MedikamenteWirkstoff
Naltrexon
Naltrexon ist ein verschreibungspflichtiger Opioidantagonist: Er blockiert die Andockstellen für Opioide im Nervensystem. Zugelassen ist er laut Fachinformation als zusätzliche Behandlung in einem umfassenden Therapieprogramm mit psychologischer Begleitung, um entwöhnte Erwachsene nach einer Opioid- bzw. Alkoholabhängigkeit in der Abstinenz zu unterstützen. Bei Menschen, die opioidabhängig sind, kann Naltrexon lebensbedrohliche Entzugserscheinungen auslösen, und der Versuch, die Blockade mit großen Opioidmengen zu überwinden, kann lebensbedrohlich sein.

Wofür wird Naltrexon eingesetzt?
Naltrexon ist laut Fachinformation zur Unterstützung der Abstinenz zugelassen: als zusätzliche Behandlung innerhalb eines umfassenden Therapieprogramms einschließlich psychologischer Begleitung, für entwöhnte Patientinnen und Patienten, "die opioid- und alkoholabhängig waren". Ihre Dosierungsangaben macht die Fachinformation getrennt für Menschen, die opioidabhängig waren, und für Menschen mit Alkoholabhängigkeit. Andere Anwendungsgebiete nennt sie nicht. [1]
Nach den nationalen Richtlinien muss die Behandlung laut Fachinformation von einer Ärztin oder einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, die oder der in der Behandlung opioid- und alkoholabhängiger Menschen erfahren ist. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf Naltrexon nicht angewendet werden, weil klinische Daten für diese Altersgruppe fehlen; für ältere Menschen liegen nur unzureichende Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vor. Naltrexon ist verschreibungspflichtig. [1, 2]
Diese Seite stützt sich auf die Fachinformation von Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten; bei einem anderen Präparat gilt dessen Packungsbeilage. Mehr über die Erkrankungen und ihre Behandlung lesen Sie auf den Seiten Alkoholabhängigkeit und Alkoholentzug und Opioidabhängigkeit und Substitution. [1]
Wie wirkt Naltrexon?
Naltrexon ist laut Fachinformation ein spezifischer Opioidantagonist, also ein Gegenspieler der Opioide, mit nur geringer eigener opioidartiger Wirkung. Es bindet im Wettbewerb mit anderen Stoffen an Andockstellen (Rezeptoren), die vor allem im zentralen und im peripheren Nervensystem liegen, und blockiert so den Zugang für Opioide, die von außen zugeführt werden, etwa Heroin, Methadon oder opioidhaltige Arzneimittel. [1]
Die Behandlung mit Naltrexon führt laut Fachinformation weder zu körperlicher noch zu seelischer Abhängigkeit, und eine Gewöhnung (Toleranz) an die opioidhemmende Wirkung wurde nicht beobachtet. Die Fachinformation nennt sie eine nicht aversive Behandlung: Nach der Einnahme von Opioiden oder Alkohol löst Naltrexon keine Unverträglichkeitsreaktion aus, wie sie von Disulfiram bekannt ist. Einen Überblick über die Mittel bei Alkoholabhängigkeit gibt die Seite Medikamente bei Alkoholabhängigkeit. [1]
Wie Naltrexon bei Alkoholabhängigkeit wirkt, ist laut Fachinformation nicht restlos geklärt. Angenommen wird eine Wechselwirkung mit dem körpereigenen Opioidsystem; nach einer Hypothese wirkt Alkoholkonsum beim Menschen verstärkend, weil Alkohol dieses System anregt. Die Hauptwirkung scheint ein geringeres Risiko zu sein, nach einer kleinen Menge Alkohol vollständig rückfällig zu werden und unkontrolliert zu trinken. Naltrexon scheint außerdem das grundlegende Verlangen nach Alkohol ("Craving") zu beeinflussen, weil es bei vereinzelt getrunkenen begrenzten Mengen der positiv verstärkenden Wirkung des Alkohols entgegenwirkt. Für Menschen, die opioidabhängig waren, schreibt die Fachinformation, dass Naltrexon das Risiko eines Rückfalls verringert und die Abstinenz von Opioiden unterstützt. [1]
Nach dem Einnehmen wird Naltrexon im Magen-Darm-Trakt schnell und fast vollständig aufgenommen. Schon beim ersten Durchgang durch die Leber wird es stark abgebaut, vor allem zum wirksamen Abbauprodukt 6-beta-Naltrexol; der höchste Spiegel im Blut wird innerhalb einer Stunde erreicht. Die Halbwertszeit im Blut beträgt etwa 4 Stunden, die von 6-beta-Naltrexol 13 Stunden. Ausgeschieden wird Naltrexon hauptsächlich über die Nieren; bei Menschen mit Leberzirrhose wurden deutlich höhere Konzentrationen im Blut gemessen. [1]
Wann wirkt Naltrexon und wie lange wird behandelt?
