MedikamenteWirkstoff
Buprenorphin
Buprenorphin ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Als Pflaster ist es bei mäßig starken bis starken Tumorschmerzen und bei starken Schmerzen zugelassen, wenn Schmerzmittel ohne Opioid nicht ausreichend wirken; als Tablette unter der Zunge, auch zusammen mit Naloxon, und als Depotspritze dient es der Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit, bekannt unter anderem als Buvidal und Subutex. Zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma, das kann lebensbedrohlich sein; Alkohol kann das Risiko eines Atemstillstands erhöhen.

Wofür wird Buprenorphin eingesetzt?
Buprenorphin hat zwei Anwendungsgebiete, für die es verschiedene Darreichungsformen gibt. Das Schmerzpflaster ist bei mäßig starken bis starken Tumorschmerzen und bei starken Schmerzen zugelassen, wenn Schmerzmittel ohne Opioid nicht ausreichend wirken. Für akute, kurz andauernde Schmerzen ist es nicht geeignet. Bei einer Abhängigkeit von Opioiden darf das Pflaster nicht angewendet werden, und es darf nicht als Ersatzmittel beim Drogenentzug eingesetzt werden. [1, 2]
Gegen starke und sehr starke Schmerzzustände, zum Beispiel nach Operationen und Verletzungen, bei Herzinfarkt und Tumoren, sind außerdem eine Injektionslösung und Sublingualtabletten zugelassen (Temgesic). Auch sie dürfen bei Opioidabhängigkeit und zur Drogensubstitution nicht angewendet werden. [8]
Die Sublingualtabletten zur Substitution, also Tabletten, die unter der Zunge zergehen, mit und ohne Naloxon, und die Depot-Injektionslösung sind zur Behandlung der Opioidabhängigkeit zugelassen, jeweils im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen. Diese Behandlung heißt Substitution: Laut Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung ist das die Anwendung eines ärztlich verschriebenen Betäubungsmittels bei opioidabhängigen Menschen im Rahmen eines Therapiekonzepts. Neben Buprenorphin nennt die Verordnung unter anderem Levomethadon und Methadon als Substitutionsmittel. Mehr zur Erkrankung unter Opioidabhängigkeit und Substitution. [4, 5, 6, 7, 13]
Die S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen (Version 1.0 vom 30.06.2025, gültig bis 06.07.2030) nennt die Substitution Opioid-Agonisten-Therapie. Sie soll laut Leitlinie jedem Menschen mit Störungen durch illegale, also nicht ärztlich verschriebene Opioide angeboten werden. Als Mittel dafür sollen Methadon, Buprenorphin, Buprenorphin mit Naloxon, retardiertes Morphin oder Diamorphin eingesetzt werden; die Auswahl sollte sich nach der Darreichungsform richten, die die Betroffenen bevorzugen und die zugelassen ist. [15]
Darreichungsformen und ihre Zulassung
| Form | Zugelassen für | Grenzen und Besonderheiten |
|---|---|---|
| Transdermales Pflaster (Grundlage dieser Seite: Buprenorphin-ratiopharm in drei Stärken) | mäßig starke bis starke Tumorschmerzen und starke Schmerzen, wenn nicht-opioide Schmerzmittel nicht ausreichend wirken [1, 2] | nicht für akute Schmerzen; soll unter 18 Jahren nicht angewendet werden, weil keine Erfahrungen vorliegen; nicht bei Opioidabhängigkeit und nicht als Ersatzmittel beim Drogenentzug; nicht in der Schwangerschaft; Wechsel spätestens nach drei Tagen [1, 2] |
| Injektionslösung und Sublingualtabletten gegen Schmerzen (Temgesic) | starke und sehr starke Schmerzzustände, zum Beispiel nach Operationen und Verletzungen, bei Herzinfarkt und Tumoren; nicht bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Migräne oder anderen Schmerzen, die mit peripher wirkenden Schmerzmitteln oder krampflösenden Mitteln behandelt werden können [8] | nicht bei Opioidabhängigkeit und nicht zur Drogensubstitution; die Injektionslösung nicht bei Kindern unter einem Jahr, die Sublingualtabletten nicht bei Kindern unter 6 Jahren und nicht unter einem in der Fachinformation genannten Mindestkörpergewicht [8] |
| Sublingualtabletten ohne Naloxon (Grundlage: Buprenorphin-neuraxpharm) | Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen [4, 5] | für Erwachsene über 18 Jahre, die einer Suchtbehandlung zugestimmt haben; sollten unter Aufsicht einer Ärztin oder eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung Drogenabhängiger gegeben werden [4, 5] |
| Sublingualtabletten mit Naloxon (Suboxone) | Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen; der Naloxon-Anteil soll einen Missbrauch über die Vene verhindern [6] | für Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahre, die einer Suchtbehandlung zugestimmt haben; zwischen 15 und 18 Jahren unter Umständen strengere Überwachung, weil für diese Altersgruppe keine Daten vorliegen [6] |
| Depot-Injektionslösung (Buvidal) | Behandlung der Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen [7] | für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren; wird wöchentlich oder monatlich nur von medizinischem Fachpersonal unter die Haut gespritzt, eine Anwendung zu Hause oder eine Selbstinjektion ist nicht zulässig [7] |
Weil sich die Formen unterscheiden, sind die Angaben auf dieser Seite gekennzeichnet: "(Pflaster)" gilt nur für das Schmerzpflaster, "(Substitution)" für alle Formen zur Substitution, "(Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)" für die Tabletten von neuraxpharm und "(Substitution, Depot)" für die Depotspritze. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen stammen beim Pflaster aus dessen Packungsbeilage und Fachinformation, in der Substitution aus Packungsbeilage und Fachinformation der Sublingualtabletten ohne Naloxon. [1, 2, 4, 5]
Wie wirkt Buprenorphin?
Buprenorphin ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und gehört zu den Substitutionsmitteln. Es wirkt an bestimmten Andockstellen der Nervenzellen, den Opioid-Rezeptoren: Den µ-Opioidrezeptor regt es an (agonistisch), den κ-Opioidrezeptor hemmt es (antagonistisch). Seine Eigenschaften scheinen laut Fachinformation mit denen von Morphin vergleichbar, mit eigenen Besonderheiten. Den Schmerz verringert es über seine Wirkung an bestimmten Nervenzellen in Rückenmark und Gehirn. [1, 2]
In der Substitution wirkt Buprenorphin als teils anregender, teils hemmender Wirkstoff (partieller Opioid-Agonist/Antagonist). Es bindet langsam umkehrbar an die µ-Rezeptoren und verringert so laut Fachinformation über einen längeren Zeitraum weitgehend das Bedürfnis nach Drogen. Geschluckt wird Buprenorphin in der Leber weitgehend abgebaut, die Einnahme über den Mund ist deshalb ungeeignet; angewendet wird es unter der Zunge. Dort ist die Konzentration im Blut nach etwa 90 Minuten am höchsten, und die Wirkung kann je nach Dosis 48 bis 72 Stunden anhalten. [4, 5]
Im Kombinationspräparat hat Naloxon unter der Zunge in den üblichen Dosen eine geringe oder keine Wirkung, weil es fast vollständig in der Leber abgebaut wird. Wird das Präparat in eine Vene gespritzt, löst der Naloxon-Anteil bei Opioidabhängigen ausgeprägte Entzugserscheinungen aus; das soll einen Missbrauch über die Vene verhindern. Bei der wöchentlichen Depotspritze ist die Konzentration im Blut nach etwa 24 Stunden am höchsten, eine gleichbleibende Konzentration wird mit der vierten wöchentlichen Dosis erreicht, und die Halbwertszeit beträgt 3 bis 5 Tage. [6, 7]
Beim Pflaster gelangt der Wirkstoff durch die Haut ins Blut. Nach dem ersten Pflaster steigt die Konzentration langsam an, ein rascher Wirkungseintritt ist deshalb unwahrscheinlich. Nach dem Entfernen nimmt sie kontinuierlich ab, gewöhnlich über einen Zeitraum von 30 Stunden; die schmerzlindernde Wirkung bleibt deshalb noch eine Zeit lang erhalten. [1, 2]
Wann wirkt Buprenorphin und wie lange wird behandelt?
