MedikamenteWirkstoff
Diazepam
Diazepam ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Angst- und Spannungszustände aus der Gruppe der Benzodiazepine. Die Tabletten sind bei Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen, zur Beruhigung vor und nach Eingriffen und bei erhöhter Muskelspannung zugelassen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Valium. Weil Diazepam schon bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung abhängig machen kann, sollte die Behandlung einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten und nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt beendet werden.

Wofür wird Diazepam eingesetzt?
Die Tabletten sind zur symptomatischen Behandlung akuter und chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände zugelassen. Bei Schlafstörungen, die durch Angst, Spannung und Erregung bedingt sind und behandelt werden müssen, ist die Anwendung nur gerechtfertigt, wenn gleichzeitig tagsüber die Wirkungen von Diazepam erwünscht sind. Weitere Anwendungsgebiete sind die Beruhigung und Vorbereitung vor chirurgischen und diagnostischen Eingriffen (Prämedikation) und die Behandlung danach sowie Zustände mit erhöhter Muskelspannung. Mehr zu den Erkrankungen unter Angststörungen und Schlafstörungen, zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1, 2]
Nicht alle Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände müssen laut Packungsbeilage mit Arzneimitteln behandelt werden; oft sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und lassen sich durch andere Maßnahmen oder eine Behandlung der Grundkrankheit beeinflussen. Benzodiazepine beseitigen laut Packungsbeilage nicht die Ursache der Störung, sie vermindern den Leidensdruck und können helfen, den Zugang zu einer weiterführenden Behandlung zu erleichtern. [1]
Neugeborene und Säuglinge bis zum Alter von 6 Monaten dürfen die Tabletten laut Packungsbeilage nicht bekommen. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren nehmen die Tabletten laut Packungsbeilage nur ein, wenn die Ärztin oder der Arzt es angeordnet hat; laut Fachinformation sollten Benzodiazepine wie Diazepam Kindern und Jugendlichen nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden. [1, 2]
Darreichungsformen und ihre Grenzen
Diazepam gibt es als Tabletten, Tropfen, Zäpfchen und Injektionslösung. Die Formen unterscheiden sich in einzelnen Anwendungsgebieten, Altersangaben und der Dauer der Anwendung. Dosierungen stehen in der Packungsbeilage der jeweiligen Form. [2, 13, 14, 15]
| Form | Zugelassen für | Grenzen und Besonderheiten |
|---|---|---|
| Tabletten zum Einnehmen (Grundlage dieser Seite sind die Tabletten mit 10 mg) | akute und chronische Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände; Beruhigung vor und nach Eingriffen; erhöhte Muskelspannung [1, 2] | nicht für Neugeborene und Säuglinge bis 6 Monate; Dosierungsangaben für Kinder über 3 Jahre; die Behandlung sollte einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten, eine Verlängerung nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung erfolgen [1, 2] |
| Tropfen zum Einnehmen (10 mg je ml) | dieselben Anwendungsgebiete wie die Tabletten [13] | nicht für Neugeborene und Säuglinge bis 6 Monate; Dosierungsangaben für Kinder über 1 Jahr; bei Kindern und Jugendlichen sollten sie nur bei zwingendem Grund angewendet werden; sie sollten unverdünnt eingenommen werden, weil der Wirkstoff zusammen mit Flüssigkeiten ausfallen kann; enthält Propylenglycol; die Behandlungsdauer sollte 4 Wochen nicht überschreiten [13] |
| Zäpfchen (10 mg) | Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände; Prämedikation vor Eingriffen; erhöhte Muskelspannung [14] | nicht für Neugeborene und Säuglinge bis 6 Monate; Dosierungsangaben für Kinder ab 7 Jahren; bei Kindern und Jugendlichen sollten sie nur bei zwingendem Grund angewendet werden; die Anwendungsdauer sollte einschließlich Absetzphase einen Monat nicht überschreiten [14] |
| Injektionslösung (10 mg in 2 ml) | Prämedikation vor und Behandlung nach Eingriffen; akute klinische Behandlung akuter Angst-, Erregungs-, Spannungs- und Unruhezustände; Status epilepticus; erhöhte Muskelspannung; Tetanus [15] | wird langsam in eine große Vene gespritzt, im Liegen und unter Kontrolle von Blutdruck und Atmung, oder tief in einen großen Muskel; eignet sich vor allem für die akute klinische Behandlung, in der Regel als Einzelgabe oder für wenige Tage; nicht für Früh- und Neugeborene bis 1 Monat wegen des Gehalts an Benzylalkohol; bei Kindern und Jugendlichen sollte sie nur bei zwingendem Grund angewendet werden, bei Kindern unter 6 Monaten nur mit großer Vorsicht und ohne andere Möglichkeit, bei Kindern unter 3 Jahren nicht länger als eine Woche; enthält Alkohol (Ethanol) [15] |
Die Angaben dieser Seite zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Dosierung stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten mit 10 mg. Für Tropfen, Zäpfchen und Injektionslösung gelten ihre eigenen Packungsbeilagen; in ihren Fachinformationen sind die Häufigkeiten einzelner Nebenwirkungen zum Teil anders angegeben. [1, 2, 13, 14, 15]
Wie wirkt Diazepam?