Eine Behandlung mit Naltrexon darf laut Fachinformation erst beginnen, wenn ein Opioid ausreichend lange abgesetzt ist. Bei Menschen, die opioidabhängig sind, oder wenn ein Opioidgebrauch vermutet wird, muss zuerst ein Naloxon-Provokationstest durchgeführt werden, es sei denn, ein Urintest weist nach, dass in den letzten 7 bis 10 Tagen keine Opioide genommen wurden. Bei diesem Test wird Naloxon in eine Vene gegeben und anschließend auf Anzeichen eines Entzugs geachtet; treten sie auf, darf die Behandlung mit Naltrexon nicht begonnen werden. Für Menschen, die opioidabhängig waren, empfiehlt die Fachinformation zu Beginn eine niedrigere Anfangsdosis, danach die übliche Erhaltungsdosis. [1]
Eine übliche Behandlungsdauer lässt sich laut Fachinformation nicht festlegen, weil Naltrexon eine begleitende Behandlung ist und die Genesung bei jedem Menschen anders verläuft. Empfohlen wird eine Behandlungsdauer von mindestens 3 Monaten; unter Umständen kann eine Verlängerung nötig sein. Einen Zeitpunkt, ab dem die Wirkung einsetzt, nennt die Fachinformation nicht. Wie lange Sie Naltrexon nehmen, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest; mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1]
- BeginnVor dem Beginn muss ein Opioid ausreichend lange abgesetzt sein (etwa 5 bis 7 Tage bei Heroin, mindestens 10 Tage bei Methadon). Bei Opioidabhängigkeit oder Verdacht auf Opioidgebrauch wird zuerst mit einem Urintest oder einem Naloxon-Provokationstest geprüft, ob noch Opioide im Körper sind; treten dabei Entzugserscheinungen auf, darf Naltrexon nicht begonnen werden[1]
- ErhaltungEine übliche Behandlungsdauer lässt sich nicht festlegen, weil Naltrexon eine begleitende Behandlung ist und die Genesung individuell verläuft; empfohlen werden mindestens 3 Monate, unter Umständen auch länger[1]
- AbsetzenNaltrexon macht laut Fachinformation nicht abhängig. Erhöhte Leberwerte sinken nach dem Absetzen innerhalb einiger Wochen auf die ursprünglichen Werte; nach der Behandlung können Betroffene empfindlicher auf Opioide reagieren. Das Ende der Behandlung besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1]
Nebenwirkungen im Blick
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, nennt die Fachinformation Nervosität, Angstzustände und Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Unruhe, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schwäche und Kraftlosigkeit. Ob diese Beschwerden eher zu Beginn oder später in der Behandlung auftreten, beschreibt sie nicht. Häufig sind unter anderem Appetitlosigkeit, Benommenheit, Schwindel, Durchfall, Verstopfung, Hautausschlag, Schmerzen in der Brust, ein Harnverhalt, ein schneller Herzschlag, Herzklopfen und Abweichungen im EKG. [1]
Häufig sind auch ein verzögerter Samenerguss und Erektionsstörungen, gelegentlich Störungen des sexuellen Verlangens; mehr dazu unter Sexuelle Funktionsstörungen. Vermehrtes Schwitzen ist häufig, Schläfrigkeit gelegentlich (Müdigkeit). Gelegentlich kommen eine Gewichtszunahme oder eine Gewichtsabnahme vor, außerdem Leberstörungen, eine Leberentzündung und ein Anstieg der Leberwerte während der Behandlung; nach dem Absetzen sinken diese Werte laut Fachinformation innerhalb einiger Wochen auf die ursprünglichen Werte. Selten ist ein Mangel an Blutplättchen mit Hautblutungen (Blutbild). [1]
Für die Psyche nennt die Fachinformation häufig Störungen der Gefühlslage, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, gelegentlich unter anderem eine Depression, Halluzinationen, Verwirrtheit, Albträume und Erregtheit. Suizidgedanken und Suizidversuche sind selten; was dann wichtig ist, steht im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätSehr häufig
