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Oxazepam

Oxazepam ist ein verschreibungspflichtiges Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Zugelassen ist es zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen und von Durchschlafstörungen. Schon die tägliche Einnahme über wenige Wochen kann abhängig machen, auch im üblichen Dosisbereich; die Behandlung sollte laut Fachinformation so kurz wie möglich sein und 4 Wochen nicht überschreiten.

Frau Anfang fünfzig stellt am späten Nachmittag an einem Tisch am Fenster frische Blumen in eine Glasvase
Bild: KI-generiert

Wofür wird Oxazepam eingesetzt?

Oxazepam ist zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen zugelassen und zur symptomatischen Behandlung von Durchschlafstörungen. Benzodiazepine beseitigen laut Packungsbeilage nicht die Ursache der Störung. Sie vermindern den Leidensdruck und können zum Beispiel den Zugang zu einer weiterführenden Behandlung erleichtern. [1, 2]

Nicht alle Angst-, Spannungs- und Erregungszustände oder Schlafstörungen brauchen eine Behandlung mit Medikamenten. Sie sind laut Fachinformation häufig Folgeerscheinungen körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder eine gezielte Behandlung der Grundkrankheit behoben werden. [1, 2]

Die Tabletten mit 50 mg sind nur für die ergänzende, kurzfristige Behandlung schwerer Angst-, Spannungs- und Erregungszustände im Krankenhaus bestimmt, wenn eine hoch dosierte Einnahme von Benzodiazepinen erforderlich ist. Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre sind sie wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet. Die übrigen Angaben auf dieser Seite stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten mit 10 mg. [3]

Zu Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen liegen laut Fachinformation keine ausreichenden Studien vor. Unter 18 Jahren sollte Oxazepam deshalb nur nach besonders sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden, und die Behandlung muss so kurz wie möglich bleiben; Kinder unter 7 Jahren sollten nicht mit Oxazepam behandelt werden. Mehr für Eltern unter Kinder und Jugendliche. [2]

Für Menschen mit einer Angststörung, etwa einer Panikstörung, einer generalisierten Angststörung oder einer sozialen Phobie, ordnet die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen die Benzodiazepine so ein: Sie wirken bei Angststörungen, sollen wegen ihrer gravierenden Nebenwirkungen wie der Entwicklung einer Abhängigkeit aber nicht angeboten werden. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren Herzerkrankungen oder wenn die üblichen Medikamente wegen einer Gegenanzeige nicht in Frage kommen, können Benzodiazepine laut Leitlinie nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken zeitlich befristet angewendet werden. Die Leitlinie hat die Version 2 mit Stand April 2021; laut DGPPN war sie bis 5. April 2026 gültig und ist damit abgelaufen. [13]

Wie wirkt Oxazepam?

Oxazepam gehört zu den Benzodiazepinen; die Packungsbeilage nennt es ein Beruhigungs- und Schlafmittel (mehr unter Beruhigungsmittel und Schlafmittel). Laut Fachinformation dämpft Oxazepam Angst, Spannung und Erregung und wirkt beruhigend und schlaffördernd. In hohen Dosen senkt es außerdem die Muskelspannung und wirkt gegen Krampfanfälle. [1, 2]

Im zentralen Nervensystem bindet Oxazepam an die Benzodiazepin-Rezeptoren. Diese Andockstellen gehören zum System des Botenstoffs GABA, über den Nervenzellen gehemmt werden. Nach der Bindung verstärkt Oxazepam diese hemmende Übertragung. [2]

Nach dem Einnehmen wird Oxazepam langsam, aber nahezu vollständig aufgenommen; die höchsten Blutspiegel sind meist nach 1 bis 3 Stunden erreicht. Einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Blutspiegels und der Wirkung hat man laut Fachinformation nicht festgestellt. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, wird mit 6 bis 25 Stunden angegeben. Sie schwankt von Mensch zu Mensch und je nach Messmethode und war bei weiblichen Versuchspersonen im Durchschnitt länger als bei männlichen. [2]

In der Leber wird Oxazepam zu einem unwirksamen Abbauprodukt umgewandelt, das fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird. Lebererkrankungen wie eine Hepatitis oder Zirrhose verändern Abbau und Ausscheidung laut Fachinformation nicht signifikant. Wie sich Oxazepam von einem verwandten Mittel unterscheidet, zeigt der Vergleich Diazepam oder Oxazepam. [2]

Wann wirkt Oxazepam und wie lange wird behandelt?

