MedikamenteWirkstoff
Dikaliumclorazepat
Dikaliumclorazepat ist ein verschreibungspflichtiges Benzodiazepin, zugelassen zur Behandlung akuter oder chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände und zur Vorbereitung auf Untersuchungen oder Operationen. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Tranxilium. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen kann eine Abhängigkeit entstehen; die Behandlung sollte laut Packungsbeilage 4 Wochen nicht überschreiten und durch langsame Verringerung der Dosis beendet werden.

Wofür wird Dikaliumclorazepat eingesetzt?
Dikaliumclorazepat ist laut Fachinformation zugelassen zur symptomatischen Behandlung akuter oder chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände und zur Vorbehandlung (Prämedikation) vor Untersuchungen oder Operationen. Die Packungsbeilage erklärt dazu, dass Benzodiazepine die Ursache der Störung nicht beseitigen; sie vermindern den Leidensdruck und können helfen, den Zugang zu einer weiterführenden Behandlung zu erleichtern. Schlafstörungen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten. [1, 2]
Nicht alle Angst-, Spannungs- und Erregungszustände brauchen laut Fachinformation ein Medikament. Sie sind häufig Folge körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder eine gezielte Behandlung der Grundkrankheit behoben werden. Zur Grundbehandlung von Psychosen wird Dikaliumclorazepat nicht empfohlen. Mehr über Ängste und ihre Behandlung nach der Leitlinie lesen Sie auf den Seiten Angststörungen und Generalisierte Angststörung. [1, 2]
Kinder und Jugendliche sind laut Fachinformation von der Behandlung auszuschließen; eine Ausnahme ist die Prämedikation vor Untersuchungen oder Operationen. In den anderen Anwendungsgebieten wird Dikaliumclorazepat bei ihnen laut Packungsbeilage nicht angewendet. [1, 2]
Dikaliumclorazepat gibt es als Hartkapseln mit 5, 10 oder 20 mg und als Filmtabletten mit 20 mg (Tranxilium Tabs), die an den Bruchrillen geteilt werden können. Die Packungsbeilagen beider Formen nennen dieselben zwei Anwendungsgebiete wie die Fachinformation der Hartkapseln. Die Filmtabletten enthalten anders als die Hartkapseln Milchzucker (Lactose). Die Angaben auf dieser Seite stammen aus der Packungsbeilage der Hartkapseln zu 10 mg und der Fachinformation der Hartkapseln, ergänzt um die Packungsbeilage der Filmtabletten. Dikaliumclorazepat ist verschreibungspflichtig. [1, 2, 14]
Wie wirkt Dikaliumclorazepat?
Dikaliumclorazepat gehört laut Fachinformation zu den 1,4-Benzodiazepinen. Es dämpft Angst, Spannung und Erregung, wirkt beruhigend (sedierend) und schlaffördernd (hypnotisch), entspannt die Muskeln und wirkt gegen Krampfanfälle (antikonvulsiv). [2]
Der Wirkstoff selbst bindet nur schwach an die Andockstellen (Rezeptoren) für Benzodiazepine. Er ist überwiegend eine Vorstufe ("Pro-Drug"): Schon im Magen wird er größtenteils in seinen wirksamen Hauptabbaustoff N-Desmethyldiazepam umgewandelt, auch Nordazepam genannt, der stark an diese Rezeptoren bindet. So verstärkt Dikaliumclorazepat die hemmende Wirkung der Signalübertragung über den Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure). [2]
Die höchsten Blutspiegel von Dikaliumclorazepat werden nach 30 bis 60 Minuten erreicht, die von Nordazepam nach 60 Minuten. Die Halbwertszeit beträgt für Dikaliumclorazepat 2 bis 2,5 Stunden, für Nordazepam aber 25 bis 82 Stunden; dadurch kann sich Nordazepam im Körper anreichern. Ein gleichbleibender Spiegel stellt sich nach 6 bis 11 Tagen ein. In der Leber wird Nordazepam weiter zu Oxazepam abgebaut, ausgeschieden werden Wirkstoff und Abbauprodukte vorwiegend über die Nieren. [2]
Verwandte Mittel stellen die Seiten Benzodiazepine und Beruhigungsmittel vor.
Wann wirkt Dikaliumclorazepat und wie lange wird behandelt?