- GewichtszunahmeGelegentlich
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitGelegentlich
- Vermehrtes SchwitzenHäufig
- ÜbelkeitSehr häufig
- SchwindelHäufig
- ZitternGelegentlich
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation eine Häufigkeit angibt. Entzugserscheinungen bei Menschen, die opioidabhängig sind, beschreibt die Fachinformation bei den Warnhinweisen; sie stehen deshalb im nächsten Abschnitt. Was die Häufigkeitsangaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheNervosität, Angstzustände, Schlaflosigkeit[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemKopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Magen und DarmBauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Brechreiz, Erbrechen[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgie)[1]
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche, Kraftlosigkeit (Asthenie)[1]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit[1]
- PsycheStörungen der Gefühlslage (affektive Störungen), Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen[1]
- NervensystemBenommenheit, Schüttelfrost, Schwindel[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- AugenVermehrter Tränenfluss[1]
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)[1]Mehr dazu: Herzrasen
- HerzAbweichungen im EKG[1]
- AtemwegeSchmerzen in der Brust[1]
- Magen und DarmDurchfall, Verstopfung[1]
- HautHautausschlag[1]
- Nieren und HarnwegeHarnverhalt (Harnretention)[1]
- Geschlechtsorgane und BrustVerzögerter Samenerguss, Erektionsstörungen[1]Mehr dazu: ErektionsstörungenOrgasmus- und Samenergussstörungen
- Allgemeine BeschwerdenAppetitmangel, Durst, gesteigerte Energie, Schüttelfrost, vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenLippenherpes (Herpes oralis), Fußpilz (Tinea pedis)[1]
- Blut und LymphsystemLymphknotenschwellung (Lymphadenopathie)[1]
- PsycheHalluzinationen, Verfolgungswahn (Paranoia)[1]
- PsycheVerwirrtheitszustände, Desorientierung[1]
- PsycheDepression[1]
- PsycheAlbträume, ungewöhnliche Träume[1]
- PsycheErregtheit (Agitiertheit)[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheStörungen des sexuellen Verlangens (Libidostörungen)[1]Mehr dazu: Veränderte Lust auf Sex
- NervensystemZittern (Tremor), Schläfrigkeit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- AugenVerschwommenes Sehen[1]
- AugenAugenreizung, Lichtscheu (Photophobie), Schwellungen am Auge, Augenschmerzen, Augenbeschwerden durch Überbeanspruchung[1]
- Ohr und GleichgewichtOhrenbeschwerden, Ohrenschmerzen[1]
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1]
- Ohr und GleichgewichtSchwindel[1]
- Gefäße und KreislaufBlutdruckschwankungen[1]
- Gefäße und KreislaufErröten[1]
- AtemwegeVerstopfte Nase, Nasenbeschwerden, laufende Nase (Rhinorrhoe), Niesen[1]
- AtemwegeSchmerzen im Mund- und Rachenraum, vermehrter Auswurf (Sputum), Beschwerden der Nasennebenhöhlen, Gähnen[1]
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe)[1]
- AtemwegeStimmstörung (Dysphonie)[1]
- AtemwegeHusten[1]
- Magen und DarmBlähungen, Hämorrhoiden[1]
- Magen und DarmGeschwür (Ulkus)[1]
- Magen und DarmMundtrockenheit[1]
- Leber und GalleLeberstörungen, erhöhte Bilirubinwerte im Blut, Leberentzündung (Hepatitis)[1]
- Leber und GalleAnstieg der Leberwerte (Transaminasen) während der Behandlung; nach dem Absetzen sinken sie innerhalb einiger Wochen auf die ursprünglichen Werte[1]
- HautVermehrte Talgbildung (Seborrhoe), Juckreiz (Pruritus), Akne, Haarausfall (Alopezie)[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeLeistenschmerzen[1]