Diazepam ist laut Packungsbeilage ein Mittel gegen Angst- und Spannungszustände aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es dämpft laut Fachinformation ausgeprägt Spannung, Erregung und Angst und wirkt beruhigend (sedierend) und schlaffördernd; in höheren Dosen senkt es außerdem die Muskelspannung und wirkt gegen Krampfanfälle. Dafür bindet es an Benzodiazepin-Rezeptoren im Gehirn, die eng mit den Andockstellen des Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA) zusammenhängen, und verstärkt dessen hemmende Wirkung. Weitere Mittel dieser Art zeigt die Seite Beruhigungsmittel. [1, 2]
Nach der Einnahme wird Diazepam rasch und vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen; die höchsten Konzentrationen im Blut werden nach 30 bis 90 Minuten erreicht. Abgebaut wird es über die Enzyme CYP3A und CYP2C19, und zwar vor allem zu Abbauprodukten, die selbst wirksam sind: N-Desmethyldiazepam, Temazepam und Oxazepam. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt bis zu 48 Stunden, die von N-Desmethyldiazepam bis zu 100 Stunden. Bei Neugeborenen, älteren Menschen und bei Lebererkrankungen ist sie möglicherweise verlängert, bei Nierenversagen unverändert. Die Werte unterscheiden sich laut Fachinformation stark von Mensch zu Mensch. [2]
Wie sich Diazepam von verwandten Mitteln unterscheidet, zeigen die Vergleiche Lorazepam oder Diazepam und Diazepam oder Oxazepam.
Wann wirkt Diazepam und wie lange wird behandelt?
Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Fachinformation hält es für angebracht, zu Beginn über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren und die allmähliche Verringerung der Dosis genau zu erklären. Laut Packungsbeilage ist bei Beginn ein Folgetermin zu vereinbaren, damit die Ärztin oder der Arzt über die weitere Behandlung entscheiden kann. [1, 2]
Über die Dauer entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes; dabei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Die Zeitleiste gibt die Angaben für die Tabletten wieder; für Tropfen, Zäpfchen und Injektionslösung gelten die Angaben aus der Übersicht der Darreichungsformen. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2]
- BeginnZu Beginn kontrolliert die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation, wie Sie auf das Mittel reagieren, um eine Anreicherung im Körper früh zu erkennen, besonders bei älteren oder geschwächten Menschen, Kindern und Jugendlichen, hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche sowie eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion. Fahrzeuge und Maschinen sollten Sie laut Packungsbeilage ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung meiden.[1, 2]
- Erste WirkungDiazepam wird rasch aufgenommen; die höchsten Konzentrationen im Blut werden laut Fachinformation nach 30 bis 90 Minuten erreicht. Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz).[2]
- ErhaltungBei akuten Beschwerden ist die Anwendung laut Fachinformation auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt. Bei chronischen Beschwerden klärt die Ärztin oder der Arzt nach 2 Wochen täglicher Einnahme durch schrittweise Verringerung der Dosis, ob die Behandlung weiter nötig ist; einschließlich der schrittweisen Absetzphase sollte die Behandlung 4 Wochen nicht überschreiten, eine Verlängerung nur nach erneuter Beurteilung. Vor Eingriffen und bei erhöhter Muskelspannung wird Diazepam im Allgemeinen kürzer angewendet.[1, 2]
- AbsetzenNach einer Anwendung über mehr als 1 Woche wird die Dosis laut Fachinformation schrittweise verringert. Absetzerscheinungen können nach längerem Gebrauch oft mit einer Verzögerung von einigen Tagen auftreten und verschwinden laut Packungsbeilage nach einigen Tagen bis Wochen. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Gewöhnung und Abhängigkeit
Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann Diazepam an Wirksamkeit verlieren, weil sich eine Gewöhnung (Toleranz) entwickelt. Erhöhen Sie laut Packungsbeilage auf keinen Fall die verordnete Dosis und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch dann nicht, wenn die Wirkung nachlässt; das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. [1, 2]
Diazepam kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen, auch im üblichen Dosisbereich. Laut Fachinformation hat Diazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial, und bereits bei täglicher Anwendung über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist höher, wenn früher eine Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen bestand. Eine ununterbrochene Anwendung über mehr als 4 Wochen sollte vermieden werden. Die in der Fachinformation abgedruckten Empfehlungen des Sachverständigenausschusses der Bundesregierung weisen darauf hin, dass es Abhängigkeit auch ohne Dosissteigerung gibt und außerdem die sogenannte Niedrigdosis-Abhängigkeit. [1, 2]
