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Bewegungsstörungen durch Antipsychotika

Antipsychotika können Bewegungsstörungen auslösen, die Fachleute extrapyramidal-motorische Störungen (EPS) nennen: Muskelverkrampfungen (Frühdyskinesien), Parkinson-ähnliche Beschwerden, eine Sitzunruhe (Akathisie) und Spätdyskinesien. Die akuten Formen treten laut S3-Leitlinie Schizophrenie in der Regel in den ersten Tagen und Wochen auf und bilden sich zurück, wenn die Dosis verringert oder das Mittel abgesetzt wird. Sprechen Sie Bewegungsstörungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an, statt die Einnahme selbst zu ändern.

Mann in den Fünfzigern macht in einem sonnigen Wohnzimmer langsame Gleichgewichtsübungen und stützt eine Hand auf die Lehne eines Sofas
Bild: KI-generiert

Antipsychotika, traditionell Neuroleptika genannt, können verschiedene Bewegungsstörungen auslösen. Die S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, Stand 13.06.2026, gültig bis 12.07.2027) fasst sie als extrapyramidal-motorische Störungen (EPS) zusammen und zählt dazu Frühdyskinesien, das Parkinsonoid, die Akathisie und Spätdyskinesien. Sie teilt sie nach dem Zeitpunkt ein: Akute Bewegungsstörungen treten in der Regel in den ersten Tagen und Wochen nach Beginn eines Antipsychotikums auf, hängen von der Dosis ab und bilden sich zurück, wenn die Dosis verringert oder das Mittel abgesetzt wird. Chronische Bewegungsstörungen, meist Spätdyskinesien genannt, zeigen sich in der Regel erst Monate bis Jahre nach Beginn, hängen nicht unbedingt von der Dosis ab und bleiben nach dem Absetzen oft bestehen [1, 2].

Die Packungsbeilage von Haloperidol nennt als Beispiele für solche unkontrollierten Bewegungen unter anderem Bewegungen des Mundes, der Zunge und des Kiefers, Rastlosigkeit oder das Unvermögen, ruhig zu sitzen, verlangsamte oder ruckartige Bewegungen, Muskelzittern oder Muskelsteife, einen schlurfenden Gang und den Verlust der normalen Mimik ("Maskengesicht"). Diese Nebenwirkungen sind bei Haloperidol sehr häufig, können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen [4]. Was solche Häufigkeitsangaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?.

Welche Bewegungsstörungen es gibt

Frühdyskinesien und Dystonien

Frühdyskinesien sind laut S3-Leitlinie unwillkürliche Verkrampfungen verschiedener Muskelgruppen, üblicherweise an Hals, Nacken, Augen und Rumpf, auch an Armen oder Händen. Das Risiko hängt laut Leitlinie unter anderem von der Dosis ab und ist bei jüngeren Menschen und bei Männern höher [1]. Die Fachinformation von Flupentixol (Depotspritze) nennt als Beispiele Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe und eine Versteifung der Rückenmuskulatur [10]. Bei Amisulprid stehen akute Dystonien wie Schiefhals, Augenmuskelkrämpfe und Kieferkrämpfe in der Packungsbeilage unter den häufigen Nebenwirkungen [8]. Die Packungsbeilage von Risperidon erklärt die Dystonie als langsame oder anhaltende, unwillkürliche Muskelkontraktionen, die oft Teile des Gesichts betreffen, etwa mit ungewöhnlichen Bewegungen der Augen, des Mundes, der Zunge oder des Kiefers [6].

Parkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonoid)

Ein Parkinsonoid zeigt sich laut S3-Leitlinie unter anderem durch verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifigkeit, Zittern, einen kleinschrittigen, unsicheren Gang und vermehrten Speichelfluss [1]. Die Packungsbeilage von Risperidon beschreibt den Parkinsonismus als langsame oder gestörte Bewegungen, ein Gefühl steifer Muskeln und manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; dazu kommen ein langsamer, schlurfender Gang, ein Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss und ein Verlust der Ausdrucksfähigkeit des Gesichts. Bei Risperidon ist der Parkinsonismus sehr häufig [6]. Wer ein Parkinsonoid entwickelt, hat laut Leitlinie ein erhöhtes Risiko für Spätdyskinesien; ob beides gemeinsame Ursachen hat, ist noch nicht geklärt [1].

