Behandlung

Halbwertszeit von Psychopharmaka

Die Halbwertszeit ist die Zeit, bis die Hälfte eines Wirkstoffs im Körper abgebaut ist. Sie steht in der Fachinformation im Abschnitt 5.2 und reicht bei Psychopharmaka von wenigen Stunden, etwa bei Zolpidem, bis zu mehreren Wochen, etwa bei einer Depotspritze mit Paliperidon; Alter, Leberfunktion, Erbanlagen, Rauchen und andere Medikamente können sie verändern. Wie lange ein Mittel wirkt und wie es eingenommen oder abgesetzt wird, lässt sich aus ihr allein nicht ablesen; das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Ältere Frau Mitte sechzig sitzt an einem Holztisch am Fenster und betrachtet eine schlichte Sanduhr, deren Sand langsam nach unten rinnt, ruhiges Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Die Halbwertszeit ist die Dauer, bis die Hälfte eines Wirkstoffs im Körper abgebaut ist [1]. In der Fachinformation steht sie im Abschnitt 5.2 "Pharmakokinetische Eigenschaften", oft als Eliminationshalbwertszeit [4, 5]. Die Angaben sind Mittelwerte oder Spannen aus Untersuchungen; bei Lamotrigin etwa nennt die Fachinformation für gesunde Erwachsene ungefähr 33 Stunden bei einer Spanne von 14 bis 103 Stunden [13]. Die Beispiele auf dieser Seite zeigen, wovon die Halbwertszeit abhängt. Sie sind keine Rangfolge der Mittel und keine Grundlage für eigene Entscheidungen über Einnahme, Absetzen oder Wechsel; das besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Halbwertszeit und gleichbleibender Spiegel

Bei regelmäßiger Einnahme stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Abbau ein, der sogenannte Steady State. Er ist laut S3-Leitlinie Schizophrenie bei gleichbleibenden Abständen zwischen den Einnahmen in der Regel nach 4 bis 5 Halbwertszeiten erreicht; bei den meisten Antipsychotika zum Einnehmen nach 2 bis 5 Tagen, bei Mitteln mit langer Halbwertszeit kann es bis zu 2 Wochen dauern [3]. Die Fachinformationen nennen dafür eigene Zeiten, bei Sertralin zum Beispiel etwa eine Woche [6], bei Venlafaxin und seinem wirksamen Abbauprodukt innerhalb von 3 Tagen [5] und bei Lithium 5 bis 7 Tage nach Beginn der regelmäßigen Einnahme [9].

Bedeutung hat das zum Beispiel für die Messung des Spiegels im Blut: Laut NVL Unipolare Depression wird das Blut erst im Steady State abgenommen, bei den meisten Antidepressiva 4 bis 5 Tage nach der Einnahme einer gleichbleibenden Dosis [2]. Mehr dazu unter Medikamentenspiegel.

Wirksame Abbauprodukte

Manche Wirkstoffe werden im Körper zu Stoffen umgebaut, die selbst wirken und eine eigene Halbwertszeit haben. Die Eliminationshalbwertszeit von Fluoxetin beträgt laut Fachinformation 4 bis 6 Tage, die seines wirksamen Abbauprodukts Norfluoxetin 4 bis 16 Tage. Wegen dieser langen Halbwertszeiten ist auch 5 bis 6 Wochen nach dem Absetzen noch wirksame Substanz im Körper [4]. Venlafaxin wird im Körper erheblich umgebaut, vor allem zum wirksamen O-Desmethylvenlafaxin; die Halbwertszeiten liegen im Mittel bei 5 und 11 Stunden [5]. Für Sertralin nennt die Fachinformation im Mittel rund 26 Stunden (22 bis 36 Stunden), für sein Hauptabbauprodukt N-Desmethylsertralin 62 bis 104 Stunden; ob dieses selbst wirkt, gibt die Fachinformation nicht an [6]. Bei Quetiapin liegen die Halbwertszeiten laut Fachinformation bei ca. 7 Stunden für Quetiapin und ca. 12 Stunden für seinen aktiven Abbaustoff N-Desalkylquetiapin [16]. Bupropion hat im Mittel eine Halbwertszeit von ca. 20 Stunden; für seine Abbauprodukte nennt die Fachinformation ca. 20 Stunden (Hydroxybupropion) sowie 37 und 33 Stunden (Threohydrobupropion und Erythrohydrobupropion), und ein gleichbleibender Spiegel von Bupropion und seinen Abbauprodukten stellt sich innerhalb von 8 Tagen ein [17].

