MedikamenteWirkstoff

Trimipramin

Trimipramin ist ein verschreibungspflichtiges trizyklisches Antidepressivum, zugelassen bei Depressionen mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Stangyl. Beruhigend wirkt es meist schon in den ersten Stunden, stimmungsaufhellend in der Regel nach 1 bis 3 Wochen; bei Gedanken, sich selbst zu verletzen, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Mann Anfang sechzig mit grauem Haar sitzt am späten Nachmittag entspannt mit einer Tasse Tee in einem Sessel im hellen Wohnzimmer
Bild: KI-generiert

Wofür wird Trimipramin eingesetzt?

Trimipramin ist zugelassen zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe. Die Packungsbeilage ordnet Trimipramin den trizyklischen Antidepressiva zu und richtet sich an Erwachsene. [1, 2]

Schlafstörungen ohne Depression gehören nicht zu den Anwendungsgebieten. Kinder unter 14 Jahren dürfen Trimipramin laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Nach der jüngeren Fachinformation sollte es bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden, weil trizyklische Antidepressiva in Studien in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen zeigten. Mehr über die Erkrankung und ihre Behandlung lesen Sie auf der Seite Depression, über Schlafprobleme unter Schlafstörungen. [1, 2]

Wie wirkt Trimipramin?

Nervenzellen geben Signale über Botenstoffe weiter, die an Andockstellen (Rezeptoren) binden. Trimipramin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva. Anders als vergleichbare Substanzen entfaltet es seine Wirkung laut Fachinformation nicht über eine Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin oder Serotonin; nach Untersuchungen zur Rezeptorbindung gilt es deshalb als atypisches Trizyklikum. [2]

Trimipramin bindet an Rezeptoren für Serotonin, Dopamin und Adrenalin, blockiert stark die Histamin-Rezeptoren vom Typ H1 und hat eine deutliche Affinität zu Rezeptoren für Acetylcholin. Die Fachinformation beschreibt eine antidepressive, beruhigende (sedierende) und angstlösende (anxiolytische) Wirkung. Einen Überblick über alle Gruppen gibt die Seite Antidepressiva, die Grundlagen erklärt Wie wirken Antidepressiva? [2]

In einer Untersuchung zur Pharmakokinetik beim Menschen lag die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, nach Einnahme bei etwa 24 Stunden; den höchsten Spiegel im Blut erreichte Trimipramin nach etwa 3 Stunden. Weil die Leber schon beim ersten Durchgang viel abbaut, gelangen im Durchschnitt 41,4 % unverändert in den Kreislauf, mit Einzelwerten zwischen 17,8 und 62,7 %. Ausgeschieden wird Trimipramin hauptsächlich in Form seiner Abbauprodukte über die Nieren. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion und bei eingeschränkter Leberfunktion sind der höchste Blutspiegel, die Zeit bis dahin, die Halbwertszeit und die Gesamtmenge im Blut deutlich erhöht. Bei einem Defekt des Enzyms CYP2D6 gibt es Hinweise auf eine stark verlängerte Halbwertszeit. [2]

Wann wirkt Trimipramin und wie lange wird behandelt?

Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt laut Fachinformation meist unmittelbar in den ersten Stunden ein, die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt laut Packungsbeilage im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen. Bei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Beschwerden im Sinne der vereinbarten Ziele bessern. [1, 2, 4]

Zur Dauer nennen die Quellen verschiedene Zeiträume. Laut Packungsbeilage von 2021 sollte die Behandlung nach Rückbildung der Beschwerden noch wenigstens 6 Monate weitergeführt werden; die Fachinformation von 2022 empfiehlt nach der ersten depressiven Phase eine Erhaltungstherapie von 4 bis 9 Monaten. Nach der NVL von 2023 soll für Antidepressiva allgemein empfohlen werden, sie 6 bis 12 Monate über das Abklingen der Episode hinaus in gleicher Dosis einzunehmen. Wie lange Sie Trimipramin nehmen, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Die Zeitleiste zeigt die Angaben aller drei Quellen; mehr dazu unter Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2, 4]

