MedikamenteWirkstoff
Nitrazepam
Nitrazepam ist ein verschreibungspflichtiges Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine; Präparate sind unter anderem Mogadan, Nitrazepam AL und Nitrazepam-neuraxpharm. Zugelassen ist es nur zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen und zur Behandlung von BNS-Krämpfen (West-Syndrom) im Säuglings- und Kleinkindalter. Nitrazepam kann abhängig machen, reichert sich bei täglicher Einnahme an und sollte nicht abrupt abgesetzt werden.

Wofür wird Nitrazepam eingesetzt?
Nitrazepam hat laut Fach- und Gebrauchsinformation zwei Anwendungsgebiete: die Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen und die Behandlung von BNS-Krämpfen (West-Syndrom), einer bestimmten Form der Epilepsie im Säuglings- und Kleinkindalter. Die Behandlung mit Benzodiazepinen ist nur bei Schlafstörungen von klinisch bedeutsamem Schweregrad angezeigt. Vor einer Behandlung der Schlaflosigkeit sollte laut Fachinformation die zugrunde liegende Ursache ermittelt werden. [1, 2]
Zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen dürfen Kinder und Jugendliche Nitrazepam nicht einnehmen; das ist eine Gegenanzeige. Darüber hinaus sollten Benzodiazepine Kindern und Jugendlichen laut Fach- und Gebrauchsinformation nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden. Wird Ihr Kind wegen BNS-Krämpfen behandelt, besprechen Sie Fragen zur Behandlung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Mehr über Schlafstörungen lesen Sie auf der Seite Schlafstörungen. [1, 2]
Nitrazepam ist verschreibungspflichtig. Es steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; Zubereitungen bis zu einer bestimmten Wirkstoffmenge je Tablette sind davon ausgenommen und nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig, für sie gelten aber die betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften über Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr. [2, 3, 4]
Wie wirkt Nitrazepam?
Nitrazepam ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Im zentralen Nervensystem bindet es fest (mit hoher Affinität) an Benzodiazepin-Rezeptoren und verstärkt die hemmende Wirkung des Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Daraus ergeben sich laut Fachinformation spannungs-, erregungs- und angstdämpfende, beruhigende und schlaffördernde Wirkungen; außerdem dämpft Nitrazepam die Muskelspannung und wirkt gegen Krampfanfälle. Einen Überblick über die Gruppe gibt die Seite Schlafmittel. [1, 2]
Nach dem Schlucken wird Nitrazepam rasch und gut aufgenommen; gleichzeitiges Essen verzögert den Anstieg im Blut und senkt die höchsten Blutspiegel. Die Halbwertszeit liegt laut Fachinformation zwischen 25 und 30 Stunden und verlängert sich mit dem Alter und bei Übergewicht. Weil Nitrazepam relativ langsam ausgeschieden wird, reichert es sich bei täglicher Gabe deutlich an; ein gleichbleibender Blutspiegel stellt sich im Allgemeinen nach 3 bis 7 Tagen ein. [2]
Die Hauptabbauprodukte sind pharmakologisch unwirksam; ein in geringerem Umfang gebildetes wirksames Abbauprodukt erscheint laut Fachinformation klinisch wenig bedeutsam. Ausgeschieden wird Nitrazepam überwiegend über die Nieren. Eine klare Beziehung zwischen dem Blutspiegel und der Wirkung gibt es laut Fachinformation nicht. [2]
Wann wirkt Nitrazepam und wie lange wird behandelt?
