MedikamenteWirkstoff
Duloxetin
Duloxetin ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI), zugelassen für Erwachsene mit Depression, generalisierter Angststörung oder Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Cymbalta. Bei Depression und Angststörung kann es zwei bis vier Wochen dauern, bis Sie sich besser fühlen; beendet wird die Behandlung nur nach ärztlicher Absprache und langsam, weil Absetzsymptome häufig sind.

Wofür wird Duloxetin eingesetzt?
Duloxetin ist bei Erwachsenen zugelassen zur Behandlung von depressiven Erkrankungen (Major Depression), der generalisierten Angststörung, also eines dauerhaften Gefühls von Angst oder Nervosität, und von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie. [1, 2]
Bei der diabetischen Polyneuropathie sind Nerven durch den Diabetes geschädigt. Die Packungsbeilage beschreibt die Schmerzen als oft brennend, stechend, reißend, einschießend oder wie einen Elektroschock; an der betroffenen Stelle kann das Gefühl verloren gehen, oder Berührung, Wärme, Kälte oder Druck können Schmerzen verursachen. [1]
Duloxetin steckt auch in Arzneimitteln gegen Belastungsharninkontinenz (ungewollter Harnverlust bei körperlicher Belastung). Laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Anwendung mehrerer Arzneimittel mit Duloxetin vermieden werden; die Packungsbeilage nennt ein weiteres Duloxetin-Arzneimittel unter den Gründen, aus denen Duloxetin nicht eingenommen werden darf. [1, 2]
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf Duloxetin laut Fachinformation nicht angewendet werden. Die Packungsbeilage formuliert, es sollte bei ihnen normalerweise nicht angewendet werden; die Ärztin oder der Arzt kann es trotzdem verschreiben, wenn sie oder er entscheidet, dass es im bestmöglichen Interesse des jungen Menschen ist. Langzeitdaten zu Wachstum, Reifung und Entwicklung fehlen in dieser Altersgruppe. [1, 2]
Wie wirkt Duloxetin?
Duloxetin gehört zu den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Serotonin und Noradrenalin sind Botenstoffe, über die Nervenzellen Signale weitergeben. Duloxetin hemmt, dass Nervenzellen diese beiden Botenstoffe wieder aufnehmen; bei Tieren erhöhte es abhängig von der Dosis ihre Konzentration außerhalb der Nervenzellen in verschiedenen Bereichen des Gehirns. Die Wiederaufnahme von Dopamin hemmt Duloxetin nur gering. An Andockstellen (Rezeptoren) für Histamin, Dopamin und Acetylcholin sowie an adrenerge Rezeptoren, die Andockstellen für Adrenalin und Noradrenalin, bindet es nicht nennenswert. [1, 2]
Seine schmerzhemmende Wirkung erklärt die Fachinformation damit, dass Duloxetin Nervenbahnen verstärkt, die im zentralen Nervensystem absteigen und Schmerzen hemmen. In vorklinischen Modellen für Nerven- und Entzündungsschmerzen normalisierte es die Schmerzschwelle. Wie Antidepressiva insgesamt wirken, erklärt die Seite Wie wirken Antidepressiva? [2]
Die höchste Konzentration im Blut ist 6 Stunden nach der Einnahme erreicht, wenn Duloxetin mit einer Mahlzeit genommen wird, nach 10 Stunden; eine klinische Bedeutung hat das laut Fachinformation nicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegt zwischen 8 und 17 Stunden, im Mittel bei 12 Stunden. Abgebaut wird Duloxetin über die Leberenzyme CYP1A2 und CYP2D6; die Abbauprodukte werden hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden. Wie der Körper Duloxetin aufnimmt, verteilt und abbaut, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden, zum Teil bedingt durch Geschlecht, Alter, Rauchen und die Aktivität des Enzyms CYP2D6. [2]
Wie sich Duloxetin von einem verwandten Mittel unterscheidet, zeigt der Vergleich Venlafaxin oder Duloxetin.
Wann wirkt Duloxetin und wie lange wird behandelt?
