MedikamenteWirkstoff

Bromazepam

Bromazepam ist ein verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, zugelassen zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Bromazanil, Lexostad und Normoc. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen kann Bromazepam abhängig machen, auch in üblicher Dosis; die Behandlung sollte 4 Wochen nicht überschreiten, und nach mehr als 1 Woche soll die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden, gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Mann Ende vierzig mit kurzem dunklem Bart gießt am Morgen in einer hellen Küche ruhig einen kleinen Topf Basilikum auf der Arbeitsplatte aus Holz
Bild: KI-generiert

Wofür wird Bromazepam eingesetzt?

Bromazepam ist zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen zugelassen, laut Fachinformation bei Erwachsenen. Bei behandlungsbedürftigen Schlafstörungen, die durch Angst, Spannung und Erregung bedingt sind, ist die Anwendung nur gerechtfertigt, wenn gleichzeitig tagsüber die Wirkungen von Bromazepam erwünscht sind; die Packungsbeilage spricht von einer Beruhigung am Tage, die erforderlich ist. Weitere Anwendungsgebiete nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. [1, 5]

Die Behandlung beseitigt laut Packungsbeilage nicht die Ursache der Spannungs-, Erregungs- oder Angstzustände. Nicht alle diese Zustände bedürfen einer Behandlung mit Medikamenten: Oft sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und lassen sich durch andere Maßnahmen oder eine Behandlung der Grunderkrankung beeinflussen. Allein zur Behandlung von Depressionen sollte Bromazepam nicht angewendet werden, und zur Erstbehandlung von Psychosen wird es nicht empfohlen. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter bis 18 Jahren sind Wirksamkeit und Sicherheit laut Fachinformation nicht erwiesen; verordnet werden sollte Bromazepam ihnen nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko. [1, 5]

Ältere Mittel, darunter die meisten Benzodiazepine, sind laut S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen für "akute und chronische Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände" zugelassen, also für kein einzelnes, nach der ICD-10 bestimmtes Krankheitsbild. Für die Panikstörung, die generalisierte Angststörung und die soziale Phobie sagt die Leitlinie: Benzodiazepine sollen Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen nicht angeboten werden. Trotz nachgewiesener Wirkung empfiehlt sie Benzodiazepine wegen ihrer Risiken, unter anderem der Entwicklung einer Abhängigkeit, nicht zur Angstbehandlung; in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren Herzerkrankungen oder wenn die Standardmedikamente wegen Gegenanzeigen nicht in Frage kommen, können sie unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken angewendet werden. Die Leitlinie in der Version 2.0 von 2021 war laut DGPPN bis 05.04.2026 gültig und ist damit abgelaufen. Mehr unter Angststörungen, Panikstörung, generalisierte Angststörung und soziale Phobie. [13]

Wie wirkt Bromazepam?

Bromazepam ist ein Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Laut Fachinformation dämpft es Spannung, Erregung und Angst und senkt die Muskelspannung; daneben wirkt es schwach beruhigend (sedierend) und schlaffördernd (hypnotisch) und hemmt Krampfanfälle (antikonvulsive Eigenschaften). Laut Embryotox wirken Benzodiazepine über eine Verstärkung der hemmenden Signalübertragung (GABA) im Gehirn. [1, 3, 5]

Nach der Einnahme wird Bromazepam schnell aufgenommen. Abgebaut wird es überwiegend in der Leber, wirksame Abbauprodukte entstehen dabei laut Fachinformation nicht in klinisch bedeutsamem Ausmaß. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Konzentration im Blut halbiert, liegt für Bromazepam und seine Abbauprodukte bei etwa 15 bis 28 Stunden und kann im Alter verlängert sein. Die Fachinformation zählt Bromazepam zu den Benzodiazepinen mit langer Wirkungsdauer; weil es langsam aus dem Körper ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit Wechselwirkungen zu rechnen. Einen Überblick über verwandte Mittel gibt die Seite Beruhigungsmittel. [5]

Wann wirkt Bromazepam und wie lange wird behandelt?

