MedikamenteWirkstoff
Zolpidem
Zolpidem ist ein verschreibungspflichtiges Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepin-ähnlichen Arzneimittel, zugelassen zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, wenn die Schlafstörung schwer ist oder übermäßiges Leiden verursacht. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Stilnox. Zolpidem kann abhängig machen und am Tag nach der Einnahme die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen; nach Schlafwandeln oder anderen Handlungen im Schlaf, ohne vollständig wach zu sein, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wofür wird Zolpidem eingesetzt?
Zolpidem ist zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen zugelassen. Laut Fachinformation sind Benzodiazepine und Benzodiazepin-ähnliche Arzneistoffe nur angezeigt, wenn die Schlafstörung schwer ist oder für die behandelte Person ein übermäßiges Leiden bedeutet. Die Packungsbeilage sagt, dass Zolpidem nur für Schlafstörungen verschrieben wird, die schwerwiegend sind, extrem beeinträchtigen oder zu einer massiven Belastung werden. Weitere Anwendungsgebiete nennt die Fachinformation nicht. [1, 2]
Die Ursache der Schlafstörungen soll laut Fachinformation, wenn möglich, festgestellt werden, und zugrunde liegende Störungen sollten vor der Verschreibung behandelt werden. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird Zolpidem nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Zur primären Behandlung von Psychosen werden Benzodiazepine und Benzodiazepin-ähnliche Stoffe nicht empfohlen, und Depressionen oder Angstzustände, die von Depressionen begleitet sind, sollten nicht allein mit ihnen behandelt werden. [1, 2]
Wie wirkt Zolpidem?
Zolpidem ist ein Schlafmittel (Hypnotikum) aus der Gruppe der Imidazopyridine; die Packungsbeilage zählt es zu den Benzodiazepin-ähnlichen Arzneimitteln. Es wirkt an bestimmten Bindungsstellen des Rezeptorkomplexes für den Botenstoff GABA, vorwiegend an einem bestimmten Untertyp; die klinische Bedeutung dieser Beobachtung ist laut Fachinformation nicht bekannt. Laut Embryotox wirkt Zolpidem als Schlafmittel, indem es die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA (Gamma-Aminobuttersäure) verstärkt. [1, 2, 3]
In experimentellen Untersuchungen wirkte Zolpidem schon in niedrigeren Dosen beruhigend, als für eine krampflösende, muskelentspannende oder angstlösende Wirkung nötig sind. Die S3-Leitlinie nennt Zolpidem und Zopiclon als die in Deutschland zugelassenen Z-Substanzen. Chemisch sind sie keine Benzodiazepine, binden aber an vergleichbare Stellen der GABA-Rezeptoren und ähneln den Benzodiazepinen in klinisch-pharmakologischer Hinsicht weitgehend. Die Leitlinie stammt in der Version 1.1 aus dem Jahr 2021, war laut eigener Angabe nur bis spätestens Ende Juli 2025 gültig und ist inzwischen abgelaufen. [2, 13]
Zolpidem wird schnell aufgenommen, und die schlaffördernde Wirkung setzt rasch ein; die höchsten Spiegel im Blut sind 0,5 bis 3 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegt im Mittel bei 2,4 Stunden, die Wirkung hält bis zu 6 Stunden an. Bei älteren Menschen gelangt mehr Wirkstoff ins Blut, bei Leberfunktionsstörungen verlängert sich die Halbwertszeit. Abgebaut wird Zolpidem laut Laboruntersuchungen vor allem über das Enzym CYP3A4, zum Teil auch über CYP1A2. [2]
Wie sich Zolpidem von Zopiclon und Daridorexant unterscheidet, zeigen die Vergleiche Zolpidem oder Zopiclon und Daridorexant oder Zolpidem. Einen Überblick gibt die Seite Schlafmittel.
Wann wirkt Zolpidem und wie lange wird behandelt?