Akathisie und Spätdyskinesien

Die Akathisie ist eine Sitzunruhe: eine Bewegungsunruhe vor allem in den Beinen mit innerer Anspannung, die erhebliche Ausmaße annehmen kann [1]. Ausführlich dazu: Unruhe und Akathisie. Spätdyskinesien sind unwillkürliche Bewegungsmuster, etwa Kau- und Schmatzbewegungen, Grimassieren oder rollende Zungenbewegungen, die nach längerer Behandlung auftreten und unumkehrbar sein können [1]. Ausführlich dazu: Spätdyskinesien.

Welche Psychopharmaka Bewegungsstörungen auslösen können

Laut S3-Leitlinie Schizophrenie sind solche Bewegungsstörungen prinzipiell bei jedem Antipsychotikum möglich [1]. Bei Amisulprid nennt die Packungsbeilage extrapyramidale Störungen wie Zittern, Muskelversteifung, verminderte Bewegungsfähigkeit, vermehrten Speichelfluss, Akathisie und unwillkürliche Bewegungsstörungen sehr häufig; bei optimaler Dosiseinstellung sind sie meist nur schwach ausgeprägt, und ihre Häufigkeit hängt von der Dosis ab [8]. Bei Flupentixol als Depotspritze sind Frühdyskinesien, Parkinsonsyndrom und Akathisie laut Fachinformation sehr häufig [10]. Bei Benperidol nennt die Fachinformation Frühdyskinesien vor allem in den ersten Tagen und Wochen sowie Parkinson-Syndrom und Akathisie, die im Allgemeinen weniger früh auftreten, ebenfalls als sehr häufig [11]. Bei Perazin kommt es laut Fachinformation häufig zu Frühdyskinesien oder zu einem Parkinson-Syndrom [12]. Laut Fachinformation von Cariprazin gehörte der Parkinsonismus in den Studien zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen [16].

Selbst Tiaprid, das gegen Spätdyskinesien zugelassen ist, kann laut Packungsbeilage häufig Bewegungsstörungen wie beim Parkinson-Syndrom auslösen, mit Zittern, Muskelsteifigkeit, erhöhter Muskelspannung, Bewegungsminderung und vermehrtem Speichelfluss [13]. Außerhalb der Antipsychotika nennen einzelne Packungsbeilagen ebenfalls Bewegungsstörungen. Bei Sertralin etwa stehen Zittern und Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen unter den häufigen Nebenwirkungen [14].

Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation Bewegungsstörungen wie Parkinson-Symptome, Frühdyskinesien, Dystonien oder unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) mit einer Häufigkeit nennt, jeweils mit der höchsten angegebenen Häufigkeit. Die genaue Angabe steht in der rechten Spalte. Die Sitzunruhe und die Spätdyskinesien haben eigene Tabellen auf den Seiten Unruhe und Akathisie und Spätdyskinesien. Die Tabelle ist keine Rangliste: Jede Klasse stammt aus der Produktinformation eines einzelnen Präparats, und welches Mittel für Sie in Frage kommt, wägt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen ab.

Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie) als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmisulpridSehr häufigExtrapyramidale Störungen wie Zittern (Tremor), Muskelversteifung (Rigidität), verminderte Bewegungsfähigkeit (Hypokinese), vermehrter Speichelfluss, Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), unwillkürliche…
BenperidolSehr häufigFrühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien), vor allem in den ersten Tagen und Wochen der Behandlung · Parkinson-Beschwerden (Parkinson-Syndrom), im Allgemeinen später als die Frühdyskinesien
CariprazinSehr häufigParkinsonismus mit weniger oder verlangsamten Bewegungen, verlangsamtem Denken, ruckartiger Bewegung beim Beugen von Gliedmaßen (Negro-Zeichen), schlurfenden Schritten, Zittern, wenig oder keiner Mimik im Gesicht,…
FlupentixolSehr häufigFrühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien) wie Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe und Versteifung der Rückenmuskulatur (Depotspritze) · Parkinson-Beschwerden (Parkinsonsyndrom) mit…
HaloperidolSehr häufigUnkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen (extrapyramidale Erkrankung), zum Beispiel Bewegungen von Mund, Zunge und Kiefer (Spätdyskinesie), Rastlosigkeit oder Unvermögen, ruhig zu sitzen, verstärkte…
PipamperonSehr häufigZahnradphänomen · Erhöhte Muskelspannung, Sitzunruhe, Blickkrampf, krampfhafte Überstreckung des Körpers, Bewegungsstörung · Parkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus)
QuetiapinSehr häufigUngewöhnliche Muskelbewegungen: erschwerter Bewegungsbeginn, Zittern, Ruhelosigkeit, steife Muskeln
RisperidonSehr häufigParkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln mit ruckartigen Bewegungen, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; außerdem langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter…
ZuclopenthixolSehr häufigMuskelverspannungen und Störungen des Bewegungsablaufs (Frühdyskinesien), z. B. Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur; weitere Bewegungsstörungen…
AripiprazolHäufigUnkontrollierbare Zuckungen, zuckende oder windende Bewegungen (laut Fachinformation extrapyramidale Erkrankung), Zittern · Bei Jugendlichen ab 13 Jahren: Schläfrigkeit, unkontrollierbare Zuckbewegungen, Unruhe und…
ChlorprothixenHäufigFrühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien) bei der Behandlung psychotischer Unruhe in höheren Dosen, vor allem in den ersten Tagen und Wochen: Muskelverspannungen und Störungen des Bewegungsablaufs, zum Beispiel…
ClozapinHäufigBewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome): Zittern, Steifigkeit (Rigor), ungewöhnliche Bewegungen, Unfähigkeit, sich zu bewegen, und Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie) · Nicht kontrollierbare…
DexamfetaminHäufigBewegungsstörungen (laut Fachinformation Dyskinesie)
LevomepromazinHäufigMuskelverspannungen und Störungen des Bewegungsablaufs: Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur · Störungen wie bei der Parkinson-Krankheit:…
LisdexamfetaminHäufigUnkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen, Zittern oder ungewöhnlich starke Aktivität · Unkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen des Körpers (Dyskinesie)
MethylphenidatHäufigUnkontrollierbare Bewegungen (Dyskinesie), Überaktivität
OlanzapinHäufigParkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus) · Ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien), vor allem von Gesicht oder Zunge · Muskelsteifheit oder Muskelkrämpfe, einschließlich Blickkrämpfen (Dystonie) · Spät…
PaliperidonHäufigParkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, Gefühl steifer Muskeln, Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, langsamer schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss, Verlust der Mimik · Dystonie:…
PerazinHäufigFrühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien): krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Blickkrämpfe (okulogyre Krisen), Schiefhals, Versteifung der Rückenmuskulatur, Kiefermuskelkrämpfe…
SertralinHäufigZittern; Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen (extrapyramidale Beschwerden) · Unwillkürliche…
SulpiridHäufigSchwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, herabgesetzte körperliche Aktivität (Hypokinesie) · Unwillkürliche Muskelverkrampfungen (Dystonien) sowie frühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien), z. B. Zungen-, Schlund- und…
TiapridHäufigBewegungsstörungen wie beim Parkinson-Syndrom (extrapyramidale Symptome) mit Zittern, Muskelsteifigkeit, erhöhter Muskelspannung, Bewegungsminderung und vermehrtem Speichelfluss; sie bilden sich in der Regel nach Gabe…
ValproinsäureHäufigUnkontrollierte Muskelzuckungen, unnormale Bewegungen, steife Muskeln und unsicherer Gang (Parkinsonismus, extrapyramidale Störungen, Ataxie); extrapyramidale Störungen sind laut Fachinformation zum Teil nicht…
ZiprasidonHäufigUnwillkürliche Muskelverkrampfungen (Dystonie), Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen), Parkinsonismus, erhöhte Muskelspannung (Hypertonie) · Spätdyskinesien und andere unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) ·…
AlprazolamGelegentlichUngewollte Bewegungen (Dystonie)
CarbamazepinGelegentlichUnwillkürliche Bewegungen wie Zittern, Flattertremor, Ticks oder Dystonie; Augenbewegungsstörungen mit Augenzittern (Nystagmus) · Unwillkürliche Bewegungen im Mund-Gesichtsbereich wie Grimassieren (orofaziale…
DuloxetinGelegentlichSchwierigkeiten, Körperbewegungen zu kontrollieren, etwa Koordinationsstörungen oder ungewollte Muskelbewegungen (Dyskinesie) · Extrapyramidale Symptome (Bewegungsstörungen)
FluoxetinGelegentlichMuskelzuckungen, unwillkürliche Bewegungen oder Gleichgewichts- oder Koordinationsprobleme; laut Fachinformation auch gesteigerte Bewegungsaktivität (psychomotorische Hyperaktivität) · Gefühl der Ruhelosigkeit, bei dem…
ModafinilGelegentlichUnwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien), erhöhte Muskelspannung (Hypertonus), übermäßige Bewegungsaktivität (Hyperkinesie), Koordinationsstörungen, Bewegungsstörungen
ParoxetinGelegentlichEingeschränkte Beweglichkeit, Steifigkeit oder unwillkürliche Bewegungen von Mund und Zunge (extrapyramidale Störungen)
PitolisantGelegentlichUnwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), anhaltende Muskelverkrampfungen (Dystonie), verlangsamte Bewegungen (Bradykinesie), plötzliche und unvorhersehbare Wechsel zwischen Beweglichkeit und Unbeweglichkeit…
PregabalinGelegentlichRuckartige Bewegungen (Myoklonus), ungewöhnliche Augenbewegungen (Nystagmus), Bewegungsstörungen (Dyskinesie), Hyperaktivität, bewegungsabhängiges Zittern, verringerte Reflexe · Der Parkinson-Krankheit ähnelnde…
VenlafaxinGelegentlichSteifigkeit, Verkrampfungen und unwillkürliche Bewegungen der Muskeln (Dyskinesien) · Anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonien)
