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Natriummangel durch Psychopharmaka

Ein Natriummangel (Hyponatriämie) ist ein zu niedriger Natriumwert im Blut. Die Packungsbeilagen vieler Antidepressiva, einiger Antipsychotika und der Epilepsiemittel Carbamazepin, Oxcarbazepin und Valproinsäure nennen ihn als mögliche Nebenwirkung; ein höheres Risiko können laut Fachinformationen unter anderem ältere Menschen und Menschen haben, die Entwässerungsmittel einnehmen. Bei Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder Krampfanfällen unter einem dieser Mittel brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Paar Ende sechzig sitzt an einem hellen Küchentisch aus Holz bei einer Kanne Tee und unterhält sich ruhig
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Mit Natriummangel ist ein zu niedriger Natriumwert im Blut gemeint, in der Fachsprache Hyponatriämie. Die Packungsbeilagen beschreiben ihn mit Worten wie "verminderte Natriummenge im Blut", "niedrige Natriumkonzentration im Blut" oder "niedrige Salzwerte im Blut" [1, 3, 7]. Bei einigen Mitteln steht daneben das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, kurz SIADH. Die Packungsbeilage von Citalopram spricht von einer außerhalb der Norm liegenden Ausscheidung eines Hormons im Gehirn, das den Wasserhaushalt des Körpers steuert; gemeint ist das antidiuretische Hormon (ADH) [1].

Wie oft eine Nebenwirkung vorkommt, geben die Packungsbeilagen in festen Klassen an: "häufig" kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000. Bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [5, 15]. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?.

Welche Psychopharmaka einen Natriummangel auslösen können

Antidepressiva

Unter den Antidepressiva führen die Packungsbeilagen der SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) einen niedrigen Natriumwert als seltene Nebenwirkung auf, so bei Citalopram, Sertralin und Fluoxetin; bei Escitalopram ist die Häufigkeit nicht bekannt [1, 3, 5, 7]. Bei Citalopram betrifft das laut Packungsbeilage überwiegend ältere Frauen [1]. Die Fachinformation von Escitalopram beschreibt einen Natriummangel unter SSRI als selten und im Allgemeinen nach dem Absetzen rückläufig [6].

Für die SNRI Venlafaxin und Duloxetin nennen die Packungsbeilagen einen niedrigen Natriumwert und ein SIADH als selten; bei Duloxetin betrifft er laut Packungsbeilage hauptsächlich ältere Menschen [9, 11]. Bei Mirtazapin steht ein niedriger Natriumspiegel mit nicht bekannter Häufigkeit in der Packungsbeilage, die dazuschreibt, dass er zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfällen und Koma führen kann [13]. Unter den trizyklischen Antidepressiva nennt die Packungsbeilage von Amitriptylin einen niedrigen Natriumspiegel im Blut als häufig [15]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression zählt Hyponatriämie und SIADH zu den Nebenwirkungen der SSRI und der SNRI Venlafaxin und Duloxetin [26].

Epilepsiemittel und Lithium

Bei den Epilepsiemitteln Carbamazepin, Oxcarbazepin und Valproinsäure ist ein Natriummangel als häufig angegeben [18, 21, 23]. Zwei von ihnen sind laut Fachinformation auch bei bipolaren Störungen zugelassen: Carbamazepin zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen, wenn die Behandlung mit Lithium versagt hat, unter Lithium schnelle Phasenwechsel auftraten oder nicht mit Lithium behandelt werden darf, und Valproinsäure zur Behandlung manischer Episoden, wenn Lithium nicht angewendet werden darf oder nicht vertragen wird [19, 23]. Oxcarbazepin ist laut Fachinformation zur Behandlung bestimmter epileptischer Anfälle zugelassen [21]. Bei Valproinsäure nennt die Packungsbeilage unter den häufigen Nebenwirkungen niedrigen Blutdruck, beschleunigten Herzschlag, allgemeine Müdigkeit und Muskelkrämpfe aufgrund von zu wenig Natrium im Blut [22].