Für ältere Menschen über 65 Jahre, für geschwächte Menschen und bei leicht bis mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion empfiehlt die Packungsbeilage zu Beginn eine niedrigere Dosis. Schläfrigkeit am Tag, Gefühlsstörungen, verminderte Wachsamkeit, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelschwäche, ein Verlust der Koordination der Muskeln (Ataxie) und Doppeltsehen treten laut Fachinformation vor allem zu Beginn auf und verschwinden bei wiederholter Einnahme meist wieder. [1, 2]
Stellen Sie nach einigen Wochen fest, dass die Tabletten nicht mehr so gut wirken wie zu Beginn, sollten Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Die Behandlung kann wenige Tage bis zu 2 Wochen dauern. In bestimmten Situationen kann eine längere Einnahme erforderlich sein; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, wann und wie Sie die Behandlung beenden. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1]
- BeginnDie Ursache der Schlafstörungen soll laut Fachinformation, wenn möglich, festgestellt werden, und zugrunde liegende Störungen sollten vor der Verordnung behandelt werden. Zu Beginn ist es laut Fachinformation sinnvoll, Sie über die begrenzte Behandlungsdauer zu informieren. Um das Risiko von Gedächtnislücken zu verringern, die meist in den ersten Stunden nach der Einnahme auftreten, sollte ein ununterbrochener Schlaf von 8 Stunden möglich sein.[1, 2]
- Erste WirkungZolpidem wird schnell aufgenommen, und die schlaffördernde Wirkung setzt rasch ein. Halten die Schlafstörungen 7 bis 14 Tage nach Behandlungsbeginn noch an, kann das laut Fachinformation auf eine andere psychische oder körperliche Erkrankung hinweisen, die untersucht werden sollte. Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die schlaffördernde Wirkung nachlassen (Toleranz).[1, 2]
- ErhaltungDie Behandlung sollte so kurz wie möglich sein, im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen, und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen. Eine längere Behandlung sollte laut Fachinformation nur nach erneuter ärztlicher Beurteilung erfolgen: Zolpidem kann zu Missbrauch sowie zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen, und das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung.[1, 2]
- AbsetzenLaut Fachinformation wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu verringern, weil das Risiko für Entzugserscheinungen und eine verstärkte Rückkehr der Schlafstörungen (Rebound) nach plötzlichem Beenden höher ist; die Absetzphase sollte auf die einzelne Person abgestimmt sein. Beim Beenden können die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt auftreten, begleitet von Stimmungswechseln, Angst und innerer Unruhe. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Laut Fachinformation gibt es Hinweise, dass die Nebenwirkungen von Zolpidem von der Dosis abhängen, insbesondere bestimmte Nebenwirkungen des Nervensystems und des Magen-Darm-Trakts; am häufigsten treten sie bei älteren Menschen auf. Häufiger kommen sie innerhalb der ersten Stunde nach der Einnahme vor, wenn Sie nicht sofort zu Bett gehen oder einschlafen. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören unter anderem Schläfrigkeit am folgenden Tag, gedämpfte Emotionen, Halluzinationen, Erregung, Albträume, Depression sowie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Eine bereits bestehende Depression kann während der Anwendung zutage treten. [1, 2]
Zolpidem kann Gedächtnislücken für die Zeit nach der Einnahme verursachen (anterograde Amnesie), meist in den ersten Stunden. Sie können mit unangemessenem Verhalten einhergehen, und ihr Risiko nimmt bei höheren Dosen zu. Schläfrigkeit und eine verminderte Bewusstseinslage können zu Stürzen und in der Folge zu schweren Verletzungen führen. [1, 2]
Missbrauch, Gewöhnung (Toleranz), Abhängigkeit und Entzugserscheinungen beschreibt die Fachinformation ausführlich; mehr dazu unter Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Einnahme und Absetzen. Zu Schlafwandeln und anderen Handlungen im Schlaf steht mehr unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenHäufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexSelten
- Erektionsstörungennicht genannt
- Mundtrockenheitnicht genannt
- Vermehrtes SchwitzenGelegentlich
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- ZitternGelegentlich