Wer früher abhängig von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln war, darf Diazepam nicht einnehmen. Besteht derzeit eine Abhängigkeit von Alkohol oder von dämpfenden Arzneimitteln, sollte Diazepam außer bei akuten Entzugsreaktionen nicht eingenommen werden. Zusammen mit Schmerzmitteln vom Opiat-Typ kann sich die stimmungshebende Wirkung verstärken und eine Abhängigkeit schneller entwickeln. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Die Nebenwirkungen von Diazepam sind laut Fachinformation je nach Empfindlichkeit und Dosis unterschiedlich stark und treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Durch eine sorgfältige Einstellung der Tagesdosis lassen sie sich oft vermindern oder vermeiden, oder sie werden im Lauf der Behandlung schwächer. Am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. [1, 2]
Diazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen: Sie erinnern sich dann später nicht an Handlungen, die Sie nach der Einnahme ausgeführt haben. Das Risiko steigt mit der Dosis und lässt sich durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern. Besonders bei Kindern und älteren Menschen sind Sinnestäuschungen und Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung möglich (paradoxe Reaktionen). Eine bereits bestehende Depression kann sich verstärken, und vor allem bei älteren Menschen besteht Sturzgefahr. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenNicht bekannt
- Unruhe und NervositätNicht bekannt
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- Erektionsstörungennicht genannt
- MundtrockenheitGelegentlich
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitGelegentlich
- SchwindelSehr häufig
- ZitternNicht bekannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitNicht bekannt
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Diazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Verwirrtheit[1, 2]
- Sehr häufig: Unerwünscht starke Beruhigung am Tage sowie Müdigkeit (Schläfrigkeit, Mattigkeit, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit)[1, 2]
- Sehr häufig: Schwindelgefühl und Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Gang- und Bewegungsstörungen (Ataxie)[1, 2]
- Sehr häufig: Zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Diazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, emotionale Abstumpfung, sexuelle Probleme und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Diazepam sollte nicht allein zur Behandlung einer Depression oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden. Unter Umständen kann sich die Depression verstärken, wenn sie nicht geeignet mit Antidepressiva behandelt wird; Packungsbeilage und Fachinformation weisen dabei auf eine Suizidgefahr hin. Die Fachinformationen der Tropfen, der Zäpfchen und der Injektionslösung eines anderen Herstellers nennen außerdem Suizidalität unter den paradoxen Reaktionen, bei deren Auftreten die Behandlung beendet werden sollte. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an eines der folgenden Hilfsangebote. [1, 2, 13, 14, 15]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung von Diazepam zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ändern Sie die Dosis nicht selbst; laut Packungsbeilage lassen sich Nebenwirkungen durch eine sorgfältige Einstellung der Tagesdosis oft vermindern oder vermeiden. [1]
Abends sollten Sie die Tabletten laut Packungsbeilage etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen einnehmen, sonst muss mit einem verzögerten Wirkungseintritt und stärkeren Nachwirkungen am nächsten Morgen gerechnet werden. Eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer kann das Risiko von Gedächtnislücken verringern. Bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr Vorsicht geboten, besonders beim nächtlichen Aufstehen; mehr unter Psychopharmaka im Alter. [1, 2]
Nehmen Sie zusätzlich Opioide, also starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie oder einige Hustenmittel, könnte es laut Packungsbeilage hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf Schläfrigkeit und Atembeschwerden bei Ihnen zu achten; treten solche Zeichen auf, kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wurde Diazepam ambulant für eine Untersuchung gegeben, sollten Sie laut Fachinformation erst nach einer Stunde und nur in Begleitung nach Hause gehen und keinen Alkohol trinken. [1, 2]
Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Bei längerer Anwendung empfiehlt die Fachinformation Kontrollen des Blutbilds und der Leberfunktion. Zu Beginn sollte die Reaktion auf das Mittel kontrolliert werden, um eine Anreicherung früh zu erkennen, und vor einer Behandlung über 4 Wochen hinaus sollte der Zustand erneut beurteilt werden. Wer zusätzlich Opioide erhält, sollte engmaschig auf eine Abflachung der Atmung und eine starke Beruhigung überwacht werden. [2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Reaktion auf das Mittel | Zu Beginn der Behandlung, um eine Anreicherung früh zu erkennen; besonders bei älteren oder geschwächten Menschen, Kindern und Jugendlichen, hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche sowie eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion[2] |
| Blutbild und Leberwerte | Bei längerer Anwendung[2] |
| Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig ist | Bei chronischen Beschwerden nach 2 Wochen täglicher Einnahme durch schrittweise Verringerung der Dosis; vor einer Behandlung über 4 Wochen hinaus erneute Beurteilung[2] |
| Engmaschige Überwachung auf Abflachung der Atmung und starke Beruhigung | Bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Andere dämpfende Arzneimittel und Alkohol können sich mit Diazepam gegenseitig in ihrer Wirkung und möglicherweise in ihren Nebenwirkungen verstärken. Opioide erhöhen zusammen mit Diazepam das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma, und die gleichzeitige Anwendung kann lebensbedrohlich sein. Mittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, darunter die Antidepressiva Fluvoxamin und Fluoxetin, können die Wirkung von Diazepam verlängern und verstärken. Weil Diazepam nur langsam ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit Wechselwirkungen zu rechnen. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel) | Erhöhtes Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; die gleichzeitige Anwendung kann lebensbedrohlich sein; zusammen mit Schmerzmitteln vom Opiat-Typ kann sich außerdem die stimmungshebende Wirkung verstärken und eine Abhängigkeit schneller entwickeln[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten Dosis und Dauer von der Ärztin oder dem Arzt begrenzt werden. Informieren Sie sie oder ihn über alle opioidhaltigen Arzneimittel |
| Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- und Narkosemittel, Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Mittel gegen Anfallsleiden (Antiepileptika), angstlösende Mittel und müde machende Allergiemittel (sedierende Antihistaminika) | Gegenseitige Verstärkung der Wirkung und möglicherweise der Nebenwirkungen; laut Fachinformation der beruhigenden, atemdämpfenden und den Kreislauf betreffenden Wirkungen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
| Alkohol | Die Wirkung von Diazepam wird in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt; zusammen mit Alkohol oder dämpfenden Arzneimitteln sind Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion möglich, die eine Notfallbehandlung erfordern[1, 2] | Während der Behandlung Alkohol meiden |
| Arzneimittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, z. B. Cimetidin, Omeprazol, Disulfiram, Ketoconazol, Fluvoxamin, Fluoxetin und HIV-Protease-Hemmer | Die Wirkung von Diazepam kann verlängert und verstärkt werden; laut Fachinformation vertiefte und verlängerte Beruhigung[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Phenobarbital und Phenytoin (Mittel gegen Anfallsleiden) | Die Wirkung von Diazepam kann abgeschwächt werden; in seltenen Fällen kann Diazepam die Wirkung von Phenytoin verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) | Die muskelentspannende Wirkung kann verstärkt werden, insbesondere bei älteren Menschen und bei höherer Dosierung (Sturzgefahr)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Levodopa (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit) | Diazepam kann die Wirkung von Levodopa hemmen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Theophyllin (z. B. bei Asthma) | Hebt in niedriger Dosierung die beruhigende Wirkung von Diazepam auf[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Dauerbehandlung mit zentral wirksamen Blutdrucksenkern, Betablockern, gerinnungshemmenden Mitteln oder herzwirksamen Glykosiden | Art und Umfang von Wechselwirkungen sind nicht vorhersehbar[1, 2] | Besondere Vorsicht, insbesondere zu Beginn; die Ärztin oder der Arzt sollte vorher klären, ob solche Dauerbehandlungen bestehen |
