MedikamenteWirkstoff
Cariprazin
Cariprazin ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum, das in der EU nur zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen ist; bekannt ist es als Reagila. Weil Cariprazin und seine wirksamen Abbauprodukte lange im Körper bleiben, zeigen sich Dosisänderungen erst nach mehreren Wochen vollständig, und Frauen, die schwanger werden können, müssen noch mindestens 10 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten. Bei Gedanken, sich selbst zu verletzen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wofür wird Cariprazin eingesetzt?
Cariprazin gehört zu den Antipsychotika; zugelassen ist es nur zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen. Die Packungsbeilage beschreibt die Schizophrenie als Erkrankung mit Beschwerden wie dem Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht wirklich da sind (Halluzinationen), Misstrauen, Wahnvorstellungen, zusammenhangloser Sprechweise, wirrem Verhalten und verflachter Stimmungslage. Manche Betroffene können geplante Aktivitäten nicht beginnen oder fortführen, wollen nicht sprechen oder zeigen in Situationen, die bei anderen Gefühle auslösen, keine Gefühlsreaktion. [1, 2]
Für andere Erkrankungen, etwa Depressionen oder bipolare Störungen, ist Cariprazin in der EU nicht zugelassen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird es nicht empfohlen, weil keine Daten vorliegen; zur Behandlung älterer Menschen mit Demenz wird es ebenfalls nicht empfohlen. [1, 2]
Stehen sogenannte Negativsymptome im Vordergrund, also Störungen von Antrieb, Gefühlsleben (Affektivität) und Psychomotorik, sollte laut S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, 2026) Amisulprid in niedriger Dosis oder Cariprazin angeboten werden. Die Leitlinie stuft das als bedingte Empfehlung ein; für Cariprazin liegt zu dieser Frage nur eine Studie vor. Als eigenes Anwendungsgebiet nennt die Fachinformation vorherrschende Negativsymptome nicht. Der Dachverband Gemeindepsychiatrie hat dazu ein Sondervotum abgegeben: Er hält die Datenlage für begrenzt und eine Umstellung von anderen Antipsychotika auf Cariprazin deshalb für unzureichend begründet. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2, 14]
Wie wirkt Cariprazin?
Nervenzellen geben Signale über Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin weiter, die an bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) binden. Wie Cariprazin genau wirkt, ist laut Fachinformation nicht vollständig bekannt. Vermutlich beruht die Wirkung auf einer Kombination: An Rezeptoren für Dopamin (D3 und D2) und Serotonin (5-HT1A) wirkt Cariprazin teilweise anregend (partialagonistisch), an Serotonin-5-HT2B- und 5-HT2A-Rezeptoren sowie an Histamin-H1-Rezeptoren hemmend. Zu Rezeptoren für den Botenstoff Acetylcholin hat es keine nennenswerte Bindung. Die beiden wirksamen Hauptabbauprodukte verhalten sich im Labor ähnlich wie Cariprazin selbst. Mehr über die Gruppe auf den Seiten Antipsychotika und atypische Antipsychotika. [2]
Nach wiederholter Einnahme ist der höchste Blutspiegel im Allgemeinen 3 bis 8 Stunden nach der Einnahme erreicht. In einer Untersuchung mit einer Einzeldosis hatte eine fettreiche Mahlzeit keinen bedeutsamen Einfluss darauf, wie viel Wirkstoff ins Blut gelangt. Abgebaut wird Cariprazin in der Leber vor allem über das Enzym CYP3A4, in geringerem Maß über CYP2D6. Für die Behandlung zählt laut Fachinformation die effektive Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert: Für Cariprazin und seine wirksamen Abbauprodukte zusammen beträgt sie etwa eine Woche. Bei täglicher Einnahme ist nach etwa einer Woche ungefähr die Hälfte und innerhalb von drei Wochen 90 Prozent des gleichbleibenden Spiegels erreicht. [2]
Wann wirkt Cariprazin und wie lange wird behandelt?