BuspironSeltenBewegungsstörungen mit unwillkürlichen Bewegungen, Starre und Verlangsamung (extrapyramidale Beschwerden), einschließlich Früh- und Spätdyskinesien, Dystonien und Steifigkeit (Rigor), Parkinson-Syndrome, Sitzunruhe…
CitalopramSeltenKrampfanfälle (Grand-mal-Anfall), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) · Gefühl der Ruhelosigkeit oder Unvermögen, stillzusitzen oder stillzustehen (Akathisie), unwillkürliche Muskelbewegungen · Ungewöhnliche…
ClomipraminSeltenBewegungsstörungen (Akathisie, Dyskinesien)
DonepezilSeltenSteifheit, Zittern oder unkontrollierbare Bewegungen, insbesondere im Gesicht und an der Zunge, aber auch an Armen und Beinen (extrapyramidale Symptome)
MilnacipranSeltenBewegungsstörungen (Dyskinesie), Parkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus)
BiperidenSehr seltenKopfschmerzen, unwillkürliche Bewegungsstörungen, Störungen der Bewegungskoordination, Sprachstörungen
BupropionSehr seltenMuskelsteifheit, unwillkürliche Bewegungen, Probleme beim Gehen oder bei der Koordination der Bewegungen (Dystonie, Parkinsonismus, Ataxie)
ImipraminSehr seltenBewegungsstörungen: quälende Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) und unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien)
LamotriginSehr seltenUnkontrollierbare wiederholte Bewegungen, Geräusche oder Worte (Tics), unkontrollierbare Muskelkrämpfe an Augen, Kopf und Rumpf (Choreoathetose) oder andere ungewöhnliche Bewegungen wie Ruckeln, Schütteln oder…
OpipramolSehr seltenStörungen des Bewegungsablaufs (Dyskinesien, Ataxie), Unfähigkeit zu ruhigem Sitzen (Akathisie)
RivastigminSehr seltenSteife Arme oder Beine und zitternde Hände (laut Fachinformation extrapyramidale Symptome) · Verschlechterung der Beschwerden einer Parkinson-Krankheit, zum Beispiel Zittern, Steifheit, schlurfender Gang ·…
AmitriptylinNicht bekanntBewegungsstörungen mit unwillkürlichen Bewegungen oder verminderter Beweglichkeit (extrapyramidale Störungen)
EscitalopramNicht bekanntBewegungsstörungen mit unwillkürlichen Muskelbewegungen (Dyskinesien)
FlurazepamNicht bekanntStörungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Erkrankungen)
HydroxyzinNicht bekanntBewegungsstörungen (Dyskinesie)
LithiumNicht bekanntZittern (Tremor), Muskelzuckungen, unwillkürliche Bewegungen der Arme und Beine · Bewegungsstörungen und verlangsamte Bewegungen; laut Fachinformation auch Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie),…
LorazepamNicht bekanntStörungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Symptome)
MelperonNicht bekanntStörungen der unwillkürlichen Bewegungsabläufe (extrapyramidale Begleitsymptome), insbesondere bei hoher Dosierung oder besonderer Reaktionsbereitschaft: Frühdyskinesien (krampfartiges Herausstrecken der Zunge,…
NatriumoxybatNicht bekanntUnkontrollierte Bewegungen der Gliedmaßen (Dyskinesie)
PromethazinNicht bekanntInsbesondere nach hoch dosierter und längerer Behandlung frühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien) wie krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Blickkrämpfe, Schiefhals, Versteifung…
TianeptinNicht bekanntExtrapyramidale Störungen (bestimmte Bewegungsstörungen) und unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie)
TrazodonNicht bekanntUnwillkürliche Muskelzuckungen (Myoklonus), Muskelverkrampfungen mit Fehlhaltungen (Dystonie)
TrimipraminNicht bekanntStörungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Störungen) wie Akathisie, Gangstörungen und Dyskinesien

