MedikamenteWirkstoff
Citalopram
Citalopram ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), zugelassen zur Behandlung von Depressionen. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Cipramil. Bis Sie eine Besserung bemerken, dauert es mindestens zwei Wochen; abgesetzt wird Citalopram nur nach ärztlicher Absprache und schrittweise.

Wofür wird Citalopram eingesetzt?
Citalopram ist zur Behandlung einer depressiven Erkrankung zugelassen, in der Fachsprache von Episoden einer Major Depression. Mehr zur Erkrankung unter Depression. Die Packungsbeilage und die Fachinformation, auf denen diese Seite beruht (beide Stand 12/2024), nennen keine weiteren Anwendungsgebiete. [1, 2] Ob Citalopram auch bei einer Panikstörung zugelassen ist, hängt vom Präparat ab: Eine andere Fachinformation (Stand 03/2024) nennt zusätzlich die Behandlung der Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie. [2, 6]
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Citalopram laut Fachinformation nicht angewendet werden. In klinischen Studien zeigten Kinder und Jugendliche unter Antidepressiva häufiger suizidales Verhalten und Feindseligkeit als unter einem Scheinmedikament (Placebo), und Langzeitdaten zu Wachstum, Reifung und Entwicklung fehlen. Laut Packungsbeilage kann die Ärztin oder der Arzt Citalopram einem Menschen unter 18 Jahren trotzdem verschreiben, wenn sie oder er entscheidet, dass es in dessen bestmöglichem Interesse ist. Mehr dazu unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]
Wie wirkt Citalopram?
Citalopram gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Serotonin ist ein Botenstoff, über den Nervenzellen Signale weitergeben. Laut Fachinformation hängt die antidepressive Wirkung wahrscheinlich damit zusammen, dass Citalopram gezielt die Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzellen des Gehirns hemmt. Auf die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin und Gamma-Aminobuttersäure hat es praktisch keinen Einfluss, und bei einer Langzeitbehandlung entwickelt sich gegen die Hemmung keine Gewöhnung (Toleranz). Laut Packungsbeilage ist noch nicht vollständig geklärt, wie Citalopram wirkt; wahrscheinlich hilft es, indem es die Serotoninmenge im Gehirn erhöht. [1, 2]
Die höchsten Spiegel im Blut werden im Durchschnitt 4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Abgebaut wird Citalopram in der Leber, hauptsächlich über das Enzym CYP2C19; beteiligt sind laut Fachinformation auch CYP3A4 und CYP2D6. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt ungefähr 1,5 Tage. Einen gleichbleibenden Spiegel erreicht Citalopram nach 1 bis 2 Wochen. Bei älteren Menschen ist die Halbwertszeit länger, bei eingeschränkter Leberfunktion ungefähr doppelt so lang. [2]
Laut Fachinformation ist Escitalopram das aktive Enantiomer von Citalopram, also eine der beiden spiegelbildlichen Formen des Wirkstoffs. Die Unterschiede zeigt der Vergleich Citalopram oder Escitalopram; wie Antidepressiva insgesamt wirken, erklärt die Seite Wie wirken Antidepressiva? [2]
Wann wirkt Citalopram und wie lange wird behandelt?
