MedikamenteWirkstoff

Chlorprothixen

Chlorprothixen ist ein verschreibungspflichtiges Neuroleptikum (Antipsychotikum) aus der Gruppe der Thioxanthene, das stark beruhigend und schwach antipsychotisch wirkt. Zugelassen ist es, um Unruhe und Erregung bei akuten psychotischen Syndromen zu dämpfen, und bei krankhaft gehobener Stimmung mit gesteigertem Antrieb; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Vor Beginn ist ein EKG unbedingt erforderlich, und bei Fieber, Halsschmerzen oder Entzündungen im Mund sollten Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Frau in den Fünfzigern mit kurzen dunklen Haaren sitzt ruhig in einem Sessel in einem hellen Wohnzimmer, über den Knien eine indigoblaue Decke
Bild: KI-generiert

Wofür wird Chlorprothixen eingesetzt?

Chlorprothixen hat laut Fachinformation zwei Anwendungsgebiete. Es dämpft psychomotorische Unruhe und Erregungszustände im Rahmen akuter psychotischer Syndrome; die Packungsbeilage beschreibt diese dämpfende Wirkung als eine, die den Bewegungsdrang vermindert. Das zweite Anwendungsgebiet sind maniforme Syndrome, also Zustände mit krankhaft gehobener Stimmung und gesteigertem Antrieb. [1, 2]

Um akute Psychosen allein mit Chlorprothixen zu behandeln, reicht seine antipsychotische Wirkung laut Fachinformation im Allgemeinen nicht aus, weil die Art der Nebenwirkungen die Dosis begrenzt. Die Packungsbeilage beschreibt akute psychotische Syndrome als akute seelische Erkrankungen mit Wahn, Sinnestäuschungen, Denkstörungen und Ich-Störungen. Mehr über Psychosen und manische Phasen lesen Sie auf den Seiten Psychose, Schizophrenie und Bipolare Störung. [1, 2]

Schlafstörungen gehören nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten. Auch für Verhaltensstörungen, die mit einer Demenz zusammenhängen, ist Chlorprothixen laut Fachinformation nicht zugelassen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird es nicht empfohlen, weil ausreichende Studien fehlen. Kindern unter 3 Jahren darf es nicht gegeben werden, die Filmtabletten zu 100 mg wegen des hohen Wirkstoffgehalts auch Kindern unter 6 Jahren nicht. Chlorprothixen ist verschreibungspflichtig. [1, 2, 4]

Wie wirkt Chlorprothixen?

Chlorprothixen gehört zur chemischen Gruppe der Thioxanthene. Die Packungsbeilage zählt es zu den trizyklischen Neuroleptika, Embryotox nennt es ein konventionelles Antipsychotikum. Im Tierexperiment hemmt es Andockstellen (Rezeptoren) für den Botenstoff Dopamin, die D1- und D2-Rezeptoren; dadurch steigt unter anderem die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Außerdem blockiert Chlorprothixen Rezeptoren für Adrenalin und Noradrenalin (alpha-adrenerge Rezeptoren), für Acetylcholin und Serotonin und in geringem Ausmaß für Histamin. [1, 2, 3]

Das klinische Wirkprofil ist laut Fachinformation durch stark beruhigende (sedierende) Wirkungen gekennzeichnet. Daneben wirkt Chlorprothixen schwach antipsychotisch: Es verringert Wahn, Halluzinationen, Ich-Störungen und zerfahrenes Denken und dämpft psychomotorische und katatone Erregung, affektive Gespanntheit sowie manische Verstimmung und Antriebssteigerung. Gegen Übelkeit wirkt es ebenfalls (antiemetisch). Einen Überblick über die Gruppe gibt die Seite Nieder- und mittelpotente Antipsychotika, alle Gruppen zeigt die Seite Antipsychotika. [2]

Nach dem Einnehmen wird Chlorprothixen rasch im Dünndarm aufgenommen, die Blutspiegel schwanken aber stark von Mensch zu Mensch. Weil schon beim ersten Durchgang durch die Leber viel abgebaut wird, gelangen nur etwa 10 bis 20 Prozent unverändert in den Kreislauf (Bioverfügbarkeit). Abgebaut wird Chlorprothixen hauptsächlich in der Leber; sein wichtigstes Abbauprodukt wirkt nicht mehr neuroleptisch. Die Halbwertszeit im Blut betrug bei 3 Probanden 8 bis 12 Stunden. [2]

Wann wirkt Chlorprothixen und wie lange wird behandelt?