Ab wann die Beschwerden nachlassen, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Bei ambulanter Behandlung sollte Dikaliumclorazepat laut Packungsbeilage hauptsächlich abends eingenommen werden, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen; sonst muss mit einem verzögerten Wirkungseintritt und, abhängig von der Schlafdauer, mit stärkeren Nachwirkungen am nächsten Morgen gerechnet werden. Bei stationärer Behandlung wird es laut Fachinformation über den Tag verteilt eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. [1, 2]
Bei akuten Zuständen sollte die Anwendung auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt werden. Bei chronischen Zuständen richtet sich die Dauer nach dem Verlauf; nach etwa 2 Wochen sollte die Ärztin oder der Arzt prüfen, ob die Behandlung noch erforderlich ist, und 4 Wochen sollte sie nicht überschreiten. Eine fortgesetzte Anwendung sollte laut Fachinformation nur bei zwingender Indikation erfolgen, nachdem der Nutzen sorgfältig gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit abgewogen wurde. Allgemeines erklären die Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2]
- BeginnZu Beginn der Behandlung ist mit der Ärztin oder dem Arzt ein Folgetermin zu vereinbaren, bei dem über die Weiterbehandlung entschieden wird; laut Fachinformation ist es angebracht, Betroffene zu Beginn über die begrenzte Dauer und die allmähliche Verringerung der Dosis zu informieren; wichtig ist auch, dass ihnen mögliche Absetzerscheinungen bekannt sind. Nebenwirkungen treten vor allem in den ersten Tagen und bei älteren Menschen auf; sie lassen sich durch eine sorgfältige, individuelle Einstellung der Tagesdosis vermindern oder vermeiden und bilden sich im Allgemeinen nach Verringerung der Dosis zurück.[1, 2]
- Erste WirkungDie höchsten Blutspiegel von Dikaliumclorazepat werden nach 30 bis 60 Minuten erreicht, die des wirksamen Hauptabbaustoffs N-Desmethyldiazepam (Nordazepam) nach 60 Minuten. Nordazepam hat eine Halbwertszeit von 25 bis 82 Stunden und kann sich deshalb anreichern; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich nach 6 bis 11 Tagen ein.[2]
- ErhaltungBei chronischen Zuständen sollte die Ärztin oder der Arzt nach etwa 2 Wochen prüfen, ob die Behandlung weiter nötig ist; 4 Wochen sollten nicht überschritten werden. Bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, und nach einigen Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Bei bestehender Alkohol- oder Barbiturat-Abhängigkeit ist eine wechselseitige Abschwächung der Wirksamkeit möglich.[1, 2]
- AbsetzenDie Behandlung sollte durch langsame Verringerung der Dosis beendet werden, besonders nach mehr als einer Woche; über das Vorgehen entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Nach längerem Gebrauch können Absetzerscheinungen oft mit einigen Tagen Verzögerung auftreten; laut Packungsbeilage verschwinden sie nach einigen Tagen bis Wochen.[1]
Nebenwirkungen im Blick
Nebenwirkungen sind laut Fach- und Gebrauchsinformation häufig je nach Dosis unterschiedlich stark ausgeprägt und treten vor allem in den ersten Tagen der Behandlung und bei älteren Menschen auf. Eine sorgfältige, individuelle Einstellung der Tagesdosis kann sie vermindern oder vermeiden, und laut Packungsbeilage bilden sie sich im Allgemeinen zurück, wenn die Dosis verringert wird. [1, 2]
Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem Schläfrigkeit und Müdigkeit, Schwindel und Mattigkeit. Nach abendlicher Einnahme können am Morgen Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen (Überhangeffekte). Beschrieben sind außerdem eine Abnahme des Geschlechtstriebs (sexuelle Funktionsstörungen), abgestumpfte Gefühle, Störungen der Regelblutung und eine Sturzgefahr. Vorübergehende Sehstörungen können besonders bei hohen Dosen und längerer Anwendung auftreten. Eine bisher unerkannte Depression kann während der Behandlung zutage treten. [1, 2]
Besonders bei älteren Menschen und Kindern kann sich die Wirkung umkehren (paradoxe Reaktion), etwa mit Unruhe, Reizbarkeit oder Aggression; mehr dazu im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Beim Beenden der Behandlung können Absetzerscheinungen oder Entzugssymptome auftreten (Absetzsymptome), dazu der Abschnitt Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenNicht bekannt
- Unruhe und NervositätGelegentlich
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- Erektionsstörungennicht genannt
- Mundtrockenheitnicht genannt
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- Übelkeitnicht genannt
- SchwindelHäufig
- Zitternnicht genannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- Natriummangelnicht genannt
- AbhängigkeitNicht bekannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, die Fach- und Gebrauchsinformation aufführen, mit ihrer Häufigkeit; was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindel[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenMattigkeit (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Allgemeine BeschwerdenAbsetzerscheinungen (Rebound-Phänomene) oder Entzugssymptome beim Beenden der Behandlung[1, 2]Mehr dazu: AbsetzsymptomeAbhängigkeit und Entzugserscheinungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen[1, 2]