Einen festen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Wird Bromazepam als Schlafmittel auf vollen Magen eingenommen, setzt die schlaffördernde Wirkung laut Fachinformation verzögert ein, und am nächsten Morgen ist je nach Schlafdauer mit einer erhöhten Gefahr von Nebenwirkungen zu rechnen. Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn auf; sie lassen sich durch eine sorgfältige Einstellung der Tagesdosis oft vermindern oder vermeiden oder werden im Laufe der Behandlung geringer. [5]

Laut Packungsbeilage ist schon zu Beginn der Behandlung ein Folgetermin zu vereinbaren, damit Ihre Ärztin oder Ihr Arzt über die Weiterbehandlung entscheiden kann. Auch bei chronischen Beschwerden sollten Sie Bromazepam laut Packungsbeilage nicht länger als 4 Wochen einnehmen. Eine fortgesetzte Anwendung sollte laut Fachinformation nur bei zwingender Notwendigkeit nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit erfolgen. [1, 5]

Laut Fachinformation ist es angebracht, schon zu Beginn über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren und die allmähliche Verringerung der Dosis genau zu erklären. Wichtig ist auch, um mögliche Rebound-Erscheinungen beim Absetzen zu wissen, also ein vorübergehend verstärktes Wiederauftreten der ursprünglichen Beschwerden; das kann laut Fachinformation die Angst vor solchen Beschwerden verringern. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [5]

  1. BeginnLaut Fachinformation sollte zu Beginn kontrolliert werden, wie Sie auf das Mittel reagieren, um eine Anreicherung im Körper möglichst schnell zu erkennen, besonders bei älteren oder geschwächten Menschen, hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche sowie eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion. Außerdem ist es laut Fachinformation angebracht, Sie schon zu Beginn über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren und Ihnen die allmähliche Verringerung der Dosis genau zu erklären. Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn auf; sie lassen sich durch eine sorgfältige Einstellung der Tagesdosis oft vermindern oder vermeiden oder werden im Laufe der Behandlung geringer.[5]
  2. Erste WirkungDie höchste Konzentration im Blut wird laut Fachinformation etwa 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht; nach abendlicher Einnahme hält die Wirkung im Allgemeinen bis zum nächsten Abend an.[5]
  3. ErhaltungBei akuten Beschwerden sollte die Anwendung laut Fachinformation auf einzelne Einnahmen oder wenige Tage beschränkt werden. Bei chronischen Beschwerden sollte die Ärztin oder der Arzt nach 2 Wochen täglicher Einnahme durch schrittweise Verringerung der Dosis klären, ob die Behandlung weiter nötig ist; 4 Wochen sollten nicht überschritten werden, und eine Verlängerung sollte nicht ohne erneute Beurteilung erfolgen. Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, auch in üblicher Dosis.[5]
  4. AbsetzenNach einer Behandlung von mehr als 1 Woche soll die Dosis laut Fachinformation beim Absetzen schrittweise verringert werden. Vorübergehend können Schlafstörungen, Angst- und Spannungszustände, innere Unruhe und Erregung verstärkt zurückkehren. Ein Wechsel auf ein Benzodiazepin mit kurzer Wirkdauer sollte vermieden werden, weil Entzugssymptome auftreten können. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]

Nebenwirkungen im Blick

Nebenwirkungen sind laut Fachinformation häufig unterschiedlich stark ausgeprägt, abhängig von der persönlichen Empfindlichkeit und der Dosis. Zu den häufigen gehören Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, ein vermindertes Reaktionsvermögen und eine depressive Verstimmung. Am Morgen nach der abendlichen Einnahme muss laut Packungsbeilage mit Nachwirkungen (Überhangeffekten) in Form von Tagesmüdigkeit und Benommenheit und dadurch mit einem verminderten Reaktionsvermögen gerechnet werden. [1, 5]

Bromazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen (anterograde Amnesie): Handlungen, die Sie nach der Einnahme ausgeführt haben, erinnern Sie später unter Umständen nicht mehr. Das Risiko steigt mit der Höhe der Dosis; was es verringern kann, steht unter Was Sie bei Nebenwirkungen tun können. Bromazepam kann außerdem körperlich und seelisch abhängig machen; mehr dazu unter Abhängigkeit und Gewöhnung. [1, 5]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Bromazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit[5]
  • Häufig: Vermindertes Reaktionsvermögen, verlängerte Reaktionszeit[5]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 5]
  • Häufig: Konzentrationsstörungen[5]
  • Häufig: Depressive Verstimmung[5]
  • Häufig: Gedächtnislücken für die Zeit nach der Einnahme (anterograde Amnesie), auch verbunden mit unangemessenem Verhalten[5]
  • Häufig: Nachwirkungen am nächsten Tag (Überhangeffekte) und Müdigkeit tagsüber (Tagessedierung)[5]

Alle Nebenwirkungen von Bromazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, emotionale Abstumpfung, sexuelle Probleme und Absetzsymptome.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ohne geeignete Behandlung der Grunderkrankung mit Antidepressiva und/oder psychotherapeutischer Unterstützung kann sich eine Depression unter Bromazepam unter Umständen verstärken; Packungsbeilage und Fachinformation nennen dabei ausdrücklich eine Suizidgefahr. Bei Menschen, deren Depression von Angst überlagert ist, kann die Depression laut Fachinformation nach dem Nachlassen der Angst so stark hervortreten, dass suizidale Tendenzen erkennbar werden; dann sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Unter den Verhaltensänderungen, bei denen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage sofort unterbrechen und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen, steht auch Suizidalität. [1, 5]

Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende fünfzig mit kurzen grauen Haaren sitzt mit einer Ärztin in den Vierzigern an einem runden Holztisch in einem hellen, ruhigen Praxisraum, beide hören einander aufmerksam zu
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Erhöhen Sie sie laut Packungsbeilage auf keinen Fall und verkürzen Sie die Abstände zwischen den Einnahmen nicht, auch dann nicht, wenn die Wirkung nachlässt; das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1]

Damit die Nachwirkungen am nächsten Morgen nicht stärker ausfallen, nehmen Sie Bromazepam laut Packungsbeilage etwa 1 Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen ein. Das Risiko von Gedächtnislücken lässt sich laut Fachinformation durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern. Bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr, insbesondere beim nächtlichen Aufstehen, Vorsicht geboten; mehr unter Psychopharmaka im Alter. [1, 5]

Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter. Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Zu Beginn sollte laut Fachinformation kontrolliert werden, wie Sie auf Bromazepam reagieren, um eine Anreicherung im Körper möglichst schnell zu erkennen. Außerdem sollten Sie unter Berücksichtigung Ihrer Lebenssituation, etwa Ihrer Berufstätigkeit, genaue Verhaltensanweisungen für den Alltag bekommen. [5]

Kontrolluntersuchungen bei Bromazepam
UntersuchungWann oder warum
Reaktion auf das MittelZu Beginn der Behandlung, um eine Anreicherung früh zu erkennen; besonders bei älteren oder geschwächten Menschen, hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche sowie eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion[5]
Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig istBei chronischen Beschwerden nach 2 Wochen täglicher Einnahme durch schrittweise Verringerung der Dosis; vor einer Behandlung über 4 Wochen hinaus erneute Beurteilung[5]
Engmaschige Überwachung auf Anzeichen einer Abflachung der Atmung (Atemdepression) und einer Beruhigung (Sedierung)Bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden[5]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was bei Kontrollen allgemein wichtig ist, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, kann lebensbedrohlich sein; sie sollte laut Packungsbeilage nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, bei Ihnen auf Schläfrigkeit und Atembeschwerden zu achten. Zentral wirksame Mittel, darunter Neuroleptika, Antidepressiva und Lithium, können sich mit Bromazepam gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Bei einer Dauerbehandlung mit zentral wirksamen Blutdrucksenkern, Betablockern, gerinnungshemmenden Mitteln, Herzglykosiden, Asthmamitteln aus der Gruppe der Methylxanthine oder der "Pille" sind Art und Umfang von Wechselwirkungen nicht sicher vorhersehbar; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über solche Dauerbehandlungen. [1, 5]

