MedikamenteWirkstoff

Aripiprazol

Aripiprazol ist ein verschreibungspflichtiges atypisches Antipsychotikum. Zugelassen ist es zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren und zur Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung, bei Jugendlichen ab 13 Jahren für bis zu 12 Wochen; bei Erwachsenen außerdem zur Vorbeugung neuer manischer Episoden, wenn sie überwiegend manische Episoden hatten und diese auf Aripiprazol ansprachen. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Abilify; ändern oder beenden Sie die Einnahme nur nach ärztlicher Absprache.

Mann Mitte zwanzig fährt am Morgen mit dem Fahrrad entspannt einen ruhigen Uferweg entlang
Bild: KI-generiert

Wofür wird Aripiprazol eingesetzt?

Aripiprazol als Tablette ist zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und bei Jugendlichen ab 15 Jahren zugelassen. Die Packungsbeilage beschreibt die Schizophrenie als Krankheit mit Beschwerden wie dem Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind, Misstrauen, Wahnvorstellungen, unzusammenhängender Sprache, wirrem Verhalten und verflachter Stimmungslage. [1, 2]

Bei einer Bipolar-I-Störung ist Aripiprazol zur Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden zugelassen, bei Erwachsenen und, für eine Behandlung von bis zu 12 Wochen, bei Jugendlichen ab 13 Jahren. Eine manische Episode beschreibt die Packungsbeilage als Zustand mit übersteigertem Hochgefühl, dem Gefühl übermäßiger Energie, viel weniger Schlafbedarf als gewöhnlich, sehr schnellem Sprechen mit schnell wechselnden Ideen und manchmal starker Reizbarkeit. Bei Erwachsenen, die überwiegend manische Episoden hatten und deren manische Episoden auf Aripiprazol ansprachen, ist es außerdem zur Vorbeugung einer neuen manischen Episode zugelassen. [1, 2] Für die Schmelztabletten und die Lösung zum Einnehmen nennt die Produktinformation dieselben Anwendungsgebiete. [13]

Die Injektionslösung, die in einen Muskel gespritzt wird, ist bei Erwachsenen mit Schizophrenie oder mit manischen Episoden einer Bipolar-I-Störung zur schnellen Kontrolle von Agitiertheit und Verhaltensstörungen zugelassen, wenn eine Behandlung zum Einnehmen nicht angebracht ist; die Packungsbeilage spricht von gesteigerter Unruhe und verzweifeltem Verhalten. Sobald es klinisch angebracht ist, sollte die Behandlung mit der Injektionslösung laut Fachinformation beendet und mit Aripiprazol zum Einnehmen begonnen werden. [13] Als Depotspritze mit eigener Zulassung, unter anderem enthalten in Abilify Maintena, ist Aripiprazol zur Erhaltungstherapie der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen, die stabil mit Aripiprazol eingestellt wurden, bei den Stärken 300 mg und 400 mg mit Aripiprazol zum Einnehmen. [14]

Für Kinder unter 13 Jahren wird Aripiprazol laut Fachinformation nicht empfohlen, weil jüngere Patientinnen und Patienten einem höheren Risiko für Nebenwirkungen ausgesetzt sind; bei Schizophrenie wird es unter 15 Jahren wegen unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen. Bei Reizbarkeit im Zusammenhang mit einer autistischen Störung und bei Tics im Zusammenhang mit einem Tourette-Syndrom sind Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht erwiesen, eine Dosierungsempfehlung gibt es dafür nicht, und zugelassen ist Aripiprazol für diese Anwendungen nicht. Zur Behandlung von Psychosen bei Demenz ist Aripiprazol nicht angezeigt. Eine Depression gehört nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten. Mehr dazu unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]

Wie wirkt Aripiprazol?