- Nieren und HarnwegeHäufiges Wasserlassen (Pollakisurie), erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie)[1]
- Allgemeine BeschwerdenGesteigerter Appetit, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme[1]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Allgemeine BeschwerdenFieber (Pyrexie), Schmerzen, Kältegefühl in Armen und Beinen, Hitzegefühl[1]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemMangel an Blutplättchen mit Hautblutungen (idiopathische thrombozytopenische Purpura)[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheSuizidgedanken, Suizidversuch[1]
- NervensystemSprachstörungen[1]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Menschen, die opioidabhängig sind, kann Naltrexon laut Fachinformation lebensbedrohliche Entzugserscheinungen auslösen. Die ersten Anzeichen können innerhalb von 5 Minuten auftreten, die letzten nach 48 Stunden; behandelt werden sie nach den Beschwerden. Die Behandlung darf laut Fachinformation erst nach einer ausreichend langen Zeit ohne Opioide beginnen, bei Opioidabhängigkeit oder Verdacht auf Opioidgebrauch erst nach einem Test, wie im Abschnitt zum Behandlungsverlauf beschrieben. [1]
Laut Fachinformation sollten Patientinnen und Patienten davor gewarnt werden, die Blockade durch große Opioidmengen aufheben zu wollen: Wenn die Wirkung von Naltrexon endet, kann es zu einer akuten Opioidüberdosierung kommen, die lebensbedrohlich sein kann. Auch während der Behandlung können hohe Opioidmengen lebensbedrohliche Zustände durch Atem- und Kreislaufstörungen verursachen. Nach dem Ende der Behandlung können Betroffene empfindlicher auf opioidhaltige Arzneimittel reagieren. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112. [1]
Suizidgedanken und Suizidversuche nennt die Fachinformation als seltene Nebenwirkungen, sie können also bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen. Das erhöhte Suizidrisiko bei Menschen mit einer Drogenabhängigkeit, mit oder ohne begleitende Depression, wird durch die Einnahme von Naltrexon laut Fachinformation nicht gesenkt. Wenn Ihre Stimmung sinkt oder Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; in einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Sprechen Sie Nebenwirkungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an; ob eine Beschwerde mit Naltrexon zusammenhängt und was sich ändern lässt, klären Sie in der Praxis. Ein Anstieg der Leberwerte während der Behandlung geht laut Fachinformation nach dem Absetzen innerhalb einiger Wochen zurück. [1]
Einige Hinweise der Fachinformation betreffen den Alltag:
- Vor Opioiden in Hustenmitteln, in Mitteln gegen Erkältung und in Mitteln gegen Durchfall warnt die Fachinformation ausdrücklich, gegen Schmerzen sollten nur Mittel ohne Opioide angewendet werden. Lassen Sie sich vor dem Kauf solcher Mittel in der Apotheke beraten und sagen Sie dort, dass Sie Naltrexon nehmen. [1]
- Braucht jemand im Notfall doch ein Opioid, etwa gegen Schmerzen oder bei einer Narkose, sind laut Fachinformation besondere Aufmerksamkeit und Überwachung nötig; Einzelheiten stehen bei den Hinweisen zur Vorsicht im Abschnitt Wer Naltrexon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte. Sagen Sie vor einer Behandlung oder Operation, dass Sie Naltrexon nehmen; mehr unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1]
Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch können Sie Beschwerden und Stimmung festhalten, im Medikationsplan alle Mittel, die Sie nehmen; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den Termin.