Begonnen wird mit der empfohlenen Anfangsdosis, die die Ärztin oder der Arzt bei Bedarf langsam steigern kann; beibehalten wird die niedrigste wirksame Dosis. Einen Zeitraum bis zum Wirkungseintritt nennen Fachinformation und Packungsbeilage nicht. Was bei Gedanken an Selbstverletzung zu Beginn der Behandlung wichtig ist, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]
Für Antipsychotika bei einer Schizophrenie zeigte laut S3-Leitlinie eine große Auswertung von Studien, dass die wesentlichen Wirkungen schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; manche Menschen brauchen aber länger. Ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden. Zur Vorbeugung von Rückfällen soll eine Behandlung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn keine Gründe der Verträglichkeit dagegen sprechen. Wie lange behandelt wird, hängt laut Leitlinie unter anderem von der Schwere der Erkrankung, vom Ansprechen, von Nebenwirkungen und von der Motivation der betroffenen Person ab. Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [14]
- BeginnWegen der langen Halbwertszeit von Cariprazin und seinen wirksamen Abbauprodukten zeigen sich Dosisänderungen erst nach mehreren Wochen vollständig im Blut. Nach dem Beginn der Behandlung und nach jeder Dosisänderung werden Nebenwirkungen und Ansprechen mehrere Wochen lang ärztlich überwacht. Unruhe und die Unfähigkeit, still zu sitzen (Akathisie), treten früh in der Behandlung auf; Suizidgedanken und suizidales Verhalten sind zu Beginn wahrscheinlicher.[1, 2]
- ErhaltungBeibehalten wird die niedrigste wirksame Dosis nach ärztlichem Ermessen. Auch wenn es Ihnen besser geht, ändern oder beenden Sie die tägliche Dosis nicht ohne ärztlichen Rat, weil die Beschwerden sonst zurückkehren können.[1, 2]
- AbsetzenNach dem Absetzen sinkt der Spiegel von Cariprazin und seinen wirksamen Abbauprodukten laut Fachinformation allmählich über mehrere Wochen. Frauen, die schwanger werden können, müssen deshalb noch mindestens 10 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Am häufigsten waren in den Studien laut Fachinformation eine innere Unruhe mit dem zwingenden Bedürfnis, in Bewegung zu bleiben (Akathisie), und Parkinsonismus, also Parkinson-ähnliche Beschwerden wie verlangsamte Bewegungen, Zittern und steife Muskeln. Die meisten dieser Ereignisse waren leicht bis mittelschwer. Weil die Akathisie früh in der Behandlung auftritt, ist eine engmaschige Überwachung in der ersten Behandlungsphase wichtig. [1, 2]
Bei der Anwendung von Cariprazin wurde eine signifikante Gewichtszunahme beobachtet; das Gewicht sollte regelmäßig überwacht werden. Cariprazin kann einen Blutdruckabfall beim Aufstehen und auch hohen Blutdruck hervorrufen. In Tierstudien trat bei Hunden eine Linsentrübung auf. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Linsenveränderungen beim Menschen konnte laut Fachinformation nicht hergestellt werden, bei Beschwerden, die auf einen grauen Star hindeuten können, sollte trotzdem zu einer augenärztlichen Untersuchung geraten werden. Gedanken über Selbstverletzung oder Suizid und Suizidversuche führt die Packungsbeilage unter den Nebenwirkungen auf; mehr dazu unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenHäufig
- Unruhe und NervositätSehr häufig
- GewichtszunahmeHäufig
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- ErektionsstörungenGelegentlich
- Mundtrockenheitnicht genannt
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- ZitternSehr häufig
- BewegungsstörungenSehr häufig
- Herzrhythmus und QT-ZeitHäufig
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Sehr häufig
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die Fach- oder Gebrauchsinformation eine Häufigkeit angeben; was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemGefühl der Unruhe und Unfähigkeit, still zu sitzen (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Sitzunruhe (Akathisie)Unruhe und Nervosität
- NervensystemParkinsonismus mit weniger oder verlangsamten Bewegungen, verlangsamtem Denken, ruckartiger Bewegung beim Beugen von Gliedmaßen (Negro-Zeichen), schlurfenden Schritten, Zittern, wenig oder keiner Mimik im Gesicht, Muskelsteifigkeit und Speichelfluss[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungUngewöhnliche Blutfettwerte, z. B. Cholesterin und/oder Fett (Dyslipidämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Stoffwechsel und ErnährungVerringerter oder gesteigerter Appetit[1, 2]