Aripiprazol gehört zu den atypischen Antipsychotika, einer Gruppe der Antipsychotika. Laut Fachinformation wird vermutet, dass es bei Schizophrenie und Bipolar-I-Störung über eine Kombination wirkt: An Andockstellen (Rezeptoren) für die Botenstoffe Dopamin (D2) und Serotonin (5-HT1A) wirkt es teilweise anregend (partiell agonistisch), an Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren hemmend. Im Tiermodell zeigte Aripiprazol hemmende Eigenschaften bei einem überaktiven und anregende Eigenschaften bei einem zu wenig aktiven Dopaminsystem. [2]

Mäßig stark bindet Aripiprazol außerdem an weitere Rezeptoren, darunter alpha-1-adrenerge Rezeptoren und Histamin-H1-Rezeptoren, an Muskarin-Rezeptoren dagegen nicht nennenswert. Die Bindung an andere Rezeptoren als die für Dopamin und Serotonin könnte laut Fachinformation einige der übrigen Wirkungen von Aripiprazol erklären. [2]

Die höchsten Spiegel im Blut werden 3 bis 5 Stunden nach der Einnahme erreicht; eine Mahlzeit mit hohem Fettgehalt hat laut Fachinformation keine Auswirkungen darauf, wie der Körper Aripiprazol aufnimmt, verteilt und abbaut. Abgebaut wird Aripiprazol überwiegend in der Leber, vor allem über die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6; das Abbauprodukt Dehydro-Aripiprazol ist ebenfalls wirksam. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt etwa 75 Stunden, bei Menschen, die Aripiprazol über CYP2D6 langsam abbauen, etwa 146 Stunden. Für Raucherinnen und Raucher ist laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich; mehr dazu unter Rauchen und Psychopharmaka. [2]

Wann wirkt Aripiprazol und wie lange wird behandelt?

Laut Packungsbeilage ist es wichtig, dass Sie Aripiprazol so lange einnehmen, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen gesagt hat; beenden Sie die Behandlung nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. [1]

Veränderungen können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon.

  1. BeginnBei Jugendlichen sollte die Behandlung laut Fachinformation mit einer niedrigen Dosis der Lösung zum Einnehmen beginnen und in den ersten Tagen schrittweise gesteigert werden; bei älteren Menschen sollte eine niedrigere Anfangsdosis in Betracht gezogen werden, wenn klinische Faktoren dies rechtfertigen. Laut Fachinformation gehört suizidales Verhalten zu psychotischen Erkrankungen und affektiven Störungen und wurde in einigen Fällen nach Beginn oder Wechsel einer antipsychotischen Behandlung berichtet; Menschen mit hohem Risiko sollten eng überwacht werden. Schläfrigkeit, ein starkes Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen können laut Packungsbeilage zu Stürzen führen, besonders bei älteren oder geschwächten Menschen.[1, 2]
  2. Erste WirkungLaut Fachinformation kann es mehrere Tage bis einige Wochen dauern, bis sich der Zustand bessert; in dieser Zeit sollten die Behandelten durchgängig engmaschig überwacht werden. Bei einer Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika laut einer Auswertung von 119 Studien, die die S3-Leitlinie nennt, schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[2, 4]
  3. ErhaltungZur Vorbeugung neuer manischer Episoden soll die Behandlung laut Fachinformation mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden; eine Anpassung, auch eine Verringerung, sollte nach dem klinischen Zustand in Betracht gezogen werden. Bei Jugendlichen ab 13 Jahren mit manischen Episoden sollte die Behandlung nur so lange dauern, bis die Beschwerden unter Kontrolle sind, und sie darf nicht länger als 12 Wochen dauern. Laut S3-Leitlinie soll bei einer Schizophrenie nach einer ersten Erkrankung wie nach wiederholten Episoden eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird; eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht. Nehmen Sie Aripiprazol so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen gesagt hat.[1, 2, 4]
  4. AbsetzenÄndern oder beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, auch wenn Sie sich besser fühlen. Nach dem Ende der Behandlung können sich Zeichen einer Spätdyskinesie laut Fachinformation kurzzeitig verschlechtern oder erst auftreten. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Eine geplante Dosisverringerung sollte laut Leitlinie langsam und in sehr kleinen Schritten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden.[1, 2, 4]

