MedikamenteWirkstoff
Levomethadon
Levomethadon ist ein Opioid und als Lösung zum Einnehmen zur Substitutionstherapie bei Opiat- und Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen zugelassen, im Rahmen eines Behandlungskonzepts mit medizinischer, sozialer und psychologischer Versorgung; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als L-Polamidon. Angewendet werden darf es nur bei opioidabhängigen Menschen durch Ärztinnen und Ärzte, die zur Substitution ermächtigt sind. Zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen oder mit Alkohol können Dämpfung, Atemdepression und Koma auftreten, das kann lebensbedrohlich sein.

Wofür wird Levomethadon eingesetzt?
Levomethadon ist zur Substitutionstherapie bei Opiat- und Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen zugelassen. Die Behandlung erfolgt im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzepts, das die medizinische, soziale und psychologische Versorgung einbezieht. Angewendet werden darf Levomethadon nur bei opiat- oder opioidabhängigen Menschen und nur durch Ärztinnen und Ärzte, die zur Substitution ermächtigt sind. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren liegen keine Daten vor, die Anwendung wird bei ihnen nicht empfohlen. [1]
Substitution ist laut Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung die Anwendung eines ärztlich verschriebenen Betäubungsmittels bei opioidabhängigen Menschen im Rahmen eines Therapiekonzepts. Im Rahmen der ärztlichen Therapie soll eine Opioidabstinenz angestrebt werden; als wesentliche Ziele nennt die Verordnung unter anderem die Sicherstellung des Überlebens, die Besserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes, die Abstinenz von unerlaubt erworbenen Opioiden und die Unterstützung der Behandlung von Begleiterkrankungen. Mehr zur Erkrankung unter Opioidabhängigkeit und Substitution. [13]
Die Lösung zum Einnehmen von neuraxpharm, Grundlage dieser Seite, ist nur zur Substitution zugelassen. Laut Embryotox wird Levomethadon außerdem zur Behandlung starker und sehr starker Schmerzen angewendet. [1, 2]
Die S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen (Version 1.0 vom 30.06.2025, gültig bis 06.07.2030) nennt die Substitution Opioid-Agonisten-Therapie. Sie soll laut Leitlinie jedem Menschen mit Störungen durch illegale, also nicht ärztlich verschriebene Opioide angeboten werden. In dieser Behandlung kann der Einsatz von Methadon und von Levomethadon sowie der Ersatz des einen durch das andere laut Leitlinie gleichermaßen erwogen werden; die Auswahl des Arzneimittels sollte sich nach der Darreichungsform richten, die die Betroffenen bevorzugen und die zugelassen ist. Weitere Substitutionsmittel sind unter anderem Buprenorphin und Methadon. [13, 14]
Wie wirkt Levomethadon?
Levomethadon ist ein vollsynthetisches Opioid-Schmerzmittel und gehört zu den Substitutionsmitteln. Es ist das R-Enantiomer von Methadon: Methadon kommt in zwei spiegelbildlichen Formen vor, und international wird meist ein Gemisch beider zu gleichen Teilen verwendet, das Racemat. [1, 14]
In der Substitution beruht die Wirkung laut Fachinformation auf zwei Mechanismen. Als Opioid-Agonist, also als Wirkstoff, der die Opioid-Rezeptoren anregt, wirkt Levomethadon ähnlich wie Morphin und unterdrückt bei opioidabhängigen Menschen die Entzugsbeschwerden. Bei längerer Einnahme kann sich außerdem, abhängig von Dosis und Dauer der Substitution, eine Gewöhnung (Toleranz) entwickeln, die die als euphorisierend empfundene Wirkung gespritzter Opiate blockiert. [1]
Die Wirkung setzt 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ein und hält nach einer einzelnen Gabe 6 bis 8 Stunden an. Bei wiederholter Gabe steigt die Wirkdauer auf 22 bis 48 Stunden, sodass eine Gabe am Tag ausreicht. Die atemdämpfende Wirkung ist nach 4 Stunden am stärksten und kann bis zu 75 Stunden andauern. [1]
Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, schwankt stark von Mensch zu Mensch, zwischen 14 und 55 Stunden. Sie ist bei längerer Einnahme, im höheren Alter und bei chronischen Lebererkrankungen verlängert. Weil Levomethadon lange im Körper bleibt, kann es sich anreichern: Eine Einzeldosis, die die Beschwerden lindert, kann bei wiederholter täglicher Einnahme laut Fachinformation zu einer Anreicherung führen, und das kann lebensbedrohlich sein. Abgebaut wird Levomethadon in der Leber über mehrere Enzyme, unter anderem CYP3A4, CYP2D6, CYP2B6 und CYP2C19; andere Mittel können deshalb den Spiegel verändern, mehr dazu unter Wechselwirkungen. [1]
Wann wirkt Levomethadon und wie lange wird behandelt?