  1. BeginnDie wirksame Dosis wird laut Fachinformation schrittweise mit langsamer Steigerung erreicht; ältere und gebrechliche Menschen sowie Menschen mit Bluthochdruck, schwankendem Blutdruck oder Arteriosklerose sollten nur mäßige Dosen einnehmen. Laut Packungsbeilage treten ein schnellerer Herzschlag, Gewichtszunahme und ein meist vorübergehender Anstieg der Leberwerte vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Nehmen Schlaflosigkeit oder Nervosität zu Beginn zu oder treten neu auf, kann eine niedrigere Dosis oder eine vorübergehende Behandlung dieser Beschwerden nötig sein. Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist unmittelbar in den ersten Stunden ein.[1, 2]
  2. Erste WirkungDie stimmungsaufhellende Wirkung ist laut Fachinformation und Packungsbeilage in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Die mittlere Dauer bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen.[1, 2]
  3. Wirkung prüfenBei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen.[4]
  4. ErhaltungZur Verhinderung eines Rückfalls empfiehlt die Fachinformation nach der ersten depressiven Phase eine Erhaltungstherapie von 4 bis 9 Monaten mit der Dosis, die in der Akutphase gewirkt hat; laut Packungsbeilage sollte die Behandlung nach Rückbildung der Beschwerden noch wenigstens 6 Monate weitergeführt werden. Laut NVL soll empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen.[1, 2, 4]
  5. Rückfall vorbeugenBei mehreren depressiven Phasen in der Vorgeschichte ist laut Fachinformation unter Umständen eine mehrjährige Weiterführung mit der Dosis nötig, die in der jetzigen Phase gewirkt hat. Wer 2 bis 3 oder mehr depressive Episoden und in den letzten 5 Jahren bedeutsame Einschränkungen im Alltag hatte, dem sollte laut NVL Unipolare Depression empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat. Diese Empfehlung gilt für Antidepressiva allgemein; die Fachinformation von Trimipramin nennt die Rückfallvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet.[2, 4]
  6. AbsetzenWie der Beginn sollte laut Fachinformation auch das Ende schrittweise nach ärztlicher Verordnung erfolgen, mit allmählicher Verringerung der Tagesdosis; laut Packungsbeilage ist ein eigenmächtiges Absetzen ohne ärztliche Kontrolle gefährlich. Nach abruptem Absetzen, insbesondere nach längerer Anwendung, können in den ersten Tagen Absetzerscheinungen wie Unwohlsein, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angst, Unruhe und erhöhte Reizbarkeit auftreten. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) sollte ein Antidepressivum laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen.[1, 2, 4]

Nebenwirkungen im Blick

Packungsbeilage und Fachinformation geben die Häufigkeit der Nebenwirkungen unterschiedlich an. Die Fachinformation von 2022 nennt sie durchweg "nicht bekannt", weil sie sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lassen. Die ältere Packungsbeilage von 2021 führt dagegen viele Beschwerden als sehr häufig auf, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, vor allem zu Beginn der Behandlung: Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Zittern, Mundtrockenheit, Verstopfung, Verdauungsstörungen und Übelkeit, einen schnelleren Herzschlag, Schwitzen, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Störungen beim Scharfsehen in der Nähe, eine Gewichtszunahme und einen meist vorübergehenden Anstieg der Leberwerte. [1, 2]

Häufig sind laut Packungsbeilage sexuelle Funktionsstörungen, innere Unruhe, Schlafstörungen, Störungen beim Wasserlassen, Hautausschläge und Durstgefühl. Sehr selten nennt sie Krampfanfälle und Störungen der Bewegungsabläufe wie eine Sitzunruhe (Akathisie). Beide Quellen beschreiben außerdem Veränderungen des Blutbilds und im EKG eine Verlängerung der QT-Zeit, auch mit schweren Herzrhythmusstörungen (Herz und QT-Zeit). Suizidgedanken und suizidales Verhalten sind während der Behandlung oder kurz nach ihrem Ende berichtet worden. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Die Produktinformation von Trimipramin nennt zu den Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird, keine Häufigkeiten. Welche Nebenwirkungen vorkommen können, steht in der vollständigen Liste: Alle Nebenwirkungen von Trimipramin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Kopfschmerzen, vor allem zu Beginn der Behandlung[1]
  • Sehr häufig: Meist vorübergehender Anstieg der Leberwerte (Transaminasen), vor allem zu Beginn der Behandlung[1]
  • Häufig: Durstgefühl[1]