Nebenwirkungen im Blick

Am häufigsten berichtet wurden in placebokontrollierten Studien laut Fachinformation Akathisie und Übelkeit. Akathisie beschreibt die Packungsbeilage als unangenehmes Gefühl innerer Unruhe mit zwanghaftem Bewegungsdrang. Als Wirkung der ganzen Arzneimittelgruppe können bei anfälligen Menschen in den ersten Behandlungstagen Symptome einer Dystonie auftreten, also verlängerte abnorme Muskelanspannungen, etwa ein Krampf der Genickmuskulatur; ein erhöhtes Risiko wurde bei Männern und jüngeren Altersgruppen beobachtet. [1, 2]

Bei Jugendlichen kamen einige Nebenwirkungen häufiger vor als bei Erwachsenen: Bei Jugendlichen mit manischen Episoden waren Schläfrigkeit, Bewegungsstörungen, Akathisie und Ermüdung sehr häufig, bei Jugendlichen mit Schizophrenie Schläfrigkeit und Bewegungsstörungen. In klinischen Studien war die Behandlung bei Jugendlichen mit manischen Episoden nach vier Wochen mit einer Gewichtszunahme verbunden, die bei ihnen überwacht werden sollte. Bei Erwachsenen führte Aripiprazol in klinischen Studien nicht zu einer klinisch relevanten Gewichtszunahme; nach der Markteinführung wurde Gewichtszunahme berichtet, gewöhnlich bei Menschen mit deutlichen Risikofaktoren wie Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder einem Hypophysenadenom in der Vorgeschichte. [1, 2]

Ungewöhnliche Impulse können auftreten, etwa ein gesteigertes Verlangen nach Glücksspiel, ein gesteigertes sexuelles Verlangen, zwanghaftes Kaufverhalten oder Essattacken. Laut Fachinformation können solche Störungen der Impulskontrolle auch mit der Erkrankung zusammenhängen; in einigen Fällen hörte das zwanghafte Verhalten nach einer Dosisverringerung oder dem Absetzen auf. Werden solche Störungen nicht erkannt, können sie den Behandelten und anderen schaden. Unwillkürliche Bewegungen von Mund, Zunge und Gliedmaßen (Spätdyskinesie) können sich nach dem Ende der Behandlung kurzzeitig verschlechtern oder sogar erst auftreten. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Aripiprazol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1, 2]
  • Häufig: Schlafprobleme, Angstgefühl, Unruhegefühl und nicht stillhalten können, Schwierigkeiten, still zu sitzen[1, 2]
  • Häufig: Akathisie, ein unangenehmes Gefühl von innerer Unruhe und ein zwanghafter Bewegungsdrang[1, 2]
  • Häufig: Unkontrollierbare Zuckungen, zuckende oder windende Bewegungen (laut Fachinformation extrapyramidale Erkrankung), Zittern[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung und Verdauungsstörungen, Magenverstimmung, Übelkeit, mehr Speichel im Mund als normal, Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Ermüdung[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Aripiprazol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche

Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: innere Unruhe (Akathisie), Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Blutzucker und Blutfette, Prolaktin, malignes neuroleptisches Syndrom sowie Herz und QT-Zeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Während der Behandlung mit Aripiprazol wurden Suizidgedanken und entsprechendes Verhalten berichtet. Denken Sie daran oder fühlen Sie sich danach, sich selbst zu verletzen, informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation gehört suizidales Verhalten zu psychotischen Erkrankungen und affektiven Störungen und wurde in einigen Fällen nach Beginn oder Wechsel einer antipsychotischen Behandlung berichtet, auch unter Aripiprazol; Menschen mit hohem Risiko sollten während der Behandlung eng überwacht werden. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten. [1, 2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende dreißig im ruhigen Gespräch mit einem Arzt in den Fünfzigern an einem runden Tisch in einem hellen Praxisraum
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie an Gewicht zunehmen, ungewöhnliche Bewegungen bemerken, eine Schläfrigkeit spüren, die sich auf Ihren Alltag auswirkt, Schwierigkeiten beim Schlucken haben oder allergische Beschwerden bemerken. [1]