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- Natriummangelnicht genannt
- AbhängigkeitSehr selten
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Zolpidem nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Infektion der Lunge oder der Atemwege (Atemwegsinfektion)[1, 2]
- Häufig: Wahrnehmung von Dingen, die nicht real sind (Halluzinationen), Erregung, Albträume[1, 2]
- Häufig: Depression; laut Fachinformation können bereits bestehende Depressionen während der Anwendung zutage treten[1, 2]
- Häufig: Schläfrigkeit am folgenden Tag, gedämpfte Emotionen, verminderte Wachsamkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel[1, 2]
- Häufig: Schwierigkeiten, sich an Dinge zu erinnern (Amnesie), was mit unangemessenem Verhalten verbunden sein kann, Gedächtnisstörungen, Unfähigkeit, sich an die jüngste Vergangenheit zu erinnern (anterograde Amnesie)[1, 2]
- Häufig: Verlust der Koordination der Muskeln (Ataxie), sich verschlechternde Schlaflosigkeit[1, 2]
- Häufig: Gefühl von Drehschwindel mit Balanceverlust (Vertigo)[1, 2]
- Häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen[1, 2]
- Häufig: Erschöpfung (Fatigue)[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Zolpidem nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, emotionale Abstumpfung und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Von Menschen, die Zolpidem eingenommen hatten und nicht vollständig wach waren, wurden Schlafwandeln und damit verbundene Verhaltensweisen berichtet: schlafwandelndes oder übermüdetes Autofahren ("Schlaffahren"), Zubereiten und Essen von Mahlzeiten, Telefonieren und Geschlechtsverkehr, an die sich die Betroffenen später nicht erinnern konnten. Laut Fachinformation kann das nach der ersten oder nach jeder weiteren Einnahme auftreten. Alkohol und andere dämpfende Arzneimittel scheinen das Risiko zu erhöhen, ebenso Dosierungen über der empfohlenen Höchstdosis. Laut Packungsbeilage ist Schlafwandeln gelegentlich, kann also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. [1, 2]
Erleben Sie ein solches Ereignis, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, da dieses Schlafverhalten Sie und andere Menschen einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen kann; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, die Behandlung abzubrechen. Laut Fachinformation sollte das Absetzen bei Menschen, die über solche Verhaltensweisen berichten, dringend erwogen werden. Wer nach Zolpidem oder einem anderen zolpidemhaltigen Arzneimittel schon einmal so reagiert hat, darf Zolpidem nicht einnehmen. [1, 2]
Einige Studien haben bei Menschen, die bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel einschließlich Zolpidem einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizid gezeigt; ob das durch das Arzneimittel verursacht wird oder andere Gründe hat, ist nicht erwiesen. Bei Anzeichen einer Depression sollte Zolpidem laut Fachinformation mit Vorsicht angewendet werden. Haben oder hatten Sie Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; treten solche Gedanken auf, wenden Sie sich so bald wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Sofort erreichbar sind auch die folgenden Hilfsangebote. [1, 2]
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten. Mehr zur Erkrankung unter Depression.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Laut Packungsbeilage nehmen Sie Zolpidem als Einmalgabe unmittelbar vor dem Schlafengehen mit Flüssigkeit ein und in derselben Nacht keine weitere Dosis. Sorgen Sie dafür, dass ein ununterbrochener Schlaf von 8 Stunden möglich ist; das kann laut Fachinformation das Risiko von Gedächtnislücken verringern, die meist in den ersten Stunden nach der Einnahme auftreten. [1, 2]
Unruhe, innere Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, Schlafwandeln, unangemessenes Verhalten und verstärkte Schlafstörungen können während der Behandlung auftreten, mit größerer Wahrscheinlichkeit bei älteren Menschen. Wenn das geschieht, sollten Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren. [1]
Zolpidem wirkt muskelentspannend; daher besteht laut Packungsbeilage vor allem bei älteren Menschen beim nächtlichen Aufstehen die Gefahr von Stürzen und Verletzungen. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. Beschwerden und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1, 2]
Kontrollen während der Behandlung