Bei Amitriptylin ist laut Fachinformation das hauptsächlich wirksame Abbauprodukt Nortriptylin. Die Eliminationshalbwertszeit von Amitriptylin beträgt rund 25 Stunden, bei einer Spanne von etwa 16 bis 40 Stunden; ein gleichbleibender Spiegel von Amitriptylin und Nortriptylin ist bei den meisten Behandelten innerhalb einer Woche erreicht [18].

Diazepam wird in der Leber zu den ebenfalls wirksamen Stoffen Nordazepam (N-Desmethyldiazepam), Temazepam und Oxazepam abgebaut; die Fachinformation nennt für sie Halbwertszeiten von 30 bis 100, 10 bis 20 und 5 bis 15 Stunden. Bei wiederholter Einnahme überwiegt Nordazepam, das eine längere Halbwertszeit hat als Diazepam selbst. Diazepam und sein Hauptabbauprodukt werden nur sehr langsam ausgeschieden; bei längerer Einnahme reichern sie sich an [7]. Lorazepam zählt laut Fachinformation zu den Benzodiazepinen mit mittellanger Halbwertszeit; für seine Eliminationshalbwertszeit geben Studien Werte von 12 bis 16 Stunden an [8]. Mehr zu dieser Gruppe unter Benzodiazepine.

Wovon die Halbwertszeit abhängt

Frau in den Vierzigern sitzt an einem regnerischen Nachmittag auf einer Fensterbank und schaut ruhig in den Regen
Bild: KI-generiert

Mit dem Alter kann sich die Halbwertszeit ändern. Bei Lithium beträgt die Halbwertszeit laut deutscher Fachinformation durchschnittlich 24 Stunden, bei älteren Menschen 30 bis 36 Stunden und bei Jugendlichen etwa 18 Stunden [10]. Bei gesunden Menschen ab 65 Jahren war sie bei Olanzapin im Mittel länger als bei Jüngeren, 51,8 gegenüber 33,8 Stunden [11]. Bei Diazepam hängt die Ausscheidung vom Alter und von der Leber- und Nierenfunktion ab und ist bei alten Menschen um ein Mehrfaches verlangsamt [7]. Für Amitriptylin sind bei älteren Menschen längere Halbwertszeiten nachgewiesen [18]. Bei Lorazepam zeigt die Halbwertszeit laut Fachinformation dagegen außer in den ersten Lebenstagen keine wesentliche Abhängigkeit vom Alter [8], und bei Lamotrigin ist sie bei Kindern generell kürzer als bei Erwachsenen [13]. Mehr unter Psychopharmaka im Alter.

Leber und Nieren wirken ebenfalls mit. Bei einer Leberzirrhose sind die Halbwertszeiten von Fluoxetin und Norfluoxetin laut Fachinformation auf 7 bzw. 12 Tage verlängert [4]; bei Sertralin ist die Halbwertszeit bei einer Leberschädigung verlängert [6], bei Lorazepam können schwere Leberfunktionsstörungen sie verlängern [8]. Bei Menschen, die eine Dialyse brauchen, war die Halbwertszeit von Venlafaxin und seinem Abbauprodukt laut Fachinformation deutlich länger als bei Gesunden [5]. Lithium wird laut deutscher Fachinformation unverändert und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden; bei Infektionen, Erbrechen, Durchfall, Flüssigkeitsmangel und unter bestimmten Arzneimitteln kann diese Ausscheidung vermindert sein und dadurch eine Vergiftung hervorrufen. Bei solchen Erkrankungen und neuen Arzneimitteln können laut Fachinformation zusätzliche Kontrollen des Lithiumspiegels nötig sein [10]; mehr unter Medikamentenspiegel.