Einen festen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Abends sollte Oxazepam nicht auf vollen Magen eingenommen werden: Sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nachwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen. Bei Angststörungen tritt die angstlösende Wirkung von Benzodiazepinen laut S3-Leitlinie sofort nach der Einnahme ein. [1, 2, 13]

Wie lange behandelt wird, bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei akuten Beschwerden ist die Anwendung auf eine Einzelgabe oder wenige Tage zu beschränken. Bei chronischen Beschwerden richtet sich die Dauer nach dem Verlauf: Nach etwa 2 Wochen sollte geprüft werden, ob die Behandlung noch nötig ist, und 4 Wochen sollten nicht überschritten werden. Eine Verlängerung sollte laut Fachinformation nicht ohne Beurteilung des Zustands und eine kritische Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen. Schon zu Beginn vereinbaren Sie laut Packungsbeilage einen Folgetermin, bei dem über die weitere Behandlung entschieden wird. [1, 2]

Nach einer Einnahme über einige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Erhöhen Sie die Dosis auch dann nicht selbst und verkürzen Sie die Abstände zwischen den Einnahmen nicht; laut Packungsbeilage kann das ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2]

  1. BeginnZu Beginn wird laut Fachinformation kontrolliert, wie Sie auf das Mittel reagieren, um zum Beispiel eine relative Überdosierung früh zu erkennen, besonders bei Risikogruppen wie älteren oder geschwächten Menschen. Ältere oder geschwächte Menschen sowie Menschen mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche erhalten in der Regel eine geringere Dosis. Schon bei Beginn der Behandlung vereinbaren Sie laut Packungsbeilage einen Folgetermin, bei dem die Ärztin oder der Arzt über die weitere Behandlung entscheidet. Nebenwirkungen treten vor allem in den ersten Tagen der Behandlung und bei älteren Menschen auf.[1, 2]
  2. Erste WirkungAbends sollte Oxazepam nicht auf vollen Magen eingenommen werden; sonst setzt die Wirkung laut Fachinformation verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nachwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen. Nach Einnahme über einige Wochen kann die Wirksamkeit nachlassen (Toleranz).[2]
  3. ErhaltungBei akuten Beschwerden ist die Anwendung laut Fachinformation auf eine Einzelgabe oder wenige Tage zu beschränken. Bei chronischen Beschwerden prüft die Ärztin oder der Arzt nach etwa 2 Wochen, ob die Behandlung weiter nötig ist; 4 Wochen sollten nicht überschritten werden, eine Verlängerung nur nach Beurteilung und kritischer Abwägung von Nutzen und Risiko. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, auch im üblichen Dosisbereich.[1, 2]
  4. AbsetzenNach einer Anwendung über mehr als 1 Woche wird die Behandlung laut Fachinformation schrittweise beendet, weil Angst-, Erregungs- und Spannungszustände sowie innere Unruhe nach plötzlichem Absetzen vorübergehend verstärkt wiederkehren können; besonders nach längerer Behandlung können Entzugserscheinungen auftreten. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Nebenwirkungen treten laut Packungsbeilage vor allem in den ersten Tagen der Behandlung und bei älteren Menschen auf. Wie stark sie ausgeprägt sind, hängt häufig von der Dosis ab, und durch eine sorgfältige, individuelle Einstellung der Tagesdosis können sie vermindert oder vermieden werden. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Beruhigung (Sedierung), Übelkeit und Mundtrockenheit. Beruhigung, Schläfrigkeit, eine verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Benommenheit können auch am Folgetag noch bestehen. [1, 2]

Benzodiazepine können zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen (anterograde Amnesie): An Handlungen nach der Einnahme erinnert man sich später unter Umständen nicht mehr. Das Risiko steigt mit der Dosis und kann laut Packungsbeilage durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringert werden. Möglich sind außerdem Muskelschwäche mit Sturzgefahr und Gang- und Bewegungsstörungen. Eine bisher unerkannte Depression kann während der Behandlung zutage treten. [1, 2]