- PsycheSchwierigkeiten beim Schlafen, ungewöhnliche Träume, Albträume, Schlafwandeln (Schlafstörungen)[1, 2]
- PsycheAngstzustände[1, 2]
- NervensystemSchläfrigkeit (Sedierung)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]
- NervensystemUnwillkürliche Verdrehungen und ungewöhnliche Körperhaltung (Dystonie)[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- NervensystemÜbermäßiges Zähneknirschen oder Kieferpressen, Speichelfluss, anhaltendes Blinzeln als Reaktion auf ein Antippen der Stirn (abnormaler Reflex), Probleme bei der Bewegung, Störungen der Zungenbewegung (extrapyramidale Symptome); laut Fachinformation gehören dazu auch Gleichgewichtsstörung, undeutliches Sprechen (Dysarthrie), Gangabweichung, abgeschwächte Reflexe und das Syndrom der ruhelosen Beine[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]
- HerzSchneller, unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung[1, 2]
- Leber und GalleErhöhung der Leberwerte (Leberenzyme)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeErhöhung des Kreatinkinase-Werts im Blut[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemBlutarmut (verringerte Zahl der roten Blutkörperchen, Anämie), Anstieg der Zahl einer Art der weißen Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HormonsystemVerringerter Spiegel an Thyreotropin (TSH) im Blut[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungUngewöhnlicher Natriumspiegel im Blut[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungDiabetes, erhöhter Blutzucker[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- PsycheGedanken oder Gefühle über Selbstverletzung oder Suizid, Suizidversuch (suizidales Verhalten)[1, 2]
- PsychePlötzliche und schwere Verwirrtheit (Delirium)[1, 2]
- PsycheDepression[1, 2]
- PsycheVerringertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf SexErektionsstörungenVeränderte Lust auf Sex
- NervensystemUnwillkürliche Bewegungen, am häufigsten der Zunge oder des Gesichts, nach kurzfristiger oder langfristiger Anwendung (tardive Dyskinesie, Dyskinesie)[1, 2]Mehr dazu: SpätdyskinesienBewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- NervensystemUnangenehmer, ungewöhnlicher Tastsinn (Dysästhesie)[1, 2]
- NervensystemBenommenheit, Energielosigkeit oder mangelndes Interesse an Aktivitäten (Lethargie)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- AugenAugenreizung, hoher Druck im Auge, Sehschwäche, Probleme bei der Anpassung des Auges vom Sehen in die Ferne an das Sehen in die Nähe[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]
- HerzUngewöhnlicher EKG-Befund (laut Fachinformation QT-Verlängerung und veränderte T-Welle), ungewöhnliche Nervenimpulse im Herzen (Störungen des Reizleitungssystems), langsamer, unregelmäßiger Herzschlag (Bradyarrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter Herzschlag
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck[1, 2]
- AtemwegeSchluckauf[1, 2]
- Magen und DarmSodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit)[1, 2]
- Leber und GalleErhöhter Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut[1, 2]
- HautJuckreiz, Hautausschlag[1, 2]
- Nieren und HarnwegeSchmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), ungewöhnlich häufiges und reichliches Wasserlassen (Pollakisurie)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenDurst[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerringerte Zahl einer Art der weißen Blutkörperchen (Neutropenie), wodurch die Infektanfälligkeit erhöht sein kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (Überempfindlichkeit) mit Fieber, Schwellungen im Bereich des Mundes, des Gesichts, der Lippen oder der Zunge, Kurzatmigkeit, Juckreiz, Hautausschlag und eventuell niedrigem Blutdruck[1, 2]
- HormonsystemSchilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)[1, 2]
- NervensystemKrampfanfall[1, 2]
- NervensystemGedächtnisverlust (Amnesie), Verlust des Sprechvermögens (Aphasie)[1, 2]
- AugenAugenbeschwerden bei hellem Licht (Photophobie)[1, 2]
- AugenTrübung der Linse im Auge, die zu einer Abnahme der Sehfähigkeit führt (Katarakt)[1, 2]
