MedikamenteWirkstoff

Lorazepam

Lorazepam ist ein verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Zugelassen ist es für die Kurzzeitbehandlung schwerer Angst-, Spannungs- und Erregungszustände und dadurch ausgelöster Schlafstörungen sowie zur Beruhigung vor Untersuchungen und vor und nach Operationen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Tavor. Weil schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen eine Abhängigkeit entstehen kann, wird Lorazepam in der niedrigsten wirksamen Dosis so kurz wie möglich verordnet und schrittweise in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt beendet.

Frau Anfang fünfzig sitzt am Nachmittag in einem hellen Wohnzimmer aufrecht in einem Sessel und hält eine Tasse Tee in beiden Händen
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Wofür wird Lorazepam eingesetzt?

Lorazepam ist für die symptomatische Kurzzeitbehandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen zugelassen, wenn diese Zustände schwer sind, die Betroffenen beeinträchtigen oder sie unzumutbar belasten. Das gilt auch für Schlafstörungen, die durch solche Zustände ausgelöst werden. Das zweite Anwendungsgebiet ist die Beruhigung (Sedierung) vor Untersuchungen sowie vor und nach Operationen. Mehr zu den Erkrankungen unter Angststörungen und Schlafstörungen, zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1, 2]

Nicht alle Angst-, Spannungs- und Erregungszustände oder Schlafstörungen müssen laut Packungsbeilage mit Arzneimitteln behandelt werden. Oft sind sie Ausdruck einer körperlichen oder seelischen Erkrankung und lassen sich durch andere Maßnahmen oder durch die Behandlung der Grunderkrankung beheben. Angst und Anspannung durch gewöhnlichen Alltagsstress sollten normalerweise nicht mit Lorazepam behandelt werden. Als Schlafmittel ist Lorazepam nur gerechtfertigt, wenn die Wirkungen eines Benzodiazepins gleichzeitig auch am Tag erwünscht sind. [1, 2]

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten laut Packungsbeilage nicht mit Lorazepam behandelt werden, außer eine Beruhigung vor Operationen oder Untersuchungen ist dringend erforderlich; Sicherheit und Wirksamkeit sind in dieser Altersgruppe laut Fachinformation nicht erwiesen. Bei Kindern unter 6 Jahren sollte Lorazepam nicht angewendet werden. Die Angaben auf dieser Seite gelten für Tabletten zum Einnehmen. [1, 2]

Wie die S3-Leitlinie Benzodiazepine bei Angststörungen einordnet, beschreibt die Seite Angststörungen.

Wie wirkt Lorazepam?

Lorazepam gehört zu den Benzodiazepinen und ist laut Packungsbeilage ein beruhigendes und angstlösendes Arzneimittel, ein sogenannter Tranquilizer. Im Gehirn bindet es an Bindungsstellen, die eng mit den Andockstellen (Rezeptoren) des Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA) zusammenhängen. GABA ist ein hemmender Botenstoff, und Lorazepam verstärkt seine hemmende Wirkung. So dämpft es Angst, Anspannung und Erregung, wirkt beruhigend und schlaffördernd, senkt die Muskelspannung und wirkt gegen Krampfanfälle. Weitere Mittel dieser Art zeigt die Seite Beruhigungsmittel. [1, 2]

Nach der Einnahme wird Lorazepam laut Fachinformation rasch und nahezu vollständig aufgenommen; die höchsten Spiegel im Blut wurden nach 1 bis 2,5 Stunden gemessen. Lorazepam zählt zu den Benzodiazepinen mit mittellanger Halbwertszeit: Für die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, nennen verschiedene Studien 12 bis 16 Stunden. Bei täglicher Einnahme stellte sich nach 2 bis 3 Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein, mit sehr großen Unterschieden zwischen einzelnen Menschen. Der Wirkstoff wird fast vollständig in ein Abbauprodukt (Glukuronid) umgewandelt, das im Tierversuch kaum wirksam war, und überwiegend mit dem Urin ausgeschieden. Schwere Störungen der Leberfunktion können die Halbwertszeit verlängern. [2]

Wie sich Lorazepam von verwandten Mitteln unterscheidet, zeigen die Vergleiche Lorazepam oder Diazepam und Lorazepam oder Alprazolam.

Wann wirkt Lorazepam und wie lange wird behandelt?