Laut Fachinformation besitzt Oxazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial; mehr dazu im Abschnitt Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft. Beim Beenden der Behandlung sind Absetzerscheinungen und Entzugssymptome möglich, siehe Einnahme und Absetzen. [2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Oxazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz), Beruhigung (Sedierung)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Oxazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, sexuelle Probleme und Absetzsymptome.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Oxazepam sollte nicht allein zur Behandlung einer Depression oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden, weil sich die depressiven Beschwerden dabei verstärken können und dadurch die Suizidgefahr steigen kann. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er verringert gegebenenfalls die Dosis oder beendet die Behandlung. [1, 2]

Besonders bei älteren Menschen und bei Kindern können unter Benzodiazepinen psychische und sogenannte paradoxe Reaktionen auftreten. Die Packungsbeilage nennt unter anderem Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Erregungszustände, Angst, Wut, Muskelkrämpfe, Schlafstörungen, Halluzinationen, Albträume und eine Neigung, sich das Leben zu nehmen. In diesen Fällen sollte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung laut Packungsbeilage beenden. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote. [1, 2]

Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Zusammen mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, Angehörige oder Freunde zu bitten, auf diese Anzeichen zu achten. Treten sie auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende sechzig im ruhigen Gespräch mit einer Hausärztin an einem runden Holztisch in einem hellen Praxisraum
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Haben Sie den Eindruck, dass Oxazepam zu stark oder zu schwach wirkt, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke darüber. Über Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen entscheidet die Ärztin oder der Arzt. [1]

Treten verlangsamtes oder undeutliches Sprechen oder Unsicherheit bei Bewegungen und beim Gehen auf, sollte die Dosis laut Packungsbeilage nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt verringert werden. Im höheren Alter ist wegen der Sturzgefahr besonders beim nächtlichen Aufstehen Vorsicht geboten. [1]

Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den Folgetermin vorbereiten.

Kontrollen während der Behandlung

Zu Beginn sollte laut Fachinformation kontrolliert werden, wie Sie auf das Mittel reagieren, damit zum Beispiel eine relative Überdosierung möglichst schnell erkannt wird; das gilt besonders für Risikogruppen, etwa ältere und geschwächte Menschen. Bei einer Langzeitbehandlung werden Kontrollen des Blutbilds und der Leber- und Nierenfunktion empfohlen. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Oxazepam
UntersuchungWann oder warum
Reaktion auf das MittelZu Beginn der Behandlung, um eine relative Überdosierung früh zu erkennen; besonders bei Risikogruppen wie älteren oder geschwächten Menschen[2]
Blutbild, Leber- und NierenfunktionLaut Fachinformation bei einer Langzeitbehandlung empfohlen[2]
Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig istBei chronischen Beschwerden nach etwa 2 Wochen; vor einer Behandlung über 4 Wochen hinaus Beurteilung und Abwägung von Nutzen und Risiko[2]
Engmaschige Überwachung auf Abflachung der Atmung und starke BeruhigungBei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Zusammen mit anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken. Die Packungsbeilage nennt Beruhigungs-, Schlaf- und Narkosemittel, starke Schmerzmittel, Mittel gegen Anfallsleiden, Mittel gegen Depressionen, angstlösende Mittel, Neuroleptika, Lithium, bestimmte Mittel gegen Allergien oder Erkältungen (sedierende Antihistaminika) und Betablocker. Schmerzmittel vom Opiattyp können außerdem die Entwicklung einer seelischen Abhängigkeit fördern. Mittel zur Muskelentspannung können die muskelentspannende Wirkung verstärken, besonders bei älteren Menschen und höherer Dosis; es besteht Sturzgefahr. [1, 2]