Laut Fachinformation wird innerhalb von 30 bis 60 Minuten Schlaf ausgelöst, der 6 bis 8 Stunden anhält. Nitrazepam wird abends direkt vor dem Schlafengehen eingenommen; achten Sie laut Packungsbeilage darauf, dass danach eine Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet ist, damit Ihr Reaktionsvermögen am folgenden Morgen nicht beeinträchtigt ist. Besonders zu Beginn können je nach Empfindlichkeit und Dosis verringerte Aufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Bewegungsunsicherheit und Nachwirkungen am folgenden Tag auftreten; in der Regel verringern sie sich bei wiederholter Anwendung. [1, 2]
Bei Schlafstörungen sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen. Eine Verlängerung sollte nicht ohne erneute kritische Beurteilung erfolgen; laut Fachinformation kann sie in bestimmten Fällen notwendig sein. Schon zu Beginn wird laut Packungsbeilage ein Folgetermin vereinbart, bei dem die Ärztin oder der Arzt über die Weiterbehandlung entscheidet. Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1, 2]
- BeginnLaut Fachinformation ist es angebracht, Sie zu Beginn über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren und Ihnen die allmähliche Verringerung der Dosis genau zu erklären. Laut Packungsbeilage wird schon zu Beginn ein Folgetermin vereinbart, bei dem die Ärztin oder der Arzt über die Weiterbehandlung entscheidet. Verringerte Aufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Bewegungsunsicherheit und Nachwirkungen am folgenden Tag können je nach Empfindlichkeit und Dosis besonders zu Beginn auftreten und verringern sich laut Fachinformation in der Regel bei wiederholter Anwendung.[1, 2]
- Erste WirkungLaut Fachinformation wird innerhalb von 30 bis 60 Minuten Schlaf ausgelöst, der 6 bis 8 Stunden anhält.[2]
- ErhaltungBei Schlafstörungen sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen. Eine Verlängerung darüber hinaus sollte nicht ohne erneute kritische Beurteilung durch die Ärztin oder den Arzt erfolgen; laut Fachinformation kann sie in bestimmten Fällen notwendig sein.[1, 2]
- AbsetzenDie Behandlung wird nicht abrupt beendet, sondern die Dosis wird gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt langsam verringert. Nach längerer Einnahme kann laut Fachinformation ein langsameres Ausschleichen nötig sein, möglicherweise mit Unterstützung durch Spezialisten. Vorübergehend können die ursprünglichen Beschwerden verstärkt wiederkehren (Rebound).[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Zu den häufigen Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen können, zählen laut Fach- und Gebrauchsinformation unter anderem Verschlafenheit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, zeitlich begrenzte Gedächtnislücken, Doppeltsehen, Muskelschwäche, Harnverhaltung und Ermüdung (Müdigkeit). Ebenfalls häufig sind eine verschlechterte Atemtätigkeit (Atemdepression), vermehrte Bronchialsekretion, Verwirrtheitszustände, emotionale Störungen und Depressionen; eine schon bestehende Depression kann zum Vorschein kommen. [1, 2]
Wegen der muskelentspannenden Wirkung besteht bei älteren Menschen das Risiko von Stürzen und daraus folgenden Knochenbrüchen. Ältere Menschen sind laut Fachinformation anfälliger für die Wirkungen dämpfender Arzneimittel, und psychiatrische und paradoxe Reaktionen treten bei ihnen häufiger auf. Gelegentlich sind unter anderem Schlaflosigkeit, ein Delirium, eine Beeinträchtigung des Denkens und Änderungen des sexuellen Bedürfnisses (sexuelle Funktionsstörungen). Abhängigkeit, ein Entzugssyndrom und Arzneimittelmissbrauch sind selten. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenGelegentlich
- Unruhe und NervositätSelten
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- Erektionsstörungennicht genannt
- Mundtrockenheitnicht genannt
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitSelten
- SchwindelHäufig
- ZitternGelegentlich
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- Natriummangelnicht genannt
- AbhängigkeitSelten
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Ohne Häufigkeitsangabe beschreiben die Quellen unter anderem das Nachlassen der Wirkung (Toleranz), die einzelnen Entzugssymptome nach plötzlichem Beenden und die mögliche Verstärkung depressiver Beschwerden bei alleiniger Behandlung mit Benzodiazepinen; sie stehen in den Abschnitten zu Warnzeichen, Vorsicht und Absetzen. Die Liste nennt alle Nebenwirkungen aus Fach- und Gebrauchsinformation mit ihrer Häufigkeit; was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheEmotionale Erkrankungen, Verwirrtheitszustände[1, 2]