Die Wirkung von Citalopram setzt nicht sofort ein. Beenden Sie die Einnahme nicht, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt es Ihnen. Wie lange Sie Citalopram nehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Veränderungen können Sie dafür im Stimmungstagebuch festhalten. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon. [1]
- BeginnNebenwirkungen sind laut Fachinformation im Allgemeinen leicht und vorübergehend; sie treten am häufigsten in den ersten ein oder zwei Behandlungswochen auf und klingen danach im Allgemeinen wieder ab. Zu Beginn können Schlaflosigkeit und Unruhe (Agitiertheit) auftreten. Quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) tritt am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf. Für Menschen über 65 Jahre, bei leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung und bei bekannt verringerter Verstoffwechselung über das Enzym CYP2C19 sieht die Fachinformation eine niedrigere Dosis vor.[1, 2]
- Erste WirkungLaut Fachinformation ist nach Behandlungsbeginn für mindestens zwei Wochen nicht mit einer antidepressiven Wirkung zu rechnen. Laut Packungsbeilage dauert es mindestens zwei Wochen, bis Sie eine Besserung bemerken; Antidepressiva brauchen gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger, bis sie wirken.[1, 2]
- Wirkung prüfenBei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen.[5]
- ErhaltungLaut Fachinformation sollte die Behandlung fortgesetzt werden, bis die behandelte Person über 4 bis 6 Monate hinweg beschwerdefrei bleibt; laut Packungsbeilage wird Citalopram nach dem Abklingen der Beschwerden weitere 4 bis 6 Monate eingenommen. Laut NVL soll empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen.[1, 2, 5]
- Rückfall vorbeugenLaut NVL Unipolare Depression sollte Menschen mit 2 bis 3 oder mehr depressiven Episoden und bedeutsamen Einschränkungen im Alltag in den letzten 5 Jahren empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang zur langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat. Diese Empfehlung gilt für Antidepressiva allgemein. Die Fachinformation nennt die Vorbeugung neuer depressiver Episoden für Citalopram nicht als eigenes Anwendungsgebiet.[2, 5]
- AbsetzenDie Behandlung endet nur nach ärztlicher Absprache. Laut Fachinformation sollte ein plötzliches Absetzen vermieden und die Dosis über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise verringert werden; empfohlen wird eine schrittweise Verringerung über mehrere Wochen oder Monate, angepasst an die Bedürfnisse der behandelten Person. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) sollte ein Antidepressivum laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Absetzreaktionen sind häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen; sie klingen im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab, bei einigen Menschen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.[1, 2, 5]
Nebenwirkungen im Blick
Laut Packungsbeilage treten die Nebenwirkungen von Citalopram vor allem zu Beginn der Behandlung auf und lassen mit der Besserung der depressiven Beschwerden gewöhnlich nach. Für vermehrtes Schwitzen, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Durchfall, Übelkeit und Müdigkeit wurde laut Fachinformation ein Zusammenhang mit der Dosis festgestellt. [1, 2]
Sexuelle Funktionsstörungen können auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen. In epidemiologischen Studien, überwiegend mit Menschen ab 50 Jahren, wurde unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet. Ein zu niedriger Natriumwert im Blut ist selten und betrifft überwiegend ältere Frauen. Lichtempfindlichkeit der Haut ist gelegentlich. Beim Beenden der Behandlung sind Absetzerscheinungen häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeGelegentlich
- Weniger oder veränderte Lust auf SexHäufig
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitSehr häufig
- Vermehrtes SchwitzenSehr häufig
- ÜbelkeitSehr häufig
- SchwindelHäufig
- ZitternHäufig
- BewegungsstörungenSelten
- Herzrhythmus und QT-ZeitSehr selten
- NatriummangelSelten
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Nicht bekannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Citalopram nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Übelkeit und Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Vermehrtes Schwitzen[1, 2]
- Sehr häufig: Schwäche oder Kraftlosigkeit (Asthenie)[1, 2]
- Sehr häufig: Störungen der Scharfeinstellung des Auges (gestörte Akkommodation)[1, 2]
- Häufig: Verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit (Anorexie), Gewichtsabnahme[1, 2]
- Häufig: Unruhe (Agitiertheit), Nervosität, Verwirrtheit[1, 2]
- Häufig: Angst, veränderte Träume, Teilnahmslosigkeit (Apathie)[1, 2]
- Häufig: Vermindertes sexuelles Verlangen[1, 2]
- Häufig: Orgasmusstörungen bei Frauen[1, 2]
- Häufig: Gedächtnisverlust (Amnesie)[1, 2]
- Häufig: Migräne[1, 2]
- Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
- Häufig: Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut (Parästhesie)[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen[1, 2]
- Häufig: Geschmacksstörungen[1, 2]
- Häufig: Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
- Häufig: Herzrasen (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Hoher oder niedriger Blutdruck[1, 2]
- Häufig: Gähnen, Schnupfen (Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)[1, 2]
- Häufig: Durchfall, Erbrechen, Verstopfung[1, 2]
- Häufig: Magenbeschwerden wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und Blähungen[1, 2]
- Häufig: Vermehrter Speichelfluss[1, 2]
- Häufig: Juckreiz (Pruritus)[1, 2]