Bei Lithium beschreibt die Fachinformation einen anderen Ablauf: Zu Beginn der Behandlung verringert Lithium die Rückaufnahme von Natrium und Kalium in den Nierenkanälchen und kann so zu einem Natriummangel führen; in der Regel kehren die Werte eine Woche nach Behandlungsbeginn zu den Ausgangswerten zurück [25]. Wegen des erhöhten Risikos einer Lithiumvergiftung darf Lithium laut Fachinformation bei einer Störung des Natriumhaushalts durch Flüssigkeitsmangel und bei einer Diät mit reduzierter Salzaufnahme nicht gegeben werden. Ausgenommen ist eine lebensbedrohliche psychische Erkrankung, die auf andere Maßnahmen nicht anspricht; dann ist die Behandlung nur unter äußerster Vorsicht im Krankenhaus mit täglicher Bestimmung des Lithiumspiegels möglich [25].

Antipsychotika und weitere Mittel

Unter den Antipsychotika nennt die Packungsbeilage von Quetiapin eine Verminderung des Natriumgehalts im Blut als gelegentliche Nebenwirkung [16]. Bei Haloperidol führt die Packungsbeilage eine hohe Konzentration des antidiuretischen Hormons im Blut (SIADH) mit nicht bekannter Häufigkeit auf [17].

Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation einen Natriummangel oder ein SIADH nennt, jeweils mit der höchsten angegebenen Häufigkeit. Sie ist keine Rangliste: Jede Klasse stammt aus der Produktinformation eines einzelnen Präparats, und welches Mittel für Sie in Frage kommt, hängt von vielen weiteren Punkten ab, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen abwägt.

Natriummangel als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmitriptylinHäufigZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)
CarbamazepinHäufigWasseransammlung im Gewebe (Ödeme), verringerte Flüssigkeitsausscheidung, Gewichtszunahme, verminderter Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie) und verminderte Plasmaosmolalität, die selten zu einer Wasservergiftung mit…
OxcarbazepinHäufigZu niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie); laut Fachinformation meist ohne Beschwerden, sehr selten mit Anfällen, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Sehstörungen, Erbrechen und Übelkeit · Niedriger…
ValproinsäureHäufigZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), etwa mit niedrigem Blutdruck, beschleunigtem Herzschlag, allgemeiner Müdigkeit und Muskelkrämpfen · Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit…
QuetiapinGelegentlichZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)
AmisulpridSeltenErniedrigter Natriumspiegel im Blut, erhöhte Spiegel des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH)
CitalopramSeltenZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), überwiegend bei älteren Frauen · Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons, das den Wasserhaushalt steuert (SIADH), vorwiegend bei älteren Frauen
DesvenlafaxinSeltenNiedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie)
DuloxetinSeltenNiedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), hauptsächlich bei älteren Menschen; Anzeichen können Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, starke Müdigkeit, sich krank fühlen oder krank sein, schwerere…
FluoxetinSeltenLaut Fachinformation unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (inadäquate ADH-Sekretion) · Niedrige Salzwerte im Blut (Hyponatriämie)
MelatoninSeltenErhöhte Blutfette (Hypertriglyzeridämie), niedriger Kalziumspiegel und niedriger Natriumspiegel im Blut
MilnacipranSeltenUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (inadäquate ADH-Sekretion) · Niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie)
MoclobemidSeltenNiedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie, nach der Zulassung berichtet)
PaliperidonSeltenGestörte Ausschüttung des Hormons, das die Urinmenge steuert (laut Fachinformation inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons); Zucker im Urin
ParoxetinSeltenNiedriger Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie), zum Beispiel mit Müdigkeit, Schwäche oder Verwirrtheit und schmerzenden, steifen oder nicht mehr kontrollierbaren Muskeln; laut Fachinformation überwiegend bei älteren…
RisperidonSeltenGestörte Ausschüttung des Hormons, das die Urinmenge steuert (inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons)
SertralinSeltenHormonstörungen: erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie), unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) · Niedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie)
TiapridSeltenNiedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), auch durch vermehrte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH)
VenlafaxinSeltenÜbermäßige Wassereinlagerung durch unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) · Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)
ClomipraminSehr seltenSIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion oder Schwartz-Bartter-Syndrom)
DoxepinSehr seltenStörungen der Produktion eines bestimmten Hormons der Hirnanhangsdrüse (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)
ImipraminSehr seltenUnangemessene Ausschüttung eines Hormons, das den Wasserhaushalt regelt (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH)
PipamperonSehr seltenIm Zusammenhang mit Antipsychotika: erniedrigter Natriumspiegel im Blut und unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH)
TranylcyprominSehr seltenVerminderte Harnbildung, die dem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) entspricht
AripiprazolNicht bekanntErniedrigter Natriumspiegel im Blut
BupropionNicht bekanntZu niedriger Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie)
EscitalopramNicht bekanntZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), erkennbar an Unwohlsein mit Muskelschwäche oder Verwirrtheit · Vermehrte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (ADH): Der Körper hält Wasser zurück, das Blut wird…
HaloperidolNicht bekanntHohe Konzentration des antidiuretischen Hormons (ADH) im Blut (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)
LithiumNicht bekanntZu Beginn der Behandlung Verlust von Natrium und Kalium, weil die Nierenkanälchen weniger davon zurückgewinnen; laut deutscher Fachinformation sollten die Werte innerhalb einer Woche wieder den Ausgangswerten entsprechen
LorazepamNicht bekanntUnangemessen hohe Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) und zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)
MelperonNicht bekanntNicht auszuschließen: ausgeprägter Natriummangel im Blut (Hyponatriämie)
MirtazapinNicht bekanntUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) · Niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), der zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfällen und Koma führen kann
SulpiridNicht bekanntErhöhte Spiegel des antidiuretischen Hormons, auch Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion oder SIADH genannt · Erniedrigter Natriumspiegel im Blut
TemazepamNicht bekanntUnangemessen hohe Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH), die zu einem Natriummangel im Blut führt; das kann zum Beispiel Kopfschmerz, Verwirrtheit und Krampfanfälle hervorrufen
TianeptinNicht bekanntZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)
TrazodonNicht bekanntUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH) · Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)
TrimipraminNicht bekanntUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH), das den Wasserhaushalt regelt; Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (37 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum es zum Natriummangel kommt