Die Halbwertszeit allein zeigt nicht, wie hoch der Spiegel im Blut ist. Bei Zolpidem war die höchste Konzentration im Blut bei Menschen von 81 bis 95 Jahren laut Fachinformation deutlich erhöht, ohne dass sich die Halbwertszeit von etwa 3 Stunden wesentlich verlängerte; bei Leberfunktionsstörungen stieg die Halbwertszeit dagegen von 2,4 Stunden bei Gesunden auf 9,9 Stunden [14].

Erbliche Besonderheiten im Abbau von Medikamenten spielen ebenfalls eine Rolle; die NVL nennt Menschen, die bestimmte Wirkstoffe genetisch bedingt besonders langsam oder besonders schnell abbauen ("Poor Metabolizer" und "Ultra-rapid Metabolizer") [2]. Bei Amitriptylin unterliegt der Abbau laut Fachinformation erblichen Unterschieden [18]. Aripiprazol wird in der Leber unter anderem über das Enzym CYP2D6 abgebaut; die mittlere Halbwertszeit liegt laut Produktinformation bei Menschen mit raschem Abbau über CYP2D6 (extensive Metabolisierer) bei annähernd 75 Stunden, bei Menschen mit langsamem Abbau bei annähernd 146 Stunden [12].

Rauchen kann den Abbau mancher Mittel beschleunigen, bei Olanzapin etwa laut Fachinformation [11]. Bei Clozapin nennt die Fachinformation eine mittlere Halbwertszeit von 12 Stunden bei einer Spanne von 6 bis 26 Stunden; nach einem plötzlichen Rauchstopp kann der Clozapinspiegel steigen, und Koffein erhöht ihn [19]. Bei Olanzapin war die Halbwertszeit bei Nichtrauchern länger als bei Rauchern (38,6 gegenüber 30,4 Stunden) und bei Frauen leicht länger als bei Männern; der Einfluss von Alter, Geschlecht und Rauchen auf die Ausscheidung (Clearance) ist laut Fachinformation aber gering im Vergleich zur gesamten Schwankungsbreite zwischen einzelnen Menschen [11].

Andere Medikamente können die Halbwertszeit stark verschieben. Bei Lamotrigin sinkt sie laut Fachinformation zusammen mit Carbamazepin oder Phenytoin im Mittel auf etwa 14 Stunden und steigt zusammen mit Valproat im Mittel auf etwa 70 Stunden [13]. Welche Kombinationen Leitlinien und Fachinformationen beschreiben, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Halbwertszeit und Wirkdauer

Wie lange ein Mittel wirkt, kann von der Halbwertszeit abweichen. Bei Zolpidem liegt die Halbwertszeit laut Fachinformation im Mittel bei 2,4 Stunden, die Wirkdauer bei bis zu 6 Stunden [14]. Obwohl Lorazepam eine mittellange Halbwertszeit hat, können als Schlafmittel besonders bei höherer Dosierung und zu kurzer Schlafdauer Nachwirkungen am nächsten Morgen (Hang-over) auftreten; eine ausreichende Schlafzeit von etwa 7 bis 8 Stunden muss laut Fachinformation sichergestellt sein [8]. Was das für das Autofahren bedeutet, steht unter Autofahren.