- Häufig: Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]
- Häufig: Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie), Schwierigkeiten beim Wasserlassen[1, 2]
- Häufig: Schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhö)[1, 2]
- Häufig: Ejakulationsstörungen, auch ausbleibende Ejakulation; Erektionsstörungen, Impotenz[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Citalopram nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, emotionale Abstumpfung, innere Unruhe (Akathisie), Natriummangel sowie Herz und QT-Zeit; zur Sonne unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wer depressiv ist, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie während der Einnahme oder kurz nach dem Ende der Behandlung solche Gedanken, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen Sie in ein Krankenhaus. [1]
Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, einer Freundin, einem Freund oder Angehörigen zu erzählen, dass Sie depressiv sind, und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich Ihre Depression aus ihrer Sicht verschlimmert oder wenn sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und setzen Sie Citalopram nicht auf eigene Faust ab. Laut Packungsbeilage verschwinden Nebenwirkungen in der Regel nach einigen Tagen wieder; halten sie länger an, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei der Behandlung einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, gerade solche wie sexuelle Funktionsstörungen, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen. [1, 5]
Spüren Sie eine quälende Unruhe und können nicht stillsitzen oder stillstehen (Akathisie), sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Diese Beschwerden treten am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf, und eine Dosissteigerung kann sie verschlimmern. [1, 2]
Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Citalopram kann eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls verursachen. Das QT-Intervall ist ein Abschnitt der elektrischen Herzaktivität, der im EKG (Herzstromkurve) zu sehen ist. Seit der Markteinführung wurden Verlängerungen des QT-Intervalls und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern berichtet, auch die lebensbedrohliche Form Torsade de Pointes, überwiegend bei Frauen, bei niedrigem Kaliumwert, bei schon verlängertem QT-Intervall oder bei anderen Herzerkrankungen. [1, 2]
Im Jahr 2011 informierte ein Rote-Hand-Brief über das Risiko dosisabhängiger QT-Verlängerungen unter Citalopram und über geänderte Empfehlungen zur Höchstdosis; das gilt auch für alle Generika. Bei der Behandlung einer Depression soll das Monitoring laut NVL nach einer Tabelle der Leitlinie erfolgen, zu der bei Citalopram ein EKG vor Beginn und im ersten Monat gehört. Die Zeitpunkte der Tabelle sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [4, 5]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Befinden, Stimmung und Verhalten | Engmaschig, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen, bis eine Besserung eintritt; besonders sorgfältig bei suizidalem Verhalten in der Vorgeschichte oder ausgeprägten Suizidabsichten vor Beginn der Behandlung[2] |
| Gespräch über Wirkung, Einnahme und Nebenwirkungen | Bei einer Depression laut NVL in den Monaten 1 bis 3 je zweimal (diese Termine auch telefonisch möglich), in den Monaten 4 bis 6 je einmal, danach vierteljährlich[5] |
| EKG (Herzstromkurve) | Bei einer Depression laut NVL für Citalopram vor Beginn und im 1. Monat. Laut Fachinformation sollte bei stabilen Herzerkrankungen vor Beginn ein EKG erwogen werden; treten Zeichen von Herzrhythmusstörungen auf, sieht sie das Absetzen von Citalopram und ein EKG vor[2, 5] |
| Kalium und Magnesium im Blut | Ein Mangel an Kalium oder Magnesium erhöht das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen und muss laut Fachinformation vor Beginn der Behandlung ausgeglichen werden[2] |
| Blutbild und Nierenwerte (GFR, berechnet aus dem Kreatinin) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen[5] |
| Leberwerte (Leberenzyme) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat; bei bedeutsamen Begleiterkrankungen oder vielen weiteren Medikamenten zusätzlich in den Monaten 2 bis 5 und danach vierteljährlich[5] |
| Salze im Blut (Elektrolyte, darunter Natrium) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich (bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen). Das Risiko für einen Natriummangel scheint laut Fachinformation bei älteren Frauen höher zu sein[2, 5] |
| Blutdruck und Puls | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat[5] |
| Körpergewicht | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 3. und im 6. Monat, danach vierteljährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können seltenere Kontrollen ausreichen[5] |
| Blutzucker bei Diabetes | Eine Behandlung mit SSRI kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen; Insulin oder andere blutzuckersenkende Arzneimittel müssen eventuell angepasst werden[1, 2] |
| Anfälle bei Epilepsie | Bei gut eingestellter Epilepsie ist die Behandlung sorgfältig zu überwachen; nehmen die Anfälle zu, sieht die Fachinformation das Absetzen von Citalopram vor[2] |
| Lithium-Spiegel bei gleichzeitiger Einnahme von Lithium | Die übliche regelmäßige Kontrolle des Lithium-Spiegels wird fortgesetzt[2] |
| Neugeborenes nach Einnahme bis in die späte Schwangerschaft | Das Neugeborene sollte überwacht werden, wenn Citalopram bis in späte Stadien der Schwangerschaft, vor allem im letzten Drittel, eingenommen wurde[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung; mehr zum Herzrhythmus unter Herz und QT-Zeit.