| Rauchen | Diazepam kann schneller ausgeschieden werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren, zum Rauchen unter Rauchen und Psychopharmaka.
Wer Diazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Diazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Frühere Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln[1, 2]
- Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder mit Arzneimitteln gegen seelische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
- Schwere krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
- Schwere Beeinträchtigung der Atmung (schwere Ateminsuffizienz)[1, 2]
- Kurzzeitiges Aussetzen der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
- Schwere Leberschäden[1, 2]
- Neugeborene und Säuglinge bis zum Alter von 6 Monaten[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Störungen der Bewegungskoordination und der Gleichgewichtsregulation (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
- Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion, Kreislauf- und Atemschwäche (chronisch obstruktive Ateminsuffizienz) oder hirnorganische Veränderungen: Vorsicht geboten, gegebenenfalls ist eine niedrigere Dosis nötig[1, 2]
- Ältere oder geschwächte Menschen: niedrigere Dosis empfohlen; Vorsicht wegen der Sturzgefahr, besonders beim nächtlichen Aufstehen[1, 2]
- Abhängigkeit: Diazepam kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung, besteht jedoch bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung. Eine ununterbrochene, länger als 4 Wochen dauernde Anwendung sollte vermieden werden[1, 2]
- Bestehende Abhängigkeit von Alkohol oder von Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Diazepam sollte dann außer bei akuten Entzugsreaktionen nicht eingenommen werden[1, 2]
- Nachlassende Wirkung (Toleranz): Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann Diazepam an Wirksamkeit verlieren[1, 2]
- Gedächtnislücken: Diazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen, sodass Sie sich an Handlungen nach der Einnahme später nicht erinnern. Das Risiko steigt mit der Dosis und kann durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringert werden[1, 2]
- Depressionen: Diazepam sollte nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden; unter Umständen kann sich die Depression verstärken, wenn die Grunderkrankung nicht geeignet mit Antidepressiva behandelt wird (Suizidgefahr)[1, 2]
- Geistig-seelische Störungen (Psychosen): Diazepam wird nicht zu ihrer Erstbehandlung empfohlen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren: nur, wenn die Ärztin oder der Arzt es angeordnet hat; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko[1, 2]
- Längere Anwendung: Laut Fachinformation werden Kontrollen des Blutbildes und der Leberfunktion empfohlen[2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während der Behandlung sollten Sie laut Packungsbeilage Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Diazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol oder dämpfenden Arzneimitteln sind Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion möglich, die eine Notfallbehandlung erfordern. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Bekannte Nebenwirkungen schränken laut Packungsbeilage auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ein, verstärkt zusammen mit Alkohol und laut Fachinformation nach zu kurzem Schlaf. Laut Packungsbeilage sollten Sie das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten ganz unterlassen, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung. Nach einer Injektion dürfen laut Fachinformation während der Behandlung und 24 Stunden nach der letzten Injektion keine Kraftfahrzeuge gesteuert werden. [1, 2, 15] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Diazepam in der Schwangerschaft als sehr hoch an. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss laut Embryotox auf ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft in jedem Fall verzichtet werden; eine Verringerung der Dosis muss schrittweise und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Setzen Sie Diazepam nicht selbst ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt umgehend über eine geplante oder eingetretene Schwangerschaft. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 3]
Diazepam kann abhängig machen; wie das Risiko entsteht, steht oben unter Gewöhnung und Abhängigkeit. [1, 2]