Kontrollen während der Behandlung
Naltrexon wird stark in der Leber abgebaut und hauptsächlich mit dem Harn ausgeschieden, und bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit ist die Leberfunktion laut Fachinformation nicht selten beeinträchtigt. Veränderte Leberwerte wurden unter Naltrexon auch bei älteren und stark übergewichtigen (adipösen) Menschen beobachtet, die keinen Medikamentenmissbrauch in der Vorgeschichte hatten. Leberfunktionstests sollten vor und während der Behandlung durchgeführt werden. Vor Beginn steht bei Opioidabhängigkeit oder bei Verdacht auf Opioidgebrauch außerdem der Test, ob noch Opioide im Körper sind. [1]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Leberwerte (Leberfunktionstests) | vor und während der Behandlung[1] |
| Urintest auf Opioide oder Naloxon-Provokationstest | vor Beginn der Behandlung bei Opioidabhängigkeit oder Verdacht auf Opioidgebrauch, sofern nicht nachgewiesen ist, dass in den letzten 7 bis 10 Tagen keine Opioide genommen wurden[1] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die Leberwerte und andere Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Opioidhaltige Arzneimittel dürfen laut Fachinformation nicht zusammen mit Naltrexon angewendet werden. Dazu gehören opioidhaltige Schmerzmittel, Husten- und Erkältungsmittel, Mittel gegen Durchfall und Mittel zur Drogenersatztherapie (Substitutionsmittel); bei Methadon in der Substitutionsbehandlung besteht das Risiko eines Entzugssyndroms. Auch zentral wirkende Blutdrucksenker wie Alpha-Methyldopa empfiehlt die Fachinformation nicht zusammen mit Naltrexon. [1]
Mit Vorsicht können laut Fachinformation Barbiturate, Benzodiazepine und andere angstlösende Mittel wie Meprobamat, Schlafmittel, dämpfende Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin, Mianserin und Trimipramin, dämpfende Antihistaminika und Neuroleptika (genannt ist Droperidol) zusammen mit Naltrexon angewendet werden. Nach der gleichzeitigen Gabe von Thioridazin wurde über Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit berichtet. In einer Studie zu Sicherheit und Verträglichkeit stieg der Spiegel von Acamprosat signifikant an, wenn es zusammen mit Naltrexon angewendet wurde. [1]
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, zum Beispiel Disulfiram, Lithium, Clozapin und Benzodiazepinen, wurden nicht untersucht. Die gleichzeitige Behandlung mit Naltrexon und anderen Arzneimitteln sollte laut Fachinformation mit Vorsicht durchgeführt und überwacht werden. Nach Laborstudien wird weder Naltrexon noch sein Hauptabbauprodukt über die Cytochrom-P450-Enzyme abgebaut; dass Mittel, die diese Enzyme hemmen, den Abbau von Naltrexon beeinflussen, ist deshalb laut Fachinformation unwahrscheinlich. [1]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Opioidhaltige Arzneimittel, zum Beispiel Schmerzmittel, Husten- und Erkältungsmittel, Mittel gegen Durchfall und Mittel zur Drogenersatztherapie | Naltrexon blockiert die Wirkung von Opioiden; hohe Opioiddosen können lebensbedrohliche Atem- und Kreislaufstörungen verursachen[1] | Laut Fachinformation nicht zusammen anwenden (Gegenanzeige) |
| Methadon in der Substitutionsbehandlung | Risiko eines Entzugssyndroms[1] | Laut Fachinformation nicht zusammen anwenden (Gegenanzeige) |
| Zentral wirkende Blutdrucksenker (Alpha-Methyldopa) | Die Fachinformation empfiehlt die gleichzeitige Anwendung nicht[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Barbiturate, Benzodiazepine, andere angstlösende Mittel (zum Beispiel Meprobamat), Schlafmittel, dämpfende Antidepressiva (Amitriptylin, Doxepin, Mianserin, Trimipramin), dämpfende Antihistaminika, Neuroleptika (Droperidol) | Laut Fachinformation können sie mit Vorsicht zusammen angewendet werden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Thioridazin (Neuroleptikum) | Berichte über Teilnahmslosigkeit (Lethargie) und Schläfrigkeit[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Acamprosat (Mittel bei Alkoholabhängigkeit) | In einer Studie stieg der Acamprosat-Spiegel signifikant an[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Disulfiram, Lithium, Clozapin und weitere Mittel | Wechselwirkungen wurden nicht untersucht; die gleichzeitige Behandlung mit anderen Arzneimitteln sollte laut Fachinformation mit Vorsicht erfolgen und überwacht werden[1] | Ärztin oder Arzt über alle Mittel informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren.