Die dämpfende Wirkung, die den Bewegungsdrang vermindert, tritt laut Fach- und Gebrauchsinformation sofort ein. Die antipsychotische Wirkung erreicht ihr Maximum manchmal erst nach 1 bis 3 Wochen Behandlung. Außerhalb des Krankenhauses wird mit einer niedrigen Dosis begonnen; im Krankenhaus kann mit höheren Anfangsdosen ein rascherer Wirkungseintritt erzielt werden. Abrupte Dosisänderungen erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen. [1, 2]

Wie lange behandelt wird, richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Verlauf. Angestrebt wird die niedrigste notwendige Erhaltungsdosis, und ob die Behandlung weiter nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt laufend kritisch. Bei einer Langzeitbehandlung, besonders mit hohen Dosen, sollte laut Fachinformation regelmäßig geprüft werden, ob die Erhaltungsdosis gesenkt werden kann. Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1, 2]

  1. BeginnBei ambulanter Behandlung beginnt die Ärztin oder der Arzt mit einer niedrigen Dosis, die langsam gesteigert wird; im Krankenhaus kann mit höheren Dosen begonnen werden. Die erste Gabe erfolgt am besten gegen Abend. Abrupte Dosisänderungen erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen; Schweregrad und Häufigkeit der Nebenwirkungen sind zu Behandlungsbeginn am größten und nehmen im Verlauf ab.[1, 2]
  2. Erste WirkungDie dämpfende Wirkung auf Unruhe und Bewegungsdrang tritt sofort ein. Die antipsychotische Wirkung erreicht manchmal erst nach 1 bis 3 Wochen Behandlung ihr Maximum.[1, 2]
  3. ErhaltungDie Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Verlauf. Angestrebt wird die niedrigste notwendige Erhaltungsdosis; über die Fortdauer der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt laufend kritisch. Bei Langzeitbehandlung wird regelmäßig geprüft, ob die Erhaltungsdosis gesenkt werden kann.[1, 2]
  4. AbsetzenNach einer längerfristigen Behandlung wird die Dosis in sehr kleinen Schritten über einen großen Zeitraum verringert, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Nach plötzlichem Absetzen können Absetzsymptome auftreten; sie beginnen im Allgemeinen 1 bis 4 Tage danach und klingen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab. Spätdyskinesien können erst nach dem Absetzen sichtbar werden.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Schweregrad und Häufigkeit der Nebenwirkungen sind laut Fach- und Gebrauchsinformation zu Beginn der Behandlung am größten und nehmen im Verlauf ab; Beschwerden des Nervensystems stehen dabei im Vordergrund. Bei höheren Dosen treten manche Nebenwirkungen häufiger auf. Herz-Kreislauf-Probleme können vor allem bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu Beginn der Behandlung und bei höheren Dosen auftreten. [1, 2]

Sehr häufig sind unter anderem Müdigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, ein niedriger Blutdruck, auch beim Wechsel vom Liegen zum Stehen, und ein schneller Herzschlag. Vor allem in den ersten Tagen und Wochen können frühe Bewegungsstörungen auftreten, etwa Krämpfe der Zungen-, Schlund- oder Kiefermuskulatur, ein Schiefhals oder Blickkrämpfe. Beschwerden wie bei der Parkinson-Krankheit und ein Bewegungsdrang mit der Unfähigkeit, ruhig zu sitzen (Akathisie), kommen gelegentlich und im Allgemeinen später vor. [1, 2]