Alle Nebenwirkungen von Trimipramin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Wo beide Quellen eine Beschwerde nennen, steht in der Übersicht die Angabe der jüngeren Fachinformation, also "nicht bekannt". Bei den häufigsten Nebenwirkungen stehen deshalb nur Beschwerden, die allein die Packungsbeilage aufführt: Kopfschmerzen und ein meist vorübergehender Anstieg der Leberwerte als sehr häufig, Durstgefühl als häufig. Bei "Weniger Lust auf Sex" und "Erektionsstörungen" steht "nicht genannt", weil beide Quellen nur allgemein sexuelle Funktionsstörungen aufführen, die Packungsbeilage als häufig. Eine Abhängigkeit als Nebenwirkung nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; nach dem Absetzen beschreiben sie Absetzerscheinungen, die Fachinformation spricht von Fällen eines Entzugssyndroms. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, Blutzucker und Blutfette und Absetzsymptome. [1, 2]

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wer depressiv ist, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger. Wahrscheinlicher ist das, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1]

Laut Packungsbeilage kann es helfen, einem Freund oder Verwandten von der Depression zu erzählen und ihn zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn er den Eindruck hat, dass sich die Depression verschlimmert, oder wenn er sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten macht. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende vierzig gießt an einem sonnigen Morgen Kräutertöpfe auf der Fensterbank ihrer hellen Küche
Bild: KI-generiert

Ein eigenmächtiges Verändern der Dosis oder Absetzen ohne ärztliche Kontrolle ist laut Packungsbeilage gefährlich. Belastende Beschwerden besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, auch solche wie sexuelle Funktionsstörungen, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen. [1, 4]

Werden Schlaflosigkeit oder Nervosität am Anfang stärker oder kommen neu hinzu, sagen Sie es in der Praxis; laut Fachinformation kann dann eine niedrigere Dosis oder eine vorübergehende Behandlung dieser Beschwerden nötig sein. Sind Sie älter und leiden unter chronischer Verstopfung, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn dann besteht laut Packungsbeilage die Gefahr einer Darmlähmung und eines Darmverschlusses. [1, 2]

Um die schlafanstoßende Wirkung zu nutzen, sollte laut Packungsbeilage die höhere Teildosis abends eingenommen werden; nach der Fachinformation kann auch die gesamte Tagesdosis abends vor dem Schlafengehen verordnet werden. Merken Sie, dass Sie auf unerwartete Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt reagieren, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen. [1, 2]

Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch können Sie Beschwerden, Schlaf und Stimmung festhalten und zum Termin mitnehmen; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung.

Kontrollen während der Behandlung

Laut Fachinformation sollten während der Behandlung regelmäßig Blutbilder kontrolliert werden, weil sich das Blutbild verändern kann, und ebenso regelmäßig die Leberenzyme bestimmt werden. Herzkranke und ältere Menschen sollten besonders bei hoch dosierter Langzeitbehandlung regelmäßig kardiologisch untersucht werden, da trizyklische Antidepressiva das Risiko unter anderem für schnellen Herzschlag und niedrigen Blutdruck erhöhen. Bei einer Depression nennt die NVL für trizyklische Antidepressiva Untersuchungen vor Beginn, in den ersten sechs Monaten und danach vierteljährlich oder halbjährlich, darunter Blutbild, Nierenwerte, Leberenzyme, Blutsalze, EKG, Blutdruck, Puls und Körpergewicht; die Abstände sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [2, 4]