Fühlen Sie sich bei einer Depression oder Angststörung nach zwei bis vier Wochen nicht besser, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bei Schmerzen durch diabetische Neuropathie gilt das, wenn Sie sich nach zwei Monaten nicht besser fühlen. Es ist möglich, dass Ihnen Duloxetin auch dann noch verschrieben wird, wenn es Ihnen schon besser geht, damit die Depression oder die Angststörung nicht wiederkommt. Wie lange Sie Duloxetin nehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1]
Veränderungen können Sie im Stimmungstagebuch festhalten. Mehr zur Dauer steht unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen?, mehr zur Zeit bis zur Wirkung unter Wirkungseintritt.
- BeginnAm häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Übelkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit und Schwindel; die Nebenwirkungen waren überwiegend leicht bis mittelschwer, traten gewöhnlich zu Behandlungsbeginn auf und verschwanden meistens, auch wenn die Behandlung weiterging. Eine unangenehme oder belastende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) tritt vornehmlich in den ersten Behandlungswochen auf. Bei der generalisierten Angststörung beginnt die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis.[1, 2]
- Erste WirkungLaut Packungsbeilage beginnt Duloxetin bei den meisten Menschen mit Depression oder generalisierter Angststörung innerhalb von zwei Wochen zu wirken; es kann aber zwei bis vier Wochen dauern, bis sie sich besser fühlen. Laut Fachinformation wird ein Ansprechen bei einer Depression normalerweise nach 2 bis 4 Wochen beobachtet. Bei Schmerzen durch diabetische Polyneuropathie kann es ein paar Wochen dauern; die Wirksamkeit sollte nach 2 Monaten beurteilt werden.[1, 2]
- Wirkung prüfenBei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen.[4]
- ErhaltungNach Stabilisierung des Ansprechens wird laut Fachinformation bei Depression und generalisierter Angststörung empfohlen, die Behandlung für einige Monate weiterzuführen, um einen Rückfall zu vermeiden; bei wiederholten depressiven Episoden in der Vorgeschichte könnte eine Langzeitbehandlung erwogen werden. Bei Schmerzen durch diabetische Polyneuropathie muss der Nutzen regelmäßig, mindestens alle drei Monate, überprüft werden. Laut NVL soll empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen.[2, 4]
- Rückfall vorbeugenWer 2 bis 3 oder mehr depressive Episoden und in den letzten 5 Jahren bedeutsame Einschränkungen im Alltag hatte, dem sollte laut NVL Unipolare Depression empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat. Diese Empfehlung gilt für Antidepressiva allgemein; die Fachinformation von Duloxetin nennt die Rückfallvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet.[2, 4]
- AbsetzenDie Behandlung endet nur nach ärztlicher Absprache; ein abruptes Absetzen muss vermieden werden. Die Dosis wird laut Packungsbeilage und Fachinformation Abschnitt 4.4 unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der behandelten Person langsam über mindestens 2 Wochen verringert; Abschnitt 4.2 der Fachinformation nennt mindestens 1 bis 2 Wochen. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) sollte ein Antidepressivum laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Absetzsymptome sind häufig, besonders nach abruptem Absetzen; sie verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, bei einigen Menschen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.[1, 2, 4]
Nebenwirkungen im Blick
Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen normalerweise leicht bis mittelschwer und verschwinden oft nach wenigen Wochen. Ein Blutdruckanstieg gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Laut Fachinformation stand Duloxetin bei einigen Behandelten mit klinisch bedeutsamem Bluthochdruck in Zusammenhang, und es wurden krisenhafte Blutdruckanstiege berichtet, besonders bei schon bestehendem Bluthochdruck. Die QT-Zeit, ein Zeitabschnitt in der Herzstromkurve (EKG), unterschied sich in Studien nicht von der unter einem Scheinmedikament (Placebo). Stürze sind häufig, vor allem bei älteren Menschen. [1, 2]