- PsycheReizbarkeit, gesteigerte Aktivität (Agitiertheit), Verwirrtheit als sogenannte "paradoxe" Reaktionen, besonders bei älteren Menschen und Kindern[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheAbnahme des Geschlechtstriebs (Libido)[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- NervensystemSchwäche der Muskeln (muskuläre Hypotonie)[1, 2]
- NervensystemAufmerksamkeitsstörung[1, 2]
- HautÜberempfindlichkeitsreaktionen der Haut mit fleckig-erhabenen (makulopapulösen) und juckenden Hautausschlägen[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- PsycheVerlängerte Reaktionszeit[1, 2]
- PsycheÜberhangeffekte am Morgen nach abendlicher Einnahme: Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit können die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- PsycheEine bisher unerkannte Depression kann während der Anwendung zutage treten[1, 2]
- PsycheWirkungsumkehr ("paradoxe Reaktion"), besonders bei älteren Menschen und Kindern, zum Beispiel Unruhe, Aggression, Wahnvorstellungen, Albträume, akute Erregungszustände, Angst, Ein- oder Durchschlafstörungen, Psychosen, Halluzinationen, Suizidgedanken, Wutanfälle, vermehrte Muskelkrämpfe, anormales Verhalten und andere Verhaltensstörungen[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheKörperliche und seelische Abhängigkeit; laut Fachinformation wurde über missbräuchliche Anwendung von Benzodiazepinen berichtet[1, 2]Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen
- NervensystemBenommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
- NervensystemBeeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit wie eingeschränktes Erinnerungsvermögen (zeitlich begrenzte Gedächtnislücken, die mit unangemessenem Verhalten verbunden sein können) und Sprechstörung[1, 2]
- NervensystemMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemAbgestumpfte Gefühle[1, 2]Mehr dazu: Emotionale Abstumpfung
- NervensystemBewegungs- und Gangunsicherheit[1, 2]
- AugenVorübergehende Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Augenzittern), besonders bei hohen Dosen und längerer Anwendung; Doppeltsehen[1, 2]
- Gefäße und KreislaufLeichter Blutdruckabfall[1, 2]
- AtemwegeGedämpfte Atmung; sie kann verstärkt auftreten bei bestehender Atemnot durch verengte Atemwege, bei Hirnschädigung oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer Mittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken[1, 2]
- Magen und DarmStörungen im Magen-Darm-Bereich[1, 2]
- Leber und GalleVorübergehende Erhöhung der Leberwerte[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustStörungen der Regelblutung bei Frauen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Verletzungen und VergiftungenSturzgefahr[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei der Anwendung von Benzodiazepinen kann es laut Fach- und Gebrauchsinformation, besonders bei älteren Menschen und Kindern, zu psychiatrischen und sogenannten paradoxen Reaktionen kommen, zum Beispiel innerer Unruhe, gesteigerter Aktivität, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Aggression, Wahnvorstellungen, Wutanfällen, Albträumen oder Halluzinationen. Treten solche Reaktionen auf, sollte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung laut Packungsbeilage beenden. [1, 2]
Einige Studien zeigen bei Menschen, die bestimmte Schlaf- oder Beruhigungsmittel einschließlich Dikaliumclorazepat einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizid; ob das Arzneimittel die Ursache ist, ist nicht bewiesen. Bei einer bestehenden Depression oder bei Angst, die von einer Depression begleitet wird, sollte Dikaliumclorazepat nicht ohne geeignete Behandlung der Depression angewendet werden, weil sich die depressiven Beschwerden verstärken und die Suizidgefahr steigen kann. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 2]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Über Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; im Allgemeinen bilden sie sich zurück, wenn die Dosis verringert wird. Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. [1]
Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:
- Wegen der Sturzgefahr ist bei älteren Menschen besonders beim nächtlichen Aufstehen Vorsicht geboten; Stürze können zu schweren Verletzungen führen. [1, 2]
- Benzodiazepine können zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen, meist wenn sie vor dem Schlafengehen eingenommen werden und die Schlafdauer nur kurz ist. Eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden kann das Risiko verringern. [1, 2]
- Lässt die Wirkung nach einigen Wochen nach (Toleranz), erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen; laut Packungsbeilage kann das ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. [1]
- Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen entgegen und geben Sie sie nie an andere weiter. [1]
- Die Filmtabletten enthalten Milchzucker. Wissen Sie von einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern, nehmen Sie sie erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [14]
Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung des nächsten Termins.