Wechselwirkungen
Citalopram darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern wie Moclobemid eingenommen werden; für das Parkinsonmittel Selegilin nennt die Packungsbeilage eine niedrige Dosis, bis zu der die Kombination erlaubt ist. Ebenfalls nicht erlaubt sind Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern, darunter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen IA und III, Antipsychotika wie Pimozid oder Haloperidol, trizyklische Antidepressiva und bestimmte Mittel gegen Infektionen und Malaria. [1, 2]
Laut Fachinformation sollte Citalopram nicht zusammen mit anderen Mitteln angewendet werden, die auf Serotonin wirken, etwa Migränemitteln aus der Gruppe der Triptane, Tramadol, Buprenorphin oder Tryptophan, einer Vorstufe von Serotonin. Im Abschnitt zu Wechselwirkungen nennt die Fachinformation für Tryptophan dagegen eine Anwendung mit Vorsicht. Mit Moclobemid und Buspiron wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet. Johanniskraut und Citalopram sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden, weil Nebenwirkungen häufiger auftreten können. Mit Lithium sollte Citalopram nur mit Vorsicht angewendet werden. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und blutgerinnungshemmende Mittel können das Blutungsrisiko erhöhen. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Selegilin) und Linezolid | Schwere Nebenwirkungen, darunter ein Serotonin-Syndrom[1, 2] | Kombination nicht erlaubt; Linezolid nur unter engmaschiger Überwachung mit Blutdruckkontrolle; Selegilin laut Packungsbeilage nur in niedriger Dosis; Abstände von 14 Tagen (vor Beginn von Citalopram) bzw. 7 Tagen (vor Beginn eines MAO-Hemmers) einhalten |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern: Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika (z. B. Phenothiazine, Pimozid, Haloperidol), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Mittel gegen Infektionen (z. B. Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin als Infusion, Pentamidin, Malariamittel wie Halofantrin), bestimmte Antihistaminika (Astemizol, Mizolastin) | Gefährliche Herzrhythmusstörungen möglich[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Serotonerg wirkende Mittel: Triptane gegen Migräne (z. B. Sumatriptan, Oxitriptan), Tramadol und andere Opioide, Buprenorphin, Buspiron, Lithium, Tryptophan | Serotonerge Wirkungen können sich verstärken; mit Moclobemid und Buspiron wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet[1, 2] | Triptane, Tramadol, Buprenorphin, Oxitriptan und Tryptophan sollten laut Fachinformation nicht zusammen mit Citalopram angewendet werden (im Abschnitt Wechselwirkungen: Triptane nicht empfohlen, Tryptophan mit Vorsicht); Lithium nur mit Vorsicht, Lithiumspiegel weiter routinemäßig kontrollieren; vorher Rücksprache halten |
| Johanniskraut (pflanzliche Mittel mit Hypericum perforatum) | Nebenwirkungen können häufiger auftreten[1, 2] | Nicht gleichzeitig einnehmen |
| Blutgerinnungshemmer, Acetylsalicylsäure, NSAR wie Ibuprofen, Dipyridamol, Ticlopidin; atypische Neuroleptika | Erhöhtes Blutungsrisiko[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren; vorher Rücksprache halten |
| Magensäurehemmer und andere Hemmstoffe des Enzyms CYP2C19 (Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Cimetidin, Fluconazol, Fluvoxamin, Ticlopidin) | Der Citalopram-Spiegel kann steigen (Cimetidin: leichter Anstieg; Omeprazol erhöhte den Spiegel von Escitalopram, dem aktiven Anteil von Citalopram, mäßig)[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren; eine Dosisanpassung kann erforderlich sein |
| Mittel, die über das Enzym CYP2D6 abgebaut werden, und Imipramin: Flecainid, Propafenon, Metoprolol, Antidepressiva wie Desipramin, Clomipramin und Nortriptylin sowie Neuroleptika wie Risperidon, Thioridazin, Haloperidol | Wechselwirkungen möglich: In einer Studie stieg der Metoprolol-Spiegel deutlich an; bei Imipramin stieg der Spiegel seines Abbauprodukts Desipramin, bei Desipramin dessen Konzentration[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren; eine Dosisanpassung kann gerechtfertigt sein |
| Arzneimittel, die zu niedrigen Kalium- oder Magnesiumwerten im Blut führen können | Höheres Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren; Apotheke oder Arztpraxis fragen, ob ein Mittel dazugehört |
| Arzneimittel, die die Krampfschwelle senken können (z. B. andere SSRI, Neuroleptika, Mefloquin, Bupropion, Tramadol) | Krampfanfälle können wahrscheinlicher werden[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Lebensmitteln unter Essen, Trinken und Psychopharmaka und zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation.