Einen Zeitpunkt, ab dem die Wirkung einsetzt, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Dosis und Dauer der Behandlung müssen laut Fachinformation an die Beschwerden und die Grunderkrankung angepasst werden, und grundsätzlich wird die Dauer so kurz wie möglich gehalten. Eine Langzeitanwendung von Lorazepam wird nicht empfohlen; fortgesetzt werden sollte die Behandlung nur bei zwingendem Grund und nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [2]

  1. BeginnZu Beginn kontrolliert die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation, wie Sie auf das Mittel reagieren, um eine relative Überdosierung früh zu erkennen, besonders bei Kindern, älteren Menschen und Menschen in geschwächtem Allgemeinzustand; ältere oder geschwächte Menschen beginnen mit einer geringeren Dosis. Wie lange Sie Lorazepam einnehmen, sollten Sie laut Packungsbeilage schon vor Beginn der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vereinbaren. Nebenwirkungen sind vor allem zu Beginn zu erwarten und können im weiteren Verlauf von selbst oder nach einer Verringerung der Dosis wieder abklingen.[1, 2]
  2. Erste WirkungWird Lorazepam als Schlafmittel auf vollen Magen eingenommen, setzt die Wirkung laut Fachinformation verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nachwirkungen zu rechnen. Gegenüber der beruhigenden Wirkung kann sich eine Toleranz entwickeln.[1, 2]
  3. ErhaltungBei akuten Beschwerden ist die Anwendung laut Fachinformation auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt. Bei chronischen Beschwerden klärt die Ärztin oder der Arzt nach 2 Wochen täglicher Einnahme durch schrittweise Verringerung der Dosis, ob die Behandlung weiter nötig ist. Benzodiazepine sollten grundsätzlich nur für kurze Zeit verordnet werden (zum Beispiel höchstens 4 Wochen); eine Langzeitanwendung wird nicht empfohlen. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, auch in üblicher Dosis.[1, 2]
  4. AbsetzenNach einer Anwendung über mehr als 1 Woche wird die Behandlung laut Fachinformation schrittweise beendet, weil Schlafstörungen, Angst- und Spannungszustände, innere Unruhe und Erregung nach plötzlichem Absetzen vorübergehend verstärkt zurückkehren können. Nach abruptem Absetzen oder schneller Verringerung der Dosis können Entzugserscheinungen auftreten, manche davon lebensbedrohlich. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Gewöhnung und Abhängigkeit

Laut Fachinformation gibt es Hinweise darauf, dass sich gegenüber der beruhigenden Wirkung von Benzodiazepinen eine Gewöhnung (Toleranz) entwickelt; die Packungsbeilage beschreibt, dass Sie nach Langzeitanwendung eine Verringerung der Wirksamkeit feststellen können. Lorazepam hat laut Fachinformation ein primäres Abhängigkeitspotenzial. Schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit, und zwar auch im üblichen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit der Dauer der Einnahme und der Dosis und ist höher bei Menschen, die früher Alkohol oder Arzneimittel missbraucht haben, und bei schweren Persönlichkeitsstörungen. Grundsätzlich sollten Benzodiazepine nur für kurze Zeiträume verordnet werden, zum Beispiel höchstens 4 Wochen. [1, 2]

Die Packungsbeilage nennt Situationen, über die Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren müssen: wenn Sie illegale Drogen konsumiert haben oder konsumieren, wenn Sie regelmäßig Alkohol trinken oder früher häufig größere Mengen getrunken haben, wenn Sie früher das Verlangen hatten oder heute haben, große Mengen an Arzneimitteln einzunehmen, und wenn Sie eine Persönlichkeitsstörung haben. Lorazepam hat laut Fachinformation auch ein Missbrauchspotenzial; Menschen, die es erhalten, sollten entsprechend überwacht werden. Geben Sie Lorazepam nicht an Familie oder Freunde weiter und bewahren Sie es sicher auf, damit es anderen nicht schadet. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Lorazepam und Abhängigkeit. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Nebenwirkungen sind laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung zu erwarten, bei zu hoher Dosis und bei den Personengruppen, für die besondere Vorsicht gilt, etwa älteren oder geschwächten Menschen. Im weiteren Verlauf können sie von selbst oder nach einer Verringerung der Dosis wieder abklingen. Benzodiazepine dämpfen das zentrale Nervensystem abhängig von der Dosis; zu den sehr häufigen Nebenwirkungen gehören Beruhigung, Müdigkeit und Benommenheit. [1, 2]