Die Dosis richtet sich nach den Entzugsbeschwerden und wird für jede Person entsprechend ihrer Situation und ihrem Empfinden eingestellt; nach der Einstellung ist die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis anzustreben. Andere Arzneimittel können den täglichen Bedarf an Levomethadon erhöhen, deshalb wird auch bei stabiler Einstellung auf Entzugsbeschwerden geachtet. Wie lange behandelt wird, richtet sich im Rahmen des Gesamtkonzepts nach dem Erfolg der Substitution und den persönlichen Bedürfnissen; das kann von einer kurzen Anwendung, etwa während eines Klinikaufenthalts, bis zur Langzeitbehandlung reichen. [1]
Laut S3-Leitlinie sollen Menschen in einer Substitution innerhalb eines strukturierten Prozesses eine individuelle, bedarfsgerechte psychosoziale Betreuung erhalten; geeignete psychosoziale Angebote, unter anderem kognitive Verhaltenstherapie und Beratung, sollten angeboten werden. Außerdem sollen sie auf die Möglichkeiten der Selbsthilfe und auf regionale Selbsthilfegruppen hingewiesen werden. Mehr unter Psychotherapie und Medikamente. [14]
- BeginnLevomethadon geben nur zur Substitution ermächtigte Ärztinnen und Ärzte. Vor dem Beginn werden alle nach Herzerkrankungen und ungeklärten Ohnmachtsanfällen gefragt und über mögliche Herzrhythmusstörungen informiert; laut Fachinformation wird vor Therapiebeginn ein EKG abgeleitet. Die Dosis richtet sich nach den Entzugsbeschwerden und wird einzeln eingestellt; nach der Einstellung wird die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis angestrebt. Zu Beginn der Substitution sind Opiat-Entzugsbeschwerden häufig.[1]
- Erste WirkungDie Wirkung setzt laut Fachinformation 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ein; bei wiederholter Gabe hält sie 22 bis 48 Stunden an. Auch bei stabiler Einstellung können andere Arzneimittel den täglichen Bedarf erhöhen; deshalb wird weiter auf Entzugsbeschwerden geachtet.[1]
- ErhaltungDie Dauer richtet sich im Rahmen des Gesamtkonzepts nach dem Erfolg der Substitution und den persönlichen Bedürfnissen und kann von einer kurzen Anwendung, etwa während eines Klinikaufenthalts, bis zur Langzeitbehandlung reichen; Ziel ist die Abstinenz von Drogen. Laut S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen soll eine Entzugsbehandlung anstelle der Substitution bei instabilen Menschen und bei Menschen ohne realistischen Plan, abstinent zu bleiben, vermieden werden.[1, 4]
- AbsetzenNach plötzlichem Absetzen sind schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugsbeschwerden zu erwarten. Ist ein Entzug vom Substitutionsmittel angezeigt, soll er laut S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen langsam ausschleichend erfolgen. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 4]
Gewöhnung und Abhängigkeit
Levomethadon hat laut Fachinformation selbst ein hohes Suchtpotenzial. Wie bei anderen Opioiden können sich bei wiederholter Anwendung Toleranz sowie eine körperliche und seelische Abhängigkeit entwickeln. Das Risiko für eine Opioidgebrauchsstörung ist erhöht bei Substanzgebrauchsstörungen, einschließlich Alkohol, in der eigenen oder familiären Vorgeschichte, bei Raucherinnen und Rauchern und bei anderen psychischen Erkrankungen wie einer schweren Depression, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen. Laut Fachinformation müssen Behandelte auf Anzeichen eines Suchtverhaltens überwacht werden, zum Beispiel auf ein zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1]
Nebenwirkungen im Blick
Zu Beginn der Substitution treten laut Fachinformation häufig Opiat-Entzugsbeschwerden auf, unter anderem Angst, Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Gähnen, Gänsehaut, laufende Nase, Schläfrigkeit, starkes Schwitzen, Unruhe und Zittern. [1]
Für die übrigen Nebenwirkungen gibt die Fachinformation zusammengefasste Häufigkeiten an. Gelegentlich bis häufig sind unter anderem Benommenheit und Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, gehobene Stimmung und Missstimmung, ein verlangsamter Herzschlag, Verstopfung, Schweißausbrüche, eine verlangsamte, abgeflachte Atmung (Atemdepression) und eine eingeschränkte Libido oder Potenz. Selten bis sehr selten sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand und Atemstillstand. Die Langzeitanwendung von Opioiden kann mit erniedrigten Sexualhormonen und erhöhtem Prolaktin verbunden sein, etwa mit verminderter Libido, Impotenz oder Ausbleiben der Regelblutung. [1]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenHäufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexHäufig
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes SchwitzenHäufig
- ÜbelkeitHäufig
- Schwindelnicht genannt
- Zitternnicht genannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitSelten
- Natriummangelnicht genannt
- AbhängigkeitNicht bekannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Levomethadon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Zu Beginn der Substitutionsbehandlung Opiat-Entzugssymptome wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Darmkrämpfe, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, abwechselnd Frösteln und Hitzewallungen, Gähnen, Gänsehaut, Gewichtsverlust, Herzrasen, laufende Nase, Niesen, erweiterte Pupillen, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, allgemeine körperliche Schmerzen, Schwächeanfälle, starkes Schwitzen, verstärkter Tränenfluss, Übelkeit, Unruhe, Unterleibskrämpfe und Zittern[1]