Kontrolluntersuchungen bei Trimipramin
UntersuchungWann oder warum
Befinden, Stimmung und VerhaltenEngmaschig, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen, bis eine Besserung eintritt; besonders sorgfältig bei Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten in der Vorgeschichte. Während der schrittweisen Verringerung der Dosis beim Absetzen besonders engmaschig[2]
Gespräch über Wirkung, Einnahme und NebenwirkungenBei einer Depression laut NVL in den Monaten 1 bis 3 je zweimal (diese Termine auch telefonisch möglich), in den Monaten 4 bis 6 je einmal, danach vierteljährlich[4]
Kontrolluntersuchungen (Blutdruck, Blutbild, Leber-, Nieren- und Herzfunktion)Laut Packungsbeilage möglicherweise regelmäßig vor und während der Behandlung, insbesondere bei älteren Menschen und bei Störungen von Stoffwechsel, Nieren-, Leber- oder Herzfunktion. Die Fachinformation sieht Kontrolluntersuchungen vor und während der Behandlung bei älteren Menschen mit Störungen von Stoffwechsel, Nieren-, Leber- oder Herzfunktion vor[1, 2]
Herzfunktion und EKG (Herzstromkurve)Herzkranke und ältere Menschen sollten laut Fachinformation regelmäßig kardiologisch kontrolliert werden, besonders bei hoch dosierter Langzeitbehandlung. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva EKG vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich[1, 2, 4]
BlutbildLaut Fachinformation sollten während der Behandlung regelmäßig Blutbilder kontrolliert werden, weil Veränderungen des Blutbilds bis hin zu einer Agranulozytose (starker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen) möglich sind. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn und in den Monaten 1 bis 6 jeden Monat, danach vierteljährlich[1, 2, 4]
Nierenwerte (GFR, berechnet aus dem Kreatinin)Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 3. und 6. Monat, danach halbjährlich[4]
Leberwerte (Leberenzyme)Laut Fachinformation sollten regelmäßig Laborkontrollen mit Bestimmung der Leberenzyme erfolgen. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich[1, 2, 4]
Salze im Blut (Elektrolyte)Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich. Ein Mangel an Kalium oder Magnesium gehört laut Fachinformation zu den Risikofaktoren für eine verlängerte QT-Zeit[2, 4]
Blutdruck und PulsBei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich[4]
KörpergewichtBei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 3. und im 6. Monat, danach vierteljährlich[4]
Blutzucker bei Diabetes oder DiabetesrisikoLaut Fachinformation sollten angemessene Blutzuckerkontrollen erfolgen, weil bei depressiven Menschen unter trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Diabetes beobachtet wurde[2]
EEG (Hirnstromkurve) bei EpilepsieBei Epilepsie oder Verdacht auf Epilepsie wird laut Fachinformation eine Überwachung mit EEG empfohlen[2]
Überwachung bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln gegen EpilepsieKlinische Überwachung und gegebenenfalls Anpassung der Dosierung, auch bei Valproinsäure und Carbamazepin[2]
Überwachung bei gleichzeitiger Einnahme serotonerger MittelSorgfältige klinische Überwachung, besonders bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Laut Packungsbeilage dürfen MAO-Hemmer nicht gleichzeitig mit Trimipramin eingenommen werden; die Fachinformation nennt als Gegenanzeige die irreversiblen MAO-Hemmer, die mindestens 14 Tage vor Beginn der Behandlung abgesetzt sein müssen. Zusammen mit anderen Mitteln, die auf Serotonin wirken, etwa Triptanen gegen Migräne, anderen Antidepressiva, Lithium, Tramadol oder Johanniskraut, kann ein Serotonin-Syndrom auftreten. Die gleichzeitige Anwendung von Mitteln, die ebenfalls die QT-Zeit verlängern oder den Kaliumgehalt im Blut senken können, ist zu vermeiden. Alkohol und andere dämpfende Mittel wie Schlafmittel können zusammen mit Trimipramin das zentrale Nervensystem stärker dämpfen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Trimipramin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Schwere Nebenwirkungen wie Erregung, extrem hohes Fieber, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen[1, 2]Nicht gleichzeitig einnehmen; MAO-Hemmer vom irreversiblen Hemmtyp müssen mindestens 14 Tage vor Beginn der Behandlung abgesetzt werden
Andere serotonerge Wirkstoffe: Triptane (gegen Migräne), andere Antidepressiva wie SSRI, SNRI, MAO-Hemmer oder Lithium, das Antibiotikum Linezolid, Tramadol, L-Tryptophan, Johanniskraut; laut Fachinformation auch BuprenorphinSerotonin-Syndrom möglich, ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand[1, 2]Laut Fachinformation sorgfältige ärztliche Überwachung, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhungen
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin, laut Fachinformation auch Citalopram und SertralinDeutlicher Anstieg der Konzentration von Trimipramin im Blut; laut Fachinformation Anstieg der Konzentration beider Antidepressiva[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt reduziert gegebenenfalls die Dosis eines der Mittel
Arzneimittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Antibiotika, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika), den Kaliumgehalt im Blut senken (bestimmte Entwässerungsmittel, laut Fachinformation auch Glukokortikoide), den Herzschlag verlangsamen (laut Fachinformation z. B. Betablocker, Diltiazem, Verapamil, Clonidin, Digitalis) oder den Abbau von Trimipramin in der Leber hemmen (z. B. Imidazol-Antimykotika gegen Pilzinfektionen)Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung) und Herzrhythmusstörungen[1, 2]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Alkohol und dämpfende Arzneimittel, z. B. Schlafmittel, bestimmte Schmerzmittel, laut Fachinformation auch Morphin-Abkömmlinge, Benzodiazepine, Barbiturate, müde machende Antihistaminika, Neuroleptika, zentral wirkende Blutdrucksenker, Baclofen und ThalidomidVerstärkte Dämpfung des zentralen Nervensystems; die Wirkung von Alkohol kann verstärkt werden[1, 2]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken; Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinerg wirkende Mittel wie Phenothiazine, Mittel gegen die Parkinson-Krankheit, Antihistaminika und Atropin, laut Fachinformation auch Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid, Trospiumchlorid und ButylscopolaminVerstärkung von Wirkung und Nebenwirkungen, insbesondere Delir (krankhafte Unruhe und Bewusstseinstrübung); laut Fachinformation auch Harnverhalt, akutes Glaukom, Verstopfung und Mundtrockenheit[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Methylphenidat, Neuroleptika, Alprazolam, Disulfiram und CimetidinDie Konzentration von Trimipramin im Blut kann deutlich steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Barbiturate und Phenytoin (Mittel gegen Epilepsie)Trimipramin kann beschleunigt ausgeschieden werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
CarbamazepinDie Konzentration von Trimipramin im Blut kann sinken; laut Fachinformation sind generalisierte Krampfanfälle möglich[1, 2]Besondere ärztliche Überwachung, gegebenenfalls Anpassung der Dosis
Andere Mittel gegen Epilepsie, ValproinsäureTrimipramin kann die Krampfschwelle erniedrigen; mit erhöhter Krampfbereitschaft ist zu rechnen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosierung gegebenenfalls an und überwacht besonders; bei Valproinsäure wird die Behandlung mit Trimipramin gegebenenfalls eingestellt
Sympathomimetische Amine wie Adrenalin oder Noradrenalin, z. B. als gefäßverengende Zusätze in Mitteln zur örtlichen BetäubungIhre Wirkung kann erheblich verstärkt werden; laut Fachinformation anfallsartiger Bluthochdruck, gegebenenfalls mit Herzrhythmusstörungen der Herzkammern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenker vom Typ Guanethidin oder Clonidin; andere BlutdrucksenkerWirksamkeit von Guanethidin oder Clonidin abgeschwächt, bei Clonidin Gefahr eines Wiederanstiegs des Blutdrucks (Rebound); laut Fachinformation kann die Wirkung anderer Blutdrucksenker verstärkt sein, mit erhöhtem Risiko für Blutdruckabfall beim Aufstehen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin und AmiodaronIhre Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Baclofen (muskelentspannendes Mittel)Laut Fachinformation Risiko einer erniedrigten Muskelspannung[2]Ärztin oder Arzt informieren
Schwarzer Tee, Kaffee und FruchtsäfteDie Gerbsäuren im schwarzen Tee vermindern die Aufnahme und damit die Wirkung von Trimipramin; bei Kaffee oder Fruchtsäften ist eine Wirkungsminderung nicht auszuschließen[1, 2]Nicht zusammen mit solchen Getränken einnehmen, sondern zeitversetzt trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, erklärt Psychopharmaka kombinieren. Zu Tee, Kaffee und Fruchtsäften: Essen, Trinken und Psychopharmaka; zu Eingriffen mit örtlicher Betäubung: Psychopharmaka vor einer Operation.