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft sollten Sie Diazepam nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt dies für erforderlich erachtet. Informieren Sie sie oder ihn umgehend über eine geplante oder bereits eingetretene Schwangerschaft. Die Einnahme in höherer Dosierung vor oder während der Geburt sowie eine längerfristige Anwendung in der Schwangerschaft können Zustand und Verhalten des Neugeborenen vorübergehend beeinträchtigen, unter anderem durch Atem- und Trinkschwäche, herabgesetzte Muskelspannung und erniedrigte Körpertemperatur.[1]
Laut Fachinformation darf Diazepam in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Das Fehlbildungsrisiko nach therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft über längere Zeit Benzodiazepine erhalten haben, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und nach der Geburt Entzugssymptome zeigen.[2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als sehr hoch an: Ein in frühen Studien diskutierter Zusammenhang mit Lippen- und Gaumenspalten und anderen Fehlbildungen wurde in nachfolgenden Studien mit mehreren Tausend Schwangerschaften nicht bestätigt. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss laut Embryotox auf ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft in jedem Fall verzichtet werden; eine Verringerung der Dosis muss schrittweise und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft sollte die Entbindung laut Embryotox wegen möglicher, häufig schwerwiegender Anpassungsstörungen beim Neugeborenen in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox für eine beruhigende Akutbehandlung Promethazin, bei psychotischen Erkrankungen Quetiapin und bei Schlafstörungen Amitriptylin; für die Behandlung von Krampfanfällen und vor oder nach Eingriffen gibt es keine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Während der Stillzeit sollten Sie Diazepam laut Packungsbeilage nicht anwenden, weil Diazepam und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen; ist eine Behandlung erforderlich, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie weiter stillen können. Laut Fachinformation sollte während der Behandlung nicht gestillt werden, weil das Neugeborene Diazepam wesentlich langsamer abbaut als Kinder oder Erwachsene; ist die Behandlung zwingend erforderlich, ist laut Fachinformation abzustillen.[1, 2]
Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu mehr als 40 Mutter-Kind-Paaren vor. Nach Einzeldosen muss laut Embryotox keine Stillpause eingehalten werden. Bei einer Langzeitbehandlung hält Embryotox das Stillen unter alleiniger Behandlung mit Diazepam in niedriger Dosierung unter Vorbehalt für akzeptabel; dabei muss auf Schläfrigkeit, Trinkschwäche und eine unzureichende Gewichtszunahme des Kindes geachtet werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Diazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol können Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion auftreten, die eine Notfallbehandlung erfordern.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Bekannte Nebenwirkungen schränken auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ein, in verstärktem Maß zusammen mit Alkohol und laut Fachinformation nach zu kurzem Schlaf. Sie sollten das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung unterlassen; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.[1, 2]
Anwendung
Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Bei ambulanter Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen bevorzugt abends einnehmen, und zwar etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen, sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und am nächsten Morgen ist mit verstärkten Nachwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen zu rechnen. Im Krankenhaus und bei erhöhter Muskelspannung über den Tag verteilt, unabhängig von den Mahlzeiten.[1]
Einnahme vergessen: zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis nehmen, keinesfalls die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern besprechen Sie es vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Anwendung über mehr als 1 Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten beim plötzlichen Abbruch Entzugserscheinungen auf: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Angst- oder Spannungszustände, innere Unruhe, Schlafstörungen, Verwirrtheit und Reizbarkeit.[1]
In schweren Fällen können außerdem Wahrnehmungsstörungen in Bezug auf die eigene Person oder die Umwelt (Depersonalisation, Derealisation), Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle auftreten. Auch nach einer kürzeren Behandlung können bei plötzlichem Absetzen Angst-, Spannungs- und Erregungszustände vorübergehend verstärkt wiederkehren; als Begleiterscheinungen sind Stimmungswechsel, Schlafstörungen und Unruhe möglich.[1, 2]