- Magen und DarmSchluckbeschwerden (Dysphagie)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeUnerklärliche Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe oder Muskelschwäche als mögliche Anzeichen einer Muskelschädigung (Rhabdomyolyse), die sehr schwerwiegende Nierenprobleme auslösen kann[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- NervensystemKombination aus Fieber, Schwitzen, Muskelsteifigkeit und Benommenheit oder Schläfrigkeit (malignes neuroleptisches Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Malignes neuroleptisches SyndromVermehrtes Schwitzen
- Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Venen, insbesondere der Beine, mit Schwellung, Schmerzen und Rötung im betroffenen Bein; sie können in die Lunge wandern und dort Schmerzen im Brustkorb und Schwierigkeiten beim Atmen verursachen (laut Fachinformation venöse Thromboembolie, auch Lungenembolie und tiefe Beinvenenthrombose)[1, 2]
- Leber und GalleEntzündung der Leber (toxische Hepatitis) mit Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbfärbung der Augen und der Haut, Schwäche und Fieber[1, 2]
- SchwangerschaftEntzugserscheinungen beim Neugeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft (Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen)[2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien, Blutzucker und Blutfette, sexuelle Probleme, Müdigkeit und Herz und QT-Zeit.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Möglichkeit von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten gehört laut Fachinformation zu psychotischen Erkrankungen; sie wird im Allgemeinen früh nach dem Beginn oder einem Wechsel einer antipsychotischen Behandlung berichtet. Bei hohem Risiko sollte die Behandlung engmaschig überwacht werden. Laut Packungsbeilage sind solche Gedanken und Verhaltensweisen zu Beginn der Behandlung wahrscheinlicher. Denken Sie daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, oder fühlen Sie sich danach, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 2]
Bei einer Schizophrenie soll Suizidalität laut S3-Leitlinie offen und einfühlsam angesprochen und das Risiko eingeschätzt werden. Als Risikofaktoren nennt die Leitlinie unter anderem depressive Beschwerden, frühere Suizidversuche und eine durch Medikamente ausgelöste Akathisie. Bemerken Sie Unruhezustände oder können Sie nicht still sitzen, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 14]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die tägliche Dosis nicht selbst und setzen Sie Cariprazin nicht ab, auch wenn es Ihnen besser geht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es empfohlen; die Beschwerden können sonst zurückkehren. Bei einer Schizophrenie sollen Nebenwirkungen von Antipsychotika laut S3-Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert werden. Je nach Schwere soll eine Anpassung der Dosis, ein Wechsel auf ein anderes Mittel oder das Absetzen angeboten werden. [1, 14]
- Gegen eine Akathisie nennt die Fachinformation als vorbeugende Maßnahme eine langsame Dosissteigerung zu Beginn, zur Behandlung eine langsame Verringerung der Dosis oder Mittel gegen Bewegungsstörungen. Darüber entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [2]
- Haben Sie Diabetes oder Risikofaktoren dafür, etwa starkes Übergewicht oder Diabetes in der Familie, muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage regelmäßig den Blutzucker überprüfen. Anzeichen eines hohen Blutzuckers sind übermäßiger Durst, große Harnmengen, gesteigerter Appetit und Schwächegefühl. [1]
- Wird Ihnen beim Aufstehen schwindelig, kann das laut Packungsbeilage an einem Blutdruckabfall liegen, der zu einer Ohnmacht führen kann; sprechen Sie das in der Praxis an. [1]
- Haben Sie Sehstörungen, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen laut Packungsbeilage den Besuch bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt empfehlen. [1]
- Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie zu Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika oder spätestens bei einer stärkeren Gewichtszunahme Angebote wie Ernährungsberatung oder Bewegungsprogramme gemacht werden. [14]
Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.