Wechselwirkungen von Bromazepam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel)Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 5]Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer begrenzt die Ärztin oder der Arzt
Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- und Narkosemittel, Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Mittel gegen Anfallsleiden, angstlösende Mittel und sedierende Antihistaminika (Allergiemittel)Gegenseitige Verstärkung der Wirkung und möglicherweise der Nebenwirkungen; laut Fachinformation auch der Wirkungen auf Atmung und Kreislauf[1, 5]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Mittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen: Omeprazol, Cimetidin (Magenmittel), Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol), HIV-Mittel aus der Gruppe der Proteasehemmer, einige Makrolid-Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Troleandomycin)Die Wirkung von Bromazepam kann verstärkt und/oder verlängert werden[5]Laut Fachinformation Vorsicht; bei starken CYP3A4-Hemmern ist eine erhebliche Verringerung der Bromazepam-Dosis in Betracht zu ziehen, darüber entscheidet die Ärztin oder der Arzt
Schmerzmittel vom Opiat-TypDie stimmungshebende Wirkung kann verstärkt werden; dadurch kann sich eine Abhängigkeit schneller entwickeln[1, 5]Ärztin oder Arzt informieren
Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien)Verstärkte Wirkung; besonders bei älteren Menschen und höherer Dosierung erhöhte Sturzgefahr[1, 5]Ärztin oder Arzt informieren
Natriumoxybat (bei einer bestimmten Form der Narkolepsie) und andere Mittel, die die Atmung beeinträchtigenDie Atmung kann zusätzlich gedämpft werden[1, 5]Besondere Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Dauerbehandlung mit zentral wirksamen Blutdrucksenkern, Betablockern, gerinnungshemmenden Mitteln, Herzglykosiden, Methylxanthinen (Asthmamittel) oder der "Pille"Art und Umfang von Wechselwirkungen sind nicht sicher vorhersehbar[1, 5]Besondere Vorsicht, vor allem zu Beginn; die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt informieren
AlkoholAlkohol verändert und verstärkt die Wirkung von Bromazepam in nicht vorhersehbarer Weise; zusammen mit dämpfenden Mitteln sind Bewusstlosigkeit sowie eine Abflachung von Kreislauf und Atmung möglich[1, 5]Möglichst keinen Alkohol trinken
Andere Arzneimittel nach dem Ende der BehandlungWegen der langsamen Ausscheidung von Bromazepam ist laut Fachinformation auch nach dem Beenden noch mit Wechselwirkungen zu rechnen[5]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation.

Wer Bromazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Bromazepam oder einen der sonstigen Bestandteile; laut Packungsbeilage auch Allergie gegen andere Benzodiazepine[1, 5]
  • Frühere Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln[1, 5]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder Arzneimitteln gegen bestimmte seelische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 5]
  • Schwere krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 5]
  • Schwere Beeinträchtigung der Atmung[1, 5]
  • Kurzzeitiges Aussetzen der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 5]
  • Schwere Leberschäden; laut Fachinformation können Benzodiazepine dann eine Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) auslösen[1, 5]

