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Herz und QT-Zeit unter Psychopharmaka

Viele Psychopharmaka können den Herzschlag beschleunigen oder verlangsamen, einige verlängern im EKG die QT-Zeit und erhöhen so das Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen. Bei Citalopram, Escitalopram, Amisulprid und Ziprasidon hängt die QT-Verlängerung laut Fachinformation von der Dosis ab. Schneller, unregelmäßiger Herzschlag mit Ohnmacht ist ein Warnzeichen, bei dem Sie laut Packungsbeilage sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Mann in den Sechzigern sitzt am Morgen entspannt auf einer Gartenbank und atmet ruhig durch
Bild: KI-generiert

Für Antipsychotika beschreibt die S3-Leitlinie Schizophrenie zwei Arten von Wirkungen auf das Herz: eine veränderte Herzfrequenz und vor allem Einflüsse darauf, wie die elektrische Erregung im Herzen entsteht und weitergeleitet wird [18]. In den Packungsbeilagen ist zum Beispiel von "Herzrasen", "Herzklopfen" und "Herzstolpern" die Rede, außerdem von einem beschleunigten, verlangsamten oder unregelmäßigen Herzschlag [1, 6, 7].

Bei einigen Mitteln geht es um die QT-Zeit, auch QT-Intervall genannt. Die Packungsbeilage von Escitalopram beschreibt ihre Verlängerung als Veränderung des Herzrhythmus, die im EKG als elektrische Aktivität des Herzens sichtbar ist [4]. Die S3-Leitlinie spricht von der frequenzabhängigen QT-Zeit, der sogenannten QTc-Zeit: Ist sie verlängert, besteht ein erhöhtes Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern in Form von Torsade de Pointes, die in Kammerflimmern übergehen können [18]. Torsade de Pointes ist laut Packungsbeilage von Citalopram eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die sich durch schnellen, unregelmäßigen Herzschlag und Ohnmacht zeigen kann [1].

Wie oft eine Nebenwirkung vorkommt, geben die Packungsbeilagen in festen Klassen an: "sehr häufig" kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [6]. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?.

Welche Psychopharmaka Herz und QT-Zeit beeinflussen können

Antidepressiva

Unter den Antidepressiva nennt die Packungsbeilage von Amitriptylin Herzklopfen sowie unregelmäßigen oder schnellen Herzschlag als sehr häufig, einen Herzblock und ein verlängertes QT-Intervall im EKG als häufig und Torsade de Pointes als sehr selten [6]. Herzrhythmusstörungen und niedriger Blutdruck können laut Packungsbeilage bei einer hohen Dosis auftreten, bei einer vorbestehenden Herzerkrankung auch bei normaler Dosierung [6]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression zählt Störungen der Erregungsleitung und Herzrhythmusstörungen zu den wichtigen Nebenwirkungen der trizyklischen Antidepressiva, schwere Herzerkrankungen einschließlich Überleitungs- und Rhythmusstörungen zu ihren wichtigen Gegenanzeigen [19].

Bei den SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) nennt die NVL für manche Wirkstoffe eine Verlängerung der QT-Zeit [19]. Für Citalopram und Escitalopram beschreiben die Fachinformationen, dass beide das QT-Intervall abhängig von der Dosis verlängern können. Seit der Markteinführung wurden Fälle von QT-Verlängerung und Rhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes berichtet, überwiegend bei Frauen, bei einem niedrigen Kaliumwert, bei bereits verlängerter QT-Zeit oder anderen Herzerkrankungen [2, 5]. Wegen des Risikos bei höheren Dosen wurde die empfohlene Höchstdosis von Citalopram 2011 gesenkt, für ältere Menschen und bei eingeschränkter Leberfunktion auf einen niedrigeren Wert; der Rote-Hand-Brief des Herstellers in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gilt auch für die Nachahmerpräparate [3]. Die Packungsbeilage von Citalopram nennt Herzrasen als häufig und einen beschleunigten oder verlangsamten Herzschlag als gelegentlich [1].

Antipsychotika

Bei den Antipsychotika, auch Neuroleptika genannt, treten Verlängerungen der QTc-Zeit laut S3-Leitlinie Schizophrenie vor allem bei Präparaten auf, die so wirken wie bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, die Antiarrhythmika der Klassen Ia und III [18]. Für Haloperidol beschreibt die Fachinformation QTc-Verlängerungen und Rhythmusstörungen der Herzkammern; das Risiko scheint bei hohen Dosen, hohen Blutspiegeln, bei dafür anfälligen Menschen und bei Gabe als Spritze, besonders in die Vene, anzusteigen [8]. Die Packungsbeilage nennt Herzrhythmusstörungen, bei denen es zu Bewusstlosigkeit kommen kann, ungewöhnlich schnellen Herzschlag und Extraschläge als gelegentlich [7].

Laut Fachinformation verlängern auch Amisulprid und Ziprasidon das QT-Intervall abhängig von der Dosis [10, 11]. Für Amisulprid ist bekannt, dass dieser Effekt das Risiko schwerer Rhythmusstörungen der Herzkammern wie Torsade de Pointes erhöht; einen verlangsamten Herzschlag gibt die Fachinformation als gelegentlich an, eine QT-Verlängerung mit Kammerrhythmusstörungen als selten [11]. Für Ziprasidon gab es nach der Markteinführung seltene Berichte über Torsade de Pointes bei Menschen mit mehreren Risikofaktoren [10]. Bei Quetiapin nennt die Packungsbeilage einen erhöhten Herzschlag sowie Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern als häufig und einen verlangsamten Herzschlag zu Beginn der Behandlung, zusammen mit niedrigem Blutdruck und Ohnmacht, als gelegentlich [9].

Bei Clozapin ist ein schneller Herzschlag laut Packungsbeilage sehr häufig [12]. Die Fachinformation beschreibt außerdem ein erhöhtes Risiko einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), die lebensbedrohlich sein kann, besonders in den ersten zwei Behandlungsmonaten [13]. Verdacht auf eine Myokarditis oder eine Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie) besteht laut Fachinformation, wenn sich ein anhaltend schneller Herzschlag in Ruhe, Herzklopfen, Rhythmusstörungen, Schmerzen in der Brust oder Zeichen einer Herzschwäche wie unerklärliche Müdigkeit und Atemprobleme entwickeln [12, 13]. Die S3-Leitlinie beschreibt, dass diese Entzündung unter Clozapin in der Regel in den ersten vier Behandlungswochen auftritt und davon abhängt, wie schnell die Dosis gesteigert wird; Fallberichte gibt es auch unter Quetiapin und Olanzapin [18].