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (56 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum es zu Bewegungsstörungen kommt

Die S3-Leitlinie Schizophrenie zählt die Bewegungsstörungen unter Antipsychotika zu den antidopaminergen Nebenwirkungen, also zu Nebenwirkungen, die mit der Wirkung gegen den Botenstoff Dopamin zusammenhängen [1]. Laut Fachinformation von Haloperidol ist die Wirkung des Mittels auf die Basalganglien, bestimmte Bereiche im Gehirn, wahrscheinlich die Ursache für Bewegungsstörungen wie Dystonie, Akathisie und Parkinsonismus [5].

Die Fachinformation von Biperiden beschreibt, wo Mittel aus der Gruppe der Anticholinergika ansetzen: Durch Neuroleptika ausgelöste Parkinson-ähnliche Beschwerden werden auf eine Störung der Übertragung durch Dopamin in den Basalganglien zurückgeführt. Dadurch ist dort das Gleichgewicht zwischen Dopamin und dem Botenstoff Acetylcholin beeinträchtigt, und die relative Überfunktion des Acetylcholin-Systems kann Biperiden dämpfen [3].

Für Spätdyskinesien schreibt die Fachinformation von Risperidon, dass Arzneimittel, die Andockstellen für Dopamin blockieren, mit ihrer Entstehung in Verbindung gebracht werden; das Auftreten anderer Bewegungsstörungen ist ein Risikofaktor dafür [7].

Kommt die Bewegungsstörung vom Medikament?

Einen Anhaltspunkt gibt der zeitliche Verlauf. Akute Bewegungsstörungen treten laut S3-Leitlinie in der Regel in den ersten Tagen und Wochen nach Beginn eines Antipsychotikums auf [1]. Laut Fachinformation von Benperidol zeigen sich Frühdyskinesien vor allem in den ersten Tagen und Wochen, Parkinson-Syndrom und Akathisie im Allgemeinen weniger früh [11]. Auch das Absetzen kann Bewegungsstörungen auslösen: Nach abruptem Absetzen von Amisulprid wurden laut Fachinformation unwillkürliche Bewegungsstörungen wie Akathisie, Dystonie und Dyskinesie berichtet; empfohlen wird deshalb ein schrittweises Absetzen [9].

Bewegungsstörungen fallen nicht immer auf. Laut S3-Leitlinie müssen sie in der Praxis erkannt und aktiv erfragt werden, weil Betroffene sie nicht immer von sich aus berichten und sie im Gespräch nicht immer sichtbar werden [1]. Besteht bereits eine Parkinson-Krankheit, können Antipsychotika laut Fachinformation von Cariprazin die Erkrankung und ihre Beschwerden verschlechtern [16]. Ob eine Bewegungsstörung vom Medikament kommt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüfen. Halten Sie fest, wann die Beschwerden begonnen haben und ob sich vorher die Dosis geändert hat, etwa im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch.

Kontrollen bei einer Schizophrenie

Bei einer Behandlung mit Antipsychotika sieht die S3-Leitlinie Schizophrenie Untersuchungen auf motorische Nebenwirkungen vor Beginn, nach 1, 3 und 6 Monaten und danach halbjährlich vor; bei unauffälligem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Die Leitlinie versteht diese Zeitpunkte als Orientierungshilfe. Betroffene, Angehörige und andere Vertrauenspersonen sollen über die nötigen Kontrollen informiert werden (Empfehlung 55) [1]. Was bei Kontrollen üblich ist, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Was Sie tun können

Frau in den Sechzigern geht am Nachmittag Arm in Arm mit ihrem erwachsenen Sohn einen Kiesweg zwischen Blumenbeeten entlang
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Einnahme nicht eigenmächtig. Halten Sie sich an die Hinweise in der Packungsbeilage Ihres Präparats und sprechen Sie Bewegungsstörungen früh an. Die Packungsbeilage von Haloperidol sagt bei solchen Bewegungen, Sie sollen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; Sie erhalten dann möglicherweise weitere Arzneimittel [4].

Bei einer Schizophrenie sollen Nebenwirkungen von Antipsychotika laut S3-Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert und bei Verdacht eine Abklärung und Behandlung angeboten werden (Empfehlung 51). Je nach Schwere soll nach Abwägung von Nutzen und Risiko eine Anpassung oder Verringerung der Dosis, eine Umstellung auf ein anderes Präparat oder das Absetzen angeboten werden (Empfehlung 52). Bei Bewegungsstörungen sind eine geringere Dosis, eine Umstellung oder in bestimmten Fällen das Absetzen des auslösenden Antipsychotikums laut Leitlinie die erste Behandlungsmöglichkeit; andere Behandlungen kommen erst zum Einsatz, wenn das nicht erfolgreich oder nicht möglich ist [1].