Bemerken Sie, Ihre Familie oder Betreuungspersonen einen Drang zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen, dem Sie nicht widerstehen können, etwa Spielsucht, Essattacken, übermäßiges Geldausgeben oder einen übersteigerten Sexualtrieb, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise muss sie oder er dann die Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen. Laut Fachinformation ist es wichtig, dass die Ärztin oder der Arzt Sie oder Ihre Betreuungspersonen gezielt nach solchen Veränderungen fragt. [1, 2]

Schläfrigkeit, ein starkes Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, Schwindel und Veränderungen von Bewegungsfähigkeit und Gleichgewicht können zu Stürzen führen; Vorsicht ist laut Packungsbeilage besonders geboten, wenn Sie älter oder geschwächt sind. Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Bis sich der Zustand bessert, sollten die Behandelten laut Fachinformation durchgängig engmaschig überwacht werden, Menschen mit hohem Risiko für suizidales Verhalten eng. Behandelte sollten auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers beobachtet werden, etwa starken Durst, große Harnmengen, gesteigerten Appetit und Schwäche; Menschen mit Diabetes oder Risikofaktoren dafür sollten regelmäßig auf eine Verschlechterung der Blutzuckerwerte überwacht werden. Bei Jugendlichen mit manischen Episoden sollte das Gewicht überwacht werden. [2]

Für die Behandlung einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie zusätzlich feste Zeitpunkte für Blutwerte, EKG, Blutdruck, Gewicht und weitere Untersuchungen. Die Leitlinie versteht diese Zeitpunkte als Orientierungshilfen; bei Beschwerden oder auffälligen Vorbefunden müssen die Abstände angepasst werden. [4]

Kontrolluntersuchungen bei Aripiprazol
UntersuchungWann oder warum
Befinden und KrankheitszeichenLaut Fachinformation durchgängig engmaschig, bis sich der Zustand bessert; Menschen mit hohem Risiko für suizidales Verhalten sollten eng überwacht werden. Laut Packungsbeilage informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unverzüglich, wenn Sie daran denken, sich selbst zu verletzen[1, 2]
Ungewöhnliche Impulse und zwanghaftes VerhaltenLaut Fachinformation ist es wichtig, dass die Ärztin oder der Arzt Behandelte oder Betreuungspersonen gezielt nach neuem oder verstärktem Spielverhalten, sexuellem Verlangen, Kaufverhalten, Essattacken und anderen Zwängen fragt; laut Packungsbeilage informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Angehörigen solche Veränderungen bemerken[1, 2]
BlutzuckerLaut Fachinformation sollten Behandelte auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers wie starken Durst, große Harnmengen, gesteigerten Appetit und Schwäche beobachtet werden; bei Diabetes oder Risikofaktoren für Diabetes sollten die Blutzuckerwerte regelmäßig überwacht werden[1, 2]
Blutzucker (auch HbA1c) und BlutfetteBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie für Aripiprazol (in der Gruppe der übrigen Antipsychotika) vor Beginn, im 6. Monat, danach jährlich[4]
KörpergewichtLaut Fachinformation bei Jugendlichen mit manischen Episoden; laut Packungsbeilage informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie zunehmen. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[1, 2, 4]
Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle NebenwirkungenBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Bei Zeichen von Bewegungsstörungen laut Fachinformation engmaschige Überwachung[2, 4]
EKG (Herzstromkurve) und Blutsalze (Elektrolyte)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach jährlich; über 60 Jahren häufiger, bei Herzrisiken gegebenenfalls ebenfalls häufiger. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei verlängerter QT-Zeit in der Familie[2, 4]
Blutdruck und PulsBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei Neigung zu niedrigem Blutdruck, bei Blutdruckmitteln und bei hohem Blutdruck[2, 4]
BlutbildBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. Monat und danach jährlich[4]
Leberwerte (Leberenzyme)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[4]
Nierenwerte (Kreatinin, GFR)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[4]
Prolaktinwert im BlutBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden[4]
SchwangerschaftstestBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[4]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Mittel, die die Abbauenzyme CYP2D6 oder CYP3A4 stark hemmen, können die Menge an Aripiprazol im Blut erhöhen, etwa Chinidin, Fluoxetin und Paroxetin oder Ketoconazol, Itraconazol und HIV-Proteasehemmer; laut Fachinformation sollte die Dosis von Aripiprazol dann verringert werden. Mittel, die CYP3A4 stark anregen, etwa Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Phenytoin, Phenobarbital oder Johanniskraut, können die Spiegel senken; dann sollte die Dosis laut Fachinformation erhöht werden. Wird das andere Mittel abgesetzt, sollte die Dosis von Aripiprazol wieder angepasst werden. Diese Mittel können laut Packungsbeilage das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen oder die Wirkung von Aripiprazol vermindern. [1, 2]