Dauern die Schlafstörungen 7 bis 14 Tage nach Behandlungsbeginn an, sollte laut Fachinformation untersucht werden, ob eine psychische oder körperliche Erkrankung dahintersteht; ohne erneute ärztliche Beurteilung sollte die Behandlung nicht über 4 Wochen hinaus verlängert werden. Menschen mit psychischen Störungen oder Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen in der Vorgeschichte sind wegen des höheren Abhängigkeitsrisikos sorgfältig zu überwachen. Wer gleichzeitig Opioide nimmt, sollte engmaschig auf Zeichen einer Atemdämpfung und starker Beruhigung (Sedierung) überwacht werden. [2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig ist | Wenn die Schlafstörungen 7 bis 14 Tage nach Beginn anhalten, Untersuchung auf andere Ursachen; vor einer Behandlung über 4 Wochen hinaus erneute ärztliche Beurteilung[1, 2] |
| Sorgfältige Überwachung auf Missbrauch und Abhängigkeit | Bei psychischen Erkrankungen oder Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen in der Vorgeschichte[2] |
| Engmaschige Überwachung auf Abflachung der Atmung und starke Beruhigung | Bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Mehr dazu unter Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Zusammen mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Die gleichzeitige Anwendung sollte laut Packungsbeilage nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf die Anzeichen zu achten. Mit Antipsychotika, anderen Schlaf-, Beruhigungs- oder angstlösenden Mitteln, muskelentspannenden Mitteln, Antidepressiva, Narkoanalgetika, Mitteln gegen Epilepsie, Narkosemitteln und müde machenden Antihistaminika können Benommenheit und am Folgetag psychomotorische Störungen einschließlich einer eingeschränkten Verkehrstüchtigkeit verstärkt auftreten. [1, 2]
Zusammen mit den Antidepressiva Bupropion, Desipramin, Fluoxetin, Sertralin und Venlafaxin kann es laut Packungsbeilage vorkommen, dass Sie Dinge sehen, die nicht real sind; die Fachinformation spricht von vereinzelten Fällen. Nicht empfohlen wird die gleichzeitige Einnahme mit Fluvoxamin oder Ciprofloxacin, die den Zolpidem-Spiegel im Blut erhöhen können, und mit Mitteln, die bestimmte Leberenzyme stark anregen und die Wirkung von Zolpidem möglicherweise abschwächen, zum Beispiel Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut. Ketoconazol kann die schläfrig machende Wirkung verstärken. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Antipsychotika, Schlafmittel, Beruhigungs- oder angstlösende Mittel, Mittel gegen Depressionen, Narkoanalgetika (Mittel gegen mittelschwere bis schwere Schmerzen), Mittel gegen Epilepsie, Narkosemittel, sedierende Antihistaminika | Benommenheit und am Tag nach der Einnahme psychomotorische Störungen, einschließlich eingeschränkter Verkehrstüchtigkeit, können verstärkt auftreten[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Muskelentspannende Arzneimittel (z. B. Baclofen) | Ihre muskelentspannende Wirkung kann verstärkt werden; außerdem verstärkte Benommenheit[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel) | Höheres Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer sollten von der Ärztin oder dem Arzt begrenzt werden. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte auf die Anzeichen achten zu lassen; bei Anzeichen Ärztin oder Arzt kontaktieren |
| Mittel gegen Depressionen wie Bupropion, Desipramin, Fluoxetin, Sertralin und Venlafaxin | Es kann vorkommen, dass Sie Dinge sehen, die nicht real sind (Halluzinationen)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Fluvoxamin (gegen Depressionen) oder Ciprofloxacin (Antibiotikum) | Laut Fachinformation können die Blutspiegel von Zolpidem steigen[1, 2] | Gleichzeitige Einnahme nicht empfohlen |
| Itraconazol oder Ketoconazol (gegen Pilzinfektionen) | Wechselwirkungen möglich; Ketoconazol kann die schläfrig machende Wirkung verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut | Die Wirkung von Zolpidem kann abgeschwächt werden[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen |
| Alkohol | Kann die Wirkung von Zolpidem verstärken und Sie in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen; kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen[1, 2] | Während der Behandlung keinen Alkohol trinken |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Eingriffen mit Narkose unter Psychopharmaka vor einer Operation.
