MedikamenteWirkstoff

Oxcarbazepin

Oxcarbazepin ist ein verschreibungspflichtiges Antiepileptikum, zugelassen zur Behandlung fokaler epileptischer Anfälle mit oder ohne Ausbreitung zu generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, allein oder zusammen mit anderen Antiepileptika, bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren. Häufig sinkt unter der Behandlung der Natriumspiegel im Blut, meist ohne Beschwerden, und Oxcarbazepin kann hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" unwirksam machen. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion, einem Hautausschlag oder Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau Mitte vierzig mit kurzen graublonden Haaren setzt am Vormittag an einem hellen Holztisch in der Küche frische Kräuter in einen Tontopf
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Wofür wird Oxcarbazepin eingesetzt?

Oxcarbazepin ist zur Behandlung fokaler (partieller) Anfälle zugelassen. Das sind epileptische Anfälle, die laut Packungsbeilage einen begrenzten Bereich des Gehirns betreffen; sie können sich auf das ganze Gehirn ausdehnen und zu einem generalisierten tonisch-klonischen Anfall führen, und auch dafür gilt die Zulassung. Oxcarbazepin kann allein (Monotherapie) oder zusammen mit anderen Antiepileptika (Kombinationstherapie) gegeben werden, bei Erwachsenen und bei Kindern ab 6 Jahren. [1, 2]

Epilepsie beschreibt die Packungsbeilage als Gehirnerkrankung, die zu immer wieder auftretenden epileptischen Anfällen führt: Die Hirnzellen senden dann zu viele Signale ungeordnet aus, und es kann zu unkontrollierter Muskelaktivität kommen. Bei einfachen partiellen Anfällen bleibt die betroffene Person bei Bewusstsein, bei komplexen ist das Bewusstsein verändert. [1]

Für Kinder unter 6 Jahren wird Oxcarbazepin laut Fachinformation nicht empfohlen, weil Sicherheit und Wirksamkeit nicht ausreichend belegt sind. Weitere Anwendungsgebiete nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; zugelassen ist Oxcarbazepin nur bei dieser Form der Epilepsie. [1, 2]

Für die Behandlung der bipolaren Störung ist Oxcarbazepin nicht zugelassen. Die S3-Leitlinie Bipolare Störungen (Version 2.1 von 2019, letzte Anpassung Mai 2020; laut DGPPN gültig bis 01.03.2023 und damit abgelaufen) zählt es nicht zu den Stimmungsstabilisierern im Sinne der Leitlinie: Darunter versteht sie Lithium und die Antikonvulsiva Carbamazepin, Valproinsäure und Lamotrigin. Zur Behandlung der Manie formuliert die Leitlinie für Oxcarbazepin keine Empfehlung, weil dazu nur eine Studie mit geringer Fallzahl und ohne Vergleich mit einem Scheinmedikament (Placebo) vorliegt; für die Akutbehandlung der Manie ist Oxcarbazepin laut Leitlinie nicht zugelassen. [13, 14]

Wie wirkt Oxcarbazepin?

Oxcarbazepin gehört zu den Antiepileptika, die auch Antikonvulsiva heißen. Laut Packungsbeilage bringt es die "übererregbaren" Nervenzellen des Gehirns unter Kontrolle; dadurch werden Anfälle unterdrückt oder ihre Häufigkeit wird verringert. [1]

Seine Wirkung entfaltet Oxcarbazepin laut Fachinformation vor allem über sein Abbauprodukt MHD (10-Monohydroxyderivat). Vermutlich blockieren beide hauptsächlich bestimmte Natriumkanäle der Nervenzellen (spannungsabhängige Natriumkanäle). Das stabilisiert übererregte Nervenmembranen, hemmt wiederholte Entladungen der Nervenzellen und vermindert die Ausbreitung von Impulsen. Auch Wirkungen auf Kalium- und Kalziumkanäle können dazu beitragen. Wesentliche Wechselwirkungen mit Bindungsstellen von Botenstoffen im Gehirn wurden nicht beobachtet. [2]