Bei einer Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln, etwa gegen Bluthochdruck oder Diabetes, sind Art und Umfang von Wechselwirkungen nicht sicher vorhersehbar. Laut Packungsbeilage sollte die Ärztin oder der Arzt deshalb vor Beginn klären, ob solche Dauerbehandlungen bestehen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Oxazepam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel)Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer begrenzt die Ärztin oder der Arzt
Beruhigungs-, Schlaf- und Narkosemittel, starke Schmerzmittel, Mittel gegen Anfallsleiden (Antiepileptika), Mittel gegen geistig-seelische Störungen (Antidepressiva, angstlösende Mittel, Neuroleptika, Lithium), sedierende Antihistaminika (gegen Allergien oder Erkältungen) und BetablockerGegenseitige Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf das zentrale Nervensystem[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Schmerzmittel vom OpiattypKönnen die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit fördern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien)Verstärkte muskelentspannende Wirkung, besonders bei älteren Menschen und höherer Dosierung (Sturzgefahr)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln, etwa gegen Bluthochdruck oder DiabetesArt und Umfang von Wechselwirkungen sind nicht sicher vorhersehbar[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt klärt solche Dauerbehandlungen vorher ab; besondere Vorsicht vor allem vor Beginn der Behandlung
AlkoholVerändert und verstärkt die Wirkung von Oxazepam in nicht vorhersehbarer Weise[1, 2]Möglichst keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Oxazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Oxazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frühere oder bestehende Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen[1, 2]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder mit Arzneimitteln gegen geistig-seelische Störungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
  • Eine bestimmte schwere, krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
  • Störungen der Gang- und Bewegungskoordination (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
  • Tabletten mit 50 mg: Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[3]

Besondere Vorsicht bei

  • Chronische Atemwegserkrankungen oder Atemschwäche (zum Beispiel chronisch verengte Atemwege) und kurzzeitiges Aussetzen der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
  • Abhängigkeit: Oxazepam kann körperlich und psychisch abhängig machen, nicht nur bei missbräuchlicher Anwendung besonders hoher Dosen, sondern bereits im therapeutischen Dosierungsbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung und ist bei früherem Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch erhöht; bereits die tägliche Anwendung über wenige Wochen birgt die Gefahr einer Abhängigkeit[1, 2]
  • Wirkungsverlust: Nach Einnahme über einige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz)[1, 2]
  • Gedächtnislücken (anterograde Amnesie): Handlungen nach der Einnahme werden später unter Umständen nicht mehr erinnert. Das Risiko steigt mit der Dosis und lässt sich durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern[1, 2]
  • Depression: Oxazepam sollte nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden, da sich die depressiven Beschwerden verstärken und die Suizidgefahr steigen kann[1, 2]
  • Psychosen: Oxazepam wird nicht zur Grundbehandlung bestimmter seelischer Erkrankungen (Psychosen) empfohlen[1, 2]
  • Ältere und geschwächte Menschen, Herzschwäche oder niedriger Blutdruck (die Betroffenen sprechen auf Benzodiazepine oft stärker als erwünscht an), hirnorganische Veränderungen oder eingeschränkte Nierenfunktion: Vorsicht ist geboten; gegebenenfalls wird die Dosis verringert oder Oxazepam abgesetzt. Bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr besonders beim nächtlichen Aufstehen Vorsicht geboten[1, 2]
  • Blutdruckabfall: Vorsicht bei Menschen, bei denen ein Blutdruckabfall zu Komplikationen führen könnte, insbesondere im höheren Alter[1, 2]
  • Epilepsie: Ein plötzliches Absetzen kann Krampfanfälle auslösen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nur nach besonders sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und so kurz wie möglich; Kinder unter 7 Jahren sollten nicht mit Oxazepam behandelt werden[1, 2]
  • Langzeitbehandlung: Laut Fachinformation werden Kontrollen des Blutbilds sowie der Leber- und Nierenfunktion empfohlen[2]

Bei älteren oder geschwächten Menschen wird laut Packungsbeilage eine niedrigere Dosis empfohlen; mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. Die Tabletten enthalten Lactose. Wissen Sie, dass Sie bestimmte Zucker nicht vertragen, nehmen Sie Oxazepam erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol: Er verändert und verstärkt die Wirkung von Oxazepam laut Packungsbeilage in nicht vorhersehbarer Weise. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Oxazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren, das Bedienen von Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind; zusammen mit Alkohol gilt das verstärkt, laut Fachinformation auch nach zu kurzem Schlaf. Laut Packungsbeilage sollten Sie das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten ganz unterlassen, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das laut Packungsbeilage umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, damit über die Fortführung oder den Abbruch der Behandlung entschieden werden kann. Setzen Sie Oxazepam nicht selbst ab. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2]