Bei Menschen, die Aripiprazol einnahmen, wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet; Anzeichen können laut Fachinformation insbesondere zusammen mit anderen auf Serotonin wirkenden Mitteln wie SSRI oder SNRI auftreten. Aripiprazol kann die Wirkung bestimmter blutdrucksenkender Mittel verstärken. Vorsicht ist geboten mit Alkohol und anderen zentral wirksamen Mitteln, deren Nebenwirkungen wie Dämpfung sich überlagern können, und mit Mitteln, die die QT-Zeit verlängern oder den Elektrolythaushalt stören. [1, 2]

Wechselwirkungen von Aripiprazol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Blutdrucksenkende ArzneimittelIhre Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Chinidin, Amiodaron, Flecainid), Antidepressiva und pflanzliche Mittel gegen Depressionen und Angst (z. B. Fluoxetin, Paroxetin, Venlafaxin, Johanniskraut), Mittel gegen Pilzerkrankungen (z. B. Itraconazol), Ketoconazol, bestimmte HIV-Mittel (z. B. Efavirenz, Nevirapin, Proteasehemmer wie Indinavir oder Ritonavir), Mittel gegen Epilepsie (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital), Rifabutin oder Rifampicin (gegen Tuberkulose)Das Risiko von Nebenwirkungen kann steigen oder die Wirkung von Aripiprazol nachlassen; eventuell muss die Ärztin oder der Arzt die Dosis ändern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; bei ungewöhnlichen Beschwerden ärztlich vorstellen
Mittel, die den Serotoninspiegel erhöhen: Triptane (z. B. Sumatriptan, Zolmitriptan), Tramadol, Pethidin, Tryptophan, SSRI (z. B. Paroxetin, Fluoxetin), Venlafaxin, trizyklische Antidepressiva (z. B. Clomipramin, Amitriptylin), JohanniskrautHöheres Risiko von Nebenwirkungen; laut Fachinformation wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet[1, 2]Bei ungewöhnlichen Beschwerden ärztlich vorstellen
Alkohol und andere zentral wirksame ArzneimittelLaut Fachinformation können sich Nebenwirkungen wie Dämpfung (Sedierung) überlagern[1, 2]Alkohol sollte vermieden werden
Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängern oder den Elektrolythaushalt störenLaut Fachinformation Vorsicht geboten[2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation.