- Häufig: Appetitlosigkeit, laut Fachinformation gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Gehobene Stimmung (Euphorie) und Missstimmung (Dysphorie), gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Benommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Sehstörungen, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Herzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Abgeflachte, verlangsamte Atmung (Atemdepression), gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Erbrechen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Gallenwegskrämpfe, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Nesselfieber und andere Hautausschläge, Juckreiz, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Verminderte Harnmenge, Störungen der Blasenentleerung, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Eingeschränkte Libido und/oder eingeschränkte Potenz, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Schweißausbrüche, Mattigkeit, Schwächeanfälle, Wassereinlagerungen (Ödeme), gelegentlich bis häufig[1]
Alle Nebenwirkungen von Levomethadon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, sexuelle Probleme, Herz und QT-Zeit, Blutzucker und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Zeichen einer Überdosierung sind laut Fachinformation eine abgeflachte oder verlangsamte Atmung, eine bläuliche Verfärbung der Haut, extreme Schläfrigkeit mit Neigung zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, enge Pupillen, erschlaffte Muskeln und feuchtkalte Haut, manchmal auch ein verlangsamter Herzschlag und niedriger Blutdruck. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. Die atemdämpfende Wirkung kann bis zu 75 Stunden anhalten. [1]
Werden zusätzlich Benzodiazepine oder verwandte Beruhigungsmittel verordnet, wird laut Fachinformation dringend empfohlen, die Behandelten und ihre Bezugspersonen über Anzeichen einer Dämpfung und einer Atemdepression zu informieren. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Fühlen Sie sich "komisch", können sich schlecht konzentrieren, sind schläfrig oder haben beim Stehen Schwindel, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation wird bei solchen Zeichen einer übermäßigen Wirkung eine Verringerung der Dosis empfohlen. Informieren Sie die Praxis außerdem über jedes neue Arzneimittel, weil andere Mittel den Bedarf an Levomethadon verändern können. [1]
Verstopfung ist eine bekannte Nebenwirkung starker Opioide; laut Fachinformation sollte eine angemessene Vorbeugung in Betracht gezogen werden. Sprechen Sie Verstopfung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Opioide können außerdem Atemstörungen im Schlaf verursachen, darunter eine zentrale Schlafapnoe; bemerken Sie oder eine andere Person Atemaussetzer im Schlaf, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1]
Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Ermüdung, Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck können laut Fachinformation auch Zeichen einer Nebennierenschwäche sein, die Opioide verursachen können; sie muss überwacht und behandelt werden. Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]
Kontrollen während der Behandlung
Vor Therapiebeginn und nach zwei Behandlungswochen ist laut Fachinformation ein EKG abzuleiten, um die Wirkung des Substitutionsmittels auf die QT-Zeit zu bestimmen; vor einer Dosiserhöhung und mindestens einmal im Jahr wird ein EKG angeraten. Es sind regelmäßige Urinkontrollen durchzuführen, um einen zusätzlichen Drogenkonsum festzustellen, und während einer Dosissteigerung wird eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers empfohlen, weil unter Methadon Unterzuckerungen beobachtet wurden. [1]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| EKG (QT-Zeit) | Laut Fachinformation ist vor Therapiebeginn und nach 2 Behandlungswochen ein EKG abzuleiten; vor einer Dosiserhöhung und mindestens einmal im Jahr ist eine EKG-Kontrolle angeraten. Bei ungeklärten Ohnmachtsanfällen soll an eine Ursache am Herzen gedacht werden; bei jeder Änderung weiterer Arzneimittel müssen Wechselwirkungen auf die QT-Zeit berücksichtigt werden[1] |
| Urinkontrollen auf Beikonsum | Regelmäßig während der Substitution, um zusätzlichen Drogenkonsum festzustellen[1] |
| Blutzucker | Laut Fachinformation wird während einer Dosissteigerung eine regelmäßige Kontrolle empfohlen, weil unter Methadon Unterzuckerungen beobachtet wurden[1] |
| Atmung und Dämpfung bei gleichzeitigen Beruhigungsmitteln | Laut Fachinformation sollten Behandelte engmaschig auf Anzeichen einer Atemdepression und Sedierung überwacht werden, wenn zusätzlich Benzodiazepine oder verwandte Mittel nötig sind; es wird dringend empfohlen, sie und ihre Bezugspersonen über diese Anzeichen zu informieren[1] |
| Anzeichen eines Suchtverhaltens | Überwachung, zum Beispiel auf zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten, und Prüfung gleichzeitig eingenommener Opioide und psychoaktiver Arzneimittel wie Benzodiazepine[1] |