Benzodiazepine können körperlich und seelisch abhängig machen, bei missbräuchlicher Anwendung besonders hoher Dosen ebenso wie schon im üblichen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist erhöht, wenn früher Alkohol, Medikamente oder Drogen missbraucht wurden. Wer von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen abhängig ist oder war, darf Oxazepam nicht einnehmen. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch der Behandlung von Entzugserscheinungen begleitet. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit. [1, 2]

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte Oxazepam nur in Ausnahmefällen aus zwingenden Gründen verordnet werden, da der Wirkstoff den Kreislauf des Kindes ungehindert erreichen kann. Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit. Nach längerer Einnahme in der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten; eine Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt kann beim Neugeborenen zu erniedrigter Körpertemperatur, Atemdämpfung, herabgesetzter Muskelspannung und Trinkschwäche führen.[1, 2]

Laut Fachinformation scheint das Fehlbildungsrisiko nach therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Oxazepam geht in die Muttermilch über und kann sich nach mehrmaliger Gabe dort anreichern. Bei wiederholter Einnahme muss deshalb abgestillt bzw. das Stillen unterbrochen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol, da er die Wirkung von Oxazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Oxazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Unterlassen Sie diese Tätigkeiten deshalb ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung; die Entscheidung im Einzelfall trifft die Ärztin oder der Arzt. Beruhigung, Schläfrigkeit, verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Benommenheit können auch am Folgetag noch bestehen.[1, 2]

Anwendung

Die Tabletten sind teilbar und werden unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Abends nicht auf vollen Magen einnehmen, sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie die Abstände zwischen den Einnahmen nicht, auch wenn die Wirkung nachlässt, das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Die Behandlung wird nicht plötzlich, sondern durch langsame Verringerung der Dosis beendet: Nach einer Anwendung von mehr als 1 Woche können bei plötzlichem Absetzen die behandelten Beschwerden vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound).[1, 2]

Mögliche Entzugserscheinungen, vor allem nach längerer Behandlung: Schlafstörungen, vermehrtes Träumen, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Angst, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern, Spannungszustände, Stimmungswechsel, Verwirrtheit und Reizbarkeit; in schweren Fällen auch Verwirrtheitszustände, Wahrnehmungsstörungen der eigenen Person oder der Umwelt, Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Berührung, Taubheit und Missempfindungen in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle. Laut Packungsbeilage verschwinden Absetzerscheinungen nach einigen Tagen bis Wochen.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung oder Vergiftung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Eine leichte Überdosierung kann sich etwa durch Benommenheit, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit, Sehstörungen, undeutliches Sprechen, Gang- und Bewegungsunsicherheit, Muskelschwäche und Blutdrucksenkung zeigen; bei schweren Vergiftungen kann es zu Tiefschlaf bis Bewusstlosigkeit, Atemstörungen und Kreislaufschwäche kommen.[1, 2]

Einnahme und Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Benzodiazepine dürfen laut Packungsbeilage nie abrupt abgesetzt werden, nur im Rahmen einer schrittweisen Verringerung der Dosis; über das genaue Vorgehen informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]

Nach plötzlichem Beenden ist das Risiko für Entzugs- und Absetzerscheinungen höher. Schon nach einer Anwendung über mehr als 1 Woche können Angst, Erregung, Spannung und innere Unruhe nach plötzlichem Absetzen vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound). Nach längerem Gebrauch können, oft mit einigen Tagen Verzögerung, Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle und Halluzinationen auftreten; laut Packungsbeilage verschwinden diese Absetzerscheinungen nach einigen Tagen bis Wochen. Bei Menschen mit Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen Krampfanfälle auslösen. [1, 2]

Ausführlich zu Ablauf und Begleitung: Benzodiazepine absetzen und Absetzsymptome.

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage der Tabletten mit 10 mg nennt Tagesdosen getrennt für Angst-, Spannungs- und Erregungszustände und für Durchschlafstörungen, jeweils für Erwachsene und für ältere oder geschwächte Menschen, bei Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen auch für Kinder und Jugendliche. Es gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlung so kurz wie möglich zu halten. [1]

Präparate mit Oxazepam

Präparate mit Oxazepam
PräparatAnbieterHinweis
durazepam 50 mg forteViatris Germany GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 50 mg (nur für die Behandlung im Krankenhaus)
Oxazepam-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10 mg (Grundlage dieser Seite) und mit 50 mg (nur für die Behandlung im Krankenhaus)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Versionscode Z10). ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 09/2018. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Oxazepam-ratiopharm 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 11.10.2026
  4. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Oxazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  5. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  6. Gebrauchsinformation durazepam 50 mg forte Tabletten. Viatris Germany GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Langfassung, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); Federführung laut DGPPN-Übersicht: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Stand Version 2.0, Stand 06.04.2021 (nächste Überprüfung geplant 04/2026; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 05.04.2026). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Oxazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Oxazepam?