Laut Fachinformation sollte die erste Dosis zur Substitution erst gegeben werden, wenn eindeutige Zeichen eines Entzugs vorliegen. Wird Buprenorphin früher als 6 Stunden nach einem kurzwirksamen Opioid wie Heroin oder früher als 24 Stunden nach einem langwirksamen Opioid wie Methadon angewendet, kann es selbst Entzugserscheinungen auslösen. Danach wird die Dosis nach den Entzugszeichen für jede Person einzeln eingestellt, und angestrebt wird die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis. [4, 5]
Wie gut die Substitution wirkt, hängt laut Packungsbeilage neben der richtigen Dosis auch von begleitenden medizinischen, psychotherapeutischen und sozialen Maßnahmen ab. Laut S3-Leitlinie sollen Menschen in einer Substitution innerhalb eines strukturierten Prozesses eine individuelle, bedarfsgerechte psychosoziale Betreuung erhalten; geeignete psychosoziale Angebote, unter anderem kognitive Verhaltenstherapie und Beratung, sollten angeboten werden. Die Dauer der Behandlung bestimmt die Ärztin oder der Arzt. Mehr zum Zusammenspiel unter Psychotherapie und Medikamente. [4, 15]
Beim Schmerzpflaster sollte die schmerzlindernde Wirkung laut Fachinformation erst nach den ersten 24 Stunden beurteilt werden, weil die Konzentration im Blut langsam ansteigt. Das Pflaster soll nicht länger als notwendig angewendet werden. [1, 2]
- Pflaster: BeginnVor Beginn bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen, was Sie von der Behandlung erwarten können, wie lange sie dauern soll und wann sie endet; laut Fachinformation wird eine Behandlungsstrategie mit Dauer, Zielen und einem Plan für das Behandlungsende vereinbart und über Risiken und Anzeichen einer Abhängigkeit (Opioidgebrauchsstörung) aufgeklärt. Die Dosis wird einzeln eingestellt, in der Regel beginnend mit der kleinsten Pflasterstärke; angestrebt wird die niedrigste ausreichend schmerzlindernde Dosis. Schwindel und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen sind besonders zu Beginn der Behandlung möglich.[1, 2]
- Pflaster: Erste WirkungNach dem ersten Pflaster steigt die Konzentration im Blut langsam an, ein rascher Wirkungseintritt ist deshalb unwahrscheinlich; die schmerzlindernde Wirkung wird laut Fachinformation erst nach den ersten 24 Stunden beurteilt. Ist die Wirkung am Ende der ersten Tragezeit nicht ausreichend, kann die Dosis erhöht werden. Wirkt das Pflaster zu schwach oder zu stark, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.[1, 2]
- Pflaster: ErhaltungDas Pflaster soll nicht länger als notwendig angewendet werden. Ist eine länger dauernde Schmerzbehandlung nötig, wird laut Fachinformation sorgfältig und regelmäßig geprüft, ob und in welchem Ausmaß sie weiter erforderlich ist, gegebenenfalls mit Anwendungspausen; dafür ist ein häufiger Kontakt mit der Ärztin oder dem Arzt vorgesehen. Lässt die Schmerzlinderung nach, wird an eine Gewöhnung (Toleranz), eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie) oder ein Fortschreiten der Grunderkrankung gedacht.[1, 2]
- Pflaster: AbsetzenBrechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab, sonst können die Schmerzen wiederkehren. Wird das Pflaster nicht mehr gebraucht, kann es laut Fachinformation ratsam sein, die Dosis schrittweise zu verringern, um Entzugserscheinungen zu vermeiden; das Risiko dafür ist laut Packungsbeilage gering. Nach dem Entfernen sinkt die Konzentration im Blut langsam, die Wirkung hält deshalb noch eine Zeit lang an; allgemein darf ein anderes Opioid nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden angewendet werden. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
- Substitution: BeginnLaut Fachinformation sollten vor Beginn gemeinsam eine Behandlungsstrategie mit Dauer und Zielen vereinbart und die Leberwerte sowie der Hepatitis-Status bestimmt werden. Die erste Dosis sollte erst gegeben werden, wenn eindeutige Zeichen eines Entzugs vorliegen, frühestens 6 Stunden nach einem kurzwirksamen und frühestens 24 Stunden nach einem langwirksamen Opioid wie Methadon. Danach wird die Dosis einzeln nach den Entzugszeichen eingestellt; bei der Kombination mit Naloxon wird zu Beginn eine tägliche Überwachung empfohlen. Benommenheit kann in den ersten Wochen öfter auftreten.[4, 5, 6, 7]
- Substitution: WirkungUnter der Zunge ist die Konzentration im Blut nach etwa 90 Minuten am höchsten; die Wirkung kann je nach Dosis 48 bis 72 Stunden anhalten. Beim wöchentlichen Depot ist die Konzentration nach etwa 24 Stunden am höchsten. Zeichen einer zu starken Wirkung wie "sich komisch fühlen", schlechte Konzentration, Schläfrigkeit oder Schwindel im Stehen führen in der Regel zu einer niedrigeren Dosis; Entzugszeichen wie verstopfte Nase, Bauchbeschwerden, Durchfall, Muskelschmerzen oder Angst innerhalb von 24 Stunden können auf eine zu niedrige Dosis hinweisen. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4, 5, 7]
- Substitution: ErhaltungAngestrebt wird die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis; im Verlauf kann laut Fachinformation eine neue Erhaltungsdosis nötig werden. Die Wirksamkeit hängt laut Packungsbeilage neben der richtigen Dosis auch von begleitenden medizinischen, psychotherapeutischen und sozialen Maßnahmen ab. Während der Behandlung ist ein häufiger Kontakt mit der Ärztin oder dem Arzt vorgesehen, um zu prüfen, ob die Behandlung weiter nötig ist, ob sie beendet werden kann und ob die Dosis angepasst werden muss. Das Depot wird wöchentlich oder monatlich gegeben; ein Wechsel zwischen beiden ist möglich.[4, 5, 6, 7]
- Substitution: AbsetzenNach einer stabilen Phase kann die Dosis allmählich verringert und die Behandlung bei einigen Menschen beendet werden; laut Fachinformation kann es ratsam sein, die Dosis allmählich zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Ein plötzlicher Abbruch kann Entzugserscheinungen auslösen. Nach dem Ende der Behandlung wird weiter überwacht, weil ein Rückfall möglich ist. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4, 5, 6, 7]
Gewöhnung und Abhängigkeit
Auch Buprenorphin selbst kann bei wiederholter Anwendung weniger wirksam werden, weil sich der Körper daran gewöhnt (Toleranz). Laut Packungsbeilage kann die wiederholte Anwendung außerdem zu Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen, was eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben kann. Ein größeres Risiko besteht, wenn Sie oder ein Familienmitglied schon einmal Alkohol, verschreibungspflichtige Medikamente oder illegale Drogen missbraucht haben oder davon abhängig waren, wenn Sie rauchen oder wenn Sie schon einmal psychische Probleme wie Depression, Angststörung oder Persönlichkeitsstörung hatten. Mögliche Anzeichen stehen unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen, mehr allgemein unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 4]
Nebenwirkungen im Blick
In der Substitution waren laut Fachinformation Verstopfung und Beschwerden, die im Allgemeinen mit Entzugserscheinungen zusammenhängen, die häufigsten Nebenwirkungen: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, starkes Schwitzen und Schmerzen. Unter den häufigen Nebenwirkungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation auch Unruhe, Angst, Nervosität, Depression, Feindseligkeit und Paranoia, gelegentlich sind Halluzinationen und eine eingeschränkte Atemtätigkeit (Atemdepression). Zu Beginn der Behandlung, solange die Dosis eingestellt wird, kann Benommenheit öfter auftreten. [4, 5]