| Zeichen einer Nebennierenschwäche | Opioide können eine umkehrbare Nebenniereninsuffizienz verursachen, die überwacht und behandelt werden muss; mögliche Zeichen sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Ermüdung, Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck[1] |
| Akute Bauchbeschwerden | Bei Anzeichen eines akuten Abdomens besonders engmaschig bis zur genauen Diagnose, weil Levomethadon Diagnose und Verlauf verschleiern kann[1] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel erhöhen zusammen mit Levomethadon das Risiko für Dämpfung (Sedierung), Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Laut Fachinformation ist die gleichzeitige Verschreibung nur angebracht, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten die niedrigste wirksame Dosis verwendet und die Behandlung so kurz wie möglich gehalten werden. Mit anderen dämpfenden Mitteln, zum Beispiel starken Schmerzmitteln, Alkohol, Barbituraten, Schlaf- und Narkosemitteln oder trizyklischen Antidepressiva, kann sich die dämpfende und atemdämpfende Wirkung gegenseitig verstärken. [1]
Gabapentin und Pregabalin erhöhen zusammen mit Opioiden das Risiko einer Opioid-Überdosierung und einer Atemdepression, das kann lebensbedrohlich sein. Buprenorphin und Pentazocin können bei Menschen in Methadon-Substitution Entzugserscheinungen auslösen; zur Substitution darf Buprenorphin frühestens 20 Stunden nach dem Absetzen von Levomethadon angewendet werden. Bei einer Behandlung mit MAO-Hemmern und innerhalb von zwei Wochen nach ihrem Absetzen darf Levomethadon nicht angewendet werden. [1]
Viele Mittel verändern den Abbau in der Leber. Manche können den Spiegel von Levomethadon erhöhen oder die Wirkdauer verlängern, unter anderem bestimmte Pilzmittel, Makrolid-Antibiotika, hormonelle Verhütungsmittel und die Antidepressiva Sertralin, Fluvoxamin, Fluoxetin und Paroxetin. Andere, unter anderem Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin und Johanniskraut, können ihn senken oder die Wirkdauer verkürzen und dadurch möglicherweise Entzugserscheinungen auslösen. Zusammen mit serotonerg wirkenden Mitteln wie SSRI, SNRI und trizyklischen Antidepressiva kann bei Methadon ein Serotonin-Syndrom auftreten. [1]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel | Erhöhtes Risiko für Sedierung, Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein[1] | Gleichzeitige Verschreibung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann niedrigste wirksame Dosis und kürzestmögliche Dauer mit engmaschiger Überwachung |
| Andere dämpfende oder atemdämpfende Mittel und Substanzen: starke Schmerzmittel (auch andere Opiate), Alkohol, Phenothiazine, Barbiturate und andere Schlaf- oder Narkosemittel, trizyklische Antidepressiva | Gegenseitige Verstärkung der dämpfenden und atemdämpfenden Wirkung[1] | Ärztin oder Arzt über alle Mittel informieren; Alkohol vermeiden |
| Gabapentinoide (Gabapentin, Pregabalin) | Erhöhtes Risiko für eine Opioid-Überdosierung und eine Atemdepression; das kann lebensbedrohlich sein[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| MAO-Hemmer | Lebensbedrohliche Wirkungen auf Nervensystem, Atmung und Kreislauf sind nicht auszuschließen[1] | Nicht zusammen und nicht innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen eines MAO-Hemmers anwenden |
| Pentazocin und Buprenorphin | Können bei Menschen in Methadon-Substitution Entzugserscheinungen auslösen[1] | Buprenorphin darf frühestens 20 Stunden nach Absetzen von Levomethadon zur Substitution angewendet werden |
| Serotonerg wirkende Mittel wie SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer und Pethidin | Laut Fachinformation kann bei Methadon ein Serotonin-Syndrom auftreten, mit Veränderungen des geistigen Zustands, Störungen der vegetativen Funktionen, der Muskeln und Nerven und/oder Magen-Darm-Beschwerden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die den Abbau in der Leber hemmen: Cimetidin, Pilzmittel (z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol, Fluconazol), Makrolid-Antibiotika, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, hormonelle Verhütungsmittel, SSRI (z. B. Sertralin, Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin), Ciprofloxacin, außerdem Cannabidiol | Die Konzentration von Levomethadon im Blut kann steigen bzw. die Wirkdauer sich verlängern[1] | Laut Fachinformation sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Mittel, die den Abbau in der Leber fördern: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut, Spironolacton, Fusidinsäure, Flunitrazepam sowie die HIV-Mittel Efavirenz, Nevirapin, Nelfinavir, Ritonavir und Amprenavir | Die Konzentration von Levomethadon kann sinken bzw. die Wirkdauer sich verkürzen; dadurch können Entzugserscheinungen ausgelöst werden[1] | Laut Fachinformation sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Blutdrucksenker wie Reserpin, Clonidin, Urapidil oder Prazosin | Die Wirkung von Levomethadon kann verstärkt werden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| HIV-Mittel Didanosin, Stavudin und Zidovudin | Erniedrigte (Didanosin, Stavudin) oder erhöhte (Zidovudin) Konzentrationen dieser Mittel im Blut beschrieben[1] | Laut Fachinformation engmaschige Überwachung auf Wirkung und Zeichen einer Vergiftung |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Alle Mittel, die Sie anwenden, können Sie im Medikationsplan zusammenstellen.