Lithium, ADHS-Mittel und Antidementiva

Unter Lithium kommen laut Fachinformation Herzrhythmusstörungen vor, am häufigsten ein verlangsamter Herzschlag durch eine Funktionsstörung des Sinusknotens; die Packungsbeilage nennt einen unregelmäßigen oder langsamen Puls und EKG-Veränderungen, jeweils mit nicht bekannter Häufigkeit [14, 15]. Lithium kann laut Fachinformation außerdem ein Brugada-Syndrom aufdecken oder verschlimmern, eine erbliche Erkrankung mit typischen EKG-Veränderungen, die zu einem Herzstillstand führen kann. Bei bekanntem Brugada-Syndrom oder einem Brugada-Syndrom in der Familie wird Lithium nicht empfohlen [15].

Bei Methylphenidat, einem der ADHS-Medikamente, nennt die Packungsbeilage einen unregelmäßigen Herzschlag (Palpitationen) und einen raschen Herzschlag (Tachykardie) als häufig [16]. Wer schon einmal Herzprobleme wie einen Herzinfarkt, einen unregelmäßigen Herzschlag oder eine Herzschwäche hatte oder mit einem Herzfehler geboren wurde, darf Methylphenidat laut Packungsbeilage nicht einnehmen; Erwachsene, die es erstmals erhalten, überweist die Ärztin oder der Arzt möglicherweise zuerst zur Kardiologie [16]. Für das Antidementivum Donepezil informierten die Zulassungsinhaber 2021 in einem Rote-Hand-Brief, dass nach der Markteinführung Fälle von QTc-Verlängerung und Torsade de Pointes berichtet wurden. Vorsicht ist laut Brief unter anderem geboten bei bestehender oder familiärer QTc-Verlängerung, bei gleichzeitiger Behandlung mit Mitteln, die das QTc-Intervall beeinflussen, und bei relevanten Herzerkrankungen [17].

Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick

Die drei Tabellen zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation die jeweilige Beschwerde nennt, mit der höchsten angegebenen Häufigkeit. Sie sind keine Rangliste: Jede Klasse stammt aus der Produktinformation eines einzelnen Präparats, und welches Mittel für Sie in Frage kommt, wägt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen ab.