Wer Trimipramin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Zu den Gegenanzeigen gehören unter anderem eine akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka, ein unbehandeltes Engwinkelglaukom, Störungen der Harnentleerung wie ein akuter Harnverhalt, eine Darmlähmung und die gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern. Für Kinder und Jugendliche sowie für Schwangerschaft und Stillzeit sagen Packungsbeilage und Fachinformation Unterschiedliches; die Übersicht nennt beide Fassungen. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Trimipramin, andere trizyklische Antidepressiva oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka[1, 2]
  • Verwirrtheits- und Erregungszustände mit Sinnestäuschungen und zum Teil schweren körperlichen Störungen (akutes Delir)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern; laut Fachinformation mit irreversiblen MAO-Hemmern[1, 2]
  • Unbehandelter erhöhter Augeninnendruck (Engwinkelglaukom)[1, 2]
  • Harnentleerungsstörungen wie akuter Harnverhalt oder vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata) mit Restharnbildung[1, 2]
  • Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose)[1, 2]
  • Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Kürzlich aufgetretener Herzinfarkt (laut Fachinformation)[2]
  • Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren (laut Packungsbeilage von 02/2021; nach der jüngeren Fachinformation von 07/2022 sollte Trimipramin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden)[1, 2]
  • Schwangerschaft und Stillzeit (laut Packungsbeilage von 02/2021; die jüngere Fachinformation von 07/2022 empfiehlt Trimipramin in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und verlangt in der Stillzeit eine Abwägung)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Vergrößerte Prostata ohne Restharnbildung[1, 2]
  • Erhöhte Krampfbereitschaft, zum Beispiel bei Epilepsie, Hirnschäden oder Alkoholismus: Trimipramin kann die Krampfschwelle erniedrigen; laut Fachinformation wird bei Epilepsie oder Verdacht darauf eine EEG-Überwachung empfohlen, und treten Krämpfe auf, muss die Behandlung beendet werden[1, 2]
  • Schwere Leber- oder Nierenschäden[1, 2]
  • Blutbildungsstörungen, auch in der Vorgeschichte; laut Fachinformation sollten unter der Behandlung regelmäßig Blutbilder kontrolliert werden[1, 2]
  • Ältere Menschen mit besonderer Empfindlichkeit für Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) oder für Beruhigungsmittel; ältere Menschen mit chronischer Verstopfung (Gefahr einer Darmlähmung und eines Darmverschlusses)[1, 2]
  • Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung: verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), angeborenes langes QT-Syndrom oder andere Herzerkrankungen wie Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen und Herzrhythmusstörungen, Zustand nach Herzinfarkt, Kaliummangel und laut Fachinformation Magnesiummangel[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder den Kaliumgehalt im Blut senken können[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das Risiko für ein Serotonin-Syndrom erhöhen können; ein Serotonin-Syndrom ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand[1, 2]
  • Suizidgedanken: Depressive Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, Selbstverletzung und Suizid einher. Solche Gedanken können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, weil die Wirkung gewöhnlich erst nach etwa zwei Wochen, manchmal später einsetzt. Sie sind wahrscheinlicher, wenn Sie solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre[1, 2]
  • Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren: Trimipramin sollte nicht zur Behandlung von Depressionen angewendet werden; trizyklische Antidepressiva zeigten in Studien in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen[1, 2]
  • Diabetes mellitus oder Risikofaktoren dafür: Laut Fachinformation sollten angemessene Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden[2]
  • Herzkranke und ältere Menschen: Laut Fachinformation sollten sie, insbesondere bei hoch dosierter Langzeitbehandlung, regelmäßig kardiologisch kontrolliert werden; bei älteren Menschen mit Störungen von Stoffwechsel, Nieren-, Leber- oder Herzfunktion sind vor und während der Behandlung Kontrolluntersuchungen durchzuführen[1, 2]
  • Seltene erbliche Galactose-Intoleranz, völliger Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption: Laut der jüngeren Fachinformation sollten Betroffene Trimipramin STADA nicht einnehmen[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage (Stand 02/2021) darf Trimipramin in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen und begrenzte Untersuchungen an Tieren Hinweise auf Schädigungen der Nachkommen gezeigt haben.[1]