Kontrollen während der Behandlung
Unter Cariprazin wurden laut Fachinformation eine signifikante Gewichtszunahme und Nebenwirkungen am Blutzucker beschrieben, außerdem kann es den Blutdruck beim Aufstehen absinken lassen oder erhöhen. Welche Kontrollen Fach- und Gebrauchsinformation dazu nennen, zeigt die Übersicht. [1, 2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Blutdruck | Regelmäßig bei hohem oder niedrigem Blutdruck oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung[1, 2] |
| Blutzucker | Regelmäßig bei Diabetes oder Risikofaktoren für Diabetes, z. B. Fettleibigkeit oder Diabetes in der Familie[1, 2] |
| Gewicht | Regelmäßig während der Behandlung[1, 2] |
| Augenärztliche Untersuchung | Bei Sehstörungen oder Beschwerden, die auf eine Linsentrübung (Katarakt) hindeuten können[1, 2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Für die Behandlung einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie in einer Übersicht feste Zeitpunkte für Kontrollen. Für die übrigen Antipsychotika, die die Übersicht nicht eigens nennt, darunter Cariprazin, sind das vor Beginn unter anderem Blutbild, Blutzucker und Blutfette, Nieren- und Leberwerte, EKG und Blutsalze, Blutdruck und Puls, Körpergewicht und Prolaktin; bei Frauen im gebärfähigen Alter soll eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Im Verlauf folgen weitere Kontrollen in den ersten Monaten, danach Blutdruck, Puls und Gewicht vierteljährlich, Leberwerte sowie Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle Nebenwirkungen halbjährlich, Blutbild, Blutzucker, Blutfette, Nierenwerte und EKG jährlich. Die Leitlinie versteht die Zeitpunkte als Orientierung; bei Beschwerden oder auffälligen Befunden müssen die Abstände angepasst werden. Betroffene und Angehörige sollen über die nötigen Kontrollen informiert werden. [14]
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.
Wechselwirkungen
Cariprazin wird vor allem über das Enzym CYP3A4 abgebaut. Starke Hemmstoffe dieses Enzyms können die Menge von Cariprazin im Blut erhöhen, starke oder mäßig starke Beschleuniger (Induktoren) können sie erheblich verringern. Deshalb darf Cariprazin nicht zusammen mit starken Hemmstoffen angewendet werden, etwa bestimmten Mitteln gegen HIV, Hepatitis C oder Pilzinfektionen und den Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin, und auch nicht zusammen mit Beschleunigern wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut oder Modafinil. Mäßig starke Hemmstoffe wie Erythromycin, Fluconazol, Diltiazem oder Verapamil können die Menge im Blut erhöhen; wegen der langen Halbwertszeit zeigt sich das erst nach mehreren Wochen vollständig. Grapefruitsaft dürfen Sie laut Packungsbeilage während der Behandlung nicht trinken. [1, 2]
Zusammen mit anderen auf das Gehirn wirkenden Mitteln und mit Alkohol ist laut Fachinformation Vorsicht geboten. Bei Mitteln mit geringer therapeutischer Breite, die über das Transporteiweiß P-Glykoprotein befördert werden, etwa Dabigatran und Digoxin, könnten eine zusätzliche Überwachung und eine Dosisanpassung nötig sein. Die Blutspiegel einer Pille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel veränderte Cariprazin in einer Studie über 28 Tage nicht in klinisch bedeutsamem Maß. [2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mäßig starke CYP3A4-Hemmer wie Erythromycin (bakterielle Infektionen), Fluconazol (Pilzinfektionen), Diltiazem und Verapamil (Herzkrankheiten) | Die Menge von Cariprazin im Blut kann steigen; wegen der langen Halbwertszeit zeigt sich die volle Auswirkung erst nach mehreren Wochen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; die Dosis muss möglicherweise (vorübergehend) verringert werden |
| Grapefruitsaft | Die Fachinformation nennt ihn bei den Mitteln, die den Abbau von Cariprazin über CYP3A4 hemmen[1, 2] | Während der Behandlung keinen Grapefruitsaft trinken |
| Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite, die über P-Glykoprotein transportiert werden, wie Dabigatran (Blutgerinnung) und Digoxin (Herzkrankheiten) | Cariprazin hemmt im Labor das Transporteiweiß P-Glykoprotein im Darm; die Folgen sind noch nicht vollständig geklärt, eine zusätzliche Überwachung und eine Dosisanpassung könnten nötig sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Andere Arzneimittel, die auf das Gehirn wirken (zentral wirksame Arzneimittel), und Alkohol | Cariprazin wirkt vor allem auf das zentrale Nervensystem; die Kombination erfordert Vorsicht[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; auf Alkohol verzichten |
| Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können | Eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG kann durch diese Mittel hervorgerufen oder verschlimmert werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Hormonelle Verhütungsmittel zum Einnehmen (Ethinylestradiol und Levonorgestrel) | In einer Studie über 28 Tage hatte Cariprazin keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf ihre Blutspiegel[2] |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; den Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.