Beim Gewicht ist eine Abnahme häufig, eine Zunahme gelegentlich. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen auch vermindertes sexuelles Verlangen und Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu bekommen; in bestimmten Fällen blieben sexuelle Funktionsstörungen nach dem Ende der Behandlung bestehen. Ein erhöhter Blutzucker ist gelegentlich und wurde hauptsächlich bei Menschen mit Diabetes berichtet. Ein niedriger Natriumwert im Blut ist selten und wurde hauptsächlich bei älteren Menschen berichtet. Unter Duloxetin wurden außerdem Leberschäden berichtet, die meisten in den ersten Behandlungsmonaten. Beim Beenden der Behandlung sind Absetzsymptome häufig, besonders nach abruptem Absetzen; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenHäufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeGelegentlich
- Weniger oder veränderte Lust auf SexHäufig
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitSehr häufig
- Vermehrtes SchwitzenHäufig
- ÜbelkeitSehr häufig
- SchwindelHäufig
- ZitternHäufig
- BewegungsstörungenGelegentlich
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- NatriummangelSelten
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Gelegentlich
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Duloxetin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Übelkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
- Häufig: Appetitverlust (verminderter Appetit)[1, 2]
- Häufig: Schlafstörungen (laut Fachinformation Abschnitt 4.8 gelegentlich)[1, 2]
- Häufig: Sich aufgeregt fühlen (Agitiertheit)[1, 2]
- Häufig: Vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverminderung)[1, 2]
- Häufig: Angst[1, 2]
- Häufig: Schwierigkeiten oder Unvermögen, einen Orgasmus zu bekommen[1, 2]
- Häufig: Ungewöhnliche Träume[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Sich antriebslos fühlen (Lethargie)[1, 2]
- Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
- Häufig: Taubheitsgefühl, auch Taubheitsgefühl oder Kribbeln der Haut (Parästhesien)[1, 2]
- Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
- Häufig: Ohrgeräusche ohne tatsächlich vorhandenes Geräusch (Tinnitus); auch nach dem Absetzen berichtet[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen[1, 2]
- Häufig: Erhöhter Blutdruck (Blutdruckanstieg)[1, 2]
- Häufig: Erröten[1, 2]
- Häufig: Vermehrtes Gähnen[1, 2]
- Häufig: Verstopfung oder Durchfall[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen[1, 2]
- Häufig: Erbrechen[1, 2]
- Häufig: Sodbrennen oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen[1, 2]
- Häufig: Vermehrtes Schwitzen[1, 2]
- Häufig: Ausschlag, auch juckend[1, 2]
- Häufig: Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe[1, 2]
- Häufig: Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)[1, 2]
- Häufig: Häufiger Harndrang (Pollakisurie)[1, 2]
- Häufig: Erektionsstörungen[1, 2]
- Häufig: Störungen beim Samenerguss, auch verzögerter Samenerguss[1, 2]
- Häufig: Stürze, vor allem bei älteren Menschen[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Beim Beenden der Behandlung, vor allem bei plötzlichem Absetzen: Absetzphänomene, am häufigsten Schwindel, Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag (vor allem im Kopf), Schlafstörungen (auch Schlaflosigkeit und intensive Träume), Müdigkeit, Schläfrigkeit, Erregtheit oder Angst, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Durchfall, vermehrtes Schwitzen und Drehschwindel[1, 2]
- Häufig: Gewichtsabnahme[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Duloxetin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Alle Nebenwirkungen von Duloxetin nach Häufigkeit, auch die seltenen, finden Sie über die Zeile "Weiterführend" unter den Quellen. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit, innere Unruhe (Akathisie), vermehrtes Schwitzen, Natriummangel sowie Blutzucker und Blutfette.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wer depressiv ist oder unter Angststörungen leidet, kann manchmal Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zum ersten Mal Antidepressiva nehmen, können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger. Wahrscheinlicher sind sie bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Unter Duloxetin und kurze Zeit nach dem Ende der Behandlung wurden Suizidgedanken und suizidales Verhalten berichtet. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie zu einer Ärztin oder einem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf. [1, 2]
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben unter dieser Klasse von Arzneimitteln ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit, vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut. Tritt bei einem jungen Menschen, der Duloxetin nimmt, eines dieser Anzeichen auf oder verschlimmert es sich, sollten Sie die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen. [1]
Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, einer Freundin, einem Freund oder Verwandten von der Depression oder Angststörung zu erzählen und darum zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich aus deren Sicht Ihr Zustand verschlimmert oder wenn sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. Wer Duloxetin gegen Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie nimmt, sollte laut Fachinformation von der Ärztin oder dem Arzt ermuntert werden, deprimierende Gedanken oder Gefühle jederzeit anzusprechen. [1, 2]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache. Belastende Nebenwirkungen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, ausdrücklich auch solche, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen, zum Beispiel sexuelle Funktionsstörungen. [1, 4]
Spüren Sie eine innere Unruhe oder können Sie nicht still sitzen oder still stehen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation tritt diese Akathisie vornehmlich in den ersten Behandlungswochen auf, und eine Erhöhung der Dosis kann dann nachteilig sein. [1, 2]
Haben Sie Bluthochdruck oder eine Herzerkrankung, sprechen Sie vor Beginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er sagt Ihnen, ob Sie Duloxetin einnehmen können. Steigt der Blutdruck während der Einnahme anhaltend an, sollte laut Fachinformation erwogen werden, die Dosis zu verringern oder Duloxetin schrittweise abzusetzen; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt. [1, 2]
Ein niedriger Natriumwert im Blut kann sich laut Packungsbeilage durch Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder starke Müdigkeit zeigen oder dadurch, dass Sie sich krank fühlen oder krank sind; schwerere Anzeichen sind Ohnmacht, Krampfanfälle oder Stürze. Bemerken Sie so etwas, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1]
Duloxetin kann dazu führen, dass Sie sich müde oder schwindlig fühlen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie wissen, wie Duloxetin bei Ihnen wirkt. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten. [1]
Kontrollen während der Behandlung
Bei Depression und generalisierter Angststörung sollten Behandelte laut Fachinformation bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden, besonders zu Beginn und nach Dosisanpassungen; bei Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung wird empfohlen, den Blutdruck vor allem im ersten Behandlungsmonat zu überwachen. Die Zeitpunkte, die die NVL für die Behandlung einer Depression nennt, sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [2, 4]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Befinden, Stimmung und Verhalten | Engmaschig, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen, bis eine Besserung eintritt; besonders sorgfältig bei Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten in der Vorgeschichte. Dasselbe gilt bei der generalisierten Angststörung; bei Schmerzen durch diabetische Polyneuropathie sollten Ärztinnen und Ärzte die Behandelten ermuntern, deprimierende Gedanken oder Gefühle jederzeit anzusprechen[2] |
| Gespräch über Wirkung, Einnahme und Nebenwirkungen | Bei einer Depression laut NVL in den Monaten 1 bis 3 je zweimal (diese Termine auch telefonisch möglich), in den Monaten 4 bis 6 je einmal, danach vierteljährlich[4] |
| Blutdruck und Puls | Laut Fachinformation wird bei bekanntem Bluthochdruck oder anderen Herzerkrankungen eine angemessene Überwachung des Blutdrucks empfohlen, besonders im ersten Behandlungsmonat. Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, unter SNRI in hoher Dosierung häufiger[2, 4] |
| EKG (Herzstromkurve) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn und im 1. Monat, wenn ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine solche Erkrankung besteht[4] |
| Blutbild und Nierenwerte (GFR, berechnet aus dem Kreatinin) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen[4] |
| Leberwerte (Leberenzyme) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat; bei bedeutsamen Begleiterkrankungen oder vielen weiteren Medikamenten zusätzlich in den Monaten 2 bis 5 und danach vierteljährlich. Die meisten berichteten Leberschäden traten laut Fachinformation in den ersten Behandlungsmonaten auf[2, 4] |