Besondere Vorsicht bei

  • Störungen der Gang- und Bewegungskoordination durch Erkrankungen von Rückenmark oder Kleinhirn (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 5]
  • Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion, Kreislauf- und Atemschwäche, hirnorganische Veränderungen: in der Regel niedrigere Dosis; laut Fachinformation sollte zu Beginn die Reaktion auf das Mittel kontrolliert werden, um eine Anreicherung früh zu erkennen[1, 5]
  • Abhängigkeit: Bromazepam kann körperlich und seelisch abhängig machen. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung, besteht aber bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung; laut Fachinformation ist es auch bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte erhöht[1, 5]
  • Wirkungsverlust: Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die Wirkung nachlassen (Toleranz)[1, 5]
  • Gedächtnislücken: Bromazepam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen (anterograde Amnesie), Handlungen nach der Einnahme werden später nicht mehr erinnert. Das Risiko steigt mit der Dosis und lässt sich laut Fachinformation durch eine ausreichend lange ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden verringern[5]
  • Depression: Bromazepam sollte nicht allein zur Behandlung von Depressionen oder von Angst, die mit Depressionen auftritt, angewendet werden; ohne geeignete Behandlung der Grunderkrankung kann sich die Depression verstärken (Suizidgefahr)[1, 5]
  • Psychosen: Bromazepam wird nicht zur Erstbehandlung bestimmter geistig-seelischer Störungen (Psychosen) empfohlen[1, 5]
  • Ältere oder geschwächte Menschen: gegebenenfalls niedrigere Dosis; wegen der Sturzgefahr, besonders beim nächtlichen Aufstehen, ist Vorsicht geboten[1, 5]
  • Kinder und Jugendliche: Wirksamkeit und Sicherheit bis 18 Jahre sind nicht erwiesen, Daten liegen nicht vor; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko[5]
  • Wechsel auf ein Benzodiazepin mit kurzer Wirkdauer: sollte laut Fachinformation vermieden werden, weil Entzugssymptome auftreten können; über einen Wechsel entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[5]

Ältere oder geschwächte Menschen sowie Menschen mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche oder gestörter Leber- oder Nierenfunktion erhalten laut Packungsbeilage in der Regel eine niedrigere Dosis; mehr zu Medikamenten im Alter unter Psychopharmaka im Alter. [1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol; mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. Zum Autofahren sagt die Packungsbeilage: Sie dürfen keine Kraftfahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Zur Schwangerschaft sagen die Quellen nicht dasselbe. Laut Fachinformation von 2025 liegen für Bromazepam keine klinischen Daten zu Schwangeren vor; die ältere Packungsbeilage von Bromazepam-ratiopharm aus dem Jahr 2018 schreibt, Beobachtungen beim Menschen hätten gezeigt, dass die Substanz dem ungeborenen Kind schaden kann. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an; je nach zugrunde liegender psychiatrischer Erkrankung sollten laut Embryotox besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 3, 5]

In der Stillzeit sollte laut Fachinformation nicht gestillt werden; ist die Behandlung unausweichlich, sollte laut Packungsbeilage abgestillt werden. Laut Embryotox liegen kaum publizierte Erfahrungen vor. Was für Sie gilt, klären Sie in der Praxis; Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 3, 5]

Schwangerschaft

Laut Fachinformation liegen für Bromazepam keine klinischen Daten zu Schwangeren vor; Tierversuche zeigten schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung. Benzodiazepine dürfen in der gesamten Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden, für Bromazepam gilt das wegen seiner im Vergleich zu anderen Benzodiazepinen geringen Eiweißbindung besonders. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt umgehend, wenn Sie schwanger werden möchten oder eine Schwangerschaft vermuten. Das Fehlbildungsrisiko nach therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben. Kinder von Müttern, die Benzodiazepine über längere Zeit genommen haben, können körperlich abhängig werden und nach der Geburt Entzugssymptome zeigen. Nach hohen Dosen in der Spätschwangerschaft oder während der Geburt sind beim Neugeborenen Atemschwäche, niedrige Körpertemperatur, verminderte Muskelspannung, niedriger Blutdruck und Trinkschwäche zu erwarten (Floppy-Infant-Syndrom).[5]

Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang gering: Eine kleine Studie mit nur 5 Schwangerschaften beschrieb einen Zusammenhang mit Fehlbildungen der Harn- und Geschlechtsorgane; eine differenzierte Risikobewertung ist auf dieser Grundlage nicht möglich. Bei regelmäßiger Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt ist laut Embryotox mit teilweise schwerwiegenden Beschwerden beim Neugeborenen zu rechnen, bis hin zum teilweise wochenlang anhaltenden "Floppy-Infant-Syndrom" mit schlaffer Muskulatur, Teilnahmslosigkeit und Störungen der Temperaturregulation; auch Entzugszeichen wie Krampfanfälle sind möglich. Ein abruptes Absetzen muss in der Schwangerschaft laut Embryotox in jedem Fall unterbleiben.[3]

Laut Embryotox sollten je nach zugrunde liegender psychiatrischer Erkrankung besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden; vor allem eine langfristige Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohe Dosen kurz vor oder während der Geburt sollten wegen Komplikationen beim Neugeborenen kritisch überprüft werden. Nach einer Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine Ultraschall-Feindiagnostik empfohlen werden; die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Zur angst- und spannungslösenden Akutbehandlung nennt Embryotox Promethazin als besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Fachinformation gibt es keine Untersuchungen zum Übergang von Bromazepam in die Muttermilch; es ist aber davon auszugehen, dass Benzodiazepine in die Muttermilch übergehen. Weil nicht bekannt ist, ob Bromazepam aus der Muttermilch im Säugling wirksame Konzentrationen erreicht, sollte während der Behandlung nicht gestillt werden.[5]

Laut Embryotox liegen kaum publizierte Erfahrungen vor. Einzeldosen erfordern laut Embryotox wahrscheinlich keine Stillpause; zum Stillen bei Langzeitbehandlung lassen die bisherigen Erfahrungen keine differenzierte Risikobewertung zu.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol: Er verändert und verstärkt die Wirkung von Bromazepam in nicht vorhersehbarer Weise. Laut Fachinformation ist Alkohol während der Behandlung zu meiden.[1, 5]

Autofahren und Maschinen

Bromazepam hat laut Fachinformation großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen: Beruhigung, Gedächtnislücken, verminderte Konzentration und beeinträchtigte Muskelfunktion können sich nachteilig auswirken, verstärkt zusammen mit Alkohol oder nach zu kurzem Schlaf. Am Morgen nach der abendlichen Einnahme ist mit Nachwirkungen, Müdigkeit tagsüber und vermindertem Reaktionsvermögen zu rechnen. Laut Packungsbeilage dürfen Sie deshalb keine Kraftfahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen.[1, 5]

Anwendung

Die Tabletten mit etwas Flüssigkeit etwa 1 Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen einnehmen; sonst setzt die schlaffördernde Wirkung verzögert ein, und am nächsten Morgen ist, abhängig von der Schlafdauer, mit verstärkten Nachwirkungen zu rechnen. Die Tablette kann laut Fachinformation in vier gleiche Teile geteilt werden.[1, 5]

Einnahme vergessen: zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis einnehmen, keinesfalls die doppelte Menge. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie die Abstände zwischen den Einnahmen nicht, auch wenn die Wirkung nachlässt, das kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nicht weiter.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Nach einer Anwendung von mehr als 1 Woche soll die Dosis laut Fachinformation beim Absetzen schrittweise verringert werden. Bei plötzlichem Beenden können Spannungszustände, innere Unruhe und Angst bis hin zu Krampfanfällen vorübergehend verstärkt wieder auftreten.[1, 5]

Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten beim plötzlichen Abbruch Entzugssymptome auf, besonders nach längerer Behandlung, zum Beispiel Schlafstörungen, vermehrtes Träumen, Kopfschmerzen, Durchfall, Muskelschmerzen, Angst, Spannungszustände, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern, Stimmungswechsel, Verwirrtheit und Reizbarkeit; in schweren Fällen auch Wahrnehmungsstörungen der eigenen Person oder der Umwelt, Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Sinnestäuschungen, epileptische Anfälle und ein Entzugsdelir. Auch nach kürzerer Behandlung können beim plötzlichen Absetzen die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt zurückkehren.[5]

