MedikamenteWirkstoff

Dexamfetamin

Dexamfetamin ist ein Stimulans, das als Betäubungsmittel auf einem Betäubungsmittelrezept verschrieben wird; zugelassen ist es nur für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren mit ADHS, bei denen eine vorangegangene Behandlung mit Methylphenidat nicht ausreichend gewirkt hat, für Erwachsene nicht. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Attentin. Amfetamine haben laut Fachinformation ein hohes Risiko für Missbrauch, eine Langzeitanwendung kann möglicherweise zu einer Abhängigkeit führen, und beendet wird die Behandlung nur nach ärztlicher Absprache mit schrittweise verringerter Dosis.

Mann Mitte vierzig repariert an einem sonnigen Vormittag in einer aufgeräumten Garage gelassen ein Fahrrad
Bild: KI-generiert

Wofür wird Dexamfetamin eingesetzt?

Dexamfetamin wird bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) angewendet, wenn das Ansprechen auf eine vorangegangene Behandlung mit Methylphenidat unzureichend war. Es ist Teil einer therapeutischen Gesamtstrategie, die typischerweise psychologische, pädagogische und soziale Maßnahmen umfasst. Die Behandlung muss laut Fachinformation unter Aufsicht einer Spezialistin oder eines Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen erfolgen. [1, 4]

Dexamfetamin ist nicht für alle Kinder mit ADHS angezeigt. Vor der Entscheidung muss laut Fachinformation sehr sorgfältig beurteilt werden, wie schwer und wie anhaltend die Beschwerden des Kindes sind; dabei sind auch sein Alter und das Potenzial für Missbrauch, Fehlgebrauch und Zweckentfremdung zu berücksichtigen. Die Diagnose sollte nach den DSM-V-Kriterien oder den Richtlinien der ICD-10 gestellt werden und auf einer umfassenden Beurteilung beruhen, die durch mehrere Einschätzungen gestützt ist. [1, 4]

Zugelassen ist Dexamfetamin nur für diese Altersgruppe. Für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS ist es laut Fachinformation nicht zugelassen, Sicherheit und Wirksamkeit wurden bei Erwachsenen nicht nachgewiesen. Bei älteren Menschen und bei Kindern unter 6 Jahren darf es nicht angewendet werden. Mehr zur Behandlung im Kindes- und Jugendalter unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [4]

Wie wirkt Dexamfetamin?

Dexamfetamin ist laut Fachinformation ein sympathomimetisches Amin mit einer zentral anregenden und appetitzügelnden Wirkung; es gehört zu den Psychostimulanzien. Laut Packungsbeilage verbessert es die Aktivität bestimmter Teile des Gehirns, die nicht ausreichend aktiv sind, und kann helfen, Aufmerksamkeit und Konzentration zu erhöhen und hyperaktives oder impulsives Verhalten zu verringern. [1, 4]

Wie Amfetamin bei ADHS wirkt, ist laut der Fachinformation von Lisdexamfetamin nicht vollständig aufgeklärt; angenommen wird, dass es die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen blockiert und ihre Freisetzung verstärkt. Lisdexamfetamin selbst ist eine unwirksame Vorstufe, aus der im Körper Dexamfetamin entsteht, das für die Wirkung verantwortlich ist. Einen Überblick über die Mittel gegen ADHS gibt die Seite ADHS-Medikamente. [15]

Dexamfetamin wird rasch aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Bei gesunden Probanden lag die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, nach Einnahme einer Tablette im Mittel bei 10 Stunden. Ausgeschieden wird Dexamfetamin über den Urin, schneller, wenn der Urin sauer ist; nach hohen Dosen kann die Ausscheidung mehrere Tage dauern. [4]

Wann wirkt Dexamfetamin und wie lange wird behandelt?

Vor einer Verschreibung ist laut Fachinformation eine Beurteilung von Herz und Kreislauf einschließlich Blutdruck und Herzfrequenz notwendig; Größe und Gewicht sollten vorher genau in einem Wachstumsdiagramm erfasst werden. Die Dosis, mit der sich die Beschwerden zufriedenstellend kontrollieren lassen, sollte so gering wie möglich gewählt werden, und die Einnahmezeit sollte sich danach richten, wie ausgeprägt die Beschwerden im Tagesverlauf sind. [4]

Bessern sich die Beschwerden nach einer geeigneten Dosisanpassung über einen Monat nicht, muss die Behandlung laut Fachinformation beendet werden. Sicherheit und Wirksamkeit einer Anwendung über mehr als 12 Monate wurden nicht untersucht. Eine Langzeitanwendung muss laut Fachinformation vermieden werden, laut Packungsbeilage sollte sie vermieden werden. Eine Besserung kann möglicherweise anhalten, wenn das Arzneimittel vorübergehend oder ganz abgesetzt wurde. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 4]