Absetzerscheinungen können nach längerem Gebrauch oft mit einer Verzögerung von einigen Tagen auftreten und verschwinden laut Packungsbeilage nach einigen Tagen bis Wochen. Weil Diazepam nur langsam ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit Wechselwirkungen zu rechnen.[1]
Überdosierung
Anzeichen einer leichten Überdosierung können zum Beispiel Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gang- und Bewegungsstörungen, undeutliches Sprechen, Blutdruckabfall und Muskelschwäche sein; bei schwerer Vergiftung kann es zu einer Verminderung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktionen kommen, etwa mit blau-roter Färbung von Haut und Schleimhaut und Bewusstlosigkeit. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen und können in gleiche Dosen geteilt werden. Die weiteren Einnahmehinweise der Packungsbeilage, auch zu einer vergessenen Dosis, stehen in der Übersicht zum Alltag. [1]
Möchten Sie die Behandlung beenden, besprechen Sie das laut Packungsbeilage vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; beenden Sie sie nicht eigenmächtig. Benzodiazepine dürfen laut Packungsbeilage nie abrupt abgesetzt werden, nur im Rahmen einer schrittweisen Verringerung der Dosis (Ausschleichen). Nach einer Anwendung über mehr als 1 Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden, und dabei ist mit möglichen Absetzerscheinungen zu rechnen. Weil das Risiko von Entzugs- und Absetzerscheinungen nach plötzlichem Beenden höher ist, empfiehlt die Fachinformation, die Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. [1, 2]
Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten beim plötzlichen Abbruch der Behandlung Entzugserscheinungen auf, etwa Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Angst- oder Spannungszustände, innere Unruhe, Schlafstörungen, Verwirrtheit und Reizbarkeit; die Fachinformation nennt außerdem vermehrtes Träumen, Schwitzen, Zittern und Stimmungswechsel. In schweren Fällen können Störungen der Wahrnehmung der eigenen Person oder der Umwelt (Depersonalisation, Derealisation), Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle hinzukommen. [1, 2]
Auch nach einer kürzeren Behandlung können bei plötzlichem Absetzen Angst-, Spannungs- und Erregungszustände vorübergehend verstärkt wiederkehren (Rebound), begleitet von Stimmungswechseln, Schlafstörungen und Unruhe. Nach längerem Gebrauch treten Absetzerscheinungen oft mit einer Verzögerung von einigen Tagen auf; laut Packungsbeilage verschwinden sie nach einigen Tagen bis Wochen. Die Fachinformation hält es für wichtig, dass Sie um die Möglichkeit solcher Rebound-Erscheinungen wissen, weil das die Angst davor verringern kann. Entzugserscheinungen können sich laut Fachinformation auch einstellen, wenn auf ein Benzodiazepin mit deutlich kürzerer Halbwertszeit gewechselt wird; wechseln Sie nicht selbst. [1, 2]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Benzodiazepine absetzen und Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Angaben stammen aus der Packungsbeilage der Tabletten mit 10 mg. Sie nennt Dosen für Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände außerhalb des Krankenhauses, für erhöhte Muskelspannung und für die Zeit vor und nach Operationen, dazu Angaben für ältere oder geschwächte Menschen und für Kinder über 3 Jahre und Jugendliche bis 14 Jahre. Für Tropfen, Zäpfchen und Injektionslösung gelten die Angaben ihrer eigenen Packungsbeilage. [1, 13, 14, 15]
Präparate mit Diazepam
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Diazepam AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 5 oder 10 mg, Tropfen |
| Diazepam-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 2, 5 oder 10 mg, Tropfen zum Einnehmen mit 10 mg je ml, Zäpfchen mit 10 mg, Injektionslösung mit 10 mg in 2 ml |
| Diazepam STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 10 mg; Grundlage dieser Seite |
| Faustan | verschreibungspflichtig | |
| Valium | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox: Diazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Diazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg/ml Tropfen zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg Zäpfchen. ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg/2 ml Injektionslösung. ratiopharm GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg/ml Tropfen zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg Zäpfchen. ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg/2 ml Injektionslösung. ratiopharm GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Diazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wofür wird Diazepam verschrieben?