Unter SSRI und SNRI scheint ein Natriummangel laut Fachinformation von Sertralin in vielen Fällen auf ein SIADH zurückzugehen [4]. Auch die Fachinformationen von Citalopram, Escitalopram und Mirtazapin nennen eine unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons als mögliche oder wahrscheinliche Ursache [2, 6, 14]. Laut Packungsbeilage von Escitalopram bewirkt eine vermehrte Ausschüttung dieses Hormons, dass der Körper Wasser zurückhält und das Blut verdünnt wird; dadurch sinkt der Natriumgehalt [5].

Bei Carbamazepin führt die Fachinformation den Natriummangel auf eine Wirkung zurück, die der des antidiuretischen Hormons ähnelt. In derselben Zeile nennt sie Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), eine verringerte Flüssigkeitsausscheidung und eine Gewichtszunahme; selten kann es zu einer Wasservergiftung mit Teilnahmslosigkeit, Erbrechen, Kopfschmerz und Verwirrtheit kommen [18, 19]. Bei Oxcarbazepin steht ein SIADH unter den seltenen, bei Valproinsäure unter den gelegentlichen Nebenwirkungen [21, 22].

Unter SSRI und SNRI kann das Risiko laut Fachinformation von Sertralin bei älteren Menschen höher sein, ebenso bei Menschen, die Entwässerungsmittel (Diuretika) einnehmen oder aus anderen Gründen zu wenig Flüssigkeit im Körper haben [4]. Die Fachinformationen von Venlafaxin und Duloxetin nennen dieselben Gruppen, die von Duloxetin und Escitalopram zusätzlich Menschen mit Leberzirrhose [6, 10, 12]. Escitalopram und Mirtazapin mahnen zur Vorsicht, wenn gleichzeitig andere Mittel genommen werden, die einen Natriummangel verursachen können; die Fachinformation von Fluoxetin nennt als Beispiele Diuretika, Desmopressin, Carbamazepin und Oxcarbazepin [6, 8, 14]. Bei Carbamazepin und Oxcarbazepin gelten Nierenerkrankungen mit niedrigem Natriumwert und natriumsenkende Arzneimittel als Risikofaktoren, die laut Fachinformation besonders bei älteren Menschen auftreten; bei Oxcarbazepin gehören auch Entzündungshemmer wie Indometacin dazu [19, 21].

Kommt der Natriummangel vom Medikament?

Ein niedriger Natriumwert macht nicht immer Beschwerden. Bei Oxcarbazepin verläuft er laut Fachinformation in den meisten Fällen ohne Beschwerden [21]. Die Packungsbeilage von Quetiapin zählt eine Verminderung des Natriumgehalts zu den Nebenwirkungen, die nur erkannt werden können, wenn ein Bluttest gemacht wird [16].