- PsycheDepression; eine schon bestehende Depression kann zum Vorschein kommen (demaskiert werden)[1, 2]
- NervensystemVerschlafenheit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemZeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)[1, 2]
- AugenDoppeltsehen[1, 2]
- AtemwegeVerschlechterung der Atemtätigkeit (Atemdepression), vermehrte Bronchialsekretion[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]
- Nieren und HarnwegeHarnverhaltung[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenErmüdung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Hautreaktionen[1, 2]
- PsycheDelirium[1, 2]
- PsycheSchlaflosigkeit[1, 2]
- PsycheBeeinträchtigung des Denkens (kognitive Beeinträchtigung)[1, 2]
- PsycheÄnderungen des sexuellen Bedürfnisses (Libidostörung)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Lust auf Sex
- NervensystemGleichgewichtsstörungen[1, 2]
- NervensystemBewegungsbeeinträchtigung (Hypokinesie), Zittern (Tremor)[1, 2]
- Magen und DarmBauchschmerzen, Bauchbeschwerden und Störungen des Magen-Darm-Trakts[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenStörungen des Bewegungsablaufs (Ataxie)[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemBluterkrankungen[1, 2]
- PsycheAbhängigkeit, Entzugssyndrom, Arzneimittelmissbrauch[1, 2]Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen
- PsycheStimmungsänderung, Angst, Unruhe, krankhafte Unruhe (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheAggressionen, Ärger[1, 2]
- PsycheWahnvorstellungen, Halluzinationen, Verlust des Realitätsbezugs (Psychose)[1, 2]
- PsycheAlpträume[1, 2]
- NervensystemEpilepsie[1, 2]
- NervensystemSchwindel (Vertigo)[1, 2]
- AugenSehverschlechterung[1, 2]
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]
- Leber und GalleGelbsucht (Ikterus)[1, 2]
- HautAusschlag, Nesselsucht, Juckreiz, entzündliche Hautreaktion (Dermatitis)[1, 2]
- HautScheibenrose (Erythema multiforme), Stevens-Johnson-Syndrom[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe (Muskelspasmen)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenReizbarkeit[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenWiederauftreten der Schlaflosigkeit (Rebound-Effekt)[1, 2]Mehr dazu: Absetzsymptome
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- PsycheVerringerte Aufmerksamkeit[1, 2]
- PsycheReizbarkeit, Wut, unangemessenes Verhalten und andere Verhaltensstörungen[1, 2]
- NervensystemUndeutliches Sprechen (Dysarthrie)[1, 2]
- NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Muskeln, Knochen und GelenkeBewegungsunsicherheit; wegen der muskelentspannenden Wirkung besteht bei älteren Menschen das Risiko für Stürze und daraus folgende Knochenbrüche[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSturzgefahr, besonders bei älteren Menschen oder wenn Nitrazepam nicht nach Vorschrift eingenommen wurde[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenNachwirkungen am folgenden Tag (Schläfrigkeit, herabgesetzte Reaktionsfähigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Benzodiazepinen kann es laut Fach- und Gebrauchsinformation, besonders bei älteren Menschen und Kindern, zu Sinnestäuschungen und sogenannten paradoxen Reaktionen kommen, etwa zu Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Wut, Albträumen, Wahnvorstellungen oder unangemessenem Verhalten. Auch eine Depression mit suizidalen Tendenzen kann dabei zum Vorschein kommen. Diese Reaktionen können laut Fachinformation ausgeprägt sein. In solchen Fällen sollte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung laut Packungsbeilage beenden; informieren Sie sie oder ihn sofort. [1, 2]
Benzodiazepine sollten nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden; die depressive Symptomatik kann sich sonst unter Umständen verstärken, laut Fachinformation mit einem erhöhten Suizidrisiko. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1, 2]
Nehmen Sie zusätzlich Opioide ein, also starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie oder bestimmte Hustenmittel, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Laut Packungsbeilage kann es helfen, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf diese Anzeichen zu achten; treten sie auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [1, 2]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Die Beschwerden der ersten Zeit verringern sich laut Fachinformation in der Regel bei wiederholter Anwendung. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke; ändern Sie die Dosis nicht selbst. [1, 2]
Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:
- Planen Sie nach der Einnahme 7 bis 8 Stunden ununterbrochenen Schlaf ein. Das verringert das Risiko von Gedächtnislücken; sie können laut Fachinformation einige Stunden nach der Einnahme auftreten und mehrere Stunden anhalten. [1, 2]
- Werden Sie während der stärksten Wirkung geweckt, kann das Aufwachen verzögert sein. [1, 2]
- Ältere Menschen sollten besonders beim nächtlichen Aufstehen vorsichtig sein, weil die Sturzgefahr erhöht ist; mehr unter Im Alter. [1, 2]
- Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann laut Packungsbeilage ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. [1]
- Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter. [1]
- Die Tabletten enthalten Lactose. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern nehmen Sie Nitrazepam erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [1]
Schlaf, Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den Folgetermin.
Kontrollen während der Behandlung
Damit es bei lang wirksamen Benzodiazepinen nicht durch Anreicherung zu einer Überdosierung kommt, sieht die Fachinformation zu Beginn der Behandlung eine routinemäßige Überprüfung der Dosis vor. Die Anwendung bei älteren Menschen erfordert laut Fachinformation besondere Beobachtung. [2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Dosis bei Behandlungsbeginn | Laut Fachinformation sollte bei lang wirksamen Benzodiazepinen zu Beginn routinemäßig geprüft werden, ob die Dosis verringert oder der Abstand zwischen den Einnahmen verlängert werden kann, um einer Überdosierung durch Anreicherung vorzubeugen[2] |
| Atmung und Dämpfung | Bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden engmaschig auf Anzeichen einer Atemdämpfung (Atemdepression) und Sedierung achten[2] |
| Beobachtung älterer Menschen | Die Anwendung bei älteren Menschen erfordert laut Fachinformation besondere Beobachtung[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was regelmäßige Kontrollen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.
Wechselwirkungen
Zusammen mit Schlaf-, Beruhigungs- und Narkosemitteln, Schmerzmitteln, angstlösenden Mitteln, Mitteln gegen Anfallsleiden, Allergiemitteln (Antihistaminika), Neuroleptika und Antidepressiva, laut Fachinformation auch Lithium, und muskelentspannenden Mitteln können sich die dämpfenden Wirkungen gegenseitig verstärken. Mit Opioiden steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma, und die Kombination kann lebensbedrohlich sein; laut Packungsbeilage sollte sie nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. [1, 2]
Zusammen mit Mitteln gegen Epilepsie, vor allem Hydantoinen und Barbituraten, können Nebenwirkungen und Giftigkeit verstärkt auftreten; zu Beginn ist dann laut Fachinformation eine besonders sorgfältige Dosisfindung nötig. Mittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, können die Wirkung von Nitrazepam verstärken, zum Beispiel Cimetidin und Omeprazol gegen Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre, Antibiotika wie Erythromycin und die "Pille". Rifampicin und andere Mittel, die Leberenzyme aktivieren, können den Abbau beschleunigen. Mit muskelentspannenden Mitteln kann die Muskelentspannung zunehmen, besonders bei älteren Menschen und höherer Dosierung (Sturzgefahr). [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel) | Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein. Laut Fachinformation kann die Kombination mit Narkoanalgetika die euphorisierende Wirkung verstärken und so eine Abhängigkeit schneller entstehen lassen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer begrenzt die Ärztin oder der Arzt. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle opioidhaltigen Arzneimittel |
| Schlaf-, Beruhigungs- und Narkosemittel, Schmerzmittel, angstlösende Mittel (Anxiolytika), Mittel gegen Anfallsleiden (Antiepileptika), Mittel gegen Allergien (Antihistaminika), Neuroleptika und Antidepressiva, laut Fachinformation auch Lithium | Die dämpfenden Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) | Die muskelentspannende Wirkung kann sich verstärken, besonders bei älteren Menschen und bei höherer Dosierung (Sturzgefahr)[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen: Cimetidin und Omeprazol (gegen Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre), Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Mittel zur Empfängnisverhütung ("Pille") | Die Wirkung von Nitrazepam kann verstärkt werden[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel, die Leberenzyme aktivieren, zum Beispiel Rifampicin | Der Abbau von Benzodiazepinen kann beschleunigt werden[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel gegen Epilepsie, besonders Hydantoine und Barbiturate oder Kombinationen, die diese enthalten | Nebenwirkungen und Giftigkeit (Toxizität) können verstärkt auftreten[1, 2] | Laut Fachinformation ist zu Beginn eine besonders sorgfältige Dosisfindung nötig |
