AlltagRatgeber
Verhütung und Psychopharmaka
Einige Psychopharmaka können laut Fach- und Gebrauchsinformation hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille unzuverlässig machen, darunter Carbamazepin, Oxcarbazepin, Johanniskraut, Modafinil und Pitolisant. Umgekehrt können hormonelle Verhütungsmittel den Blutspiegel mancher Psychopharmaka verändern, etwa von Lamotrigin, Valproinsäure und Clozapin. Welche Verhütung zu Ihrer Behandlung passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; für Valproat gilt ein eigenes Schwangerschaftsverhütungsprogramm.

Zwischen Verhütung und Psychopharmaka gibt es Wechselwirkungen in zwei Richtungen. Einige Psychopharmaka können hormonelle Verhütungsmittel unzuverlässig machen; die Packungsbeilagen nennen dabei neben der Pille auch Pflaster, Depotspritzen, Implantate und den empfängnisverhütenden Scheidenring [2, 10]. Umgekehrt können die Hormone den Blutspiegel mancher Psychopharmaka verändern [5, 6, 14]. Für eine dritte Gruppe von Mitteln verlangt die Fachinformation während der Behandlung eine zuverlässige Verhütung [1, 6, 21, 23]. Welche Methode für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychopharmaka, die hormonelle Verhütung abschwächen können
Ausführliche Hinweise stehen in den Fachinformationen der Mittel gegen Epilepsie Carbamazepin und Oxcarbazepin. Beide regen laut Fachinformation Enzyme an, die auch die Hormone der Verhütungsmittel abbauen [1, 3]. Carbamazepin kann die Zuverlässigkeit hormoneller Verhütung mit Östrogen- und/oder Progesteronabkömmlingen beeinträchtigen oder sogar aufheben; berichtet wurden Durchbruchblutungen. Deshalb sollten Frauen im gebärfähigen Alter laut Fachinformation andere, nicht hormonelle Verhütungsmethoden empfohlen werden [1]. Die Packungsbeilage nennt ausdrücklich Pille, Pflaster, Injektionen und Implantate und rät, mit der Ärztin oder dem Arzt über die geeignete Methode zu sprechen [2].
Oxcarbazepin senkte in Studien die Blutwerte von Ethinylestradiol und Levonorgestrel, den beiden Bestandteilen eines hormonellen Verhütungsmittels. Die Verhütung kann dadurch unwirksam werden; die Fachinformation empfiehlt zusätzliche, nicht hormonelle Verhütungsmethoden und nennt als Beispiel die Spirale [3]. Laut Packungsbeilage sollen Sie eine andere oder zusätzliche Methode verwenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort informieren, wenn unregelmäßige vaginale Blutungen, Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten [4].
Unter den Antidepressiva nennt die Packungsbeilage von Johanniskraut eine solche Wechselwirkung. Wer hormonell verhütet, kann unter Johanniskraut laut Packungsbeilage Zwischenblutungen bekommen, und die Sicherheit der Verhütung kann herabgesetzt sein; genannt sind Pille, Depotspritze, Verhütungspflaster, Verhütungsimplantate und Scheidenring. Es sollten deshalb zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen ergriffen werden. Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, sollten vor der Einnahme mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen [10].
Auch zwei Mittel zur Behandlung der Narkolepsie gehören dazu. Modafinil kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel laut Fachinformation beeinträchtigen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten schon vor Beginn auf eine geeignete Methode eingestellt sein und müssen während der Behandlung andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden anwenden; für die Zeit nach dem Absetzen nennt die Fachinformation in Abschnitt 4.4 mindestens zwei Monate, in den Abschnitten 4.5 und 4.6 bis zu zwei Monate; die Dauer besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [11]. Bei Pitolisant müssen Frauen im gebärfähigen Alter laut EMA-Fachinformation während der Behandlung und mindestens bis zu 21 Tage danach zuverlässig verhüten. Weil Pitolisant hormonelle Verhütungsmittel abschwächen kann, ist bei hormoneller Verhütung eine andere Methode nötig; die Kombination mit der Pille sollte vermieden und zusätzlich zuverlässig verhütet werden [12].