Wer Aripiprazol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Aripiprazol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Hoher Blutzucker (übermäßiger Durst, große Harnmengen, Appetitsteigerung, Schwächegefühl) oder Diabetes in der Familie; laut Fachinformation sollten Menschen mit Diabetes oder Risikofaktoren regelmäßig auf eine Verschlechterung der Blutzuckerwerte überwacht werden[1, 2]
  • Krampfanfälle[1, 2]
  • Unwillkürliche, unregelmäßige Muskelbewegungen, insbesondere im Gesicht[1, 2]
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch in der Familie, Schlaganfall oder vorübergehende Mangeldurchblutung des Gehirns (TIA), ungewöhnlicher Blutdruck; laut Fachinformation auch QT-Verlängerung in der Familie[1, 2]
  • Blutgerinnsel, auch in der Familie: Antipsychotika werden mit der Bildung von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht[1, 2]
  • Spielsucht in der Vergangenheit[1, 2]
  • Ältere Menschen mit Demenz: Laut Fachinformation hatten ältere Menschen mit Psychosen bei Alzheimer-Krankheit in drei placebokontrollierten Studien unter Aripiprazol ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Placebo; außerdem wurden Fälle von Schlaganfall oder vorübergehender Mangeldurchblutung des Gehirns berichtet. Sie oder Angehörige bzw. Pflegende sollten der Ärztin oder dem Arzt mitteilen, ob Sie jemals einen Schlaganfall oder eine vorübergehende Mangeldurchblutung des Gehirns hatten. Aripiprazol ist zur Behandlung von Psychosen bei Demenz nicht angezeigt[1, 2]
  • Stürze: Aripiprazol kann Schläfrigkeit, ein starkes Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, Schwindel und Veränderungen von Bewegungsfähigkeit und Gleichgewicht verursachen; Vorsicht besonders bei älteren oder geschwächten Menschen[1, 2]
  • Laut Fachinformation sind Störungen der Speiseröhrenbewegung und das Einatmen von Nahrung (Aspiration) mit Antipsychotika verbunden; Vorsicht bei Risiko für eine Lungenentzündung durch Aspiration[2]
  • Kinder unter 13 Jahren: nicht anwenden, da nicht bekannt ist, ob Aripiprazol bei ihnen sicher und wirksam ist; bei Jugendlichen mit Manie sollte laut Fachinformation das Gewicht überwacht werden[1, 2]
  • Laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Anwendung mit Stimulanzien bei ADHS unter größter Vorsicht erfolgen[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]

Was für ältere Menschen und bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion gilt, steht unter Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation; mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter.

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Alkohol sollte während der Einnahme laut Packungsbeilage vermieden werden. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten, weil sich Nebenwirkungen wie Dämpfung überlagern können. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Laut Packungsbeilage können während der Behandlung Schwindelgefühle und Probleme mit dem Sehen auftreten; das sollten Sie berücksichtigen, wenn volle Aufmerksamkeit nötig ist, etwa beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen. Die Fachinformation nennt einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit wegen möglicher Wirkungen auf das Nervensystem und das Sehen, etwa Dämpfung, Benommenheit, Ohnmacht, verschwommenes Sehen oder Doppeltsehen. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Aripiprazol in der Schwangerschaft als "hoch" an. Bei einer Neueinstellung sollte laut Embryotox das besser erprobte Quetiapin vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox außerdem gegebenenfalls Risperidon und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für die Stillzeit stützen sich die Erfahrungen laut Embryotox auf wenige veröffentlichte Fallberichte. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [3]

Schwangerschaft

Bei Neugeborenen von Müttern, die Aripiprazol in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft einnahmen, können Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Füttern auftreten; entwickelt Ihr Baby eines dieser Symptome, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren.[1]

Laut Fachinformation gibt es keine hinreichenden kontrollierten Studien bei Schwangeren; über angeborene Fehlbildungen wurde berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang mit Aripiprazol wurde aber nicht nachgewiesen. Aripiprazol darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt eindeutig das mögliche Risiko für das Kind; benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger werden oder eine Schwangerschaft planen.[2]

Laut Embryotox ergaben Studien zu fast 2.000 Schwangerschaften keinen Hinweis auf Fehlbildungen. Bei einer Neueinstellung sollte das besser erprobte Quetiapin vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist; ist Aripiprazol bei Kinderwunsch oder im ersten Schwangerschaftsdrittel angezeigt, muss nicht umgestellt werden. Nach Einnahme bis zur Geburt ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon, und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Sie stillen sollten, unter Berücksichtigung des Nutzens der Behandlung für Sie und des Stillens für Ihr Baby; Sie sollten nicht beides tun. Laut Fachinformation gehen Aripiprazol und seine Abbauprodukte in die Muttermilch über.[1, 2]