Wer Zolpidem nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Zolpidem oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schlafwandeln oder andere im Schlaf ungewöhnliche Verhaltensweisen nach früherer Einnahme von Zolpidem[1, 2]
- Schwere Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
- Kurzzeitige Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
- Akute und/oder schwere Atemprobleme (respiratorische Insuffizienz)[1, 2]
- Schwere Leberschädigung (Leberinsuffizienz), es besteht das Risiko einer Hirnschädigung (Enzephalopathie)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Höheres Alter oder geschwächter Zustand: Sie sollten eine niedrigere Dosis erhalten; wegen der muskelentspannenden Wirkung besteht vor allem bei älteren Menschen beim nächtlichen Aufstehen Sturz- und Verletzungsgefahr[1, 2]
- Schläfrigkeit und verringerte Wachsamkeit können zu Stürzen führen, manchmal mit schweren Verletzungen[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Der Abbau kann länger dauern; keine Dosisanpassung, aber Vorsicht[1, 2]
- Chronische Atemprobleme: Sie könnten sich verschlimmern[1, 2]
- Herzprobleme, auch ein langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag (verlängertes QT-Syndrom); laut Fachinformation bei angeborenem Long-QT-Syndrom sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
- Psychische Störung oder Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen in der Vorgeschichte: sorgfältige ärztliche Überwachung wegen des Risikos von Gewöhnung und psychischer Abhängigkeit[1, 2]
- Wahnvorstellungen (Psychosen), Depressionen oder Angstzustände in Verbindung mit Depressionen: Zolpidem sollte nicht die einzige Behandlung sein[1, 2]
- Gedanken, sich selbst zu verletzen oder zu töten, auch früher: Einige Studien zeigten bei bestimmten Beruhigungs- und Schlafmitteln einschließlich Zolpidem ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizid; ob das Arzneimittel die Ursache ist, ist nicht erwiesen[1, 2]
- Andere psychische Krankheit in der Vergangenheit; Einnahme von Zolpidem oder ähnlichen Arzneimitteln über mehr als vier Wochen in letzter Zeit[1]
- Vor der Behandlung sollte die Ursache der Schlafstörungen abgeklärt und zugrunde liegende Krankheiten sollten behandelt werden. Bessern sich die Schlafstörungen nach 7 bis 14 Tagen nicht, kann das auf eine psychische oder körperliche Krankheit hinweisen, die untersucht werden sollte[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
Ältere oder geschwächte Menschen sollten laut Packungsbeilage eine niedrigere Dosis erhalten. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter und zu Herzproblemen unter Herz und QT-Zeit. [1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Laut Packungsbeilage kann Alkohol die Wirkung von Zolpidem verstärken und Sie in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen; Alkoholkonsum kann außerdem Ihre Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Laut Fachinformation scheint Alkohol auch das Risiko für Schlafwandeln und ähnliches Verhalten zu erhöhen. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Zolpidem hat laut Fachinformation großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Am Morgen nach der Einnahme können Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schwindel, Schläfrigkeit, verschwommenes oder doppeltes Sehen und eine verminderte Aufmerksamkeit die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Auch bei alleiniger Anwendung in den für die Behandlung vorgesehenen Dosen war die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt, und es kam zu schlafwandelndem oder übermüdetem Fahren ("Schlaffahren"). [2]
Für mindestens 8 Stunden nach der Einnahme empfehlen Fachinformation und Packungsbeilage, kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten. Das Risiko für Beeinträchtigungen am Folgetag ist erhöht, wenn Sie eine höhere als die empfohlene Dosis nehmen oder wenn andere dämpfende Mittel, Mittel, die den Zolpidem-Spiegel im Blut erhöhen, Alkohol oder Drogen hinzukommen. Nehmen Sie laut Packungsbeilage während der Behandlung keine anderen Substanzen ein, die sich auf die Psyche auswirken, da sich die genannten Wirkungen dadurch verschlimmern können. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Laut Packungsbeilage sollte Zolpidem während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten, und während der Stillzeit nicht angewendet werden. Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder vermuten, sollten laut Fachinformation darauf hingewiesen werden, ihre Ärztin oder ihren Arzt wegen eines Abbruchs der Behandlung aufzusuchen. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Zolpidem in der Schwangerschaft als hoch an; zur Stillzeit liegen dort publizierte Erfahrungen zu neun Mutter-Kind-Paaren vor. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 3]