Treten Beschwerden auf, nennt die Fachinformation von Sertralin Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, ein eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Verwirrtheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen, die zu Stürzen führen können. Zu schwereren oder plötzlich auftretenden Fällen gehören laut Fachinformation Halluzinationen, Ohnmacht, Krampfanfälle, Koma und Atemstillstand [4]. Die Packungsbeilage von Duloxetin nennt Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder starke Müdigkeit und ein Krankheitsgefühl, als schwerere Zeichen Ohnmacht, Krampfanfälle oder Stürze [11]. Bei Citalopram und Escitalopram stehen Unwohlsein mit Muskelschwäche und Verwirrtheit in der Packungsbeilage, bei Carbamazepin und Oxcarbazepin Schlappheit oder Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen und eine deutliche Verschlechterung von Krampfanfällen [1, 5, 18, 20].

Einen Anhaltspunkt gibt der zeitliche Verlauf. Bei Oxcarbazepin traten niedrige Natriumwerte laut Fachinformation in der Regel in den ersten drei Behandlungsmonaten auf, bei manchen Menschen aber erst mehr als ein Jahr nach Behandlungsbeginn [21]. Bei Lithium beschreibt die Fachinformation den Natriumverlust zu Beginn der Behandlung [25]. Unter SSRI ging ein Natriummangel laut den Fachinformationen von Citalopram und Escitalopram in der Regel nach dem Absetzen zurück [2, 6].

Ein niedriger Wert kann auch andere Gründe haben; die Packungsbeilage von Fluoxetin nennt etwa einen Salzverlust durch lang anhaltenden, schweren Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungsmittel [7]. Die S3-Leitlinie Schizophrenie wiederum zählt einen Natriummangel zu den Störungen, die über eine Beeinträchtigung der Hirnfunktion psychotische Beschwerden auslösen können [27]. Ob ein niedriger Wert vom Medikament, von einer anderen Erkrankung oder von etwas anderem kommt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüfen. Beschwerden und ihren Beginn können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und zum nächsten Termin mitnehmen.

Welche Kontrollen vorgesehen sind

Bei einer Depression nennt die NVL Unipolare Depression für Antidepressiva außer den trizyklischen als Orientierung, die Salze im Blut (Serumelektrolyte) vor Beginn, im ersten und im sechsten Monat und danach halbjährlich zu bestimmen; bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen. Für trizyklische Antidepressiva nennt sie vor Beginn, die Monate 1, 2, 3 und 6 und danach vierteljährlich, für Lithium vor Beginn, die Monate 1, 3 und 6 und danach vierteljährlich [26]. Das Monitoring soll laut NVL nach diesen Tabellen erfolgen (Empfehlung 4-13, starke Empfehlung); die Abstände sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann [26].

Bei einer Schizophrenie gehören laut S3-Leitlinie Natrium, Kalium und Calcium zu den Blutuntersuchungen, die bei einer ersten Erkrankung angeboten werden sollen (Empfehlung 8). Für die Behandlung mit Antipsychotika nennt die Leitlinie Elektrolyte zusammen mit dem EKG vor Beginn, im ersten und im sechsten Monat und danach jährlich, unter Clozapin und einigen weiteren Antipsychotika häufiger; auch diese Zeitpunkte sind als Orientierungshilfe gedacht [27].

Für Carbamazepin und Oxcarbazepin nennen die Fachinformationen eigene Kontrolltakte. Bei Nierenerkrankungen mit niedrigem Natriumwert oder bei gleichzeitiger Einnahme natriumsenkender Arzneimittel sollte der Natriumwert vor der Behandlung bestimmt werden, danach nach etwa zwei Wochen und in den ersten drei Monaten monatlich oder nach klinischer Notwendigkeit [19, 21]. Bei Oxcarbazepin sollte dasselbe Schema gelten, wenn ein natriumsenkendes Mittel später dazukommt; treten Zeichen eines Natriummangels auf, sollte eine Bestimmung in Betracht gezogen werden [21]. Venlafaxin kann laut Packungsbeilage Werte wie den Natriumspiegel leicht verändern, ohne dass Sie es bemerken; daher möchte die Ärztin oder der Arzt eventuell gelegentlich Blutuntersuchungen durchführen, vor allem bei längerer Einnahme [9]. Mehr dazu lesen Sie unter Kontrollen und Blutwerte.