Sehr häufig ist auch eine Gewichtszunahme. Nach meist längerer, hoch dosierter Behandlung oder nach einem Abbruch der Behandlung kann es gelegentlich zu anhaltenden, vielfach nicht umkehrbaren Bewegungsstörungen vor allem an Kiefer und Gesicht kommen (Spätdyskinesien); sie können sich laut Fachinformation aber auch schon nach kurzer Behandlung mit niedriger Dosis entwickeln, und ältere Menschen, besonders ältere Frauen, scheinen dafür besonders anfällig zu sein. Eine depressive Verstimmung kommt gelegentlich vor, insbesondere bei Langzeitbehandlung. Selten steigt der Prolaktinspiegel, was laut Packungsbeilage unter anderem Veränderungen an der Brustdrüse bewirken kann. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Ohne Häufigkeitsklasse nennen die Quellen unter anderem Absetzsymptome, eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, die vor allem in den ersten Behandlungswochen nicht auszuschließen ist, und vereinzelt auftretende Störungen des Zucker- und des Salz-Wasser-Haushalts (Schwartz-Bartter-Syndrom). Sie fehlen deshalb in der Übersicht und in der folgenden Liste und stehen in den Abschnitten zu Warnzeichen, Vorsicht und Absetzen. Die Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die Fach- oder Gebrauchsinformation eine Häufigkeit angeben; was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemMüdigkeit, verlängerte Reaktionszeit, Benommenheit, Schwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • PsycheVerwirrtheit bei Vorschädigung des Gehirns[1, 2]
  • NervensystemBei hoher Dosierung vegetative Beschwerden: gestörte Speichelbildung, vermehrter Speichelfluss, vermindertes Schwitzen, Sprechstörungen[1, 2]
  • Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]
  • Magen und DarmVerstopfung[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, auch Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Dysregulation)[1, 2]
  • HerzBeschleunigter Herzschlag[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • Nieren und HarnwegeBeschwerden beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)[1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemFrühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien) bei der Behandlung psychotischer Unruhe in höheren Dosen, vor allem in den ersten Tagen und Wochen: Muskelverspannungen und Störungen des Bewegungsablaufs, zum Beispiel krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemBewegungsstörungen mit unwillkürlicher Muskelanspannung (Dystonien)[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
  • PsycheNervosität, Erregung (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheVerminderte Libido[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
  • Allgemeine BeschwerdenGefühl körperlicher Schwäche und Kraftlosigkeit (Asthenie), Abgeschlagenheit[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit[1, 2]
  • AugenVerschwommenes Sehen, Störungen der Naheinstellung des Auges (Akkommodationsstörungen) und andere Sehstörungen[1, 2]
  • HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • HerzStörungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung am Herzen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Magen und DarmVerdauungsstörungen, Übelkeit[1, 2]
  • Leber und GalleVorübergehend erhöhte Leberenzymwerte, vorübergehende Leberfunktionsstörungen[1, 2]
  • HautVermehrtes Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • NervensystemFrühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien) bei der Behandlung nicht psychotischer Unruhe mit niedrigen Dosen, vor allem in den ersten Tagen und Wochen[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemBeschwerden wie bei der Parkinson-Krankheit (Zittern, Steifheit), im Allgemeinen weniger früh als die Frühdyskinesien[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemBewegungsdrang mit der Unfähigkeit, ruhig zu sitzen (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Sitzunruhe (Akathisie)
  • NervensystemAnhaltende, vielfach nicht umkehrbare Störungen des Bewegungsablaufs (Spätdyskinesien) nach zumeist längerer und hoch dosierter Behandlung oder nach Abbruch der Behandlung: unwillkürliche Bewegungen vor allem im Bereich von Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, aber auch an Armen und Beinen[1, 2]Mehr dazu: Spätdyskinesien
  • PsycheDepressive Verstimmung, insbesondere bei Langzeitbehandlung[1, 2]
  • PsycheGleichgültigkeit und Antriebsminderung (Lethargie)[1, 2]Mehr dazu: Emotionale Abstumpfung
  • PsycheDelirante Beschwerden (Verwirrtheitszustände), insbesondere in Kombination mit anticholinerg wirkenden Mitteln[1, 2]
  • NervensystemVom Gehirn ausgehende Krampfanfälle[1, 2]
  • NervensystemStörungen der Regulation der Körpertemperatur[1, 2]
  • NervensystemSprachstörungen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörungen, Ejakulationsstörungen[1, 2]Mehr dazu: ErektionsstörungenOrgasmus- und Samenergussstörungen
  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit, Gewichtsabnahme[1, 2]
  • AtemwegeGefühl einer verstopften Nase[1, 2]
  • AugenPigmenteinlagerungen in Hornhaut und Linse der Augen, erhöhter Augeninnendruck, kreisende Bewegungen des Auges (Okulogyration)[1, 2]
  • Magen und DarmErbrechen, Durchfall, Sodbrennen[1, 2]
  • HautEntzündliche Hautreaktionen (Dermatitis)[1, 2]
  • HautAllergische Hautreaktionen wie Hautrötung, Ausschlag (Exanthem), allergische Reaktion auf Sonnenlicht und Juckreiz[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelsteifheit (Muskelrigidität)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeHarnverhalt[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und starke Verminderung der Granulozyten (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Geschlechtsorgane und BrustAusbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe), Menstruationsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderte Glucosetoleranz, erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Geschlechtsorgane und BrustAnschwellen der Brust beim Mann (Gynäkomastie), Absonderung von Milch aus der Brust (Galaktorrhoe), erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungErhöhtes Prolaktin
  • HerzVerlängerung des QT-Intervalls im EKG, Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie, unter Umständen lebensbedrohliche Torsades de Pointes), Herzstillstand[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AtemwegeAtemnot[1, 2]
  • Magen und DarmLebensbedrohliche Darmlähmung[1, 2]
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktion, auch schwere allergische Sofortreaktion (anaphylaktische Reaktion)[1, 2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemBlutbildungsstörungen in Form einer Eosinophilie oder einer Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in Bein- und Beckenvenen (Thrombose); Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen und Atembeschwerden verursachen können[1, 2]
  • NervensystemEntzündliche Erkrankung und Rückbildung der peripheren Nerven (Polyneuropathie)[1, 2]
  • Leber und GalleGallestau (Cholestase), Gelbsucht (Ikterus), Leberentzündung mit Gallestau (cholestatische Hepatose)[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Geschlechtsorgane und BrustAnhaltende, meist schmerzhafte Erektion (Priapismus), die zu Erektionsstörungen führen kann[2]Mehr dazu: Erektionsstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Das maligne neuroleptische Syndrom ist eine lebensbedrohliche Krankheitserscheinung nach der Gabe von Neuroleptika. Laut Packungsbeilage kann es insbesondere bei einer bestehenden Alkohol- oder Opiatabhängigkeit oder einer geistigen Behinderung auftreten, und es erfordert ein sofortiges Beenden der Behandlung. Mehr dazu auf der Seite Malignes neuroleptisches Syndrom. [1, 2]

Eine depressive Verstimmung ist laut Fach- und Gebrauchsinformation eine gelegentliche Nebenwirkung, insbesondere bei Langzeitbehandlung, und bei schweren depressiven Erkrankungen sollte Chlorprothixen nicht eingesetzt werden. Merken Sie, dass Ihre Stimmung sinkt, oder geht es Ihnen sehr schlecht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1, 2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern mit grauem Haar und Brille im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin an einem runden Tisch in einem hellen Praxisraum
Bild: KI-generiert