Chemisch ähnelt Oxcarbazepin laut Fachinformation dem Antiepileptikum Carbamazepin. Unter Carbamazepin ist das Erbmerkmal HLA-B*1502 bei Menschen han-chinesischer oder thailändischer Abstammung stark mit schweren Hautreaktionen verbunden; wegen der ähnlichen Struktur können Menschen mit diesem Merkmal auch unter Oxcarbazepin ein solches Risiko haben, und Daten deuten auf einen solchen Zusammenhang hin. Wer auf Carbamazepin überempfindlich reagiert hat, kann laut Fachinformation auch auf Oxcarbazepin mit Überempfindlichkeitsreaktionen wie schweren Hautreaktionen reagieren. [1, 2]

Nach der Einnahme wird Oxcarbazepin vollständig aufgenommen und in der Leber rasch zu MHD umgewandelt; Mahlzeiten beeinflussen die Aufnahme nicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegt für Oxcarbazepin selbst bei 1,3 bis 2,3 Stunden und für MHD im Durchschnitt bei 9,3 Stunden. Bei zweimal täglicher Einnahme stellt sich der Spiegel von MHD innerhalb von 2 bis 3 Tagen gleichbleibend ein. Ausgeschieden werden die Abbauprodukte vorwiegend über die Nieren. [2]

Oxcarbazepin und MHD regen außerdem schwach bestimmte Leberenzyme an (CYP3A4 und CYP3A5), die eine sehr große Zahl anderer Arzneimittel abbauen, darunter die "Pille". Bis diese Wirkung nach Beginn der Behandlung oder einer Dosisänderung voll ausgeprägt ist, kann es zwei bis drei Wochen dauern. Mehr dazu unter Wechselwirkungen. [2]

Wann wirkt Oxcarbazepin und wie lange wird behandelt?

Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation kann die Behandlung schon mit einer wirksamen Dosis beginnen, verteilt auf zwei Einzelgaben. Wenn nötig, kann die Dosis je nach Ansprechen gesteigert werden, laut Fachinformation in Abständen von etwa einer Woche. Bei einer Nierenerkrankung mit eingeschränkter Nierenfunktion beginnt die Behandlung laut Packungsbeilage mit einer niedrigeren Dosis. [1, 2]

Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit, Störungen der Bewegungskoordination, Doppeltsehen und verschwommenes Sehen wurden laut Fachinformation besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosisanpassungen berichtet, häufiger während Dosissteigerungen. Das höchste Risiko für schwere Hautreaktionen besteht laut Packungsbeilage in den ersten Behandlungswochen. Ein zu niedriger Natriumspiegel trat in der Regel in den ersten drei Monaten auf, bei manchen Menschen aber auch erst mehr als ein Jahr nach Beginn der Behandlung. [1, 2]

Wie lange behandelt wird, hängt laut Packungsbeilage von der Art der Anfälle ab; eine Behandlung über viele Jahre kann nötig sein, um die Anfälle unter Kontrolle zu bringen. Verändern Sie die Dosis nicht und brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon. [1]

  1. BeginnDie Behandlung beginnt mit einer Anfangsdosis, die bei Bedarf in Abständen von etwa einer Woche bis zur gewünschten Wirkung gesteigert wird; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion beginnt sie niedriger, wird in Abständen von mindestens einer Woche gesteigert und sorgfältiger überwacht. Vor und während der Behandlung macht die Ärztin oder der Arzt möglicherweise Bluttests, um die Dosis festzulegen. Schwere Hautreaktionen zeigten sich im Median nach 19 Tagen; bei einer Hautreaktion sollte laut Fachinformation umgehend untersucht und Oxcarbazepin sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Ausschlag hat eindeutig eine andere Ursache.[1, 2]
  2. ErhaltungWie lange behandelt wird, hängt von der Art der Anfälle ab; eine Fortführung über viele Jahre kann nötig sein, um die Anfälle unter Kontrolle zu bringen. Verändern Sie die Dosis nicht und brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen.[1]
  3. AbsetzenSetzen Sie Oxcarbazepin nie plötzlich und nicht ohne ärztlichen Rat ab; wie alle Antiepileptika sollte es laut Fachinformation nur langsam abgesetzt werden, um das Risiko möglichst gering zu halten, dass Anfälle wiederkehren oder zunehmen. Bei Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte es dagegen sofort abgesetzt werden; zum Schutz vor Anfällen sollte dann eventuell ein anderes Antiepileptikum gegeben werden. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Doppeltsehen, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit; sie betreffen mehr als 1 von 10 Behandelten. Laut Packungsbeilage sind solche Nebenwirkungen normalerweise leicht bis mäßig, und die meisten gehen im Laufe der Zeit zurück. Sprechstörungen sind häufig und treten laut Fachinformation häufiger während Dosissteigerungen auf. [1, 2]