Bei einer Schizophrenie werden Frühdyskinesien laut S3-Leitlinie mit einer geringeren Dosis oder durch Absetzen behandelt und bessern sich in der Regel gut auf ein Anticholinergikum; gespritzt wirkt es oft rascher als zum Einnehmen. In Deutschland kommt dabei vor allem Biperiden zum Einsatz. Die Gabe sollte so rasch wie möglich beendet werden, und vorbeugend empfiehlt die Leitlinie sie wegen der kognitiven Nebenwirkungen von Anticholinergika nicht [1]. Zu den seltenen Nebenwirkungen von Biperiden gehören laut Fachinformation Gedächtnisstörungen [3]. Auch laut Fachinformation von Benperidol sollte ein Mittel gegen Parkinson-Beschwerden nur im Bedarfsfall und nicht routinemäßig gegeben werden [11]. Bei Amisulprid verschwinden akute Dystonien laut Packungsbeilage nach Gabe eines Antiparkinson-Mittels, ohne dass die Behandlung unterbrochen werden muss [8].

Ein Parkinsonoid bildet sich laut S3-Leitlinie nach dem Absetzen des Mittels üblicherweise zurück, kann in einigen Fällen aber auch bestehen bleiben. Ist bei einer Schizophrenie eine geringere Dosis nicht möglich, sollte laut Leitlinie entweder auf ein Antipsychotikum mit weniger Bewegungsstörungen umgestellt oder begleitend ein Anticholinergikum gegeben werden. Unter Anticholinergika können sich psychotische Beschwerden laut Leitlinie akut verschlechtern [1]. Die Parkinson-ähnlichen Beschwerden unter Tiaprid bilden sich laut Packungsbeilage in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums wie Biperiden zurück [13].

Biperiden ist laut Fachinformation bei allen Formen des Parkinsonismus zugelassen und bei Bewegungsstörungen, die durch Arzneimittel ausgelöst werden, darunter Parkinsonoid, Akathisie und akute Dystonien [3]. Spätdyskinesien kann es laut Fachinformation dagegen verstärken [3]. Für Menschen mit Schizophrenie, die auf andere Neuroleptika, darunter ein atypisches, mit schweren, nicht zu behandelnden neurologischen Nebenwirkungen reagieren, ist laut Fachinformation Clozapin zugelassen [15]. Welche Möglichkeit für Sie in Frage kommt, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; mehr zum Wechsel unter Medikament wechseln.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage von Haloperidol zählt unkontrollierte Bewegungen zu den Nebenwirkungen, bei denen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen, weil Sie möglicherweise dringend eine medizinische Behandlung benötigen. Dazu gehört auch das maligne neuroleptische Syndrom mit hohem Fieber, ausgeprägter Muskelsteife, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit, das bei Haloperidol selten auftritt [4]. Mehr dazu unter Malignes neuroleptisches Syndrom.

Bei einer Schizophrenie ist eine Akathisie unter Antipsychotika laut S3-Leitlinie Schizophrenie von besonderer klinischer Bedeutung, weil sie mit einem erhöhten Risiko einer Suizidalität verbunden ist [1]. Spüren Sie eine starke innere Unruhe, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eines der folgenden Hilfsangebote.

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Schizophrenie. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
  3. Fachinformation Biperiden-neuraxpharm 2 mg/4 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 23.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Solian 200 mg Tabletten (gleichlautend für 100 mg Tabletten und 400 mg Filmtabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Solian 100 mg/200 mg Tabletten, Solian 400 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Flupentixol-neuraxpharm 20 mg/ml, 40 mg/ml, 100 mg/ml, 200 mg/10 ml (Injektionslösung, Flupentixoldecanoat). neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Benperidol-neuraxpharm 2 mg/4 mg/10 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 23.10.2026
  12. Fachinformation Perazin-neuraxpharm 25 mg, 100 mg, 200 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 23.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Tiaprid STADA 100 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 23.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
  15. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  16. EMA-Produktinformation Reagila (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, und Anhang III B: Packungsbeilage Reagila Hartkapseln. Gedeon Richter Plc. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Was sind extrapyramidale Störungen?