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über Nebenwirkungen und Missempfindungen, damit sie gezielt behandelt werden können; darum bittet die Packungsbeilage. Bei frühen Bewegungsstörungen kann die Ärztin oder der Arzt die Dosis verringern oder ein Gegenmittel geben, das diesen Beschwerden sofort entgegenwirkt. Setzen Sie Chlorprothixen nicht eigenmächtig ab. [1]

Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:

  • Ohne Wissen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes sollten Sie keine anderen Arzneimittel einnehmen, auch keine frei verkäuflichen. [2]
  • Tee und Kaffee sowie Rauchen können die Wirkung von Chlorprothixen abschwächen, Alkohol kann stärker wirken und den Blutdruck senken. Ob und in welchem Maß das für Sie in Frage kommt, fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 2]
  • Ältere Menschen sind für einen Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen besonders anfällig; unter anderem Müdigkeit, Schwächegefühl, Sehstörungen und Mundtrockenheit sind bei ihnen stärker ausgeprägt. [1, 2]
  • Wenn Sie Diabetes haben, muss Ihre Diabetesbehandlung möglicherweise angepasst werden, weil Chlorprothixen das Ansprechen auf Insulin und Glucose verändern kann; Hintergründe unter Blutzucker und Blutfette. [1, 2]

Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.

Kontrollen während der Behandlung

Wie andere Neuroleptika kann Chlorprothixen das QT-Intervall im EKG verlängern, und dauerhaft verlängerte QT-Intervalle können das Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen erhöhen. Ein EKG vor Beginn der Behandlung ist laut Fachinformation unbedingt erforderlich, ein bestehender Kaliummangel wird vorher ausgeglichen, und vor Beginn wird auch das Blutbild kontrolliert. Während der Behandlung werden Blutbild, Nieren- und Leberfunktion sowie der Kreislauf einschließlich EKG in regelmäßigen Abständen überwacht; ein Ausgangs-EKG und ein Ausgangs-EEG (Hirnstrombild) sollten für spätere Verlaufskontrollen vorliegen. Weil Blutbildungsstörungen in Ausnahmefällen vorkommen können, sollten Sie die regelmäßigen Blutbildkontrollen laut Packungsbeilage unbedingt wahrnehmen. [1, 2]

Kontrolluntersuchungen bei Chlorprothixen
UntersuchungWann oder warum
EKG (Herzstromkurve)Vor Behandlungsbeginn unbedingt erforderlich, auch als Ausgangswert für spätere Kontrollen; während der Behandlung in regelmäßigen Abständen, bei älteren Menschen regelmäßige Überwachung der Herzfunktion einschließlich QT-Intervall; bei verlängertem QT-Intervall sollte die Dosis verringert werden; überschreitet es einen in der Fachinformation genannten Grenzwert, sollte die Behandlung abgebrochen werden[1, 2]
Kalium und Magnesium im Blut (Elektrolyte)Vor Behandlungsbeginn; ein Kaliummangel wird vorher ausgeglichen; während der Behandlung regelmäßige Überwachung des Elektrolythaushalts empfohlen[1, 2]
Blutbild einschließlich Differentialblutbild und BlutplättchenVor Behandlungsbeginn; während der Behandlung in regelmäßigen Abständen, bei auffälligen Blutwerten häufiger[1, 2]
Leber- und NierenwerteWährend der Behandlung in regelmäßigen Abständen[1, 2]
KreislaufWährend der Behandlung in regelmäßigen Abständen; sorgfältig bei Phäochromozytom sowie eingeschränkter Nieren-, Herz- oder Gehirnfunktion[1, 2]
EEG (Hirnstrombild)Ausgangs-EEG für spätere Verlaufskontrollen[1, 2]
BlutgerinnungBei gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln regelmäßig in kürzeren Abständen[1, 2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte; mehr zum Herzen unter Herz und QT-Zeit, zu den Blutzellen unter Blutbild.

Wechselwirkungen

Arzneimittel, die das QT-Intervall deutlich verlängern, dürfen laut Fach- und Gebrauchsinformation nicht gleichzeitig eingenommen werden. Dazu gehören unter anderem bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, einige Antibiotika, Malariamittel und Antihistaminika, trizyklische Antidepressiva und Lithium; zusammen mit Lithium steigt außerdem das Risiko einer Schädigung des Nervensystems. Andere Antipsychotika sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden. Mittel, die den Kaliumspiegel senken oder den Chlorprothixen-Spiegel erhöhen, sollten laut Fachinformation vermieden werden; laut Packungsbeilage dürfen sie nicht gleichzeitig eingenommen werden. [1, 2]

Mit Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln und anderen dämpfenden Mitteln kann es zu verstärkter Müdigkeit, Benommenheit und Atmungsstörungen kommen. Unter anderem die Antidepressiva Paroxetin und Fluoxetin und hormonelle Verhütungsmittel zum Einnehmen können den Chlorprothixen-Spiegel erhöhen, Carbamazepin und Rauchen ihn senken. Parkinsonmittel wie Levodopa können schwächer wirken. Anticholinerg wirkende Mittel wie Biperiden können unter anderem Sehstörungen, einen erhöhten Augeninnendruck, Mundtrockenheit, Verstopfung und Beschwerden beim Wasserlassen verstärken. [1, 2]