Herzrhythmusstörungen und QT-Verlängerung

Herzrhythmusstörungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
LevomepromazinSehr häufigInsbesondere zu Behandlungsbeginn beschleunigter Herzschlag und EKG-Veränderungen (Erregungsleitungsstörungen) · Möglicherweise lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes)
AmitriptylinHäufigHerzblock, also gestörte Erregungsleitung im Herzen (atrioventrikulärer Block, Schenkelblock) · Veränderungen im EKG, darunter ein verlängertes QT-Intervall und ein verlängerter QRS-Komplex · Unregelmäßigkeiten im…
BuprenorphinHäufigHerzklopfen (Palpitationen), EKG-Veränderungen (laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)
BuspironHäufigÜbermäßig schnelle Herzfrequenz oder anormaler Herzschlag, unspezifische Brustschmerzen
CariprazinHäufigSchneller, unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie) · Ungewöhnlicher EKG-Befund (laut Fachinformation QT-Verlängerung und veränderte T-Welle), ungewöhnliche Nervenimpulse im Herzen (Störungen des…
ChlorprothixenHäufigStörungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung am Herzen · Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie,…
DexamfetaminHäufigHerzrhythmusstörungen, Herzklopfen, schneller Herzschlag
FluoxetinHäufigVerlängerung der QT-Zeit im Elektrokardiogramm (EKG) · Laut Fachinformation Rhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmie) einschließlich Torsade de Pointes
LecanemabHäufigVorhofflimmern (Herzrhythmusstörung), mit Anzeichen wie unregelmäßigem Herzschlag (Herzrasen oder Flattern im Brustkorb), Schmerzen im Brustkorb, Kurzatmigkeit, Schwindel- oder Ohnmachtsgefühl, Müdigkeit oder…
LisdexamfetaminHäufigUnregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) · Anormaler, auch lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzrhythmus (im EKG sichtbar, Verlängerung des QTc-Intervalls)
MethylphenidatHäufigUnregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen), rascher Herzschlag (Tachykardie) · Langsamer oder rascher Herzschlag, zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen)
TianeptinHäufigHerzrasen (Tachykardie), Extraschläge des Herzens (Extrasystolen) und Brustschmerzen
TrazodonHäufigHerzrhythmusstörungen, zum Beispiel verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) oder Rhythmusstörungen der Herzkammern, insbesondere bei bereits bestehenden Rhythmusstörungen · Herzklopfen,…
AtomoxetinGelegentlichBei Kindern und Jugendlichen: Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags, Herzrhythmusstörungen; laut Fachinformation Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag und verlängertes QT-Intervall · Bei…
CarbamazepinGelegentlichÜberleitungsstörungen am Herzen (AV-Block), in Einzelfällen mit Bewusstseinsverlust · Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Verschlechterung einer…
ClomipraminGelegentlichHerzrhythmusstörungen · Reizleitungsstörungen (zum Beispiel QRS-Verbreiterung, Verlängerung des QT-Intervalls, PQ-Veränderungen, Schenkelblock, Torsade de pointes), besonders bei niedrigem Kaliumgehalt im Blut
DoxepinGelegentlichKollapszustände, Störungen der Erregungsleitung am Herzen, Verstärkung einer bereits bestehenden Herzleistungsschwäche · Unter Umständen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes) · Beschleunigter…
DuloxetinGelegentlichSchneller und/oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie; Herzrhythmusstörungen, überwiegend Vorhofflimmern)
GalantaminGelegentlichZusätzliche Herzschläge aus den Vorhöfen (supraventrikuläre Extrasystolen), verzögerte Erregungsleitung im Herzen (AV-Block I. Grades), verlangsamter Herzschlag aus dem Sinusknoten (Sinusbradykardie) · Vollständige…
GuanfacinGelegentlichHerzrhythmusstörungen (Sinusarrhythmie und AV-Block 1. Grades) · Verlängertes QT-Intervall im EKG
HaloperidolGelegentlichHerzprobleme: Herzrhythmusstörungen, bei denen es zu Bewusstlosigkeit kommen kann, ungewöhnlich schneller Herzschlag ("Herzrasen"), Extraschläge ("Herzstolpern") · Verlängerung des QT-Intervalls im EKG · Gefährliche…
ImipraminGelegentlichBei Herzgesunden Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), Störungen der Erregungsleitung (QRS-Verbreiterung, PQ-Verlängerung, Schenkelblock) und Herzklopfen (Palpitationen)
MilnacipranGelegentlichHerzrhythmusstörungen, Störung der Erregungsleitung im Herzen (Schenkelblock), zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen)
ModafinilGelegentlichZusätzliche Herzschläge (Extrasystolen), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)
OlanzapinGelegentlichVerlängerung der QTc-Zeit im EKG · Herzrhythmusstörungen (laut Fachinformation ventrikuläre Tachykardie oder Kammerflimmern)
PaliperidonGelegentlichStörungen der Reizleitung im Herzen (AV-Block), Verlängerung des QT-Intervalls, schneller Herzschlag nach dem Aufstehen, langsamer Herzschlag, EKG-Veränderungen, Herzklopfen (Palpitationen) · Vorhofflimmern,…
PitolisantGelegentlichHerzrhythmusstörungen (Extrasystolen), langsamer Puls (Bradykardie) · Veränderungen im EKG: verlängertes QT-Intervall; erhöhte Herzfrequenz
PregabalinGelegentlichErhöhung der Herzschlagrate (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen (AV-Block 1. Grades), verlangsamter Herzschlag (Sinusbradykardie) · Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung) und Herzrhythmusstörungen (Sinustachykardie,…
QuetiapinGelegentlichHerzrasen mit Schwindel oder Ohnmacht; mögliches Zeichen schwerer Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohlich sein können · Veränderung der elektrischen Herzaktivität im EKG (QT-Verlängerung)
RisperidonGelegentlichVorhofflimmern, gestörte Reizleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (AV-Block) und andere Störungen der elektrischen Reizleitung, Verlängerung des QT-Intervalls, langsamer Herzschlag, veränderte EKG-Befunde, Herzklopfen…
RivastigminGelegentlichSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (laut Fachinformation Tachykardie, Vorhofflimmern, AV-Block, Sick-Sinus-Syndrom) · Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: unregelmäßiger…
ZiprasidonGelegentlichVerlängerung des QTc-Intervalls im EKG · Gefährliche Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes)
AmisulpridSeltenVerlängerung des QT-Intervalls im EKG und schwerwiegende, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Torsade de pointes, Kammertachykardien, Kammerflimmern und Herzstillstand
ClozapinSeltenKreislaufkollaps mit Ohnmacht und Muskelschwäche durch einen erheblichen Blutdruckabfall; unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie) · Laut Fachinformation Herzrasen der Herzkammern (ventrikuläre Tachykardie) und…
DonepezilSeltenStörungen der Erregungsleitung im Herzen (Sinusblock oder AV-Block) · Schneller, unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht als mögliche Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes); laut…
FlupentixolSeltenVerlängerung des QT-Intervalls im EKG
LevomethadonSeltenHerzrhythmusstörungen (Synkopen), Herzstillstand, laut Fachinformation selten bis sehr selten
MethadonSeltenEKG-Veränderungen einschließlich Verlängerung der QT-Zeit und Torsades de pointes (lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung), normalerweise bei Menschen mit Risikofaktoren oder unter hohen Dosen
OpipramolSeltenErregungsleitungsstörungen des Herzens (Herzrhythmusstörungen, z. B. Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, unter Umständen auch lebensbedrohliche Torsades de pointes)
PipamperonSeltenIm Zusammenhang mit Antipsychotika: Veränderungen der Herzstromkurve (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG), Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes, ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Kammerflimmern,…
SertralinSeltenBenommenheit, Ohnmacht oder Brustunbehagen als mögliche Zeichen einer veränderten elektrischen Herzaktivität (QT-Verlängerung, Torsade de pointes) oder eines anormalen Herzrhythmus
SulpiridSeltenRhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmie, ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern) · Verlängerung des QT-Intervalls, gefährliche Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes) und Herzstillstand, die…
TiapridSeltenReizleitungsstörungen am Herzen (QT-Verlängerung) und schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien) bis zu Kammerflimmern oder Herzstillstand; sie können lebensbedrohlich sein
VareniclinSeltenUnregelmäßiger Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), Veränderungen im EKG (ST-Strecken-Senkung, erniedrigte T-Wellen-Amplitude)
VenlafaxinSeltenAbnormer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, der zur Ohnmacht führen kann (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, QT-Verlängerung im EKG)
ZuclopenthixolSeltenVerlängerung der QT-Zeit im EKG
CitalopramSehr seltenUnregelmäßiger Herzschlag (supraventrikuläre Arrhythmien) · Veränderungen im EKG: verlängertes QT-Intervall; Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes
OxcarbazepinSehr seltenUnregelmäßiger, sehr schneller oder langsamer Herzschlag; laut Fachinformation AV-Block und Herzrhythmusstörungen
PromethazinSehr seltenBestimmte Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes); in diesen Fällen ist die Behandlung abzubrechen · Gestörte elektrische Aktivität des Herzens, die den Herzrhythmus beeinflusst, einschließlich lebensbedrohlicher…
AripiprazolNicht bekanntBei Jugendlichen mit Schizophrenie laut Fachinformation in einer Langzeitstudie: Gewichtsabnahme, erhöhter Insulinspiegel im Blut, Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) und niedriger Gehalt an weißen Blutkörperchen…
BenperidolNicht bekanntUnter Neuroleptika Verlängerung des QT-Intervalls und/oder Rhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien)
DiazepamNicht bekanntHerzrhythmusstörungen, Herzversagen einschließlich Herzstillstand
DoxylaminNicht bekanntBeschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Zunahme einer bestehenden Herzschwäche (Herzleistungsschwäche) und EKG-Veränderungen
EscitalopramNicht bekanntVeränderung des Herzrhythmus im EKG (Verlängerung des QT-Intervalls) und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich der lebensbedrohlichen Torsade de Pointes, erkennbar an schnellem, unregelmäßigem Herzschlag…
HydroxyzinNicht bekanntBeschleunigter Herzschlag, unregelmäßiger Herzschlag · Störungen der Erregungsleitung des Herzens mit beschleunigtem Herzschlag (QT-Verlängerung, Torsade de Pointes)
LithiumNicht bekanntUnregelmäßiger oder langsamer Puls (Herzrhythmusstörungen); laut Fachinformation kommt am häufigsten ein verlangsamter Herzschlag durch eine Funktionsstörung des Sinusknotens vor
MelperonNicht bekanntVerlängerung des QT-Intervalls im EKG; unter Umständen schwere Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes), dann beendet die Ärztin oder der Arzt die Behandlung
PerazinNicht bekanntVerlängerung des QT-Intervalls; Herzrhythmusstörungen vom Typ Torsades de Pointes sind insbesondere bei weiteren Risikofaktoren nicht auszuschließen
TrimipraminNicht bekanntVerlängerung des QT-Intervalls im EKG einschließlich schwerer Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) · Herzrhythmus- und Reizleitungsstörungen, insbesondere bei Überdosierung oder bestehenden Erkrankungen des…