Benzodiazepine und Benzodiazepin-ähnliche Stoffe wie Zolpidem können zu Missbrauch sowie zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei psychischen Störungen und bei Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen in der Vorgeschichte erhöht. Laut Fachinformation wurde über Missbrauch bei Menschen berichtet, die von verschiedenen Drogen abhängig sind. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie in letzter Zeit länger als vier Wochen Zolpidem oder ähnliche Mittel eingenommen haben. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln. [1, 2]
Rechtlich steht Zolpidem in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Ausgenommen sind Zubereitungen zum Einnehmen ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III, die bis zu 8,5 mg Zolpidem je Tablette oder anderer abgeteilter Form enthalten, berechnet als Base; diese Zubereitungen sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig. Die Fachinformation von Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten nennt als Verkaufsabgrenzung "verschreibungspflichtig". [2, 4, 5]
Schwangerschaft
Zolpidem sollte während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten. Einige Studien zeigten ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Lippen- und Gaumenspalten beim Neugeborenen. Nach Einnahme im zweiten und/oder dritten Schwangerschaftsdrittel können sich das Kind im Mutterleib weniger bewegen und seine Herzfrequenz weniger schwanken. Am Ende der Schwangerschaft oder während der Wehen eingenommen, können beim Baby Muskelschwäche, erniedrigte Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Füttern und Atemprobleme (Atemdepression) auftreten; nach längerer Einnahme in der Spätschwangerschaft kann das Kind körperlich abhängig sein und Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Zittern haben und sollte nach der Geburt engmaschig überwacht werden.[1]
Laut Fachinformation sollten Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder vermuten, mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über ein Ende der Behandlung sprechen. Kohortenstudien mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen ergaben keinen Beleg für Fehlbildungen nach Anwendung von Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-ähnlichen Substanzen im ersten Schwangerschaftsdrittel; in bestimmten Fall-Kontroll-Studien wurde über mehr Lippen- und Gaumenspalten im Zusammenhang mit der Anwendung von Benzodiazepinen in der Schwangerschaft berichtet.[2]
Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft hoch: Studien zu mehr als 1.100 Schwangerschaften ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Notwendigkeit sollte kritisch geprüft werden; gegebenenfalls ist eine kurzzeitige Anwendung akzeptabel. Vor allem in den Wochen vor der Entbindung oder wenn eine längerfristige Schlafmedikation nötig ist, sollten besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden. Nach Einnahme in den Wochen vor der Geburt ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Als besser geeignete Alternativen kommen laut Embryotox je nach psychischer Grunderkrankung zum Beispiel Mirtazapin, Amitriptylin, Quetiapin oder Promethazin infrage. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Zolpidem geht in geringer Menge in die Muttermilch über und sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden; laut Fachinformation sind die Auswirkungen auf den Säugling nicht untersucht.[1, 2]
Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu neun Mutter-Kind-Paaren vor; bisher wurden keine Beschwerden bei gestillten Kindern berichtet. Laut Embryotox ist Stillen bei kurzzeitiger alleiniger Einnahme ohne Überschreiten der zugelassenen Tageshöchstdosis und bei guter Beobachtung des Kindes akzeptabel; treten beim Kind sonst nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten die Kinderärztin oder der Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden. Insbesondere wenn eine längerfristige Schlafmedikation nötig ist, sollten laut Embryotox besser geeignete Alternativen bevorzugt werden, je nach psychischer Grunderkrankung zum Beispiel Mirtazapin, Amitriptylin oder Quetiapin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Alkohol kann die Wirkung von Zolpidem verstärken und Sie in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen, und er kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Zolpidem hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, auch durch schlafwandelndes oder übermüdetes Fahren ("Schlaffahren"). Am Tag nach der Einnahme können Sie sich benommen, schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen, langsamer entscheiden, verschwommen oder doppelt sehen und weniger aufmerksam sein. Für mindestens 8 Stunden nach der Einnahme wird empfohlen, kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten. Trinken Sie keinen Alkohol und nehmen Sie keine anderen Substanzen ein, die auf die Psyche wirken.[1, 2]
