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Absetzsymptome bei Psychopharmaka

Absetzsymptome sind Beschwerden, die beim Verringern oder Beenden eines Psychopharmakons auftreten können, etwa Schwindel, Schlafstörungen, Übelkeit, Reizbarkeit oder stromschlagähnliche Missempfindungen. Bei Antidepressiva sind sie laut Nationaler VersorgungsLeitlinie überwiegend mild und bilden sich je nach Wirkstoff innerhalb von 2 bis 6 Wochen zurück; nach längerer Einnahme von Benzodiazepinen können Entzugserscheinungen auch schwer verlaufen. Setzen Sie nichts auf eigene Faust ab: Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Frau Mitte vierzig sitzt in eine weiche Decke gehüllt auf einem Sofa in einem hellen Wohnzimmer und hält eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Mit Absetzsymptomen sind Beschwerden gemeint, die auftreten, wenn ein Medikament verringert oder beendet wird. Die Fach- und Gebrauchsinformationen nennen sie unterschiedlich: Absetzsymptome, Absetzerscheinungen, Absetzreaktionen oder Absetzphänomene, bei Benzodiazepinen, Z-Substanzen und Pregabalin auch Entzugserscheinungen oder Entzugssymptome [4, 6, 8, 14, 15, 16]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression spricht von einem Absetzsyndrom. Beim Absetzen von Antidepressiva kann es laut NVL zu unerwünschten Effekten kommen, insbesondere wenn es zu schnell erfolgt [1].

Bei Antidepressiva stehen Absetzsymptome laut NVL in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Absetzen, sind vorübergehend und bessern sich rasch, wenn das Medikament wieder eingenommen wird [1]. Wie oft eine Nebenwirkung vorkommt, geben die Packungsbeilagen in festen Klassen an, zum Beispiel "sehr häufig" (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen) und "häufig" (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen) [7]. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. Wie ein Absetzen geplant wird, steht unter Psychopharmaka absetzen; Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Bei welchen Psychopharmaka Absetzsymptome auftreten können

Antidepressiva

Ein Risiko für Absetzsyndrome besteht laut NVL für viele Antidepressiva. Nach den Merkmalen der NVL sind die Beschwerden unspezifisch und überwiegend mild, zum Beispiel grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerz, Schlafstörungen und Albträume, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Benommenheit, stromschlagähnliche Missempfindungen sowie Angst, innere Unruhe (Agitation) und Reizbarkeit [1]. Mit Absetzsymptomen ist bei Antidepressiva laut NVL erst nach einer Behandlung von mindestens acht Wochen zu rechnen [1].

Bei den SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) Sertralin und Paroxetin und bei den SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) Venlafaxin und Duloxetin beschreiben die Fachinformationen Absetzsymptome als häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen [4, 5, 6, 8]. Die Fachinformation von Venlafaxin hält fest, dass Absetzreaktionen bei Antidepressiva bekannt sind und ihre Auswirkungen langwierig und schwerwiegend sein können [6]. Die Fachinformation von Duloxetin nennt unter anderem Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag, insbesondere im Kopf; die von Paroxetin spricht von einem Stromschlaggefühl und nennt außerdem Ohrgeräusche (Tinnitus), Verwirrtheit, Schwitzen, Herzklopfen, Gefühlsschwankungen und Sehstörungen [5, 8].

Das Risiko unterscheidet sich je nach Wirkstoff. Zusammenfassend erwartet die NVL ein erhöhtes Risiko für Absetzsyndrome bei MAO-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva, Venlafaxin und Paroxetin; die Aussagesicherheit ist dabei laut NVL sehr unterschiedlich [1]. Die Einteilung ist keine Empfehlung für oder gegen ein Mittel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Mirtazapin kann ein plötzliches Absetzen nach längerer Behandlung laut Fachinformation manchmal zu Absetzsymptomen führen; berichtet wurden am häufigsten Schwindel, Agitiertheit, Angst, Kopfschmerzen und Übelkeit, die meisten waren leicht und gingen von selbst vorüber [10]. Bei Amitriptylin kann ein plötzliches Absetzen nach längerer Behandlung laut Fachinformation Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlafstörungen und Reizbarkeit hervorrufen [11]. Mehr zu den einzelnen Wirkstoffen und zum Ablauf steht unter Antidepressiva absetzen.

