkrankungen, etwa Leber- und Nierenerkrankungen, erhöhter Krampfbereitschaft oder einem Kaliummangel, sprechen Sie laut Packungsbeilage vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation soll Opipramol bei erhöhter Krampfbereitschaft, Kaliummangel und ausgeprägten (manifesten) Leber- und Nierenerkrankungen nicht angewendet werden. [1, 5]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Opipramol oder einen der sonstigen Bestandteile; laut Packungsbeilage auch Allergie gegen andere trizyklische Antidepressiva (mit Opipramol verwandte Wirkstoffe)[1, 5]
- Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern[1, 5]
- Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka[1, 5]
- Akutes Delir (Verwirrtheits- und Erregungszustand mit Sinnestäuschungen)[1, 5]
- Akuter Harnverhalt, Prostatavergrößerung mit Restharn, Darmverschluss durch Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 5]
- Unbehandeltes Engwinkelglaukom (grüner Star)[1, 5]
- Vorbestehende höhergradige AV-Blockierungen oder diffuse Reizleitungsstörungen des Herzens[1, 5]
Besondere Vorsicht bei
- Prostatavergrößerung ohne Restharn[1, 5]
- Leber- und Nierenerkrankungen; bei Langzeitbehandlung Leberwerte kontrollieren lassen[1, 5]
- Erhöhte Krampfbereitschaft, etwa bei Hirnschäden, Epilepsie oder Alkoholismus[1, 5]
- Durchblutungsstörungen des Gehirns[1, 5]
- Herzerkrankungen, besonders Erregungsleitungs- und Herzrhythmusstörungen, langsamer Herzschlag (Bradykardie) oder ein angeborenes langes QT-Syndrom (bei vorbestehendem AV-Block I. Grades oder anderen Erregungsleitungsstörungen nur unter engmaschigen EKG-Kontrollen); Schilddrüsenüberfunktion oder Einnahme von Schilddrüsenpräparaten[5]
- Kaliummangel oder gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern oder Kaliummangel verursachen[1, 5]
- Gestörte Blutbildung; Blutbild kontrollieren lassen, besonders bei Fieber, grippalen Infekten oder Mandelentzündung[1, 5]
- Laut Fachinformation soll Opipramol nicht angewendet werden bei Prostatavergrößerung ohne Restharn, ausgeprägten Leber- und Nierenerkrankungen, erhöhter Krampfbereitschaft, gestörter Blutbildung, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Kaliummangel, langsamem Herzschlag (Bradykardie), einem angeborenen langen QT-Syndrom oder anderen bedeutsamen Herzerkrankungen sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern oder Kaliummangel verursachen können. Sprechen Sie in diesen Fällen vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 5]
- Suizidrisiko: Über Suizidversuche wurde berichtet; Patientinnen und Patienten sollten besonders zu Beginn und nach Dosisänderungen engmaschig auf Verschlechterung, Suizidgefahr und andere psychische Beschwerden überwacht werden. Bei solchen Beschwerden sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation eine Änderung der Behandlung bis hin zum Absetzen erwägen, vor allem wenn sie schwer sind, plötzlich auftreten oder bisher nicht bestanden[5]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, Wirksamkeit und Sicherheit nicht nachgewiesen[1, 5]
- Bei Patientinnen und Patienten, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet[1, 5]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft ist laut Fachinformation Vorsicht geboten; Opipramol soll während der Schwangerschaft, besonders in den ersten 3 Monaten, nur bei zwingender Notwendigkeit verordnet werden. Beim Menschen gab es einzelne Berichte über Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes im Zusammenhang mit der Einnahme von Opipramol; Tierstudien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Embryos schließen.[5]
Embryotox stuft den Erfahrungsumfang als gering ein; in einem nicht veröffentlichten Bericht über mehr als 200 Schwangerschaften zeigte sich keine deutlich erhöhte Fehlbildungsrate. Bei einer Neueinstellung sollte laut Embryotox ein besser untersuchter Wirkstoff bevorzugt werden; bei stabil eingestellter Patientin und dringender Indikation muss nicht zwingend umgestellt werden. Wird Opipramol bis zur Geburt angewendet, ist laut Embryotox an mögliche Anpassungsstörungen beim Neugeborenen in den ersten Lebenstagen zu denken. Eine besser geeignete Alternative ist laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei generalisierter Angststörung zum Beispiel Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Opipramol soll in der Stillzeit nicht eingenommen werden, weil der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht; ist eine Behandlung nötig, soll abgestillt werden.[1, 5]
Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit (Sedierung), Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollte es laut Embryotox kinderärztlich untersucht werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Die Kombination mit Alkohol kann zu Benommenheit führen; meiden Sie Alkohol während der Behandlung.[1]
Autofahren und Maschinen
Bekannte Nebenwirkungen schränken auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit ein, Maschinen zu bedienen. Laut Packungsbeilage dürfen Sie deshalb keine Kraftfahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausüben, verstärkt zu Behandlungsbeginn und zusammen mit anderen zentral wirkenden Mitteln oder Alkohol.[1, 5]
Anwendung
Die Filmtabletten zu oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Die Wirkung tritt nicht schlagartig ein; nehmen Sie Opipramol mindestens 2 Wochen regelmäßig ein. Die Behandlung wird grundsätzlich ärztlich überwacht.[1, 5]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge und beim nächsten Mal keine größere Menge nehmen, sondern mit der verordneten Dosis fortfahren.[1]
Absetzen
Nicht eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden und nicht plötzlich absetzen. Vor allem nach längerer, hoch dosierter Behandlung kann es sonst zu Unruhe, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen kommen; die Fachinformation nennt außerdem Übelkeit und Erbrechen. Die Behandlung wird durch langsame Verringerung der Dosis beendet.[1, 5]
Überdosierung
Laut Fachinformation können bei einer Vergiftung unter anderem Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Benommenheit, Unruhe, vorübergehende Verwirrtheit, verstärkte Angst, Koordinationsstörungen (Ataxie), Krampfanfälle, verminderte oder fehlende Harnbildung, zu schneller oder zu langsamer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck, Schock, Abflachung der Atmung, Bewusstlosigkeit bis zum Koma und selten Herzstillstand auftreten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung, besonders bei Kindern, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[5]
Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Opipramol nicht eingenommen werden. Hintergründe stehen unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 5]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]
Setzen Sie Opipramol in der Schwangerschaft nicht selbst ab; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zur Stillzeit sagen die Quellen nicht dasselbe: Laut Fach- und Gebrauchsinformation soll Opipramol in der Stillzeit nicht eingenommen werden, bei einer nötigen Behandlung wird abgestillt; Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Opipramol und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Was für Sie gilt, klären Sie in der Praxis; Hintergründe bieten die Seiten Schwangerschaft und Kinderwunsch und Stillzeit. [1, 3, 5]
Einnahme und Absetzen
Was die Packungsbeilage zur Einnahme und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag.