Wer Levomethadon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Levomethadon, Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Behandlung mit MAO-Hemmern (bestimmte Mittel gegen Depressionen oder Parkinson) oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen[1]
- Gleichzeitige Anwendung von Opioid-Gegenmitteln (Opioidantagonisten) oder anderen Opioid-Agonisten/-Antagonisten wie Pentazocin und Buprenorphin, außer zur Behandlung einer Überdosierung[1]
- Menschen, die nicht von Opiaten oder Opioiden abhängig bzw. an sie gewöhnt sind: Die in der Substitution üblichen Dosen können bei ihnen zu schweren, lebensbedrohlichen Vergiftungen führen[1]
Besondere Vorsicht bei
- Strenge Prüfung und besondere ärztliche Überwachung bei Bewusstseinsstörungen, gleichzeitiger Anwendung anderer dämpfender oder atemdämpfender Arzneimittel und Substanzen, Krankheiten, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss, und erhöhtem Hirndruck[1]
- Strenge Prüfung und besondere ärztliche Überwachung außerdem bei niedrigem Blutdruck durch Flüssigkeitsmangel, vergrößerter Prostata mit Restharn, Leber- und Gallenerkrankungen, verengenden oder entzündlichen Darmerkrankungen, Phäochromozytom (Tumor des Nebennierenmarks), Schilddrüsenunterfunktion, verlangsamtem Herzschlag und Behandlung mit Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen I und III[1]
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Erkrankungen der Gallenwege: Levomethadon kann eine Funktionsstörung und Verkrampfung des Sphinkter Oddi verursachen und so das Risiko für Gallenwegserkrankungen und Pankreatitis erhöhen[1]
- Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Cor pulmonale, stark eingeschränkte Atemreserve, vorbestehende Beeinträchtigung der Atmung, Sauerstoffmangel oder Kohlendioxid-Anstieg im Blut: Selbst übliche Dosen können die Atmung herabsetzen[1]
- Bekannte oder vermutete Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, Störungen der Blutsalze (vor allem Kaliummangel) oder Herzrhythmusstörungen: Behandlung nur mit äußerster Vorsicht. Laut Fachinformation ist vor Therapiebeginn und nach zwei Behandlungswochen ein EKG abzuleiten; vor einer Dosiserhöhung sowie mindestens jährlich wird eine EKG-Kontrolle angeraten[1]
- Suizidgefährdung: Suizidversuche mit Opiaten gehören laut Fachinformation zum Krankheitsbild der Substanzabhängigkeit; die Behandlung muss mit äußerster Vorsicht erfolgen[1]
- Akute Bauchbeschwerden (akutes Abdomen): Levomethadon kann Diagnose und Verlauf verschleiern; bis zur genauen Diagnose sollten Betroffene laut Fachinformation besonders engmaschig überwacht werden[1]
- Missbrauch und Abhängigkeit: Levomethadon hat selbst ein hohes Suchtpotenzial und kann sich wegen seiner langen Halbwertszeit im Körper anreichern; Toleranz sowie körperliche und psychische Abhängigkeit können sich entwickeln. Das Risiko ist erhöht bei Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkohol) in der eigenen oder familiären Vorgeschichte, bei Rauchern und bei anderen psychischen Erkrankungen wie schwerer Depression, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen[1]
- Beikonsum: Drogen-, Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch während der Substitutionsbehandlung kann zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden; laut Fachinformation sind regelmäßige Urinkontrollen durchzuführen[1]
- Gespritzte (intravenöse) Anwendung: Die Lösung ist ausschließlich zum Einnehmen bestimmt; missbräuchliches Spritzen kann zu schweren, auch lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen, zum Beispiel Blutvergiftung (Sepsis), Venenentzündungen oder Lungenembolien[1]
- Nebennierenschwäche: Opioide können eine umkehrbare Nebenniereninsuffizienz verursachen; mögliche Zeichen sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Ermüdung, Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck[1]
- Langzeitanwendung: kann mit erniedrigten Sexualhormonen und erhöhtem Prolaktin verbunden sein, etwa mit verminderter Libido, Impotenz oder Ausbleiben der Regelblutung[1]
- Schlafbezogene Atemstörungen: Opioide können eine zentrale Schlafapnoe und einen Sauerstoffmangel im Schlaf verursachen; das Risiko steigt mit der Dosis[1]
- Unterzuckerung: Bei Überdosierung oder Dosissteigerung von Methadon wurden Unterzuckerungen beobachtet; laut Fachinformation wird während einer Dosissteigerung eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers empfohlen[1]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Es liegen keine Daten vor; die Anwendung wird nicht empfohlen[1]
- Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen[1]
- Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen[1]
Suizidversuche mit Opiaten gehören laut Fachinformation zum Krankheitsbild einer Substanzabhängigkeit; bei stark gefährdeten Menschen muss die Behandlung mit äußerster Vorsicht erfolgen. Zeigen Betroffene trotz angemessener Behandlung unkontrollierten Drogenkonsum und anhaltend selbstgefährdendes Verhalten, sollten eine individuelle Einschätzung und eine Behandlungsplanung einschließlich stationärer Versorgung in Betracht gezogen werden. [1] Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote.