| Salze im Blut (Elektrolyte, darunter Natrium) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich (bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen). Ein Natriummangel wurde laut Fachinformation meist bei älteren Menschen berichtet; Vorsicht gilt bei erhöhtem Risiko, etwa im höheren Alter, bei Leberzirrhose, Flüssigkeitsmangel oder Entwässerungsmitteln[2, 4] |
| Körpergewicht | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 3. und im 6. Monat, danach vierteljährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können seltenere Kontrollen ausreichen[4] |
| Beobachtung bei gleichzeitiger Einnahme anderer serotonerger Mittel oder von Antipsychotika | Sorgfältige Beobachtung, besonders zu Beginn der Behandlung und bei einer Dosiserhöhung, wenn die Kombination ärztlich angezeigt ist[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Nicht zusammen mit Duloxetin eingenommen werden dürfen MAO-Hemmer, zum Beispiel das Antidepressivum Moclobemid oder das Antibiotikum Linezolid, sowie das Antidepressivum Fluvoxamin und die Antibiotika Ciprofloxacin und Enoxacin, die den Duloxetinspiegel im Blut erhöhen. Bei anderen Mitteln, die den Serotoninspiegel erhöhen, etwa Triptanen gegen Migräne, Tramadol oder Johanniskraut, steigt laut Packungsbeilage die Möglichkeit von Nebenwirkungen; ein Serotonin-Syndrom ist möglich. Mittel zur Blutverdünnung könnten die Gefahr für Blutungen erhöhen. [1, 2]
Bei Raucherinnen und Rauchern war die Konzentration von Duloxetin im Blut deutlich niedriger als bei Nichtrauchenden; die Fachinformation führt das bei den Stoffen auf, die das Leberenzym CYP1A2 anregen. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Rauchen. [2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer, z. B. Moclobemid (Antidepressivum) oder Linezolid (Antibiotikum) | Gefährliche oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen möglich, darunter ein Serotonin-Syndrom[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen; nach dem Ende eines MAO-Hemmers mindestens 14 Tage warten, nach dem Ende von Duloxetin mindestens 5 Tage bis zum Beginn eines MAO-Hemmers |
| Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder Enoxacin (starke Hemmstoffe des Leberenzyms CYP1A2) | Der Duloxetinspiegel im Blut steigt; unter Fluvoxamin stieg die Gesamtmenge im Blut in einer Studie deutlich an[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Mittel, die den Serotoninspiegel erhöhen: Triptane, Tramadol, Buprenorphin, Tryptophan, Pethidin, SSRI wie Paroxetin oder Fluoxetin, SNRI wie Venlafaxin, trizyklische Antidepressiva wie Clomipramin oder Amitriptylin, Johanniskraut | Nebenwirkungen werden wahrscheinlicher; ein Serotonin-Syndrom ist möglich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; bei ungewöhnlichen Anzeichen ärztliche Hilfe suchen |
| Antipsychotika und andere Dopamin-Gegenspieler | Serotonin-Syndrom oder Malignes Neuroleptisches Syndrom möglich[2] | Laut Fachinformation sorgfältige Beobachtung, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhung |
| Arzneimittel, die schläfrig machen, z. B. Benzodiazepine, starke Schmerzmittel (Opioide), Antipsychotika, Phenobarbital, Antihistaminika; auch Alkohol | Laut Fachinformation ist bei der Kombination mit anderen zentral wirksamen Mitteln Vorsicht geboten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Blutverdünner (orale Antikoagulanzien) und Thrombozytenaggregationshemmer; laut Fachinformation auch nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) oder Acetylsalicylsäure | Erhöhtes Blutungsrisiko; unter Warfarin wurden erhöhte Gerinnungswerte (INR) berichtet[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren; vorher Rücksprache halten |
| Arzneimittel, die über das Leberenzym CYP2D6 abgebaut werden, z. B. Risperidon, Nortriptylin, Amitriptylin, Imipramin, Flecainid, Propafenon, Metoprolol | Deren Spiegel im Blut kann steigen; bei Desipramin stieg die Gesamtmenge im Blut deutlich an[2] | Laut Fachinformation Vorsicht, besonders bei Mitteln mit geringer therapeutischer Breite |
| Andere Arzneimittel mit Duloxetin (z. B. Präparate gegen Belastungsharninkontinenz) | Doppelte Einnahme desselben Wirkstoffs[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen |
| Rauchen | Laut Fachinformation zeigten pharmakokinetische Analysen bei Rauchern eine deutlich niedrigere Konzentration von Duloxetin im Blut als bei Nichtrauchern[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.