Laut Embryotox ist Stillen bei alleiniger Einnahme und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel; es gibt Fallberichte über eine verminderte Milchbildung und über Schläfrigkeit bei gestillten Kindern.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol sollte während der Einnahme vermieden werden.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Während der Behandlung können Schwindelgefühle und Probleme mit dem Sehen auftreten; das sollten Sie berücksichtigen, wenn volle Aufmerksamkeit nötig ist, etwa beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen. Laut Fachinformation hat Aripiprazol einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit.[1, 2]

Anwendung

Versuchen Sie, Aripiprazol jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen, mit dem Essen oder auf nüchternen Magen. Die Tablette immer mit Wasser unzerkaut schlucken. Einnahme vergessen: die vergessene Dosis nehmen, sobald Sie daran denken, aber nicht die doppelte Dosis an einem Tag.[1]

Absetzen

Auch wenn Sie sich besser fühlen, ändern Sie die tägliche Dosis nicht und setzen Sie Aripiprazol nicht ab, ohne vorher ärztlich nachzufragen; nehmen Sie es so lange ein, wie es Ihnen gesagt wurde. Laut Fachinformation können sich Anzeichen einer Spätdyskinesie nach dem Ende der Behandlung kurzzeitig verschlechtern oder erst auftreten.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person Ihr Aripiprazol eingenommen hat, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung mitnehmen. Möglich sind schneller Herzschlag, Unruhe oder Aggressivität, Sprachstörungen, ungewöhnliche Bewegungen, verringerter Bewusstseinszustand, außerdem unter anderem akute Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma, Fieber mit schnellerem Atmen und Schwitzen, Muskelsteifheit, Schläfrigkeit, langsamere Atmung, Atemnot, hoher oder niedriger Blutdruck und Herzrhythmusstörungen.[1]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie Aripiprazol einnehmen, was bei einer vergessenen Dosis gilt und was die Packungsbeilage zum Beenden sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. Ein Schema zum Absetzen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. [1, 2]

Für Antipsychotika allgemein beschreibt die S3-Leitlinie Schizophrenie, dass Absetzsymptome in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Dosisverringerung oder einem schnellen Absetzen auftreten können. Bei einer Schizophrenie soll laut Leitlinie in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko des Absetzens aufgeklärt werden; was sie zur Beobachtung danach empfiehlt, zeigt die Zeitleiste unter Wann wirkt Aripiprazol. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. [4]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Packungsbeilage und Fachinformation nennen die Dosis getrennt für Erwachsene und Jugendliche; bei Jugendlichen kann die Behandlung mit der Lösung zum Einnehmen in einer niedrigen Dosierung begonnen werden. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2] Für die Injektionslösung und die Depotspritze gelten die Angaben ihrer eigenen Produktinformationen. [13, 14]

Präparate mit Aripiprazol

Präparate mit Aripiprazol
PräparatAnbieterHinweis
ABILIFYOtsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)verschreibungspflichtig; Tabletten, Schmelztabletten, Lösung zum Einnehmen, Injektionslösung; Grundlage dieser Seite (Tabletten)
Aripiprazol-ratiopharm Tablettenratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage
Aripiprazol AbZ TablettenAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage
Abilify MaintenaOtsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)verschreibungspflichtig; Depot-Injektionssuspension

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation ABILIFY (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage ABILIFY 5 mg/10 mg/15 mg/30 mg Tabletten. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. EMA-Produktinformation ABILIFY (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) ABILIFY Tabletten, und Anhang II. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox: Aripiprazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
  5. EMA-Produktinformation ABILIFY (EPAR), Anhang I und Anhang III B: Fachinformation und Packungsbeilage ABILIFY Schmelztabletten, Lösung zum Einnehmen und Injektionslösung. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 23.10.2026
  6. EMA-Produktinformation Abilify Maintena (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Abilify Maintena Depot-Injektionssuspension. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. EMA-Produktinformation ABILIFY (EPAR), Anhang I und Anhang III B: Fachinformation und Packungsbeilage ABILIFY Schmelztabletten, Lösung zum Einnehmen und Injektionslösung. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 23.10.2026
  10. EMA-Produktinformation Abilify Maintena (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Abilify Maintena Depot-Injektionssuspension. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Aripiprazol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Aripiprazol eingesetzt?