Umgekehrt setzt die volle Wirkung mancher Mittel erst spät ein: Bei Lithium tritt sie laut Fachinformation mitunter erst nach Monaten ein [9]. Bei Antipsychotika kann eine beruhigende Wirkung nach einer Spritze laut S3-Leitlinie schneller eintreten als nach Tabletten; davon unterscheidet sich die eigentliche antipsychotische Wirkung, die mehrere Tage oder Wochen dauern kann [3]. Mehr unter Wirkungseintritt.

Depotspritzen

Bei Depotspritzen wird der Wirkstoff langsam aus dem Muskel freigesetzt. Paliperidonpalmitat löst sich laut Produktinformation nach der Injektion langsam; die Freisetzung beginnt am ersten Tag und dauert mindestens 4 Monate. Die scheinbare Halbwertszeit lag im Median zwischen 25 und 49 Tagen [15]. Mehr unter Paliperidon und Depot-Antipsychotika.

Halbwertszeit, Absetzen und Wechsel

Bei Antidepressiva stehen Absetzsymptome laut NVL in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Absetzen, meist nach 36 bis 96 Stunden beziehungsweise nach etwa 3 bis 5 Halbwertszeiten; sie bilden sich je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück [2]. Einen Plan zum Absetzen, zum Wechsel auf ein anderes Mittel oder für die Abstände zwischen den Einnahmen leiten Sie daraus bitte nicht selbst ab. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; wie Ihr Mittel eingenommen wird, steht in der Packungsbeilage. Mehr unter Psychopharmaka absetzen, Antidepressiva absetzen, Medikament wechseln und Absetzsymptome. Wenn es Ihnen psychisch sehr schlecht geht, finden Sie Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise.

Wo Sie die Angaben zu Ihrem Mittel finden

Die Halbwertszeit steht in der Fachinformation Ihres Präparats im Abschnitt 5.2. Auf den Wirkstoffseiten dieser Website ist sie für viele Wirkstoffe im Abschnitt zur Wirkung genannt, jeweils mit der Quelle, zum Beispiel bei Sertralin, Lithium, Clozapin, Quetiapin oder Aripiprazol. Weil Alter, Begleiterkrankungen und andere Medikamente die Werte verändern können, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt am besten einschätzen, was sie für Sie bedeuten. Fragen zur Einnahme beantwortet auch Ihre Apotheke.

Psychopharmaka und Drogentests

Einige Fachinformationen weisen darauf hin, dass Psychopharmaka einfache Urintests auf Drogen beeinflussen können. Nach der Einnahme von Sertralin wurden bei Urin-Immuntests falsch positive Ergebnisse auf Benzodiazepine berichtet, weil diese Tests nicht spezifisch genug sind; das kann laut Fachinformation noch mehrere Tage nach dem Absetzen vorkommen, bestätigende Untersuchungen wie die Gaschromatographie mit Massenspektrometrie unterscheiden Sertralin und Benzodiazepine [6]. Bei Venlafaxin wurden falsch positive Ergebnisse auf Phencyclidin (PCP) und Amphetamine berichtet, ebenfalls bis mehrere Tage nach dem Absetzen [5]. Bei Quetiapin gibt es Berichte über falsch positive Ergebnisse auf Methadon und trizyklische Antidepressiva; die Fachinformation empfiehlt, solche Ergebnisse mit einer chromatographischen Methode zu bestätigen [16]. Bupropion hat eine amphetaminähnliche chemische Struktur und kann deshalb in einigen Schnelltests besonders für Amphetamine zu falsch positiven Ergebnissen führen; ein positives Ergebnis sollte mit einer genaueren Methode bestätigt werden [17].

Ein aktueller Medikationsplan zeigt, welche Mittel Sie einnehmen.