Wenn Hormone den Spiegel eines Psychopharmakons verändern
Bei Lamotrigin beschreibt die Fachinformation die Wechselwirkung genau. Eine Pille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel beschleunigt den Abbau von Lamotrigin, der Spiegel im Blut sinkt; ein gesunkener Lamotriginspiegel wurde mit dem Verlust der Anfallskontrolle in Zusammenhang gebracht. Endet die hormonelle Verhütung, kann der Spiegel wieder steigen, was mit dosisabhängigen Nebenwirkungen verbunden sein kann. In der pillenfreien Woche steigt er vorübergehend an [5]. Beim Beginn und beim Ende einer hormonellen Verhütung muss die Erhaltungsdosis laut Fachinformation in den meisten Fällen angepasst werden; das übernimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [5]. Als erste Wahl sollte laut Fachinformation eine Verhütung ohne pillenfreie Woche erwogen werden, zum Beispiel durchgehend angewendete Hormone oder nicht hormonelle Methoden [5].
Ob Lamotrigin umgekehrt die Verhütung beeinträchtigt, ist laut Fachinformation nicht bekannt; es ist aber nicht auszuschließen, dass es bei einigen Frauen die Wirksamkeit der Verhütung vermindert. Jede Veränderung der Regelblutung, zum Beispiel Zwischenblutungen, soll deshalb umgehend gemeldet werden [5].
Bei Valproinsäure geht die Wirkung nur in eine Richtung. Östrogenhaltige Mittel, auch östrogenhaltige Verhütungsmittel, können die Wirksamkeit von Valproat vermindern; die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt sollte beim Beginn und beim Ende solcher Mittel die Anfallskontrolle bzw. die Stimmungslage überwachen. Die Wirkung der Pille selbst wird durch Valproinsäure laut Fachinformation nicht beeinträchtigt [6]. Welche Methode zur Empfängnisverhütung für Sie am geeignetsten ist, klären Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [7].
Bei Clozapin hemmen hormonelle Verhütungsmittel, auch solche nur mit Progesteron, laut Fachinformation bestimmte Enzyme (Cytochrom-P450-Enzyme); dadurch kann der Clozapinspiegel steigen, mit mehr Nebenwirkungen. Beim Beginn oder bei einer Unterbrechung der hormonellen Verhütung kann deshalb eine Anpassung der Clozapin-Dosis nötig sein [14]. Nach einem Wechsel von anderen Antipsychotika auf Clozapin kann sich außerdem der Menstruationszyklus normalisieren; Frauen im gebärfähigen Alter müssen laut Fachinformation deshalb für eine geeignete Verhütung sorgen [14].
Bei den trizyklischen Antidepressiva unterscheiden sich die Fachinformationen. Laut Fachinformation von Amitriptylin können orale Verhütungsmittel den Abbau trizyklischer Antidepressiva verstärken, ihre Konzentration im Blut senken und die antidepressive Wirkung abschwächen [15]. Auch für Imipramin heißt es, dass orale Verhütungsmittel den Abbau beschleunigen und die antidepressive Wirkung abschwächen können; zudem gibt es Hinweise, dass Östrogene die Wirkungen von Imipramin abschwächen und zugleich die Nebenwirkungen verstärken können [16]. Die Fachinformation von Clomipramin hält fest, dass bei längerer Anwendung oraler Verhütungsmittel zusammen mit Clomipramin keine Wechselwirkungen dokumentiert sind. In wenigen Fällen wurden bei hohen Östrogendosen zusammen mit Imipramin mehr Nebenwirkungen und ein verstärktes Ansprechen beobachtet; die Bedeutung dieser Fälle für Clomipramin ist laut Fachinformation unklar, bei hohen Östrogendosen wird empfohlen, das Ansprechen zu überwachen [17].