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (59 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Herzrhythmusstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (2 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Herzrhythmusstörungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
DuloxetinStress-Kardiomyopathie (Tako-Tsubo-Kardiomyopathie); Anzeichen können Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Ohnmacht und unregelmäßiger Herzschlag seinNicht bekannt
VenlafaxinStress-Kardiomyopathie (Takotsubo-Kardiomyopathie) mit Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, Ohnmachtsanfällen und unregelmäßigem HerzschlagNicht bekannt

Herzrasen und Herzklopfen

Herzrasen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmitriptylinSehr häufigHerzklopfen, unregelmäßiger oder schneller Herzschlag (Tachykardie)
AtomoxetinSehr häufigBei Kindern und Jugendlichen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls · Bei Kindern und Jugendlichen: Empfinden oder Vorhandensein eines sehr schnellen Herzschlags, Herzrhythmusstörungen; laut Fachinformation Herzklopfen,…
ChlorprothixenSehr häufigBeschleunigter Herzschlag · Herzklopfen (Palpitationen)
ClozapinSehr häufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Stoßweises Pochen, Klopfen oder Flattern in der Brust (Herzrasen); schneller, unregelmäßiger Herzschlag (Vorhofflimmern), gelegentlich mit Herzklopfen, Ohnmacht, Kurzatmigkeit oder…
FlupentixolSehr häufigSchneller Herzschlag (Tachykardie), besonders zu Behandlungsbeginn und bei Phäochromozytom oder eingeschränkter Funktion der Hirngefäße, der Nieren oder des Herzens (Depotspritze) · Herzrasen, Gefühl eines schnellen,…
LevomepromazinSehr häufigInsbesondere zu Behandlungsbeginn beschleunigter Herzschlag und EKG-Veränderungen (Erregungsleitungsstörungen)
BenperidolHäufigNiedriger Blutdruck oder Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen (orthostatische Dysregulation) mit reflektorisch beschleunigtem Herzschlag, besonders zu Beginn der Behandlung
BuprenorphinHäufigHerzklopfen (Palpitationen), EKG-Veränderungen (laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)
BuspironHäufigÜbermäßig schnelle Herzfrequenz oder anormaler Herzschlag, unspezifische Brustschmerzen · Herzklopfen
CariprazinHäufigSchneller, unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie)
CitalopramHäufigHerzrasen (Palpitationen) · Beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie)
ClomipraminHäufigSchnelle Herzschlagfolge (Sinustachykardien), Herzstolpern (Palpitationen)
DesvenlafaxinHäufigBeschleunigte Herzfrequenz, Herzklopfen (Palpitationen: Empfinden eines schnellen, unregelmäßigen oder starken Herzschlags)
DexamfetaminHäufigHerzrhythmusstörungen, Herzklopfen, schneller Herzschlag · Veränderung des Blutdrucks und der Herzschlagrate (gewöhnlich Erhöhung)
DuloxetinHäufigHerzklopfen · Schneller und/oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie; Herzrhythmusstörungen, überwiegend Vorhofflimmern)
EsketaminHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie)
FluoxetinHäufigGefühl eines schnellen und unregelmäßigen Herzschlags (Palpitationen)
FluvoxaminHäufigBeschleunigter Herzschlag
ImipraminHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie), insbesondere zu Beginn der Behandlung · Bei Herzgesunden Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), Störungen der Erregungsleitung (QRS-Verbreiterung, PQ-Verlängerung, Schenkelblock) und…
LevomethadonHäufigHerzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig
LisdexamfetaminHäufigUnregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) · Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie)
MethylphenidatHäufigUnregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen), rascher Herzschlag (Tachykardie) · Langsamer oder rascher Herzschlag, zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen)
MilnacipranHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)
ModafinilHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)
NaltrexonHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)
NatriumoxybatHäufigSpüren des Herzschlags (Palpitationen)
PaliperidonHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Störungen der Reizleitung im Herzen (AV-Block), Verlängerung des QT-Intervalls, schneller Herzschlag nach dem Aufstehen, langsamer Herzschlag, EKG-Veränderungen, Herzklopfen…
PerazinHäufigBeschleunigter Herzschlag als Gegenreaktion (reflektorisch), insbesondere zu Beginn der Behandlung
PipamperonHäufigBeschleunigter Herzschlag
QuetiapinHäufigErhöhter Herzschlag (Tachykardie) · Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern (Palpitationen) · Herzrasen mit Schwindel oder Ohnmacht; mögliches Zeichen schwerer Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohlich sein können
RisperidonHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Vorhofflimmern, gestörte Reizleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (AV-Block) und andere Störungen der elektrischen Reizleitung, Verlängerung des QT-Intervalls, langsamer…
SertralinHäufigHerzklopfen (Palpitationen) · Schneller Herzschlag (Tachykardie), Herzproblem
SolriamfetolHäufigHerzklopfen: schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen) · Anstieg der Herzfrequenz weit über das normale Niveau hinaus (Tachykardie) · Erhöhte Herzfrequenz
SulpiridHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie)
TianeptinHäufigHerzrasen (Tachykardie), Extraschläge des Herzens (Extrasystolen) und Brustschmerzen
TranylcyprominHäufigHerzklopfen (Palpitationen)
TrazodonHäufigHerzrhythmusstörungen, zum Beispiel verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) oder Rhythmusstörungen der Herzkammern, insbesondere bei bereits bestehenden Rhythmusstörungen · Herzklopfen,…