Beim Pflaster sind Übelkeit sowie Hautrötung und Juckreiz, im Allgemeinen an der Klebestelle, sehr häufig. Eine Atemdepression ist beim Pflaster selten. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexSelten
- ErektionsstörungenSelten
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes SchwitzenSehr häufig
- ÜbelkeitSehr häufig
- SchwindelHäufig
- ZitternHäufig
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitHäufig
- Natriummangelnicht genannt
- AbhängigkeitSehr selten
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Buprenorphin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Übelkeit (Pflaster)[1, 2]
- Sehr häufig: Hautrötung und Juckreiz, im Allgemeinen an der Anwendungsstelle (Pflaster)[1, 2]
- Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen (Pflaster)[1, 2]
- Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe) (Pflaster)[1, 2]
- Häufig: Erbrechen, Verstopfung (Pflaster)[1, 2]
- Häufig: Hautveränderungen (Exanthem), im Allgemeinen bei wiederholter Pflasteranwendung; Schwitzen (Pflaster)[1, 2]
- Häufig: Wassereinlagerungen (Ödeme, z. B. geschwollene Beine), Müdigkeit (Pflaster)[1, 2]
- Sehr häufig: Schlaflosigkeit (Insomnie) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Sehr häufig: Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Sehr häufig: Entzugserscheinungen (Arzneimittelentzugssyndrom), Schmerzen, Schwäche (Asthenie) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Sehr häufig: Übelkeit (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Infektionen, Grippe, Bronchitis, Rachenentzündung (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Erkrankung der Lymphknoten (Lymphadenopathie) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Appetitlosigkeit (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Unruhe, Angst, Nervosität, Benommenheit, Depression, Feindseligkeit, Paranoia, anomales Denken (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Drehschwindel (Vertigo), Schwindel, Schläfrigkeit, Migräne, Zittern (Tremor), Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen (Parästhesie), Ohnmacht (Synkope) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Tränenflussstörung, Pupillenerweiterung (Mydriasis) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Herzklopfen (Palpitationen), EKG-Veränderungen (laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie), Gefäßerweiterung (Vasodilatation) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Husten, Nasenfluss, Atemnot (Dyspnoe), Gähnen (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen (Flatulenz), Magen-Darm-Störungen, Mundtrockenheit, Zahnerkrankungen (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Hautausschlag (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Nackenschmerzen (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe) (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Brustschmerzen, Schüttelfrost, Unwohlsein, Wassereinlagerungen (periphere Ödeme), Fieber (Substitution, Sublingualtabletten ohne Naloxon)[4, 5]
- Häufig: Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerz, Juckreiz, gerötete Haut, Schwellung und Verhärtung der Haut (Substitution, Depot)[7]
Alle Nebenwirkungen von Buprenorphin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, sexuelle Probleme, Herz und QT-Zeit und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals mit möglichen Schluck- oder Atembeschwerden sowie bei Schläfrigkeit mit Koordinationsstörungen, verschwommenem Sehen, undeutlicher Sprache, unklarem Denken oder einer deutlich langsameren Atmung als sonst informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder lassen sich sofort notfallmäßig versorgen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person oder ein Kind das Arzneimittel eingenommen hat, rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [4]
Wenden Sie zusätzlich Benzodiazepine oder ähnliche Beruhigungsmittel an, könnte es laut Packungsbeilage hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, bei Ihnen auf Schläfrigkeit und Atembeschwerden zu achten. Treten solche Zeichen auf, kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 4]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zeichen einer zu starken Wirkung sind laut Packungsbeilage etwa, sich "komisch zu fühlen", sich schlecht konzentrieren zu können, Schläfrigkeit und Schwindelgefühl im Stehen; dann wird die Dosis in der Regel herabgesetzt. Ist die Dosis zu niedrig, können in den 24 Stunden bis zur nächsten Dosis Entzugszeichen wie Blutandrang in der Nase, Bauchbeschwerden, Durchfall, Muskelschmerzen oder Angst auftreten; dann wird die Dosis möglicherweise geändert. [1, 4]
Bemerken Sie selbst oder eine andere Person bei Ihnen Atemaussetzer im Schlaf, nächtliches Erwachen wegen Kurzatmigkeit, Durchschlafstörungen oder starke Schläfrigkeit am Tag, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er wird dann laut Packungsbeilage eine Verringerung der Dosis in Betracht ziehen. Beim plötzlichen Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen kann der Blutdruck abfallen und Schwindel auslösen. [1, 4]
Kleben Sie jedes neue Schmerzpflaster auf eine andere Hautstelle und warten Sie mindestens eine Woche, bevor Sie dieselbe Stelle wieder bekleben. Meiden Sie äußere Wärme wie Sauna, Infrarot-Bestrahlung, Heizdecken oder Wärmflaschen, weil dann mehr Wirkstoff als gewöhnlich ins Blut gelangen kann; haben Sie Fieber, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1]
Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Vor Beginn einer Substitution sollten laut Fachinformation die Leberwerte und der Hepatitis-Status bestimmt werden; eine regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion wird empfohlen. Laut Packungsbeilage wurden Leberschäden berichtet, insbesondere im Zusammenhang mit einer missbräuchlichen Anwendung. Zum Drogen-Screening werden in regelmäßigen Abständen Urintests durchgeführt. In klinischen Studien trat unter Buprenorphin laut Packungsbeilage gelegentlich, laut Fachinformation häufig eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG auf; ob Buprenorphin sie verursacht hat, ist nicht eindeutig geklärt. Bei bestimmten Herzrisiken ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich, und die Ärztin oder der Arzt sollte regelmäßig ein EKG erstellen. Bei einer länger dauernden Schmerzbehandlung mit dem Pflaster sollte laut Fachinformation sorgfältig und regelmäßig überprüft werden, ob und in welchem Ausmaß sie weiter erforderlich ist. [2, 4, 5]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Weitere Notwendigkeit und Dosis (Pflaster) | Regelmäßig während der Behandlung, mit häufigem ärztlichem Kontakt; geprüft werden die nötige Pflasterstärke, die Fortsetzung und ein mögliches Ende der Behandlung[2] |
| Anzeichen einer Abhängigkeit | Vor und während der Behandlung Aufklärung über Risiken und Anzeichen; Überwachung auf Suchtverhalten, zum Beispiel zu frühe Anfragen nach Folgerezepten, und auf gleichzeitig angewendete Opioide und Psychopharmaka wie Benzodiazepine[2] |
| Atmung und Dämpfung bei gleichzeitigen Beruhigungsmitteln | Engmaschig auf Anzeichen einer Atemdepression und starker Dämpfung (Sedierung), wenn zusätzlich Benzodiazepine oder verwandte Mittel nötig sind; Behandelte und Bezugspersonen sollen diese Anzeichen kennen[2, 5, 6] |
| Wirkung bei Lebererkrankungen (Pflaster) | Sorgfältige Überwachung, weil Stärke und Dauer der Wirkung verändert sein können[1, 2] |
| Verstärkte Opioidwirkung bei Fieber oder Wärme (Pflaster) | Bei Fieber oder anderweitig erhöhter Hauttemperatur wird auf verstärkte Opioidreaktionen geachtet, weil mehr Wirkstoff ins Blut gelangen kann[2] |