Wechselwirkungen von Chlorprothixen
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel, die das QT-Intervall deutlich verlängern: Antiarrhythmika der Klassen IA oder III (z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid), trizyklische Antidepressiva, einige Neuroleptika (z. B. Thioridazin), einige Antibiotika (z. B. Erythromycin, Gatifloxacin, Moxifloxacin), Malariamittel, einige Antihistaminika (z. B. Terfenadin, Astemizol), außerdem z. B. Cisaprid und LithiumErhöhtes Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen[1, 2]Nicht zusammen anwenden
Mittel, die den Kaliumspiegel senken (z. B. Thiazid-Diuretika), und Mittel, die den Chlorprothixen-Spiegel erhöhen (CYP2D6-Hemmer)Erhöhtes Risiko für QT-Verlängerung und gefährliche Herzrhythmusstörungen[1, 2]Gleichzeitige Einnahme vermeiden
Andere AntipsychotikaHöheres Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen[1, 2]Sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden
Paroxetin, Fluoxetin, Chloramphenicol, Disulfiram, Isoniazid, MAO-Hemmer, orale Verhütungsmittel (in geringerem Maße Buspiron, Sertralin, Citalopram)Chlorprothixen-Spiegel kann steigen; eine geringere Chlorprothixen-Dosis kann nötig werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Carbamazepin, Rifampicin, Doxycyclin, Griseofulvin, Phenylbutazon, Phenobarbital, Phenytoin; RauchenChlorprothixen-Spiegel kann sinken; ob die Wirkung dadurch bedeutsam nachlässt, ist nicht bekannt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Schmerzmittel, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Barbiturate, andere Psychopharmaka, Antihistaminika und andere dämpfende MittelVerstärkte Müdigkeit, Benommenheit und Atmungsstörungen (Atemdepression)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Polypeptid-Antibiotika (z. B. Colistin, Polymyxin B, Teicoplanin, Vancomycin)Eine durch sie hervorgerufene Dämpfung der Atmung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Stimulanzien vom Amphetamin-TypDeren anregende Wirkung und die antipsychotische Wirkung von Chlorprothixen können vermindert sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Epinephrin (Adrenalin) und andere Sympathomimetika; Phenylephrin; DopaminUnerwarteter Blutdruckabfall und beschleunigter Herzschlag unter Epinephrin; abgeschwächte Wirkung von Phenylephrin; verminderte gefäßerweiternde bzw. gefäßverengende Wirkung von Dopamin[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenkende MittelGuanethidin und ähnlich wirkende Mittel wirken schwächer, andere Blutdrucksenker können stärker wirken; mit Methyldopa verstärkt Müdigkeit und Depression (zentralnervöse Wirkungen)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
LithiumErhöhtes Risiko einer Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität); Lithium verlängert außerdem das QT-Intervall[1, 2]Nicht zusammen anwenden
Levodopa und andere Mittel gegen die Parkinson-Krankheit (Dopaminagonisten), SympathomimetikaDeren Wirkung kann abgeschwächt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Metoclopramid und andere Dopaminantagonisten, piperazinhaltige WurmmittelBewegungsstörungen können verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinerg wirkende Mittel, z. B. Biperiden, Atropin, Benzatropin, TrihexyphenidylDie anticholinerge Wirkung kann verstärkt werden: Sehstörungen, erhöhter Augeninnendruck, Mundtrockenheit, beschleunigter Herzschlag, Verstopfung, Beschwerden beim Wasserlassen, gestörte Speichelbildung, Sprechblockade, Gedächtnisstörungen, vermindertes Schwitzen; die antipsychotische Wirkung kann abgeschwächt sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; auf den Augeninnendruck achten
Akute KokainvergiftungVerstärkung von Muskelverspannungen und Bewegungsstörungen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Disulfiram (Mittel gegen Alkoholkrankheit)Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum ist seine Wirkung abgeschwächt oder kann ganz aufgehoben sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Gerinnungshemmende Mittel (orale Antikoagulanzien)Wechselwirkungen mit der Blutgerinnung[1, 2]Gerinnung in kürzeren Abständen regelmäßig kontrollieren lassen
GonadorelinWegen des erhöhten Prolaktinspiegels kann die Reaktion auf Gonadorelin abgeschwächt sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Tee oder KaffeeDie Wirkung von Chlorprothixen kann abgeschwächt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt fragen, ob und in welchem Maß Tee oder Kaffee erlaubt sind
AlkoholVerstärkte Alkoholwirkung und Blutdrucksenkung[1, 2]Ärztin oder Arzt fragen, ob und in welchem Maß Alkohol erlaubt ist