VenlafaxinHäufigHerzrasen (Tachykardie) und Herzklopfen (Palpitationen) · Abnormer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, der zur Ohnmacht führen kann (Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, QT-Verlängerung…
ZiprasidonHäufigSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Herzklopfen (Palpitationen)
ZuclopenthixolHäufigBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Veränderungen im EKG, Herzklopfen
AripiprazolGelegentlichBei Jugendlichen ab 13 Jahren zusätzlich: Oberbauchschmerzen, Trockenheitsgefühl im Mund, erhöhte Herzfrequenz, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Muskelzucken, unkontrollierte Bewegungen der Gliedmaßen und…
BupropionGelegentlichSchneller Puls (Tachykardie) · Herzklopfen (Palpitationen)
EscitalopramGelegentlichSchneller Herzschlag (Tachykardie) · Veränderung des Herzrhythmus im EKG (Verlängerung des QT-Intervalls) und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich der lebensbedrohlichen Torsade de Pointes, erkennbar an…
GalantaminGelegentlichHerzklopfen (Palpitationen)
GuanfacinGelegentlichBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
HaloperidolGelegentlichHerzprobleme: Herzrhythmusstörungen, bei denen es zu Bewusstlosigkeit kommen kann, ungewöhnlich schneller Herzschlag ("Herzrasen"), Extraschläge ("Herzstolpern")
OpipramolGelegentlichBeschleunigter Herzschlag und Herzklopfen
ParoxetinGelegentlichSchnellerer Herzschlag als üblich (Sinustachykardie)
PitolisantGelegentlichVeränderungen im EKG: verlängertes QT-Intervall; erhöhte Herzfrequenz
PregabalinGelegentlichErhöhung der Herzschlagrate (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen (AV-Block 1. Grades), verlangsamter Herzschlag (Sinusbradykardie)
RivastigminGelegentlichSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (laut Fachinformation Tachykardie, Vorhofflimmern, AV-Block, Sick-Sinus-Syndrom) · Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: unregelmäßiger…
TriazolamGelegentlichHerzjagen (Tachykardie)
VareniclinGelegentlichSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen), erhöhte Herzfrequenz
BiperidenSeltenPulsbeschleunigung (Herzklopfen)
MelatoninSeltenHerzklopfen (Palpitationen)
OxcarbazepinSehr seltenUnregelmäßiger, sehr schneller oder langsamer Herzschlag; laut Fachinformation AV-Block und Herzrhythmusstörungen
AlprazolamNicht bekanntHerzrasen (Tachykardie)
DonepezilNicht bekanntSchneller, unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht als mögliche Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes); laut Fachinformation polymorphe ventrikuläre Tachykardie einschließlich Torsade…
DoxepinNicht bekanntBeschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Verlängerung des QT-Intervalls im EKG
DoxylaminNicht bekanntBeschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Zunahme einer bestehenden Herzschwäche (Herzleistungsschwäche) und EKG-Veränderungen
HydroxyzinNicht bekanntBeschleunigter Herzschlag, unregelmäßiger Herzschlag
MelperonNicht bekanntBeschleunigung des Herzschlags (laut Fachinformation reflektorisch), insbesondere zu Beginn der Behandlung bzw. bei höherer Dosierung
PromethazinNicht bekanntInsbesondere zu Beginn der Behandlung Blutdruckabfall, Schwarzwerden vor den Augen beim plötzlichen Aufstehen (orthostatische Dysregulation) und beschleunigter Herzschlag
TrimipraminNicht bekanntBesonders zu Beginn der Behandlung: Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen (orthostatische Hypotonie), Ohnmacht (Synkope) und beschleunigter Herzschlag (Tachykardie); Blutdrucksenkung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (64 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Herzrasen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (7 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Herzrasen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
BupropionSerotonin-Syndrom zusammen mit Antidepressiva wie Paroxetin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin oder Venlafaxin: Erregtheit, Halluzinationen, Koma, Körpertemperatur über 38 °C, schneller Herzschlag, schwankender Blutdruck, gesteigerte Reflexe, Muskelsteife,…Nicht bekannt
DonanemabPlötzliche, schwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) mit Atembeschwerden, Schwellungen, Benommenheit, schnellem Herzschlag, Schwitzen und BewusstlosigkeitGelegentlich
LecanemabInfusionsbedingte Reaktionen, auch an der Infusionsstelle; Anzeichen sind unter anderem Fieber, grippeähnliche Beschwerden wie Schüttelfrost, Körperschmerzen, Zittern und Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, niedriger oder hoher Blutdruck, niedriger…Sehr häufig
LecanemabVorhofflimmern (Herzrhythmusstörung), mit Anzeichen wie unregelmäßigem Herzschlag (Herzrasen oder Flattern im Brustkorb), Schmerzen im Brustkorb, Kurzatmigkeit, Schwindel- oder Ohnmachtsgefühl, Müdigkeit oder eingeschränkter BelastbarkeitHäufig
MirtazapinKombination von Beschwerden wie unerklärlichem Fieber, Schwitzen, beschleunigtem Herzschlag, Durchfall, unkontrollierbaren Muskelkontraktionen, Schüttelfrost, übersteigerten Reflexen, Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen, Bewusstlosigkeit und vermehrtem…Nicht bekannt
TranylcyprominBlutdruckkrise (hypertensive Krise), die mit schnellem Herzschlag, Gesichtsrötung, Kopfschmerzen (besonders im Hinterkopf), Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheu einhergehen kann; in Einzelfällen, besonders wenn die Ernährungsvorschriften…Gelegentlich
TrazodonZeichen eines Serotoninsyndroms oder malignen neuroleptischen Syndroms, zum Beispiel Schwitzen, Durchfall, Fieber, Blutdruckschwankungen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Erregtheit (Agitation), Muskelsteifigkeit (Rigidität) und BewusstseinsstörungenSehr selten
VenlafaxinSerotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen…Selten