| Beobachtung bei gleichzeitigen serotonergen Mitteln | Sorgfältig, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhungen, wenn SSRI, SNRI oder trizyklische Antidepressiva ärztlich angezeigt sind (Gefahr eines Serotoninsyndroms)[2, 5, 6, 7] |
| Leberwerte und Hepatitis-Status (Substitution) | Vor Beginn der Behandlung; danach laut Fachinformation in regelmäßigen Abständen Leberfunktionstests, engmaschig, wenn die Behandlung nach einem Verdacht auf eine Leberschädigung fortgeführt wird; beim Depot kann eine Überwachung über den Behandlungszeitraum hinaus nötig sein[5, 6, 7] |
| Leber bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Substitution) | Überwachung auf Zeichen einer Vergiftung oder Überdosierung durch erhöhte Buprenorphinspiegel, bei der Kombination mit Naloxon auch auf einen beschleunigten Entzug[5, 6, 7] |
| Urintests auf Beikonsum (Substitution) | In regelmäßigen Zeitabständen zum Drogen-Screening[4, 5] |
| EKG (QT-Zeit) bei Substitution | Regelmäßig bei bekannten oder vermuteten QT-Verlängerungen, Störungen des Salzhaushalts wie Kaliummangel, deutlich verlangsamtem Herzschlag oder Behandlung mit Antiarrhythmika der Klassen I und III; wenn der mögliche Nutzen das Risiko eines Herzrasens überwiegt, vor Behandlungsbeginn und nach zwei Behandlungswochen sowie vor und nach einer Dosiserhöhung[4, 5] |
| Zeichen einer Überdosierung bei Gabe in größeren Abständen | 3 bis 4 Stunden lang während der Einstellung auf einen Zwei- oder Drei-Tage-Abstand[4, 5] |
| Richtige Anwendung unter der Zunge (Kombination mit Naloxon) | Zu Beginn der Behandlung wird eine tägliche Überwachung empfohlen, um sicherzustellen, dass die Dosis richtig unter die Zunge gelegt wird, und um das Ansprechen zu beobachten[6] |
| Verträglichkeit vor dem ersten Depot | Wer noch kein Buprenorphin erhalten hat, bekommt vor dem ersten wöchentlichen Buvidal Buprenorphin unter die Zunge und wird eine Stunde lang beobachtet[7] |
| Engmaschigere Überwachung beim Depot | Nach einer Umstellung von Buprenorphin unter der Zunge auf Buvidal und nach einem Wechsel zwischen wöchentlicher und monatlicher Gabe; bei Begleitmedikamenten oder Begleiterkrankungen auf Zeichen zu hoher oder zu niedriger Buprenorphinspiegel (Vergiftung, Überdosierung, Entzug); jeder Versuch, das Depot zu entfernen, wird während der gesamten Behandlung überwacht[7] |
| Jugendliche und ältere Menschen (Substitution) | Jugendliche unter 18 Jahren werden bei Suboxone und Buvidal engmaschiger überwacht, bei Suboxone möglicherweise auch Menschen über 65 Jahren[6, 7] |
| Neugeborene | Nach Anwendung bis zum Ende der Schwangerschaft mehrere Tage lang auf Atemdämpfung und Entzugssyndrom, wegen der langen Halbwertszeit von Buprenorphin[5, 6, 7] |
| Rückfall nach dem Ende der Substitution | Nach Beendigung der Behandlung, weil ein Rückfall möglich ist[5, 6] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Benzodiazepine wie Diazepam, Temazepam oder Alprazolam und andere zentral dämpfende Mittel erhöhen zusammen mit Buprenorphin das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma, und das kann lebensbedrohlich sein. Die gleichzeitige Anwendung sollte laut Packungsbeilage nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer der Beruhigungsmittel sollte dann die Ärztin oder der Arzt begrenzen. [1, 4]
Naltrexon und Nalmefen können die Wirkung von Buprenorphin blockieren und plötzlich lang anhaltende und starke Entzugserscheinungen auslösen; zusammen mit der Substitution dürfen sie nicht angewendet werden. Bei Pregabalin und Gabapentin ist besondere Vorsicht geboten. Antidepressiva wie Sertralin, Venlafaxin oder Amitriptylin können mit Buprenorphin ein Serotonin-Syndrom auslösen, eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. [1, 4]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen) | Laut Fachinformation sind lebensbedrohliche Wechselwirkungen mit Wirkung auf Nervensystem, Atmung und Kreislauf nicht auszuschließen[1, 2, 5] | Nicht gleichzeitig und nicht innerhalb von 2 Wochen nach einem MAO-Hemmer anwenden |
| Benzodiazepine und verwandte Beruhigungsmittel | Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2, 4, 5, 6] | Nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer sollte die Ärztin oder der Arzt begrenzen; es könnte hilfreich sein, Angehörige auf Anzeichen achten zu lassen |
| Andere starke Schmerzmittel (Opioide), bestimmte Schlafmittel, Narkosemittel, Beruhigungsmittel, Antipsychotika, Antidepressiva, Neuroleptika | Benommenheit, Übelkeit, Ohnmachtsanfälle und eine verlangsamte oder flache Atmung können sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Gabapentin oder Pregabalin | Laut Fachinformation Atemdepression, niedriger Blutdruck, starke Sedierung und Koma möglich; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2, 5, 6, 7] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Antidepressiva wie Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Duloxetin, Venlafaxin, Amitriptylin, Doxepin oder Trimipramin | Serotoninsyndrom möglich[1, 2, 4, 6, 7] | Keine anderen Arzneimittel ohne vorherige Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt |
| Erythromycin (Antibiotikum), Ketoconazol (Pilzmittel), Ritonavir (HIV-Mittel) | Die Wirkung des Pflasters kann verstärkt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Dexamethason, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin | Die Wirkung des Pflasters kann verringert werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel gegen Allergien, Reisekrankheit oder Übelkeit (Antihistaminika, Antiemetika), Muskelrelaxanzien, Parkinson-Mittel | Laut Fachinformation können anticholinerge Nebenwirkungen verstärkt werden[1, 2, 4, 5, 7] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Alkohol | Kann bestimmte Nebenwirkungen verstärken; Sie können sich unwohl fühlen[1, 2] | Während der Anwendung keinen Alkohol trinken |
| Grapefruitsaft | Kann die Wirkung verstärken[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen |
| Naltrexon und Nalmefen (Mittel gegen Alkohol- oder Opioidabhängigkeit) | Können die Wirkung von Buprenorphin blockieren; unter Buprenorphin können sie plötzlich lang anhaltende und starke Entzugserscheinungen auslösen[4, 5, 6, 7] | Nicht gleichzeitig anwenden |
| Clonidin (gegen Bluthochdruck) | Kann die Wirkungen von Buprenorphin verstärken[4] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Substitution: Ritonavir, Nelfinavir, Indinavir (HIV-Mittel), Ketoconazol, Itraconazol (Pilzmittel) und bestimmte Antibiotika wie Clarithromycin und Erythromycin | Können die Wirkung von Buprenorphin verstärken oder verlängern[4, 5, 7] | Laut Fachinformation engmaschige Überwachung und möglicherweise eine niedrigere Dosis; Ärztin oder Arzt informieren |
| Substitution: Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital (gegen Epilepsie) und Rifampicin (gegen Tuberkulose) | Können die Wirkung von Buprenorphin abschwächen; laut Fachinformation kann die Behandlung der Opioidabhängigkeit dann unzureichend sein[4, 5, 7] | Laut Fachinformation engmaschige Überwachung, gegebenenfalls Dosisanpassung; Ärztin oder Arzt informieren |
| Opioid-Schmerzmittel während einer Substitution | Wirken möglicherweise nicht richtig und können das Risiko einer Überdosierung erhöhen[5, 7] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Alle Mittel, die Sie anwenden, können Sie im Medikationsplan zusammenstellen.