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Chlorprothixen nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Zu den Gegenanzeigen gehören unter anderem eine Vorschädigung des Herzens, ein angeborenes oder erworbenes langes QT-Intervall, ein unbehandelter Kalium- oder Magnesiummangel und Zustände mit tiefer Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinstrübung. Bei schweren depressiven Erkrankungen sollte Chlorprothixen nicht eingesetzt werden; bestehen Depression und Psychose zugleich, sollte es mit einem Mittel gegen Depressionen kombiniert werden. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Chlorprothixen, andere Thioxanthene oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Tiefe Bewusstlosigkeit (Koma), Kreislaufkollaps oder Bewusstseinstrübung, zum Beispiel bei akuten Vergiftungen durch Alkohol, Barbiturate, Opioide, Schlafmittel oder dämpfende Psychopharmaka[1, 2]
  • Bekannte Vorschädigung des Herzens oder klinisch bedeutsame Herz-Kreislauf-Störungen, zum Beispiel verlangsamter Herzschlag (unter 50 Schläge pro Minute) in der Vorgeschichte, kurz zurückliegender akuter Herzinfarkt, nicht ausgeglichene Herzschwäche, Herzvergrößerung (Herzhypertrophie), Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, die mit Antiarrhythmika der Klassen IA oder III behandelt werden, sowie Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern oder Torsades de Pointes in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Bekannter, unbehandelter Kalium- oder Magnesiummangel im Blut (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie)[1, 2]
  • Angeborenes langes QT-Syndrom oder bekannte erworbene Verlängerung des QT-Intervalls über die in der Fachinformation genannten Grenzwerte[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall deutlich verlängern[1, 2]
  • Kinder unter 3 Jahren; die Filmtabletten mit 100 mg wegen des hohen Wirkstoffgehalts Kinder unter 6 Jahren[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Leber- oder Nierenschäden[1, 2]
  • Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) oder prolaktinabhängige Tumoren, zum Beispiel Brusttumoren[1, 2]
  • Sehr niedriger Blutdruck oder Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen; ältere Menschen sind dafür besonders anfällig. Bei Phäochromozytom sowie eingeschränkter Nieren-, Herz- oder Gehirnfunktion kommt es häufiger zu Blutdruckabfall, deshalb sorgfältige Überwachung[1, 2]
  • Parkinson-Krankheit und andere Erkrankungen der Stammganglien: nur in Ausnahmefällen; verschlechtern sich die Beschwerden, ist die Behandlung zu beenden[1, 2]
  • Depressive Erkrankungen: Bei schweren Depressionen sollte Chlorprothixen nicht eingesetzt werden; bei gleichzeitiger Depression und Psychose zusammen mit einem Mittel gegen Depressionen. Besondere Vorsicht auch bei organischen Hirnschäden, arteriosklerotischen Hirngefäßerkrankungen und Depressionen ohne äußere Ursache (endogene Depression)[1, 2]
  • Erkrankungen der blutbildenden Organe; bei auffälligen Blutwerten nur bei zwingender Notwendigkeit und mit häufigen Blutbildkontrollen. Vor allem in den ersten Behandlungswochen ist eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Agranulozytose) nicht auszuschließen[1, 2]
  • Malignes Neuroleptika-Syndrom in der Vorgeschichte; das Syndrom kann lebensbedrohlich sein, besonders gefährdet sind laut Fachinformation Menschen mit hirnorganischem Psychosyndrom, geistiger Behinderung (mentaler Retardierung), Opiat- oder Alkoholabhängigkeit[1, 2]
  • Hirnorganische Erkrankungen, Hirnschäden mit Neigung zu Krampfanfällen und Epilepsie: Chlorprothixen senkt die Krampfschwelle, große Anfälle (Grand-mal-Anfälle) können auftreten; bei Epilepsie nur unter Beibehaltung der Behandlung gegen Krampfanfälle[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): nur bei ausreichender Behandlung der Schilddrüse[1, 2]
  • Grüner Star (Glaukom), Störungen beim Wasserlassen, Harnverhalt, Verengung des Magenausgangs, Darmverschluss oder vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata): wegen der anticholinergen Wirkung vorsichtig dosieren; bei entsprechend veranlagten Menschen sind Anfälle von akutem Glaukom durch Pupillenerweiterung möglich[1, 2]
  • Myasthenia gravis (Erb-Goldflam-Syndrom), eine seltene Krankheit mit ausgeprägter Muskelschwäche[1, 2]
  • Ältere Menschen mit Demenz: Unter konventionellen Antipsychotika ist das Sterblichkeitsrisiko laut Fachinformation leicht erhöht; Chlorprothixen ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz zugelassen[1, 2]
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko (zum Beispiel durch Rauchen oder Bluthochdruck) oder vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns[1, 2]
  • Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen) bei Ihnen oder Verwandten; Risikofaktoren sollten vor und während der Behandlung erkannt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden[1, 2]
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte, QT-Verlängerung in der Familie und höheres Alter: Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen; bei älteren Menschen und Vorschädigung des Herzens können Störungen der Erregungsleitung auftreten[1, 2]
  • Diabetes: Chlorprothixen kann das Ansprechen auf Insulin und Glucose verändern, die Diabetesbehandlung muss möglicherweise angepasst werden[1, 2]
  • Spätdyskinesien: Ältere Menschen, insbesondere ältere Frauen, scheinen besonders anfällig zu sein; das Risiko nimmt vermutlich mit Behandlungsdauer und Dosis zu. Während der Behandlung können die Beschwerden verdeckt sein und erst nach dem Absetzen sichtbar werden[2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, es fehlen ausreichende Studien; Kinder entwickeln schon bei niedrigen Dosen Bewegungsstörungen[1, 2]
  • Ältere Menschen: Unwillkürliche Bewegungsstörungen schon bei niedrigen Dosen, anhaltende Bewegungsstörungen häufiger; Müdigkeit, Schwächegefühl, Blutdruckabfall, Sehstörungen, Mundtrockenheit und erhöhter Augeninnendruck sind stärker ausgeprägt[1]
  • Vereinzelt können sexuelle Funktionsstörungen sowie Störungen des Zuckerhaushalts und des Salz-Wasser-Haushalts (Schwartz-Bartter-Syndrom) auftreten[1, 2]
  • Langzeitbehandlung, besonders in hoher Dosis: sorgfältige Überwachung und regelmäßige Prüfung, ob die Erhaltungsdosis gesenkt werden kann[2]
  • Ein Test auf Phenylketonurie kann unter der Behandlung falsch positiv ausfallen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft sind begrenzt. Chlorprothixen sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der zu erwartende Nutzen für die Patientin überwiegt die möglichen Risiken für das ungeborene Kind. Bei Neugeborenen von Müttern, die Chlorprothixen in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft eingenommen haben, können Zittern, Muskelsteifheit oder Muskelschwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten (Entzugssyndrom des Neugeborenen); wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation kann ein verminderter APGAR-Wert auftreten, Neugeborene sollten sorgfältig überwacht werden.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an: Mehr als 800 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sind dokumentiert, überwiegend aus einer großen multinationalen Registerstudie, in der ein leicht erhöhtes Risiko für Fehlbildungen von Herz und Gefäßen (kardiovaskuläre Fehlbildungen) bei nicht erhöhtem Gesamtrisiko für Fehlbildungen diskutiert wurde. Für eine differenzierte Risikobewertung reichen die Informationen laut Embryotox nicht aus. Bei Einnahme von Antipsychotika bis zur Geburt ist das Risiko für Anpassungsstörungen beim Neugeborenen erhöht; die Entbindung sollte laut Embryotox in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Bei Kinderwunsch und im ersten Schwangerschaftsdrittel sollten laut Embryotox möglichst besser geeignete Mittel bevorzugt werden; als besser geeignete Alternative nennt Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, als beruhigendes Antipsychotikum Quetiapin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Chlorprothixen wurde in der Muttermilch nur in geringen Konzentrationen nachgewiesen. Es kann in der Stillzeit angewendet werden, wenn auf die Behandlung der Mutter nicht verzichtet werden kann; das gestillte Kind sollte dann sorgfältig überwacht werden, insbesondere in den ersten 4 Wochen nach der Geburt.[1, 2]