Verlangsamter Herzschlag

Verlangsamter Herzschlag als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
GalantaminHäufigVerlangsamter Herzschlag (Bradykardie) · Zusätzliche Herzschläge aus den Vorhöfen (supraventrikuläre Extrasystolen), verzögerte Erregungsleitung im Herzen (AV-Block I. Grades), verlangsamter Herzschlag aus dem…
GuanfacinHäufigNiedrige Herzfrequenz (laut Fachinformation Bradykardie) · Verringerte Herzfrequenz
LevomethadonHäufigHerzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig
TrazodonHäufigHerzrhythmusstörungen, zum Beispiel verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) oder Rhythmusstörungen der Herzkammern, insbesondere bei bereits bestehenden Rhythmusstörungen
AmisulpridGelegentlichVerlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
CarbamazepinGelegentlichVerlangsamung des Herzschlags (Bradykardie), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Verschlechterung einer bestehenden koronaren Herzkrankheit; laut Fachinformation gelegentlich bis selten
CariprazinGelegentlichUngewöhnlicher EKG-Befund (laut Fachinformation QT-Verlängerung und veränderte T-Welle), ungewöhnliche Nervenimpulse im Herzen (Störungen des Reizleitungssystems), langsamer, unregelmäßiger Herzschlag (Bradyarrhythmie)
CitalopramGelegentlichBeschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie)
DiazepamGelegentlichVerlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)
DonepezilGelegentlichVerlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)
EsketaminGelegentlichLangsamer Herzschlag (Bradykardie)
ModafinilGelegentlichLangsamer Herzschlag (Bradykardie)
OlanzapinGelegentlichLangsamer Herzschlag (Bradykardie)
PaliperidonGelegentlichStörungen der Reizleitung im Herzen (AV-Block), Verlängerung des QT-Intervalls, schneller Herzschlag nach dem Aufstehen, langsamer Herzschlag, EKG-Veränderungen, Herzklopfen (Palpitationen)
PitolisantGelegentlichHerzrhythmusstörungen (Extrasystolen), langsamer Puls (Bradykardie)
PregabalinGelegentlichErhöhung der Herzschlagrate (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen (AV-Block 1. Grades), verlangsamter Herzschlag (Sinusbradykardie)
QuetiapinGelegentlichVerlangsamter Herzschlag zu Beginn der Behandlung, mit niedrigem Blutdruck und Ohnmacht
RisperidonGelegentlichVorhofflimmern, gestörte Reizleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (AV-Block) und andere Störungen der elektrischen Reizleitung, Verlängerung des QT-Intervalls, langsamer Herzschlag, veränderte EKG-Befunde, Herzklopfen…
RivastigminGelegentlichStörungen des Herzrhythmus, zum Beispiel zu langsamer Herzschlag (Bradykardie)
BuspironSeltenVerlangsamter Herzschlag
EscitalopramSeltenLangsamer Herzschlag (Bradykardie)
MedazepamSeltenVerlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)
ParoxetinSeltenLangsamer Herzschlag (Bradykardie)
SertralinSeltenLangsamer Herzschlag (Bradykardie)
BiperidenSehr seltenVerlangsamung der Herztätigkeit
OxcarbazepinSehr seltenUnregelmäßiger, sehr schneller oder langsamer Herzschlag; laut Fachinformation AV-Block und Herzrhythmusstörungen
AripiprazolNicht bekanntLebensbedrohlich unregelmäßiger Herzschlag, Herzanfall (laut Fachinformation Herzstillstand), verlangsamter Herzschlag; laut Fachinformation auch Torsade de Pointes und Rhythmusstörungen der Herzkammern
LithiumNicht bekanntUnregelmäßiger oder langsamer Puls (Herzrhythmusstörungen); laut Fachinformation kommt am häufigsten ein verlangsamter Herzschlag durch eine Funktionsstörung des Sinusknotens vor
MethylphenidatNicht bekanntLangsamer oder rascher Herzschlag, zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (29 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum Psychopharmaka auf das Herz wirken

Für Haloperidol haben veröffentlichte Studien gezeigt, dass es einen bestimmten Kanal im Herzen blockiert, den sogenannten hERG-Kanal; in einigen Tiermodellen verlängerte es bei Gabe in die Vene die QTc-Zeit [8]. Ein schneller Herzschlag kann bei Antipsychotika laut S3-Leitlinie auf zwei Wegen entstehen. Viele dieser Mittel blockieren bestimmte Andockstellen (Alpha-1-Rezeptoren) und lassen dadurch den Blutdruck beim Aufstehen absinken, worauf das Herz mit einem schnelleren Schlag reagieren kann. Daneben kann ein schneller Herzschlag direkt über die sogenannte anticholinerge Wirkung eines Mittels entstehen [18].

Die Fachinformationen nennen Umstände, unter denen besondere Vorsicht geboten ist. Bei Citalopram und Escitalopram sind das ein ausgeprägt langsamer Herzschlag, ein kurz zurückliegender Herzinfarkt und eine nicht ausgeglichene (dekompensierte) Herzschwäche; ein Mangel an Kalium oder Magnesium erhöht das Risiko für gefährliche (maligne) Rhythmusstörungen [2, 5]. Bei Amisulprid führt die Fachinformation als begünstigende Faktoren unter anderem Herzerkrankungen, einen langsamen Herzschlag unter 55 Schlägen pro Minute, gestörte Blutsalze, eine angeborene QT-Verlängerung und Mittel auf, die den Herzschlag verlangsamen, den Kaliumwert senken oder die QT-Zeit verlängern [11]. Bei Haloperidol ist Vorsicht geboten bei langsamem Herzschlag, Herzerkrankungen, QTc-Verlängerung in der Familie und schwerem Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte [8]. Eine verlängerte QTc-Zeit kann laut S3-Leitlinie auch unabhängig von Antipsychotika bestehen, etwa bei einem genetisch bedingten Long-QT-Syndrom. Für ältere Menschen mit Schizophrenie nennt die Leitlinie unter den Nebenwirkungen am Herzen vor allem QTc-Verlängerungen, wenn viele Mittel zugleich eingenommen werden [18]. Mehr dazu lesen Sie unter Psychopharmaka im Alter.

Wenn mehrere Mittel zusammenkommen

Citalopram und Escitalopram dürfen laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Mitteln eingenommen werden, die den Herzrhythmus beeinflussen können. Genannt werden unter anderem Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen IA und III, Antipsychotika wie Phenothiazin-Abkömmlinge, Pimozid und Haloperidol, trizyklische Antidepressiva, bestimmte Mittel gegen Infektionen wie Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin als Infusion und Pentamidin, Malariamittel wie Halofantrin und bestimmte Antihistaminika [1, 4]. Auch Haloperidol und Ziprasidon dürfen laut Fachinformation nicht mit Mitteln kombiniert werden, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern; die Fachinformation von Haloperidol weist darauf hin, dass ihre Liste von Beispielen nicht vollständig ist [8, 10].

Arzneimittel, die den Kalium- oder Magnesiumspiegel senken, gehören laut Packungsbeilage von Escitalopram zu den Mitteln, über die Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen, weil ein solcher Mangel das Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen erhöht [4]. Die Fachinformation von Amisulprid nennt als solche Mittel unter anderem Entwässerungsmittel (Diuretika), bestimmte Abführmittel und Glukokortikoide [11]. Laut S3-Leitlinie können auch bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide zu einer zusätzlichen Verlängerung der QTc-Zeit beitragen; die Leitlinie weist hier auf die Möglichkeit einer EKG-Kontrolle hin [18].

Laut Packungsbeilage informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Dabei hilft ein Medikationsplan, den Sie zu jedem Termin mitnehmen.

Kommt es vom Medikament?

Eine QT-Verlängerung zeigt sich im EKG [4, 6]. Treten unter Citalopram Anzeichen von Herzrhythmusstörungen auf, ist das Mittel laut Fachinformation abzusetzen und ein EKG durchzuführen; bei Ziprasidon ist bei Herzklopfen, Schwindel, Ohnmachten oder Krampfanfällen eine Untersuchung des Herzens einschließlich EKG durchzuführen [2, 10].