Was Sie tun können

Mann Anfang siebzig geht mit seiner Tochter in den Vierzigern an einem sonnigen Tag durch einen Park
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Setzen Sie ein Psychopharmakon wegen eines niedrigen Natriumwerts nicht selbst ab und ändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig. Bei Carbamazepin und Valproinsäure warnen die Packungsbeilagen ausdrücklich davor, die Behandlung eigenmächtig zu unterbrechen oder vorzeitig zu beenden, weil dann erneut Anfälle auftreten können. Laut Packungsbeilage von Oxcarbazepin dürfen Sie das Mittel nie plötzlich absetzen, damit sich die Anfälle nicht plötzlich verschlechtern [18, 20, 22]. Laut Packungsbeilage von Sertralin beenden Sie die Einnahme erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt [3].

Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Behandlungsbeginn, ob Sie schon einmal einen niedrigen Natriumwert hatten und welche Mittel Sie sonst einnehmen, vor allem Entwässerungsmittel. Die Packungsbeilagen von Sertralin, Fluoxetin und Venlafaxin bitten ausdrücklich darum; laut Packungsbeilage von Sertralin sollten Sie auch bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck erwähnen, weil diese die Natriumkonzentration im Blut ebenfalls verändern können [3, 7, 9].

Wird ein Natriummangel festgestellt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt über das weitere Vorgehen. Bei einem Natriummangel mit Beschwerden ist laut Fachinformation von Sertralin das Absetzen in Betracht zu ziehen und eine geeignete Behandlung einzuleiten [4]. Bei Citalopram nennt die Packungsbeilage für Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche, dass die Dosis verringert oder die Behandlung beendet werden muss [1]. Bei Oxcarbazepin normalisierten sich die Werte laut Fachinformation in klinischen Studien, wenn die Dosis verringert, das Mittel abgesetzt oder zum Beispiel die Trinkmenge beschränkt wurde; auch bei Carbamazepin ist eine Beschränkung der Flüssigkeitszufuhr laut Fachinformation eine wichtige Gegenmaßnahme, falls sie ärztlich angezeigt ist [19, 21].

Bei Lithium rät die Packungsbeilage dagegen, auf genügend Salz und Flüssigkeit zu achten, besonders bei Abmagerungskuren und bestimmten Diätformen [24]. Besprechen Sie Änderungen Ihrer Trink- oder Salzmenge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Welche Blutkontrollen bei Ihnen sinnvoll sind und wie oft, ist ebenfalls ein Thema für das nächste Gespräch; Anregungen dafür bietet die Liste Fragen für das Arztgespräch.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage von Citalopram verlangt, sofort die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen, wenn Krampfanfälle auftreten oder bestehende Anfälle häufiger werden oder wenn Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche auftreten [1]. Für Carbamazepin gilt das laut Packungsbeilage bei Schlappheit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder einer deutlichen Verschlechterung der Krampfanfälle; diese Beschwerden müssen möglicherweise dringend behandelt werden [18]. Bei Oxcarbazepin rät die Packungsbeilage in diesen Fällen, sofort die Ärztin oder den Arzt zu informieren oder in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses zu gehen [20]. Unter Valproinsäure gehört Verwirrung durch eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung mit erniedrigtem Natriumgehalt zu den Nebenwirkungen, bei denen Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden sollen [22].

Telefonnummern für Notfälle und für seelische Krisen finden Sie auf der Seite Hilfe in der Krise.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
  2. Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Fluoxetin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Fluoxetin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  12. Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation Mirtazapin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
  19. Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
  21. Fachinformation Oxcarbazepin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
  22. Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  23. Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  24. Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  25. Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  26. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 3.2, Juli 2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  27. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026, laut DGPPN gültig bis 12.07.2027). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Natriummangel durch Antidepressiva auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Welche Medikamente können einen Natriummangel verursachen?

Unter den Psychopharmaka nennen die Packungsbeilagen einen Natriummangel unter anderem bei SSRI wie Citalopram, Sertralin und Fluoxetin, bei Venlafaxin, Duloxetin, Mirtazapin und Amitriptylin, bei Quetiapin sowie bei den Epilepsiemitteln Carbamazepin, Oxcarbazepin und Valproinsäure. Lithium kann laut Fachinformation zu Beginn der Behandlung zu einem Natriumverlust führen. Als weitere Mittel, die einen Natriummangel verursachen können, nennt die Fachinformation von Fluoxetin Entwässerungsmittel und Desmopressin. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Psychopharmaka mit geprüftem Datensatz.