Wer Buprenorphin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Buprenorphin, Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile (Pflaster)[1, 2]
- Abhängigkeit von starken Schmerzmitteln (Opioiden); das Pflaster darf nicht als Ersatzmittel beim Drogenentzug eingesetzt werden (Pflaster)[1, 2]
- Krankheiten mit starken Atembeschwerden (laut Fachinformation schwere Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion) (Pflaster)[1, 2]
- Einnahme von MAO-Hemmern (Mittel gegen Depressionen) oder Einnahme in den letzten 2 Wochen (Pflaster)[1, 2]
- Myasthenia gravis (bestimmte schwere krankhafte Muskelschwäche) (Pflaster)[1, 2]
- Delirium tremens (Verwirrtheit und Zitteranfälle bei Alkoholentzug oder starkem Alkoholkonsum) (Pflaster)[1, 2]
- Schwangerschaft (Pflaster)[1, 2]
- Allergie gegen Buprenorphin oder einen der sonstigen Bestandteile (Substitution)[4, 5, 6, 7]
- Schwere Atemprobleme, laut Fachinformation schwere respiratorische Insuffizienz (Substitution)[4, 5, 6, 7]
- Schwere Leberfunktionsstörung (Substitution)[4, 5, 6, 7]
- Akuter Alkoholismus, starke Alkoholisierung oder alkoholbedingtes Zittern, starkes Schwitzen, Angst, Verwirrtheit oder Halluzinationen (Delirium tremens) (Substitution)[4, 5, 6, 7]
- Gleichzeitige Anwendung von Naltrexon oder Nalmefen zur Behandlung einer Alkohol- oder Opioidabhängigkeit (Substitution mit Sublingualtabletten)[4, 5, 6]
- Allergie gegen den Farbstoff Gelborange S (E 110), enthalten in Buprenorphin-neuraxpharm 2 mg und 8 mg Sublingualtabletten[4]
- Allergie gegen Naloxon (Kombinationspräparat)[6]
Besondere Vorsicht bei
- Neigung zu Krampfanfällen (Epilepsie)[1, 2, 5, 6, 7]
- Bewusstseinsstörung unbekannter Ursache (sich benommen oder einer Ohnmacht nahe fühlen); Schockzustand (kalter Schweiß kann ein Zeichen sein) (Pflaster)[1, 2]
- Erhöhter Hirndruck, etwa nach Kopfverletzungen, wenn eine künstliche Beatmung nicht möglich ist (Pflaster)[1, 2]
- Atembeschwerden oder gleichzeitige Anwendung von Mitteln, die die Atmung dämpfen[1, 2, 4, 5, 6, 7]
- Leberleiden: Stärke und Dauer der Wirkung können verändert sein (Pflaster)[1, 2]
- Depressionen oder andere Erkrankungen, die mit Antidepressiva behandelt werden: Gefahr eines Serotoninsyndroms[1, 2, 4, 6, 7]
- Fieber und äußere Wärme (z. B. Sauna, Infrarot-Bestrahlung, elektrische Heizdecken, Wärmflaschen): Mehr Wirkstoff als gewöhnlich kann ins Blut gelangen; äußere Wärme kann außerdem dazu führen, dass das Pflaster nicht mehr ausreichend klebt (Pflaster)[1, 2]
- Höheres Risiko für Abhängigkeit oder Sucht: Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder illegalen Drogen bei Ihnen oder in Ihrer Familie, Rauchen, frühere psychische Probleme wie Depression, Angststörung oder Persönlichkeitsstörung[1, 2, 4, 5, 7]
- Unter 18 Jahren: nicht anwenden, da keine Erfahrungen vorliegen (Pflaster)[1, 2]
- Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2, 4, 5]
- Substitution, Beginn: Wird Buprenorphin früher als 6 Stunden nach einem kurzwirksamen Opioid (zum Beispiel Morphin, Heroin) oder früher als 24 Stunden nach einem langwirksamen Opioid (zum Beispiel Methadon) angewendet, kann es Entzugserscheinungen auslösen; laut Fachinformation sollte die Behandlung deshalb erst beginnen, wenn eindeutige Zeichen eines Entzugs vorliegen. Auch ein plötzliches Absetzen kann Entzugserscheinungen hervorrufen[4, 5, 6, 7]
- Substitution, Leber: Leberschäden wurden berichtet, besonders bei missbräuchlicher Anwendung; sie können auch auf Virusinfektionen (chronische Hepatitis C), Alkoholmissbrauch, Anorexie (eine Essstörung) oder andere Arzneimittel zurückgehen. Die Ärztin oder der Arzt kann regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen, um die Leber zu überwachen; informieren Sie vor Beginn über Leberprobleme. Bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist laut Fachinformation Vorsicht geboten[4, 5, 6, 7]
- Substitution, Herz: Bei bekannten oder vermuteten EKG-Veränderungen (Verlängerung des QT-Intervalls), Störungen des Salzhaushalts, vor allem Kaliummangel, deutlich verlangsamtem Herzschlag, einer Behandlung mit bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen (Klassen I und III) oder einem Risiko für Herzrasen ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung mit regelmäßigem EKG nötig[4, 5]
- Substitution, weitere Erkrankungen: Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt bei Asthma oder anderen Atemproblemen, Lebererkrankungen wie Hepatitis, niedrigem Blutdruck, einer kürzlichen Kopfverletzung oder Erkrankung des Gehirns, Erkrankungen der Harnwege (bei Männern besonders bei vergrößerter Prostata), Nierenerkrankungen, Schilddrüsenproblemen, Erkrankungen der Nebennierenrinde (zum Beispiel Morbus Addison), Problemen mit der Gallenblase sowie bei Depressionen oder anderen Erkrankungen, die mit Antidepressiva behandelt werden[4, 6, 7]
- Substitution, Blutdruck: Beim plötzlichen Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen kann der Blutdruck abfallen und Schwindel auslösen[4, 7]
- Substitution, andere Erkrankungen: Buprenorphin kann Schmerzen verschleiern, die für die Diagnose bestimmter Erkrankungen wichtig sind; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dass Sie es anwenden[4, 7]
- Substitution, Aufbewahrung und Weitergabe: Buprenorphin kann bei Kindern und bei Menschen, die nicht von Opioiden abhängig sind, bei versehentlicher oder absichtlicher Einnahme eine schwere Atemdämpfung auslösen. Bewahren Sie es an einem abgeschlossenen, sicheren Ort auf, öffnen Sie die Blisterpackung nie im Voraus, nehmen Sie es nie vor Kindern ein und geben Sie es nicht an andere weiter[4, 5, 6]
- Substitution, Alter: Buprenorphin-neuraxpharm Sublingualtabletten sollten bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Suboxone ist für Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahren bestimmt, Buvidal für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren; Jugendliche unter 18 Jahren sollten dabei laut Fachinformation engmaschiger überwacht werden. Bei älteren und geschwächten Menschen ist laut Gebrauchsinformation Vorsicht geboten; bei Suboxone werden Menschen über 65 Jahren möglicherweise engmaschiger überwacht[4, 5, 6, 7]
- Substitution, Nieren: Bei schwerer Nierenfunktionsstörung ist laut Fachinformation Vorsicht geboten[5, 6, 7]
- Substitution mit Sublingualtabletten, Hilfsstoffe: Buprenorphin-neuraxpharm enthält Lactose (Milchzucker); bei bekannter Zuckerunverträglichkeit erst nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Die Stärken 2 mg und 8 mg enthalten den Azofarbstoff Gelborange S (E 110), der allergische Reaktionen hervorrufen kann[4]
- Depot-Injektionslösung: Buvidal wird nur von medizinischem Fachpersonal unter die Haut gespritzt; eine Anwendung zu Hause oder eine Selbstinjektion ist nicht zulässig. Eine Injektion in ein Blutgefäß wäre laut Fachinformation gefährlich, weil Buvidal bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten eine feste Masse bildet und Blutgefäße verletzen oder verschließen könnte. Hatten Sie schon einmal eine allergische Reaktion auf Naturkautschuk (Latex), sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[7]
- Wechsel zwischen Buprenorphin und Buprenorphin mit Naloxon: Unter der Zunge angewendet haben beide laut Fachinformation ähnliche Wirkungen und sind austauschbar; vor einem Wechsel stimmen sich Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient ab, und es wird überwacht, ob die Dosis angepasst werden muss. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[6]
- Substitution, Suizidgefährdung: Suizidversuche gehören laut Fachinformation zum Krankheitsbild einer Substanzabhängigkeit. Zeigen Betroffene trotz angemessener Behandlung unkontrollierten Drogenkonsum und anhaltend stark gefährdendes Verhalten, sollten laut Fachinformation eine individuelle Einschätzung und eine Behandlungsplanung erwogen werden, die eine stationäre Versorgung einschließen kann[5]
Suizidversuche gehören laut Fachinformation der Sublingualtabletten zum Krankheitsbild einer Substanzabhängigkeit. Zeigen Betroffene trotz angemessener Behandlung unkontrollierten Drogenkonsum und anhaltend stark gefährdendes Verhalten, sollten laut Fachinformation eine individuelle Einschätzung und eine Behandlungsplanung erwogen werden, die eine stationäre Versorgung einschließen kann. [5] Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote.