Herzklopfen und ein schneller Herzschlag können auch andere Gründe haben. Die NVL Unipolare Depression zählt funktionelle Störungen von Herz und Kreislauf, zum Beispiel einen schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag und Ohnmachten, zu den Beschwerden, die auf eine Depression hinweisen können [19]. Auch beim Absetzen kann sich das Herz bemerkbar machen: Unter den möglichen Absetzsymptomen von Escitalopram nennt die Packungsbeilage einen unruhigen oder pochenden Herzschlag [4]. Mehr dazu lesen Sie unter Absetzsymptome.

Einen Anhaltspunkt gibt der zeitliche Verlauf. Bei Quetiapin kann ein verlangsamter Herzschlag laut Packungsbeilage zu Beginn der Behandlung auftreten; bei Clozapin ist das Risiko einer Herzmuskelentzündung in den ersten zwei Monaten erhöht [9, 13]. Ob Beschwerden mit dem Medikament zusammenhängen, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wann Herzklopfen, Schwindel oder ein langsamer Puls auftreten, können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren.

Welche Kontrollen vorgesehen sind

Bei einer Depression empfiehlt die NVL Unipolare Depression unter Antidepressiva außer den trizyklischen ein EKG vor Behandlungsbeginn und im ersten Monat, allerdings nur bei Citalopram, Escitalopram und Venlafaxin sowie bei Menschen mit einem Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung. Kontrollen von Blutdruck und Puls empfiehlt sie vor Beginn, im ersten und im sechsten Monat [19]. Unter trizyklischen Antidepressiva und unter Lithium sieht sie ein EKG vor Beginn, im ersten und im sechsten Monat und danach halbjährlich vor [19]. Die NVL versteht diese Abstände als Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann [19].

Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika ein EKG abgeleitet werden (Empfehlung 16) [18]. Danach sieht die Leitlinie EKG und Blutsalze (Elektrolyte) im ersten und im sechsten Monat und dann jährlich vor, unter Clozapin im ersten, dritten und sechsten Monat und danach halbjährlich; Blutdruck und Puls vor Beginn, im ersten, dritten und sechsten Monat und danach vierteljährlich [18]. Häufigere EKG-Kontrollen empfiehlt sie für alle über 60-Jährigen, gegebenenfalls bei Herzrisiken, bei bestimmten Wirkstoffen wie Ziprasidon und Perazin, nach einer aufgetretenen QTc-Verlängerung und bei Kombinationen mit anderen Mitteln, die die QTc-Zeit verlängern können. Treten Herzbeschwerden oder eine deutliche QTc-Verlängerung auf, ist laut Leitlinie eine Abklärung in der Kardiologie notwendig. Auch diese Zeitpunkte versteht die Leitlinie als Orientierungshilfe [18].

Wegen möglicher Herzmuskelentzündungen empfiehlt die Leitlinie unter Clozapin zusätzliche EKG-Kontrollen; bei einer Neueinstellung vorher ein EKG und in den ersten vier Wochen engmaschige Kontrollen von Blutwerten (CRP und Troponin), Blutdruck, Puls und Temperatur [18]. Bei Kindern und Jugendlichen mit Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie bei auffälligen Herzbefunden, insbesondere einer QTc-Verlängerung vor oder während der Behandlung, eine kinderkardiologische Abklärung veranlasst werden [18].

Die Fachinformationen nennen eigene Kontrollen. Für Haloperidol wird vor Behandlungsbeginn ein EKG empfohlen; während der Behandlung wird für jede Person beurteilt, ob das EKG überwacht werden muss, und eine Kontrolle der Blutsalze vor Beginn und in regelmäßigen Abständen wird empfohlen [8]. Bei Citalopram und Escitalopram sollte bei stabilen Herzerkrankungen vor Beginn eine Überprüfung des EKG in Erwägung gezogen werden, bei Ziprasidon muss sie in Erwägung gezogen werden; ein Mangel an Kalium oder Magnesium muss vorher ausgeglichen werden [2, 5, 10]. Unter Methylphenidat werden Blutdruck und Puls vor Beginn, mindestens alle sechs Monate und bei einer Änderung der Dosis gemessen [16]. Vor der Behandlung des nächtlichen Einnässens mit Amitriptylin ist ein EKG durchzuführen, um ein Long-QT-Syndrom auszuschließen [6]. Einen Überblick gibt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Was Sie tun können

Frau in den Fünfzigern fühlt an einem hellen Fenster ruhig ihren Puls am Handgelenk
Bild: KI-generiert

Ob ein Mittel weiter eingenommen, die Dosis geändert oder gewechselt wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine Ausnahme sind die Warnzeichen im nächsten Abschnitt: Bei ihnen verlangen zum Beispiel die Packungsbeilagen von Citalopram und Quetiapin, die Einnahme zu beenden und umgehend ärztliche Hilfe zu holen [1, 9].

Erzählen Sie vor Behandlungsbeginn von Herzerkrankungen und einem langsamen Ruhepuls. Die Packungsbeilagen fragen auch nach Herzproblemen in der Familie, die von Lithium zum Beispiel nach einem Brugada-Syndrom oder einem Herzstillstand bei Angehörigen [1, 7, 14]. Bei Citalopram sollen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie durch lang anhaltenden, starken Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungstabletten Salz verlieren könnten [1].

Bekommen Sie ein neues Medikament, auch ein Antibiotikum, sagen Sie, dass Sie ein Psychopharmakon einnehmen [1, 18]. Steht eine Operation an, ist laut Packungsbeilage von Amitriptylin die Narkoseärztin oder der Narkosearzt darüber zu informieren; eventuell muss die Behandlung vor der Narkose ausgesetzt werden [6]. Mehr dazu unter Operation und Narkose.

Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie in einer Übersicht, deren Empfehlungen sich vielfach auf Expertenkonsens stützen, ärztliche Möglichkeiten. Gegen eine QTc-Verlängerung sind das vorbeugend die Auswahl eines geeigneten Antipsychotikums bei Risikopersonen, die Beachtung der übrigen Medikamente und EKG-Kontrollen; bei bestimmten Befunden sollte das Antipsychotikum umgestellt werden [18]. Gegen einen schnellen Herzschlag nennt sie einen Wechsel des Antipsychotikums oder die Gabe eines peripher wirksamen Betablockers [18]. Bei jedem Medikamentenwechsel kann es laut Leitlinie zu einer Verschlechterung der Beschwerden oder zu vermehrten Nebenwirkungen kommen [18]. Ob etwas davon für Sie in Frage kommt, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wie ein Wechsel abläuft, lesen Sie unter Medikament wechseln.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Schneller, unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht können laut Packungsbeilage von Citalopram Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes) sein; dann dürfen Sie Citalopram nicht weiter einnehmen und sollen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [1]. Bei Escitalopram heißt es, Sie sollen umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt benachrichtigen oder sich direkt in ein Krankenhaus begeben [4]. Die Packungsbeilage von Quetiapin verlangt bei Herzklopfen oder Herzrasen zusammen mit Schwindel oder Ohnmacht, die Einnahme zu beenden und umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen oder direkt ins nächstgelegene Krankenhaus zu gehen; es können Zeichen schwerwiegender Herzrhythmusstörungen sein, die in schweren Fällen lebensbedrohlich sind [9].