Anwendung
Als Einmalgabe unmittelbar vor dem Schlafengehen mit Flüssigkeit schlucken; in derselben Nacht keine weitere Dosis. Sie sollten dafür sorgen, dass ein ununterbrochener Schlaf von 8 Stunden möglich ist. Beginnen Sie für mindestens 8 Stunden nach der Einnahme keine Tätigkeiten, die Ihre volle Aufmerksamkeit erfordern.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen. Können Sie noch 8 Stunden schlafen, können Sie die Tablette einnehmen; sonst erst am nächsten Tag vor dem Schlafengehen.[1]
Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein: wenige Tage bis zu 2 Wochen und einschließlich der schrittweisen Absetzphase nicht länger als 4 Wochen. Nach wiederholter Einnahme über mehrere Wochen kann die schlaffördernde Wirkung nachlassen; wirken die Tabletten nicht mehr so gut, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.[1, 2]
Absetzen
Nehmen Sie Zolpidem so lange ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt, dass Sie aufhören sollen, und hören Sie nicht plötzlich auf: Die Dosis wird über einen gewissen Zeitraum verringert. Bei abruptem Absetzen kann die Schlaflosigkeit verstärkt zurückkehren, begleitet von Stimmungsschwankungen, Angst und Unruhe; nach Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit treten Entzugserscheinungen auf.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und Packung, Packungsbeilage und übrige Tabletten mitnehmen. Möglich sind Schläfrigkeit, Verwirrung, tiefer Schlaf und möglicherweise ein Koma.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Zolpidem laut Packungsbeilage so lange ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie aufhören sollen, und hören Sie nicht plötzlich mit der Einnahme auf. Möchten Sie die Einnahme beenden, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er verringert dann die Dosis über einen gewissen Zeitraum. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis. Können Sie noch 8 Stunden schlafen, können Sie die Tablette einnehmen, sonst erst am nächsten Tag vor dem Schlafengehen. [1]
Weil das Risiko für Entzugserscheinungen und Rebound-Phänomene nach plötzlichem Beenden höher ist, empfiehlt die Fachinformation, die Dosis schrittweise zu verringern; die Absetzphase sollte auf die einzelne Person abgestimmt sein. Beim Beenden können die Beschwerden, die zur Behandlung geführt haben, vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound-Schlaflosigkeit), begleitet von Stimmungswechseln, Angstzuständen und innerer Unruhe. Laut Fachinformation ist es wichtig, dass Sie um diese Möglichkeit wissen, um die Angst vor solchen Beschwerden zu verringern. [1, 2]
Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch der Behandlung von Entzugserscheinungen begleitet. Laut Fachinformation können das Kopf- oder Muskelschmerzen, außergewöhnliche Angst und Anspannung, innere Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit sein, in schweren Fällen unter anderem Realitätsverlust, Persönlichkeitsstörungen, Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Berührung, Taubheit und Kribbeln an Händen und Füßen, Halluzinationen, Delirium oder epileptische Anfälle. Tritt nach plötzlichem Beenden eine solche Wirkung auf, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf. [1, 2]
Die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen sagt, dass Benzodiazepine und Z-Substanzen nach regelmäßiger, längerer Einnahme schrittweise abgesetzt werden sollen; sie war laut eigener Angabe nur bis spätestens Ende Juli 2025 gültig und ist inzwischen abgelaufen. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen und Absetzsymptome. [13]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Dosis für Erwachsene, eine niedrigere Anfangsdosis für Menschen über 65 Jahre, für geschwächte Menschen und bei leicht bis mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion, die Höchstdosis innerhalb von 24 Stunden und die Dauer der Behandlung. Bei schwerer Leberschädigung darf Zolpidem nicht eingenommen werden. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Zolpidem
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Zolpidem AbZ 10 mg Filmtabletten | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage |
| Bikalm | ||
| Stilnox | ||
| Zolpinox |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Zolpidem. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Zolpidem. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.1 (AWMF-Register-Nr. 038-025), Kapitel 3.2 (Benzodiazepine und verwandte Substanzen). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Version 1.1, Stand 14.01.2021 (gültig bis Ende Juli 2025). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Zolpidem nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Zolpidem?