Embryotox liegen veröffentlichte Erfahrungen zu zwei Mutter-Kind-Paaren vor; bei beiden Kindern wurden keine durch das Medikament verursachten Beschwerden beschrieben, unklar ist aber, wie lange sie beobachtet wurden. Laut Embryotox ist Stillen bei niedrig dosierter alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit (Sedierung), Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt aufgesucht und Embryotox kontaktiert werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann zusammen mit Chlorprothixen die Alkoholwirkung verstärken und den Blutdruck senken; er verschlechtert außerdem die Verkehrstüchtigkeit weiter. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob und in welchem Maß Sie Alkohol trinken dürfen.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Chlorprothixen kann auch bei richtiger Anwendung das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Fahren, Maschinenbedienung und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten zumindest in der ersten Zeit der Behandlung ganz unterbleiben; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2]

Anwendung

Soweit möglich wird die Tagesmenge auf 3 Einzelgaben verteilt, bei höheren Dosierungen auch auf mehr. Die erste Gabe erfolgt am besten gegen Abend. Die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (1 Glas Wasser) einnehmen.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis einnehmen. Eine einmal vergessene Einnahme führt in der Regel zu keinen Krankheitszeichen; Chlorprothixen wirkt aber nur bei regelmäßiger Einnahme sicher und ausreichend.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Nach einer längerfristigen Behandlung muss die Dosis in sehr kleinen Schritten über einen großen Zeitraum verringert werden. Plötzliches Absetzen kann zu Absetzsymptomen führen, am häufigsten Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Naselaufen, Schwitzen, Muskelschmerzen, Empfindungsstörungen, Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Angst und Erregung, außerdem Schwindel, wechselndes Wärme- und Kältegefühl und Zittern. Sie beginnen im Allgemeinen 1 bis 4 Tage nach dem Absetzen und klingen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen, und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind unter anderem erhöhter oder erniedrigter Blutdruck, schneller oder langsamer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufversagen, Herzstillstand, unwillkürliche Bewegungen wie Muskelkrämpfe im Mund- und Gesichtsbereich, Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Verwirrtheit und Erregung, Krampfanfälle, Nierenversagen, Atemnot, Lungenentzündung, Atemstillstand, gestörte Regulation der Körpertemperatur, verschwommenes Sehen, Ausbleiben der Darmbewegung, Harnverhalt und erhöhter Augeninnendruck.[1]

Setzen Sie Chlorprothixen nicht selbst ab, wenn Sie schwanger werden oder es werden möchten; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2, 3]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [1, 11, 12, 13]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie die Filmtabletten einnehmen und was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Chlorprothixen wirkt laut Packungsbeilage nur sicher und ausreichend, wenn es regelmäßig eingenommen wird. [1]