Wer Duloxetin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Duloxetin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Lebererkrankung (laut Fachinformation: Lebererkrankung, die zu einer eingeschränkten Leberfunktion führt)[1, 2]
- Schwere Nierenerkrankung (laut Fachinformation schwere Einschränkung der Nierenfunktion)[1, 2]
- Einnahme eines MAO-Hemmers (Monoaminoxidase-Hemmer) jetzt oder in den letzten 14 Tagen[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Fluvoxamin (Antidepressivum) oder der Antibiotika Ciprofloxacin oder Enoxacin[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme eines anderen Arzneimittels mit Duloxetin[1]
- Unkontrollierter Bluthochdruck, der zu einer hypertensiven Krise führen könnte: Die Behandlung darf dann nicht begonnen werden[2]
Besondere Vorsicht bei
- Bluthochdruck oder Herzerkrankung: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob Duloxetin infrage kommt; laut Fachinformation wird dann eine Überwachung des Blutdrucks empfohlen, besonders im ersten Behandlungsmonat[1, 2]
- Einnahme anderer Mittel gegen Depressionen oder von Johanniskraut[1, 2]
- Nierenerkrankung[1]
- Epileptische Anfälle, früher oder jetzt[1, 2]
- Manie, früher oder jetzt, oder manisch-depressive (bipolare) Erkrankung[1, 2]
- Augenerkrankung wie eine bestimmte Form des Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)[1, 2]
- Blutungsstörungen (Neigung zu Blutergüssen) in der Vorgeschichte, besonders in der Schwangerschaft[1, 2]
- Risiko für einen niedrigen Natriumwert im Blut, etwa bei Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika), besonders im höheren Alter[1, 2]
- Gleichzeitige Behandlung mit einem anderen Arzneimittel, das die Leber schädigen kann[1, 2]
- Sexuelle Funktionsstörungen können auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Laut Packungsbeilage sollte Duloxetin normalerweise nicht angewendet werden, laut Fachinformation darf es nicht angewendet werden; in dieser Altersgruppe ist das Risiko für Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit erhöht[1, 2]
- Ältere Menschen: Laut Fachinformation muss die Behandlung mit der Höchstdosis mit Vorsicht erfolgen, weil dazu nur begrenzte Daten vorliegen[2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Sucrose (Zucker)[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Beim Alkohol sollten Sie laut Packungsbeilage besonders vorsichtig sein; mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1]
Studien zur Verkehrstüchtigkeit gibt es laut Fachinformation nicht; Duloxetin kann aber müde oder schwindlig machen. Ob Sie Auto fahren können, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme in § 24a Abs. 4 StVG für Stoffe, die aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrühren, bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Duloxetin in der Schwangerschaft als sehr hoch an und nennt bei depressiven Erkrankungen Sertralin und Citalopram bzw. Escitalopram als besser geeignete Alternativen; eine stabile Einstellung auf Duloxetin kann laut Embryotox fortgesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [3] Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Duloxetin dürfen Sie in der Schwangerschaft nur einnehmen, nachdem Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Nutzen und mögliche Risiken für das ungeborene Kind gesprochen haben. Werden Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Daten zur Einnahme in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zeigen kein erhöhtes Risiko für allgemeine Geburtsfehler. Bei Einnahme in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann das Risiko einer Frühgeburt erhöht sein, meistens zwischen der 35. und 36. Schwangerschaftswoche.[1, 2]
Gegen Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann Duloxetin beim Baby kurz nach der Geburt Beschwerden auslösen: schlaffe Muskulatur, Zittern, nervöse Unruhe, Schwierigkeiten beim Füttern, Atemprobleme und Krampfanfälle. Außerdem ist das Risiko für starke Blutungen aus der Scheide kurz nach der Geburt erhöht. Ähnliche Mittel (SSRI) können beim Neugeborenen eine anhaltende pulmonale Hypertonie (PPHN) auslösen; es atmet dann schneller und hat eine bläuliche Haut. Informieren Sie Hebamme und Ärztin oder Arzt über die Behandlung.[1, 2]
Embryotox stuft den Erfahrungsumfang als sehr hoch ein: Die Auswertung von etwa 4.500 Schwangerschaften ergab keinen Hinweis auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko. Bei stabiler Einstellung kann die Behandlung laut Embryotox fortgesetzt werden; bei einer Neueinstellung sollte zunächst geprüft werden, ob die am besten untersuchten Antidepressiva Sertralin oder Citalopram bzw. Escitalopram infrage kommen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer antidepressiven Behandlung können beim Neugeborenen vorübergehend Symptome einer Anpassungsstörung auftreten, die sich laut Embryotox im Verlauf vollständig zurückbilden; Embryotox rät zur Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Die Anwendung in der Stillzeit wird in Packungsbeilage und Fachinformation nicht empfohlen; die Fachinformation begründet das damit, dass keine Informationen zur Sicherheit für Säuglinge vorliegen. Nach einer Studie mit sechs Frauen, die ihre Kinder nicht gestillt haben, geht Duloxetin laut Fachinformation nur in sehr geringer Menge in die Muttermilch über. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie stillen.[1, 2]
Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Duloxetin und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Seien Sie während der Behandlung besonders vorsichtig, wenn Sie Alkohol trinken. Laut Fachinformation ist bei der Kombination mit zentral wirksamen Substanzen einschließlich Alkohol Vorsicht geboten.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Duloxetin kann müde oder schwindlig machen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie wissen, wie Duloxetin bei Ihnen wirkt.[1, 2]
Anwendung
Die Kapsel im Ganzen mit Wasser schlucken, unabhängig von den Mahlzeiten; damit Sie an die Einnahme denken, kann es einfacher sein, sie täglich etwa zur gleichen Zeit einzunehmen. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Dosis vergessen: nachholen, sobald es Ihnen auffällt. Ist schon Zeit für die nächste Dosis, wie gewohnt weitermachen, ohne die vergessene Kapsel zusätzlich zu nehmen; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Soll die Behandlung enden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen. Nach abruptem Absetzen traten bei einigen Menschen Schwindel, Kribbeln oder Empfindungen wie ein elektrischer Schlag (vor allem im Kopf), Schlafstörungen (lebhafte Träume, Albträume, Schlaflosigkeit), Müdigkeit, Schläfrigkeit, Unruhe oder Erregtheit, Angst, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Durchfall, übermäßiges Schwitzen oder Drehschwindel auf. Laut Packungsbeilage sind sie normalerweise nicht schwerwiegend und verschwinden innerhalb einiger Tage; fragen Sie bei Beschwerden Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1]
Laut Fachinformation treten Absetzerscheinungen häufig auf, besonders nach abruptem Absetzen: In klinischen Studien traten danach unter Duloxetin häufiger unerwünschte Ereignisse auf als unter Placebo. Die Absetzerscheinungen verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, können bei einigen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten; sehr selten wurden sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen einzelnen Dosis berichtet.[2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Anzeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Koma, Serotonin-Syndrom, Krampfanfälle, Erbrechen und schneller Herzschlag.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Laut Packungsbeilage schlucken Sie die Kapsel im Ganzen mit Wasser, unabhängig von den Mahlzeiten. Sie enthält den Wirkstoff in kleinen Kügelchen (Pellets), die zum Schutz vor der Magensäure umhüllt sind. [1]
Beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Ein abruptes Absetzen muss laut Fachinformation vermieden werden. Absetzsymptome treten üblicherweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen auf, sehr selten wurden sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen einzelnen Dosis berichtet. Am häufigsten berichtet werden unter anderem Schwindel, Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag, besonders im Kopf, Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume, Übelkeit, Kopfschmerzen und Reizbarkeit. Normalerweise sind die Beschwerden leicht bis mittelschwer, bei einigen Menschen können sie aber schwerwiegend sein. [1, 2]
Treten nach einer Dosisverringerung oder nach dem Absetzen Beschwerden auf, die nicht zu ertragen sind, sollte laut Fachinformation erwogen werden, die vorherige Dosis wieder einzunehmen; danach kann die Ärztin oder der Arzt das Ausschleichen in langsameren Schritten fortsetzen. Die NVL ordnet das Risiko für Absetzsymptome bei Duloxetin als moderat ein. Bei einer Depression sollen Behandelte laut NVL schon vor Beginn über mögliche Absetzsymptome und eine Rebound-Depression aufgeklärt werden, also ein rasches Wiederauftreten der Depression nach dem Absetzen; nach der letzten Einnahme soll der regelmäßige Kontakt mindestens 6 Monate weitergehen. Ausführlich: Antidepressiva absetzen und Absetzsymptome. [2, 4]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis getrennt nach Anwendungsgebiet; bei der generalisierten Angststörung beginnt die Behandlung mit einer niedrigeren Startdosis. Die Angaben zu älteren Menschen und zu Nieren- und Leberfunktion stammen aus der Fachinformation: Bei einer Lebererkrankung mit eingeschränkter Leberfunktion und bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung darf Duloxetin laut Fachinformation nicht angewendet werden. [1, 2]
Präparate mit Duloxetin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Cymbalta | Eli Lilly Nederland B.V. (in Deutschland vertreten durch Lilly Deutschland GmbH) | verschreibungspflichtig |
| Duloxalta | TAD Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Duloxetin AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| DULOXETIN PUREN | PUREN Pharma GmbH & Co. KG | verschreibungspflichtig |
| Duloxetin-1A Pharma | 1A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Duloxetin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Duloxetin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Duloxetin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Ab wann wirkt Duloxetin?