Kontrollen während der Behandlung
Zu Beginn der Behandlung sollte laut Fachinformation die individuelle Reaktion auf das Arzneimittel kontrolliert werden, um zum Beispiel eine relative Überdosierung möglichst schnell zu erkennen. Das gilt besonders für Risikogruppen, die die Fachinformation nennt, etwa Menschen mit Atemschwäche, mit Herzschwäche oder niedrigem Blutdruck, mit hirnorganischen Veränderungen oder mit eingeschränkter Nierenfunktion. Bei einer Langzeitbehandlung werden Kontrollen des Blutbilds und der Leber- und Nierenfunktion empfohlen. [2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Blutbild, Leber- und Nierenfunktion | Bei einer Langzeitbehandlung empfohlen[2] |
| Individuelle Reaktion auf das Arzneimittel | Zu Beginn der Behandlung, besonders bei Risikopatienten, um eine relative Überdosierung möglichst schnell zu erkennen[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die Untersuchungen bedeuten, erklären die Seiten Kontrollen und Blutwerte und Blutbild.
Wechselwirkungen
Zusammen mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, bestimmten Hustenmitteln und Mitteln zur Drogenersatztherapie, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, eine beeinträchtigte Atmung und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Beide sollten laut Packungsbeilage nur dann gemeinsam angewendet werden, wenn keine andere geeignete Behandlungsmöglichkeit besteht. Mit bestimmten anderen Mitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken, kann sich die dämpfende Wirkung gegenseitig verstärken, und zusammen mit anderen Benzodiazepinen ist die Gefahr einer Abhängigkeit erhöht. [1, 2]
Mittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, zum Beispiel Omeprazol, Cimetidin, Erythromycin, die "Pille" oder Disulfiram, können die Wirkung von Dikaliumclorazepat verlängern und verstärken. Mit Clozapin besteht eine erhöhte Gefahr eines Atem- oder Kreislaufversagens, und die gleichzeitige Anwendung von Natriumoxybat sollte vermieden werden. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Mittel Sie sonst nehmen; bei einer Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln sind Art und Umfang von Wechselwirkungen laut Packungsbeilage nicht sicher vorhersehbar. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Opioide (bei starken Schmerzen, bei Husten oder zur Drogenersatztherapie) | Höheres Risiko für Schläfrigkeit, beeinträchtigte Atmung und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 2] | Gemeinsame Anwendung nur, wenn keine andere geeignete Behandlungsmöglichkeit besteht; alle Opioide angeben und die Dosierungsempfehlungen genau einhalten |
| Beruhigungs-, Schlaf- und Narkosemittel, starke Schmerzmittel, Mittel gegen Epilepsie, Mittel gegen psychische Störungen (Antidepressiva, angstlösende Mittel, Neuroleptika, Lithium), bestimmte Allergie- oder Erkältungsmittel (sedierende Antihistaminika), bestimmte blutdrucksenkende Mittel (Betablocker, Clonidin) | Gegenseitige Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf das zentrale Nervensystem[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Starke Schmerzmittel vom Opiattyp | Kann die Entwicklung einer seelischen Abhängigkeit fördern[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Andere Benzodiazepine | Erhöhte Abhängigkeitsgefahr; laut Fachinformation ist ein Nutzen der gleichzeitigen Gabe nicht belegt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Dauerbehandlung gegen Sodbrennen, erhöhte Magensäure oder Magengeschwüre (Antazida, H2-Rezeptorenblocker) | Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Dikaliumclorazepat können verändert sein: Bei Magenübersäuerung kann die Aufnahme erhöht, bei Magenuntersäuerung vermindert sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen, zum Beispiel Omeprazol, Cimetidin, Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, die "Pille" (orale Verhütungsmittel) und Disulfiram | Die Wirkung von Dikaliumclorazepat kann verlängert und verstärkt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Cisaprid (Magen-Darm-Mittel) | Beschleunigte Aufnahme von Dikaliumclorazepat, dadurch vorübergehend verstärkte Müdigkeit[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Clozapin (Mittel gegen Psychosen) | Erhöhte Gefahr eines Atem- oder Kreislaufversagens[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Natriumoxybat (Mittel gegen bestimmte Schlafstörungen) | Möglicherweise erhöhtes Risiko für eine gedämpfte Atmung (Atemdepression)[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| HIV-Protease-Hemmer wie Ritonavir oder Saquinavir | Höhere Blutspiegel von Clorazepat; das Risiko einer starken Beruhigung und von Atemstörungen kann steigen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) | Die muskelentspannende Wirkung kann sich verstärken, besonders bei älteren Menschen und höherer Dosis; Sturzgefahr[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Alkohol, auch in alkoholhaltigen Arzneimitteln | Die Wirkung von Dikaliumclorazepat kann sich in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken, zum Beispiel stärkere Beruhigung[1, 2] | Während der Behandlung auf Alkohol verzichten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.