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung soll laut Fachinformation vermieden werden. Zusammen mit Opioiden wie Levomethadon kann Alkohol zu Dämpfung, Atemdepression und Koma führen, das kann lebensbedrohlich sein; außerdem beeinträchtigt Alkohol das Reaktionsvermögen zusätzlich. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1]
Levomethadon kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Die Entscheidung über die Fahrtüchtigkeit trifft laut Fachinformation in jedem Einzelfall die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, unter Berücksichtigung der persönlichen Reaktion und der jeweiligen Dosierung. Die Fachinformation spricht dabei von der Fahrtüchtigkeit; zur Fahrerlaubnis macht sie keine Angabe. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
In der Schwangerschaft darf Levomethadon laut Fachinformation nur bei strenger Indikationsstellung und unter angemessener Überwachung angewendet werden, vorzugsweise in einem darauf spezialisierten Zentrum; eine ausreichende Substitution und die Vermeidung von Entzugsbeschwerden müssen sichergestellt sein. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an, die meisten Studien liegen zu Methadon vor. Ein akuter Opiatentzug ist laut Embryotox zu vermeiden, nach längerer Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel muss mit einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen gerechnet werden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin entbinden. Schwangere, Gebärende und Stillende mit opioidbezogenen Störungen sollen laut S3-Leitlinie ausführlich über Risiken, Nebenwirkungen und Nutzen der Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden und gemeinsam mit der behandelnden Person eine Behandlungsstrategie festlegen. Setzen Sie Levomethadon nicht selbst ab. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 14]
Betäubungsmittel und Rezept
Levomethadon ist verschreibungspflichtig und steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, also unter den verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln. [1, 3] Für die Substitution regelt § 5 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung unter anderem, dass Ärztinnen und Ärzte Substitutionsmittel verschreiben, wenn sie die suchtmedizinische Qualifikation der Ärztekammern erfüllen; ohne diese Qualifikation stimmen sie sich zu Beginn mit einer suchtmedizinisch qualifizierten Ärztin oder einem solchen Arzt ab. Das Rezept wird mit dem Buchstaben "S" gekennzeichnet. Das Substitutionsmittel wird zum unmittelbaren Verbrauch überlassen, verabreicht oder angewendet, etwa in der Praxis oder in einer Apotheke; abweichend davon kann die Ärztin oder der Arzt es unter bestimmten Voraussetzungen zur eigenverantwortlichen Einnahme verschreiben, für bis zu 7 aufeinanderfolgende Tage, in begründeten Einzelfällen für bis zu 30 Tage. [13] Was auf Reisen gilt, steht unter Reisen mit Psychopharmaka und Betäubungsmitteln, zum Rezept allgemein unter Wer verschreibt Psychopharmaka?
Schwangerschaft
Laut Fachinformation darf Levomethadon in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung und unter angemessener Überwachung angewendet werden, vorzugsweise in einem darauf spezialisierten Zentrum. Eine ausreichende Substitution und die Vermeidung von Entzugssymptomen müssen sichergestellt sein; eine Dosisverringerung oder ein Entzug ist nur unter sorgfältiger Beobachtung und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchzuführen. Levomethadon passiert die Plazenta und kann vor oder während der Geburt beim Neugeborenen die Atmung dämpfen. Die Behandlung kann beim ungeborenen Kind zu Gewöhnung und Abhängigkeit und beim Neugeborenen zu behandlungsbedürftigen Entzugserscheinungen führen; der Entzug des Neugeborenen muss laut Fachinformation auf einer geeigneten Kinder-Intensivstation erfolgen. Beobachtungsstudien berichten über angeborene Fehlbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern von Müttern, die in der Schwangerschaft wegen einer Opioidabhängigkeit mit Methadon behandelt wurden; ein ursächlicher Zusammenhang mit Methadon kann laut Fachinformation wegen der Grenzen dieser Studien nicht beurteilt werden.[1]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an; die meisten Studien liegen zu Methadon vor. Methadon gilt laut Embryotox nicht als fehlbildungsauslösend, die Studienergebnisse sind aber widersprüchlich. Nach längerer Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel muss mit einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen gerechnet werden, das auch verzögert auftreten kann. Ein akuter Opiatentzug ist laut Embryotox zu vermeiden; eine Substitution sollte nur von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten vorgenommen werden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) entbinden. Zu den besser geeigneten Alternativen führt Embryotox an, dass die umfangreichsten Erfahrungen zu Methadon vorliegen und es bei Buprenorphin Hinweise auf einen milderen Entzug beim Neugeborenen gibt; in der Schmerzbehandlung sind laut Embryotox besser untersuchte Arzneistoffe zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Levomethadon geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Laut Fachinformation sollte zur Entscheidung, ob gestillt werden kann, der Rat einer Spezialistin oder eines Spezialisten eingeholt werden; die Dosis sollte dann so niedrig wie möglich sein, und das Kind sollte auf Schläfrigkeit und Atemprobleme beobachtet werden. Ist ein Abstillen nötig, sollte es schrittweise erfolgen.[1]