Die Tabletten sind zur symptomatischen Behandlung akuter und chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände zugelassen, zur Beruhigung vor und nach chirurgischen und diagnostischen Eingriffen und bei Zuständen mit erhöhter Muskelspannung. Bei Schlafstörungen, die durch Angst, Spannung und Erregung bedingt sind, ist die Anwendung nur gerechtfertigt, wenn gleichzeitig tagsüber die Wirkungen von Diazepam erwünscht sind. Die Injektionslösung ist zusätzlich unter anderem beim Status epilepticus und bei Tetanus zugelassen; einen Überblick gibt der Abschnitt Wofür wird Diazepam eingesetzt?
Wie schnell wirkt Diazepam?
Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten nicht. Laut Fachinformation wird Diazepam nach der Einnahme rasch und vollständig aufgenommen; die höchsten Konzentrationen im Blut werden nach 30 bis 90 Minuten erreicht. Wird Diazepam abends auf vollen Magen eingenommen, setzt die Wirkung verzögert ein.
Wie lange wirkt Diazepam?
Diazepam wird nur langsam ausgeschieden. Laut Fachinformation beträgt die Halbwertszeit bis zu 48 Stunden, die seines wirksamen Abbauprodukts N-Desmethyldiazepam bis zu 100 Stunden; bei Neugeborenen, älteren Menschen und bei Lebererkrankungen ist sie möglicherweise verlängert. Am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, und auch nach dem Ende der Behandlung ist noch mit Wechselwirkungen zu rechnen.
Ab wann macht Diazepam abhängig?
Laut Packungsbeilage kann Diazepam zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung, besteht aber bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung. Laut Fachinformation besteht die Gefahr schon bei täglicher Anwendung über wenige Wochen. Eine ununterbrochene, länger als 4 Wochen dauernde Anwendung sollte vermieden werden, da sie zur Abhängigkeit führen kann. Mehr dazu unter Gewöhnung und Abhängigkeit.
Darf ich Diazepam mit Alkohol nehmen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Diazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol können Bewusstlosigkeit und eine Abflachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion auftreten, die eine Notfallbehandlung erfordern. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.
Gibt es Diazepam auch als Tropfen?
Ja, es gibt Diazepam als Tropfen zum Einnehmen, außerdem als Zäpfchen und als Injektionslösung. Die Tropfen sind laut ihrer Fachinformation für dieselben Anwendungsgebiete zugelassen wie die Tabletten; sie sollten unverdünnt eingenommen werden, weil der Wirkstoff zusammen mit Flüssigkeiten ausfallen kann. Für die Dosierung gilt die Packungsbeilage der Tropfen; einen Überblick über die Formen gibt der Abschnitt Wofür wird Diazepam eingesetzt?
Wie setzt man Diazepam ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Packungsbeilage sollten Sie das Beenden vorher besprechen und nicht eigenmächtig handeln. Nach einer Anwendung über mehr als 1 Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden, und Benzodiazepine dürfen laut Packungsbeilage nie abrupt abgesetzt werden. Absetzerscheinungen wie Unruhe, Angstzustände und Schlaflosigkeit können nach längerem Gebrauch oft mit einigen Tagen Verzögerung auftreten und verschwinden nach einigen Tagen bis Wochen. Mehr unter Benzodiazepine absetzen.
Darf ich Diazepam in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Diazepam in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für erforderlich hält; informieren Sie sie oder ihn umgehend über eine geplante oder eingetretene Schwangerschaft. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als sehr hoch an; ein in frühen Studien diskutierter Zusammenhang mit Lippen- und Gaumenspalten wurde in späteren Studien nicht bestätigt. Auf ein abruptes Absetzen muss laut Embryotox wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen in jedem Fall verzichtet werden. Setzen Sie Diazepam nicht selbst ab und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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