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Trinken Sie während der Anwendung keinen Alkohol. Beim Pflaster kann Alkohol bestimmte Nebenwirkungen verstärken, und Sie können sich unwohl fühlen; in der Substitution kann er die Benommenheit verstärken und das Risiko eines Atemstillstands erhöhen. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 4]
Buprenorphin kann Schwindel, Benommenheit oder ein beeinträchtigtes Denken verursachen und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, besonders zu Beginn der Behandlung, bei Dosisänderungen und zusammen mit Alkohol oder anderen Beruhigungsmitteln. Mit dem Pflaster sollten Sie laut Packungsbeilage während der Anwendung und bis zu 24 Stunden nach dem Entfernen kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Mit den Sublingualtabletten ohne Naloxon sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange Sie nicht auf eine gleichbleibende Dosis eingestellt sind; danach sollte laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt darüber befinden. Laut den Packungsbeilagen von Suboxone und Buvidal sollen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange Sie nicht wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt. Packungsbeilagen und Fachinformationen sprechen dabei von der Verkehrstüchtigkeit; zur Fahrerlaubnis machen sie keine Angabe. [1, 2, 4, 5, 6, 7] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Das Schmerzpflaster dürfen Sie in der Schwangerschaft nicht anwenden. In der Substitution entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob die Behandlung mit einem anderen Arzneimittel fortgeführt werden sollte; laut Fachinformation darf Buprenorphin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn eine Behandlung wegen des Zustands der Frau erforderlich ist. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als mittel an, die Daten stammen überwiegend aus der Substitution. Ein akuter Opiatentzug ist laut Embryotox zu vermeiden, und nach Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und bis zur Geburt muss mit Entzugszeichen und einer Atemdepression beim Neugeborenen gerechnet werden. Schwangere, Gebärende und Stillende mit opioidbezogenen Störungen sollen laut S3-Leitlinie ausführlich über Risiken, Nebenwirkungen und Nutzen der Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden und gemeinsam mit der behandelnden Person eine Behandlungsstrategie festlegen. Setzen Sie Buprenorphin nicht selbst ab. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 3, 4, 5, 15]
Betäubungsmittel und Rezept
Buprenorphin steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, also unter den verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln, und unterliegt der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung. [5, 14] Für die Substitution regelt § 5 dieser Verordnung unter anderem, dass Ärztinnen und Ärzte Substitutionsmittel verschreiben, wenn sie die suchtmedizinische Qualifikation der Ärztekammern erfüllen; ohne diese Qualifikation stimmen sie sich zu Beginn mit einer suchtmedizinisch qualifizierten Ärztin oder einem solchen Arzt ab. Das Rezept wird mit dem Buchstaben "S" gekennzeichnet. Das Substitutionsmittel wird zum unmittelbaren Verbrauch überlassen, verabreicht oder angewendet, etwa in der Praxis oder in einer Apotheke; abweichend davon kann die Ärztin oder der Arzt es unter bestimmten Voraussetzungen zur eigenverantwortlichen Einnahme verschreiben, für bis zu 7 aufeinanderfolgende Tage, in begründeten Einzelfällen für bis zu 30 Tage. [13] Was auf Reisen gilt, steht unter Reisen mit Psychopharmaka und Betäubungsmitteln, zum Rezept allgemein unter Wer verschreibt Psychopharmaka?
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft dürfen Sie das Pflaster nicht anwenden, weil keine ausreichenden Erfahrungen bei Schwangeren vorliegen. Laut Fachinformation können hohe Dosen gegen Ende der Schwangerschaft auch nach kurzer Anwendung beim Neugeborenen eine Atemdepression auslösen; eine dauerhafte Anwendung in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten kann beim Neugeborenen ein Entzugssyndrom hervorrufen.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als mittel an und stützt sich bei Buprenorphin überwiegend auf Daten aus der Substitutionstherapie; Hinweise auf ein fehlbildendes Risiko ergaben sich daraus bis auf eine methodisch mangelhafte Registerstudie nicht. Nach Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und bis zur Geburt muss mit Entzugserscheinungen und Atemdepression beim Neugeborenen gerechnet werden; diese können auch verzögert, 40 bis 72 Stunden nach der Geburt, auftreten. Ein akuter Opiatentzug in der Schwangerschaft ist zu vermeiden. Als Schmerzmittel sollten laut Embryotox Paracetamol oder, bis zur 28. Schwangerschaftswoche, Ibuprofen bevorzugt werden, wenn diese ausreichend wirken. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Substitution: Die Risiken einer Anwendung in der Schwangerschaft sind laut Packungsbeilage nicht bekannt; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob die Behandlung mit einem anderen Arzneimittel fortgeführt werden sollte. Laut Fachinformation darf Buprenorphin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn eine Behandlung wegen des Zustands der Frau erforderlich ist und der mögliche Nutzen das mögliche Risiko für das ungeborene Kind überwiegt. Gegen Ende der Schwangerschaft kann Buprenorphin beim Neugeborenen eine Atemdämpfung (Atemdepression) auslösen, eine Langzeitanwendung in den letzten drei Monaten ein Entzugssyndrom, das im Allgemeinen einige Stunden bis einige Tage nach der Geburt auftritt; wegen der langen Halbwertszeit sollte das Neugeborene mehrere Tage lang überwacht werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4, 5, 6, 7]
Laut Embryotox kann Buprenorphin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft auch zur Substitutionstherapie verwendet werden. Eine Substitution, zum Beispiel mit Buprenorphin, Methadon oder Levomethadon, sollte idealerweise schon vor der Schwangerschaft begonnen werden, ist aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt möglich; ein akuter Opiatentzug ist zu vermeiden. Die Substitution erfordert eine genaue Dosierung und sollte nur von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten vorgenommen werden. Opioidabhängige Schwangere sollten engmaschig und fachübergreifend betreut werden, eine weiterführende Ultraschalluntersuchung sollte besonders bei zusätzlichem Konsum anderer Substanzen angeboten werden, und bei Anwendung bis zur Geburt muss die Entbindung in einem perinatologischen Zentrum erfolgen. In der Substitutionstherapie scheint Buprenorphin laut Embryotox mit Methadon oder Levomethadon vergleichbar. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Buprenorphin hemmt die Milchbildung und geht in die Muttermilch über; während der Stillzeit sollten Sie das Pflaster nicht anwenden.[1, 2]
Schmerzmittel der ersten Wahl in der Stillzeit sind laut Embryotox Ibuprofen und Paracetamol; ist ein Opioid zur Schmerzbehandlung unumgänglich, wäre neben Buprenorphin auch Tramadol kurzzeitig eine akzeptable Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Substitution: Laut Packungsbeilage der Sublingualtabletten und der Kombination mit Naloxon sollen Sie während der Behandlung nicht stillen, da Buprenorphin in die Muttermilch übergeht; laut Fachinformation sollte das Stillen unterbrochen werden. Buvidal sollte laut Fachinformation in der Stillzeit mit Vorsicht angewendet werden; fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[4, 5, 6, 7]
Laut Embryotox liegen Erfahrungen zu mehr als 40 Mutter-Kind-Paaren vor, überwiegend aus der Substitutionstherapie. Frauen, die schon in der Schwangerschaft Buprenorphin zur Substitution erhalten haben und stabil eingestellt sind, können laut Embryotox im Rahmen eines Gesamtbetreuungskonzepts unter bestimmten Voraussetzungen stillen; dazu gehört unter anderem, dass weder Drogen noch andere zentral wirksame Substanzen zusätzlich konsumiert werden und keine HIV-Infektion vorliegt. Ein plötzliches Abstillen eines voll gestillten Säuglings sollte vermieden werden, weil es beim Kind Entzugserscheinungen hervorrufen kann. Besondere Vorsicht gilt laut Embryotox, wenn eine Dauerbehandlung mit Buprenorphin erst in der Stillzeit begonnen wird, sowie bei Neu- und Frühgeborenen und bei Säuglingen mit Neigung zu Atemaussetzern. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Anwendung keinen Alkohol: Er kann bestimmte Nebenwirkungen verstärken, und Sie können sich unwohl fühlen.[1, 2]
