MedikamenteWirkstoff

Clomipramin

Clomipramin ist ein verschreibungspflichtiges trizyklisches Antidepressivum. Zugelassen ist es bei Depressionen, Zwangsstörungen, Phobien und Panikstörungen, zur langfristigen Schmerzbehandlung und bei Beschwerden einer Narkolepsie wie dem plötzlichen Verlust der Muskelspannung (Kataplexie); bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Anafranil. Müdigkeit, Mundtrockenheit und Gewichtszunahme gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, und bei Gedanken, sich selbst zu verletzen, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Mitte dreißig stellt am Morgen frische Blumen in eine Vase auf dem hellen Küchentisch
Bild: KI-generiert

Wofür wird Clomipramin eingesetzt?

Clomipramin ist zugelassen zur Behandlung von depressiven Erkrankungen, von Zwangsstörungen, Phobien und Panikstörungen sowie zur langfristigen Schmerzbehandlung im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts. Außerdem ist es zugelassen bei Schlaflähmung, bei plötzlichem Verlust der Muskelspannung (Kataplexie) und bei Halluzinationen während zwanghafter Schlafanfälle am Tag (hypnagoge Halluzinationen bei Narkolepsie). Angewendet wird Clomipramin bei Erwachsenen. [1, 2]

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht mit Clomipramin behandelt werden, weil Wirksamkeit und Sicherheit bei ihnen nicht nachgewiesen werden konnten; in Studien zur Behandlung von Depressionen zeigten trizyklische Antidepressiva in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen. [1, 2]

Wenn bei einer Zwangsstörung eine medikamentöse Behandlung angezeigt ist, sollen laut S3-Leitlinie Zwangsstörungen (2022) SSRI angeboten werden; Clomipramin soll wegen seiner Nebenwirkungen nicht als erste Wahl eingesetzt werden. Sind Behandlungsversuche mit zwei oder mehr verschiedenen SSRI in ausreichender Dauer und Dosis ohne Wirkung geblieben, kann eine Behandlung mit Clomipramin erfolgen. Besteht die Wahl zwischen Medikamenten (SSRI oder Clomipramin) und einer Verhaltenstherapie mit Exposition, sollte laut Leitlinie die Verhaltenstherapie bevorzugt werden. Eine Behandlung mit SSRI oder Clomipramin soll mit einer kognitiven Verhaltenstherapie mit Exposition kombiniert werden. Mehr dazu unter Psychotherapie und Medikamente. [12]

Bei einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie (laut Leitlinie die Angst vor Orten, an denen bei einer Panikattacke eine Flucht schwer möglich wäre oder peinliches Aufsehen erregen würde) sollte Clomipramin laut S3-Leitlinie Angststörungen (Version 2, 2021) angeboten werden, wenn SSRI oder der SNRI Venlafaxin nicht wirksam waren oder nicht vertragen wurden. [13]

Wie wirkt Clomipramin?

Nervenzellen geben Signale über Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin weiter. Clomipramin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva und hemmt sehr stark, dass Nervenzellen Serotonin wieder aufnehmen, weniger stark die Wiederaufnahme von Noradrenalin. Sein wichtigstes Abbauprodukt Desmethylclomipramin wirkt ebenfalls und hemmt die Aufnahme von Noradrenalin dagegen mehr als die von Serotonin. Außerdem blockiert Clomipramin Andockstellen (Rezeptoren) für Acetylcholin, Histamin, Adrenalin und Noradrenalin (Alpha-Adrenozeptoren) sowie für Serotonin. [2]

Laut Fachinformation hat Clomipramin nur eine geringe beruhigende (sedierende) Wirkkomponente und wirkt außerdem schmerzhemmend (antinozizeptiv). Einen Überblick über alle Gruppen gibt die Seite Antidepressiva, die Grundlagen erklärt Wie wirken Antidepressiva? [2]

Bei der Retardtablette ist der höchste Blutspiegel nach etwa 5 bis 8 Stunden erreicht, ein gleichbleibender Spiegel im Durchschnitt nach 7 Tagen. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt im Durchschnitt 21 Stunden (12 bis 36 Stunden), die von Desmethylclomipramin im Mittel 36 Stunden. Clomipramin wird nahezu vollständig abgebaut, unter anderem über die Enzyme CYP3A4, CYP2C19, CYP1A2 und CYP2D6, und zu etwa zwei Dritteln über die Nieren und zu einem Drittel mit dem Stuhl ausgeschieden. Ältere Menschen benötigen wegen einer verminderten Ausscheidung aus dem Blut niedrigere Dosen als Erwachsene mittleren Alters. Bei Rauchenden war der Spiegel im Blut halb so hoch wie bei Nichtrauchenden. [1, 2]

Wann wirkt Clomipramin und wie lange wird behandelt?

