MedikamenteWirkstoff
Clonazepam
Clonazepam ist ein verschreibungspflichtiges Benzodiazepin, das nur zur Behandlung von Epilepsien zugelassen ist, als Zusatzbehandlung oder wenn andere Arzneimittel nicht wirken. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Rivotril. Clonazepam kann schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen abhängig machen, und bei Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen einen lang anhaltenden Krampfanfall auslösen. Die Dosis muss deshalb schrittweise verringert werden, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.

Wofür wird Clonazepam eingesetzt?
Clonazepam wird zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsien) angewendet. Laut Fachinformation ist es als Zusatzbehandlung oder bei Nichtansprechen auf andere Arzneimittel bei den meisten Formen der Epilepsie angezeigt, insbesondere bei Absencen einschließlich atypischer Absencen, beim Lennox-Gastaut-Syndrom sowie bei myoklonischen und atonischen Anfällen. Bei infantilen Krampfanfällen einschließlich des West-Syndroms und bei tonisch-klonischen Anfällen ist es ausschließlich als Zusatzbehandlung oder bei Nichtansprechen auf andere Arzneimittel angezeigt. Packungsbeilage und Fachinformation nennen Dosierungen auch für Kleinkinder und Kinder. [1, 2]
Andere Anwendungsgebiete nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht: Zugelassen ist Clonazepam nur bei Epilepsie. [1, 2]
Für Angststörungen ist Clonazepam nicht zugelassen. Die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen nennt es unter den Benzodiazepinen, die bei Panikstörung und sozialer Phobie in Studien untersucht wurden. Benzodiazepine wirken laut Leitlinie bei Angststörungen, sollen Menschen mit einer Angststörung wegen gravierender Nebenwirkungen wie der Entwicklung einer Abhängigkeit aber nicht angeboten werden; bei sozialer Phobie wird Clonazepam laut Leitlinie nicht für die Routinebehandlung empfohlen. Die Leitlinie hat die Version 2 mit Stand April 2021; laut DGPPN war sie bis 5. April 2026 gültig und ist damit abgelaufen. Mehr unter Angststörungen. [1, 2, 13]
Wie wirkt Clonazepam?
Clonazepam gehört zu den Benzodiazepinen; die Fachinformation führt es bei den Mitteln gegen Epilepsie (Antiepileptika). Laut Fachinformation wirkt es beruhigend, schlafanstoßend, angstlösend (anxiolytisch), muskelentspannend und gegen Krampfanfälle (antikonvulsiv), und die Wirkung gegen Krampfanfälle ist stärker ausgeprägt als die anderen Wirkungen. Embryotox beschreibt Clonazepam als Benzodiazepin, das vor allem gegen Krampfanfälle und angstlösend wirkt. [1, 2, 3]
Benzodiazepine verstärken die Wirkung des Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA), der an den natürlichen Hemm-Mechanismen im zentralen Nervensystem beteiligt ist: Sie machen die GABA-Rezeptoren, also die Andockstellen für diesen Botenstoff, empfänglicher und verstärken so die Hemmung zwischen Nervenzellen. Tierversuche zeigen außerdem eine Wirkung auf den Botenstoff Serotonin. Untersuchungen der Hirnströme (EEG) zeigen, dass Clonazepam verschiedene Arten anfallsartiger Aktivität rasch dämpft; laut Fachinformation wirkt es deshalb bei generalisierten und fokalen Epilepsien. [2]
Nach der Einnahme wird Clonazepam rasch und nahezu vollständig aufgenommen; wie viel davon ins Blut gelangt, unterscheidet sich aber stark von Mensch zu Mensch. Die höchsten Blutspiegel werden nach 1 bis 4 Stunden erreicht. Die mittlere Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt 30 bis 40 Stunden und hängt nicht von der Dosis ab. Clonazepam wird weitgehend umgebaut, unter anderem über das Leberenzym CYP3A4, und die Abbauprodukte werden über Urin und Stuhl ausgeschieden. Eine Nierenerkrankung verändert die Pharmakokinetik laut Fachinformation nicht. [2]
Wann wirkt Clonazepam und wie lange wird behandelt?