Substitution: Alkohol kann die Benommenheit verstärken und das Risiko eines Atemstillstands erhöhen; wenden Sie Buprenorphin nicht zusammen mit Alkohol an. Laut Fachinformation dürfen während der Behandlung keine alkoholischen Getränke oder alkoholhaltigen Arzneimittel eingenommen werden.[4, 5]
Autofahren und Maschinen
Pflaster: Buprenorphin kann Schwindel verursachen und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, besonders zu Beginn der Behandlung, beim Wechsel von einem anderen Schmerzmittel, zusammen mit anderen auf das Gehirn wirkenden Mitteln und mit Alkohol. Während der Anwendung und bis zu 24 Stunden nach dem Entfernen des Pflasters sollten Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.[1]
Substitution: Buprenorphin kann Benommenheit, Schwindel oder ein beeinträchtigtes Denken verursachen, öfter in den ersten Wochen, solange die Dosis eingestellt wird, und verstärkt zusammen mit Alkohol oder anderen Beruhigungsmitteln. Laut Packungsbeilage der Sublingualtabletten ohne Naloxon sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange Sie nicht auf eine gleichbleibende Dosis eingestellt sind; danach sollte laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt darüber befinden, ob Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen dürfen. Laut Packungsbeilage von Suboxone und Buvidal sollen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange Sie nicht wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt.[4, 5, 6, 7]
Anwendung
Das Pflaster auf eine flache, saubere und unbehaarte Hautstelle am Oberkörper kleben, bevorzugt an der oberen Rückenpartie oder unterhalb des Schlüsselbeins. Haare mit einer Schere abschneiden, nicht rasieren; gerötete, gereizte oder vernarbte Haut meiden. Die Stelle nur mit Wasser reinigen, ohne Seife, und keine Cremes oder Lotionen auftragen. Das Pflaster 30 bis 60 Sekunden mit der flachen Hand andrücken, danach die Hände ohne Reinigungsmittel waschen.[1, 2]
Das Pflaster kann bis zu drei Tage getragen werden; Duschen, Baden und Schwimmen sind möglich, Hitze (Sauna, Infrarot, Heizdecke, Wärmflasche) nicht. Löst es sich, ein neues Pflaster aufkleben. Jedes neue Pflaster auf eine andere Hautstelle kleben und dieselbe Stelle frühestens nach einer Woche wieder verwenden. Gebrauchte Pflaster mit der Klebeseite nach innen falten und sorgsam entsorgen; das Arzneimittel an einem abgeschlossenen Ort aufbewahren, zu dem andere keinen Zugang haben.[1, 2]
Wechsel vergessen: ein neues Pflaster aufkleben, sobald Sie es bemerken, aber nie die doppelte Anzahl an Pflastern. Wurde der Wechselzeitpunkt sehr weit überschritten, können die Schmerzen erneut auftreten; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Sublingualtabletten zur Substitution: Legen Sie die Tablette unter die Zunge und lassen Sie sie innerhalb von 5 bis 10 Minuten vollständig zergehen; die Mundschleimhaut kann vorher zum Beispiel mit einem Schluck Wasser angefeuchtet werden. Die Tablette darf nur auf diese Weise angewendet werden; zerkaut oder geschluckt wirkt sie nicht, und es können Entzugserscheinungen auftreten. Essen und trinken Sie erst, wenn sich die Tablette vollständig aufgelöst hat. Vorgesehen ist eine Anwendung einmal am Tag.[4, 6]
Substitution, Dosis vergessen: Informieren Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.[4, 6]
Depot-Injektionslösung: Buvidal wird von medizinischem Fachpersonal unter die Haut am Gesäß, Oberschenkel, Bauch oder Oberarm gespritzt; die genaue Einstichstelle wechselt dabei für mindestens 8 Wochen. Halten Sie alle Termine ein; haben Sie einen verpasst, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wann Sie die nächste Dosis erhalten.[7]
Absetzen
Pflaster: Brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab, sonst können die Schmerzen wiederkehren und Sie sich unwohl fühlen. Das Risiko für Entzugserscheinungen nach dem Absetzen ist laut Packungsbeilage gering; fühlen Sie sich dennoch unruhig, ängstlich, nervös oder zittrig, sind Sie überaktiv oder haben Sie Schlaf- oder Verdauungsstörungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Substitution: Ändern oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Zustimmung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes; ein plötzlicher Abbruch kann Entzugserscheinungen auslösen, laut Fachinformation auch verzögert. Nach einer erfolgreichen Behandlung über einen gewissen Zeitraum kann die Dosis allmählich verringert und, je nach Gesundheitszustand, unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung schließlich abgesetzt werden; danach wird laut Fachinformation weiter überwacht, weil ein Rückfall möglich ist. Beim Depot werden laut Fachinformation dessen lang anhaltende Eigenschaften berücksichtigt. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4, 5, 6, 7]
Überdosierung
Pflaster: Bei zu vielen aufgeklebten Pflastern können Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen stärker werden, die Pupillen sich stark verengen und die Atmung langsamer und schwächer werden; auch ein Herz-Kreislauf-Kollaps ist möglich. Eine Überdosis kann zu Koma führen. Entfernen Sie die überzähligen Pflaster, sobald Sie es bemerken. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]
Substitution (Sublingualtabletten, Kombination mit Naloxon, Depot): Zeichen einer Überdosierung können Schläfrigkeit, Koordinationsprobleme mit verlangsamten Reflexen, verschwommenes Sehen, undeutliche Sprache, unklares Denken und eine deutlich langsamere oder schwächere Atmung sein, außerdem Übelkeit, Erbrechen und kleinere Pupillen; ein Schwächegefühl kann ein Zeichen für niedrigen Blutdruck sein. Besonders gefährdet sind Kinder und Menschen, die nicht an Opioide gewöhnt sind. Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person das Arzneimittel eingenommen hat, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[4, 5, 6, 7]
Einnahme und Absetzen
Die Sublingualtablette wird unter die Zunge gelegt und zergeht dort innerhalb von 5 bis 10 Minuten; essen und trinken Sie erst, wenn sie sich vollständig aufgelöst hat. Bei Suboxone sagt die Packungsbeilage: Zerkauen oder schlucken Sie die Tabletten nicht, da das Arzneimittel sonst nicht wirkt und Entzugssymptome auftreten können. Die Depotspritze bekommen Sie von medizinischem Fachpersonal; halten Sie die Termine ein. Wie Sie das Pflaster aufkleben und wechseln, steht in der Übersicht zum Alltag. [4, 6, 7]
Ändern oder beenden Sie eine Substitution nicht ohne Zustimmung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Ein plötzlicher Abbruch kann Entzugserscheinungen auslösen, laut Fachinformation der Kombination mit Naloxon und der Depotspritze möglicherweise auch verzögert. Nach einer erfolgreichen Behandlung über einen gewissen Zeitraum kann die Dosis allmählich verringert und, je nach Gesundheitszustand, unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung schließlich abgesetzt werden; danach wird weiter überwacht, weil ein Rückfall möglich ist. Ist ein Entzug vom Substitutionsmittel angezeigt, soll er laut S3-Leitlinie langsam ausschleichend erfolgen. [4, 5, 6, 7, 15]
Laut S3-Leitlinie sollen Betroffene zu Beginn, bei einem Abbruch und nach einem Entzug darüber informiert werden, dass die Gewöhnung an die entzogene Substanz danach vermindert ist. Bei einem Rückfall kann das, je nach Dosis, lebensbedrohlich sein. [15]