Laut Embryotox liegen aus der Substitutionstherapie Erfahrungen zu etwa 60 Mutter-Kind-Paaren vor, bei denen der Übergang von Methadon in die Muttermilch untersucht wurde, dazu Studien zum Verlauf bei mehreren hundert gestillten Kindern. Frauen, die bereits in der Schwangerschaft Levomethadon erhalten haben und stabil eingestellt sind, können laut Embryotox im Rahmen eines Gesamtbetreuungskonzepts unter bestimmten Voraussetzungen stillen, unter anderem, wenn keine Drogen oder anderen zentral wirksamen Substanzen zusätzlich konsumiert werden und keine HIV-Infektion vorliegt. Ein abruptes Abstillen sollte vermieden werden. Als Schmerzmittel sollte Levomethadon laut Embryotox in der Stillzeit nicht eingesetzt werden. Ist die akute Anwendung eines Opioids als Schmerzmittel unumgänglich, wären laut Embryotox Tramadol oder Buprenorphin kurzzeitig akzeptable Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden einschließlich Levomethadon und Alkohol kann zu Sedierung, Atemdepression und Koma führen; das kann lebensbedrohlich sein. Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung soll vermieden werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Levomethadon kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird, in verstärktem Maß zusammen mit Alkohol. Die Entscheidung über die Fahrtüchtigkeit trifft in jedem Einzelfall die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.[1]
Anwendung
Levomethadon darf nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Die Ärztin oder der Arzt bzw. eine beauftragte Person misst die erforderliche Dosis ab und gibt sie zur unmittelbaren Einnahme; eingenommen wird im Allgemeinen in Wasser oder Fruchtsaft. Eine Mitgabe für zu Hause (Take-home) muss ärztlich verordnet werden; die Ausgabe erfolgt dann über die Apotheke in kindergesichert abgefüllten Tagesportionen.[1]
Bewahren Sie Levomethadon sicher und insbesondere außerhalb der Reichweite von Kindern auf: Die Einnahme durch Personen, die nicht an Opiate gewöhnt sind, ist lebensgefährlich.[1]
Absetzen
Bei abruptem Absetzen oder bei Anwendung eines Opiatantagonisten sind schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten. Die Dauer der Behandlung richtet sich im Rahmen des Gesamtkonzepts nach dem Erfolg der Substitution und den individuellen Bedürfnissen; Ziel ist die Abstinenz von Drogen.[1]
Überdosierung
Eine Überdosierung zeigt sich laut Fachinformation durch Atemdepression (verlangsamte oder flache Atmung, Blaufärbung), extreme Schläfrigkeit mit Neigung zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, enge Pupillen, Erschlaffung der Muskulatur, feuchtkalte Haut und manchmal einen verlangsamten Herzschlag und niedrigen Blutdruck. Massive Vergiftungen können Atemstillstand, Kreislaufversagen und Herzstillstand verursachen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Die atemdämpfende Wirkung kann bis zu 75 Stunden anhalten. Zeichen einer übermäßigen Wirkung können sein, dass man sich "komisch fühlt", sich schlecht konzentrieren kann, schläfrig ist und möglicherweise beim Stehen Schwindel verspürt.[1]
Einnahme und Absetzen
Levomethadon darf nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Die Ärztin oder der Arzt oder eine von ihr oder ihm beauftragte Person misst die erforderliche Menge ab und gibt sie zur unmittelbaren Einnahme, im Allgemeinen in Wasser oder Fruchtsaft. Eine Mitgabe für zu Hause (Take-home) muss ärztlich verordnet werden; sie ist laut Fachinformation nicht zulässig, wenn die Untersuchungen ergeben, dass jemand Stoffe konsumiert, die ihn zusammen mit dem Substitutionsmittel gefährden, noch nicht auf eine stabile Dosis eingestellt ist oder Stoffe missbräuchlich konsumiert. Die Tagesportionen gibt dann die Apotheke kindergesichert abgefüllt aus. [1]
Die Lösung ist ausschließlich zum Einnehmen bestimmt. Wird sie missbräuchlich in eine Vene gespritzt, kann das zu schweren Nebenwirkungen führen, zum Beispiel zu einer Blutvergiftung (Sepsis), Venenentzündungen oder Lungenembolien. Bewahren Sie Levomethadon sicher und vor allem außerhalb der Reichweite von Kindern auf, denn für Menschen, die nicht an Opiate gewöhnt sind, ist die Einnahme lebensgefährlich. [1]
Bei abruptem Absetzen oder bei Anwendung eines Opiat-Gegenmittels (Opiatantagonist) sind laut Fachinformation schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugsbeschwerden zu erwarten. Ist ein Entzug vom Substitutionsmittel angezeigt, soll er laut S3-Leitlinie langsam ausschleichend erfolgen; eine Entzugsbehandlung statt der Substitution soll bei instabilen Menschen und bei Menschen ohne realistischen Plan, abstinent zu bleiben, vermieden werden. [1, 4]
Laut S3-Leitlinie sollen Betroffene zu Beginn, bei einem Abbruch und nach einem Entzug darüber informiert werden, dass die Gewöhnung an die entzogene Substanz danach vermindert ist. Bei einem Rückfall kann das, je nach Dosis, lebensbedrohlich sein. [14]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Psychopharmaka absetzen und Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Fachinformation
Die Fachinformation beschreibt, wer Levomethadon gibt, wie die Dosis eingestellt wird und für wen eine niedrigere Dosis empfohlen wird. Die Menge legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach Ihren Entzugsbeschwerden. [1]
Präparate mit Levomethadon
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| L-Polamidon | Betäubungsmittel | |
| Levomethadon-neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Betäubungsmittel; 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen zur Substitution; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Levomethadon-neuraxpharm 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox: Levomethadon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Levomethadon. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 076-012), Kapitel Entzug (Empfehlungen 4.2 und 4.3). Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Version 1.0, 30.06.2025. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 5 Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV): Substitution, Verschreiben von Substitutionsmitteln. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 076-012), Kapitel 2.3.1 und Empfehlungen 3.1, 3.3, 3.4, 4.10, 6.1, 7.1, 11.2 und 13.1. Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Version 1.0, 30.06.2025, gültig bis 06.07.2030. abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Levomethadon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Levomethadon und Methadon?