Zur Vermeidung von Nebenwirkungen beginnt die Behandlung mit niedrigen täglichen Dosen. Danach wird die Dosis schrittweise erhöht, bis die nötige Erhaltungsdosis erreicht ist; laut Packungsbeilage soll das im Laufe von 2 bis 4 Behandlungswochen geschehen. Einen festen Zeitpunkt, ab dem die Wirkung gegen Anfälle einsetzt, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. [1, 2]
Die Behandlung der Epilepsie ist in der Regel eine Langzeitbehandlung, und über die Dauer berät Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Im Laufe der Behandlung kann es zu einem gewissen Wirkungsverlust kommen. Bei bestimmten Formen der Epilepsie ist unter einer Langzeitbehandlung eine Zunahme der Anfallshäufigkeit möglich. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2]
- BeginnZur Vermeidung von Nebenwirkungen beginnt die Behandlung mit niedrigen Dosen, die im Laufe von 2 bis 4 Wochen schrittweise bis zur nötigen Erhaltungsdosis erhöht werden. Nebenwirkungen auf Nervensystem und Muskulatur wie Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Muskelschwäche, Müdigkeit und Mattigkeit sind im Allgemeinen vorübergehend und verschwinden meist von selbst oder nach Verringerung der Dosis; eine langsame Steigerung zu Beginn kann sie zum Teil verhindern.[1, 2]
- ErhaltungDie Behandlung der Epilepsie ist in der Regel eine Langzeitbehandlung. Im Laufe der Behandlung kann es zu einem gewissen Wirkungsverlust kommen. Bei Langzeitbehandlung und hohen Dosen können rückbildungsfähige Störungen wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen, Bewegungs- und Gangunsicherheit, Augenzittern und Doppeltsehen auftreten, bei bestimmten Epilepsieformen ist eine Zunahme der Anfallshäufigkeit möglich. Laut Fachinformation besteht bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen die Gefahr einer Abhängigkeit.[1, 2]
- AbsetzenDie Behandlung wird nicht plötzlich beendet, sondern durch schrittweise Verringerung der Dosis, auch wenn sie nur kurz gedauert hat; bei Epilepsie in Kombination mit anderen Mitteln gegen Epilepsie. Über Verringerung und Ende der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt.[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Häufig sind Konzentrationsstörungen, Benommenheit, Schläfrigkeit, eine verlängerte Reaktionszeit, verminderte Muskelspannung, Schwindel, Störungen im Zusammenspiel der Muskeln (Ataxie), Augenzittern, Muskelschwäche, Müdigkeit und Mattigkeit. Nebenwirkungen auf Nervensystem und Muskulatur sowie Müdigkeit sind laut Fachinformation im Allgemeinen vorübergehend und verschwinden meist von selbst oder nach einer Verringerung der Dosis; eine langsame Steigerung der Dosis zu Beginn kann sie zum Teil verhindern. [1, 2]
Besonders bei Langzeitbehandlung und hohen Dosen können rückbildungsfähige Störungen wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen, Bewegungs- und Gangunsicherheit, Augenzittern und Doppeltsehen auftreten. Möglich sind zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie): An Handlungen nach der Einnahme erinnert man sich später unter Umständen nicht mehr, und sie können mit unangemessenem Verhalten verbunden sein. Das Risiko dafür steigt mit der Dosis. Stürze und Knochenbrüche kommen vor; das Risiko kann bei älteren Menschen erhöht sein und wenn zusätzlich beruhigende Arzneimittel oder Alkohol eingenommen werden. [1, 2]
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Clonazepam vermehrten Speichelfluss und eine vermehrte Flüssigkeitsabsonderung in den Bronchien auslösen. Eine Wirkungsumkehr (paradoxe Reaktionen) tritt bei Kindern und Jugendlichen und bei älteren Menschen häufiger auf als bei Erwachsenen. In Einzelfällen wurde bei Kindern eine rückbildungsfähige, vorzeitige Entwicklung der Geschlechtsreife berichtet. Mehr für Eltern unter Kinder und Jugendliche. [1, 2]
Laut Fachinformation besitzt Clonazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial; mehr dazu im Abschnitt Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft, zu Beschwerden beim Beenden unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenNicht bekannt
- Unruhe und NervositätNicht bekannt
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexSelten
- ErektionsstörungenSelten
- Mundtrockenheitnicht genannt
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitSelten
- SchwindelHäufig
- Zitternnicht genannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKonzentrationsstörungen[1, 2]
- NervensystemBenommenheit, Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemVerlängerte Reaktionszeit[1, 2]
- NervensystemVerminderte Muskelspannung[1, 2]
- NervensystemSchwindel[1, 2]
- NervensystemStörungen des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen (Ataxie)[1, 2]
- AugenUnwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Mattigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Laborwerte und UntersuchungenVerringerte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit, Schmerzen im oberen Bauchraum (epigastrische Beschwerden)[1, 2]
- Nieren und HarnwegeHarnverlust (Harninkontinenz)[1, 2]
- HautNesselsucht, Juckreiz, Ausschlag[1, 2]
- HautVorübergehender Haarausfall[1, 2]
- HautVeränderungen der Hautfärbung (Pigmentveränderung)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörung[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- PsycheVeränderungen des sexuellen Verlangens (Libido)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Lust auf Sex
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemAllergische Reaktionen[1, 2]
- HerzHerzversagen einschließlich Herzstillstand[1, 2]
- NervensystemRückbildungsfähige Störungen wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Dysarthrie), Bewegungs- und Gangunsicherheit (Ataxie), Augenzittern (Nystagmus)[1, 2]
- NervensystemZeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesie), die mit unangemessenem Verhalten verbunden sein können[1, 2]
- NervensystemZunahme der Anfallshäufigkeit bei bestimmten Formen der Epilepsie[1, 2]
- AugenRückbildungsfähige Sehstörungen (Doppeltsehen)[1, 2]
- AtemwegeAbflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression)[1, 2]
- Verletzungen und VergiftungenStürze und Knochenbrüche; das Risiko kann erhöht sein, wenn gleichzeitig beruhigende Arzneimittel oder Alkohol eingenommen werden, und bei älteren Menschen[1, 2]
- PsycheEmotionale Störungen und Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Desorientiertheit[1, 2]
- PsycheDepression (kann auch mit der Grunderkrankung zusammenhängen)[2]
- PsycheWirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Unruhe, Erregtheit (Agitiertheit), Reizbarkeit, Aggression, Nervosität, Feindseligkeit, Angst, Schlafstörungen, Wahnvorstellungen, Wut, Albträume, ungewöhnliche Träume, Halluzinationen, Psychosen, übermäßige Bewegungsaktivität (Hyperkinese), unangemessenes Verhalten und andere Verhaltensstörungen[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, Blutbildveränderungen, sexuelle Probleme und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine geringe Anzahl von Menschen, die mit Mitteln gegen Epilepsie wie Clonazepam behandelt wurden, hatte laut Packungsbeilage Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Eine gemeinsame Auswertung placebokontrollierter Studien mit solchen Mitteln zeigte ein leicht erhöhtes Risiko; laut Fachinformation schließen die Daten ein erhöhtes Risiko auch für Clonazepam nicht aus. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. Betroffenen und ihren Betreuungspersonen wird laut Fachinformation geraten, bei solchen Anzeichen medizinische Hilfe zu holen. [1, 2]
Wer eine Depression hat oder früher einen Suizidversuch unternommen hat, sollte laut Packungsbeilage sorgfältig ärztlich überwacht werden. Bei einer Depression oder bei Angststörungen mit Depression können Benzodiazepine die Beschwerden verstärken, wenn die Grunderkrankung nicht mit geeigneten Arzneimitteln behandelt wird; die Fachinformation nennt dabei die Suizidgefahr. [1, 2]
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und setzen Sie Clonazepam nicht auf eigene Faust ab; ob die Dosis angepasst wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Sagen Sie in der Praxis und in der Apotheke, welche anderen Arzneimittel Sie nehmen oder neu nehmen möchten. Kommt ein weiteres Mittel dazu, sollte laut Packungsbeilage sorgfältig überwacht werden, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, weil Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit häufiger auftreten können. [1]
Bekommt ein Säugling oder Kleinkind Clonazepam, muss laut Packungsbeilage wegen des möglichen vermehrten Speichelflusses auf freie Atemwege geachtet werden. Fragen dazu besprechen Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. [1, 2]
Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Werden zusätzlich die Mittel gegen Epilepsie Phenytoin oder Primidon eingenommen, sollten laut Fachinformation deren Blutspiegel kontrolliert werden, weil Clonazepam sie verändern kann. Menschen mit Depression oder Suizidversuchen in der Vorgeschichte sollten engmaschig überwacht werden; worauf dabei zu achten ist, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Blutspiegel von Phenytoin oder Primidon | Bei gleichzeitiger Behandlung mit Phenytoin oder Primidon, weil Clonazepam deren Spiegel verändern kann[1, 2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Mehr dazu auf den Seiten Kontrollen während der Behandlung und Medikamentenspiegel.
Wechselwirkungen
Alkohol und Arzneimittel mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem können die Wirkungen von Clonazepam verstärken. Dann kann es laut Packungsbeilage zu starker Beruhigung oder Betäubung und zu einer bedeutsamen Dämpfung von Herz-Kreislauf- und Atemfunktion bis zum Koma kommen, was lebensbedrohlich sein kann. Genannt werden Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- und Narkosemittel, Mittel gegen geistig-seelische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium), andere Mittel gegen Epilepsie, beruhigende Mittel gegen Allergien (sedierende Antihistaminika) und angstlösende Mittel. Bei solchen Kombinationen passt die Ärztin oder der Arzt die Dosis jedes Mittels an. [1, 2]
Mittel, die bestimmte Leberenzyme anregen, darunter Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Lamotrigin und in geringerem Ausmaß Valproat, können den Abbau von Clonazepam beschleunigen und seine Wirksamkeit verringern. Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4, zum Beispiel Fluconazol, können den Abbau beeinträchtigen und zu übermäßigen Konzentrationen und Wirkungen führen. Zusammen mit Valproinsäure kann es gelegentlich zu Krampfzuständen in Form eines Petit-mal-Status kommen. Die Antidepressiva Sertralin und Fluoxetin haben laut Fachinformation keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Clonazepam. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Alkohol und Arzneimittel mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- und Narkosemittel, Mittel gegen psychische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium), Mittel gegen Epilepsie, beruhigende Allergiemittel (sedierende Antihistaminika), angstlösende Mittel (Anxiolytika) | Die Wirkungen können sich verstärken; es kann zu starker Beruhigung oder Betäubung und zu klinisch bedeutsamer Dämpfung von Herz-Kreislauf- und Atemfunktion bis zum Koma kommen; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2] | Nicht zusammen mit Alkohol einnehmen; bei Kombination mit anderen zentral wirksamen Mitteln passt die Ärztin oder der Arzt die Dosis jedes Mittels an |
| Mittel, die bestimmte Leberenzyme anregen (Enzyminduktoren): Barbiturate, Hydantoine und die Antiepileptika Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Lamotrigin, in geringerem Ausmaß Valproat | Schnellerer Abbau und geringere Wirksamkeit von Clonazepam; laut Fachinformation können die Blutspiegel von Clonazepam sinken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Phenytoin, Primidon (Mittel gegen Epilepsie) | Clonazepam kann deren Blutspiegel verändern: Phenytoin-Spiegel blieben unverändert, stiegen oder sanken; Primidon-Spiegel werden im Allgemeinen erhöht[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt sollte die Blutspiegel dieser Wirkstoffe kontrollieren |
| Valproinsäure (Mittel gegen Epilepsie) | Die Kombination kann gelegentlich zu Krampfzuständen in Form eines Petit-mal-Status führen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die das Enzym CYP3A4 hemmen (zum Beispiel Fluconazol) | Können den Abbau von Clonazepam beeinträchtigen und zu übermäßigen Konzentrationen und Wirkungen führen[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Weitere Mittel gegen Epilepsie | Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit können häufiger auftreten[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt überwacht das Ansprechen und passt die Dosis jedes Mittels an |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.
Wer Clonazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Clonazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln[1, 2]
- Koma[1, 2]
- Schwere Störung der Atmung (schwere Ateminsuffizienz)[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörung, da Benzodiazepine eine von der Leber ausgehende Erkrankung des Gehirns (hepatische Enzephalopathie) auslösen können[1, 2]
- Stillzeit[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Störungen des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen durch Erkrankungen von Rückenmark oder Kleinhirn (spinale oder zerebelläre Ataxien)[1, 2]
- Psychotische Erkrankungen: Benzodiazepine werden nicht als erste Behandlung (Primärbehandlung) empfohlen[1, 2]
- Depression oder Suizidversuche in der Vorgeschichte: sorgfältige ärztliche Überwachung. Bei Depression oder Angststörungen mit Depression können Benzodiazepine die Beschwerden verstärken, wenn die Grunderkrankung nicht mit geeigneten Arzneimitteln behandelt wird; die Fachinformation nennt in diesem Zusammenhang die Suizidgefahr[1, 2]
- Bei Menschen, die mit Mitteln gegen Epilepsie (Antiepileptika) behandelt wurden, wurde über Suizidgedanken und suizidales Verhalten berichtet; eine Auswertung von Studien zeigte ein leicht erhöhtes Risiko, das sich auch für Clonazepam nicht ausschließen lässt. Betroffenen und ihren Betreuungspersonen wird geraten, bei solchen Anzeichen medizinische Hilfe zu holen[1, 2]
- Krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
- Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe): Benzodiazepine sollten wegen der möglichen zusätzlichen Wirkung auf die Atmung nicht angewendet werden; Clonazepam sollte nur verordnet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt erwartet, dass der Nutzen die möglichen Risiken übersteigt[1, 2]
- Vorbestehende Erkrankungen der Atemwege (zum Beispiel chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Hirnschädigung oder gleichzeitige Behandlung mit anderen Mitteln, die die Atmung dämpfen oder zentral wirken: Die Atemdämpfung kann stärker ausgeprägt sein; die Ärztin oder der Arzt stellt die Dosis besonders sorgfältig ein[1, 2]
- Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs (Porphyrie)[1, 2]
- Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln in der Vorgeschichte: Gefahr des Missbrauchs. Clonazepam kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung, besteht aber schon bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung. Laut Fachinformation besteht bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen die Gefahr einer Abhängigkeit[1, 2]
- Akute Vergiftung mit Alkohol oder Drogen: Anwendung nur mit besonderer Vorsicht[2]
- Leichte bis mittelschwere Leberfunktionsstörung: besondere Vorsicht und die niedrigst mögliche Dosis[1, 2]
- Ältere oder geschwächte Menschen: Benzodiazepine scheinen bei älteren Menschen stärker zu wirken; Clonazepam darf hier nur mit Vorsicht angewendet werden[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Wirkungsumkehr (paradoxe Reaktionen) tritt häufiger auf. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Clonazepam vermehrten Speichelfluss und vermehrte Flüssigkeitsabsonderung in den Bronchien auslösen, deshalb muss auf freie Atemwege geachtet werden; in Einzelfällen wurde eine rückbildungsfähige, vorzeitige Entwicklung der Geschlechtsreife berichtet[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Benzodiazepine scheinen bei älteren Menschen stärker zu wirken als bei jungen, und das sogar bei vergleichbarem Blutspiegel. Bei älteren Menschen sollte laut Packungsbeilage die niedrigst mögliche Dosis angewendet werden, mit besonderer Vorsicht während der schrittweisen Erhöhung. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. [1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Wenn Sie wegen einer Epilepsie mit Clonazepam behandelt werden, sollten Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken; laut Fachinformation sollten Menschen, die Clonazepam nehmen, Alkohol meiden. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Clonazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigen, zusammen mit Alkohol verstärkt. Laut Packungsbeilage sollten das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und andere gefährliche Tätigkeiten ganz unterbleiben, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Menschen mit Epilepsie sollten in der Regel kein Fahrzeug führen. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Möchten Sie schwanger werden oder vermuten Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das laut Packungsbeilage umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit. Unterbrechen Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Zustimmung: Ein plötzlicher Abbruch oder eine unkontrollierte Verringerung der Dosis kann epileptische Anfälle auslösen, die Ihnen oder dem ungeborenen Kind schaden können. In der Stillzeit darf Clonazepam laut Packungsbeilage und Fachinformation nicht eingenommen werden; Embryotox hält bei einer alleinigen Langzeitbehandlung mit Clonazepam eine Entscheidung im Einzelfall für nötig. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 3]
Clonazepam kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung, besteht laut Packungsbeilage aber schon bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung, und es ist höher, wenn früher eine Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln bestand; dann besteht auch die Gefahr eines Missbrauchs. Wer von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln abhängig ist, darf Clonazepam nicht einnehmen. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, treten bei plötzlichem Abbruch Entzugssymptome auf. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit. [1, 2]
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte Clonazepam nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt eingenommen werden, laut Fachinformation nur, wenn es eindeutig erforderlich ist. Teilen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt umgehend mit, wenn Sie schwanger werden möchten oder vermuten, schwanger zu sein. Ist die Behandlung unverzichtbar, sollte vor allem in den ersten drei Monaten die niedrigste Dosis verordnet werden, die die Anfälle kontrolliert, und nach Möglichkeit auf eine Kombination mit anderen Mitteln gegen Epilepsie verzichtet werden. Unterbrechen Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Zustimmung: Ein plötzlicher Abbruch oder eine unkontrollierte Verringerung der Dosis kann zu epileptischen Anfällen führen, die Ihnen oder dem ungeborenen Kind schaden können; auch die Schwangerschaft selbst kann die Epilepsie verschlimmern.[1, 2]
Laut Fachinformation kann aufgrund von Daten aus vorklinischen Studien nicht ausgeschlossen werden, dass Clonazepam angeborene Fehlbildungen hervorruft; Auswertungen zeigen, dass Mittel gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva) Fehlbildungen verursachen können, wobei schwer zu beurteilen ist, welches Mittel dafür verantwortlich ist. Wird Clonazepam in höherer Dosis vor oder während der Geburt oder längerfristig in der Schwangerschaft eingenommen, können Zustand und Verhalten des ungeborenen oder neugeborenen Kindes beeinträchtigt sein, etwa durch Atem- und Ernährungsschwierigkeiten, unregelmäßigen Herzschlag, herabgesetzte Muskelspannung und verringerte Körpertemperatur. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft über längere Zeit Benzodiazepine eingenommen haben, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und nach der Geburt Entzugssymptome zeigen.[1, 2]
Laut Embryotox liegen Erfahrungen zu mehr als 450 ausgewerteten Schwangerschaften vor (Erfahrungsumfang "hoch"); in den meisten Studien wurde bei alleiniger Behandlung mit Clonazepam kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beschrieben. Nach regelmäßiger Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt ist laut Embryotox mit teilweise schwerwiegenden Beschwerden beim Neugeborenen zu rechnen: von Anpassungsstörungen mit Sedierung, schlaffer Muskulatur (Hypotonie), Trinkschwäche und Blaufärbung der Haut (Zyanose) über eine gedämpfte Atmung nach der Geburt bis zum teilweise wochenlang anhaltenden "Floppy-Infant-Syndrom"; außerdem können Entzugszeichen wie Krampfanfälle auftreten. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss ein abruptes Absetzen laut Embryotox in jedem Fall unterbleiben. Ist eine Behandlung der Epilepsie mit Clonazepam unverzichtbar, kann laut Embryotox während der gesamten Schwangerschaft behandelt werden, mit der niedrigsten wirksamen Dosis; Kombinationen mit Valproat sollten unbedingt vermieden werden. Nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel empfiehlt Embryotox eine Ultraschall-Feindiagnostik, die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Als besser geeignete Mittel nennt Embryotox bei Epilepsie Lamotrigin, gegebenenfalls auch Levetiracetam. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage und Fachinformation darf Clonazepam in der Stillzeit nicht eingenommen werden (Gegenanzeige): Der Wirkstoff geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Ist die Einnahme erforderlich, müssen Sie abstillen.[1, 2]
Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu mehr als 200 Mutter-Kind-Paaren vor. Mehrere Fallberichte beschreiben bei regelmäßiger Einnahme durch die Mutter Beruhigung (Sedierung), unzureichende Gewichtszunahme und eine anhaltende Neigung zu Atemaussetzern beim gestillten Säugling. Über das Stillen bei einer Langzeitbehandlung allein mit Clonazepam muss laut Embryotox im Einzelfall entschieden werden, wobei sich der Wirkstoff wegen der langen Halbwertszeit anreichern kann; eine Kombinationsbehandlung der Epilepsie mit Clonazepam ist laut Embryotox mit dem Stillen nicht vereinbar.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Wenn Sie wegen einer Epilepsie mit Clonazepam behandelt werden, sollten Sie keinen Alkohol trinken: Alkohol kann die Wirkung verändern, den Behandlungserfolg beeinträchtigen und unvorhersehbare Nebenwirkungen hervorrufen. Zusammen mit Alkohol können die Wirkungen von Clonazepam verstärkt werden; es kann zu starker Beruhigung oder Betäubung und zu klinisch bedeutsamer Dämpfung von Herz-Kreislauf- und Atemfunktion bis zum Koma kommen; das kann lebensbedrohlich sein.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Clonazepam das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen erheblich beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und sonstige gefährliche Tätigkeiten sollten ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung unterbleiben; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und Dosierung. Menschen mit Epilepsie sollten in der Regel kein Fahrzeug führen; auch bei guter Einstellung kann jede Dosiserhöhung oder Änderung des Einnahmezeitpunkts die Reaktionsfähigkeit verändern.[1, 2]
Anwendung
Die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit schlucken. Die Tabletten mit 0,5 mg können in gleiche Hälften, die Tabletten mit 1 mg und 2 mg in gleiche Hälften oder Viertel geteilt werden. Für Kleinkinder und Kinder können andere Darreichungsformen (Lösung zum Einnehmen) besser geeignet sein.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab; die Dosis muss schrittweise verringert werden. Bei Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen einen lang anhaltenden Krampfanfall (Status epilepticus) auslösen; entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die Dosis zu verringern oder die Behandlung zu beenden, geschieht das schrittweise und in Kombination mit anderen Mitteln gegen Epilepsie.[1, 2]
Vor allem beim Beenden einer längeren Behandlung, besonders nach hohen Dosen, können Entzugssymptome auftreten: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, extreme Angst- oder Spannungszustände, Erregung, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern, Schlafstörungen, Verwirrtheit und Reizbarkeit, laut Fachinformation auch Durchfall und Stimmungsschwankungen. In schweren Fällen kommen Wahrnehmungsstörungen in Bezug auf die eigene Person oder die Umwelt hinzu, gesteigertes Hörempfinden (Hyperakusis), Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Halluzinationen oder epileptische Anfälle. Auch nach plötzlicher Verringerung der Tagesdosis oder nach dem plötzlichen Ende einer kurzen Behandlung können vorübergehend Angst-, Spannungs- und Erregungszustände auftreten, außerdem Stimmungswechsel, Schlafstörungen und Unruhe. Das Risiko von Entzugssymptomen ist höher, wenn zusätzlich Beruhigungsmittel am Tag eingenommen werden.[1, 2]
Überdosierung
Mögliche Anzeichen einer Überdosierung sind Schwindel, Gangunsicherheit, undeutliches Sprechen und Augenzittern, außerdem fehlende Reflexe, Atemstillstand, niedriger Blutdruck, Kreislauf- und Atemschwäche und Bewusstlosigkeit (Koma); Krampfanfälle können verstärkt auftreten. Die atemdämpfende Wirkung verstärkt bestehende Atemstörungen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Sie dürfen die Einnahme laut Packungsbeilage nicht plötzlich unterbrechen oder abbrechen; die Dosis muss schrittweise verringert werden. Laut Fachinformation gilt das auch dann, wenn die Behandlung nur kurz gedauert hat. Bei Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen einen lang anhaltenden Krampfanfall (Status epilepticus) auslösen. Entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die Dosis zu verringern oder die Behandlung zu beenden, ist dabei eine Kombination mit anderen Mitteln gegen Epilepsie angezeigt. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]
Nach plötzlichem Beenden ist das Risiko für Entzugs- und Absetzerscheinungen höher. Vor allem beim Beenden einer längeren Behandlung, besonders nach hohen Dosen, können Entzugssymptome auftreten, in schweren Fällen auch Halluzinationen oder epileptische Anfälle. Nach einer plötzlichen Verringerung der Tagesdosis oder dem plötzlichen Ende einer kurzen Behandlung sind vorübergehend Angst-, Spannungs- und Erregungszustände möglich. Laut Packungsbeilage ist das Risiko höher, wenn zusätzlich Mittel zur Beruhigung am Tag eingenommen werden. In der Schwangerschaft muss ein abruptes Absetzen laut Embryotox wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien in jedem Fall unterbleiben. [1, 2, 3]
Ausführlich zu Ablauf und Begleitung: Benzodiazepine absetzen und Absetzsymptome.
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und Erhaltungsdosen getrennt nach Alter und Körpergewicht, dazu Hinweise für ältere Menschen und für eine eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion. Die Dosis wird zu Beginn schrittweise gesteigert; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Clonazepam
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Clonazepam neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Tabletten mit 0,5 mg, 1 mg oder 2 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Antelepsin | verschreibungspflichtig | |
| Rivotril | CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 0,5 mg oder 2 mg, Tropfen zum Einnehmen (Lösung) |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Clonazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation Clonazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2022. abgerufen am 22.10.2026
- Embryotox: Clonazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Clonazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation Rivotril 0,5 mg / 2 mg Tabletten und Rivotril 2,5 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Langfassung, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); Federführung laut DGPPN-Übersicht: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Stand Version 2.0, Stand 06.04.2021 (nächste Überprüfung geplant 04/2026; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 05.04.2026). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Clonazepam verschrieben?
Clonazepam ist zur Behandlung der meisten Formen der Epilepsie zugelassen, als Zusatzbehandlung oder wenn andere Arzneimittel nicht wirken, insbesondere bei Absencen sowie myoklonischen und atonischen Anfällen. Bei kindlichen Krampfanfällen und tonisch-klonischen Anfällen wird es ausschließlich als Zusatzbehandlung oder bei Nichtansprechen auf andere Arzneimittel angewendet. Andere Anwendungsgebiete nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; für Angst- und Panikstörungen ist Clonazepam nicht zugelassen.
Hilft Clonazepam zum Schlafen?
Zugelassen ist Clonazepam nur bei Epilepsie; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Laut Fachinformation wirkt es unter anderem beruhigend und schlafanstoßend, Benommenheit und Schläfrigkeit sind häufige Nebenwirkungen, und als Wirkungsumkehr können Schlafstörungen auftreten. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Gibt es Clonazepam auch als Tropfen?
Ja, Rivotril gibt es laut Fachinformation neben Tabletten auch als Tropfen zum Einnehmen (Lösung). Die Packungsbeilage von Clonazepam neuraxpharm nennt für Kleinkinder und Kinder eine andere Darreichungsform, die Lösung zum Einnehmen, die besser geeignet sein kann. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten mit 0,5 mg, 1 mg und 2 mg; für eine Lösung gilt deren eigene Packungsbeilage. Welche Form passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie lange wirkt Clonazepam?
Eine Wirkdauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation werden die höchsten Blutspiegel 1 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht, und die mittlere Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt 30 bis 40 Stunden. Die Behandlung der Epilepsie ist in der Regel eine Langzeitbehandlung; zur Dauer berät Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Macht Clonazepam abhängig?
Das ist möglich. Laut Fachinformation besitzt Clonazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial, und schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung, besteht laut Packungsbeilage aber bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung; erhöht ist es, wenn früher eine Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln bestand. Bei einer bestehenden Abhängigkeit darf Clonazepam nicht eingenommen werden.
Wie setzt man Clonazepam ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage dürfen Sie die Einnahme nicht plötzlich unterbrechen oder abbrechen; die Dosis muss schrittweise verringert werden, bei Epilepsie in Kombination mit anderen Mitteln gegen Epilepsie. Bei Epilepsie kann ein plötzliches Absetzen einen lang anhaltenden Krampfanfall (Status epilepticus) auslösen. Vor allem nach einer längeren Behandlung, besonders mit hohen Dosen, sind Entzugssymptome möglich, etwa Kopf- und Muskelschmerzen, starke Angst, Unruhe, Schwitzen, Zittern und Schlafstörungen.
Darf ich mit Clonazepam Alkohol trinken?
Wenn Sie wegen einer Epilepsie mit Clonazepam behandelt werden, sollten Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken: Alkohol kann die Wirkung verändern, den Behandlungserfolg beeinträchtigen und unvorhersehbare Nebenwirkungen hervorrufen. Zusammen mit Alkohol können sich die Wirkungen von Clonazepam verstärken, mit starker Beruhigung oder Betäubung und einer bedeutsamen Dämpfung von Herz-Kreislauf- und Atemfunktion; auch ein Koma ist möglich, und das kann lebensbedrohlich sein. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol.
Darf ich Clonazepam in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte Clonazepam in der Schwangerschaft nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt eingenommen werden. Unterbrechen Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Zustimmung, denn ein plötzlicher Abbruch kann epileptische Anfälle auslösen, die Ihnen oder dem ungeborenen Kind schaden können. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und nennt als besser geeignete Mittel bei Epilepsie Lamotrigin, gegebenenfalls auch Levetiracetam. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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