Das Schmerzpflaster brechen Sie nicht eigenmächtig ab, sonst können die Schmerzen wiederkehren, und Sie können sich unwohl fühlen. Wird es nicht mehr gebraucht, kann es laut Fachinformation ratsam sein, die Dosis schrittweise zu verringern, um Entzugserscheinungen zu vermeiden; das Risiko dafür ist laut Packungsbeilage gering. [1, 2]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Psychopharmaka absetzen und Absetzsymptome. [4]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Für das Pflaster nennt die Packungsbeilage die Stärken und den Wechsel. Für die Substitution stehen hier, wer behandelt, wann die erste Dosis gegeben wird und wie die Dosis eingestellt und später verringert wird; die Menge legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 4, 5, 6, 7]
Präparate mit Buprenorphin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Buprenorphin-ratiopharm Transdermales Pflaster | ratiopharm GmbH | Betäubungsmittel; Schmerzpflaster mit 35, 52,5 oder 70 Mikrogramm/h; Grundlage der Angaben zum Pflaster |
| Subutex | ||
| Temgesic | EUMEDICA Pharmaceuticals GmbH | Betäubungsmittel; Injektionslösung und Sublingualtabletten gegen starke und sehr starke Schmerzen, nicht zur Substitution |
| Buprenorphin-neuraxpharm Sublingualtabletten | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Betäubungsmittel; 0,4 mg, 2 mg und 8 mg zur Substitution; Grundlage der Angaben zu den Sublingualtabletten ohne Naloxon |
| Suboxone | Indivior Europe Limited | Sublingualtabletten mit Buprenorphin und Naloxon zur Substitution |
| Buvidal | Camurus AB | Depot-Injektionslösung zur Substitution, wöchentlich oder monatlich; Anwendung nur durch medizinisches Fachpersonal |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Buprenorphin-ratiopharm 35 Mikrogramm/h Transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Buprenorphin-ratiopharm Transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Buprenorphin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Buprenorphin-neuraxpharm 0,4 mg, 2 mg und 8 mg Sublingualtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH (Pharmazeutischer Unternehmer). Stand 08/2024. abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation Buprenorphin-neuraxpharm 0,4 mg, 2 mg und 8 mg Sublingualtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 22.10.2026
- EMA-Produktinformation Suboxone (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) und Anhang III B: Packungsbeilage, Suboxone Sublingualtabletten und Sublingualfilm (Buprenorphin/Naloxon). Indivior Europe Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 22.10.2026
- EMA-Produktinformation Buvidal (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) und Anhang III B: Packungsbeilage, Buvidal Depot-Injektionslösung. Camurus AB (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2025. abgerufen am 22.10.2026
- Fachinformation TEMGESIC Ampullen 0,3 mg Injektionslösung, TEMGESIC sublingual 0,2 mg und TEMGESIC forte sublingual 0,4 mg Sublingualtabletten. EUMEDICA Pharmaceuticals GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 5 Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV): Substitution, Verschreiben von Substitutionsmitteln. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Buprenorphin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 076-012), Empfehlungen 3.1, 3.2, 3.4, 4.3, 4.10, 6.1, 7.1 und 11.2. Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Version 1.0, 30.06.2025, gültig bis 06.07.2030. abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Buprenorphin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wofür wird Buprenorphin verschrieben?
Buprenorphin wird für zwei verschiedene Zwecke verschrieben. Das Pflaster ist bei mäßig starken bis starken Tumorschmerzen und bei starken Schmerzen zugelassen, wenn Schmerzmittel ohne Opioid nicht ausreichend wirken; für akute Schmerzen ist es nicht geeignet. Die Tabletten zur Substitution, die unter der Zunge zergehen, auch mit Naloxon, und die Depotspritze sind zur Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit zugelassen, mit eigenen Altersgrenzen je Form. Gegen starke und sehr starke Schmerzen gibt es außerdem eine Injektionslösung und Sublingualtabletten, die nicht zur Substitution angewendet werden dürfen. Einen Überblick gibt der Abschnitt Wofür wird Buprenorphin eingesetzt?
Was ist der Unterschied zwischen Buprenorphin mit und ohne Naloxon?
Beide werden zur Substitution unter die Zunge gelegt. Naloxon wirkt dort in den üblichen Dosen kaum oder gar nicht, weil es fast vollständig in der Leber abgebaut wird. Wird das Kombinationspräparat dagegen in eine Vene gespritzt, löst Naloxon bei Opioidabhängigen ausgeprägte Entzugserscheinungen aus; so soll ein Missbrauch über die Vene verhindert werden. Unter der Zunge angewendet haben beide laut Fachinformation ähnliche Wirkungen und sind austauschbar, vor einem Wechsel stimmen sich Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient ab. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange wirkt Buprenorphin?
Unter der Zunge ist die Konzentration im Blut nach etwa 90 Minuten am höchsten, und die Wirkung kann je nach Dosis 48 bis 72 Stunden anhalten. Deshalb kann die Ärztin oder der Arzt Buprenorphin nach Erreichen einer stabilen Dosis auch in größeren Abständen geben. Bei der wöchentlichen Depotspritze ist die Konzentration nach etwa 24 Stunden am höchsten, die Halbwertszeit beträgt 3 bis 5 Tage. Beim Pflaster steigt die Konzentration langsam an; nach dem Entfernen sinkt sie gewöhnlich über einen Zeitraum von 30 Stunden.
Wie oft wird die Depotspritze gegeben?
Die Depot-Injektionslösung (Buvidal) gibt es zur wöchentlichen und zur monatlichen Gabe. Sie wird nur von medizinischem Fachpersonal unter die Haut gespritzt; eine Anwendung zu Hause oder eine Selbstinjektion ist nicht zulässig. Die monatliche Gabe ist möglich, wenn mit der wöchentlichen Behandlung eine Stabilisierung erreicht ist, und ein Wechsel zwischen beiden ist möglich. Haben Sie einen Termin verpasst, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wann Sie die nächste Dosis erhalten.
Darf ich mit Buprenorphin Alkohol trinken?
Nein. Die Packungsbeilage des Pflasters sagt: Trinken Sie während der Anwendung keinen Alkohol, er kann bestimmte Nebenwirkungen verstärken. In der Substitution kann Alkohol die Benommenheit verstärken und das Risiko eines Atemstillstands erhöhen; laut Fachinformation dürfen während der Behandlung keine alkoholischen Getränke oder alkoholhaltigen Arzneimittel eingenommen werden. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.
Was gilt für Buprenorphin zusammen mit Pregabalin?
Die Packungsbeilage der Sublingualtabletten nennt Gabapentin und Pregabalin unter den Mitteln, bei denen besondere Vorsicht geboten ist. Laut Fachinformation kann die gleichzeitige Anwendung zu Atemdepression, niedrigem Blutdruck, starker Dämpfung und Koma führen; das kann lebensbedrohlich sein. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Mittel, die Sie anwenden, auch über verschreibungspflichtige, die nicht von ihr oder ihm verordnet wurden. Mehr zum Wirkstoff unter Pregabalin.
Wie setzt man Buprenorphin ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine Substitution dürfen Sie laut Packungsbeilage ohne ärztliche Zustimmung auf keine Weise ändern oder abbrechen; ein plötzlicher Abbruch kann Entzugserscheinungen auslösen. Nach einer erfolgreichen Behandlung über einen gewissen Zeitraum kann die Dosis allmählich verringert und unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung schließlich abgesetzt werden. Beim Schmerzpflaster kann es laut Fachinformation ratsam sein, die Dosis schrittweise zu verringern; das Risiko für Entzugserscheinungen ist laut Packungsbeilage gering.
Darf ich Buprenorphin in der Schwangerschaft nehmen?
Das Schmerzpflaster darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Zur Substitution kann Buprenorphin laut Embryotox bei entsprechender Indikation auch in der Schwangerschaft verwendet werden; Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als mittel an, und ein akuter Opiatentzug ist zu vermeiden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten; sie oder er entscheidet, ob die Behandlung mit einem anderen Arzneimittel fortgeführt werden sollte. Setzen Sie Buprenorphin nicht selbst ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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