| Alkohol | Alkohol kann die Wirkung von Nitrazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken; Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, werden zusätzlich beeinträchtigt[1, 2] | Während der Behandlung auf Alkohol verzichten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.
Wer Nitrazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nitrazepam darf unter anderem nicht eingenommen werden bei krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis), einer bestehenden oder früheren Abhängigkeit von Arzneimitteln, Alkohol oder Drogen, schweren Störungen der Atemfunktion, akuter Lungeninsuffizienz, Atemaussetzern im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom), schweren Leberschäden und einer akuten Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder Psychopharmaka. [1, 2]
Besondere Vorsicht und gegebenenfalls eine niedrigere Dosis sind bei älteren oder geschwächten Menschen, eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion und Atemstörungen nötig, besondere Vorsicht auch bei Persönlichkeitsstörungen. Bei Arzneimittel-, Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte sollten Benzodiazepine nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Zur Behandlung chronischer Psychosen, von Phobien oder Zwangsstörungen sind Benzodiazepine nicht geeignet. [1, 2]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Nitrazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
- Bestehende oder frühere Abhängigkeit von Arzneimitteln, Alkohol oder Drogen[1, 2]
- Schwere Störungen der Atemfunktion, akute Atmungsstörungen (akute Lungeninsuffizienz)[1, 2]
- Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
- Schwere Leberschäden[1, 2]
- Störungen der Muskel- und Bewegungskoordination (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
- Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
- Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Nachlassende Wirkung: Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die Wirksamkeit nachlassen (Toleranz)[1, 2]
- Abhängigkeit: Benzodiazepine können zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen, nicht nur beim Missbrauch besonders hoher Dosen, sondern auch im therapeutischen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist besonders bei Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung in der Vorgeschichte erhöht. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein[1, 2]
- Gedächtnislücken: Nitrazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen, sodass Sie sich an Handlungen, meist einige Stunden nach der Einnahme, später nicht erinnern. Das Risiko steigt mit der Dosis und lässt sich durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern[1, 2]
- Arzneimittel-, Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte: Benzodiazepine nur mit äußerster Vorsicht; bei Persönlichkeitsstörungen ist besondere Vorsicht erforderlich[1, 2]
- Depression: Benzodiazepine sollten nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angstzuständen mit Depression angewendet werden; ohne geeignete Behandlung mit Antidepressiva kann sich die depressive Symptomatik verstärken, laut Fachinformation mit erhöhtem Suizidrisiko[1, 2]
- Benzodiazepine sind nicht zur Behandlung chronischer Psychosen, von Phobien oder Zwangsstörungen geeignet und werden nicht zur alleinigen Behandlung von Psychosen empfohlen[1, 2]
- Ältere oder geschwächte Menschen: besondere Vorsicht, gegebenenfalls niedrigere Dosis; wegen der muskelentspannenden Wirkung Sturzgefahr, besonders beim nächtlichen Aufstehen, laut Fachinformation mit der Gefahr von Hüftbrüchen[1, 2]
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion und Atemstörungen: Vorsicht, gegebenenfalls niedrigere Dosis. Laut Fachinformation sollten Menschen mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht mit Benzodiazepinen behandelt werden, weil das Risiko einer Hirnfunktionsstörung (Enzephalopathie) steigt; bei chronischer Ateminsuffizienz wird wegen des Risikos einer Atemdämpfung eine niedrigere Dosis empfohlen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko[1, 2]