Möchten Sie die Behandlung beenden, besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ein eigenmächtiges Beenden könnte laut Packungsbeilage den Erfolg der Behandlung gefährden. Nach einer längerfristigen Behandlung muss die Dosis in sehr kleinen Schritten über einen großen Zeitraum verringert werden. [1, 2]

Ein plötzliches Absetzen kann zu Absetzsymptomen führen. Am häufigsten sind laut Fach- und Gebrauchsinformation Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Naselaufen, Schwitzen, Muskelschmerzen, Empfindungsstörungen, Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Angst und Erregung; auch Schwindel, wechselndes Wärme- und Kältegefühl und Zittern können auftreten. Die Beschwerden beginnen im Allgemeinen 1 bis 4 Tage nach dem Absetzen und klingen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab. Spätdyskinesien können während einer langen Behandlung verdeckt sein und erst nach dem Absetzen sichtbar werden. [1, 2]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antipsychotika wichtig ist, erklärt die Seite Antipsychotika absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Tagesdosen als Richtwerte, getrennt nach der Schwere der Unruhe- und Erregungszustände, und Angaben für ältere Menschen. Dosis, Darreichungsform und Dauer richten sich nach dem Anwendungsgebiet, der Schwere der Krankheit und Ihrem Ansprechen; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Präparate mit Chlorprothixen

Präparate mit Chlorprothixen
PräparatAnbieterHinweis
Chlorprothixen Holstenverschreibungspflichtig
Chlorprothixen-neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHFilmtabletten 15, 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Chlorprothixen-neuraxpharm 50 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2021. abgerufen am 22.10.2026
  2. Fachinformation Chlorprothixen-neuraxpharm 15 mg, 50 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 22.10.2026
  3. Embryotox: Chlorprothixen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Chlorprothixen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Hilft Chlorprothixen zum Schlafen?

Zugelassen ist Chlorprothixen, um Unruhe und Erregung bei akuten psychotischen Syndromen zu dämpfen, und bei krankhaft gehobener Stimmung mit gesteigertem Antrieb; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Laut Fachinformation wirkt Chlorprothixen stark beruhigend; Müdigkeit, Benommenheit und eine verlängerte Reaktionszeit sind sehr häufige Nebenwirkungen, Schlafstörungen kommen gelegentlich vor. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ist Chlorprothixen ein Benzodiazepin?

Nein. Chlorprothixen ist laut Fachinformation ein Neuroleptikum aus der Reihe der Thioxanthene, die Packungsbeilage zählt es zu den trizyklischen Neuroleptika. Embryotox bezeichnet es als konventionelles Antipsychotikum, das stark beruhigend und gering antipsychotisch wirkt. Zusammen mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln kann es zu verstärkter Müdigkeit, Benommenheit und Atmungsstörungen kommen.

Nimmt man mit Chlorprothixen zu?

Eine Gewichtszunahme ist laut Fach- und Gebrauchsinformation sehr häufig, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig ist auch ein gesteigerter Appetit. Gelegentlich kommen dagegen ein verminderter Appetit und eine Gewichtsabnahme vor. Bemerken Sie eine Veränderung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich mit Chlorprothixen Alkohol trinken?

Alkohol kann zusammen mit Chlorprothixen stärker wirken und den Blutdruck senken, und er verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit zusätzlich. Die Packungsbeilage bittet Sie, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen, ob und in welchem Maß Sie Alkohol trinken dürfen. Dasselbe gilt dort für Tee, Kaffee und das Rauchen, weil sie die Wirkung von Chlorprothixen abschwächen können.

Darf ich mit Chlorprothixen Auto fahren?

Chlorprothixen kann auch bei richtiger Anwendung das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit beeinträchtigt ist, am Straßenverkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen oder ohne sicheren Halt zu arbeiten; zusammen mit Alkohol gilt das verstärkt. Laut Packungsbeilage sollten Fahren, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten zumindest in der ersten Zeit der Behandlung ganz unterbleiben. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie setze ich Chlorprothixen ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ein eigenmächtiges Beenden könnte laut Packungsbeilage den Erfolg der Behandlung gefährden. Nach einer längerfristigen Behandlung muss die Dosis in sehr kleinen Schritten über einen großen Zeitraum verringert werden. Ein plötzliches Absetzen kann Absetzsymptome auslösen, etwa Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit und Angst. Sie beginnen im Allgemeinen 1 bis 4 Tage danach und klingen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab.

Darf ich Chlorprothixen in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte Chlorprothixen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der erwartete Nutzen für die Patientin überwiegt die möglichen Risiken für das ungeborene Kind. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und rät, bei Kinderwunsch und im ersten Schwangerschaftsdrittel wenn möglich besser geeignete Mittel zu bevorzugen; abhängig vom Anwendungsgebiet nennt es als beruhigendes Antipsychotikum Quetiapin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Chlorprothixen?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach dem Anwendungsgebiet, der Schwere der Krankheit und Ihrem Ansprechen auf das Mittel. Die Filmtabletten gibt es mit 15, 50 und 100 mg Wirkstoff. Die Angaben der Packungsbeilage für Erwachsene und ältere Menschen stehen im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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