Bei Zittern, Koordinationsstörungen, unwillkürlichen Augenbewegungen, Angst und Nervosität, Depression, Stimmungsschwankungen oder Ausschlag, die alle häufig sind, informieren Sie laut Packungsbeilage baldmöglichst Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil eine Behandlung nötig sein kann. Zu Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, steht mehr unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]

Ein zu niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie) ist häufig. Meist verursacht er laut Fachinformation keine Beschwerden und erfordert keine Anpassung der Behandlung; sehr selten geht er unter anderem mit Krampfanfällen, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Sehstörungen, Erbrechen und Übelkeit einher. Gewichtszunahme ist häufig, eine Schilddrüsenunterfunktion gelegentlich. [1, 2]

Selten sind Hautausschlag und Fieber als mögliche Zeichen schwerer Arzneimittelreaktionen (DRESS-Syndrom, AGEP), sehr selten blasenbildende Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, die laut Fachinformation lebensbedrohlich sein können. Gelegentlich sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen, selten auch die Zahl anderer Blutzellen. Sehr selten sind eine Leberentzündung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Störungen der Reizleitung am Herzen (AV-Block) und Herzrhythmusstörungen. Selten gibt es Fallberichte über eine Abnahme der Knochendichte (Osteoporose), auch mit Knochenbrüchen, nach langer Anwendung. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Oxcarbazepin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Müdigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit; laut Fachinformation Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen[1, 2]
  • Sehr häufig: Doppeltsehen[1, 2]
  • Häufig: Zittern, Koordinationsstörungen und unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
  • Häufig: Angst und Nervosität, Depression, Stimmungsschwankungen[1, 2]
  • Häufig: Teilnahmslosigkeit (Apathie), Erregung und Verwirrtheit[1, 2]
  • Häufig: Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Sprechstörungen; laut Fachinformation häufiger während Dosissteigerungen[1, 2]
  • Häufig: Gleichgewichtsstörungen; laut Fachinformation auch Schwindel (eingeordnet unter Erkrankungen des Ohrs und des Innenohrs)[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen und Sehstörungen[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Ausschlag, Haarausfall und Akne[1, 2]
  • Häufig: Schwäche[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Zu niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie); laut Fachinformation meist ohne Beschwerden, sehr selten mit Anfällen, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Sehstörungen, Erbrechen und Übelkeit[2]

Alle Nebenwirkungen von Oxcarbazepin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Natriummangel, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Blutbildveränderungen und Herz und QT-Zeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Zeichen einer allergischen Reaktion oder einer Leberentzündung, bei möglichen Zeichen einer Störung der Blutzusammensetzung, bei häufigeren epileptischen Anfällen als zuvor und bei einem schnellen oder ungewöhnlich langsamen Herzschlag sagt die Packungsbeilage: Informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses. Ob Oxcarbazepin sofort abgesetzt werden muss und wie die Behandlung weitergeht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Häufigere Anfälle betreffen laut Fachinformation besonders Kinder, können aber auch bei Erwachsenen vorkommen. [1, 2]

Eine geringe Anzahl von Menschen, die mit Antiepileptika wie Oxcarbazepin behandelt wurden, hatte laut Packungsbeilage Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Laut Fachinformation zeigte eine zusammenfassende Auswertung (Metaanalyse) von Studien, in denen Antiepileptika mit einem Scheinmedikament verglichen wurden, ein leicht erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten; wie es dazu kommt, ist nicht bekannt, und ein erhöhtes Risiko lässt sich auch für Oxcarbazepin nicht ausschließen. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. Laut Fachinformation sollte Behandelten und ihren Betreuungspersonen geraten werden, medizinische Hilfe zu holen, wenn Anzeichen dafür auftreten. [1, 2]

Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Anfang fünfzig mit grauem Bart unterhält sich an einem milden Nachmittag auf einer Parkbank entspannt mit einem gleichaltrigen Freund
Bild: KI-generiert

Verändern Sie die Dosis nicht und brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. [1]

Bemerken Sie einen Hautausschlag oder Hautveränderungen wie rötliche, schießscheibenartige Flecken, Blasen oder offene, schmerzende Stellen im Mund, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf und sagen Sie, dass Sie Oxcarbazepin einnehmen. Laut Fachinformation sollte dann umgehend untersucht und Oxcarbazepin sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Ausschlag hat eindeutig eine andere Ursache. [1, 2]

Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder eine deutliche Verschlechterung der Anfälle können laut Packungsbeilage Zeichen eines niedrigen Natriumspiegels sein; informieren Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei solchen Zeichen sollte laut Fachinformation eine Bestimmung des Natriumwerts in Betracht gezogen werden. [1, 2]

Nehmen Sie Antiepileptika über lange Zeit, ist bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt worden oder wenden Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone an, lassen Sie sich laut Packungsbeilage von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke beraten. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Vor und während der Behandlung macht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage möglicherweise Bluttests, um die Dosis festzulegen. [1]

Bei Menschen mit einer Nierenerkrankung, die mit einem niedrigen Natriumwert einhergeht, und bei gleichzeitiger Einnahme natriumsenkender Mittel wie Entwässerungsmitteln (Diuretika), Desmopressin oder nicht-steroidaler Antirheumatika wie Indometacin sollte der Natriumwert laut Fachinformation vor Beginn bestimmt werden, dann nach etwa 2 Wochen und in den ersten 3 Monaten monatlich oder nach klinischer Notwendigkeit. Dasselbe gilt, wenn ein solches Mittel während der Behandlung hinzukommt. Diese Risikofaktoren treten besonders bei älteren Menschen auf; bei älteren Menschen mit einem solchen Risiko ist laut Fachinformation eine engmaschige Überwachung des Natriums erforderlich. Ansonsten kann der Natriumwert laut Fachinformation im Rahmen der üblichen Laborkontrollen bestimmt werden. [2]

Menschen han-chinesischer oder thailändischer Abstammung sollten laut Fachinformation vor Beginn, wann immer möglich, auf das Erbmerkmal HLA-B*1502 untersucht werden; laut Packungsbeilage zeigt ein Bluttest, ob ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen besteht. Weitere Kontrollen, etwa des Gewichts bei Herzschwäche oder der Schilddrüse bei Kindern, zeigt die Übersicht. [1, 2]

Kontrolluntersuchungen bei Oxcarbazepin
UntersuchungWann oder warum
Natrium im BlutBei Nierenerkrankungen mit niedrigem Natriumwert oder bei natriumsenkenden Mitteln (zum Beispiel Entwässerungsmitteln oder Desmopressin) oder NSAR: vor Beginn, nach etwa 2 Wochen und in den ersten 3 Monaten monatlich oder nach klinischer Notwendigkeit, ebenso, wenn solche Mittel später hinzukommen; bei Zeichen eines Natriummangels laut Fachinformation in Betracht zu ziehen, sonst im Rahmen der Routinelaborkontrollen möglich. Bei älteren Menschen mit Risiko engmaschig[2]
Körpergewicht bei HerzschwächeRegelmäßig, um Wassereinlagerungen zu erkennen; bei Wassereinlagerungen oder schlechterer Herzfunktion sollte laut Fachinformation der Natriumwert bestimmt werden[2]
Herzrhythmus bei ReizleitungsstörungenSorgfältige Überwachung bei bestehenden Reizleitungsstörungen wie AV-Block oder Herzrhythmusstörungen[2]
Schilddrüse bei KindernÜberwachung der Schilddrüsenfunktion während der Behandlung empfohlen, laut Packungsbeilage möglicherweise auch vor Beginn[1, 2]
LeberwerteBei Verdacht auf eine Leberschädigung[2]
Oxcarbazepin-SpiegelNicht routinemäßig nötig; kann nützlich sein zur Prüfung der regelmäßigen Einnahme oder wenn sich die Ausscheidung ändern kann, etwa bei veränderter Nierenfunktion, in der Schwangerschaft oder bei gleichzeitigen leberenzymanregenden Arzneimitteln[2]
Stimmung und SuizidgedankenLaut Fachinformation sollte auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten geachtet werden; Behandelten und Betreuenden sollte geraten werden, bei solchen Anzeichen medizinische Hilfe zu holen[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklären die Seiten Kontrollen während der Behandlung und Medikamentenspiegel.