- Wer während der stärksten Wirkung geweckt wird, wacht unter Umständen verzögert auf[1, 2]
- Bei Verlust oder Trauer kann die seelische Verarbeitung durch Benzodiazepine gehemmt werden[1, 2]
- Vor einer Behandlung der Schlaflosigkeit mit Benzodiazepinen sollte laut Fachinformation die zugrunde liegende Ursache ermittelt werden[2]
- Laut Fachinformation sollte nicht von einem lang wirksamen auf ein kurz wirksames Benzodiazepin gewechselt werden, da Entzugssymptome auftreten können[2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte Nitrazepam nur in Ausnahmefällen aus zwingenden Gründen verordnet werden. Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden möchten oder vermuten, schwanger zu sein, teilen Sie das umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit; sie oder er entscheidet über die Weiterführung oder den Abbruch der Behandlung. Laut Fachinformation liegen weder Daten beim Menschen noch präklinische Erkenntnisse für eine sichere Anwendung in der Schwangerschaft vor. Das Fehlbildungsrisiko bei therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, einige epidemiologische Studien ergaben jedoch Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten.[1, 2]
Bei längerer Einnahme in der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten. Eine Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt kann beim Neugeborenen zu Unregelmäßigkeiten der kindlichen (fötalen) Herzfrequenz, erniedrigter Körpertemperatur, Blutdruckabfall, Atemdämpfung, herabgesetzter Muskelspannung und Trinkschwäche führen (laut Fachinformation "Floppy-Infant-Syndrom").[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Nitrazepam geht in die Muttermilch über und kann sich nach mehrmaliger Gabe dort anreichern. Laut Fachinformation sollte es in der Stillzeit nicht angewendet werden; bei wiederholter Einnahme oder Einnahme hoher Dosen muss abgestillt werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Verzichten Sie während der Behandlung auf Alkohol: Er kann die Wirkung von Nitrazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken und beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, zusätzlich.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Unter Nitrazepam kann die Fähigkeit beeinträchtigt sein, anspruchsvolle Tätigkeiten auszuführen. Schläfrigkeit, Gedächtnisstörungen, verminderte Konzentrationsfähigkeit und beeinträchtigte Muskelfunktion können sich nachteilig auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Arbeiten mit Maschinen auswirken, besonders nach zu kurzem Schlaf. Alkohol kann die Beeinträchtigung verstärken.[1, 2]
Anwendung
Abends direkt vor dem Schlafengehen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einnehmen, zum Beispiel mit einem halben Glas Wasser. Nach der Einnahme sollte eine ausreichende Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein, damit das Reaktionsvermögen am folgenden Morgen nicht beeinträchtigt ist.[1, 2]
Einnahme vergessen: die versäumte Dosis nicht nachholen, sondern die Einnahme so fortsetzen, wie es verordnet wurde.[1]
Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter, auch nicht, weil sie "anderen so gut geholfen haben".[1]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Nitrazepam sollte nicht abrupt abgesetzt werden; die Dosis wird langsam verringert (Ausschleichen). Nach längerem Gebrauch können, oft mit einigen Tagen Verzögerung, Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle und Halluzinationen auftreten; diese Absetzerscheinungen verschwinden laut Packungsbeilage nach einigen Tagen bis Wochen.[1, 2]
Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch von Entzugssymptomen begleitet: Depression, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Nervosität, außergewöhnliche Angst, Spannungszustände, innere Unruhe, Verwirrtheit, Stimmungswechsel, Schlaflosigkeit (Rebound), Schwitzen, Durchfall und Reizbarkeit. In schweren Fällen können außerdem Realitätsverlust, Persönlichkeitsstörungen, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle auftreten. Auch nach einer kürzeren Behandlung können bei plötzlichem Absetzen die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt wiederkehren, begleitet von Stimmungswechseln, Angstzuständen und Unruhe.[1, 2]
Überdosierung