Überdosierung

Laut Fachinformation können bei einer Überdosierung Benommenheit, Gang- und Bewegungsunsicherheit, undeutliches Sprechen, Augenzittern, Müdigkeit, niedriger Blutdruck und Sehverschlechterungen auftreten, außerdem Tiefschlaf bis zur Bewusstlosigkeit (Koma), fehlende Reflexe, Atemstillstand sowie Kreislauf- und Atemschwäche. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[5]

Abhängigkeit und Gewöhnung

Laut Fachinformation besitzt Bromazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial. Bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung gegeben, auch im therapeutischen Dosisbereich und damit bei üblicher Dosierung. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei einer Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte erhöht; eine frühere Abhängigkeit gehört zu den Gegenanzeigen. Die Packungsbeilage sagt, das Risiko besteht bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung. Embryotox schreibt, dass Bromazepam wegen des hohen Abhängigkeitspotenzials nur kurzfristig eingesetzt werden sollte. [1, 3, 5]

Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit kommen (Toleranz). Unter den Empfehlungen des Sachverständigenausschusses der Bundesregierung, die die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte wiedergibt, steht außerdem: Es gibt Abhängigkeit auch ohne Dosissteigerung sowie die sogenannte Niedrigdosis-Abhängigkeit. [1, 5]

Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten bei plötzlichem Abbruch der Behandlung Entzugssymptome auf; die Aufzählung steht in der Übersicht oben unter "Absetzen". Wird die Behandlung nach längerer täglicher Anwendung plötzlich abgesetzt, kann sich die Symptomatik laut Fachinformation bis zu bedrohlichen körperlichen und seelischen Reaktionen steigern, etwa zu Krampfanfällen oder Psychosen wie einem Entzugsdelir. [5]

Bromazepam steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Ausgenommen sind Zubereitungen, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je abgeteilte Form, zum Beispiel je Tablette, bis zu 6 mg Bromazepam enthalten. Verschreibungspflichtig ist Bromazepam laut Fachinformation. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit. [4, 5]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie die Tabletten einnehmen, was bei einer vergessenen Einnahme gilt und welche Beschwerden nach dem Absetzen auftreten können, steht in der Übersicht zum Alltag. Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Nach einer Anwendung von mehr als 1 Woche sollte die Dosis laut Packungsbeilage beim Absetzen schrittweise verringert werden; dabei ist möglicherweise mit Entzugserscheinungen zu rechnen. Nach längerem Gebrauch können Absetzerscheinungen oft mit einigen Tagen Verzögerung auftreten; sie verschwinden laut Packungsbeilage nach einigen Tagen bis Wochen. [1]

Weil das Risiko von Entzugs- und Absetzerscheinungen nach plötzlichem Beenden höher ist, empfiehlt auch die Fachinformation, die Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. Werden Benzodiazepine mit langer Wirkungsdauer wie Bromazepam angewendet, sollte ein Wechsel auf ein Benzodiazepin mit kurzer Wirkungsdauer vermieden werden, weil Entzugssymptome auftreten können. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [5]

Wie das Absetzen abläuft und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Benzodiazepine absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt Absetzsymptome. Geht es Ihnen in dieser Zeit seelisch sehr schlecht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise.

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Dosis zu Beginn einer Behandlung ohne Krankenhausaufenthalt, die Dosis für ältere oder geschwächte Menschen und die Dauer der Anwendung. Grundsätzlich soll die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Präparate mit Bromazepam

Präparate mit Bromazepam
PräparatAnbieterHinweis
Bromazanilverschreibungspflichtig
Bromazepam-ratiopharmratiopharm GmbHTabletten mit 6 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage der Dosierungsangaben
LexostadSTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig
NormocRecordati Pharma GmbHTabletten mit 6 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Bromazepam-ratiopharm 6 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Bromazepam-ratiopharm 6 mg Tabletten (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox: Bromazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Bromazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  5. Fachinformation Normoc 6 mg Tabletten. Recordati Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 22.10.2026
  6. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Langfassung, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); Federführung laut DGPPN-Übersicht: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Stand Version 2.0, Stand 06.04.2021 (nächste Überprüfung geplant 04/2026; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 05.04.2026). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Bromazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wie lange wirkt Bromazepam?