Methadon kommt in zwei spiegelbildlichen Formen vor; international wird meist ein Gemisch beider zu gleichen Teilen verwendet. Levomethadon ist laut Fachinformation eine dieser Formen, das R-Enantiomer. Die beiden Mittel sind unterschiedlich stark wirksam, was laut Fachinformation bei der Dosierung zu berücksichtigen ist. In der Substitution kann laut S3-Leitlinie der Einsatz von Methadon und von Levomethadon sowie der Ersatz des einen durch das andere gleichermaßen erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange wirkt Levomethadon?
Die Wirkung in der Substitution setzt laut Fachinformation 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ein und hält nach einer einzelnen Gabe 6 bis 8 Stunden an. Bei wiederholter Gabe steigt die Wirkdauer auf 22 bis 48 Stunden, sodass eine Gabe am Tag ausreicht. Die atemdämpfende Wirkung ist nach 4 Stunden am stärksten und kann bis zu 75 Stunden andauern. Die Halbwertszeit schwankt stark, zwischen 14 und 55 Stunden.
Darf ich mit Levomethadon Alkohol trinken?
Laut Fachinformation soll Alkohol während der Behandlung vermieden werden. Zusammen mit Opioiden wie Levomethadon kann Alkohol zu Dämpfung, Atemdepression und Koma führen, das kann lebensbedrohlich sein; außerdem beeinträchtigt Alkohol das Reaktionsvermögen zusätzlich. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.
Wer verordnet Levomethadon?
Angewendet werden darf Levomethadon laut Fachinformation nur bei opiat- oder opioidabhängigen Menschen durch Ärztinnen und Ärzte, die zur Substitution ermächtigt sind. Nach § 5 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung verschreiben Ärztinnen und Ärzte Substitutionsmittel, wenn sie die suchtmedizinische Qualifikation der Ärztekammern erfüllen; sonst stimmen sie sich zu Beginn mit einer suchtmedizinisch qualifizierten Ärztin oder einem solchen Arzt ab. Mehr unter Betäubungsmittel und Rezept.
Kann man Levomethadon mit nach Hause bekommen?
Eine Mitgabe für zu Hause, Take-home genannt, muss ärztlich verordnet werden. Laut Fachinformation ist sie nicht zulässig, wenn die Untersuchungen ergeben, dass jemand Stoffe konsumiert, die ihn zusammen mit dem Substitutionsmittel gefährden, noch nicht stabil eingestellt ist oder Stoffe missbräuchlich konsumiert. Ausgegeben wird Levomethadon dann über die Apotheke, kindergesichert in Tagesportionen abgefüllt. Bewahren Sie es sicher und für Kinder unerreichbar auf.
Wie setzt man Levomethadon ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei abruptem Absetzen sind laut Fachinformation schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugsbeschwerden zu erwarten. Ist ein Entzug vom Substitutionsmittel angezeigt, soll er laut S3-Leitlinie langsam ausschleichend erfolgen. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Erfolg der Substitution und Ihren persönlichen Bedürfnissen; Ziel ist die Abstinenz von Drogen.
Darf ich Levomethadon in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Fachinformation darf Levomethadon in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung und unter angemessener Überwachung angewendet werden, vorzugsweise in einem spezialisierten Zentrum; eine ausreichende Substitution und die Vermeidung von Entzugsbeschwerden müssen sichergestellt sein. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an; ein akuter Opiatentzug ist zu vermeiden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin entbinden. Setzen Sie Levomethadon nicht selbst ab und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Warum wird bei Levomethadon ein EKG gemacht?
Unter Mitteln wie Levomethadon muss laut Fachinformation mit einer Verlängerung der QT-Zeit im EKG und dadurch mit dem Auftreten einer bestimmten Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes) gerechnet werden. Deshalb werden vor Beginn alle nach Herzerkrankungen und ungeklärten Ohnmachtsanfällen gefragt, und vor Therapiebeginn und nach zwei Behandlungswochen ist ein EKG abzuleiten. Vor einer Dosiserhöhung und mindestens einmal im Jahr wird ein EKG angeraten. Mehr unter Herz und QT-Zeit.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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