Bei weiteren Mitteln können Hormone die Menge des Wirkstoffs im Körper erhöhen. Östrogene zählen laut Fachinformation von Agomelatin zu den mäßigen Hemmstoffen des Enzyms CYP1A2 und erhöhen die Agomelatin-Menge im Körper mehrfach. Bei Behandelten, die gleichzeitig Östrogene erhielten, gab es keine speziellen Anzeichen für mangelnde Sicherheit; die gleichzeitige Anwendung mit mäßigen CYP1A2-Hemmern sollte trotzdem mit Vorsicht erfolgen, bis mehr Daten vorliegen [18]. Für das Beruhigungsmittel Alprazolam zählt die Fachinformation orale Verhütungsmittel zu den Mitteln, mit denen Alprazolam mit Vorsicht angewendet werden sollte; eine erhebliche Verringerung der Dosis sollte dann in Betracht gezogen werden [19]. Bei Melatonin ist laut Fachinformation Vorsicht geboten, wenn Frauen Östrogene erhalten, etwa zur Verhütung oder als Hormonersatztherapie, weil diese den Melatoninspiegel erhöhen [20].
Für einige Mittel nennen die Fachinformationen ausdrücklich keinen Einfluss auf die Pille. Pregabalin veränderte die Spiegel oraler Verhütungsmittel mit Norethisteron und/oder Ethinylestradiol nicht [21]. Ziprasidon veränderte das Verhalten von Östrogen- und Progesteronabkömmlingen im Körper nicht wesentlich [22], und Cariprazin hatte in einer Studie über 28 Tage keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf eine Pille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel [23]. Das betrifft nur die Wirkung auf die Pille; die Hinweise zur Verhütung im nächsten Abschnitt gelten für Pregabalin und Cariprazin trotzdem.
Wann die Fachinformation eine zuverlässige Verhütung verlangt
Bei einigen Psychopharmaka schreibt die Fachinformation eine zuverlässige Verhütung vor. Unter Carbamazepin müssen Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und zwei Wochen danach zuverlässig verhüten. Angewendet werden sollten mindestens eine zuverlässige Methode wie eine Spirale (Intrauterinpessar) oder zwei sich ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode; bei der Wahl sollten die persönlichen Umstände bewertet und die Patientin einbezogen werden [1]. Planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine Umstellung, bevor Sie die Verhütung beenden und bevor Sie schwanger werden [2].
Die Anwendung von Pregabalin in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kann laut Fachinformation zu schweren Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen; Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung wirksam verhüten [21]. Bei Cariprazin sind während der Behandlung und mindestens zehn Wochen nach der letzten Dosis äußerst zuverlässige Verhütungsmethoden nötig, weil die wirksamen Bestandteile nur langsam ausgeschieden werden [23]. Wer mit dem Nasenspray Esketamin behandelt wird und schwanger werden könnte, muss laut Packungsbeilage während der Behandlung verhüten [24]. Unter Solriamfetol, einem weiteren Mittel bei Narkolepsie, müssen laut Fachinformation Frauen im gebärfähigen Alter und ihre männlichen Partner wirksam verhüten [13]. Für Lithium verlangt die deutsche Fachinformation, vor Beginn eine Schwangerschaft auszuschließen und während der Behandlung eine sichere Empfängnisverhütung zu gewährleisten [25].
Was für Ihr Mittel gilt, steht in der Packungsbeilage. Allgemeines lesen Sie unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch.
Valproat: das Schwangerschaftsverhütungsprogramm
Für Valproinsäure gibt es ein eigenes Programm. Mit einem Rote-Hand-Brief vom 9. November 2018 informierten die Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über neue Gegenanzeigen und das Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Seither darf Valproat bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter nur angewendet werden, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden [8]. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist es laut Fachinformation gegenangezeigt, es sei denn, die Bedingungen des Programms werden eingehalten [6].