Nach abendlicher Einnahme hält die Wirkung laut Fachinformation im Allgemeinen bis zum nächsten Abend an. Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht, die Halbwertszeit liegt bei etwa 15 bis 28 Stunden und kann im Alter verlängert sein. Weil Bromazepam langsam ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit Wechselwirkungen zu rechnen.

Ab wann macht Bromazepam abhängig?

Laut Fachinformation hat Bromazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial: Bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeit gegeben, auch im therapeutischen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung und ist erhöht, wenn früher eine Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen bestand. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann laut Packungsbeilage ein erstes Zeichen einer entstehenden Abhängigkeit sein.

Darf ich Bromazepam mit Alkohol nehmen?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol trinken, weil Alkohol die Wirkung von Bromazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt; die Fachinformation sagt, Alkohol ist zu meiden. Zusammen mit Alkohol oder anderen dämpfenden Arzneimitteln kann Bromazepam möglicherweise zu Bewusstlosigkeit und zu einer Abflachung der Herz-Kreislauf-Funktion und/oder der Atmung führen, die eine Notfallbehandlung erfordern. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol.

Wie setzt man Bromazepam ab?

Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme laut Packungsbeilage nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Nach einer Anwendung von mehr als 1 Woche sollte die Dosis schrittweise verringert werden, weil nach plötzlichem Beenden Spannungszustände, innere Unruhe und Angst bis hin zu Krampfanfällen vorübergehend verstärkt wieder auftreten können. Nach längerem Gebrauch können Absetzerscheinungen oft mit einigen Tagen Verzögerung beginnen; laut Packungsbeilage verschwinden sie nach einigen Tagen bis Wochen.

Wie hoch ist die Dosis von Bromazepam?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; grundsätzlich soll die Dosis laut Packungsbeilage so gering und die Behandlung so kurz wie möglich gehalten werden. Was die Packungsbeilage für den Beginn, für ältere oder geschwächte Menschen und zur Dauer nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Macht Bromazepam am nächsten Tag müde?

Das ist möglich. Am Morgen nach der abendlichen Einnahme muss laut Packungsbeilage mit Nachwirkungen in Form von Tagesmüdigkeit und Benommenheit und dadurch mit einem verminderten Reaktionsvermögen gerechnet werden; die Fachinformation führt Überhangeffekte und Tagessedierung als häufige Nebenwirkungen. Wird Bromazepam auf vollen Magen eingenommen, ist je nach Schlafdauer mit stärkeren Nachwirkungen zu rechnen. Kraftfahrzeuge führen und Maschinen bedienen dürfen Sie laut Packungsbeilage während der Behandlung nicht.

Kann ich Bromazepam in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Fachinformation liegen für Bromazepam keine klinischen Daten zu Schwangeren vor; Benzodiazepine dürfen in der gesamten Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden, für Bromazepam gilt das besonders. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an und nennt für eine angst- und spannungslösende Akutbehandlung Promethazin als besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein abruptes Absetzen muss in der Schwangerschaft laut Embryotox in jedem Fall unterbleiben.

Kann man Bromazepam zusammen mit Opioid-Schmerzmitteln nehmen?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Die gleichzeitige Anwendung mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, erhöht das Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma und kann lebensbedrohlich sein; laut Packungsbeilage sollte sie nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Schmerzmittel vom Opiat-Typ können außerdem die stimmungshebende Wirkung verstärken und damit eine Abhängigkeit beschleunigen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle opioidhaltigen Arzneimittel.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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