Laut Fachinformation sollten Behandelte auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten überwacht werden. Haben Sie solche Gedanken, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung oder nutzen Sie eines der folgenden Hilfsangebote. [1, 2]

Wechselwirkungen

Oxcarbazepin kann hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" unwirksam machen; laut Fachinformation sanken die Blutwerte der Hormone Ethinylestradiol und Levonorgestrel deutlich. Die Packungsbeilage sagt: Verwenden Sie während der Einnahme eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode, und informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn unregelmäßige Blutungen, Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten. Die Fachinformation nennt vorzugsweise nicht-hormonelle Methoden wie die Spirale. Mehr unter Verhütung und Psychopharmaka. [1, 2]

Andere Antiepileptika und Oxcarbazepin beeinflussen sich gegenseitig. Rifampicin und die Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital senken bei Erwachsenen den Spiegel von MHD. In hoher Dosis kann Oxcarbazepin den Phenytoin-Spiegel erhöhen, sodass eine geringere Phenytoin-Dosis notwendig werden kann. Die Kombination mit Lamotrigin ist mit einem höheren Risiko für Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen verbunden. Bei mehreren Antiepileptika empfiehlt sich laut Fachinformation gegebenenfalls eine sorgfältige Dosisanpassung oder eine Kontrolle der Spiegel, besonders bei Kindern, die gleichzeitig Lamotrigin bekommen. [1, 2]

Die gleichzeitige Gabe von Lithium und Oxcarbazepin kann laut Fachinformation zu einer erhöhten Neurotoxizität führen, also zu stärkeren schädlichen Wirkungen auf das Nervensystem; eine Wechselwirkung mit MAO-Hemmern ist theoretisch möglich. Für natriumsenkende Mittel gelten die Kontrollen, die unter Kontrollen während der Behandlung beschrieben sind. [2]

Wird Oxcarbazepin abgesetzt, kann laut Fachinformation eine geringere Dosis anderer gleichzeitig eingenommener Arzneimittel notwendig sein; die anregende Wirkung auf die Leberenzyme bildet sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach dem Absetzen zurück. [2]

Wechselwirkungen von Oxcarbazepin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" (laut Fachinformation mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel)Die Verhütung kann unwirksam werden; laut Fachinformation sanken die Blutwerte von Ethinylestradiol und Levonorgestrel deutlich[1, 2]Eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode verwenden; laut Fachinformation vorzugsweise nicht-hormonell, z. B. eine Spirale
Andere Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin oder Lamotrigin sowie RifampicinGegenseitige Beeinflussung der Spiegel; laut Fachinformation kann der Phenytoin-Spiegel steigen, und die Kombination mit Lamotrigin ist mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen (Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen) verbunden[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; laut Fachinformation gegebenenfalls Dosisanpassung oder Kontrolle der Spiegel
Mittel, die den Natriumspiegel senken, z. B. Entwässerungsmittel (Diuretika), Desmopressin und Entzündungshemmer wie IndometacinHöheres Risiko für einen Natriummangel[1, 2]Laut Fachinformation den Natriumwert regelmäßig kontrollieren lassen
Lithium und MAO-Hemmer (Mittel gegen Stimmungsschwankungen und bestimmte Formen der Depression)Laut Fachinformation kann Lithium zusammen mit Oxcarbazepin stärker nervenschädigend wirken; eine Wechselwirkung mit MAO-Hemmern ist theoretisch möglich[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren
Ciclosporin und Tacrolimus (Mittel, die das Immunsystem dämpfen)Laut Fachinformation können ihre Spiegel sinken[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Oxcarbazepin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Oxcarbazepin, Eslicarbazepin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse im Zusammenhang mit Oxcarbazepin in der Vorgeschichte: dann nie wieder mit Oxcarbazepin behandeln; laut Fachinformation sollte nach Absetzen wegen einer Überempfindlichkeitsreaktion auf eine erneute Gabe verzichtet werden[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Frühere Überempfindlichkeit gegen Carbamazepin oder andere Arzneimittel: Bei einer Allergie gegen Carbamazepin ist laut Packungsbeilage auch eine allergische Reaktion gegen Oxcarbazepin möglich; laut Fachinformation können dann Überempfindlichkeitsreaktionen wie schwere Hautreaktionen auftreten (Kreuzreaktion)[1, 2]
  • Nierenerkrankung; schwere Lebererkrankung[1, 2]
  • Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika)[1, 2]
  • Herzkrankheit, Kurzatmigkeit oder geschwollene Füße oder Beine durch Wassereinlagerungen; laut Fachinformation bei Herzschwäche regelmäßige Gewichtskontrolle und bei bestehenden Reizleitungsstörungen des Herzens (z. B. AV-Block) sorgfältige Überwachung[1, 2]
  • Niedriger Natriumspiegel im Blut; laut Fachinformation sollte bei Risikofaktoren (z. B. Nierenerkrankungen mit niedrigem Natrium, natriumsenkende Arzneimittel, NSAR) der Natriumwert vor der Behandlung, nach etwa 2 Wochen und in den ersten 3 Monaten monatlich oder nach klinischer Notwendigkeit bestimmt werden; diese Risikofaktoren treten besonders bei älteren Menschen auf[1, 2]
  • Hormonelle Verhütung wie die "Pille": Sie kann unter Oxcarbazepin unwirksam werden; verwenden Sie eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode und melden Sie unregelmäßige Blutungen sofort[1, 2]
  • Abstammung von Han-Chinesen oder Thailändern: Ein Bluttest kann ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen zeigen (laut Fachinformation das Merkmal HLA-B*1502)[1, 2]
  • Kinder: Die Ärztin oder der Arzt kann die Schilddrüsenfunktion vor und während der Behandlung überwachen; laut Fachinformation wird Oxcarbazepin für Kinder unter 6 Jahren nicht empfohlen[1, 2]
  • Langzeitbehandlung mit Antiepileptika, bekannte Osteoporose oder gleichzeitige Anwendung von Kortison oder anderen Steroidhormonen: Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke beraten[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1]