Wer Citalopram nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Citalopram oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Gleichzeitige oder kürzlich beendete Behandlung mit MAO-Hemmern (z. B. Moclobemid); Citalopram darf erst 14 Tage nach dem Ende einer Behandlung mit einem MAO-Hemmer begonnen werden, ein MAO-Hemmer frühestens 7 Tage nach dem Absetzen von Citalopram. Ausnahme: Selegilin in niedriger Dosis (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]
- Angeborene Herzrhythmusstörungen oder frühere Episoden von Herzrhythmusstörungen im EKG, etwa ein bekanntes verlängertes QT-Intervall oder ein angeborenes Long-QT-Syndrom[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen oder von Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen beziehungsweise das QT-Intervall verlängern können (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]
- Gleichzeitige Behandlung mit Linezolid (Antibiotikum), außer bei engmaschiger ärztlicher Überwachung und Kontrolle des Blutdrucks[1, 2]
- Instabile Epilepsie[2]
Besondere Vorsicht bei
- Frühere oder bestehende Störungen der Herzfunktion oder ein kürzlich zurückliegender Herzinfarkt[1, 2]
- Niedriger Ruhepuls oder Salzverlust durch länger andauernden, starken Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungstabletten (Diuretika)[1, 2]
- Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmacht, Kollaps oder Schwindel beim Aufstehen, mögliche Zeichen einer gestörten Herzschlagfrequenz[1]
- Diabetes: Die Dosis von Insulin oder anderen Blutzuckersenkern muss unter Umständen angepasst werden[1, 2]
- Epilepsie oder frühere Krampfanfälle[1, 2]
- Elektrokrampftherapie (EKT)[1, 2]
- Manische oder hypomanische Episoden (überaktives Verhalten oder überaktive Gedanken)[1, 2]
- Frühere Blutungsstörungen, leichte Blutungsneigung, Schwangerschaft oder Arzneimittel, die die Blutungsneigung erhöhen können[1, 2]
- Andere psychiatrische Erkrankungen (Psychose)[1, 2]
- Leber- oder Nierenfunktionsstörungen; die Ärztin oder der Arzt vermindert unter Umständen die Dosis[1, 2]
- Alter über 65 Jahre[1, 2]
- Augenprobleme wie bestimmte Formen des Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)[1, 2]
- Sexuelle Funktionsstörungen können auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen[1, 2]
- Suizidgedanken in der Vorgeschichte und junges Erwachsenenalter bis 25 Jahre: höheres Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Citalopram sollte normalerweise nicht angewendet werden; unter Antidepressiva traten in dieser Altersgruppe häufiger Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit auf[1, 2]
- Ruhelosigkeit und psychomotorische Unruhe (Akathisie) in den ersten Behandlungswochen; eine Dosissteigerung kann sie verschlimmern[1, 2]
- Bekannt verringerte Verstoffwechselung über das Leberenzym CYP2C19: Die Fachinformation sieht eine niedrigere Anfangsdosis vor[2]
Für Menschen über 65 Jahre, bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion und bei bekannt verringertem Abbau über das Enzym CYP2C19 sieht die Fachinformation eine niedrigere Dosis vor; die Angaben stehen unter Dosierung. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. [2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zwischen Citalopram und Alkohol wurden laut Fachinformation keine Wechselwirkungen nachgewiesen. Die Fachinformation rät trotzdem von der Kombination ab, und die Packungsbeilage empfiehlt, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Citalopram hat laut Packungsbeilage einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen; Arzneimittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, können Urteils- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Citalopram Sie beeinflusst. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Citalopram in der Schwangerschaft als "sehr hoch" an und zählt Citalopram neben bewährten anderen Antidepressiva zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft. Für die Stillzeit nennt Embryotox umfangreiche Erfahrungen mit etwa 110 stillenden Müttern. Setzen Sie Citalopram nicht selbst ab; ein plötzliches Absetzen sollte laut Fachinformation während der Schwangerschaft vermieden werden. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2, 3]
Schwangerschaft
Nehmen Sie Citalopram in der Schwangerschaft oder bei geplanter Schwangerschaft nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält, und informieren Sie auch Ihre Hebamme. Eingenommen in der Schwangerschaft, besonders in den letzten 3 Monaten, können Mittel wie Citalopram beim Neugeborenen zu einem Lungenhochdruck (PPHN) mit schneller Atmung und Blaufärbung der Haut führen. Nach Einnahme bis zur Geburt sind beim Kind Beschwerden wie Krampfanfälle, Trinkschwierigkeiten, niedriger Blutzucker, Zittern oder Reizbarkeit möglich; eine Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere Blutungen aus der Scheide kurz nach der Geburt erhöhen.[1]