Laut Packungsbeilage beginnt Duloxetin bei den meisten Menschen mit Depression oder generalisierter Angststörung innerhalb von zwei Wochen zu wirken; bis Sie sich besser fühlen, kann es zwei bis vier Wochen dauern. Bei Schmerzen durch diabetische Neuropathie kann es ein paar Wochen dauern; fühlen Sie sich nach zwei Monaten nicht besser, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei einer Depression soll laut NVL nach Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam geprüft werden, ob die Behandlung wirkt.
Nimmt man mit Duloxetin zu?
Eine Gewichtszunahme nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkung, sie kann also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Häufiger, bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Gewichtsabnahme und Appetitverlust. Bei einer Depression soll laut NVL unter anderem das Körpergewicht vor Beginn und im Verlauf kontrolliert werden. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Wie hoch ist die Dosis von Duloxetin?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage je nach Anwendungsgebiet als übliche Dosis und Startdosis nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation" auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Macht Duloxetin müde?
Das ist möglich: Schläfrigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; Müdigkeit und das Gefühl, antriebslos zu sein, sind häufig. Laut Fachinformation traten die Nebenwirkungen gewöhnlich zu Behandlungsbeginn auf und verschwanden meistens, auch wenn die Behandlung weiterging. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bevor Sie wissen, wie Duloxetin bei Ihnen wirkt.
Wie setzt man Duloxetin ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage verringert sie oder er die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen, bevor die Einnahme endet. Nach abruptem Absetzen traten bei einigen Menschen unter anderem Schwindel, Kribbeln oder Empfindungen wie ein elektrischer Schlag, vor allem im Kopf, Schlafstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Reizbarkeit auf. Laut Fachinformation verschwinden Absetzsymptome gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, bei einigen Menschen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.
Darf ich mit Duloxetin Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung besonders vorsichtig sein, wenn Sie Alkohol trinken. Die Fachinformation mahnt zur Vorsicht, wenn Duloxetin mit anderen zentral wirksamen Substanzen kombiniert wird, und nennt dabei ausdrücklich Alkohol. Was das für Sie bedeutet, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Duloxetin zusammen mit Ibuprofen nehmen?
Klären Sie das vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Laut Fachinformation von Duloxetin ist Vorsicht geboten bei Arzneimitteln, die die Funktion der Blutplättchen beeinflussen, zum Beispiel nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR) oder Acetylsalicylsäure. Ibuprofen gehört laut seiner Packungsbeilage zu den NSAR. Unter Duloxetin wurden Blutungen berichtet, etwa Blutergüsse und Magen-Darm-Blutungen.
Darf ich Duloxetin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage dürfen Sie Duloxetin in der Schwangerschaft nur einnehmen, nachdem Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über den möglichen Nutzen und die möglichen Risiken für Ihr ungeborenes Kind gesprochen haben. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an; eine stabile Einstellung kann laut Embryotox fortgesetzt werden, bei einer Neueinstellung sollte zunächst geprüft werden, ob die am besten untersuchten Antidepressiva Sertralin oder Citalopram bzw. Escitalopram infrage kommen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
-
-
Erkrankungen DepressionDepression ist eine häufige psychische Erkrankung, die sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln lässt.