Anzeichen einer leichten Überdosierung können Schläfrigkeit, Benommenheit, Sehstörungen, undeutliches Sprechen, Blutdruckabfall, Gang- und Bewegungsunsicherheit und Muskelschwäche sein. Bei schwerer Vergiftung kann es zu Tiefschlaf bis Bewusstlosigkeit, Störungen der Atemfunktion und Kreislaufkollaps kommen. Verständigen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1, 2]
Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, solange Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist, zum Beispiel durch Nachwirkungen am folgenden Tag; ob das bei Ihnen der Fall ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation kann Nitrazepam wie alle Arzneimittel dieser Art die Fähigkeit beeinträchtigen, anspruchsvolle Aufgaben auszuführen; Beruhigung (Sedierung), Gedächtnislücken, verminderte Konzentrationsfähigkeit und eine beeinträchtigte Muskelfunktion können sich nachteilig auf die Fahrtüchtigkeit auswirken, in besonderem Maße nach zu kurzem Schlaf. Alkohol kann die Beeinträchtigungen verstärken. [1, 2]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]
Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, wenden Sie sich laut Fachinformation an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um über das Absetzen zu sprechen; laut Packungsbeilage entscheidet sie oder er über die Weiterführung oder den Abbruch der Behandlung. Setzen Sie Nitrazepam nicht auf eigene Faust ab. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Benzodiazepine können zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen, nicht nur beim Missbrauch besonders hoher Dosen, sondern auch im therapeutischen Dosierungsbereich. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung in der Vorgeschichte erhöht; über Missbrauch von Benzodiazepinen wurde laut Fachinformation berichtet. Eine unkontrollierte längerfristige Einnahme muss laut Packungsbeilage vermieden werden. Mehr unter Abhängigkeit und Medikamentenabhängigkeit. [1, 2]
Einnahme und Absetzen
Wie Sie die Tabletten einnehmen und was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. [1]
Laut Fach- und Gebrauchsinformation sollte Nitrazepam nicht abrupt abgesetzt werden, sondern die Dosis langsam verringert werden. Nach einer Einnahme über einen längeren Zeitraum kann laut Fachinformation ein langsameres Ausschleichen notwendig sein, möglicherweise ist dann eine Unterstützung durch Spezialisten angezeigt. Von einem lang wirksamen sollte laut Fachinformation nicht auf ein kurz wirksames Benzodiazepin gewechselt werden, weil Entzugssymptome auftreten können. [1, 2]
Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch von Entzugssymptomen begleitet, etwa von Schlaflosigkeit, außergewöhnlicher Angst, Nervosität, innerer Unruhe, Reizbarkeit, Kopf- und Muskelschmerzen oder Schwitzen; in schweren Fällen können Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle auftreten. Auch nach einer kürzeren Behandlung können beim plötzlichen Beenden die Beschwerden, wegen derer Nitrazepam genommen wurde, vorübergehend verstärkt wiederkehren (Rebound). Alle Angaben der Packungsbeilage dazu stehen in der Übersicht zum Alltag unter "Absetzen". [1, 2]
Nach längerem Gebrauch können Absetzerscheinungen wie Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle und Halluzinationen auftreten, oft mit einigen Tagen Verzögerung; laut Packungsbeilage verschwinden sie nach einigen Tagen bis Wochen. [1]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Benzodiazepinen wichtig ist, erklärt die Seite Benzodiazepine absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt Dosen für Erwachsene und ältere Menschen mit Schlafstörungen und für Säuglinge und Kleinkinder mit BNS-Krämpfen, dazu Hinweise bei chronischen Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankungen und bei organischen Hirnveränderungen. Die Behandlung sollte mit der niedrigsten empfohlenen Dosis begonnen werden, und die maximale Dosis sollte nicht überschritten werden; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Nitrazepam
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Nitrazepam-neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Tabletten 5 mg und 10 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Mogadan | verschreibungspflichtig | |
| Nitrazepam AL | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Nitrazepam-neuraxpharm 5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2020. abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation Nitrazepam-neuraxpharm 5 mg / 10 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 06/2021. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Nitrazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Nitrazepam verschrieben?