Zu den Bedingungen gehört laut Fachinformation, dass die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt die Risiken für ein Kind im Mutterleib mit der Patientin bespricht und sicherstellt, dass sie die Risiken verstanden hat, dass vor Beginn und soweit erforderlich während der Behandlung Schwangerschaftstests erfolgen und dass die Patientin zur Verhütung beraten wird. Während der gesamten Behandlung muss ohne Unterbrechung zuverlässig verhütet werden, auch wenn keine Regelblutung auftritt. Anzuwenden sind mindestens eine zuverlässige Methode, vorzugsweise eine, die nicht von der Anwenderin abhängt, wie eine Spirale (Intrauterinpessar) oder ein Implantat, oder zwei einander ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode [6]. Mindestens einmal im Jahr beurteilt eine in der Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen erfahrene Fachärztin oder ein solcher Facharzt, ob Valproat die geeignete Behandlung ist; dazu gehört ein jährlich auszufüllendes Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung, und die Patientin erhält einen Leitfaden [6].
Beenden Sie laut Packungsbeilage weder die Einnahme noch die Verhütung, bevor Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben; das gilt auch, wenn Sie später ein Kind bekommen möchten [7]. Für Männer gilt seit einem Rote-Hand-Brief vom 19. Februar 2024 eine Vorsichtsmaßnahme: Die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt sollte über ein mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen beim Kind informieren und die Notwendigkeit besprechen, während der Behandlung und drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für den Patienten und seine Partnerin in Betracht zu ziehen [6, 9]. Ausführlich steht das auf den Seiten Valproinsäure und Valproinsäure: Schwangerschaft und Verhütung.
Hormonelle Verhütung und Stimmung
Für hormonelle Verhütungsmittel selbst gibt es einen Warnhinweis zur Stimmung. Auf Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur gab das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im November 2018 bekannt, dass Fach- und Gebrauchsinformationen hormoneller Verhütungsmittel einen neuen Warnhinweis erhalten sollen: Depressive Verstimmung und Depression sind bei der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel allgemein bekannte Nebenwirkungen. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein allgemein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Frauen sollte geraten werden, sich bei Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen an ihre Ärztin oder ihren Arzt zu wenden, auch wenn diese kurz nach Beginn der Anwendung auftreten [26].
Was Sie tun können

Sagen Sie bei einer neuen Verordnung, wie Sie verhüten, und nennen Sie in der gynäkologischen Praxis Ihre Psychopharmaka. Die Packungsbeilagen von Carbamazepin und Valproat raten ausdrücklich, die geeignete Verhütungsmethode mit der Ärztin oder dem Arzt zu klären [2, 7]. Eine aktuelle Übersicht über alle Mittel, auch pflanzliche wie Johanniskraut, können Sie mit dem Werkzeug Medikationsplan anlegen; Fragen fürs Gespräch sammeln Sie mit Fragen fürs Arztgespräch.
Achten Sie auf Zwischen- oder Schmierblutungen. Fach- und Gebrauchsinformation von Lamotrigin und Oxcarbazepin bitten darum, Veränderungen der Blutung umgehend bzw. sofort zu melden; bei Carbamazepin und Johanniskraut nennen Fach- und Gebrauchsinformation Zwischen- und Durchbruchblutungen bei gleichzeitiger hormoneller Verhütung [1, 4, 5, 10]. Bei Kinderwunsch sehen die Fachinformationen von Carbamazepin und Valproat vor, dass Sie vor dem Ende der Verhütung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, damit eine Umstellung rechtzeitig vor der Empfängnis geprüft werden kann [1, 6].
Quellen
- Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Oxcarbazepin-ratiopharm Filmtabletten (150 mg, 300 mg, 600 mg). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief Valproat: Neue Anwendungseinschränkungen, Einführung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht von ratiopharm GmbH). Stand 09.11.2018. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief zu Valproat: Mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, deren Väter mit Valproat behandelt wurden. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand 19.02.2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Jarsin 300 mg überzogene Tabletten (Johanniskraut-Trockenextrakt). Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 01/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Modafinil Heumann 100 mg / 200 mg Tabletten. Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Wakix 4,5 mg / 18 mg Filmtabletten (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Bioprojet Pharma (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Sunosi 75 mg / 150 mg Filmtabletten (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Atnahs Pharma Netherlands B. V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Imipramin-neuraxpharm 10 mg, 25 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clomipramin-neuraxpharm 75 mg retard Retardtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Valdoxan (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Les Laboratoires Servier (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Alprazolam-ratiopharm 1,0 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Ziprasidon-neuraxpharm 20 mg/40 mg/60 mg/80 mg Hartkapseln. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Reagila (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Reagila Hartkapseln und Schmelztabletten. Gedeon Richter Plc. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Spravato (EPAR), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Spravato 28 mg Nasenspray, Lösung. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Behörde Risikoinformation: Suizidalität als mögliche Folge einer Depression unter der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 15.11.2018. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Welche Psychopharmaka schwächen die Pille ab?