Aripiprazol zum Einnehmen ist zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren zugelassen. Bei einer Bipolar-I-Störung ist es zur Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden zugelassen, bei Jugendlichen ab 13 Jahren für bis zu 12 Wochen, und bei Erwachsenen zur Vorbeugung einer neuen manischen Episode, wenn sie überwiegend manische Episoden hatten und diese auf Aripiprazol ansprachen. Für Kinder unter 13 Jahren wird Aripiprazol laut Fachinformation nicht empfohlen. Eine Depression gehört nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten.

Ab wann wirkt Aripiprazol?

Laut Fachinformation kann es während der Behandlung mit einem Antipsychotikum mehrere Tage bis einige Wochen dauern, bis sich der Zustand bessert. Bei einer Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika laut einer Auswertung, die die S3-Leitlinie nennt, schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.

Nimmt man mit Aripiprazol zu?

Nach der Markteinführung wurde Gewichtszunahme berichtet; ihre Häufigkeit ist laut Packungsbeilage nicht bekannt. In klinischen Studien führte Aripiprazol bei Erwachsenen laut Fachinformation nicht zu einer klinisch relevanten Gewichtszunahme. Bei Jugendlichen mit manischen Episoden ist Gewichtszunahme häufig, und das Gewicht sollte bei ihnen überwacht werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie zunehmen.

Macht Aripiprazol müde?

Das ist möglich: Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie können also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Bei Jugendlichen ab 13 Jahren sind Schläfrigkeit und Müdigkeit sehr häufig. Ebenfalls häufig sind Schlafprobleme. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn die Schläfrigkeit Ihren Alltag beeinträchtigt.

Darf ich mit Aripiprazol Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollte Alkohol während der Behandlung vermieden werden. Die Fachinformation nennt Vorsicht, weil sich Nebenwirkungen wie Dämpfung von Aripiprazol, Alkohol und anderen auf das zentrale Nervensystem wirkenden Mitteln überlagern können. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Wie setzt man Aripiprazol ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage ändern oder beenden Sie die tägliche Dosis nicht, ohne vorher ärztlich nachzufragen, auch wenn Sie sich besser fühlen. Nach dem Ende der Behandlung können sich Zeichen einer Spätdyskinesie laut Fachinformation kurzzeitig verschlechtern oder erst auftreten. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko des Absetzens aufgeklärt werden.

Darf ich Aripiprazol in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Fachinformation darf Aripiprazol in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das mögliche Risiko für das Kind eindeutig rechtfertigt. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an; Studien zu fast 2.000 Schwangerschaftsverläufen ergaben keinen Hinweis auf eine fehlbildende Wirkung. Bei einer Neueinstellung sollte laut Embryotox das besser erprobte Quetiapin vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist; ist Aripiprazol bei Kinderwunsch oder im ersten Schwangerschaftsdrittel angezeigt, muss nicht umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Aripiprazol?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene und Jugendliche nennen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Clozapin

    Clozapin ist ein Antipsychotikum, das regelmäßige Blutbildkontrollen erfordert.

  • Medikamente Amisulprid

    Amisulprid ist ein Antipsychotikum zur Behandlung der Schizophrenie.

  • Medikamente Paliperidon

    Paliperidon ist ein Antipsychotikum, das als Monatsspritze oder Tablette bei Schizophrenie eingesetzt wird.

  • Erkrankungen Bipolare Störung

    Bei einer bipolaren Störung wechseln manische und depressive Phasen.