Wer Cariprazin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Cariprazin darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile und nicht zusammen mit den oben genannten starken Hemmstoffen und Beschleunigern des Enzyms CYP3A4. Bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung wird die Anwendung nicht empfohlen, weil sie nicht untersucht ist. Einige Stärken der Hartkapseln enthalten den Farbstoff Allurarot (E 129), der allergische Reaktionen hervorrufen kann. Zu Suizidgedanken siehe Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Cariprazin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Hemmer: Boceprevir und Telaprevir (Hepatitis C), Clarithromycin und Telithromycin (bakterielle Infektionen), Cobicistat, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir (HIV), Itraconazol, Posaconazol und Voriconazol (Pilzinfektionen), Ketoconazol, Nefazodon[1, 2]
- Gleichzeitige Anwendung starker oder mäßig starker CYP3A4-Induktoren: Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin (Epilepsie), Rifampicin (Tuberkulose), Nafcillin (bakterielle Infektionen), Efavirenz und Etravirin (HIV), Johanniskraut, Modafinil, Bosentan[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Suizidgedanken: Suizidalität gehört zu psychotischen Erkrankungen und wird im Allgemeinen früh nach Beginn oder Wechsel einer antipsychotischen Behandlung berichtet; bei hohem Risiko engmaschige ärztliche Überwachung[1, 2]
- Unruhezustände oder Unfähigkeit, still zu sitzen (Akathisie), auch in der Vorgeschichte: Akathisie tritt früh in der Behandlung auf, daher engmaschige Überwachung in der ersten Behandlungsphase[1, 2]
- Ungewöhnliche, unwillkürliche Bewegungen von Zunge oder Gesicht (tardive Dyskinesie), auch in der Vorgeschichte: Treten Zeichen auf, erwägt die Ärztin oder der Arzt ein Absetzen[1, 2]
- Sehstörungen: In Tierstudien trat bei Hunden eine Linsentrübung auf; bei Beschwerden, die auf eine Linsentrübung hindeuten können, wird eine augenärztliche Untersuchung empfohlen[1, 2]
- Unregelmäßiger Herzschlag, auch in der Familie, einschließlich QT-Verlängerung im EKG, bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern können[1, 2]
- Hoher oder niedriger Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Schwindel beim Aufstehen durch Blutdruckabfall, der zu Ohnmacht führen kann: Cariprazin kann einen Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) und hohen Blutdruck hervorrufen; der Blutdruck wird regelmäßig überprüft[1, 2]
- Blutgerinnsel in der eigenen Krankengeschichte oder in der Familie: Antipsychotika wurden mit Blutgerinnseln in Zusammenhang gebracht; Risikofaktoren werden vor und während der Behandlung ermittelt[1, 2]
- Schlaganfall in der Krankengeschichte oder Risikofaktoren für einen Schlaganfall, besonders bei älteren Menschen: In Studien mit atypischen Antipsychotika bei Menschen mit Demenz war das Risiko für Nebenwirkungen an den Hirngefäßen erhöht[1, 2]
- Ältere Menschen mit Demenz: Cariprazin wurde bei ihnen nicht untersucht und wird wegen eines erhöhten Sterblichkeitsrisikos nicht empfohlen[1, 2]
- Parkinson-Krankheit: Antipsychotika können die Erkrankung und ihre Beschwerden verschlechtern[1, 2]
- Diabetes oder Risikofaktoren für Diabetes (z. B. Fettleibigkeit, Diabetes in der Familie): Der Blutzucker kann steigen; Anzeichen sind übermäßiger Durst, große Harnmengen, gesteigerter Appetit und Schwächegefühl[1, 2]
- Krampfanfälle oder Epilepsie in der Krankengeschichte[1, 2]
- Gewichtszunahme: Cariprazin kann zu einer erheblichen Gewichtszunahme führen[1, 2]
- Schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung: nicht untersucht, die Anwendung wird nicht empfohlen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht empfohlen, da keine Daten vorliegen[1, 2]