Wer Naltrexon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Zu den Gegenanzeigen gehören laut Fachinformation unter anderem schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, eine akute Leberentzündung, eine Opioidabhängigkeit mit gegenwärtigem Opioidmissbrauch und die gleichzeitige Anwendung opioidhaltiger Arzneimittel. Besondere Vorsicht gilt bei Nierenfunktionsstörungen und bei Leberenzymwerten, die über der in der Fachinformation genannten Grenze liegen. Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten die Tabletten nicht einnehmen, weil sie Lactose enthalten. [1]
Nicht anwenden bei
- Überempfindlichkeit gegen Naltrexon oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Schwere Nierenfunktionsstörung[1]
- Schwere Leberfunktionsstörung oder akute Leberentzündung (Hepatitis)[1]
- Opioidabhängigkeit mit gegenwärtigem Opioidmissbrauch, weil akute Entzugserscheinungen auftreten können[1]
- Positiver Suchtest (Screening-Test) auf Opioide oder positiver Naloxon-Provokationstest[1]
- Gleichzeitige Anwendung opioidhaltiger Arzneimittel, auch Methadon[1]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, da klinische Daten für diese Altersgruppe fehlen[1]
Besondere Vorsicht bei
- Die Behandlung muss von einer Ärztin oder einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, die oder der in der Behandlung opioid- und alkoholabhängiger Menschen erfahren ist[1]
- Beginn erst, wenn ein Opioid ausreichend lange abgesetzt ist (laut Fachinformation etwa 5 bis 7 Tage bei Heroin und mindestens 10 Tage bei Methadon); bei Opioidabhängigkeit oder Verdacht auf Opioidgebrauch zuerst Urintest oder Naloxon-Provokationstest[1]
- Leber und Nieren: Bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit ist die Leberfunktion nicht selten beeinträchtigt. Veränderte Leberwerte wurden bei älteren und adipösen (stark übergewichtigen) Menschen unter Naltrexon beobachtet, auch ohne Medikamentenmissbrauch in der Vorgeschichte. Besondere Vorsicht gilt bei Leberenzymwerten, die über der in der Fachinformation genannten Grenze liegen, und bei Nierenfunktionsstörungen, weil Naltrexon in der Leber abgebaut und überwiegend mit dem Harn ausgeschieden wird[1]
- Opioide während der Behandlung: Hohe Opioiddosen können lebensbedrohliche Atem- und Kreislaufstörungen verursachen. Ist im Notfall eine Behandlung mit Opioiden nötig, etwa zur Schmerzbehandlung oder Narkose, kann eine höhere Dosis als üblich nötig sein; Atemdämpfung und Kreislaufstörungen sind dann stärker und halten länger an, Reaktionen durch Histaminfreisetzung wie Hautrötung am ganzen Körper, Schwitzen und Juckreiz treten leichter auf. Betroffene brauchen dann besondere Aufmerksamkeit und Überwachung[1]
- Schmerzen: Während der Behandlung sollten laut Fachinformation ausschließlich Schmerzmittel ohne Opioide angewendet werden[1]
- Laut Fachinformation sollten Patientinnen und Patienten davor gewarnt werden, die Blockade durch große Opioidmengen aufheben zu wollen: Nach dem Ende der Naltrexon-Wirkung kann es zu einer akuten Opioidüberdosierung kommen, die lebensbedrohlich sein kann. Nach der Behandlung können Betroffene empfindlicher auf opioidhaltige Arzneimittel reagieren[1]
- Das erhöhte Suizidrisiko bei Menschen mit einer Drogenabhängigkeit, mit oder ohne begleitende Depression, wird laut Fachinformation durch die Einnahme von Naltrexon nicht gesenkt[1]
- Ältere Menschen: Zur Sicherheit und Wirksamkeit liegen nur unzureichende Daten vor[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Laut Fachinformation gibt es keine klinischen Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft. Tierstudien haben schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung gezeigt, das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Naltrexon sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen nach ärztlicher Einschätzung das mögliche Risiko überwiegt. Bei schwangeren alkoholabhängigen Frauen unter Langzeit- oder Substitutionsbehandlung mit Opiaten und bei opioidabhängigen Schwangeren besteht das Risiko eines akuten Entzugssyndroms mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für Mutter und Kind. Werden Opiat-Schmerzmittel verschrieben, muss Naltrexon unterbrochen werden.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Fachinformation gibt es keine klinischen Daten zur Anwendung in der Stillzeit; ob Naltrexon oder sein Abbauprodukt in die Muttermilch übergehen, ist nicht bekannt. Während der Behandlung wird das Stillen nicht empfohlen.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Laut Fachinformation sind derzeit keine Wechselwirkungen zwischen Naltrexon und Alkohol bekannt, und Naltrexon verursacht nach dem Trinken von Alkohol keine Unverträglichkeitsreaktion wie Disulfiram. Ziel der Behandlung ist die Abstinenz.[1]
Autofahren und Maschinen
Naltrexon kann sich laut Fachinformation auf die körperlichen und psychischen Fähigkeiten auswirken, die für potenziell gefährliche Tätigkeiten wie das Führen von Kraftfahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen nötig sind.[1]
Anwendung
Die Filmtablette hat eine Bruchkerbe und kann in zwei gleiche Hälften geteilt werden. Eine vergessene Dosis kann laut Fachinformation jederzeit bis zur nächsten regulären Einnahme nachgeholt werden (eine Tablette pro Tag).[1]
Laut Fachinformation sind Patientinnen und Patienten vor der gleichzeitigen Anwendung opioidhaltiger Mittel zu warnen, zum Beispiel in Hustenmitteln, Erkältungsmitteln oder Mitteln gegen Durchfall; gegen Schmerzen sollten während der Behandlung nur Mittel ohne Opioide angewendet werden.[1]
Absetzen
Naltrexon führt laut Fachinformation nicht zu körperlicher oder seelischer Abhängigkeit. Nach dem Ende der Behandlung können Betroffene empfindlicher auf opioidhaltige Arzneimittel reagieren. Wie lange die Behandlung dauert und wann sie endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Überdosierung
Mit Überdosierungen von Naltrexon gibt es laut Fachinformation nur wenig klinische Erfahrung. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]
Wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder stillen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Werden in der Schwangerschaft Opiat-Schmerzmittel verschrieben, muss Naltrexon laut Fachinformation unterbrochen werden. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1]
Abhängig macht Naltrexon laut Fachinformation weder körperlich noch seelisch. Welche Psychopharmaka ein Abhängigkeitsrisiko haben, erklärt die Seite Machen Psychopharmaka abhängig?. [1]
Naltrexon kann sich laut Fachinformation auf die körperlichen und psychischen Fähigkeiten auswirken, die für potenziell gefahrvolle Tätigkeiten wie das Führen von Kraftfahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen nötig sind. Ob Sie ein Fahrzeug führen können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zur Rechtslage: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [1, 11, 12, 13]
Einnahme und Absetzen
Was die Fachinformation zur Einnahme sagt, auch zur Bruchkerbe und zu einer vergessenen Dosis, steht in der Übersicht zum Alltag; welche Mittel Sie während der Behandlung nicht nehmen dürfen, im Abschnitt Wechselwirkungen. [1]
Eine körperliche oder seelische Abhängigkeit entsteht laut Fachinformation nicht, und Absetzbeschwerden beschreibt sie nicht. Erhöhte Leberwerte sinken nach dem Absetzen innerhalb einiger Wochen auf die ursprünglichen Werte. Nach dem Ende der Behandlung können Betroffene empfindlicher auf opioidhaltige Arzneimittel reagieren; was das bedeutet, steht im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1]
Wie lange die Behandlung dauert und wann sie endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; auch ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschieht nur gemeinsam. Was beim Beenden einer Behandlung allgemein gilt, erklärt die Seite Psychopharmaka absetzen. [1]
Dosierung laut Fachinformation
Die Fachinformation nennt getrennte Angaben für Erwachsene, die opioidabhängig waren, und für Erwachsene mit Alkoholabhängigkeit, dazu ein Schema mit Einnahme an drei Tagen der Woche, das die Therapietreue verbessern soll. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Naltrexon
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Naltrexonhydrochlorid Accord | Accord Healthcare | Filmtabletten 50 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten. Accord Healthcare B.V.. Stand 06/2024. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Naltrexon. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Wie wirkt Naltrexon bei Alkoholabhängigkeit?