So nennt die S3-Leitlinie Schizophrenie Bewegungsstörungen, die durch Antipsychotika entstehen können, abgekürzt EPS. Dazu zählen Frühdyskinesien (unwillkürliche Muskelverkrampfungen), das Parkinsonoid (Parkinson-ähnliche Beschwerden), die Akathisie (Sitzunruhe) und Spätdyskinesien. Laut Leitlinie sind sie prinzipiell bei jedem Antipsychotikum möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Frühdyskinesien und Spätdyskinesien?

Frühdyskinesien gehören zu den akuten Bewegungsstörungen: Sie treten laut S3-Leitlinie Schizophrenie in der Regel in den ersten Tagen und Wochen auf, hängen von der Dosis ab und bilden sich bei geringerer Dosis oder nach dem Absetzen zurück. Spätdyskinesien zeigen sich in der Regel erst Monate bis Jahre nach Beginn, hängen nicht unbedingt von der Dosis ab und bleiben nach dem Absetzen oft bestehen. Mehr dazu auf der Seite Spätdyskinesien.

Was hilft gegen Bewegungsstörungen durch Neuroleptika?

Bei einer Schizophrenie sind laut S3-Leitlinie eine geringere Dosis, eine Umstellung oder in bestimmten Fällen das Absetzen des auslösenden Mittels die erste Behandlungsmöglichkeit. Frühdyskinesien bessern sich in der Regel gut auf ein Anticholinergikum wie Biperiden, das laut Fachinformation bei durch Arzneimittel ausgelösten Bewegungsstörungen zugelassen ist. Gegen Spätdyskinesien sind solche Mittel laut mehreren Fachinformationen unwirksam oder können sie verstärken. Was für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen.

Gehen die Bewegungsstörungen wieder weg?

Die akuten Bewegungsstörungen bilden sich laut S3-Leitlinie Schizophrenie zurück, wenn die Dosis verringert oder das Antipsychotikum abgesetzt wird. Ein Parkinsonoid kann laut Leitlinie in einigen Fällen auch bestehen bleiben. Spätdyskinesien bleiben nach dem Absetzen oft bestehen und können unumkehrbar sein. Setzen Sie das Mittel nicht selbst ab, sondern besprechen Sie die Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Bekomme ich Biperiden vorbeugend zum Neuroleptikum?

Bei einer Schizophrenie empfiehlt die S3-Leitlinie das nicht: Eine vorbeugende Gabe von Anticholinergika wie Biperiden empfiehlt sich wegen ihrer kognitiven Nebenwirkungen nicht, und gegen Frühdyskinesien sollte die Gabe so rasch wie möglich beendet werden. Auch laut Fachinformation von Benperidol sollte ein solches Mittel nur im Bedarfsfall und nicht routinemäßig gegeben werden.

Können auch Antidepressiva Bewegungsstörungen auslösen?

Ja, einzelne Packungsbeilagen nennen sie. Bei Sertralin stehen Zittern und Muskelbewegungsprobleme, etwa angespannte Muskeln, Steifheit oder unwillkürliche Muskelbewegungen, unter den häufigen Nebenwirkungen. Außerdem nennt die Packungsbeilage von Sertralin ein Gefühl der Ruhelosigkeit, bei dem man nicht ruhig sitzen oder ruhig stehen kann; mehr dazu unter Unruhe und Akathisie. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit Datensatz, deren Produktinformation Bewegungsstörungen wie Parkinson-Symptome, Dystonien oder Dyskinesien mit einer Häufigkeit nennt.

Wer hat ein höheres Risiko für Bewegungsstörungen?

Für Frühdyskinesien hängt das Risiko laut S3-Leitlinie Schizophrenie unter anderem von der Dosis ab und ist bei jüngeren Menschen und bei Männern höher. Für eine Akathisie nennt die Leitlinie unter anderem ältere Menschen, Frauen und Menschen mit einer begleitenden körperlichen Erkrankung. Wer ein Parkinsonoid entwickelt, hat ein erhöhtes Risiko für Spätdyskinesien.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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