Die jüngere Fachinformation (Stand 07/2022) empfiehlt Trimipramin in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko; ein gutes seelisches Gleichgewicht der Mutter sei wünschenswert. Bei Neugeborenen, deren Mütter am Ende der Schwangerschaft trizyklische Antidepressiva erhielten, können in der ersten Lebenswoche Anpassungsschwierigkeiten und Entzugserscheinungen auftreten, etwa verminderte Muskelspannung, Reizbarkeit, Zittern, sogar Krampfanfälle, Atemprobleme und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme.[2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für Trimipramin als gering an, für trizyklische Antidepressiva insgesamt als sehr hoch: Die weniger als 50 dokumentierten Schwangerschaften unter Trimipramin ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen, ebenso wenig die Studien zur gesamten Substanzgruppe. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden; nur wenn Trimipramin deutliche therapeutische Vorteile bietet, ist die Einnahme auch in der Schwangerschaft akzeptabel. Die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox als sedierendes trizyklisches Antidepressivum Amitriptylin, je nach Grunderkrankung auch Sertralin, Citalopram oder Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage (Stand 02/2021) darf Trimipramin in der Stillzeit nicht eingenommen werden; es ist nicht bekannt, ob wirksame Mengen in die Muttermilch übergehen. Laut der jüngeren Fachinformation deuten physikalisch-chemische Daten auf einen Übergang in die Muttermilch hin, eine Gefährdung des Säuglings kann nicht ausgeschlossen werden; es muss abgewogen werden, ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine publizierten Erfahrungen zum Stillen unter Trimipramin vor. In der Stillzeit sollte es nur verordnet werden, wenn besser untersuchte Antidepressiva nicht infrage kommen; unter eher niedrig dosierter alleiniger Behandlung ist Stillen bei guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten Kinderärztin oder Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung dürfen Sie keinen Alkohol trinken: Seine Wirkung kann durch Trimipramin verstärkt werden, und Alkohol verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit noch weiter.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Laut Fachinformation hat Trimipramin einen mäßigen bis starken Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; es kann verschwommenes Sehen verursachen und dämpfend wirken. Das gilt verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei einem Präparatewechsel und zusammen mit anderen Mitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Wenn Sie nicht mehr schnell und gezielt reagieren können, fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge, bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt.[1, 2]

Anwendung

Die Filmtabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, während oder nach den Mahlzeiten einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Um die schlafanstoßende Wirkung zu nutzen, sollte die höhere Teildosis am Abend eingenommen werden. Nicht zusammen mit schwarzem Tee, Kaffee oder Fruchtsäften einnehmen, sondern diese zeitversetzt trinken.[1, 2]

Einnahme vergessen: sofort nachholen, wenn Sie es bemerken; steht die nächste reguläre Einnahme kurz bevor, diese auslassen und wieder in den gewohnten Rhythmus kommen. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen. Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung danach noch wenigstens 6 Monate weitergeführt werden; laut Fachinformation wird nach der ersten depressiven Phase eine Erhaltungstherapie von 4 bis 9 Monaten empfohlen, bei mehreren depressiven Phasen unter Umständen eine mehrjährige Weiterführung.[1, 2]

Absetzen

Ein eigenmächtiges Verändern der Dosis oder Absetzen ohne ärztliche Kontrolle ist laut Packungsbeilage gefährlich. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, die oder der eine allmähliche Verringerung der Dosis überwachen kann. Bei abruptem Absetzen, insbesondere nach längerer Anwendung, können in den ersten Tagen Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen auftreten; laut Fachinformation auch Unwohlsein, Kopfschmerzen, Angst und erhöhte Reizbarkeit.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Sehstörungen oder ein beschleunigter Herzschlag können sich verstärken. Weitere mögliche Zeichen sind laut Fachinformation Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und Kreislaufversagen, Erregungszustände, Halluzinationen, Krampfanfälle, Koma und Atemstillstand.[1, 2]

Zu Schwangerschaft und Stillzeit weichen die Quellen voneinander ab. Die Packungsbeilage von 2021 schließt die Einnahme aus, die Fachinformation von 2022 empfiehlt Trimipramin in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, und verlangt für die Stillzeit eine Abwägung. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für Trimipramin als gering an; bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 3]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft nur bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG und die dort oder in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Psychopharmaka und Autofahren und Psychopharmaka und Alkohol. [11, 12, 13]

Einnahme und Absetzen

Die Filmtabletten nehmen Sie laut Packungsbeilage unzerkaut mit etwas Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, während oder nach den Mahlzeiten ein; was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Wie der Beginn sollte laut Fachinformation auch das Ende der Behandlung schrittweise nach ärztlicher Verordnung erfolgen, mit allmählicher Verringerung der Tagesdosis. [1, 2]

Nach dem Absetzen wurden laut Fachinformation Fälle eines Entzugssyndroms beobachtet, mit Kopfschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Angst, Ruhelosigkeit, erhöhter Reizbarkeit und Schlafstörungen; die Packungsbeilage nennt für die ersten Tage nach abruptem Absetzen auch Schweißausbrüche und Erbrechen. Die Fachinformation empfiehlt deshalb, die Dosis schrittweise zu verringern und Behandelte in dieser Zeit besonders engmaschig zu überwachen. [1, 2]

Ist bei einer Depression geplant, ein Antidepressivum am Ende der Erhaltungstherapie oder einer Rückfallvorbeugung abzusetzen, soll das laut NVL schrittweise geschehen; ausgeschlichen werden sollte es dann über mindestens 8 bis 12 Wochen, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Über mögliche Absetzbeschwerden sollen Patientinnen und Patienten laut NVL schon vor Beginn der Behandlung aufgeklärt werden. Trimipramin lag laut NVL mit Stand 2021 auch als Tropfen vor; weil sich das häufig ändert, empfiehlt die Leitlinie die Rücksprache mit der Apotheke. [4]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Packungsbeilage rät, vorher das Gespräch zu suchen. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antidepressiva wichtig ist, erklärt Antidepressiva absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Anfangsdosis und die mittlere Tagesdosis für mittelgradige Depressionen und eine höhere mittlere Tagesdosis für schwere Depressionen, dann möglichst unter stationären Bedingungen. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und passt sie an Ihre Reaktion, das Anwendungsgebiet und die Schwere der Erkrankung an. [1]

Präparate mit Trimipramin

Präparate mit Trimipramin
PräparatAnbieterHinweis
Stangylverschreibungspflichtig
Trimipramin STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 100 mg; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2021. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox: Trimipramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Trimipramin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Trimipramin verschrieben?

Trimipramin ist zugelassen zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe. Es ist verschreibungspflichtig. Schlafstörungen ohne Depression gehören nicht zu den Anwendungsgebieten.

Hilft Trimipramin beim Schlafen?

Laut Fachinformation wirkt Trimipramin beruhigend (sedierend), und diese dämpfende Wirkung setzt meist unmittelbar in den ersten Stunden ein. Um die schlafanstoßende Wirkung zu nutzen, sollte laut Packungsbeilage die höhere Teildosis abends eingenommen werden. Zugelassen ist Trimipramin aber nur bei Depressionen mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe; bei Schlafproblemen ohne Depression sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ab wann wirkt Trimipramin?

Beruhigend wirkt Trimipramin laut Fachinformation meist schon in den ersten Stunden. Die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten; die mittlere Dauer bis zur Rückbildung der Beschwerden beträgt laut Packungsbeilage im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen. Bei einer Depression soll laut NVL ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Beschwerden im Sinne der vereinbarten Ziele bessern.

Nimmt man mit Trimipramin zu?

Die Packungsbeilage von 2021 nennt eine Gewichtszunahme sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, vor allem zu Beginn der Behandlung. Die Fachinformation von 2022 gibt dafür wie für alle Nebenwirkungen die Häufigkeit "nicht bekannt" an. Bei einer Depression nennt die NVL für trizyklische Antidepressiva Kontrollen des Körpergewichts vor Beginn und im Verlauf; sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.

Darf ich mit Trimipramin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage dürfen Sie während der Behandlung keinen Alkohol trinken; die Wirkung von Alkohol kann durch Trimipramin verstärkt werden. Alkohol verschlechtert außerdem die Verkehrstüchtigkeit noch weiter. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Trimipramin nicht eingenommen werden.

Gibt es Trimipramin als Tropfen?

Laut NVL Unipolare Depression lag Trimipramin mit Stand 2021 auch in Tropfenform vor. Welche Antidepressiva als Tropfen erhältlich sind, ändert sich laut Leitlinie häufig; sie empfiehlt deshalb die Rücksprache mit der Apotheke. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Filmtabletten mit 100 mg Trimipramin.

Wie setze ich Trimipramin ab?

Nicht eigenmächtig: Ein Absetzen ohne ärztliche Kontrolle ist laut Packungsbeilage gefährlich, suchen Sie vorher das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Behandlung ist laut Packungsbeilage durch langsame Verringerung der Dosis zu beenden. Nach abruptem Absetzen, besonders nach längerer Anwendung, können in den ersten Tagen Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen auftreten.

Wie hoch ist die Dosis von Trimipramin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach Ihrer Reaktion auf das Mittel, dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung. Was die Packungsbeilage für mittelgradige und schwere Depressionen nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Imipramin

    Imipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum.

  • Medikamente Clomipramin

    Clomipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum.

  • Medikamente Bupropion

    Bupropion ist ein Antidepressivum, das auf Noradrenalin und Dopamin wirkt.

  • Behandlung Kontrollen und Blutwerte

    Viele Psychopharmaka brauchen regelmäßige Kontrollen.