- Die Hartkapseln mit 3 mg, 4,5 mg und 6 mg enthalten den Farbstoff Allurarot (E 129), der allergische Reaktionen hervorrufen kann[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch mindestens 10 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten, weil das Arzneimittel nach der letzten Einnahme noch einige Zeit im Körper bleibt. Nehmen Sie Cariprazin in der Schwangerschaft nicht ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es empfohlen. Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor; Tierstudien zeigten eine Schädigung der Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität) einschließlich Fehlbildungen bei Ratten. Die Anwendung in der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht zuverlässig verhüten, wird nicht empfohlen. Bei Neugeborenen, deren Mütter Cariprazin in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft eingenommen haben, können Zittern, Muskelsteifigkeit und/oder Muskelschwäche, Schläfrigkeit, Unruhe, Probleme beim Atmen und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme auftreten; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Stillen Sie nicht, solange Sie Cariprazin einnehmen, da eine Gefahr für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Cariprazin oder seine Hauptabbauprodukte beim Menschen in die Muttermilch übergehen; bei Ratten gingen sie in die Milch über.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollte auf Alkohol verzichtet werden.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Cariprazin hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; Benommenheit, Schwindel und Sehprobleme sind möglich. Führen Sie keine Fahrzeuge, benutzen Sie keine Werkzeuge und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, dass das Arzneimittel Sie nicht negativ beeinflusst.[1, 2]
Anwendung
Einmal täglich jeden Tag zur gleichen Tageszeit einnehmen, mit oder ohne Mahlzeit. Während der Behandlung keinen Grapefruitsaft trinken.[1]
Einnahme vergessen: die Dosis einnehmen, sobald Sie daran denken; ist es fast schon Zeit für die nächste Dosis, die versäumte auslassen und wie gewohnt weitermachen. Nicht die doppelte Menge einnehmen. Bei zwei oder mehr versäumten Dosen an die Ärztin oder den Arzt wenden.[1]
Absetzen
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, geht die Wirkung verloren, und die Beschwerden können zurückkehren. Ändern Sie die tägliche Dosis nicht und setzen Sie Cariprazin nicht ab, auch wenn es Ihnen besser geht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es empfohlen. Bei einem Wechsel zu einem anderen Mittel gegen Schizophrenie sagt Ihnen die Ärztin oder der Arzt, wie Sie vorgehen.[1]
Überdosierung
Mögliche Anzeichen sind Schwindel durch niedrigen Blutdruck, ungewöhnliche Herzschläge, Schläfrigkeit oder Müdigkeit, ungewöhnliche Körperbewegungen und Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen. Verständigen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1]
Wie lange über das Ende der Behandlung hinaus verhütet werden muss, steht in der Übersicht oben; allgemein dazu die Seite Psychopharmaka und Verhütung. Eine eigene Seite zu Cariprazin hat Embryotox nicht, und die Embryotox-Seite zu Psychosen in Schwangerschaft und Stillzeit nennt Cariprazin nicht. Setzen Sie Cariprazin nicht selbst ab, wenn Sie schwanger werden; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 3]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]
Einnahme und Absetzen
Wie Cariprazin eingenommen wird, was bei einer vergessenen Einnahme gilt und warum Sie nicht eigenmächtig absetzen sollten, steht in der Übersicht zum Alltag. Neben Hartkapseln umfasst die Zulassung Schmelztabletten für Menschen, die Hartkapseln schlecht schlucken können oder Schmelztabletten bevorzugen. Nach dem Absetzen sinkt der Spiegel von Cariprazin und seinen wirksamen Abbauprodukten nur allmählich. Bei einem Wechsel zu einem anderen Mittel gegen Schizophrenie entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt über das Vorgehen. [1, 2]