Zolpidem wird laut Fachinformation schnell aufgenommen, und die schlaffördernde Wirkung setzt rasch ein; die höchsten Spiegel im Blut sind 0,5 bis 3 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Wirkung hält bis zu 6 Stunden an. Laut Packungsbeilage nehmen Sie Zolpidem als Einmalgabe unmittelbar vor dem Schlafengehen ein und in derselben Nacht keine weitere Dosis.
Wie hoch ist die Dosis von Zolpidem?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage für Erwachsene, für ältere oder geschwächte Menschen und bei eingeschränkter Leberfunktion nennt und welche Höchstdosis innerhalb von 24 Stunden gilt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst; lässt die Wirkung nach einigen Wochen nach, suchen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Ab wann macht Zolpidem abhängig?
Einen festen Zeitpunkt nennt die Fachinformation nicht. Zolpidem kann zu Missbrauch sowie zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei psychischen Erkrankungen und bei früherem Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen erhöht. Eine Behandlung über 4 Wochen hinaus sollte deshalb laut Fachinformation nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung erfolgen. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig?
Wie setzt man Zolpidem ab?
Hören Sie laut Packungsbeilage nicht plötzlich mit der Einnahme auf. Möchten Sie die Einnahme beenden, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er verringert die Dosis über einen gewissen Zeitraum, laut Fachinformation abgestimmt auf die einzelne Person. Nach plötzlichem Beenden können die Schlafprobleme verstärkt zurückkehren, begleitet von Stimmungsschwankungen, Angst und Unruhe, und nach Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit treten Entzugserscheinungen auf. Mehr unter Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen.
Darf ich mit Zolpidem Alkohol trinken?
Nein. Die Packungsbeilage sagt: Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Alkohol kann die Wirkung von Zolpidem verstärken und Sie in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen, und er kann Ihre Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Laut Fachinformation scheint Alkohol außerdem das Risiko für Schlafwandeln und Schlaffahren zu erhöhen. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol.
Bin ich am Tag nach Zolpidem noch müde?
Das ist möglich: Schläfrigkeit am folgenden Tag gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Am Tag nach der Einnahme können Sie sich benommen, schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen, langsamer entscheiden, verschwommen oder doppelt sehen und weniger aufmerksam sein. Für mindestens 8 Stunden nach der Einnahme wird empfohlen, kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten. Eine höhere als die empfohlene Dosis, Alkohol und andere dämpfende Mittel erhöhen das Risiko für Beeinträchtigungen am Folgetag.
Ist Zolpidem ein Betäubungsmittel?
Zolpidem steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Ausgenommen sind Zubereitungen zum Einnehmen, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je Tablette oder anderer abgeteilter Form bis zu 8,5 mg Zolpidem enthalten, berechnet als Base; sie sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig. Die Fachinformation von Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten nennt als Verkaufsabgrenzung "verschreibungspflichtig".
Darf ich Zolpidem in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte Zolpidem während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten. Einige Studien zeigten ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Lippen- und Gaumenspalten; nach Einnahme am Ende der Schwangerschaft oder während der Wehen können beim Baby unter anderem Muskelschwäche und Atemprobleme auftreten. Embryotox hält eine kurzzeitige Anwendung nach kritischer Prüfung gegebenenfalls für akzeptabel; vor allem in den Wochen vor der Entbindung oder bei längerfristigem Bedarf sollten laut Embryotox besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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