Wer Dikaliumclorazepat nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht eingenommen werden darf Dikaliumclorazepat unter anderem bei einer Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte, bei schweren Störungen der Lungenfunktion, bei Atemaussetzern im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom), bei krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis), bei schweren Leberschäden und bei einer akuten Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder Psychopharmaka. Besondere Hinweise gelten unter anderem bei Atemschwäche, Herzschwäche oder niedrigem Blutdruck, eingeschränkter Nierenfunktion, im Alter und bei Epilepsie. [1, 2]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Dikaliumclorazepat, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte (Alkohol, Medikamente, Drogen)[1, 2]
- Akute Vergiftung mit Alkohol, einem Schlaf- oder Schmerzmittel oder mit Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
- Schwere Störungen der Lungenfunktion (dekompensierte respiratorische Insuffizienz)[1, 2]
- Aussetzen der Atmung während des Schlafes oder schlafbezogene Atemstörung (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
- Bestimmte Formen schwerer krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
- Schwere Leberschäden, zum Beispiel Gelbsucht mit Gallestauung; Benzodiazepine könnten dann eine Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) verursachen[1, 2]
- Störungen der Bewegungskoordination durch Erkrankungen von Kleinhirn oder Rückenmark (zerebellare und spinale Ataxien)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Akute oder chronische Atemschwäche, zum Beispiel chronisch verengte Atemwege: Bei normaler Atemfunktion wirkt Dikaliumclorazepat nicht atemdämpfend, hier ist es aber nur mit Vorsicht anzuwenden. Laut Fachinformation kann die Verschlechterung eines Sauerstoffmangels (Hypoxie) auch Angstzustände auslösen, die eine Krankenhauseinweisung nötig machen können[1, 2]
- Herzschwäche oder niedriger Blutdruck, hirnorganische Veränderungen oder eingeschränkte Nierenfunktion: Vorsicht, weil Betroffene oft stärker als erwünscht ansprechen; gegebenenfalls wird die Dosis verringert oder Dikaliumclorazepat abgesetzt. Auch wenn eine Blutdrucksenkung nicht häufig auftritt, ist Vorsicht geboten, wenn ein Blutdruckabfall zu Komplikationen führen könnte, besonders bei älteren Menschen[1, 2]
- Ältere und geschwächte Menschen: Sie sprechen oft stärker als erwünscht an; gegebenenfalls wird die Dosis verringert oder die Behandlung beendet. Wegen der Sturzgefahr ist besonders beim nächtlichen Aufstehen Vorsicht geboten; Stürze können zu schweren Verletzungen führen[1, 2]
- Epilepsie: Ein plötzliches Absetzen kann Krampfanfälle auslösen[1, 2]
- Abhängigkeit: Dikaliumclorazepat hat ein primäres Abhängigkeitspotenzial. Bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer körperlichen oder seelischen Abhängigkeit, auch im empfohlenen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer, bei gleichzeitiger Anwendung anderer Mittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, und von Alkohol, und besonders nach früherem Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein[1, 2]
- Gedächtnislücken: Benzodiazepine können zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie) verursachen. Das Risiko steigt mit der Dosis; meist treten sie auf, wenn das Mittel vor dem Schlafengehen eingenommen wird und die Schlafdauer nur kurz ist. Eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden kann das Risiko verringern[1, 2]
- Depression oder Angstzustände, die von Depressionen begleitet sind: Dikaliumclorazepat sollte nicht ohne geeignete Behandlung der Depression angewendet werden, weil die depressiven Beschwerden sich verstärken und die Suizidgefahr steigen kann. Einige Studien zeigen bei Menschen, die bestimmte Schlaf- oder Beruhigungsmittel einschließlich Dikaliumclorazepat einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken, Suizidversuch und Suizid; ob das Arzneimittel die Ursache ist, ist nicht bewiesen[1, 2]
- Psychosen: Dikaliumclorazepat wird nicht zur Grundbehandlung empfohlen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Die Anwendung beschränkt sich auf die Vorbehandlung vor Untersuchungen oder Operationen (Prämedikation)[1, 2]
- Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln: Art und Umfang von Wechselwirkungen sind nicht sicher vorhersehbar; die Ärztin oder der Arzt klärt das vor Beginn der Behandlung ab[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen vor; die Anwendung in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird deshalb nicht empfohlen. Wenn Sie schwanger werden möchten oder feststellen, dass Sie schwanger sind, teilen Sie dies unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, damit die Notwendigkeit der Behandlung erneut geprüft werden kann. Werden in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft oder während der Geburt hohe Dosen angewendet, können beim Baby Benommenheit (Sedierung), Schwierigkeiten bei der Atmung (Atemdepression), Muskelschwäche, eine erniedrigte Körpertemperatur und Ernährungsschwierigkeiten (Probleme beim Saugen, die zu unzureichender Gewichtszunahme führen können) auftreten. Bei längerer Einnahme in späteren Stadien der Schwangerschaft können beim Baby Entzugserscheinungen auftreten; das Neugeborene sollte dann nach der Geburt sorgfältig überwacht werden.[1, 2]
Laut Fachinformation haben umfangreiche Erfahrungen aus Kohortenstudien keinen Beleg für Fehlbildungen nach Anwendung von Benzodiazepinen im ersten Schwangerschaftsdrittel erbracht, obwohl in bestimmten Fall-Kontroll-Studien über Lippen- und Gaumenspalten berichtet wurde. Bei Anwendung von Benzodiazepinen im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel wurden Fälle verminderter Kindsbewegungen beschrieben.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wenden Sie Dikaliumclorazepat in der Stillzeit nicht an, da der Wirkstoff und seine Abbauprodukte (laut Fachinformation vor allem N-Desmethyldiazepam) in die Muttermilch übergehen. Ist die Behandlung unausweichlich, sollten Sie abstillen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Verzichten Sie während der Behandlung auf alkoholische Getränke und alkoholhaltige Arzneimittel: Alkohol kann die Wirkung von Dikaliumclorazepat in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken, zum Beispiel die Beruhigung.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Dikaliumclorazepat kann unter anderem Schläfrigkeit, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen und eine beeinträchtigte Muskelfunktion verursachen. Dadurch kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sein, verstärkt zusammen mit Alkohol oder anderen Mitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Fahren, das Bedienen von Maschinen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten sollten ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung unterbleiben; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2]
Anwendung
Die Hartkapseln unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (zum Beispiel einem Glas Wasser) einnehmen. Bei ambulanter Behandlung hauptsächlich abends, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen einnehmen: Sonst muss mit verzögertem Wirkungseintritt und, abhängig von der Schlafdauer, mit stärkeren Nachwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen am nächsten Morgen gerechnet werden. Bei stationärer Behandlung wird Dikaliumclorazepat über den Tag verteilt unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.[1, 2]
Einnahme vergessen: die versäumte Dosis nicht nachholen, sondern die Einnahme am nächsten Tag wie verordnet fortsetzen.[1]
Nehmen Sie Benzodiazepine nur auf ärztliche Anweisung, nie von anderen entgegen, und geben Sie sie nie an andere weiter.[1]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Benzodiazepine dürfen nie abrupt abgesetzt werden; die Dosis soll langsam verringert werden, besonders nach einer Behandlung von mehr als einer Woche, weil die behandelten Beschwerden sonst vorübergehend verstärkt wiederkehren können. Beim plötzlichen Beenden, vor allem einer längeren Behandlung, können Entzugserscheinungen auftreten: Schlafstörungen und vermehrtes Träumen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelverspannungen, Stimmungswechsel, Verwirrtheit und Reizbarkeit; Angst- und Spannungszustände, Erregung und innere Unruhe können sich verstärkt wieder einstellen, Zittern und Schwitzen können auftreten. In schweren Fällen können außerdem Verwirrtheitszustände, Wahrnehmungsstörungen in Bezug auf die eigene Person oder die Umwelt (Depersonalisation, Derealisation), Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Missempfindungen in den Gliedmaßen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle auftreten.[1, 2]
Auch nach dem Ende einer kürzeren Behandlung können die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt wiederkehren (Rebound), begleitet von Stimmungswechseln, Angstzuständen und Unruhe. Nach längerem Gebrauch können Absetzerscheinungen wie Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle und Halluzinationen oft mit einigen Tagen Verzögerung auftreten; laut Packungsbeilage verschwinden sie nach einigen Tagen bis Wochen. Bei Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen Krampfanfälle auslösen.[1, 2]
Überdosierung