Die beruhigende Wirkung setzt laut Fachinformation meist unmittelbar in den ersten Tagen ein, die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zum Nachlassen der Krankheitszeichen beträgt im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen. [2]

Die Leitlinien nennen je nach Erkrankung eigene Zeiträume. Bei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Beschwerden im Sinne der vereinbarten Ziele bessern. Bei einer Panikstörung sollte laut S3-Leitlinie Angststörungen darauf hingewiesen werden, dass die Wirkung von Antidepressiva mit einer Verzögerung von etwa 2 Wochen einsetzt, im Bereich von 1 bis 6 Wochen. Bei einer Zwangsstörung sollte die Behandlung mit SSRI oder Clomipramin laut S3-Leitlinie Zwangsstörungen mindestens 12 Wochen dauern. Mehr dazu unter Wann wirken Psychopharmaka? [11, 12, 13]

Über die Dauer der Behandlung entscheidet laut Fachinformation die Ärztin oder der Arzt individuell. Nach deutlicher Besserung sollte die Behandlung über mehrere Wochen bis Monate mit einer Erhaltungsdosis weitergeführt werden; bei sogenannten endogenen Depressionen soll sie nach Rückbildung der Beschwerden eventuell mit verringerter Dosis für 4 bis 6 Monate fortgesetzt werden. Nach der NVL von 2023 soll für Antidepressiva allgemein empfohlen werden, sie 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode hinaus in gleicher Dosis einzunehmen. Wer 2 bis 3 oder mehr depressive Episoden und in den letzten 5 Jahren bedeutsame Einschränkungen im Alltag hatte, dem sollte laut NVL empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat. Diese Empfehlungen gelten für Antidepressiva allgemein; die Fachinformation von Clomipramin nennt die Rückfallvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet. Mehr dazu unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2, 11]

  1. BeginnDie Dosis wird zu Beginn schrittweise gesteigert. Bei vielen Menschen mit Angststörungen verstärken sich die Angstzustände zu Beginn, besonders in den ersten Tagen; das klingt im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab. Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, können bei der ersten Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein. Die Fahrtüchtigkeit kann besonders in den ersten Tagen beeinträchtigt sein.[1, 2]
  2. Erste WirkungDie beruhigende Wirkung setzt meist in den ersten Tagen ein, die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zum Nachlassen der Krankheitserscheinungen beträgt laut Fachinformation im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen.[2]
  3. ErhaltungÜber die Dauer der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt individuell. Nach deutlicher Besserung sollte die Behandlung über mehrere Wochen bis Monate mit einer Erhaltungsdosis weitergeführt werden; bei endogenen Depressionen soll sie nach Rückbildung der Beschwerden laut Fachinformation eventuell mit verringerter Dosis 4 bis 6 Monate fortgesetzt werden.[1, 2]
  4. AbsetzenDie Beendigung der Behandlung ist durch langsame Verringerung der Dosis vorzunehmen; ein plötzliches Absetzen einer längerfristigen, hochdosierten Behandlung sollte wegen Absetzbeschwerden vermieden werden.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Zu Beginn der Behandlung verstärken sich laut Fachinformation bei vielen Menschen mit Angststörungen die Ängste, besonders in den ersten Tagen; das klingt im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab. Ältere Menschen reagieren besonders empfindlich auf anticholinerge Wirkungen und auf Wirkungen an Nerven, Psyche, Herz und Kreislauf; bei ihnen können auch unter üblichen Dosen erhöhte Spiegel im Blut entstehen. [1, 2]

Bei einer Langzeitbehandlung mit Antidepressiva wurden gehäuft Karies und Veränderungen der Mundschleimhaut beobachtet, deshalb sollte der Zahnstatus regelmäßig überwacht werden. In epidemiologischen Studien vor allem mit Menschen ab 50 Jahren hatten Behandelte unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Eine Gewichtszunahme und sexuelle Funktionsstörungen mit Störungen von Lust und Potenz gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. [1, 2]

Bei der Behandlung einer Zwangsstörung mit Clomipramin sollte laut S3-Leitlinie Zwangsstörungen unter anderem auf Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwindel, Blutdruckabfall mit Kreislaufbeschwerden und Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme, sexuelle Funktionsstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, einen Natriummangel vor allem bei älteren Menschen, eine erhebliche Zunahme von Unruhe und Angst, Suizidgedanken, eine Blutungsneigung besonders zusammen mit gerinnungshemmenden Mitteln einschließlich nichtsteroidaler Antirheumatika und auf Absetzschwierigkeiten nach längerer Einnahme geachtet werden. Auf diese möglichen Nebenwirkungen sollen Patientinnen und Patienten zu Beginn hingewiesen werden. [12]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Beim Natriummangel steht in der Übersicht "nicht genannt": Fach- und Gebrauchsinformation führen sehr selten das SIADH auf, nach der S3-Leitlinie Zwangsstörungen eine vermehrte Bildung oder Wirkung des antidiuretischen Hormons ADH; die Leitlinie nennt in diesem Zusammenhang einen Natriummangel vor allem bei älteren Menschen. In der Übersicht steht bei "Bewegungsstörungen" die Angabe für Akathisie und Dyskinesien (selten); die Bewegungsstörung Ataxie führen Fach- und Gebrauchsinformation als gelegentlich auf. [1, 2, 12]