Quellen

  1. Basisinformationen Medikamente (Abschnitt Schlaf- und Beruhigungsmittel). Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit; Bezug über den Shop des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand 13. Auflage 2023. abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 4.4.8 (Tabelle 31) und 7.1.1.1 (Tabelle 37). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  3. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009), Kapitel 9.3 Applikationsformen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Fluoxetin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Diazepam-ratiopharm 10 mg/ml Tropfen zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 23.10.2026
  12. EMA-Produktinformation ABILIFY (Aripiprazol, EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026 (zuletzt aktualisiert 12.01.2026). abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 23.10.2026
  15. EMA-Produktinformation Xeplion (Paliperidon, EPAR), Anhang I: Fachinformation Xeplion Depot-Injektionssuspension. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024 (zuletzt aktualisiert 22.07.2024). abgerufen am 23.10.2026
  16. Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 23.10.2026
  17. Fachinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  18. Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  19. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Was bedeutet Halbwertszeit bei Medikamenten?

Die Halbwertszeit ist die Zeit, bis die Hälfte eines Wirkstoffs im Körper abgebaut ist. Die Fachinformation nennt sie im Abschnitt 5.2, meist als Mittelwert oder Spanne aus Untersuchungen. Bei einzelnen Menschen kann sie davon abweichen, etwa durch Alter, Leberfunktion, Erbanlagen oder andere Medikamente.

Welche Halbwertszeit hat Lorazepam?

Lorazepam zählt laut Fachinformation zu den Benzodiazepinen mit mittellanger Halbwertszeit; Studien geben für die Eliminationshalbwertszeit Werte von 12 bis 16 Stunden an. Als Schlafmittel können trotzdem Nachwirkungen am nächsten Morgen auftreten, besonders bei höherer Dosierung und zu kurzer Schlafdauer.

Wie lange bleibt Diazepam im Körper?

Diazepam und sein wirksames Hauptabbauprodukt Nordazepam werden laut Fachinformation nur sehr langsam ausgeschieden. Für Nordazepam nennt sie eine Halbwertszeit von 30 bis 100 Stunden; bei längerer Einnahme reichern sich die Stoffe an, und im Alter oder bei Lebererkrankungen ist die Ausscheidung langsamer.

Wann ist ein Medikament vollständig ausgeschieden?

Das unterscheidet sich von Mittel zu Mittel. Manche Fachinformationen geben einen Anhaltspunkt: Bei Fluoxetin ist laut Fachinformation wegen der langen Halbwertszeiten von Fluoxetin und Norfluoxetin auch 5 bis 6 Wochen nach dem Absetzen noch wirksame Substanz im Körper.

Kann ein Antidepressivum einen Drogentest positiv machen?

Laut Fachinformationen ja, bei Urin-Immuntests und Schnelltests. Berichtet wurden falsch positive Ergebnisse auf Benzodiazepine nach Sertralin, auf Phencyclidin und Amphetamine nach Venlafaxin und auf Amphetamine nach Bupropion. Bestätigende Untersuchungen mit genaueren Methoden können die Stoffe unterscheiden.

Ist die Halbwertszeit im Alter länger?

Bei einigen Mitteln ja, aber nicht bei allen. Bei Lithium nennt die deutsche Fachinformation für ältere Menschen 30 bis 36 Stunden statt durchschnittlich 24 Stunden, bei Olanzapin war sie bei Menschen ab 65 Jahren länger, bei Diazepam ist die Ausscheidung im Alter verlangsamt. Bei Lorazepam zeigt sie dagegen außer in den ersten Lebenstagen keine wesentliche Altersabhängigkeit.

Was ist ein Steady State?

So heißt das Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Abbau eines Wirkstoffs, das sich bei regelmäßiger Einnahme einstellt. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie ist es in der Regel nach 4 bis 5 Halbwertszeiten erreicht, bei den meisten Antipsychotika zum Einnehmen nach 2 bis 5 Tagen.

Kann ich meine Einnahmezeiten nach der Halbwertszeit richten?

Richten Sie Einnahme, Absetzen oder einen Wechsel nicht selbst nach der Halbwertszeit aus. Wie und wann Sie Ihr Mittel einnehmen, steht in der Packungsbeilage und legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Praxis.

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