Unter Haloperidol informieren Sie bei Herzrhythmusstörungen mit möglicher Bewusstlosigkeit, Herzrasen oder Herzstolpern sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise ist dringend eine Behandlung nötig [7]. Unter Clozapin sollen Sie bei schnellem und unregelmäßigem Herzschlag, auch in Ruhe, bei Herzklopfen, Atemproblemen, Schmerzen in der Brust oder unerklärlicher Müdigkeit sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen [12]. Bei Methylphenidat wenden Sie sich laut Packungsbeilage bei unregelmäßigem Herzschlag (Palpitationen) sofort an eine Ärztin oder einen Arzt, ebenso bei unerklärbarer Ohnmacht, Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit, die Zeichen von Herzproblemen sein können [16].

Bei Verdacht auf eine Überdosierung verständigen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf. Zu den möglichen Zeichen gehört laut Packungsbeilage von Amitriptylin unter anderem ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag [6]. Geht es Ihnen seelisch sehr schlecht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
  2. Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
  3. Rote-Hand-Brief zu Cipramil (Citalopram): Risiko für dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung. Lundbeck GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 31.10.2011. abgerufen am 23.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Ziprasidon-neuraxpharm 20 mg/40 mg/60 mg/80 mg Hartkapseln. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Solian 100 mg/200 mg Tabletten, Solian 400 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 23.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  15. Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm 18 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 23.10.2026
  17. Rote-Hand-Brief zu Donepezil: QTc-Intervallverlängerung und Torsade de Pointes. Zulassungsinhaber donepezilhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 13.12.2021. abgerufen am 23.10.2026
  18. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
  19. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 3.2, Juli 2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Was ist eine QT-Zeit-Verlängerung?

Die QT-Zeit, auch QT-Intervall genannt, ist laut Packungsbeilage von Escitalopram eine im EKG sichtbare elektrische Aktivität des Herzens. Ist die frequenzabhängige QT-Zeit, die sogenannte QTc-Zeit, verlängert, besteht laut S3-Leitlinie Schizophrenie ein erhöhtes Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern (Torsade de Pointes), die in Kammerflimmern übergehen können. Laut Packungsbeilage von Citalopram kann sich eine solche Rhythmusstörung durch schnellen, unregelmäßigen Herzschlag und Ohnmacht zeigen.

Welche Psychopharmaka gehen nicht aufs Herz?

Eine solche Liste stellt Psychopharmakon.de nicht auf. Die Packungsbeilagen nennen Wirkungen auf das Herz bei vielen Antidepressiva und Antipsychotika, mit unterschiedlicher Häufigkeit; die Tabellen auf dieser Seite zeigen die Angaben aus den Produktinformationen. Für Menschen mit Herzrisiken nennt die S3-Leitlinie Schizophrenie die Auswahl eines geeigneten Antipsychotikums als vorbeugende Maßnahme. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wechseln Sie nicht selbst.

Wie oft wird unter Psychopharmaka ein EKG gemacht?

Das hängt vom Mittel und von der Erkrankung ab. Bei einer Depression nennt die NVL ein EKG vor Beginn und im ersten Monat unter Citalopram, Escitalopram und Venlafaxin sowie bei Herz-Kreislauf-Risiken, unter trizyklischen Antidepressiva und Lithium zusätzlich im sechsten Monat und danach halbjährlich. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika ein EKG abgeleitet werden; danach sieht ihre Kontrolltabelle ein EKG im ersten und sechsten Monat und dann jährlich vor, bei über 60-Jährigen häufiger. Beide Leitlinien verstehen die Abstände als Orientierung.

Welche anderen Medikamente verlängern die QT-Zeit?

Die Packungsbeilage von Citalopram nennt unter anderem bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, einige Antipsychotika wie Pimozid und Haloperidol, trizyklische Antidepressiva, bestimmte Mittel gegen Infektionen wie Moxifloxacin, Erythromycin als Infusion oder Pentamidin, Malariamittel wie Halofantrin und bestimmte Antihistaminika. Die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt außerdem bestimmte Makrolid-Antibiotika. Mittel, die den Kalium- oder Magnesiumspiegel senken, können das Risiko ebenfalls erhöhen. Zeigen Sie bei jedem Arztbesuch und in der Apotheke Ihren Medikationsplan.

Was tun bei Herzrasen durch Antidepressiva?

Sprechen Sie Herzrasen oder Herzklopfen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an; die Packungsbeilage von Citalopram nennt Herzrasen als häufig. Kommen ein unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht hinzu, dürfen Sie Citalopram laut Packungsbeilage nicht weiter einnehmen und sollen sofort ärztliche Hilfe holen, weil das Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung sein kann. Ein pochender Herzschlag kann bei Escitalopram laut Packungsbeilage auch beim Absetzen auftreten.

Wie wirken ADHS-Medikamente auf das Herz?

Bei Methylphenidat nennt die Packungsbeilage einen unregelmäßigen und einen raschen Herzschlag als häufig. Wer schon einmal Herzprobleme wie einen Herzinfarkt, einen unregelmäßigen Herzschlag oder eine Herzschwäche hatte oder mit einem Herzfehler geboren wurde, darf Methylphenidat laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Blutdruck und Puls werden vor Beginn, mindestens alle sechs Monate und bei Änderungen der Dosis gemessen. Unerklärbare Ohnmacht, Brustschmerzen und Kurzatmigkeit sind Anlass, sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden.

Kann Lithium den Puls verlangsamen?

Ja. Laut Fachinformation ist ein verlangsamter Herzschlag durch eine Funktionsstörung des Sinusknotens die häufigste Herzrhythmusstörung unter Lithium; die Packungsbeilage nennt einen unregelmäßigen oder langsamen Puls mit nicht bekannter Häufigkeit. Bei Herzrhythmusstörungen und niedrigem Blutdruck sollen Sie laut Packungsbeilage zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen. Bei einem Brugada-Syndrom bei Ihnen oder in der Familie wird Lithium laut Fachinformation nicht empfohlen.

Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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