Für Antipsychotika beschreibt die S3-Leitlinie Beschwerden, die in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können, unter anderem Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Schwitzen, Schwindel, Angst, Unruhe und unwillkürliche Bewegungen (Absetzdyskinesien). Um sie zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung für sinnvoll; bei einer Schizophrenie soll außerdem in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. [14]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Anfangsdosis, die Schritte, in denen die Ärztin oder der Arzt die Dosis anpassen kann, und die Höchstdosis, dazu Hinweise für schwere Nieren- oder Leberprobleme, für ältere Menschen sowie für Kinder und Jugendliche. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Cariprazin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Reagila | Gedeon Richter Plc. (Zulassungsinhaber), in Deutschland vertreten durch Recordati Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Hartkapseln; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation Reagila (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Reagila 1,5 mg/3 mg/4,5 mg/6 mg Hartkapseln. Gedeon Richter Plc. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 22.10.2026
- EMA-Produktinformation Reagila (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Reagila Hartkapseln und Schmelztabletten. Gedeon Richter Plc. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 22.10.2026
- Embryotox: Psychosen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Cariprazin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Hilft Cariprazin bei Depressionen?
In der EU ist Cariprazin nur zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen; für Depressionen ist es nicht zugelassen. Menschen mit Schizophrenie können sich laut Packungsbeilage auch deprimiert, schuldig, ängstlich oder angespannt fühlen. Eine Depression wird außerdem als gelegentliche Nebenwirkung genannt. Sprechen Sie depressive Beschwerden bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Macht Cariprazin dick?
Eine Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Die Fachinformation berichtet von einer signifikanten Gewichtszunahme unter Cariprazin; das Gewicht sollte regelmäßig überwacht werden. Auch verringerter oder gesteigerter Appetit ist häufig.
Wie lange dauern die Nebenwirkungen von Cariprazin?
Wie lange einzelne Nebenwirkungen anhalten, sagen Packungsbeilage und Fachinformation nicht allgemein. Die innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) tritt laut Fachinformation früh in der Behandlung auf; die meisten Bewegungsstörungen waren in den Studien leicht bis mittelschwer. Weil Cariprazin lange im Körper bleibt, zeigen sich Dosisänderungen erst nach mehreren Wochen vollständig, und Nebenwirkungen werden nach dem Beginn und nach jeder Dosisänderung mehrere Wochen lang ärztlich überwacht.
Darf ich Cariprazin mit Alkohol nehmen?
Laut Fachinformation sollte während der Behandlung auf Alkohol verzichtet werden, die Packungsbeilage rät, Alkohol zu vermeiden. Cariprazin wirkt vor allem auf das Gehirn; zusammen mit anderen dort wirkenden Mitteln und Alkohol ist Vorsicht geboten.
Kann Cariprazin die Lust auf Sex verändern?
Ja, ein verringertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen und Erektionsstörungen nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkungen, sie können also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Sprechen Sie solche Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Wie setze ich Cariprazin ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage ändern oder beenden Sie die tägliche Dosis nicht, auch wenn es Ihnen besser geht, weil die Beschwerden sonst zurückkehren können. Nach dem Absetzen sinkt der Spiegel von Cariprazin und seinen wirksamen Abbauprodukten laut Fachinformation allmählich über mehrere Wochen. Bei einem Wechsel zu einem anderen Mittel sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie Sie vorgehen.
Darf ich Cariprazin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie Cariprazin in der Schwangerschaft nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfohlen hat; die Fachinformation empfiehlt die Anwendung in der Schwangerschaft nicht. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch mindestens 10 Wochen nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten. Setzen Sie Cariprazin nicht selbst ab, wenn Sie schwanger werden; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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