Zeichen einer leichten Überdosierung können Benommenheit, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit, Sehstörungen, Gang- und Bewegungsstörungen, undeutliches Sprechen, Blutdruckabfall und Muskelschwäche sein. Zeichen einer schweren Vergiftung ist vor allem Tiefschlaf; Herz-Kreislauf- und Atemfunktion können nachlassen (blaurote Verfärbung von Haut und Schleimhaut), bis hin zu Bewusstlosigkeit und Atem- oder Herzstillstand. Beim Abklingen können starke Erregungszustände auftreten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]
Möchten Sie schwanger werden oder stellen Sie fest, dass Sie schwanger sind, teilen Sie das laut Packungsbeilage unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, damit die Notwendigkeit der Behandlung erneut geprüft werden kann; beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Rücksprache. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [1, 11, 12, 13]
Dikaliumclorazepat hat laut Fachinformation wie andere Benzodiazepine ein primäres Abhängigkeitspotenzial. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer körperlichen und seelischen Abhängigkeit, auch im therapeutischen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer, bei gleichzeitiger Anwendung anderer psychotroper Arzneimittel und von Alkohol und besonders nach früherem Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch. Nach längerer Anwendung über mehrere Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Über missbräuchliche Anwendung von Benzodiazepinen wurde berichtet. Mehr dazu unter Abhängigkeit von Psychopharmaka und Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln. [1, 2]
Clorazepat steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Ausgenommen sind Zubereitungen bis zu einer bestimmten Wirkstoffmenge je Kapsel oder Tablette; die Hartkapseln und Filmtabletten gehören dazu und werden als verschreibungspflichtige Arzneimittel auf einem normalen Rezept verordnet. Für ausgenommene Zubereitungen gelten aber weiter die betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften über Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr; mehr dazu unter Reisen mit Psychopharmaka. [2, 3]
Einnahme und Absetzen
Was die Packungsbeilage zur Einnahme und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. Hartkapseln und Filmtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, zum Beispiel einem Glas Wasser. [1, 14]
Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Benzodiazepine dürfen laut Packungsbeilage nie abrupt abgesetzt werden, nur im Rahmen einer schrittweisen Verringerung der Dosis (Ausschleichen), besonders nach einer Behandlung von mehr als einer Woche. Laut Fachinformation ist es angebracht, Sie zu Beginn über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren und Ihnen die allmähliche Verringerung der Dosis zu erklären; zu wissen, dass Absetzerscheinungen möglich sind, kann die Angst vor solchen Beschwerden verringern. [1, 2]
Welche Entzugserscheinungen nach plötzlichem Beenden auftreten können, auch in schweren Fällen, wann sie beginnen und wann sie abklingen, steht in der Übersicht zum Alltag unter "Absetzen". Auch nach einer kürzeren Behandlung können die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt wiederkehren (Rebound), und bei Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen Krampfanfälle auslösen. [1, 2]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Benzodiazepinen wichtig ist, erklärt die Seite Benzodiazepine absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Hartkapseln zu 10 mg nennt Dosen für die ambulante Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen, für die Vorbereitung auf eine Operation und für ältere oder geschwächte Menschen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, außerdem die Dauer der Anwendung. Dosierung und Dauer richten sich nach der Wirkung bei Ihnen und nach Art und Schwere der Erkrankung; dabei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Dauer so kurz wie möglich zu halten. Für die anderen Stärken und die Filmtabletten gilt die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 14]
Präparate mit Dikaliumclorazepat
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Tranxilium | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Hartkapseln mit 5 mg, 10 mg oder 20 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Tranxilium Tabs | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Filmtabletten mit 20 mg, verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Tranxilium 10 mg Hartkapseln. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation Tranxilium 5 mg / 10 mg / 20 mg Hartkapseln. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Clorazepat. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 22.10.2026
- Gebrauchsinformation Tranxilium Tabs 20 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Tranxilium Tabs 20 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Was ist Dikaliumclorazepat, und unter welchem Namen ist es bekannt?