Laut Fach- und Gebrauchsinformationen unter anderem Carbamazepin, Oxcarbazepin, Johanniskraut, Modafinil und Pitolisant. Bei ihnen kann hormonelle Verhütung unzuverlässig werden; die Fach- und Gebrauchsinformationen empfehlen andere oder zusätzliche Methoden, bei Carbamazepin und Oxcarbazepin ausdrücklich nicht hormonelle. Welche Methode zu Ihnen passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wirkt die Pille, wenn ich Johanniskraut nehme?
Laut Packungsbeilage können unter Johanniskraut Zwischenblutungen auftreten, und die Sicherheit hormoneller Verhütungsmittel kann herabgesetzt sein. Das gilt neben der Pille auch für Depotspritze, Verhütungspflaster, Implantate und Scheidenring. Es sollten deshalb zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen ergriffen werden.
Was muss ich bei Lamotrigin und Pille beachten?
Eine Pille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel senkt laut Fachinformation den Lamotriginspiegel; ein gesunkener Spiegel wurde mit dem Verlust der Anfallskontrolle in Zusammenhang gebracht. In der pillenfreien Woche und nach dem Absetzen der Pille kann der Spiegel steigen. Beim Beginn und beim Ende der Pille muss die Dosis in den meisten Fällen angepasst werden, und Zwischenblutungen sollen Sie umgehend melden.
Beeinflussen Antidepressiva die Wirkung der Pille?
Von den Antidepressiva auf dieser Seite nennt die Packungsbeilage von Johanniskraut eine herabgesetzte Sicherheit hormoneller Verhütung. Bei Amitriptylin und Imipramin beschreiben die Fachinformationen die umgekehrte Richtung: Orale Verhütungsmittel können den Abbau beschleunigen und die antidepressive Wirkung abschwächen. Für Clomipramin sind laut Fachinformation keine Wechselwirkungen mit oralen Verhütungsmitteln dokumentiert, bei Agomelatin erhöhen Östrogene die Menge des Wirkstoffs im Körper.
Wirkt die Pille bei Valproinsäure?
Laut Fachinformation beeinträchtigt Valproinsäure die Wirkung der Pille nicht. Umgekehrt können östrogenhaltige Verhütungsmittel die Wirksamkeit von Valproat vermindern. Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, müssen unter Valproat nach dem Schwangerschaftsverhütungsprogramm ohne Unterbrechung zuverlässig verhüten, mit mindestens einer zuverlässigen Methode wie Spirale oder Implantat oder mit zwei einander ergänzenden Methoden einschließlich einer Barrieremethode.
Gibt es Wechselwirkungen zwischen Melatonin und der Pille?
Laut Fachinformation eines Melatonin-Arzneimittels ist Vorsicht geboten, wenn Frauen Östrogene erhalten, etwa zur Verhütung oder als Hormonersatztherapie, weil diese den Melatoninspiegel erhöhen. Sprechen Sie das bei der Verordnung an.
Muss ich verhüten, wenn ich Psychopharmaka nehme?
Das hängt vom Mittel ab. Eine zuverlässige Verhütung verlangen die Fach- bzw. Gebrauchsinformationen unter anderem bei Valproat, Carbamazepin, Pregabalin, Cariprazin, Esketamin, Lithium, Modafinil, Pitolisant und Solriamfetol, bei Solriamfetol auch für männliche Partner. Was für Ihr Mittel gilt und wie lange nach dem Ende der Behandlung, steht in der Packungsbeilage; besprechen Sie es mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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