Nitrazepam ist zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen zugelassen, wenn sie einen klinisch bedeutsamen Schweregrad haben, und zur Behandlung von BNS-Krämpfen (West-Syndrom), einer Form der Epilepsie im Säuglings- und Kleinkindalter. Kinder und Jugendliche dürfen es zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen nicht einnehmen. Nitrazepam ist verschreibungspflichtig.
Wie lange wirkt Nitrazepam?
Laut Fachinformation hält der ausgelöste Schlaf 6 bis 8 Stunden an. Die Halbwertszeit liegt bei 25 bis 30 Stunden und verlängert sich mit dem Alter und bei Übergewicht; bei täglicher Einnahme reichert sich Nitrazepam deutlich an. Am folgenden Tag sind Nachwirkungen wie Schläfrigkeit und eine herabgesetzte Reaktionsfähigkeit möglich.
Wie schnell wirkt Nitrazepam?
Laut Fachinformation wird innerhalb von 30 bis 60 Minuten Schlaf ausgelöst. Nitrazepam wird abends direkt vor dem Schlafengehen eingenommen, und danach sollte eine Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein. Gleichzeitiges Essen verzögert laut Fachinformation den Anstieg im Blut.
Unter welchen Namen gibt es Nitrazepam?
Präparate mit Nitrazepam sind unter anderem Mogadan, Nitrazepam AL und Nitrazepam-neuraxpharm; Nitrazepam-neuraxpharm gibt es als Tabletten mit 5 mg und 10 mg. Alle sind verschreibungspflichtig. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt zur Dosierung.
Macht Nitrazepam abhängig?
Das ist möglich. Benzodiazepine können laut Fach- und Gebrauchsinformation zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen, auch im therapeutischen Dosierungsbereich; Abhängigkeit und ein Entzugssyndrom sind bei Nitrazepam seltene Nebenwirkungen. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung und ist bei einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung in der Vorgeschichte erhöht.
Darf ich mit Nitrazepam Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung auf Alkohol verzichten, weil er die Wirkung von Nitrazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken kann. Auch Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, werden dadurch weiter beeinträchtigt.
Darf ich nach der Einnahme von Nitrazepam Auto fahren?
Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, solange Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist. Laut Fach- und Gebrauchsinformation können Schläfrigkeit, Gedächtnisstörungen, verminderte Konzentrationsfähigkeit und eine beeinträchtigte Muskelfunktion die Fahrtüchtigkeit verschlechtern, in besonderem Maße nach zu kurzem Schlaf; Alkohol kann das verstärken. Ob das bei Ihnen der Fall ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie setze ich Nitrazepam ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nitrazepam sollte nicht abrupt abgesetzt werden, die Dosis wird langsam verringert; nach längerer Einnahme kann laut Fachinformation ein langsameres Ausschleichen nötig sein. Nach plötzlichem Absetzen können Entzugssymptome wie Schlaflosigkeit, Angst, innere Unruhe und Reizbarkeit auftreten, und die ursprünglichen Beschwerden können verstärkt zurückkehren.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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