Für ältere Menschen sind laut Fachinformation keine besonderen Dosierungsempfehlungen nötig, weil die Dosis individuell angepasst wird. Bei älteren Menschen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion wird laut Fachinformation eine Anpassung der Dosis empfohlen, und bei einem Risiko für Natriummangel ist eine engmaschige Überwachung des Natriums erforderlich. Bei Kindern unter 6 Jahren wird Oxcarbazepin nicht empfohlen. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter und Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Alkohol kann die beruhigende (sedierende) Wirkung von Oxcarbazepin verstärken. Die Packungsbeilage sagt: Vermeiden Sie Alkohol so weit wie möglich und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Oxcarbazepin hat laut Fachinformation einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Berichtet wurden unter anderem Schwindel, Schläfrigkeit, Störungen der Bewegungskoordination, Doppelt- und Verschwommensehen, ein Natriummangel und Bewusstseinstrübung, vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosisanpassungen. Daher sollte das Lenken von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen laut Fachinformation mit besonderer Vorsicht erfolgen. Ob Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen können, besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Tritt unter Oxcarbazepin eine Schwangerschaft ein oder ist sie geplant, muss die Anwendung laut Fachinformation sorgfältig überdacht werden: Es sollte die niedrigste Dosis gegeben werden, die die Anfälle kontrolliert, und wann immer möglich nur dieses eine Antiepileptikum, zumindest in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Eine wirksame Behandlung darf in der Schwangerschaft nicht unterbrochen werden, weil eine Verschlechterung der Epilepsie Mutter und Kind schadet. Empfohlen wird die ergänzende Einnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft; weil deren Wirksamkeit nicht bewiesen ist, sollte eine spezielle vorgeburtliche Untersuchung (Pränataldiagnostik) auch Frauen angeboten werden, die Folsäure nehmen. In den letzten Schwangerschaftswochen sollte der Mutter und nach der Geburt dem Neugeborenen Vitamin K gegeben werden. Weil der Spiegel von MHD in der Schwangerschaft allmählich sinken kann, wird empfohlen, das Ansprechen sorgfältig zu beobachten. Brechen Sie die Behandlung in der Schwangerschaft nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. [1, 2]

Wenn Sie stillen möchten, fragen Sie laut Packungsbeilage vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat; laut Fachinformation sollte ein gestillter Säugling auf Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und geringe Gewichtszunahme überwacht werden. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft, in der Stillzeit und Verhütung und Psychopharmaka. [1, 2]

Schwangerschaft

Es ist wichtig, epileptische Anfälle auch in der Schwangerschaft unter Kontrolle zu halten; die Einnahme von Antiepileptika kann aber ein Risiko für das Kind bedeuten. Studien zeigten kein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler durch Oxcarbazepin, ganz ausschließen lässt es sich nicht; auch eine Wirkung auf die Entwicklung der Gehirnfunktion kann nicht ausgeschlossen werden. Laut Fachinformation deuten Daten aus einer Beobachtungsstudie in den nordischen Ländern auf ein erhöhtes Risiko hin, dass Kinder, die im Mutterleib Oxcarbazepin ausgesetzt waren, bei der Geburt kleiner und leichter sind als erwartet. Brechen Sie die Behandlung in der Schwangerschaft nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen.[1, 2]