Die folgende Liste nennt die Nebenwirkungen aus Fach- und Gebrauchsinformation nach Häufigkeit; was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, Unruhe und Akathisie, Herz und QT-Zeit, Blutbild und Absetzsymptome.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HormonsystemGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • HormonsystemSexuelle Funktionsstörungen (Störung von Libido und Potenz)[1, 2]Mehr dazu: ErektionsstörungenVeränderte Lust auf Sex
  • PsycheBenommenheit, Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • PsycheInnere Unruhe[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheAppetitsteigerung[1, 2]
  • NervensystemSchwindel, Zittern, Kopfschmerzen[1, 2]
  • NervensystemMuskelkrämpfe (Myoklonien)[1, 2]
  • AugenVerschwommenes Sehen, Störungen der Scharfeinstellung des Auges (Akkommodationsstörungen)[1, 2]
  • Magen und DarmMundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit[1, 2]
  • HautSchwitzen[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Nieren und HarnwegeHarnentleerungsstörungen (Miktionsstörungen)[1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HormonsystemMilchabsonderung aus der Brustdrüse bei Frauen (Galaktorrhö), Brustdrüsenvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • PsycheVerwirrtheitszustände, Desorientiertheit[1, 2]
  • PsycheHalluzinationen, insbesondere bei älteren Patienten oder Menschen mit Parkinson-Krankheit[1, 2]
  • PsycheAngstzustände, Erregung[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheSchlafstörungen, Schlaflosigkeit, Albträume[1, 2]
  • PsycheMehr oder weniger schwere Erregungszustände (Hypomanie oder Manie)[1, 2]
  • PsycheAggressivität[1, 2]
  • PsycheGedächtnis- und Konzentrationsstörungen[1, 2]
  • PsychePersönlichkeitsstörungen[1, 2]
  • PsycheVerstärkte Depression[1, 2]
  • PsycheGähnen[1, 2]
  • NervensystemVerwirrtheits- und Erregungszustände (Delir)[1, 2]
  • NervensystemSprachstörungen[1, 2]
  • NervensystemMissempfindungen wie Taubheitsgefühl und Kribbeln (Parästhesien)[1, 2]
  • NervensystemMuskelschwäche[1, 2]
  • NervensystemErhöhte Muskelspannung (Muskelhypertonie)[2]
  • NervensystemGeschmacksstörungen[1, 2]
  • NervensystemBlutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Dysregulation)[1, 2]
  • AugenPupillenerweiterung (Mydriasis)[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]
  • HerzSchnelle Herzschlagfolge (Sinustachykardien), Herzstolpern (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • HerzEKG-Veränderungen ohne Krankheitswert bei Herzgesunden (zum Beispiel ST- und T-Veränderungen)[1, 2]
  • Magen und DarmErbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall[1, 2]
  • Magen und DarmAppetitlosigkeit (Anorexie)[1, 2]
  • Leber und GalleAnstieg der Leberenzymaktivitäten (meist Transaminasen)[1, 2]
  • HautAllergische Hautreaktionen (Ausschlag, Nesselsucht), Lichtempfindlichkeit, Juckreiz[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenBeim plötzlichen Absetzen der Behandlung oder bei Dosisverringerung: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität und Angstgefühl[1, 2]Mehr dazu: Absetzsymptome

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • PsycheAktivierung psychotischer Symptome[1, 2]
  • PsycheDepersonalisation[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]
  • NervensystemBewegungsstörungen (Ataxie)[1, 2]
  • HerzHerzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzBlutdrucksteigerung[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenDurstgefühl[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerringerung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Erhöhung der eosinophilen Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemHautblutungen (Purpura)[1, 2]
  • ImmunsystemEntzündung der Lunge durch eine allergische Reaktion (allergische Alveolitis) mit oder ohne Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen) mit Blutdruckabfall[1, 2]
  • HormonsystemSIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion oder Schwartz-Bartter-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • NervensystemEEG-Veränderungen[1, 2]
  • NervensystemHohes Fieber (Hyperpyrexie)[1, 2]
  • NervensystemErkrankungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien)[1, 2]
  • AugenGrüner Star (Glaukom)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeHarnsperre[1, 2]
  • HerzReizleitungsstörungen (zum Beispiel QRS-Verbreiterung, Verlängerung des QT-Intervalls, PQ-Veränderungen, Schenkelblock, Torsade de pointes), besonders bei niedrigem Kaliumgehalt im Blut[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleLeberentzündung mit oder ohne Gelbsucht[1, 2]
  • HautWassereinlagerungen ins Gewebe (lokale oder generalisierte Ödeme)[1, 2]
  • HautHaarausfall[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Geschlechtsorgane und BrustMenstruationsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • HerzSchädigung des Herzmuskels (Kardiomyopathie)[1, 2]
  • HerzVerminderte Herzleistung (Herzinsuffizienz)[1, 2]
  • PsycheSuizidale Gedanken, suizidales Verhalten; Fälle wurden während der Behandlung mit Clomipramin oder kurz nach ihrem Ende berichtet[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wer depressiv ist oder unter einer Angststörung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Bei der ersten Anwendung von Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger. Wahrscheinlicher ist das, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Auch andere psychiatrische Erkrankungen, für die Clomipramin verschrieben wird, können laut Fachinformation mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1, 2]

Laut Packungsbeilage kann es helfen, einem Freund oder Verwandten von der Depression oder Angststörung zu erzählen und ihn zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn er den Eindruck hat, dass sich Ihre Beschwerden verschlimmern, oder wenn er sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten macht. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte fünfzig mit grauem Bart unterhält sich am Nachmittag auf einer Terrasse bei einer Tasse Kaffee mit einer Freundin
Bild: KI-generiert

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden, auch wenn Nebenwirkungen der Grund sind; so steht es in der Packungsbeilage. Bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, auch solche wie sexuelle Funktionsstörungen, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen. [1, 11]

Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:

  • Neigen Sie zu Verstopfung, sagen Sie es in der Praxis: Clomipramin kann besonders bei älteren und bettlägerigen Menschen eine Darmlähmung auslösen. [1, 2]
  • Wer Kontaktlinsen trägt, sollte wissen, dass weniger Tränenflüssigkeit und zäher Schleim die Hornhaut schädigen können. [1, 2]
  • Vor einer Operation sollte die Narkoseärztin oder der Narkosearzt von der Behandlung wissen, weil wenig darüber bekannt ist, wie Clomipramin mit Mitteln zur örtlichen Betäubung oder Narkosemitteln zusammenwirkt. [1, 2]
  • Nasentropfen mit gefäßverengenden Wirkstoffen (Sympathomimetika) können zusammen mit Clomipramin stärker auf Herz und Kreislauf wirken; sagen Sie in Praxis und Apotheke, dass Sie Clomipramin nehmen. [1, 2]

Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch können Sie Beschwerden und Stimmung festhalten und zum Termin mitnehmen; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung.

Kontrollen während der Behandlung

Vor Beginn der Behandlung muss laut Packungsbeilage der Blutdruck gemessen werden, und ein bestehender Kaliummangel muss vorher behandelt werden, weil er das Risiko für eine verlängerte QT-Zeit und für Herzrhythmusstörungen vom Typ Torsade de pointes erhöht. Das Blutbild sollte während der Behandlung kontrolliert werden, besonders bei Fieber und grippalen Infekten. Bei einer Depression nennt die NVL für trizyklische Antidepressiva außerdem Untersuchungen vor Beginn, in den ersten sechs Monaten und danach vierteljährlich oder halbjährlich, darunter Blutbild, Nierenwerte, Leberenzyme, Blutsalze, EKG, Blutdruck, Puls und Körpergewicht; die Abstände sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [1, 2, 11]

Kontrolluntersuchungen bei Clomipramin
UntersuchungWann oder warum
BlutdruckVor Beginn der Behandlung messen; bei niedrigem Blutdruck, Blutdruckabfall beim Aufstehen oder labilem Kreislauf auch Kontrollen während der Behandlung[1, 2]
EKGEngmaschig bei vorbestehendem AV-Block I. Grades oder anderen Erregungsleitungsstörungen, vor allem Linksschenkelblock[1, 2]
Kalium im BlutEin bestehender Kaliummangel (Hypokaliämie) muss vor Beginn der Behandlung behandelt werden[1, 2]
BlutbildWährend der Behandlung, besonders bei Fieber und grippalen Infekten, über die gesamte Dauer der Behandlung[1, 2]
LeberenzymeRegelmäßig bei Lebererkrankungen[1, 2]
ZahnstatusRegelmäßig bei Langzeitbehandlung[1, 2]
BlutgerinnungVerstärkte Überwachung bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern zum Einnehmen[1, 2]
Engmaschige Beobachtung auf Verschlechterung, Suizidgedanken, suizidales Verhalten und ungewöhnliche VerhaltensänderungenBis zum Eintritt einer Besserung, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Nicht gleichzeitig mit Clomipramin angewendet werden dürfen laut Packungsbeilage MAO-Hemmer, darunter Moclobemid, und die Mittel gegen Herzrhythmusstörungen Chinidin, Propafenon und Amiodaron. Zusammen mit SSRI wie Sertralin oder Fluvoxamin, mit SNRI, anderen trizyklischen Antidepressiva oder Lithium kann ein Serotonin-Syndrom auftreten; SSRI können außerdem den Spiegel von Clomipramin erhöhen, unter Fluvoxamin stieg er deutlich an. Auch zusammen mit Buprenorphin ist das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöht. [1, 2]

Wechselwirkungen von Clomipramin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-HemmerOhne ausreichenden Abstand schwerwiegende unerwünschte Wirkungen möglich, unter anderem Überaktivität, Hochdruckkrisen, hohes Fieber, Spastizität, Krämpfe, Muskelzuckungen, Delirien und Koma[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden; nach einem MAO-Hemmer mindestens 14 Tage Abstand bis zum Beginn mit Clomipramin, ebenso in umgekehrter Reihenfolge; danach vorsichtiger Beginn mit langsamer Dosissteigerung. Nach dem reversiblen MAO-A-Hemmer Moclobemid kann Clomipramin laut Packungsbeilage möglicherweise schon nach 24 Stunden gegeben werden, umgekehrt gilt der Abstand von 2 Wochen
MoclobemidGleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert (Moclobemid hemmt stark das Enzym CYP2D6)[1, 2]Nicht zusammen anwenden
Antiarrhythmika Chinidin, Propafenon, AmiodaronDie Wirkungen von Amiodaron (Antiarrhythmikum vom Typ III) können verstärkt werden; Chinidin und Propafenon hemmen stark das Enzym CYP2D6, über das Clomipramin abgebaut wird[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden
BuprenorphinErhöhtes Risiko eines potenziell lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms[1, 2]Nur mit Vorsicht; bei Beschwerden wie Muskelzuckungen, Aufgeregtheit, Schwitzen oder Fieber über 38 °C die Ärztin oder den Arzt aufsuchen
SSRI (zum Beispiel Fluoxetin, Citalopram, Paroxetin, Sertralin, Fluvoxamin), SNRI, andere trizyklische Antidepressiva, LithiumSerotonin-Syndrom möglich, mit Beschwerden wie hohem Fieber, Muskelkrämpfen, gesteigerter körperlicher Erregbarkeit, Krampfanfällen, Delirium und Koma; SSRI können außerdem den Clomipramin-Spiegel erhöhen, unter Fluvoxamin stieg er deutlich an[1, 2]Vorher ärztlich besprechen; die Clomipramin-Dosis ist gegebenenfalls zu verringern, Dosissteigerungen nur mit besonderer Vorsicht; vor und nach einer Behandlung mit Fluoxetin wird eine Auswaschphase von 2 bis 3 Wochen empfohlen
Mittel, die das QTc-Intervall verlängern können, sowie Entwässerungsmittel (Diuretika, Risiko für niedriges Kalium)Erhöhtes Risiko für QTc-Verlängerung und Torsade de pointes[1, 2]Nicht gleichzeitig mit QTc-verlängernden Mitteln; Kaliummangel vor Beginn behandeln
Blutdrucksenker Guanethidin, Betanidin, Reserpin, Clonidin, Alpha-MethyldopaDeren blutdrucksenkende Wirkung kann vermindert oder aufgehoben werden; unter Clonidin ist ein Wiederanstieg des Blutdrucks möglich[1, 2]Laut Packungsbeilage sollten Blutdrucksenker mit anderem Wirkprinzip verwendet werden; ärztlich besprechen
Anticholinerg wirkende Mittel wie Phenothiazine, Mittel gegen Parkinson, Antihistaminika, Atropin, BiperidenVerstärkte Wirkungen an Auge, Darm und Harnblase sowie im Gehirn (insbesondere Verwirrtheits- und Erregungszustände, Delir)[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Alkohol und zentraldämpfende Mittel (zum Beispiel Barbiturate, Benzodiazepine, Narkosemittel)Deren Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Möglichst keinen Alkohol trinken; andere Mittel ärztlich besprechen
Sympathomimetika wie Adrenalin, Noradrenalin, Isoprenalin, Ephedrin und Phenylephrin (zum Beispiel in Mitteln zur örtlichen Betäubung) sowie Nasentropfen mit SympathomimetikaDeren Herz-Kreislauf-Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Neuroleptika (zum Beispiel Phenothiazine)Clomipramin-Spiegel kann steigen, die Krampfschwelle sinken und Krampfanfälle können ausgelöst werden; zusammen mit Thioridazin wurden schwere Herzrhythmusstörungen beobachtet[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Cimetidin, Methylphenidat, Alprazolam, Disulfiram, Modafinil, ValproinsäureClomipramin-Spiegel kann erhöht sein[1, 2]Die Clomipramin-Dosis sollte entsprechend verringert werden; ärztlich besprechen
Rifampicin, Antiepileptika (zum Beispiel Barbiturate, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin)Clomipramin-Spiegel kann sinken; die Spiegel von Phenytoin oder Carbamazepin können steigen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen; Dosisanpassungen können nötig sein
Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (zum Beispiel Warfarin)Trizyklische Antidepressiva können deren gerinnungshemmende Wirkung verstärken[1, 2]Verstärkte ärztliche Überwachung
Hohe Östrogen-DosenIn wenigen Fällen mit Imipramin mehr Nebenwirkungen und ein verstärktes Ansprechen; Bedeutung für Clomipramin unklar[1, 2]Ansprechen überwachen lassen; Dosisanpassungen können nötig sein
OlanzapinIn Einzelfällen schwere Stoffwechselstörungen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Rauchen (Nikotin und Bestandteile des Zigarettenrauchs)Clomipramin-Spiegel sinkt; bei Zigarettenrauchern war er laut Fachinformation deutlich niedriger als bei Nichtrauchern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Rauchen senkt den Spiegel von Clomipramin. Die Wirkung von Alkohol und anderen dämpfenden Mitteln kann durch Clomipramin verstärkt werden. Die Kombination mit Olanzapin kann in Einzelfällen zu schweren Stoffwechselstörungen führen. Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, erklärt Psychopharmaka kombinieren; zum Rauchen: Psychopharmaka und Rauchen. [1, 2]

Wer Clomipramin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Zu den Gegenanzeigen gehören unter anderem ein akuter Harnverhalt, ein unbehandeltes Engwinkelglaukom, eine Darmlähmung, das akute Stadium eines Herzinfarkts, ein angeborenes QT-Syndrom und die gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern. Bei erhöhter Krampfbereitschaft, etwa bei Epilepsie, darf Clomipramin laut Fachinformation nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden, bei Herzschwäche und Vorschäden des Herzens nur mit besonderer Vorsicht. Bei Menschen mit Angststörungen und Epilepsie sollte Clomipramin laut S3-Leitlinie Angststörungen vermieden werden. [1, 2, 13]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Clomipramin, andere trizyklische Antidepressiva oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Akute Vergiftungen mit zentraldämpfenden Arzneimitteln wie Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka oder mit Alkohol[1, 2]
  • Akuter Harnverhalt[1, 2]
  • Akute Delirien (Verwirrtheits- und Erregungszustände mit Sinnestäuschungen und zum Teil schweren körperlichen Störungen)[1, 2]
  • Unbehandelter erhöhter Augeninnendruck (Engwinkelglaukom)[1, 2]
  • Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung[1, 2]
  • Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose)[1, 2]
  • Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern[1, 2]
  • Akutes Stadium eines Herzinfarkts[1, 2]
  • Angeborenes QT-Syndrom mit verlängertem QT-Intervall im EKG[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Erhöhte Krampfbereitschaft, zum Beispiel bei Epilepsie oder Hirnschäden, bei gleichzeitiger Anwendung von Neuroleptika, nach Alkoholentzug oder nach dem Absetzen krampflösender Mittel (zum Beispiel Benzodiazepine): nur mit äußerster Vorsicht. Krampfanfälle sind möglicherweise dosisabhängig, die empfohlene tägliche Gesamtdosis darf deshalb nicht überschritten werden[1, 2]
  • Herzschwäche und Vorschädigungen des Herzens, besonders Erregungsleitungsstörungen: nur mit besonderer Vorsicht; bei AV-Block I. Grades oder anderen Erregungsleitungsstörungen, vor allem Linksschenkelblock, nur unter engmaschiger EKG-Kontrolle, bei höhergradigen AV-Blockierungen oder diffusen Erregungsleitungsstörungen nur in Ausnahmefällen[1, 2]
  • Risiko für EKG-Veränderungen (QTc-Verlängerung, Herzrhythmusstörungen einschließlich Torsade de pointes), vor allem bei Dosen über der therapeutischen Dosis oder bei erhöhten Clomipramin-Spiegeln, etwa zusammen mit SSRI oder SNRI. Mittel, die den Clomipramin-Spiegel erhöhen oder das QTc-Intervall verlängern, sollten nicht gleichzeitig angewendet werden. Ein niedriger Kaliumspiegel ist ein Risikofaktor und muss vor Beginn behandelt werden; Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von SSRI, SNRI oder Entwässerungsmitteln (Diuretika)[1, 2]
  • Erhöhter Augeninnendruck (Engwinkelglaukom) oder Harnverhalt (zum Beispiel bei Prostataerkrankungen) in der Vorgeschichte, wegen der anticholinergen Eigenschaften[1, 2]
  • Schwere Nierenschäden: nur unter Berücksichtigung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankungen und Tumoren des Nebennierenmarks (zum Beispiel Phäochromozytom, Neuroblastom): Bluthochdruckkrisen können ausgelöst werden[1, 2]
  • Angststörungen: Bei vielen Menschen verstärken sich die Angstzustände zu Beginn der Behandlung, besonders in den ersten Tagen; das klingt im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion oder Behandlung mit Schilddrüsenhormonen: Vorsicht bei der Wahl der Dosierung, weil unerwünschte Herz-Kreislauf-Wirkungen verstärkt auftreten können[1, 2]
  • Bei empfindlichen und älteren Menschen kann Clomipramin, besonders nachts, Psychosen mit Verwirrtheits- und Erregungszuständen auslösen, die wenige Tage nach dem Absetzen verschwinden. Ältere Menschen reagieren besonders empfindlich auf anticholinerge, neuronale, psychische und Herz-Kreislauf-Wirkungen; erhöhte Blutspiegel sind auch bei üblichen Dosen möglich[1, 2]
  • Chronische Verstopfung: Clomipramin kann besonders bei älteren und bettlägerigen Menschen eine Darmlähmung (paralytischer Ileus) auslösen[1, 2]
  • Vor Operationen die Anästhesistin oder den Anästhesisten über die Behandlung informieren, weil über das Zusammenwirken mit örtlichen Betäubungs- oder Narkosemitteln wenig bekannt ist[1, 2]
  • Elektrokrampftherapie gleichzeitig nur unter sorgfältiger Überwachung[1, 2]
  • Bei Langzeitbehandlung mit Antidepressiva wurden gehäuft Zahnkaries und Veränderungen der Mundschleimhaut beobachtet; der Zahnstatus sollte regelmäßig überwacht werden[1, 2]
  • Kontaktlinsen: Verminderte Tränenbildung und zähes Sekret können Hornhautschäden bewirken[1, 2]
  • Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen, sind wahrscheinlicher, wenn es sie früher schon gab, und bei jungen Erwachsenen: Klinische Studien zeigten ein erhöhtes Risiko für Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit einer psychiatrischen Erkrankung, die mit einem Antidepressivum behandelt wurden. Bei der ersten Anwendung von Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein. Auch andere Erkrankungen, für die Clomipramin verschrieben wird, können mit einem erhöhten Risiko einhergehen[1, 2]
  • Es kann helfen, Angehörigen oder Freunden von der Depression oder Angststörung zu erzählen und sie zu bitten, Bescheid zu geben, wenn sie den Eindruck haben, dass sich die Beschwerden verschlimmern, oder wenn sie sich Sorgen über Verhaltensänderungen machen[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Clomipramin sollte nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden; trizyklische Antidepressiva zeigten in Studien in dieser Altersgruppe keinen Nutzen. Risiken für suizidales Verhalten, Selbstschädigung und feindseliges Verhalten wie bei anderen Antidepressiva sind nicht auszuschließen; in allen Altersgruppen besteht ein Risiko für Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen. Daten zur Sicherheit bei Langzeitanwendung zu Wachstum, Reifung, geistiger Entwicklung und Verhaltensentwicklung fehlen[1, 2]
  • Bei Patienten, die mit dieser Gruppe von Arzneimitteln behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet, in epidemiologischen Studien mit überwiegend 50 Jahre alten oder älteren Patienten[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage und Fachinformation sind die Erfahrungen mit Clomipramin in der Schwangerschaft begrenzt. Weil ein Zusammenhang mit Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen nicht auszuschließen ist, sollte Clomipramin in der Schwangerschaft vermieden und nur angewendet werden, wenn das mögliche Risiko für das Kind nach sorgfältiger ärztlicher Einschätzung gerechtfertigt ist; setzen Sie sich bei einer Schwangerschaft umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. Nimmt die Mutter Clomipramin bis zur Geburt ein, können beim Neugeborenen in den ersten Stunden oder Tagen Atemstörungen, Unruhe, Lethargie, Koliken, Reizbarkeit, erhöhte oder erniedrigte Muskelspannung, Muskelzuckungen oder Muskelkrämpfe, Blaufärbung der Haut, erhöhte Temperatur und Krämpfe auftreten (Entzugs- bzw. Absetzerscheinungen); die Ärztin oder der Arzt sollte deshalb erwägen, Clomipramin mindestens 7 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zu verringern oder abzusetzen. Die verfügbaren Daten zeigen kein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler insgesamt; Daten aus Gesundheitsregistern deuten aber nach Anwendung in den ersten drei Monaten auf ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen hin (2 Fälle bei 100 Schwangerschaften gegenüber 1 Fall bei 100 in der Allgemeinbevölkerung).[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" für Clomipramin und "sehr hoch" für trizyklische Antidepressiva insgesamt an. Etwa 1.500 ausgewertete Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko; schwedische Register zeigten eine geringe Zunahme von Herzfehlbildungen, vor allem Septumdefekten, große Studien zu trizyklischen Antidepressiva insgesamt nicht, wobei dort offen ist, wie viele Schwangere Clomipramin einnahmen. Wenn die Behandlung mit Clomipramin therapeutische Vorteile bietet, ist die Einnahme laut Embryotox auch in der Schwangerschaft akzeptabel; die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch und psychiatrisch begleitet werden und die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden; als besser geeignet nennt Embryotox je nach Grunderkrankung Sertralin oder Citalopram bzw. Escitalopram, auch Amitriptylin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage und Fachinformation geht Clomipramin in die Muttermilch über; während einer notwendigen Behandlung soll der Säugling nicht gestillt werden.[1, 2]

Embryotox beschreibt Erfahrungen mit zehn Mutter-Kind-Paaren; Clomipramin und seine Abbauprodukte waren im Blut der Kinder nicht oder nur in geringer Konzentration nachweisbar, Beschwerden bei gestillten Kindern wurden bisher nicht beschrieben. Laut Embryotox ist Stillen bei alleiniger Behandlung mit Clomipramin und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung möglichst keinen Alkohol trinken; Clomipramin kann die Wirkung von Alkohol verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und besonders in den ersten Tagen kann Clomipramin durch Sehstörungen, Benommenheit und andere Wirkungen auf das Nervensystem die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, verstärkt zusammen mit Alkohol oder anderen zentral wirksamen Mitteln. Autofahren, das Bedienen von Maschinen und andere gefährliche Tätigkeiten sollten deshalb zumindest in den ersten Tagen unterbleiben; im Einzelfall entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.[1, 2]

Anwendung

Die Retardtabletten vor oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen; sie können halbiert werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen. Bemerken Sie den Fehler innerhalb von 3 Stunden, können Sie die Einnahme nachholen; sonst die Behandlung beim nächsten Mal mit der verordneten Dosis fortsetzen.[1]

Absetzen

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden, auch wegen Nebenwirkungen. Bei plötzlichem Absetzen können Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität und Angstgefühl auftreten, nach einer längerfristigen, hochdosierten Behandlung auch Unruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Bei Kataplexie können sich die Beschwerden nach plötzlichem Absetzen verschlimmern, einschließlich eines Status cataplecticus. Eine Beendigung der Behandlung ist deshalb durch langsame Verringerung der Dosis vorzunehmen.[1, 2]

Überdosierung

Mögliche Anzeichen einer Überdosierung sind Benommenheit, Schläfrigkeit, Verwirrung, Koma, Störung der Bewegungskoordination, Unruhe, Erregung, gesteigerte Reflexe, Muskelstarre, unwillkürliche Bewegungen, Krampfanfälle und Zeichen eines Serotonin-Syndroms (hohes Fieber, Muskelkrämpfe, Delir); am Herzen Blutdruckabfall, schneller Herzschlag, EKG-Veränderungen (QTc-Verlängerung), Herzrhythmusstörungen, Überleitungsstörungen und Herzschwäche, sehr selten Herzstillstand; außerdem verminderte Atmung, Blaufärbung der Haut, Schock, Erbrechen, Fieber, weite Pupillen, Schweißausbruch und verminderte oder fehlende Harnausscheidung. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[2]

Laut Packungsbeilage sollte Clomipramin in der Schwangerschaft vermieden und nur nach sorgfältiger ärztlicher Einschätzung angewendet werden, und während einer notwendigen Behandlung sollten Sie nicht stillen. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für Clomipramin als hoch an; wenn die Behandlung therapeutische Vorteile bietet, ist die Einnahme laut Embryotox auch in der Schwangerschaft akzeptabel, und Stillen hält Embryotox bei alleiniger Behandlung mit Clomipramin und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 3]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft nur bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG und die dort oder in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Psychopharmaka und Autofahren und Psychopharmaka und Alkohol. [14, 15, 16]

Einnahme und Absetzen

Die Retardtabletten nehmen Sie laut Packungsbeilage vor oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein; sie können halbiert werden. Was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1, 2]

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden. Absetzbeschwerden treten laut Fachinformation häufig auf, wenn die Behandlung plötzlich beendet oder die Dosis verringert wird; welche, steht in der Übersicht zum Alltag und in der Liste der Nebenwirkungen. Ein plötzliches Absetzen nach längerfristiger, hoch dosierter Behandlung sollte laut Fachinformation vermieden werden, weil dann mit Absetzsymptomen wie Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu rechnen ist. Bei einer Kataplexie können sich die Beschwerden nach plötzlichem Absetzen verschlimmern, einschließlich eines Status cataplecticus. Eine Beendigung der Behandlung ist deshalb durch langsame Verringerung der Dosis vorzunehmen. [1, 2]

Ist bei einer Depression geplant, ein Antidepressivum am Ende der Erhaltungstherapie oder einer Rückfallvorbeugung abzusetzen, soll das laut NVL schrittweise geschehen; ausgeschlichen werden sollte es dann über mindestens 8 bis 12 Wochen, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Typisch für Absetzbeschwerden sind laut NVL unter anderem grippeähnliche Beschwerden, Kopfschmerz, Schlafstörungen und Albträume, Übelkeit, Schwindel, stromschlagähnliche Missempfindungen sowie Angst und Reizbarkeit; sie sind überwiegend mild und bilden sich je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück. Über diese Möglichkeit sollen Patientinnen und Patienten laut NVL schon vor Beginn der Behandlung aufgeklärt werden. [11]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antidepressiva wichtig ist, erklärt Antidepressiva absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Packungsbeilage und Fachinformation nennen Anfangs- und Tagesdosen getrennt nach Anwendungsgebiet: für Depressionen, Zwangsstörungen, Phobien und Panikstörungen, für das narkoleptische Syndrom und für chronische Schmerzen. Zu Beginn wird die Dosis schrittweise im zugelassenen Bereich gesteigert, bis die Behandlung anspricht; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]

Präparate mit Clomipramin

Präparate mit Clomipramin
PräparatAnbieterHinweis
Anafranilverschreibungspflichtig
Clomipramin-neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHRetardtabletten 75 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Clomipramin-neuraxpharm 75 mg retard Retardtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 22.10.2026
  2. Fachinformation Clomipramin-neuraxpharm 75 mg retard Retardtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Embryotox: Clomipramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Clomipramin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  5. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 23.10.2026
  6. Leitlinie S3-Leitlinie Zwangsstörungen, Kurzversion, erste Revision (AWMF-Register-Nr. 038-017). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand 30.06.2022. abgerufen am 23.10.2026
  7. Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); PDF auf der Seite der DGPPN. Stand 06.04.2021 (Version 2.0). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  10. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Clomipramin verschrieben?

Clomipramin ist zugelassen bei depressiven Erkrankungen, Zwangsstörungen, Phobien und Panikstörungen, zur langfristigen Schmerzbehandlung im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts sowie bei Schlaflähmung, Kataplexie und Halluzinationen bei Narkolepsie. Angewendet wird es bei Erwachsenen. Clomipramin ist verschreibungspflichtig.

Ab wann wirkt Clomipramin?

Die beruhigende Wirkung setzt laut Fachinformation meist in den ersten Tagen ein, die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zum Nachlassen der Krankheitszeichen beträgt im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen. Bei einer Zwangsstörung sollte die Behandlung mit SSRI oder Clomipramin laut S3-Leitlinie mindestens 12 Wochen dauern.

Nimmt man mit Clomipramin zu?

Das ist möglich: Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit gehören laut Fach- und Gebrauchsinformation zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Bei einer Depression nennt die NVL für trizyklische Antidepressiva Kontrollen des Körpergewichts vor Beginn und im Verlauf. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.

Macht Clomipramin müde?

Laut Fachinformation hat Clomipramin nur eine geringe beruhigende Wirkkomponente; Benommenheit und Müdigkeit gehören trotzdem zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Besonders in den ersten Tagen kann Clomipramin die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Autofahren, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten deshalb zumindest in den ersten Tagen unterbleiben; im Einzelfall entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Darf ich mit Clomipramin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol trinken; die Wirkung von Alkohol kann durch Clomipramin verstärkt werden. Zusammen mit Alkohol ist auch die Fahrtüchtigkeit stärker beeinträchtigt. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Clomipramin nicht eingenommen werden.

Darf ich Clomipramin in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte Clomipramin in der Schwangerschaft vermieden und nur angewendet werden, wenn das mögliche Risiko für das Kind nach sorgfältiger ärztlicher Einschätzung gerechtfertigt ist; bei einer Schwangerschaft wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Embryotox hält die Einnahme für akzeptabel, wenn die Behandlung mit Clomipramin therapeutische Vorteile bietet; bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie setze ich Clomipramin ab?

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden, auch wegen Nebenwirkungen. Beim plötzlichen Absetzen oder beim Verringern der Dosis treten laut Fachinformation häufig Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität und Angstgefühl auf. Deshalb ist die Behandlung durch langsame Verringerung der Dosis zu beenden.

Wie hoch ist die Dosis von Clomipramin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; Dosierung und Dauer richten sich nach Ihrer Reaktion, dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung. Was Packungsbeilage und Fachinformation je Anwendungsgebiet nennen, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation" auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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