Wie Naltrexon bei Alkoholabhängigkeit wirkt, ist laut Fachinformation nicht restlos geklärt; angenommen wird eine Wechselwirkung mit dem körpereigenen Opioidsystem. Die Hauptwirkung scheint ein geringeres Risiko zu sein, nach einer kleinen Menge Alkohol vollständig rückfällig zu werden und unkontrolliert zu trinken, und Naltrexon scheint das Verlangen nach Alkohol ("Craving") zu beeinflussen. Zugelassen ist es nur zur Unterstützung der Abstinenz, als zusätzliche Behandlung in einem umfassenden Therapieprogramm mit psychologischer Begleitung.
Kann ich mit Naltrexon Alkohol trinken?
Laut Fachinformation sind zurzeit keine Wechselwirkungen zwischen Naltrexon und Alkohol bekannt, und Naltrexon löst nach dem Trinken keine Unverträglichkeitsreaktion aus, wie sie von Disulfiram bekannt ist. Zugelassen ist es, um entwöhnte Erwachsene in der Abstinenz zu unterstützen. Wie Sie mit Alkohol umgehen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was passiert, wenn ich während der Behandlung Opioide nehme?
Naltrexon blockiert die Wirkung von Opioiden. Bei Menschen, die opioidabhängig sind, kann es laut Fachinformation lebensbedrohliche Entzugserscheinungen auslösen. Wer versucht, die Blockade mit großen Opioidmengen zu überwinden, kann nach dem Ende der Naltrexon-Wirkung eine akute Opioidüberdosierung erleiden, die lebensbedrohlich sein kann; auch während der Behandlung können hohe Opioidmengen lebensbedrohliche Atem- und Kreislaufstörungen verursachen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112.
Welche Schmerzmittel kommen während der Behandlung in Frage?
Gegen Schmerzen sollten laut Fachinformation während der Behandlung ausschließlich Mittel ohne Opioide angewendet werden. Opioidhaltige Arzneimittel dürfen nicht zusammen mit Naltrexon angewendet werden; die Fachinformation warnt ausdrücklich auch vor Opioiden in Husten- und Erkältungsmitteln und in Mitteln gegen Durchfall. Welches Mittel für Sie in Frage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
Macht Naltrexon abhängig?
Laut Fachinformation führt die Behandlung mit Naltrexon weder zu körperlicher noch zu seelischer Abhängigkeit, und eine Gewöhnung an die opioidhemmende Wirkung wurde nicht beobachtet. Absetzbeschwerden beschreibt die Fachinformation nicht. Nach dem Ende der Behandlung können Betroffene aber empfindlicher auf opioidhaltige Arzneimittel reagieren. Wie lange Sie Naltrexon nehmen und wann die Behandlung endet, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nimmt man mit Naltrexon zu?
Eine Gewichtszunahme nennt die Fachinformation als gelegentliche Nebenwirkung, sie kann also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen; ebenso gelegentlich sind eine Gewichtsabnahme und ein gesteigerter Appetit. Häufig sind Appetitlosigkeit und Appetitmangel. Bemerken Sie eine Veränderung Ihres Gewichts, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann Naltrexon in der Schwangerschaft genommen werden?
Zur Anwendung in der Schwangerschaft gibt es laut Fachinformation keine klinischen Daten; Tierstudien haben schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung gezeigt, das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Naltrexon sollte daher nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen nach ärztlicher Einschätzung das mögliche Risiko überwiegt. Bei opioidabhängigen Schwangeren und bei alkoholabhängigen Schwangeren unter Langzeit- oder Substitutionsbehandlung mit Opiaten besteht das Risiko eines akuten Entzugssyndroms mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für Mutter und Kind. Wenn Sie schwanger sind oder werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ist Naltrexon bei Long Covid zugelassen?
Zugelassen ist Naltrexon laut Fachinformation nur zur Unterstützung der Abstinenz bei entwöhnten Patientinnen und Patienten nach einer Opioid- bzw. Alkoholabhängigkeit, als zusätzliche Behandlung in einem umfassenden Therapieprogramm. Long Covid und ME/CFS gehören nicht dazu. Fragen dazu besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Erkrankungen BorderlineDie Borderline-Störung ist eine Persönlichkeitsstörung mit emotionaler Instabilität und Impulsivität.