Welche Antidepressiva verursachen keinen Natriummangel?

Eine solche Liste stellt Psychopharmakon.de nicht auf. Die Packungsbeilagen nennen einen niedrigen Natriumwert bei vielen Antidepressiva, mit unterschiedlicher Häufigkeit; die NVL Unipolare Depression zählt Hyponatriämie zu den Nebenwirkungen der SSRI und der SNRI Venlafaxin und Duloxetin. Welches Mittel zu Ihnen passt, hängt von vielen weiteren Punkten ab und wird gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt entschieden. Wechseln Sie nicht selbst.

Was sind die Symptome eines Natriummangels?

Laut Fachinformation von Sertralin gehören Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme, Verwirrtheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen dazu, die zu Stürzen führen können; schwerere Fälle können mit Halluzinationen, Ohnmacht, Krampfanfällen und Koma einhergehen. Andere Packungsbeilagen nennen Müdigkeit, Unwohlsein mit Muskelschwäche, Teilnahmslosigkeit und Muskelzuckungen. Ein niedriger Wert kann aber auch ohne Beschwerden bestehen und fällt dann nur im Bluttest auf.

Sind ältere Menschen häufiger betroffen?

Laut den Fachinformationen kann das Risiko unter SSRI und SNRI bei älteren Menschen höher sein. Bei Citalopram tritt ein Natriummangel laut Packungsbeilage überwiegend bei älteren Frauen auf, bei Duloxetin hauptsächlich bei älteren Menschen. Bei Carbamazepin und Oxcarbazepin treten die Risikofaktoren, etwa natriumsenkende Arzneimittel und bestimmte Nierenerkrankungen, laut Fachinformation besonders bei älteren Menschen auf.

Geht ein Natriummangel durch Antidepressiva wieder weg?

Laut den Fachinformationen von Citalopram und Escitalopram ging ein Natriummangel unter SSRI in der Regel nach dem Absetzen zurück. Beim Epilepsiemittel Oxcarbazepin normalisierten sich die Werte laut Fachinformation in klinischen Studien, wenn die Dosis verringert, das Mittel abgesetzt oder zum Beispiel die Trinkmenge beschränkt wurde. Ob und wie die Behandlung geändert wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; setzen Sie das Mittel nicht selbst ab.

Was tun bei einem Natriummangel durch Antidepressiva?

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und setzen Sie das Antidepressivum nicht auf eigene Faust ab. Bei einem Natriummangel mit Beschwerden ist laut Fachinformation von Sertralin das Absetzen in Betracht zu ziehen und eine geeignete Behandlung einzuleiten; bei Citalopram nennt die Packungsbeilage für Müdigkeit, Verwirrtheit und Muskelschwäche eine Verringerung der Dosis oder das Ende der Behandlung. Bei Verwirrtheit oder Krampfanfällen brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Soll ich bei einem Natriummangel mehr Salz essen oder weniger trinken?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, denn die Quellen sagen dazu je nach Mittel Unterschiedliches. Bei Carbamazepin nennt die Fachinformation eine Beschränkung der Trinkmenge als wichtige Gegenmaßnahme, wenn ein Natriummangel festgestellt wurde und sie ärztlich angezeigt ist; bei Oxcarbazepin normalisierten sich die Werte in klinischen Studien unter anderem dann, wenn die Trinkmenge beschränkt wurde. Bei Lithium rät die Packungsbeilage dagegen, auf genügend Salz und Flüssigkeit zu achten. Ändern Sie Ihre Trink- oder Salzmenge nicht ohne Rücksprache.

Wie oft wird der Natriumwert kontrolliert?

Bei einer Depression nennt die NVL Unipolare Depression für Antidepressiva außer den trizyklischen als Orientierung Kontrollen der Salze im Blut vor Beginn, im ersten und im sechsten Monat und danach halbjährlich, für trizyklische Antidepressiva und Lithium häufiger. Bei Carbamazepin und Oxcarbazepin sollte der Natriumwert bei bestimmten Risiken vor Beginn, nach etwa zwei Wochen und in den ersten drei Monaten monatlich bestimmt werden. Den Plan für Sie legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

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