  1. BeginnVor Beginn bespricht die Ärztin oder der Arzt andere Arzneimittel, Herzprobleme und andere Erkrankungen, plötzliche unerklärbare Todesfälle, Tics, psychische Erkrankungen, Suizid, bipolare Störungen und Depressionen in der Familie sowie eigene Niedergeschlagenheit, Euphorie oder seltsame Gedanken; gegebenenfalls folgen weitere Untersuchungen. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die nach Bedarf schrittweise erhöht wird.[1]
  2. Erste WirkungFühlen Sie oder Ihr Kind sich nach einem Monat Behandlung nicht besser, informieren Sie Ärztin, Arzt oder Apotheke; eine andere Behandlung könnte erforderlich sein.[1]
  3. ErhaltungDexamfetamin muss nicht für immer angewendet werden; eine Langzeitanwendung kann möglicherweise zu einer Abhängigkeit führen und muss laut Fachinformation vermieden werden. Bei längerer Einnahme setzt die Ärztin oder der Arzt das Mittel regelmäßig für kurze Zeit ab, zum Beispiel in den Schulferien, um zu prüfen, ob die Behandlung noch erforderlich ist.[1, 4]
  4. AbsetzenVor dem Ende der Behandlung verringert die Ärztin oder der Arzt die tägliche Dosis schrittweise und beobachtet sorgfältig. Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache.[1]

Nebenwirkungen im Blick

Sehr häufig sind laut Packungsbeilage verminderter Appetit, Schlaflosigkeit und Nervosität, bei längerer Anwendung bei Kindern außerdem eine verringerte Gewichts- und Größenzunahme. Häufig sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen und schneller Herzschlag, eine Veränderung von Blutdruck und Herzschlagrate, gewöhnlich eine Erhöhung, dazu Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Aggressivität, Ängstlichkeit und depressive Verstimmung. Einige Nebenwirkungen, deren Häufigkeit nicht bekannt ist, können schwerwiegend sein. [1]

Eine Behandlung mit Stimulanzien kann laut Fachinformation Blutdruck und Herzfrequenz im Durchschnitt leicht erhöhen, bei einzelnen Behandelten auch stärker. Bei Langzeitanwendung bei Kindern wurde über eine mäßig verringerte Gewichtszunahme und eine Wachstumsverzögerung berichtet; wie Dexamfetamin die endgültige Größe und das endgültige Gewicht beeinflusst, ist bisher unbekannt. Neue psychotische Beschwerden oder eine Manie können schon bei üblicher Dosierung auftreten, und Dexamfetamin wurde mit dem Entstehen oder der Verschlimmerung von Tics in Verbindung gebracht. [4]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die Nebenwirkungen laut Packungsbeilage nach Häufigkeit, ergänzt um gekennzeichnete Angaben der Fachinformation:

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1]
  • Stoffwechsel und ErnährungVerringerte Gewichts- und Größenzunahme bei längerer Anwendung bei Kindern[1]
  • PsycheSchlaflosigkeit[1]
  • PsycheNervosität[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HerzSchmerzen im Brustkorb[1]
  • AugenUnscharfes oder verschwommenes Sehen, Erweiterung der Pupillen[1]
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • HautHautausschlag, Nesselsucht[1]
  • Allgemeine BeschwerdenWachstumsverzögerung bei längerer Anwendung bei Kindern[1]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Laborwerte und UntersuchungenVeränderungen von Testergebnissen, einschließlich Leberwerten und Blutbild[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemErhöhte Blutungsneigung und punktförmige Blutungen in der Haut, vor allem an den Beinen[1]
  • HerzHerzstillstand[1]
  • NervensystemTourette-Syndrom; Tics oder Verschlimmerung schon bestehender Tics[1]
  • NervensystemKrampfanfälle[1]
  • NervensystemUnkontrollierbare Bewegungen[1]
  • NervensystemHirnblutung[1]
  • Gefäße und KreislaufEntzündung oder Verschluss von Arterien im Gehirn[1]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1]
  • Leber und GalleAnormale Leberfunktion einschließlich Leberversagen und Koma[1]
  • PsycheHalluzinationen, psychotische Reaktionen[1]
  • PsycheSuizidversuch[1, 4]
  • HautAkute entzündliche Erkrankung der Haut oder Schleimhaut, schuppende Hauterkrankung, Hautausschlag nach Tabletteneinnahme[1]
  • NervensystemPlötzlicher Anstieg der Körpertemperatur, sehr hoher Blutdruck und schwere Krampfanfälle; es ist nicht sicher, ob Dexamfetamin oder gleichzeitig eingenommene andere Arzneimittel die Ursache sind[1]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HerzHerzmuskelerkrankung, Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Versagen[1]
  • Allgemeine BeschwerdenBrustschmerz[1]
  • Allgemeine BeschwerdenSehr hohes Fieber[1]
  • Magen und DarmDarmentzündung, Durchfall[1]
  • Allgemeine BeschwerdenÜberempfindlichkeit einschließlich Haut- und Schleimhautschwellungen und allergischer Reaktion[1]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelerkrankungen, zum Beispiel Zerfall von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse)[1]
  • NervensystemStörung der Bewegungskoordination, Benommenheit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemGeschmacksstörung[1]
  • NervensystemGesteigerte Muskeleigenreflexe[1]
  • NervensystemSchlaganfall[1]
  • NervensystemZittern[1]
  • PsycheKonzentrationsstörungen, Beeinträchtigung der Denkleistungsfähigkeit[1]
  • PsycheVerwirrtheit, Bewusstseinsstörungen[1]
  • PsycheDrogenabhängigkeit[1]Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen
  • PsycheGefühlsschwankungen, Stimmungsschwankungen, gesteigertes Glücksgefühl[1]
  • PsycheVerändertes sexuelles Lustempfinden[1]Mehr dazu: Veränderte Lust auf Sex
  • PsycheNachtangst, Zwangsverhalten, Panikzustände, Ruhelosigkeit[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheWahnhafte Störungen[1]
  • Nieren und HarnwegeNierenschädigung[1]
  • Geschlechtsorgane und BrustImpotenz[1]Mehr dazu: Erektionsstörungen
  • HautSchwitzen, Haarausfall[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Gefäße und KreislaufTaubheitsgefühl der Finger und Zehen; Kribbeln und Farbveränderung der Finger und Zehen bei Kälte, von weiß zu blau, dann rot (Raynaud-Syndrom)[1]
  • Stoffwechsel und ErnährungBerichtet wurde ein toxischer Stoffwechselanstieg mit vorübergehender Überaktivität, stark erhöhter Körpertemperatur, Übersäuerung des Blutes und Herz-Kreislauf-Versagen; dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein[1]
  • Stoffwechsel und ErnährungÜbersäuerung des Blutes (Azidose), laut Fachinformation[4]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Herz und QT-Zeit, innere Unruhe, vermehrtes Schwitzen und Absetzsymptome. Was Angaben wie "häufig" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Sehr selten sind laut Packungsbeilage Suizidversuche. Wer während der ADHS-Behandlung Suizidgedanken oder suizidales Verhalten entwickelt, sollte laut Fachinformation sofort von der Ärztin oder dem Arzt beurteilt werden. Dabei sollte bedacht werden, ob sich die zugrunde liegende psychische Erkrankung verschlechtert hat und ob Dexamfetamin die Ursache sein kann; eine Behandlung dieser Erkrankung kann nötig sein, und ein Ende der Behandlung mit Dexamfetamin sollte erwogen werden. Haben Sie oder hat Ihr Kind solche Gedanken, wenden Sie sich sofort an die Ärztin oder den Arzt. [1, 4]

Eine Suizidneigung, eine schwere Depression oder eine Manie, auch in der Vorgeschichte, sind laut Fachinformation Gegenanzeigen. Bei depressiven Begleitbeschwerden sollte vor Beginn ausreichend untersucht werden, ob ein Risiko für eine bipolare Störung besteht; dazu gehört eine genaue psychiatrische Vorgeschichte, auch zu Suizidalität, bipolaren Störungen und Depressionen in der Familie. [4]

Was in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Anfang fünfzig trägt am späten Nachmittag eine Einkaufstüte mit Gemüse und Brot die Stufen zu ihrem Haus hinauf
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache. Informieren Sie laut Packungsbeilage die Ärztin, den Arzt oder die Apotheke, wenn Nebenwirkungen in schwerer Form auftreten oder Sie beunruhigen oder erheblich beeinträchtigen. [1]

Die Tabletten werden mit ausreichend Wasser zu oder direkt nach einer Mahlzeit eingenommen, jeden Tag zur gleichen Zeit. Zusammen mit Fruchtsäften kann die Wirkung abgeschwächt sein. Die Tabletten enthalten Isomalt; bei einer angeborenen Fruktoseunverträglichkeit sollten sie laut Fachinformation nicht eingenommen werden. [1, 4]

Achten Sie auf Anzeichen am Nervensystem wie schwere Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl, Schwäche, Lähmungen oder Probleme beim Bewegen, Sehen oder Sprechen, und informieren Sie dann die Ärztin oder den Arzt. Bei solchen neuen Beschwerden sollte laut Fachinformation an eine sehr seltene Entzündung der Hirngefäße (zerebrale Vaskulitis) gedacht werden; eine frühe Diagnose kann ein umgehendes Absetzen und eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. [1, 4]

Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.

Kontrollen während der Behandlung

Laut Fachinformation sollten Wachstum, psychische Verfassung und Herz-Kreislauf-Zustand während der Behandlung fortlaufend überwacht werden. Außerdem sollten Behandelte darauf überwacht werden, ob Dexamfetamin zweckentfremdet, falsch angewendet oder missbraucht wird. Wer zusätzliche Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte oder blutdrucksteigernde Mittel hat, sollte bei jedem Termin auf neurologische Anzeichen untersucht werden. Wächst ein Kind nicht wie erwartet oder nimmt es nicht wie erwartet zu, muss die Behandlung möglicherweise unterbrochen werden. [4]

Kontrolluntersuchungen bei Dexamfetamin
UntersuchungWann oder warum
AppetitVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung; laut Fachinformation bei jedem Arztbesuch, festgehalten in einem Wachstumsdiagramm[1, 4]
Größe und GewichtVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung; laut Fachinformation vor Beginn und bei jedem Arztbesuch in einem Wachstumsdiagramm festgehalten[1, 4]
Blutdruck und PulsVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung; laut Fachinformation bei jeder Dosisänderung und jedem Arztbesuch, festgehalten in einer grafischen Darstellung[1, 4]
Psychische VerfassungVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung: Stimmungsschwankungen, Geisteszustand, Verhaltensänderungen oder andere ungewöhnliche emotionale Zustände und deren Verschlechterung; laut Fachinformation bei jeder Dosisänderung und jedem Arztbesuch[1, 4]
TicsVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung: schwer zu kontrollierende, sich wiederholende Zuckungen von Körperteilen oder Wiederholungen von Lauten und Wörtern; laut Fachinformation bei jeder Dosisänderung und jeder Untersuchung[1, 4]
Anzeichen am NervensystemVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung: schwere Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl, Schwäche, Lähmungen oder Probleme bei Bewegung, Sehen oder Sprechen; laut Fachinformation bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte oder weiteren Arzneimitteln, die den Blutdruck erhöhen, bei jedem Termin[1, 4]
HerzuntersuchungLaut Fachinformation vor Beginn: sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte, auch zu plötzlichem Herztod, unerwarteten Todesfällen und schweren Herzrhythmusstörungen in der Familie, und eine körperliche Untersuchung auf bestehende Herzerkrankungen. Weisen die Befunde auf eine solche Vorgeschichte oder auf eine Herzerkrankung hin, sind weitere Herzuntersuchungen bei einer Herzspezialistin oder einem Herzspezialisten nötig[4]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Mit MAO-Hemmern gegen Depressionen darf Dexamfetamin nicht eingenommen werden, auch nicht innerhalb von 14 Tagen nach deren Ende, weil der Blutdruck plötzlich ansteigen kann. Zusammen mit trizyklischen Antidepressiva kann das Risiko für Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf steigen, zusammen mit Betablockern kann es zu schwerem Bluthochdruck kommen. Lithium, Phenothiazine wie Chlorpromazin und Haloperidol können die Wirkung von Dexamfetamin abschwächen; bei gleichzeitiger Gabe von Haloperidol wurden außerdem plötzlich einsetzende Muskelverkrampfungen (akute Dystonien) beobachtet. [1, 4]

Fruchtsäfte und andere Stoffe, die den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt senken, verringern die Aufnahme von Dexamfetamin, und Mittel, die den Urin ansäuern, steigern seine Ausscheidung; beides führt laut Fachinformation zu niedrigeren Blutspiegeln und verminderter Wirksamkeit. Laut Fachinformation gibt es Berichte, dass Dexamfetamin den Abbau von Cumarinen hemmen kann, also von Mitteln, die die Blutgerinnung hemmen. Ist eine Operation geplant, sollte Dexamfetamin am Tag der Operation nicht angewendet werden, weil mit bestimmten Narkosegasen der Blutdruck plötzlich steigen kann; besprechen Sie das vorher mit der Ärztin oder dem Arzt. [1, 4]

Wechselwirkungen von Dexamfetamin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer) gegen Depressionen, auch innerhalb der letzten 14 TagePlötzliche Erhöhung des Blutdrucks[1]Nicht zusammen einnehmen
Andere Mittel gegen Depressionen, Mittel gegen schwere psychische Probleme, Mittel gegen EpilepsieDexamfetamin kann deren Wirkung beeinträchtigen oder Nebenwirkungen hervorrufen[1]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Mittel zur Senkung oder Erhöhung des BlutdrucksDexamfetamin kann deren Wirkung beeinträchtigen oder Nebenwirkungen hervorrufen[1]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Mittel zur Ansäuerung des Urins, Mittel zur Senkung oder Erhöhung des Säurewerts im Magen-Darm-BereichDexamfetamin kann deren Wirkung beeinträchtigen oder Nebenwirkungen hervorrufen[1]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Mittel gegen starke Schmerzen, Mittel gegen Blutgerinnungsstörungen, Mittel zur Entwöhnung bei AlkoholabhängigkeitDexamfetamin kann deren Wirkung beeinträchtigen oder Nebenwirkungen hervorrufen[1]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
FruchtsäfteDie Wirkung von Dexamfetamin kann abgeschwächt werden[1]Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen
AlkoholAlkohol kann die Nebenwirkungen verstärken[1]Keinen Alkohol trinken; auch manche Speisen und Arzneimittel enthalten Alkohol
Halogenierte Narkosemittel (bestimmte Narkosegase)Laut Fachinformation kann der Blutdruck während einer Operation plötzlich ansteigen[4]Bei einer geplanten Operation sollte Dexamfetamin am Tag der Operation nicht angewendet werden; besprechen Sie das vorher mit der Ärztin oder dem Arzt
Betablocker (unter anderem Mittel gegen Bluthochdruck)Laut Fachinformation kann es zu schwerem Bluthochdruck kommen, weil Dexamfetamin die Wirkung der Betablocker hemmen kann[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Trizyklische Antidepressiva (eine Gruppe von Mitteln gegen Depressionen)Laut Fachinformation kann das Risiko für Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf steigen[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Haloperidol (ein Mittel gegen Psychosen)Laut Fachinformation schwächt Haloperidol die anregende Wirkung von Dexamfetamin ab; bei gleichzeitiger Gabe wurden plötzlich einsetzende Muskelverkrampfungen (akute Dystonien) beobachtet[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Lithium, Phenothiazine (zum Beispiel Chlorpromazin), Alpha-Methyltyrosin sowie Mittel, die die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin blockieren (zum Beispiel Propranolol)Laut Fachinformation können sie die Wirkung von Dexamfetamin abschwächen[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Clonidin (ein Mittel gegen Bluthochdruck)Laut Fachinformation kann Dexamfetamin die blutdrucksenkende Wirkung von Clonidin abschwächen; zusammen mit Clonidin kann die Wirkung von Dexamfetamin länger anhalten[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Cumarine (Mittel, die die Blutgerinnung hemmen)Laut Fachinformation gibt es Berichte, dass Dexamfetamin ihren Abbau im Körper hemmen kann. Zu Beginn oder am Ende der Behandlung mit Dexamfetamin kann es nötig werden, dass die Ärztin oder der Arzt ihre Dosis neu einstellt und die Gerinnungszeit bestimmt[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Vasopressoren (Mittel, die die Blutgefäße verengen und den Blutdruck erhöhen)Laut Fachinformation kann der Blutdruck steigen; Dexamfetamin sollte zusammen mit ihnen vorsichtig angewendet werden[1, 4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation und zu Fruchtsäften unter Essen, Trinken und Psychopharmaka.

Wer Dexamfetamin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Dexamfetamin darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich mittelschwerem und schwerem Bluthochdruck, bei Erkrankungen der Hirngefäße, bei einem Glaukom, bei bestimmten psychischen Erkrankungen, bei einer früheren oder bestehenden Abhängigkeit von Drogen, Medikamenten oder Alkohol sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. [1, 4]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Dexamfetamin oder einen der sonstigen Bestandteile; bekannte oder angeborene Überempfindlichkeit (Idiosynkrasie) gegen Arzneistoffe aus der Gruppe der sympathomimetischen Amine[1]
  • Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)[1]
  • Nebennierentumor (Phäochromozytom)[1]
  • Schilddrüsenüberfunktion[1]
  • Essstörung, bei der kein Hunger verspürt oder nichts gegessen werden will, zum Beispiel Magersucht (Anorexia nervosa)[1]
  • Sehr hoher Blutdruck oder Verengung der Blutgefäße, die Schmerzen in Armen und Beinen verursachen kann; laut Fachinformation auch mittelschwerer Bluthochdruck[1, 4]
  • Herzprobleme, auch früher: Herzinfarkt, unregelmäßiger Herzschlag, Schmerzen oder Beschwerden im Brustbereich, Herzschwäche, eine Herzkrankheit oder eine angeborene Herzerkrankung; laut Fachinformation auch Erkrankungen durch gestörte Ionenkanäle (Kanalopathien)[1, 4]
  • Probleme mit den Blutgefäßen im Gehirn, auch früher: Schlaganfall, Ausweitung und Schwächung eines Teils eines Blutgefäßes (Aneurysma), verengte oder verstopfte Blutgefäße oder Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)[1]
  • Erbliche Stoffwechselkrankheit Porphyrie[1]
  • Einnahme eines Monoaminoxidasehemmers (MAO-Hemmer) gegen Depressionen derzeit oder in den letzten 2 Wochen[1]
  • Schwer zu kontrollierende ruckartige Zuckungen von Körperteilen, Wiederholen von Lauten und Wörtern oder andere Bewegungsstörungen (Tourette-Syndrom oder Dystonien)[1]
  • Psychiatrische Erkrankungen wie psychopathische Probleme oder eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, unnormale Gedanken oder Vorstellungen oder Schizophrenie sowie Anzeichen einer ernsthaften Stimmungsproblematik wie Suizidneigungen, schwere Depression oder Manie[1]
  • Abhängigkeit von Drogen, Medikamenten oder Alkohol, auch früher[1]
  • Schwangerschaft, Kinderwunsch oder Stillzeit[1]
  • Laut Fachinformation: schwere, in Episoden verlaufende bipolare Störung (Typ I, Wechsel zwischen manischer Hochstimmung und Depression), die nicht gut kontrolliert ist, auch in der Vorgeschichte[4]

Besondere Vorsicht bei

  • Leber- oder Nierenprobleme[1]
  • Krampfanfälle (Epilepsie) oder ein anormales EEG, auch früher[1]
  • Hoher Blutdruck oder andere Herzprobleme als die unter den Gegenanzeigen genannten[1]
  • Andere psychiatrische Erkrankungen: Stimmungswechsel zwischen manischer Hochstimmung und Depression (bipolare Störung), beginnende oder zunehmende Aggressivität oder Feindseligkeit, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Erregung, Ängstlichkeit oder Anspannung. Dexamfetamin kann diese Probleme verschlimmern; die Ärztin oder der Arzt überwacht die Wirkung[1]
  • Abhängigkeit: Eine Langzeitanwendung kann möglicherweise zu einer Abhängigkeit führen. Laut Fachinformation haben Amfetamine ein hohes Risiko für Missbrauch, und eine Langzeitanwendung muss vermieden werden. Eine Einnahme, die nicht der Verordnung entspricht, kann zu unnormalem Verhalten führen und auf eine Abhängigkeit hindeuten. Teilen Sie der Ärztin oder dem Arzt mit, wenn es jemals einen Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Drogen gab[1, 4]
  • Dexamfetamin kann bei Tests auf Drogengebrauch ein positives Ergebnis ergeben und Laborergebnisse beeinflussen[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Isomalt. Laut Fachinformation sollten Menschen mit erblicher (angeborener) Fruktoseintoleranz die Tabletten nicht einnehmen; bei anderen Zuckerunverträglichkeiten nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1, 4]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Laut Fachinformation dürfen Behandelte keinen Alkohol zu sich nehmen, weil er die Nebenwirkungen am Nervensystem verstärken kann. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol. [4]

Bei Schwindel, Problemen beim Scharfsehen oder verschwommenem Sehen können laut Packungsbeilage Tätigkeiten wie Autofahren oder Radfahren gefährlich sein. Die Fachinformation rät beim Führen von Fahrzeugen, beim Bedienen von Maschinen und bei anderen möglicherweise gefährlichen Tätigkeiten zur Vorsicht. [1, 4]

Laut Packungsbeilage kann Dexamfetamin bei Tests auf Drogengebrauch ein positives Ergebnis ergeben, und die Fachinformation weist darauf hin, dass es zu einem positiven Laborwert für Amfetamine führen kann. [1, 4] Amfetamin steht in der Anlage zu § 24a StVG. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG greift nach ihrem Wortlaut, wenn die Substanz "aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt". [11, 12] Unabhängig davon macht sich nach § 316 StGB strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [13] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Laut Fachinformation darf Dexamfetamin in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, in der Schwangerschaft insbesondere nicht im ersten Drittel; es tritt in die Muttermilch über. Die Gründe aus der Packungsbeilage stehen in der Übersicht unten. Kann Ihre Tochter während der Behandlung schwanger werden, muss eine wirksame Empfängnisverhütung angewendet werden; informieren Sie die Ärztin oder den Arzt, wenn eine Schwangerschaft besteht, vermutet oder geplant wird. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 4]

Dexamfetamin steht ohne Ausnahme für bestimmte Zubereitungen in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, der Liste der verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel. Betäubungsmittel dürfen nur auf einem dreiteiligen amtlichen Formblatt verschrieben werden, dem Betäubungsmittelrezept; die Teile I und II sind zur Vorlage in der Apotheke bestimmt. Laut Packungsbeilage ist das Arzneimittel nur für die Person bestimmt, der es verschrieben wurde; geben Sie es an niemanden weiter, auch wenn die Beschwerden ähnlich erscheinen. Mehr zum Rezept unter Kosten und Rezept. [1, 2, 3]

Für die Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen nennt die Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA, Anlage III Nr. 44) bei Stimulanzien eigene Bedingungen. Bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen mit ADHS ist die Verordnung im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie möglich, wenn sich andere Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben; verordnen dürfen nur Spezialistinnen und Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, und angewendet wird unter deren Aufsicht. In Ausnahmefällen dürfen Hausärztinnen und Hausärzte Folgeverordnungen ausstellen, wenn die Aufsicht durch eine Spezialistin oder einen Spezialisten gewährleistet ist. Der Einsatz ist im Verlauf besonders zu dokumentieren, vor allem eine Dauertherapie über 12 Monate und die Beurteilung der behandlungsfreien Zeitabschnitte, die mindestens einmal jährlich erfolgen sollte. Mehr unter Wer verschreibt Psychopharmaka? [16]

Für Bürgerinnen und Bürger der Schengen-Staaten nennt das BfArM beim Mitführen ärztlich verschriebener Betäubungsmittel auf Reisen von bis zu 30 Tagen in Staaten des Schengener Abkommens eine Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens als Voraussetzung. Sie wird von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ausgefüllt, muss vor Reiseantritt von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt werden und gilt höchstens 30 Tage; für jedes Betäubungsmittel ist eine eigene Bescheinigung erforderlich. Außerhalb des Schengen-Raums sind die Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziel- oder Transitlandes zu beachten. Mehr unter Reisen mit Psychopharmaka. [14]

Amfetamine haben laut Fachinformation ein hohes Risiko für Missbrauch. Chronischer Missbrauch von Dexamfetamin kann zu Gewöhnung (Toleranz), einer sehr schweren psychischen Abhängigkeit und schweren sozialen Folgen führen. Eine Einnahme, die nicht der Verordnung entspricht, kann laut Packungsbeilage zu unnormalem Verhalten führen und darauf hindeuten, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 4]

Schwangerschaft

Dexamfetamin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Daten zur Anwendung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zeigen kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen, das Risiko für eine Präeklampsie (eine Erkrankung mit Bluthochdruck und Eiweiß im Urin, normalerweise nach der 20. Schwangerschaftswoche) und für eine Frühgeburt ist jedoch möglicherweise erhöht. Neugeborene, die in der Schwangerschaft Amfetamin ausgesetzt waren, zeigen möglicherweise Entzugssymptome wie Verhaltensänderungen mit übermäßigem Weinen, Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit und ausgeprägter Erschöpfung.[1]

Wenn eine Schwangerschaft während der Behandlung möglich ist, muss eine wirksame Empfängnisverhütung angewendet werden. Informieren Sie die Ärztin oder den Arzt, wenn Sie oder Ihre Tochter schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Stillende Mütter sollten Dexamfetamin nicht einnehmen. Hält die Ärztin oder der Arzt die Behandlung für erforderlich, muss abgestillt werden.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Einnahme darf kein Alkohol getrunken werden: Alkohol kann die Nebenwirkungen verstärken. Denken Sie daran, dass manche Speisen und andere Arzneimittel Alkohol enthalten können.[1]

Autofahren und Maschinen

Unter Dexamfetamin kann es zu Schwindel, Problemen beim Scharfsehen oder verschwommenem Sehen kommen. Dann können bestimmte Tätigkeiten gefährlich sein, zum Beispiel Autofahren, das Bedienen von Maschinen, Fahrradfahren, Reiten oder auf Bäume klettern.[1]

Anwendung

Tabletten mit ausreichend Wasser schlucken (zum Beispiel einem Glas Wasser), zu oder direkt nach einer Mahlzeit und jeden Tag zur gleichen Zeit. Zusammen mit Fruchtsäften kann die Wirkung abgeschwächt sein. Falls erforderlich, lässt sich die Tablette an der kleeblattförmigen Bruchkerbe in 4 gleiche Teile teilen.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern bis zur nächsten regulären Einnahme warten.[1]

Das Arzneimittel ist nur für die Person bestimmt, der es verschrieben wurde; geben Sie es nie an andere weiter, auch wenn deren Beschwerden ähnlich erscheinen.[1]

Absetzen

Sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt, bevor die Einnahme beendet wird. Bei plötzlichem Abbruch können die ADHS-Beschwerden wiederkehren oder unerwünschte Wirkungen auftreten, etwa starke Müdigkeit, vermehrtes Essen oder Depressionen. Vor dem Ende der Behandlung verringert die Ärztin oder der Arzt die tägliche Dosis schrittweise und beobachtet sorgfältig.[1]

Nach starker und längerfristiger Anwendung können Absetzen oder eine plötzliche Dosisverringerung zu Entzugssymptomen führen: bedrückte und missmutige Stimmung, Abgeschlagenheit, lebhafte und unangenehme Träume, Schlaflosigkeit oder Tagesschläfrigkeit, Appetitzunahme, seelisch-körperliche Verlangsamung und körperliche Unruhe, Verlust der Lebensfreude und Verlangen nach dem Arzneimittel.[1]

Überdosierung

Anzeichen einer Überdosierung können sein: Fieber, erweiterte Pupillen, gesteigerte Reflexe, Brustschmerz, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Verwirrung, Panikzustände, aggressives Verhalten, Halluzinationen, Krämpfe, verlangsamte Atmung, Koma und Kreislaufkollaps. Verständigen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf und sagen Sie, was eingenommen wurde.[1]

Einnahme und Absetzen

Was bei einer vergessenen Einnahme gilt und wie sich die Tablette teilen lässt, steht in der Übersicht zum Alltag. Sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt, bevor die Einnahme beendet wird. Bei einem plötzlichen Abbruch können laut Packungsbeilage die ADHS-Beschwerden wiederkehren oder unerwünschte Wirkungen auftreten, etwa starke Müdigkeit, vermehrtes Essen oder Depressionen. [1]

Vor dem Ende der Behandlung verringert die Ärztin oder der Arzt die tägliche Dosis schrittweise und beobachtet sorgfältig. Laut Fachinformation sind beim Absetzen eine schrittweise Verringerung der Dosis und eine sorgfältige Überwachung erforderlich, und einige brauchen möglicherweise Nachuntersuchungen über einen längeren Zeitraum. Ein abruptes Absetzen nach längerer Einnahme kann zu extremer Müdigkeit, vermehrter Nahrungsaufnahme, Depression und möglichen Veränderungen im Schlaf-EEG führen. [1, 4]

Nach starker und längerer Anwendung können das Absetzen oder eine plötzliche Verringerung der Dosis laut Packungsbeilage zu Entzugssymptomen führen: bedrückte und missmutige Stimmung, Abgeschlagenheit, lebhafte und unangenehme Träume, Schlaflosigkeit oder Tagesschläfrigkeit, mehr Appetit, seelisch-körperliche Verlangsamung und körperliche Unruhe, Verlust der Lebensfreude und Verlangen nach dem Arzneimittel. Wird die Stimmung nach dem Absetzen sehr gedrückt, sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt; Hilfe in einer Krise steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka absetzen. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die übliche Anfangsdosis und die tägliche Höchstdosis; die Dosis wird nach Bedarf schrittweise erhöht. Ihre Dosis bzw. die Ihres Kindes legt die Ärztin oder der Arzt fest. [1]

Präparate mit Dexamfetamin

Präparate mit Dexamfetamin
PräparatAnbieterHinweis
AttentinMEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KGTabletten 5 mg, 10 mg und 20 mg, Betäubungsmittel; Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage der Tabletten zu 10 mg und 20 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Attentin 10 mg / 20 mg Tabletten. MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Stand 08/2024. abgerufen am 22.10.2026
  2. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Dexamfetamin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV), § 8 Betäubungsmittelrezept. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 14.02.2025. abgerufen am 22.10.2026
  4. Fachinformation Attentin 10 mg/20 mg Tablette. MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Stand 08/2024. abgerufen am 22.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Behörde Reisen mit Betäubungsmitteln. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesopiumstelle. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Lisdexamfetamin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 23.10.2026
  10. Behörde Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III: Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse (Nr. 44 Stimulantien). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand letzte Änderung in Kraft getreten am 03.10.2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Dexamfetamin und Lisdexamfetamin?

Lisdexamfetamin ist laut seiner Fachinformation eine unwirksame Vorstufe, aus der im Körper Dexamfetamin entsteht; Dexamfetamin ist für die Wirkung verantwortlich. Die Zulassungen unterscheiden sich: Dexamfetamin ist nur für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren zugelassen, wenn Methylphenidat nicht ausreichend gewirkt hat. Lisdexamfetamin ist bei Kindern ab 6 Jahren unter derselben Voraussetzung zugelassen und außerdem bei Erwachsenen mit schon in der Kindheit bestehenden ADHS-Beschwerden. Welches Mittel in Frage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Wie lange wirkt Dexamfetamin?

Wie lange die Wirkung anhält, gibt die Packungsbeilage nicht an. Laut Fachinformation lag die Halbwertszeit bei gesunden Probanden nach Einnahme einer Tablette im Mittel bei 10 Stunden. Wann am Tag Dexamfetamin eingenommen wird, sollte sich nach dem Verlauf der Beschwerden über den Tag richten; das legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Gibt es Dexamfetamin für Erwachsene?

Nein. Für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS ist Dexamfetamin laut Fachinformation nicht zugelassen, Sicherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen. Bei älteren Menschen darf es nicht angewendet werden. Mehr zur ADHS im Erwachsenenalter unter ADHS bei Erwachsenen.

Darf man mit Dexamfetamin Alkohol trinken?

Nein. Laut Packungsbeilage darf während der Einnahme kein Alkohol getrunken werden, weil Alkohol die Nebenwirkungen verstärken kann. Denken Sie daran, dass auch manche Speisen und andere Arzneimittel Alkohol enthalten können.

Macht Dexamfetamin abhängig?

Das ist möglich. Amfetamine haben laut Fachinformation ein hohes Risiko für Missbrauch; eine Langzeitanwendung kann möglicherweise zu einer Abhängigkeit führen und muss laut Fachinformation vermieden werden, die Packungsbeilage schreibt, sie sollte vermieden werden. Bei einer früheren oder bestehenden Abhängigkeit von Drogen, Medikamenten oder Alkohol darf Dexamfetamin nicht eingenommen werden. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig?

Kann Dexamfetamin einen Drogentest positiv machen?

Ja, das ist möglich. Laut Packungsbeilage kann Dexamfetamin bei Tests auf Drogengebrauch ein positives Ergebnis ergeben, und laut Fachinformation kann es zu einem positiven Laborwert für Amfetamine führen, insbesondere bei Immunoassay-Methoden. Was das im Straßenverkehr bedeutet, steht im Abschnitt Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft.

Wie wird Dexamfetamin abgesetzt?

Nur gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Bei einem plötzlichen Abbruch können laut Packungsbeilage die ADHS-Beschwerden wiederkehren oder unerwünschte Wirkungen wie starke Müdigkeit, vermehrtes Essen oder Depressionen auftreten. Vor dem Ende der Behandlung verringert die Ärztin oder der Arzt die tägliche Dosis schrittweise und beobachtet sorgfältig.

Wie hoch ist die Dosis von Dexamfetamin?

Ihre Dosis bzw. die Dosis Ihres Kindes legt die Ärztin oder der Arzt fest. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die nach Bedarf schrittweise erhöht wird. Was die Packungsbeilage als übliche Anfangsdosis und tägliche Höchstdosis nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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