Antipsychotika

Bei Antipsychotika scheinen sich Reduktions- und Absetzsyndrome laut S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, 2026) am häufigsten in vegetativen und psychischen Beschwerden zu zeigen [3]. Die Leitlinie nennt unter anderem Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Schwitzen, Schwindel, Herzrasen, Zittern, grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerz, außerdem Angst, Unruhe, Depression und Reizbarkeit, unwillkürliche Bewegungen (Absetzdyskinesien) und psychotische Beschwerden [3]. Bei Quetiapin gehören Absetzsymptome beim Beenden der Behandlung laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen; nach abruptem Absetzen wurden unter anderem Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit beschrieben [12]. Nach plötzlichem Absetzen von Clozapin wurden laut Fachinformation akute Absetzerscheinungen berichtet. Muss Clozapin abrupt abgesetzt werden, wird sorgfältig überwacht, ob die Psychose zurückkehrt und ob Zeichen eines sogenannten cholinergen Rebounds auftreten, etwa vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [13]. Mehr unter Antipsychotika absetzen.

Benzodiazepine und Z-Substanzen

Werden Benzodiazepine nach längerer regelmäßiger Einnahme, ab etwa sechs Wochen, abrupt abgesetzt, treten laut S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen bei einem beträchtlichen Teil der Betroffenen verschiedenartige Beschwerden leichter Natur auf; nur ein kleiner Teil ist von schweren Symptomen betroffen [2]. Die Leitlinie (Version 1.1 von 2021, laut eigener Angabe spätestens bis Ende Juli 2025 gültig und damit abgelaufen) unterscheidet drei Erscheinungen [2]:

  • Absetzphänomene oder Rebound: eine Gegenreaktion des Körpers, mit der er sein Gleichgewicht neu einstellt, zum Beispiel mit Unruhe, Schlaflosigkeit oder Ängstlichkeit;
  • Rückfall: Die Beschwerden, wegen derer das Mittel genommen wurde, kehren zurück, etwa Angst oder Schlafstörungen;
  • Entzugssymptome im eigentlichen Sinn, die eine erhebliche Eigendynamik entfalten und sich zu schweren und bedrohlichen Zuständen entwickeln können, zum Beispiel mit Krampfanfällen, schwerer Depression, einem Delir oder Psychosen.

Bei Lorazepam können laut Fachinformation schon nach wenigen Tagen täglicher Einnahme nach dem Absetzen Entzugssymptome wie Schlafstörungen und vermehrtes Träumen auftreten, besonders wenn plötzlich abgesetzt wird. Plötzliches Absetzen oder eine schnelle Dosisverringerung nach Langzeitanwendung kann Entzugssymptome auslösen, die lebensbedrohlich sein können; sie reichen von leichter Verstimmung (Dysphorie) und Schlaflosigkeit bis zu einem schweren Zustand mit Bauch- und Muskelkrämpfen, Erbrechen, Schwitzen, Zittern und Krampfanfällen [14]. Für das Schlafmittel Zopiclon aus der Gruppe der Z-Substanzen beschreibt die Fachinformation, dass auch nach einer kürzeren Behandlung beim plötzlichen Beenden die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt wiederkehren können (Rebound); als Begleitreaktionen sind Stimmungswechsel, Angst und Unruhe möglich [15]. Mehr unter Benzodiazepine absetzen.

Weitere Mittel

Nach dem Absetzen einer Kurz- oder Langzeitbehandlung mit Pregabalin wurden laut Fachinformation Entzugssymptome beobachtet, unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Grippesymptome, Nervosität, Depressionen, Schmerzen, Krampfanfälle, starkes Schwitzen und Benommenheit [16]. Zu Absetzsymptomen nach einer Behandlung mit Lithium fand eine Übersichtsarbeit laut NVL nur wenige Belege; sie bestätigen grundsätzlich eher milde, von selbst abklingende Beschwerden wie Reizbarkeit, Unruhe, Schwindel und Benommenheit [1]. Ein geplantes Absetzen von Lithium empfiehlt die Fachinformation eines Lithium-Präparats schrittweise über mindestens 2 Wochen, um ein erneutes Auftreten der Grunderkrankung möglichst zu vermeiden [17].

Nach dem Absetzen des ADHS-Mittels Guanfacin kann es laut Produktinformation zu einem Anstieg von Blutdruck und Puls kommen; bei abruptem Absetzen wurde sehr selten eine hypertensive Enzephalopathie beschrieben. Die Packungsbeilage nennt dafür als mögliche Anzeichen Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern [18]. Beim Absetzen von Methylphenidat ist laut Fachinformation eine sorgfältige Überwachung erforderlich, da Depressionen oder eine chronische Überaktivität zum Vorschein kommen können [19].

Bei Levomethadon, das in der Substitutionsbehandlung einer Opioidabhängigkeit eingesetzt wird, sind laut Fachinformation nach abruptem Absetzen schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten [21]. Auch Buprenorphin als Sublingualtablette kann laut Packungsbeilage Entzugssymptome hervorrufen, wenn es plötzlich abgesetzt wird; ohne Zustimmung der Ärztin oder des Arztes darf die Behandlung nicht geändert oder abgebrochen werden [20]. Mehr dazu unter Substitutionsmittel.

Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation Absetz- oder Entzugserscheinungen in der Liste der Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit nennt. Bei Buprenorphin bezieht sich die Angabe in der Tabelle auf das Schmerzpflaster. Die Fachinformationen von Mirtazapin und Amitriptylin etwa beschreiben Absetzsymptome bei den Warnhinweisen und nicht in der Liste der Nebenwirkungen [10, 11]. Fehlt ein Mittel in der Tabelle, heißt das also nicht, dass beim Absetzen keine Beschwerden möglich sind. Die Tabelle ist keine Rangliste; was für Ihr Präparat gilt, steht in seiner Packungsbeilage und auf der jeweiligen Wirkstoffseite.

Absetzsymptome als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
QuetiapinSehr häufigAbsetzsymptome: Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Gereiztheit
ClomipraminHäufigBeim plötzlichen Absetzen der Behandlung oder bei Dosisverringerung: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität und Angstgefühl
DikaliumclorazepatHäufigAbsetzerscheinungen (Rebound-Phänomene) oder Entzugssymptome beim Beenden der Behandlung
DuloxetinHäufigBeim Beenden der Behandlung, vor allem bei plötzlichem Absetzen: Absetzphänomene, am häufigsten Schwindel, Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag (vor allem im Kopf),…
ParoxetinHäufigBeim Absetzen: Schwindelgefühl, Wackeligkeit und Gleichgewichtsstörungen; nadelstichartiges Kribbeln, Brennen und (weniger häufig) ein Stromschlaggefühl, auch im Kopf; Ohrgeräusche (Tinnitus); Schlafstörungen (lebhafte…
SertralinHäufigBeim Beenden der Behandlung, vor allem bei plötzlichem Absetzen: Absetzsymptome, am häufigsten Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen wie Kribbeln (Parästhesien), Schlafstörungen (auch Schlaflosigkeit und intensive…
VenlafaxinHäufigBeim Beenden der Behandlung, vor allem bei plötzlichem Absetzen: Absetzreaktionen, am häufigsten Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen wie Kribbeln (Parästhesien), Schlafstörungen (auch Schlaflosigkeit und intensive…
DesvenlafaxinGelegentlichAbsetzsyndrom
BuprenorphinSeltenEntzugserscheinungen (Pflaster)
NitrazepamSeltenWiederauftreten der Schlaflosigkeit (Rebound-Effekt)
OlanzapinSeltenAbsetzerscheinungen nach plötzlichem Absetzen wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen
OpipramolSeltenUnruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen, vor allem bei plötzlichem Absetzen einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung · Magenbeschwerden; Übelkeit und Erbrechen, vor allem bei plötzlichem Absetzen einer…
PaliperidonSeltenSymptome eines Arzneimittelentzugs
RisperidonSeltenSymptome eines Arzneimittelentzugs
GuanfacinSehr seltenHoher Blutdruck bei abruptem Absetzen als schwerwiegende Absetzreaktion; mögliche Zeichen sind Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive Enzephalopathie)
ZolpidemSehr seltenEntzugserscheinungen bei plötzlichem Beenden, wenn sich eine Abhängigkeit entwickelt hat
ClozapinNicht bekanntNach plötzlichem Absetzen: starkes Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (cholinerges Syndrom)
FlurazepamNicht bekanntÜberschießende Gegenreaktion bei abruptem Absetzen (Rebound-Effekt)
TemazepamNicht bekanntEntzugserscheinungen oder verstärkte Wiederkehr der ursprünglichen Beschwerden (Rebound) nach dem Absetzen
TrazodonNicht bekanntEntzugserscheinungen
TriazolamNicht bekanntArzneimittelentzugssyndrom
TrimipraminNicht bekanntAbsetzerscheinungen wie Unwohlsein, Kopfschmerzen, Angst, Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen bei plötzlichem Abbruch einer längerfristigen hochdosierten Behandlung
ZopiclonNicht bekanntBeim Beenden der Behandlung können Entzugs- und Absetzerscheinungen (Rebound-Phänomene) auftreten

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (23 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum Absetzsymptome entstehen

Bei Benzodiazepinen versteht die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen die leichteren Absetzphänomene als Gegenreaktion des Körpers, mit der er sein Gleichgewicht neu einstellt [2]. Für Antipsychotika gelten laut S3-Leitlinie Schizophrenie, vor allem nach Tierversuchen, eine veränderte Empfindlichkeit der Andockstellen (Rezeptoren), an denen die Mittel wirken, und die Gefahr eines Rebounds als klinisch bedeutsam. Eine über mehr als ein Jahr anhaltende erhöhte Empfindlichkeit, die einige Autoren auf Grundlage von Tierversuchen diskutieren, ließ sich in klinischen Studien laut Leitlinie bislang nicht belegen [3].

Die Gefahr von Absetzsymptomen kann laut den Fachinformationen von Sertralin, Paroxetin und Venlafaxin unter anderem von der Dauer der Behandlung, der Dosis und der Geschwindigkeit der Dosisverringerung abhängen [4, 5, 6]. Bei Lorazepam steigt die Gefahr von Entzugssymptomen mit der Einnahmedauer und der Dosis [14]. Nach dem Absetzen einer Langzeitbehandlung mit Pregabalin deuten die Daten laut Fachinformation darauf hin, dass Auftreten und Schwere der Entzugssymptome von der Dosis abhängen können [16].

Eine Rolle spielt auch, wie lange ein Wirkstoff im Körper bleibt. Bei Antidepressiva treten Absetzsymptome laut NVL meist nach 36 bis 96 Stunden beziehungsweise nach etwa 3 bis 5 Halbwertszeiten auf [1]. Bei Fluoxetin und seinem wirksamen Abbauprodukt Norfluoxetin betragen die Halbwertszeiten laut Fachinformation 4 bis 6 und 4 bis 16 Tage, sodass noch 5 bis 6 Wochen nach dem Absetzen wirksame Substanz im Körper ist [9]. Laut NVL verursacht Fluoxetin wegen seiner sehr langen Wirkdauer kaum Absetzsymptome [1]; die Fachinformation sieht trotzdem vor, die Dosis beim Beenden über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise zu verringern [9]. Was die Halbwertszeit bedeutet, erklärt die Seite Halbwertszeit.

Absetzsymptome und Abhängigkeit

Ob Beschwerden beim Absetzen auf eine Abhängigkeit hinweisen, hängt vom Mittel ab. Die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen gibt die Kriterien der Klassifikation ICD-10 wieder. Dazu gehören ein starker Wunsch oder Zwang, das Mittel einzunehmen, eine verminderte Kontrolle über Beginn, Ende und Menge der Einnahme, ein körperliches Entzugssyndrom, eine Toleranz, bei der für dieselbe Wirkung immer höhere Dosen nötig sind, das Vernachlässigen anderer Interessen und die fortgesetzte Einnahme trotz schädlicher Folgen. Für eine Abhängigkeit müssen nach ICD-10 drei dieser Kriterien innerhalb eines Jahres wiederholt oder während eines Monats erfüllt sein [2].

Bei Antidepressiva liegt eine Abhängigkeit im Sinne der Definition laut NVL formell nicht vor, da nur zwei Kriterien erfüllt sind: die Toleranzentwicklung und die Entzugssymptome [1]. Die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen nennt Antidepressiva als Beispiel für psychotrope Substanzen ohne Abhängigkeitspotenzial [2]. Laut Fachinformation von Paroxetin sind dessen Absetzsymptome nicht damit gleichzusetzen, dass das Mittel süchtig macht oder zur Abhängigkeit führt [5]; auch die Fachinformation von Mirtazapin hält fest, dass Mirtazapin nicht zu einer Abhängigkeit führt [10].

Anders bei Benzodiazepinen: Lorazepam hat laut Fachinformation ein primäres Abhängigkeitspotenzial. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit, auch im therapeutischen Dosisbereich [14]. Bei Pregabalin kann das Auftreten von Entzugssymptomen nach dem Absetzen laut Fachinformation auf eine Arzneimittelabhängigkeit hinweisen; Behandelte sollten auf Zeichen wie Toleranzentwicklung, Dosissteigerung und wirkstoffsuchendes Verhalten überwacht werden [16]. Mehr dazu unter Abhängigkeit.

Absetzsymptome oder Rückfall?

Rebound-Phänomene und teilweise auch Absetzsyndrome sind laut NVL nur schwer von einem Rückfall der Grunderkrankung abzugrenzen [1]. Als Rebound beschreibt die NVL unter anderem, dass die Depression stärker als zuvor, mit zusätzlichen Beschwerden wie Ängsten, Panikattacken oder Schlafstörungen oder schneller zurückkehrt [1]. Bei Benzodiazepinen sind die leichteren Absetzbeschwerden laut S3-Leitlinie unspezifisch und von den ursprünglichen Beschwerden oft schwer zu unterscheiden [2]. Psychotische Beschwerden nach dem Verringern eines Antipsychotikums lassen sich laut S3-Leitlinie Schizophrenie nicht immer von der ursprünglichen Erkrankung unterscheiden [3]. Auch die Fachinformation von Mirtazapin weist darauf hin, dass gemeldete Absetzsymptome mit der Grunderkrankung zusammenhängen könnten [10].

Kennzeichnend für Absetzsymptome bei Antidepressiva sind laut NVL ein enger zeitlicher Zusammenhang mit dem Absetzen, ein vorübergehender Verlauf und eine rasche Besserung, wenn das Medikament wieder eingenommen wird [1]. Vor dem Verringern eines Antipsychotikums hält die S3-Leitlinie Schizophrenie eine Liste von Frühwarnzeichen für hilfreich [3]. Notieren Sie, wann die Dosis geändert wurde und welche Beschwerden wann auftreten, zum Beispiel im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch. Was hinter Ihren Beschwerden steckt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wann Absetzsymptome beginnen und wie lange sie dauern

Bei Antidepressiva beginnen Absetzsymptome laut NVL meist 36 bis 96 Stunden beziehungsweise etwa 3 bis 5 Halbwertszeiten nach dem Absetzen und bilden sich je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück [1]. Laut den Fachinformationen von Sertralin, Venlafaxin und Fluoxetin treten sie normalerweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen auf und klingen im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab; bei einigen Menschen halten sie 2 bis 3 Monate oder länger an [4, 6, 9]. In sehr seltenen Fällen traten sie bei Sertralin und Venlafaxin schon nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis auf [4, 6]. Absetzsymptome können laut NVL auch erst nach der vollständigen Beendigung der Einnahme auftreten [1].

Bei Quetiapin hatte die Häufigkeit der Absetzsymptome in Studien eine Woche nach dem Ende der Behandlung signifikant nachgelassen [12]. Bei Antipsychotika können Absetzsymptome laut S3-Leitlinie Schizophrenie in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Dosisverringerung oder einem schnellen Absetzen auftreten. Absetzdyskinesien treten häufig in den ersten Wochen nach dem Absetzen auf und können Monate anhalten; psychotische Beschwerden entstehen meist innerhalb von Tagen bis ungefähr sechs Wochen nach der Verringerung und bessern sich oft erst nach Wochen [3]. Nach dem Ende einer Benzodiazepin-Einnahme können laut S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen je nach Wirkstoff, Dosis, Lebensalter und Leberfunktion noch mehrere Tage bis einige Wochen relevante Wirkstoffmengen im Körper vorhanden sein und lang anhaltende (protrahierte) Entzugssymptome auftreten [2].

Was Sie tun können

Paar Anfang sechzig geht an einem milden Frühlingsmorgen langsam einen ruhigen Feldweg entlang und unterhält sich
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Sprechen Sie das Absetzen in der Praxis an, bevor Sie etwas verändern, und ändern Sie die Dosis nicht selbst. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Packungsbeilage von Venlafaxin bittet, die Behandlung nicht abzubrechen und die Dosis nicht zu verringern, ohne Rücksprache gehalten zu haben, selbst wenn Sie sich besser fühlen [7]. Schon bevor ein Antidepressivum verordnet wird, sollen Sie laut NVL über mögliche Absetzsymptome und eine Rebound-Depression aufgeklärt werden ("soll") [1]. Die Fachinformation von Zopiclon hält es für wichtig, dass Behandelte um mögliche Rebound-Erscheinungen wissen, wodurch die Angst vor solchen Beschwerden verringert werden kann [15].

Während des Ausschleichens eines Antidepressivums sollen Sie laut NVL engmaschig auf Absetzsymptome und eine zurückkehrende Depression untersucht werden, und Absetzsymptome sollen aktiv erfragt werden ("soll") [1]. Treten dabei Absetzsymptome auf, sieht die NVL vor, dass die Ärztin oder der Arzt wieder auf die vorherige Dosis erhöht und danach langsamer ausschleicht ("soll"); das legt die Praxis mit Ihnen fest [1]. Beim Beenden einer Benzodiazepin-Einnahme soll laut S3-Leitlinie das Ausschleichen zusammen mit einer geeigneten psychosozialen Maßnahme angeboten werden ("soll") [2]. Bei belastenden Beschwerden bittet die Packungsbeilage von Venlafaxin, die Ärztin oder den Arzt um weiteren Rat zu fragen [7].

Fragen Sie in der Praxis, wie lange das Absetzen dauern soll, wann Kontrolltermine stattfinden, welche Beschwerden möglich sind und an wen Sie sich wenden, wenn es Ihnen schlechter geht; dabei helfen die Fragen fürs Arztgespräch. Was bei einer vergessenen Einnahme zu tun ist, steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Achten Sie in der Zeit des Absetzens auch auf Ihre Stimmung. Laut Fachinformation von Venlafaxin wurden Suizidgedanken und Aggressionen während Änderungen der Dosierung beobachtet, auch während des Absetzens; Behandelte sollten dann engmaschig überwacht werden [6]. Die Packungsbeilage nennt Suizidgedanken ausdrücklich unter den möglichen Beschwerden beim Beenden [7]. Bei Fluoxetin und Amitriptylin wurde laut Fachinformation über Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auch kurz nach dem Ende der Behandlung berichtet [9, 11]. Bei Pregabalin gehören Depressionen und suizidale Gedanken zu den nach dem Absetzen beobachteten Entzugssymptomen [16]. Unter den schwereren akuten Entzugserscheinungen nach plötzlichem Absetzen oder schneller Dosisverringerung von Lorazepam nach Langzeitanwendung, einschließlich lebensbedrohlicher Reaktionen, nennt die Fachinformation ein Delirium tremens, Depression, Halluzinationen, Manie, Psychose, Krampfanfälle und Suizidalität [14].

Auch körperliche Notfälle sind beim Absetzen möglich. Krampfanfälle können laut Fachinformation von Lorazepam häufiger bei Menschen auftreten, die bereits ein Anfallsleiden haben oder andere Arzneimittel nehmen, die die Krampfschwelle senken, zum Beispiel Antidepressiva [14]; bei Pregabalin können sie laut Fachinformation auch kurz nach dem Absetzen auftreten [16]. Bei Guanfacin müssen Blutdruck und Puls beim Verringern der Dosis und beim Absetzen laut Produktinformation überwacht werden; bei den genannten Anzeichen eines hohen Blutdrucks bittet die Packungsbeilage, sich sofort an die Ärztin oder den Arzt zu wenden [18].

Quellen

  1. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 4.4.8 (Absetzen von Antidepressiva). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinie S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.1 (AWMF-Register-Nr. 038-025). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Version 1.1, Stand 14.01.2021 (gültig bis Ende Juli 2025). abgerufen am 23.10.2026
  3. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009), Kapitel 9.5 (Dosierung, Behandlungsfrequenz und Absetzen). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Paroxetin STADA 20 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Fluoxetin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Mirtazapin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  12. Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  15. Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 23.10.2026
  16. Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  17. Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  18. EMA-Produktinformation Intuniv (Guanfacin, EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, und Anhang III B: Packungsbeilage Intuniv Retardtabletten. Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026 (zuletzt aktualisiert 13.10.2026). abgerufen am 23.10.2026
  19. Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 23.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Buprenorphin-neuraxpharm 0,4 mg, 2 mg und 8 mg Sublingualtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  21. Fachinformation Levomethadon-neuraxpharm 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauern Absetzsymptome?

Bei Antidepressiva bilden sie sich laut NVL je nach Halbwertszeit des Wirkstoffs innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück. Laut den Fachinformationen von Sertralin, Venlafaxin und Fluoxetin klingen sie im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab, bei einigen Menschen halten sie 2 bis 3 Monate oder länger an. Bei Antipsychotika können unwillkürliche Bewegungen laut S3-Leitlinie Schizophrenie Monate anhalten. Wenn Beschwerden Sie stark belasten oder nicht nachlassen, melden Sie sich in der Praxis.

Was sind Stromschläge im Kopf beim Absetzen?

Stromschlagähnliche Missempfindungen, auch "Brain Zaps" genannt, zählt die NVL zu den typischen Absetzsymptomen bei Antidepressiva. Die Fachinformation von Duloxetin beschreibt sie als Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag, insbesondere im Kopf; die von Paroxetin spricht von einem Stromschlaggefühl. Wenn sie Sie stark beeinträchtigen oder nicht nachlassen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Sind Absetzsymptome gefährlich?

Bei Antidepressiva sind sie laut NVL überwiegend mild; laut den Fachinformationen von SSRI und SNRI können sie bei einigen Menschen aber schwer ausgeprägt sein. Nach plötzlichem Absetzen oder schneller Dosisverringerung von Lorazepam nach Langzeitanwendung können Entzugssymptome laut Fachinformation lebensbedrohlich sein. Bei einem Krampfanfall, starker Verwirrtheit, Halluzinationen oder Gedanken, sich das Leben zu nehmen, rufen Sie den Notruf 112.

Bin ich abhängig, wenn ich Absetzsymptome habe?

Das hängt vom Mittel ab. Bei Antidepressiva liegt laut NVL formell keine Abhängigkeit vor, da von den Kriterien nur Toleranzentwicklung und Entzugssymptome erfüllt sind; laut Fachinformation von Paroxetin sind dessen Absetzsymptome nicht damit gleichzusetzen, dass das Mittel abhängig macht. Lorazepam hat laut Fachinformation dagegen ein primäres Abhängigkeitspotenzial, und bei Pregabalin können Entzugssymptome auf eine Abhängigkeit hinweisen. Sprechen Sie Ihre Sorge in der Praxis an.

Woran erkenne ich, ob es Absetzsymptome oder ein Rückfall ist?

Das ist laut NVL oft schwer zu unterscheiden. Kennzeichnend für Absetzsymptome bei Antidepressiva sind laut NVL ein enger zeitlicher Zusammenhang mit dem Absetzen, ein vorübergehender Verlauf und eine rasche Besserung, wenn das Medikament wieder eingenommen wird. Notieren Sie Ihre Beschwerden und besprechen Sie sie in der Praxis; beurteilen kann das nur die Ärztin oder der Arzt.

Können Absetzsymptome schon nach einer vergessenen Tablette auftreten?

Das ist selten, aber möglich. Laut den Fachinformationen von Sertralin und Venlafaxin wurde in sehr seltenen Fällen über Absetzsymptome nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis berichtet. Was Sie bei einer vergessenen Einnahme tun sollen, steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats; die von Venlafaxin etwa rät, nicht die doppelte Menge einzunehmen.

Was hilft gegen Absetzsymptome?

Melden Sie sich in der Praxis, statt die Dosis selbst zu ändern. Treten beim Ausschleichen eines Antidepressivums Absetzsymptome auf, sieht die NVL vor, dass die Ärztin oder der Arzt wieder auf die vorherige Dosis erhöht und danach langsamer ausschleicht. Beim Absetzen von Benzodiazepinen soll laut S3-Leitlinie das Ausschleichen zusammen mit einer geeigneten psychosozialen Maßnahme angeboten werden. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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