Einen festen Zeitpunkt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die höchsten Blutspiegel sind laut Fachinformation meist nach 1 bis 3 Stunden erreicht, ein Zusammenhang zwischen Blutspiegel und Wirkung wurde aber nicht festgestellt. Wird Oxazepam abends auf vollen Magen eingenommen, setzt die Wirkung laut Packungsbeilage verzögert ein. Bei Angststörungen tritt die angstlösende Wirkung von Benzodiazepinen laut der inzwischen abgelaufenen S3-Leitlinie Angststörungen (Version 2 von 2021) sofort nach der Einnahme ein.

Ist Oxazepam ein Schlafmittel?

Ja, die Packungsbeilage nennt Oxazepam ein Beruhigungs- und Schlafmittel. Zugelassen ist es unter anderem zur symptomatischen Behandlung von Durchschlafstörungen; bei akuten Schlafstörungen ist die Anwendung auf Einzelgaben oder wenige Tage zu beschränken. Nicht alle Schlafstörungen brauchen ein Medikament: Sie sind laut Packungsbeilage häufig Folge körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder die gezielte Behandlung der Grundkrankheit behoben werden. Mehr unter Schlafstörungen.

Wie hoch ist die Dosis von Oxazepam?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Sie richtet sich laut Packungsbeilage nach Ihrer Reaktion, Ihrem Alter und Gewicht und nach Art und Schwere der Beschwerden, und es gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlung so kurz wie möglich zu halten. Was die Packungsbeilage für Angst-, Spannungs- und Erregungszustände und für Durchschlafstörungen nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Wie lange darf man Oxazepam nehmen?

Die Dauer bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei akuten Beschwerden ist die Anwendung laut Packungsbeilage auf Einzelgaben oder wenige Tage zu beschränken. Bei chronischen Beschwerden sollte nach etwa 2 Wochen geprüft werden, ob die Behandlung noch nötig ist, und 4 Wochen sollten nicht überschritten werden; eine Verlängerung sollte laut Fachinformation nur nach Beurteilung des Zustands und kritischer Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit.

Wie setzt man Oxazepam ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung nicht plötzlich beendet werden; die Dosis wird langsam verringert, und über das genaue Vorgehen informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nach einer Einnahme über mehr als 1 Woche können die behandelten Beschwerden nach plötzlichem Absetzen vorübergehend verstärkt zurückkehren. Vor allem nach längerer Behandlung sind Entzugserscheinungen möglich, etwa Schlafstörungen, Angst, innere Unruhe, Schwitzen und Zittern; laut Packungsbeilage verschwinden Absetzerscheinungen nach einigen Tagen bis Wochen.

Darf ich mit Oxazepam Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol trinken, weil er die Wirkung von Oxazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol ist auch die Fähigkeit zum Autofahren und zum Bedienen von Maschinen stärker beeinträchtigt. Wer von Alkohol abhängig ist oder war, darf Oxazepam nicht einnehmen. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol.

Ist Oxazepam rezeptfrei erhältlich?

Nein. Oxazepam ist verschreibungspflichtig. Der Wirkstoff steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; Zubereitungen, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je abgeteilter Form, zum Beispiel je Tablette, bis zu 50 mg Oxazepam enthalten, sind davon ausgenommen und nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig. Benzodiazepine dürfen laut Packungsbeilage nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden; nehmen Sie sie nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter.

Darf ich Oxazepam in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte Oxazepam in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen aus zwingenden Gründen verordnet werden, weil der Wirkstoff den Kreislauf des Kindes ungehindert erreichen kann. Nach längerer Einnahme können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten, nach einer Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt unter anderem eine erniedrigte Körpertemperatur, eine Atemdämpfung und Trinkschwäche. Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, sagen Sie es umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; setzen Sie Oxazepam nicht selbst ab.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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