Opipramol sollte nicht plötzlich abgesetzt werden. Besonders nach einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung ist beim plötzlichen Absetzen laut Fachinformation mit Absetzsymptomen wie Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu rechnen. Beendet wird die Behandlung durch eine langsame Verringerung der Dosis. [1, 5]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Psychopharmaka allgemein wichtig ist, erklärt die Seite Psychopharmaka absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die übliche Tagesdosis für Erwachsene, ihre Verteilung über den Tag und den Bereich, in dem die Ärztin oder der Arzt sie je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit anpassen kann. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; nehmen Sie Opipramol immer genau nach dieser Absprache ein. [1]
Präparate mit Opipramol
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Insidon | verschreibungspflichtig | |
| Opipramol STADA | STADAPHARM GmbH | Filmtabletten 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage der Angaben aus der Packungsbeilage |
| Opipramol-neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Filmtabletten 50, 100 und 150 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Opipramol STADA 50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Opipramol STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Opipramol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Buprenorphin-ratiopharm 35/52,5/70 Mikrogramm/h Transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Opipramol-neuraxpharm 50 mg/100 mg/150 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Opipramol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Ist Opipramol ein Antidepressivum?
Opipramol ist chemisch mit den trizyklischen Antidepressiva verwandt, wirkt aber anders als diese: Es hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin nicht. Die Fachinformation führt es als beruhigendes und angstlösendes Mittel, zugelassen bei generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen. Zur Behandlung einer Depression ist Opipramol nicht zugelassen; beim Menschen wirkt es laut Fachinformation geringgradig stimmungsaufhellend.
Wie schnell wirkt Opipramol?
Laut Fachinformation tritt die Wirkung nicht schlagartig ein, die Besserung der Stimmungslage erfolgt allmählich. Opipramol sollte deshalb mindestens 2 Wochen regelmäßig eingenommen werden. Eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten hält die Fachinformation für ratsam; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Hilft Opipramol zum Schlafen?
Schlafstörungen gehören nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Opipramol; zugelassen ist es bei generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen. Müdigkeit ist eine häufige Nebenwirkung, besonders zu Beginn der Behandlung. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Macht Opipramol müde?
Das ist möglich: Müdigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, besonders zu Beginn der Behandlung, und kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Schwindel und Benommenheit kommen gelegentlich vor. Die Fahrtüchtigkeit kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eingeschränkt sein, verstärkt zu Behandlungsbeginn und zusammen mit Alkohol oder anderen zentral wirkenden Mitteln.
Nimmt man mit Opipramol zu?
Eine Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage gelegentlich, sie kann also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Sprechen Sie Veränderungen Ihres Gewichts bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an und ändern Sie die Einnahme nicht selbst.
Darf ich mit Opipramol Alkohol trinken?
Die Kombination mit Alkohol kann zu Benommenheit führen; laut Packungsbeilage sollten Sie deshalb während der Behandlung Alkohol vermeiden. Zusammen mit Alkohol ist auch die Fahrtüchtigkeit stärker beeinträchtigt. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Opipramol nicht eingenommen werden.
Wie setze ich Opipramol ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Laut Packungsbeilage sprechen Sie auf jeden Fall vorher mit ihr oder ihm, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden. Opipramol sollte nicht plötzlich abgesetzt werden; beendet wird die Behandlung durch eine langsame Verringerung der Dosis. Nach plötzlichem Absetzen einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung kann es zu Unruhe, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen kommen, die Fachinformation nennt außerdem Übelkeit und Erbrechen.
Wie hoch ist die Dosis von Opipramol?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und passt sie an Wirksamkeit und Verträglichkeit an. Was die Packungsbeilage für Erwachsene als übliche Tagesdosis und als mögliche Anpassung nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird Opipramol nicht empfohlen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu