AlltagRatgeber

Rauchen und Psychopharmaka

Bestandteile des Tabakrauchs können über Leberenzyme wie CYP1A2 den Abbau mancher Psychopharmaka beschleunigen, etwa von Clozapin, Olanzapin, Duloxetin und Agomelatin, sodass ihre Spiegel im Blut niedriger sein können. Hört jemand plötzlich auf zu rauchen, kann der Spiegel steigen; bei Clozapin können laut Fachinformation dann verstärkt Nebenwirkungen auftreten. Besprechen Sie einen Rauchstopp vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Hilfen zum Aufhören sollen laut der abgelaufenen S3-Leitlinie zum Tabakkonsum auch Menschen mit psychischen Erkrankungen angeboten werden.

Frau in den Vierzigern steht an einem klaren Morgen auf einem Hügel und atmet die frische Luft
Bild: KI-generiert

Rauchen beeinflusst, wie schnell der Körper manche Psychopharmaka abbaut. Laut S3-Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit" beeinflusst das Rauchen über das Cytochrom-P450-System der Leber den Abbau zahlreicher Psychopharmaka; betroffen sind die Enzyme CYP1A2 und CYP2E1. Verantwortlich ist dabei vor allem die Aufnahme der vielen Begleitstoffe im Tabakrauch, nicht die Aufnahme von Nikotin [16]. Die Leitlinie stammt aus dem Jahr 2021 und war laut eigener Angabe bis zum 31.12.2025 gültig; ihre Gültigkeit ist abgelaufen [16].

Unter Menschen mit Schizophrenie ist die Tabakabhängigkeit laut S3-Leitlinie Schizophrenie die häufigste zusätzliche Abhängigkeitserkrankung; zu ihrer verkürzten Lebenserwartung tragen unter anderem Lebensstilfaktoren wie die erhöhte Rate an Rauchenden bei [15]. Menschen mit einer Schizophrenie, die Tabak konsumieren, soll laut dieser Leitlinie eine Behandlung nach den geltenden Empfehlungen angeboten werden (Empfehlung 6) [15]. Mehr zur Erkrankung unter Schizophrenie.

Wie Rauchen den Abbau von Medikamenten verändert

Rauchen regt laut Fachinformation von Vareniclin das Leberenzym CYP1A2 an; nach einem Rauchstopp können deshalb die Konzentrationen von Arzneimitteln im Blut steigen, die über dieses Enzym abgebaut werden [14]. Die körperlichen Veränderungen beim Rauchstopp, mit oder ohne Vareniclin, können laut derselben Fachinformation außerdem die Wirkung bestimmter anderer Arzneimittel verändern; als Beispiele nennt sie Theophyllin, Warfarin und Insulin [14]. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie kann Rauchen den Spiegel verschiedener Antipsychotika senken [15].

Wie viel Wirkstoff im Blut ankommt, lässt sich mit einer Spiegelbestimmung prüfen. Bei einer Schizophrenie hat diese Messung (therapeutisches Drug Monitoring) laut S3-Leitlinie unter anderem bei pharmakokinetischen Fragestellungen Bedeutung, ausdrücklich genannt sind Rauchende [15]. Bei Antidepressiva nennt die NVL Unipolare Depression Rauchen als Beispiel für einen Einfluss, der zu niedrige Spiegel im Blut verursachen kann [17]. Mehr dazu unter Medikamentenspiegel.

Ob auch Nikotin allein den Abbau verändert, beschreiben die Quellen unterschiedlich. Die abgelaufene S3-Leitlinie zum Tabakkonsum führt die Wirkung auf die Begleitstoffe im Tabakrauch zurück, nicht auf das Nikotin [16]. Die Fachinformationen von Imipramin und Clomipramin nennen dagegen Nikotin unter den Stoffen, die den Abbau beschleunigen oder die Konzentration trizyklischer Antidepressiva senken, bei Clomipramin zusammen mit Bestandteilen des Zigarettenrauchs [6, 7]. Sprechen Sie auch vor einem Umstieg auf Nikotinersatzmittel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Psychopharmaka betroffen sind

Antipsychotika

Clozapin wird laut Fachinformation vor der Ausscheidung nahezu vollständig über die Enzyme CYP1A2 und CYP3A4 abgebaut. Bei plötzlicher Beendigung des Zigarettenrauchens kann die Konzentration von Clozapin im Blut erhöht sein, was zu verstärkten Nebenwirkungen führen kann [1]. Die Packungsbeilage bittet, der Ärztin oder dem Arzt zu sagen, ob Sie rauchen und wie häufig Sie koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola trinken; plötzliche Veränderungen bei den Rauchgewohnheiten oder beim Koffeinkonsum können die Wirkung beeinflussen [2]. Koffein kann laut Fachinformation den Clozapin-Spiegel erhöhen, nach fünf Tagen ohne Koffein kann er deutlich sinken [1].

Auch Olanzapin wird über CYP1A2 abgebaut. Rauchen kann laut Fachinformation den Abbau beschleunigen und zu niedrigeren Konzentrationen führen; beobachtet wurde nur eine leichte bis mäßige Zunahme der Ausscheidung, die klinischen Folgen sind wahrscheinlich gering, empfohlen wird aber eine klinische Überwachung [3]. Bei Nichtrauchenden war die Halbwertszeit länger als bei Rauchenden; verglichen mit den Unterschieden zwischen einzelnen Menschen ist der Einfluss des Rauchens auf die Ausscheidung laut Fachinformation aber gering [3].

Für Benperidol und Chlorprothixen schreiben die Fachinformationen, dass Rauchen die Konzentration im Blut senken kann; ob das die Wirkung bedeutsam abschwächt, ist nicht bekannt [8, 9]. Bei starken Rauchern ist die Ausscheidung von Phenothiazinen wie Perazin laut Fachinformation im Durchschnitt erhöht, mit größerer Streuung [10]. Bei Risperidon zeigte eine Auswertung laut Fachinformation dagegen keinen offensichtlichen Einfluss der Rauchgewohnheiten darauf, wie der Körper den Wirkstoff verarbeitet [21]. Mehr zur Gruppe unter Antipsychotika.

Antidepressiva

Bei Duloxetin hatten Rauchende laut Fachinformation eine deutlich niedrigere Konzentration im Blut als Nichtrauchende [4]. Bei Agomelatin kann Zigarettenrauch, der CYP1A2 anregt, laut Fachinformation den Anteil des Wirkstoffs verringern, der im Körper verfügbar wird, vor allem bei starken Raucherinnen und Rauchern [5]. Beim trizyklischen Antidepressivum Imipramin können laut Fachinformation Stoffe wie Nikotin den Abbau beschleunigen und dadurch die antidepressive Wirkung abschwächen [6]. Bei Clomipramin war die Konzentration im Blut bei Zigarettenrauchern laut Fachinformation deutlich niedriger als bei Nichtrauchern [7]. Mehr zur Gruppe unter Antidepressiva.

Beruhigungs- und Schlafmittel

Bei den Benzodiazepinen Diazepam und Medazepam kann die Ausscheidung bei Rauchern laut Fachinformation beschleunigt sein [11, 12]. Bei Melatonin kann Zigarettenrauchen laut Fachinformation den Spiegel senken, weil es das Enzym CYP1A2 anregt [13]. Welche Wechselwirkungen für Ihr Mittel gelten, steht auf der jeweiligen Wirkstoffseite im Abschnitt Wechselwirkungen.

Was beim Rauchstopp zu beachten ist

Mann in den Vierzigern joggt am frühen Morgen einen Weg am Fluss entlang
Bild: KI-generiert

Weil sich mit dem Tabakkonsum die Spiegel von Antidepressiva, Antipsychotika und Benzodiazepinen verändern, müssen laut der abgelaufenen S3-Leitlinie zum Tabakkonsum mit einer Verringerung des Rauchens auch die Spiegel dieser Medikamente überprüft werden. Besonders betroffen sind laut Leitlinie Antipsychotika wie Clozapin und Olanzapin; regelmäßige Spiegelkontrollen sind erforderlich, um Vergiftungen nach einem Rauchstopp zu vermeiden [16]. Bei einer Schizophrenie sollen Menschen mit Tabakabhängigkeit laut S3-Leitlinie Schizophrenie grundsätzlich dieselben Hilfen zum Verringern oder Beenden des Rauchens angeboten werden wie anderen Rauchenden, mit Aufklärung über das Risiko von Spiegelveränderungen der Antipsychotika (Empfehlung 105) [15]. Sprechen Sie einen geplanten Rauchstopp vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab und sagen Sie Bescheid, wenn Sie deutlich weniger oder gar nicht mehr rauchen.

Eine Raucherentwöhnung mit oder ohne Arzneimittel wurde laut Fachinformation von Vareniclin mit einer Verschlechterung psychischer Grunderkrankungen wie Depressionen in Verbindung gebracht [14]. Der Entzug selbst geht laut S3-Leitlinie zum Tabakkonsum mit seelischen Beschwerden einher, etwa gedrückter und depressiver Stimmung, Angst, Freudlosigkeit, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, mehr Appetit, Antriebsverlust und Konzentrationsschwierigkeiten [16]. Eine depressive Stimmung, selten verbunden mit Suizidgedanken und Suizidversuch, kann laut Fachinformation von Vareniclin ein Zeichen des Nikotinentzugs sein [14]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn sich Ihre Stimmung beim Aufhören deutlich verändert.

Hilfen beim Aufhören

Bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung, aktuell oder früher, soll laut der abgelaufenen S3-Leitlinie zum Tabakkonsum der Tabakkonsum erfasst und Rauchenden ein Rauchstopp empfohlen werden. Unter Berücksichtigung von Akuität und Besonderheiten der Erkrankung sollen ihnen grundsätzlich dieselben psychosozialen, psychotherapeutischen und medikamentösen Hilfen angeboten werden wie Rauchenden ohne psychische Erkrankung [16]. Rauchenden mit Depression sollen laut dieser Leitlinie Nikotinersatz und Vareniclin in einem stufenweisen Vorgehen angeboten werden. Rauchenden mit einer stabilen Schizophrenie sollten Bupropion oder Vareniclin angeboten werden, und Rauchenden mit Schizophrenie soll eine Behandlung mit Nikotinersatz angeboten werden [16].

Neben Medikamenten nennt die Leitlinie psychologische Hilfen. Wer raucht und depressiv ist oder früher eine Depression hatte, soll laut S3-Leitlinie zum Tabakkonsum eine Behandlung zum Rauchstopp mit Bestandteilen angeboten bekommen, die sich auf die depressiven Beschwerden beziehen, zum Beispiel ein Training im Umgang mit der Stimmung. Bei einer Depression in der Vorgeschichte sollen Psychoedukation, kognitive Verhaltenstherapie und ein Training zur Vorbeugung von Rückfällen angeboten werden [16]. Bei einer Schizophrenie können laut dieser Leitlinie verhaltenstherapeutische Ansätze zur Tabakentwöhnung angeboten werden, die auf Verstärkung setzen [16].

Für eine Nutzenbewertung, mit der er im März 2022 das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragte, nannte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als am Markt verfügbare Wirkstoffe mit Zulassung zur Behandlung der Tabakabhängigkeit Bupropion, Cytisin, Nicotin und Vareniclin [18]. Gesetzlich Versicherte, bei denen eine schwere Tabakabhängigkeit festgestellt wurde, haben laut Arzneimittel-Richtlinie Anspruch auf eine einmalige Versorgung mit Arzneimitteln zur Tabakentwöhnung im Rahmen evidenzbasierter Programme zur Tabakentwöhnung; verordnungsfähig sind dafür Arzneimittel mit Nicotin und Vareniclin [19]. Die Wirkstoffseite Bupropion beschreibt ein Präparat gegen Depressionen; für ein Präparat zur Raucherentwöhnung gilt dessen eigene Packungsbeilage.

Nach der Markteinführung wurde laut Fachinformation bei Menschen, die mit Vareniclin das Rauchen aufgeben wollten, über Verhaltensänderungen, Denkstörungen, Angstzustände, Psychosen, Stimmungsschwankungen, Aggressivität, Depressionen, suizidales Verhalten sowie Suizidgedanken und Suizidversuche berichtet. In einer großen Studie mit Rauchenden mit und ohne psychiatrische Vorerkrankungen war Vareniclin im Vergleich zu Placebo nicht mit einem erhöhten Risiko dieser Ereignisse insgesamt verbunden [14]. Treten unter Vareniclin schwere psychische Beschwerden auf, sollen Behandelte die Einnahme laut Fachinformation sofort beenden und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; bei einer psychiatrischen Vorerkrankung ist Vorsicht geboten [14]. Hilfe in einer Krise finden Sie im Abschnitt Was beim Rauchstopp zu beachten ist, mehr zum Mittel unter Vareniclin.

Kostenlose Beratung zum Rauchstopp bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) telefonisch unter 0800 8 31 31 31 an, einer kostenfreien Servicenummer, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr; vom 24. bis 26. Dezember gibt es keine Beratung. Die Telefonberatung unterstützt laut BIÖG bei der Vorbereitung und Planung des Rauchstopps, bietet Rückrufe während der Ausstiegsphase an, hilft bei Rückfällen und vermittelt bei Bedarf Gruppenprogramme und Beratungsstellen [20].

Quellen

  1. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  3. Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  5. EMA-Produktinformation Valdoxan (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Les Laboratoires Servier (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2025. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Imipramin-neuraxpharm 10 mg, 25 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Clomipramin-neuraxpharm 75 mg retard Retardtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Benperidol-neuraxpharm 2 mg/4 mg/10 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Chlorprothixen-neuraxpharm 15 mg, 50 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Perazin-neuraxpharm 25 mg, 100 mg, 200 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 23.10.2026
  12. Fachinformation Rudotel 10 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 12/2022. abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 23.10.2026
  14. EMA-Produktinformation CHAMPIX (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2025. abgerufen am 23.10.2026
  15. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (veröffentlicht 15.07.2026); laut DGPPN-Übersicht gültig bis 12.07.2027. abgerufen am 23.10.2026
  16. Leitlinie S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung, Langversion (AWMF-Register-Nr. 076-006). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand 2021, gültig bis 31.12.2025 (abgelaufen). abgerufen am 23.10.2026
  17. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 3.2, Juli 2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  18. Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: § 14a und Anlage IIa (Arzneimittel zur Tabakentwöhnung im Rahmen von evidenzbasierten Programmen zur Tabakentwöhnung). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 15.05.2025. abgerufen am 23.10.2026
  19. Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: § 14a und Anlage IIa (Arzneimittel zur Tabakentwöhnung im Rahmen von evidenzbasierten Programmen zur Tabakentwöhnung), BAnz AT 19.08.2025 B1. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 15.05.2025, in Kraft seit 20.08.2025. abgerufen am 23.10.2026
  20. Behörde Telefonberatung zum Rauchstopp (rauchfrei-info.de). Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 23.10.2026
  21. Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Beeinflusst Rauchen die Wirkung von Clozapin?

Ja, das ist möglich. Laut Packungsbeilage können plötzliche Veränderungen bei den Rauchgewohnheiten oder beim Koffeinkonsum die Wirkung von Clozapin beeinflussen. Hört jemand plötzlich auf zu rauchen, kann die Konzentration im Blut laut Fachinformation steigen und zu verstärkten Nebenwirkungen führen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie rauchen, und besprechen Sie einen Rauchstopp vorher.

Was passiert mit Olanzapin, wenn ich rauche?

Olanzapin wird über das Leberenzym CYP1A2 abgebaut. Rauchen kann laut Fachinformation den Abbau beschleunigen und zu niedrigeren Konzentrationen führen; beobachtet wurde eine leichte bis mäßige Zunahme der Ausscheidung, die klinischen Folgen sind wahrscheinlich gering. Empfohlen wird eine klinische Überwachung. Wie Ihre Behandlung darauf abgestimmt wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Senkt Rauchen den Spiegel von Duloxetin?

Laut Fachinformation hatten Rauchende eine deutlich niedrigere Konzentration von Duloxetin im Blut als Nichtrauchende. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie rauchen, und melden Sie, wenn Sie aufhören oder deutlich weniger rauchen.

Was muss ich beachten, wenn ich mit Psychopharmaka aufhöre zu rauchen?

Mit einer Verringerung des Rauchens müssen laut der abgelaufenen S3-Leitlinie zum Tabakkonsum auch die Spiegel von Antidepressiva, Antipsychotika und Benzodiazepinen überprüft werden; besonders betroffen sind Clozapin und Olanzapin. Planen Sie den Rauchstopp mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und achten Sie auf neue Nebenwirkungen und auf Ihre Stimmung.

Gilt das auch für Nikotinpflaster?

Die Quellen beschreiben das unterschiedlich. Laut der abgelaufenen S3-Leitlinie zum Tabakkonsum beruht der Einfluss auf den Abbau vor allem auf den Begleitstoffen im Tabakrauch, nicht auf dem Nikotin. Die Fachinformationen von Imipramin und Clomipramin nennen dagegen auch Nikotin als Stoff, der den Abbau beschleunigen oder die Konzentration senken kann. Besprechen Sie einen Umstieg auf Nikotinersatz vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Medikamente helfen beim Rauchstopp bei Depression oder Schizophrenie?

Laut S3-Leitlinie zum Tabakkonsum sollen Rauchenden mit Depression Nikotinersatz und Vareniclin in einem stufenweisen Vorgehen angeboten werden; Rauchenden mit einer stabilen Schizophrenie sollten Bupropion oder Vareniclin angeboten werden, Rauchenden mit Schizophrenie soll ein Nikotinersatz angeboten werden. Die Leitlinie ist seit Ende 2025 abgelaufen. Welches Mittel für Sie in Frage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ein Rauchstopp die Stimmung verschlechtern?

Ja. Eine Raucherentwöhnung wurde laut Fachinformation von Vareniclin, mit oder ohne Arzneimittel, mit einer Verschlechterung psychischer Grunderkrankungen wie Depressionen in Verbindung gebracht, und eine depressive Stimmung kann ein Zeichen des Nikotinentzugs sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn sich Ihre Stimmung deutlich verändert. Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, finden Sie sofort Hilfe unter Hilfe in der Krise.

Wirkt Agomelatin bei Rauchern schwächer?

Laut Fachinformation kann Zigarettenrauch den Anteil von Agomelatin verringern, der im Körper verfügbar wird, vor allem bei starken Raucherinnen und Rauchern. Ob das für Ihre Behandlung eine Rolle spielt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Sagen Sie ihr oder ihm, ob und wie viel Sie rauchen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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