Dikaliumclorazepat, kurz Clorazepat, ist ein Benzodiazepin gegen Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände. Es ist unter anderem in Tranxilium Hartkapseln mit 5, 10 oder 20 mg und in Tranxilium Tabs, teilbaren Filmtabletten mit 20 mg, enthalten. Alle sind verschreibungspflichtig.
Hilft Dikaliumclorazepat zum Schlafen?
Zugelassen ist Dikaliumclorazepat zur Behandlung akuter oder chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände und zur Vorbereitung auf Untersuchungen oder Operationen; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Laut Fachinformation wirkt es außer angstlösend auch beruhigend und schlaffördernd, und Schläfrigkeit ist eine sehr häufige Nebenwirkung. Bei ambulanter Behandlung sollte es laut Packungsbeilage hauptsächlich abends eingenommen werden. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange wirkt Dikaliumclorazepat, und wie hoch ist die Halbwertszeit?
Dikaliumclorazepat selbst hat laut Fachinformation eine Halbwertszeit von 2 bis 2,5 Stunden. Es wird aber schon im Magen größtenteils in den wirksamen Abbaustoff Nordazepam umgewandelt, dessen Halbwertszeit 25 bis 82 Stunden beträgt; dadurch kann er sich im Körper anreichern. Nach abendlicher Einnahme können am nächsten Morgen noch Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Macht Dikaliumclorazepat abhängig?
Ja, es kann abhängig machen. Laut Fachinformation besteht schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen die Gefahr einer körperlichen und seelischen Abhängigkeit, auch im therapeutischen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung, zusammen mit Alkohol oder anderen auf die Psyche wirkenden Arzneimitteln und besonders nach früherem Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch.
Darf ich mit Dikaliumclorazepat Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung auf alkoholische Getränke verzichten; das gilt ebenso für alkoholhaltige Arzneimittel. Alkohol kann die Wirkung von Dikaliumclorazepat in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken, zum Beispiel die Beruhigung. Zusammen mit Alkohol kann auch die Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen, verstärkt beeinträchtigt sein.
Darf ich mit Dikaliumclorazepat Auto fahren?
Dikaliumclorazepat kann unter anderem Schläfrigkeit, Benommenheit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen verursachen und die Muskelfunktion beeinträchtigen; dadurch kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr laut Fachinformation erheblich beeinträchtigt sein, verstärkt zusammen mit Alkohol. Das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung unterbleiben. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie setzt man Dikaliumclorazepat ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Benzodiazepine dürfen laut Packungsbeilage nie abrupt abgesetzt werden, nur im Rahmen einer schrittweisen Verringerung der Dosis, besonders nach einer Behandlung von mehr als einer Woche. Nach plötzlichem Absetzen können die behandelten Beschwerden vorübergehend verstärkt wiederkehren, und Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Unruhe, Angst, Zittern und Schwitzen können auftreten, bei Epilepsie auch Krampfanfälle.
Welche Stärken gibt es, und wie hoch ist die Dosis?
Die Hartkapseln gibt es mit 5, 10 und 20 mg, die teilbaren Filmtabletten mit 20 mg Dikaliumclorazepat. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach der Wirkung bei Ihnen und nach Art und Schwere der Erkrankung, und dabei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Dauer so kurz wie möglich zu halten. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu