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Lithiumspiegel: warum und wie oft er gemessen wird
Die Ärztin oder der Arzt bestimmt den Lithiumspiegel im Blut regelmäßig: Jeder Mensch reagiert laut Packungsbeilage anders auf Lithium, und die giftigen Konzentrationen liegen laut Fachinformation dicht bei den wirksamen. Laut deutscher Fachinformation sollte der Spiegel in den ersten vier Wochen wöchentlich, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später vierteljährlich bestimmt werden, möglichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme. Bei Zeichen einer Lithiumvergiftung wie Durchfall, Erbrechen, Zittern, Sprachstörungen oder Verwirrtheit verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, den Notruf 112 oder einen Giftnotruf; laut Fachinformation muss die Ärztin oder der Arzt Lithium bei den ersten Anzeichen sofort absetzen.

Der Lithiumspiegel ist die Konzentration von Lithium im Blutserum; gemessen wird sie laut Fachinformation anhand von Blutproben. Bei Lithium gehört die Messung fest zur Behandlung: Laut deutscher Fachinformation sind eine sorgfältige Überwachung und regelmäßige Kontrollen des Spiegels dringend erforderlich. Grundlage dieser Seite sind die deutsche und die österreichische Produktinformation zweier Lithiumpräparate desselben Zulassungsinhabers. Welcher Wert bei Ihnen angestrebt wird und was ein Ergebnis bedeutet, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [2, 3]
Warum der Lithiumspiegel gemessen wird
Jeder Mensch reagiert anders auf Lithium. Die Ärztin oder der Arzt muss die persönliche Dosis deshalb laut Packungsbeilage erst feststellen, und dazu sind vor allem zu Beginn der Behandlung häufige Blutuntersuchungen notwendig. Auch laut österreichischer Fachinformation ist je nach Spiegel im Blut und Ansprechen auf die Behandlung eine persönliche Dosierung erforderlich. [1, 2]
Die therapeutische Breite von Lithium ist laut Fachinformation sehr gering: Die giftigen Konzentrationen liegen dicht bei den wirksamen. Eine Lithiumvergiftung steht in engem Verhältnis zum Spiegel im Blut, und besonders empfindliche Menschen können Anzeichen einer Vergiftung schon bei üblichen Konzentrationen zeigen. Auch Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen hängen laut Fachinformation im Allgemeinen direkt mit dem Spiegel und mit der persönlichen Empfindlichkeit zusammen; bei höheren Konzentrationen treten sie häufiger und stärker auf. [2, 3]
Lithium wird im Körper nicht abgebaut und unverändert über die Nieren ausgeschieden. Laut deutscher Fachinformation kann diese Ausscheidung bei hinzukommenden Infektionen, Erbrechen, Durchfall, Flüssigkeitsmangel und unter bestimmten Arzneimitteln vermindert sein und dadurch eine Vergiftung hervorrufen. Bei Menschen, die Lithium dauerhaft nehmen, können laut Fachinformation schon normale Spiegel, eine geringe Erhöhung des Spiegels oder eine geringe Überdosierung zu einer schweren Vergiftung führen, weil das Gewebe außerhalb der Blutgefäße dann bereits mit Lithium gesättigt ist. [2, 3]
Wie viel Lithium vertragen wird, kann sich im Verlauf der Erkrankung ändern. In der akuten manischen Phase werden laut Fachinformation höhere Konzentrationen vertragen als beim Abklingen der manischen Beschwerden. Laut deutscher Fachinformation kann der Spiegel in der akuten Phase abfallen, sodass eine höhere Dosis nötig werden kann; mit dem Abklingen der Manie kann die Verträglichkeit wieder sinken, und die Dosis muss dann wieder verringert werden. Diese Anpassungen nimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor. [2, 3]
Wie oft der Spiegel bestimmt wird
Die beiden Fachinformationen beschreiben die Abstände etwas unterschiedlich. Laut deutscher Fachinformation sollte der Spiegel in den ersten vier Wochen wöchentlich bestimmt werden, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später vierteljährlich. Nach dem Beginn der Behandlung und nach einer Änderung der Dosis sollte die erste Bestimmung nach etwa einer Woche erfolgen, weil laut Fachinformation nach etwa einer Behandlungswoche ein gleichbleibendes Verhältnis zwischen dem Lithium außerhalb und innerhalb der Zellen erreicht ist. [3]
Die österreichische Fachinformation nennt in der akuten Phase häufige, wöchentliche Messungen und in unkomplizierten Fällen sowie in der Erhaltungstherapie Messungen alle ein bis zwei Monate; eine gleichbleibende Konzentration im Blut ist laut dieser Fachinformation 5 bis 7 Tage nach Beginn der regelmäßigen Einnahme erreicht. Die Packungsbeilage bittet Sie, regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen zu gehen, die anfangs wöchentlich und später monatlich oder alle 2 Monate stattfinden sollen. Die Termine legt Ihre Praxis fest. [1, 2]
Häufiger oder zusätzlich gemessen wird laut den Fachinformationen in diesen Situationen:
| Situation | Was die Fachinformation vorsieht |
|---|---|
| Begleiterkrankungen wie starkes Erbrechen, hohes Fieber, hinzukommende Infektionen, heftige Durchfälle oder Flüssigkeitsmangel | kürzere Abstände oder zusätzliche Kontrollen können nötig sein [3] |
| Neue Arzneimittel, die den Spiegel beeinflussen können | engmaschige Kontrollen des Spiegels und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis [2, 3] |
| Wechsel von mehreren Einnahmen am Tag auf eine einzige | anfangs häufigere Kontrollen; der Wert 12 Stunden nach der Einnahme kann bei gleicher Tagesdosis höher liegen als der zuvor eingestellte Wert [3] |
| Ältere Menschen | Spiegel häufiger als im Regelfall, weil er wegen der abnehmenden Nierenfunktion giftige Werte erreichen kann; auch die Nierenfunktion häufiger [3] |
| Eingeschränkte Nierenfunktion | Lithium nur, wenn keine Alternative zur Wahl steht, unter strenger Beobachtung, mit häufigen Kontrollen und einer geringeren Anfangsdosis [2] |
| Schwangerschaft, wenn Lithium gegeben wird | häufig messen, weil sich die Nierenfunktion in der Schwangerschaft und bei der Entbindung ändert [2]; laut deutscher Fachinformation engmaschig kontrollieren [3] |
| Nach einer Operation zur Gewichtsabnahme | engmaschig bis zur Stabilisierung des Körpergewichts; eine niedrigere Dosis kann nötig sein [1, 2, 3] |
| Wechsel auf ein anderes Lithiumpräparat | überwachen wie eine neu beginnende Behandlung, weil verschiedene Präparate unterschiedlich viel Wirkstoff ins Blut gelangen lassen können [3] |
| Lebensbedrohliche psychische Erkrankung, bei der andere Behandlungen erfolglos waren, trotz Gegenanzeige | nur im Krankenhaus mit täglicher Bestimmung des Spiegels [2, 3] |
Ob Lithium in der Schwangerschaft eingenommen wird, entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko; mehr dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft. [1]
Wann das Blut abgenommen wird

Laut deutscher Fachinformation sollte der Spiegel möglichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme bestimmt werden, zweckmäßigerweise morgens vor der nächsten Tablette. Die österreichische Fachinformation nennt ebenfalls so genau wie möglich 12 Stunden nach der letzten Dosis, in der Regel 12 Stunden nach der Abenddosis. Die Packungsbeilage bittet, genau 12 Stunden nach der Einnahme zur Blutabnahme zu gehen und die nächste Dosis erst danach einzunehmen. [1, 2, 3]
Lithium sollte laut deutscher Fachinformation immer zu einer festgesetzten Zeit eingenommen werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, warten Sie mit der nächsten Dosis bis zur festgesetzten Zeit und gleichen Sie die vergessene Einnahme nicht mit einer doppelten Dosis aus. [3]
Was außer dem Spiegel kontrolliert wird
Einer gründlichen körperlichen Untersuchung zu Beginn sollte sich laut deutscher Fachinformation eine sorgfältige Überwachung während der gesamten Lithiumbehandlung anschließen. Dazu gehören diese Untersuchungen: [3]
| Untersuchung | Wie oft laut deutscher Fachinformation |
|---|---|
| Kreatinin im Blut (ein Nierenwert) | bei jeder Bestimmung des Lithiumspiegels [3] |
| Körpergewicht und Halsumfang | vierteljährlich [3] |
| Schilddrüsenwerte (T3, T4, TSH, gegebenenfalls TRH-Test) | jährlich [3] |
| Natrium, Kalium und Kalzium | jährlich [3] |
| Urinmenge über 24 Stunden und Kreatinin-Clearance (Maß für die Nierenfunktion) | jährlich [3] |
| EKG (Herzstromkurve) | jährlich [3] |
| Blutbild | jährlich [3] |
| EEG (Hirnstromkurve) | bei Bedarf und wenn bei einer Kombinationsbehandlung, zum Beispiel mit Neuroleptika, Wechselwirkungen drohen [3] |
| Urinuntersuchung und Blutdruckmessung | als Teil der Überwachung, ohne Angabe eines Abstands [3] |
| Konzentrationsleistung der Nieren (Desmopressin-Test) | gegebenenfalls [3] |
Die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen, ist laut Fachinformation ratsam, weil nach einer Langzeitbehandlung Gewebeveränderungen der Niere berichtet wurden, die die Nierenfunktion einschränken können. Eine Langzeitbehandlung kann außerdem dazu führen, dass die Niere ihre Fähigkeit, den Harn zu konzentrieren, teilweise verliert; das kann manchmal vermehrtes Wasserlassen und Durst verursachen (nephrogener Diabetes insipidus). Betroffene sind laut Fachinformation sorgfältig auf Austrocknung zu beobachten, weil sich Lithium dann anreichern und eine Vergiftung entstehen kann. [2, 3]
Wird Lithium zusammen mit Neuroleptika gegeben, sind die Behandelten laut österreichischer Fachinformation auf frühe Zeichen einer Vergiftung des Nervensystems zu beobachten; laut deutscher Fachinformation sollten sie engmaschig kontrolliert werden. Bei einem Brugada-Syndrom, einer erblichen Herzerkrankung, bei Ihnen oder in Ihrer Familie wird Lithium laut Fachinformation nicht empfohlen. Wird es mangels anderer Behandlungsmöglichkeiten dennoch begonnen, sollte das laut deutscher Fachinformation in einem überwachten medizinischen Umfeld geschehen, mit einem EKG zu Beginn und danach in regelmäßigen Abständen. [2, 3]
Stimmung und Krisen im Blick behalten
Zur Überwachung gehört auch die Stimmung. Bei einer Depression oder einer bipolaren Störung können sich laut Fachinformation die depressiven Beschwerden verschlechtern, und Suizidgedanken und suizidales Verhalten können sich häufen, unabhängig davon, ob eine antidepressive Behandlung erfolgt. Behandelte sollten deshalb engmaschig überwacht werden, vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosisanpassungen. Sie und Ihre Betreuungspersonen sollten laut Fachinformation darauf hingewiesen werden, sofort medizinischen Rat einzuholen, wenn sich der Zustand verschlechtert oder solche Gedanken auftreten. [2, 3]
Laut Packungsbeilage haben Sie solche Gedanken möglicherweise eher, wenn Sie erstmals mit der Behandlung beginnen, wenn Sie schon früher daran gedacht haben, sich selbst zu schädigen oder sich das Leben zu nehmen, oder wenn Sie unter 25 Jahre alt sind. Treten solche Gedanken auf, informieren Sie eine Ihnen nahestehende Person und gehen Sie so schnell wie möglich zur Ärztin oder zum Arzt oder in das nächstgelegene Krankenhaus. [1]
Veränderungen von Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; was Ihnen in einer Krise hilft, lässt sich vorab im Krisenplan notieren.
Was den Lithiumspiegel verändern kann
Achten Sie laut Packungsbeilage darauf, genügend Salz und Flüssigkeit zu sich zu nehmen, besonders bei Abmagerungskuren und bestimmten Diätformen. Besondere Vorsicht ist laut Packungsbeilage bei Wasserverlust nötig, etwa durch starkes Schwitzen, häufiges und vermehrtes Wasserlassen, starke Durchfälle oder Erbrechen; bei Erkrankungen mit starkem Erbrechen, heftigen Durchfällen oder hohem Fieber bittet sie, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. Mehr unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne und Essen, Trinken und Psychopharmaka. [1]
Mehrere Arzneimittel können laut Fachinformation den Lithiumspiegel erhöhen und zu einer Vergiftung führen. Die deutsche Fachinformation nennt entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Indometacin und COX-2-Hemmer wie Celecoxib oder Etoricoxib, das Antibiotikum Metronidazol, bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck (ACE-Hemmer wie Captopril oder Enalapril und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten) sowie Entwässerungsmittel (Thiazide, kaliumsparende Diuretika und Schleifendiuretika). Thiazide können laut Fachinformation über eine gegenläufige, harnhemmende Wirkung möglicherweise zu Wassereinlagerung und Vergiftung führen. Auch Phenytoin, Carbamazepin, Methyldopa und trizyklische Antidepressiva können den Spiegel laut deutscher Fachinformation erhöhen, mit der Gefahr von Nebenwirkungen auf das Nervensystem. [2, 3]
Senken können den Spiegel laut Fachinformation unter anderem Dapagliflozin und Empagliflozin, die laut Packungsbeilage unter anderem gegen Diabetes und Herzschwäche eingesetzt werden, Harnstoff, Xanthine wie das Asthmamittel Theophyllin, Natriumbicarbonat gegen Magensäure, osmotisch wirkende Entwässerungsmittel und Carboanhydrasehemmer wie Acetazolamid. Bei den Xanthinen nennt die Packungsbeilage auch Coffein in Mitteln gegen Müdigkeit und als Bestandteil von Schmerzmitteln. Bei Tetrazyklinen, einer Gruppe von Antibiotika, wurden laut deutscher Fachinformation sowohl ein Anstieg als auch ein Abfall des Spiegels beschrieben. Zu Topiramat gegen Epilepsie oder Migräne gibt es laut Fachinformation Berichte über Lithiumvergiftungen. [1, 2, 3]
In diesen Fällen sind laut Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis erforderlich. Calciumkanalblocker gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen können die Wirkungen von Lithium auf das Nervensystem verstärken; der Spiegel muss laut österreichischer Fachinformation dann im unteren therapeutischen Bereich eingestellt werden. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder einnehmen möchten, auch über Schmerzmittel. [1, 2, 3]
Zeichen einer Lithiumvergiftung
Als Zeichen einer Lithiumvergiftung nennt die österreichische Fachinformation Herzrhythmusstörungen, eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG und einen Kreislaufkollaps, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts wie Durchfall, Erbrechen und Austrocknung sowie Zeichen am Nervensystem wie Störungen der Bewegungskoordination, Zittern, erhöhte Muskelspannung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Nervenschäden, abgeschwächte, fehlende oder gesteigerte Sehnenreflexe, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Augenzittern. Selten wurde ein akutes Nierenversagen berichtet. In schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen und Koma kommen; eine Lithiumvergiftung kann lebensbedrohlich sein. [2]
Die deutsche Fachinformation zählt zu den Warn- und ersten Zeichen außerdem viel Wasserlassen und starken Durst, Muskelschwäche, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwindel; bei höheren Spiegeln kommen Ohrgeräusche, verschwommenes Sehen und Teilnahmslosigkeit hinzu. Die Zeichen können verzögert auftreten und erst nach bis zu 24 Stunden voll ausgeprägt sein, vor allem bei Menschen, die Lithium nicht dauerhaft nehmen, und bei Retardtabletten. Ein Betablocker wie Propranolol kann laut deutscher Fachinformation das unter Lithium häufige Zittern günstig beeinflussen, aber auch ein grobschlägiges Zittern als Zeichen einer Vergiftung verdecken. [2, 3]
Bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung muss die Ärztin oder der Arzt Lithium laut Fachinformation sofort absetzen. Laut österreichischer Fachinformation sind Behandelte und ihre Angehörigen darüber zu informieren, dass bei Zeichen einer Vergiftung die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zu kontaktieren ist. Die Packungsbeilage bittet, bei solchen Beschwerden des Nervensystems, bei sehr starker Harnproduktion und ausgeprägtem Durst und bei Herzrhythmusstörungen und niedrigem Blutdruck zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. [1, 2, 3]
Was Sie selbst beitragen können
Gehen Sie laut Packungsbeilage regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen und nehmen Sie Lithium immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Wie Sie die Einnahme beenden, besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Sie sollten nicht von einem Tag auf den anderen aufhören. Laut Fachinformation wird empfohlen, Lithium über mindestens 2 Wochen schrittweise abzusetzen, damit die Grunderkrankung möglichst nicht erneut auftritt, und laut deutscher Fachinformation kann die Unterbrechung einer erfolgreichen Lithiumvorbeugung in kürzester Zeit zu Rückfällen führen. Mehr unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2, 3]
Ihre Arzneimittel können Sie im Medikationsplan zusammenstellen und den nächsten Termin mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten.
Allgemeines zu Spiegelmessungen steht unter Medikamentenspiegel, zu weiteren Untersuchungen unter Kontrollen und Blutwerte.
Alles Weitere zum Wirkstoff steht auf der Seite Lithium.
Quellen
- Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Warum muss bei Lithium der Spiegel gemessen werden?
Jeder Mensch reagiert laut Packungsbeilage anders auf Lithium; die Ärztin oder der Arzt muss die persönliche Dosis deshalb erst feststellen, und dazu sind vor allem zu Beginn häufige Blutuntersuchungen notwendig. Außerdem liegen die giftigen Konzentrationen laut Fachinformation dicht bei den wirksamen, und Nebenwirkungen treten bei höheren Spiegeln häufiger und stärker auf.
Wie oft wird der Lithiumspiegel bestimmt?
Laut deutscher Fachinformation sollte er in den ersten vier Wochen wöchentlich bestimmt werden, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später vierteljährlich; nach Beginn der Behandlung und nach einer Änderung der Dosis zum ersten Mal nach etwa einer Woche. Die österreichische Fachinformation nennt in der akuten Phase wöchentliche Messungen und in der Erhaltungstherapie Messungen alle ein bis zwei Monate. Ihre Praxis legt die Termine fest.
Wann muss ich zur Blutabnahme, und nehme ich vorher meine Tablette?
Laut deutscher Fachinformation sollte der Spiegel möglichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme bestimmt werden, zweckmäßigerweise morgens vor der nächsten Tablette. Die Packungsbeilage bittet, genau 12 Stunden nach der Einnahme zur Blutabnahme zu gehen und die nächste Dosis erst danach zu nehmen.
Was passiert, wenn der Lithiumspiegel zu hoch ist?
Eine Lithiumvergiftung steht laut Fachinformation in engem Verhältnis zum Spiegel im Blut, und Nebenwirkungen treten bei höheren Konzentrationen häufiger und stärker auf. Bei Zeichen einer Vergiftung verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, den Notruf 112 oder einen Giftnotruf; laut Fachinformation muss die Ärztin oder der Arzt Lithium bei den ersten Anzeichen sofort absetzen. Was ein Messwert für Ihre Dosis bedeutet, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; ändern Sie die Dosis nicht selbst. Die Zeichen einer Vergiftung stehen im Abschnitt Zeichen einer Lithiumvergiftung.
Was bedeutet ein zu niedriger Lithiumspiegel?
Was ein niedriger Wert bei Ihnen bedeutet, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. In der akuten manischen Phase kann der Spiegel laut deutscher Fachinformation abfallen, sodass eine höhere Dosis nötig werden kann. Laut derselben Fachinformation kann die Unterbrechung einer erfolgreichen Lithiumvorbeugung in kürzester Zeit zu Rückfällen führen. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Kann Ibuprofen den Lithiumspiegel erhöhen?
Ja. Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, zu denen laut deutscher Fachinformation Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen gehören, können den Lithiumspiegel erhöhen und zu einer Vergiftung führen. Laut Fachinformation sind dann engmaschige Kontrollen des Spiegels und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis erforderlich. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke, bevor Sie ein solches Schmerzmittel einnehmen.
Was gilt bei Durchfall, Erbrechen oder Fieber?
Bei Erkrankungen mit starkem Erbrechen, heftigen Durchfällen oder hohem Fieber bittet die Packungsbeilage, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. Solche Begleiterkrankungen können laut deutscher Fachinformation den Spiegel verändern, und kürzere Abstände oder zusätzliche Kontrollen können nötig sein. Achten Sie laut Packungsbeilage auf genügend Salz und Flüssigkeit.
Was wird bei Lithium außer dem Spiegel kontrolliert?
Laut deutscher Fachinformation bei jeder Spiegelbestimmung das Kreatinin im Blut, vierteljährlich Körpergewicht und Halsumfang und jährlich Schilddrüsenwerte, Natrium, Kalium und Kalzium, die Urinmenge über 24 Stunden mit der Kreatinin-Clearance, ein EKG und das Blutbild. Dazu kommen eine Urinuntersuchung, Blutdruckmessungen und bei Bedarf ein EEG.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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