Laut Fachinformation zeigen Daten von mehr als 2.500 Schwangeren keine fehlbildende Wirkung; ein plötzliches Absetzen in der Schwangerschaft sollte vermieden werden. Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass SSRI, besonders spät in der Schwangerschaft angewendet, das Risiko für einen Lungenhochdruck beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen können.[2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als sehr hoch; für Citalopram scheint kein nennenswertes Fehlbildungsrisiko zu bestehen. Citalopram zählt laut Embryotox zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft. Bei Einnahme bis zur Geburt sollte das Neugeborene in den ersten Lebenstagen beobachtet werden und die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme nicht stillen, weil Citalopram in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wurden bei gestillten Säuglingen keine oder nur geringfügige Auswirkungen beobachtet, die Daten reichen für eine Risikoeinschätzung aber nicht aus.[1, 2]
Embryotox (Erfahrungen mit etwa 110 stillenden Müttern): Bei den meisten Kindern traten keine unerwünschten Wirkungen auf, vereinzelt Unruhe, Schlafstörungen, Trinkschwäche und Koliken. Nach Embryotox darf unter Citalopram gestillt werden; neue, anders nicht erklärbare Beschwerden beim Kind sollten in einer Kinderarztpraxis abgeklärt werden. Bei einer Neueinstellung kann laut Embryotox Sertralin vorgezogen werden, wenn es im Einzelfall vergleichbar wirksam und verträglich ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung wird empfohlen, keinen Alkohol zu trinken. Laut Fachinformation wurden keine Wechselwirkungen zwischen Citalopram und Alkohol nachgewiesen, von der Kombination wird trotzdem abgeraten.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Citalopram hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen; Mittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, können Urteils- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Citalopram bei Ihnen wirkt.[1, 2]
Anwendung
Einmal täglich einnehmen, morgens oder abends, unabhängig von den Mahlzeiten mit Flüssigkeit. Eine Besserung ist frühestens nach zwei Wochen zu erwarten. Wenn Sie beschwerdefrei sind, sollte Citalopram noch 4 bis 6 Monate weiter eingenommen werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Dosis vergessen: die nächste Dosis zur gewohnten Zeit nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Die Dosis wird über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise verringert; je nach Bedarf auch über mehrere Wochen oder Monate.[1, 2]
Absetzerscheinungen sind häufig, besonders bei plötzlichem Absetzen: berichtet wurden unter anderem Schwindel, Kribbeln oder Stromschlaggefühl, Schlafstörungen, Unruhe oder Angst, Übelkeit, Zittern, Schwitzen, Kopfschmerzen, Gefühlsschwankungen und Reizbarkeit. Sie klingen gewöhnlich innerhalb von zwei Wochen ab, bei einigen Menschen können sie aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten. Bei stark beeinträchtigenden Absetzerscheinungen kann erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis wieder zu nehmen; anschließend kann die Ärztin oder der Arzt die Dosis in kleineren Schritten weiter verringern.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Möglich sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Herzrasen, Blutdruckveränderungen, erweiterte Pupillen und ein Serotonin-Syndrom.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Beenden Sie die Einnahme erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Das Risiko für Absetzerscheinungen kann laut Fachinformation von der Behandlungsdauer, der Dosis und davon abhängen, wie schnell die Dosis verringert wird. Die Beschwerden beginnen normalerweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen; in sehr seltenen Fällen traten sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis auf. [1, 2]
Treten nach dem Verringern oder Absetzen stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auf, sollte laut Fachinformation erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut einzunehmen und sie danach nach ärztlicher Anweisung in kleineren Schritten zu verringern. Die NVL ordnet das Risiko für Absetzsymptome bei Citalopram als moderat ein. Ausführlich: Antidepressiva absetzen und Absetzsymptome. [2, 5]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Packungsbeilage und Fachinformation nennen die Dosis für Erwachsene und getrennt für ältere Menschen und besondere Risiken wie eine eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]
Präparate mit Citalopram
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Cipramil | Lundbeck GmbH | verschreibungspflichtig |
| Citalopram Aristo | Aristo Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Citalopram HEXAL | HEXAL AG | verschreibungspflichtig |
| Citalopram-1A Pharma | 1A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Citalopram-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Citalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Rote-Hand-Brief zu Cipramil (Citalopram): Risiko für dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung. Lundbeck GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 31.10.2011. abgerufen am 21.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation Citalopram STADA 10 mg/20 mg/40 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Citalopram nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Ab wann wirkt Citalopram?
Laut Fachinformation ist nach Behandlungsbeginn für mindestens zwei Wochen nicht mit einer antidepressiven Wirkung zu rechnen; die Packungsbeilage sagt, dass es mindestens zwei Wochen dauert, bis Sie eine Besserung bemerken. Bei einer Depression soll laut NVL nach Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam geprüft werden, ob die Behandlung wirkt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie bis zu 6 Wochen bis zum Wirkungseintritt.
Wie hoch ist die Dosis von Citalopram?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene, für Menschen über 65 Jahre und bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nennen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Kann man mit Citalopram zunehmen?
Das ist möglich: Appetitzunahme und Gewichtszunahme sind laut Packungsbeilage gelegentlich, können also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Häufig, also bei bis zu 1 von 10, sind verminderter Appetit und Gewichtsabnahme. Bei einer Depression soll laut NVL das Körpergewicht vor Beginn und im Verlauf der Behandlung kontrolliert werden. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Macht Citalopram müde?
Das kann sein. Schläfrigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen, Müdigkeit ist häufig. Ebenfalls sehr häufig ist Schlaflosigkeit. Laut Fachinformation besteht bei Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit und Müdigkeit ein Zusammenhang mit der Dosis, und Nebenwirkungen treten am häufigsten in den ersten ein oder zwei Behandlungswochen auf. Fahren Sie kein Auto, bis Sie wissen, wie Citalopram Sie beeinflusst.
Darf ich mit Citalopram Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage wird empfohlen, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken. Wechselwirkungen zwischen Citalopram und Alkohol wurden laut Fachinformation nicht nachgewiesen, von der Kombination wird trotzdem abgeraten. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.
Kann Citalopram die Lust auf Sex verringern?
Ja, vermindertes sexuelles Verlangen ist laut Packungsbeilage häufig, ebenso Orgasmusstörungen bei Frauen sowie Ejakulations- und Erektionsstörungen. In bestimmten Fällen blieben sexuelle Funktionsstörungen nach dem Ende der Behandlung bestehen. Sprechen Sie solche Beschwerden an; bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, ausdrücklich auch sexuelle Funktionsstörungen.
Wie setzt man Citalopram ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage wird die Dosis über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise verringert; empfohlen wird eine schrittweise Verringerung über mehrere Wochen oder Monate, je nach Bedarf. Absetzerscheinungen, unter anderem Schwindel, Kribbeln, Schlafstörungen, Unruhe oder Übelkeit, sind häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen. Sie klingen gewöhnlich innerhalb von zwei Wochen ab, können bei einigen Menschen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.
Darf ich Citalopram in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollen Sie Citalopram in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält es für unbedingt erforderlich. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als sehr hoch an und zählt Citalopram zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. Setzen Sie Citalopram nicht selbst ab. Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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