Laut Fachinformation sollte bei einer Schwangerschaft die niedrigste anfallskontrollierende Dosis gegeben werden, wann immer möglich als alleiniges Antiepileptikum, zumindest in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Die ergänzende Einnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft wird empfohlen; der Mutter sollte in den letzten Schwangerschaftswochen und dem Neugeborenen Vitamin K gegeben werden. Der Spiegel des wirksamen Abbauprodukts kann in der Schwangerschaft sinken.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über; die Menge, die das Kind aufnimmt, ist nach den verfügbaren Daten gering, ein Risiko lässt sich aber nicht ausschließen. Fragen Sie vor dem Stillen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bemerken Sie beim Baby übermäßige Schläfrigkeit oder eine geringe Gewichtszunahme, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann die beruhigende Wirkung von Oxcarbazepin verstärken. Vermeiden Sie Alkohol so weit wie möglich und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Oxcarbazepin kann müde oder schwindelig machen; außerdem sind verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Störungen der Muskelkoordination oder eine Bewusstseinstrübung möglich, besonders zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen können.[1, 2]

Anwendung

Zweimal täglich zu etwa derselben Uhrzeit einnehmen, mit einer kleinen Menge Wasser, mit oder ohne Nahrung. Die Tabletten dürfen zum leichteren Schlucken geteilt werden, aber nicht, um nur die Hälfte der Dosis einzunehmen. Für kleine Kinder, die keine Tabletten schlucken können, gibt es andere Darreichungsformen.[1]

Dosis vergessen: Nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist schon Zeit für die nächste Dosis. Nicht die doppelte Menge nehmen; bei mehreren vergessenen Dosen die Ärztin oder den Arzt fragen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat ab und setzen Sie Oxcarbazepin nie plötzlich ab, um eine plötzliche Verschlechterung der Anfälle zu vermeiden; ein Abbruch sollte schrittweise und nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Die Behandlung kann über viele Jahre nötig sein.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Mögliche Zeichen sind unter anderem Benommenheit, Schwindel, Koordinationsstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen, Muskelzuckungen oder eine Verschlechterung der Anfälle, Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübung, Koma, Übelkeit, Erbrechen, Doppelt- oder Verschwommensehen, Schläfrigkeit, flache Atmung, unregelmäßiger Herzschlag, Zittern, Aggression, Unruhe, Verwirrtheit, niedriger Blutdruck und Kurzatmigkeit.[1, 2]

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Oxcarbazepin laut Packungsbeilage jeden Tag zweimal zu etwa derselben Uhrzeit ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt etwas anderes; so wird die Epilepsie laut Packungsbeilage am wirksamsten unter Kontrolle gebracht. Wie Sie die Tabletten einnehmen und was bei einer vergessenen Dosis gilt, steht oben im Abschnitt Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft. [1]

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat ab. Um eine plötzliche Verschlechterung der Anfälle zu vermeiden, darf Oxcarbazepin laut Packungsbeilage nie plötzlich abgesetzt werden; wird die Behandlung beendet, sollte das schrittweise und nach ärztlicher Anweisung geschehen. Laut Fachinformation sollte Oxcarbazepin wie alle Antiepileptika nur langsam abgesetzt werden, um das Risiko möglichst gering zu halten, dass Anfälle wiederkehren oder zunehmen. [1, 2]

Bei Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte Oxcarbazepin laut Fachinformation sofort abgesetzt werden; zum Schutz vor Anfällen sollte dann eventuell ein anderes Antiepileptikum gegeben werden. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Psychopharmaka absetzen. [2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die übliche Anfangsdosis und den Dosisbereich für Erwachsene einschließlich älterer Menschen, die Dosis nach Körpergewicht für Kinder ab 6 Jahren und Anpassungen bei Nierenerkrankungen und schweren Lebererkrankungen; die Angabe zu Kindern unter 6 Jahren stammt aus der Fachinformation. Die Dosis kann allmählich gesteigert werden; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]

Präparate mit Oxcarbazepin

Präparate mit Oxcarbazepin
PräparatAnbieterHinweis
Oxcarbazepin-ratiopharmratiopharm GmbHFilmtabletten mit 150, 300 oder 600 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Oxcarbazepin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  4. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Leitlinie S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Langversion 2.1 (AWMF-Register-Nr. 038-019), Kapitel 5.1.2.1 (Pharmakotherapie) und 5.2.1.2.4 (Oxcarbazepin, Statement Therapie-Manie4). Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) und DGPPN. Stand Update Februar 2019, letzte Anpassung Mai 2020; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 01.03.2023. abgerufen am 23.10.2026
  6. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Bipolare Störungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Oxcarbazepin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Oxcarbazepin eingesetzt?

Oxcarbazepin ist zur Behandlung fokaler epileptischer Anfälle zugelassen, also von Anfällen, die laut Packungsbeilage einen begrenzten Bereich des Gehirns betreffen, auch wenn sie sich zu einem generalisierten tonisch-klonischen Anfall ausweiten. Es kann allein oder zusammen mit anderen Antiepileptika gegeben werden, bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren. Weitere Anwendungsgebiete, etwa die bipolare Störung, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die S3-Leitlinie Bipolare Störungen (Version 2.1, laut DGPPN bis 01.03.2023 gültig und damit abgelaufen) nennt als Stimmungsstabilisierer im Sinne der Leitlinie Lithium, Carbamazepin, Valproinsäure und Lamotrigin, Oxcarbazepin nicht.

Macht Oxcarbazepin müde?

Das ist möglich: Müdigkeit und Schläfrigkeit gehören laut Packungsbeilage und Fachinformation zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Die meisten dieser Nebenwirkungen gehen laut Packungsbeilage normalerweise im Laufe der Zeit zurück. Alkohol kann die beruhigende Wirkung verstärken. Ob Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann man mit Oxcarbazepin zunehmen?

Ja, Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage häufig, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Gelegentlich tritt eine Schilddrüsenunterfunktion auf; ihre Anzeichen sind laut Packungsbeilage Gewichtszunahme, Müdigkeit, Haarausfall, Muskelschwäche und Kältegefühl, und dann informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei einer Herzschwäche sollte das Gewicht laut Fachinformation regelmäßig kontrolliert werden, um Wassereinlagerungen zu erkennen. Mehr unter Gewichtszunahme.

Darf ich mit Oxcarbazepin Alkohol trinken?

Alkohol kann die beruhigende Wirkung von Oxcarbazepin verstärken. Die Packungsbeilage rät, Alkohol so weit wie möglich zu vermeiden und die Ärztin oder den Arzt um Rat zu fragen; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol.

Was ist der Unterschied zwischen Oxcarbazepin und Carbamazepin?

Beide sind Antiepileptika, und die chemische Struktur von Oxcarbazepin ähnelt laut Fachinformation der von Carbamazepin. Oxcarbazepin wirkt vor allem über sein Abbauprodukt MHD. Wer auf Carbamazepin überempfindlich reagiert hat, kann laut Fachinformation auch unter Oxcarbazepin Überempfindlichkeitsreaktionen wie schwere Hautreaktionen bekommen; sprechen Sie dann vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Welches Mittel für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; mehr unter Carbamazepin.

Wie setzt man Oxcarbazepin ab?

Nur nach ärztlichem Rat. Laut Packungsbeilage darf Oxcarbazepin nie plötzlich abgesetzt werden, damit sich die Anfälle nicht plötzlich verschlechtern; ein Abbruch sollte schrittweise und nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes erfolgen. Die Fachinformation sagt, dass Oxcarbazepin wie alle Antiepileptika nur langsam abgesetzt werden sollte. Bei einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte es laut Fachinformation dagegen sofort abgesetzt werden; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Darf ich Oxcarbazepin in der Schwangerschaft nehmen?

Das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage ist es wichtig, epileptische Anfälle auch in der Schwangerschaft unter Kontrolle zu halten; Antiepileptika können aber ein Risiko für das Kind bedeuten. Ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler zeigten Studien nicht, ganz ausschließen lässt es sich nicht. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Weil Oxcarbazepin die "Pille" unwirksam machen kann, ist laut Packungsbeilage eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode nötig.

Wie hoch ist die Dosis von Oxcarbazepin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und kann sie allmählich steigern. Was die Packungsbeilage für Erwachsene, für Kinder ab 6 Jahren nach Körpergewicht und bei Nierenerkrankungen nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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