Bei älteren Menschen besteht laut Fachinformation die Gefahr einer Beruhigung oder Muskelschwäche, die zu einem erhöhten Sturzrisiko mit schwerwiegenden Folgen führen kann. Bei Menschen mit Depression können die depressiven Beschwerden hervortreten oder sich verschlimmern, mehr dazu unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Mit paradoxen Reaktionen, also Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung wie Angst, Erregung oder aggressivem Verhalten, muss besonders bei Kindern und älteren Menschen gerechnet werden. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Lorazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Beruhigung (Sedierung), Müdigkeit, Benommenheit[1, 2]
  • Häufig: Bewegungs- und Gangunsicherheit (Ataxie)[1, 2]
  • Häufig: Verwirrtheit[1, 2]
  • Häufig: Depression oder Hervortreten einer bisher verdeckten Depression[1, 2]
  • Häufig: Schwindelgefühl[1, 2]
  • Häufig: Muskelschwäche, Mattigkeit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Lorazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, sexuelle Probleme, Natriummangel, Blutbildveränderungen und Absetzsymptome.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei den folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen muss die Behandlung laut Packungsbeilage sofort beendet werden; informieren Sie dann umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und/oder wenden Sie sich an den medizinischen Notdienst. [1]

Packungsbeilage und Fachinformation nennen unter den Nebenwirkungen auch Gedanken an Suizid und Suizidversuche; ihre Häufigkeit ist laut Fachinformation nicht bekannt. Die Packungsbeilage zählt sie zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen, bei denen die Behandlung sofort beendet werden muss und Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren oder sich an den medizinischen Notdienst wenden. Bei Menschen mit Depression kann eine Behandlung mit Benzodiazepinen die Gefahr eines Suizids erhöhen; sie sollte dann nicht ohne ausreichende Behandlung der Depression erfolgen. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an eines der folgenden Hilfsangebote. [1, 2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende fünfzig spricht in einer hellen Praxis an einem runden Holztisch ruhig mit einer Ärztin mittleren Alters
Bild: KI-generiert

Viele Nebenwirkungen klingen laut Packungsbeilage im weiteren Verlauf der Behandlung oder nach einer Verringerung der Dosis wieder ab. Bleiben sie bestehen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die oder der über eine Beendigung der Behandlung entscheidet. Ändern Sie die verordnete Dosis nicht selbst und überschreiten Sie sie nicht. [1]

Nehmen Sie Lorazepam als Schlafmittel, muss eine Schlafzeit von etwa 7 bis 8 Stunden sichergestellt sein; dann lassen sich Nachwirkungen am folgenden Morgen wie Müdigkeit oder ein eingeschränktes Reaktionsvermögen laut Packungsbeilage meist vermeiden. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt passend zu Ihrer Lebenssituation, etwa Ihrem Beruf, genaue Verhaltensanweisungen für den Alltag geben. Bei älteren Menschen ist laut Fachinformation wegen des erhöhten Sturzrisikos Vorsicht geboten; mehr unter Psychopharmaka im Alter. [1, 2]

Nehmen Sie zusätzlich Opioide, also starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie oder einige Hustenmittel, könnte es laut Packungsbeilage hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf Schläfrigkeit und Atembeschwerden bei Ihnen zu achten. Treten solche Zeichen auf, kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1]

Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.

Kontrollen während der Behandlung

Laut Fachinformation sollte die Ärztin oder der Arzt zu Beginn die Reaktion auf das Mittel kontrollieren und häufig neu bewerten, ob die Behandlung weiter nötig ist. Kinder, ältere Menschen und Menschen in geschwächtem Allgemeinzustand reagieren möglicherweise empfindlicher und sollten häufiger kontrolliert werden. Weil Missbrauch ein bekanntes Risiko von Benzodiazepinen ist, sollten Menschen, die Lorazepam erhalten, entsprechend überwacht werden. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Lorazepam
UntersuchungWann oder warum
Reaktion auf das MittelZu Beginn der Behandlung, um eine relative Überdosierung früh zu erkennen; Kinder, ältere Menschen und Menschen in geschwächtem Allgemeinzustand werden während der Behandlung häufiger kontrolliert[2]
Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig istHäufig neu bewerten; bei chronischen Beschwerden nach 2 Wochen täglicher Einnahme durch schrittweise Verringerung der Dosis[2]
Überwachung auf MissbrauchLaut Fachinformation, weil Missbrauch ein bekanntes Risiko von Benzodiazepinen ist[2]
Engmaschige Überwachung auf Abflachung der Atmung und starke BeruhigungBei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Mittel, die das zentrale Nervensystem dämpfen, und Alkohol können sich mit Lorazepam in ihrer dämpfenden Wirkung gegenseitig verstärken. Opioide erhöhen zusammen mit Lorazepam das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma, und die gleichzeitige Anwendung kann lebensbedrohlich sein. Eigene Wechselwirkungen nennt die Packungsbeilage unter anderem für das Antipsychotikum Clozapin und das Epilepsiemittel Valproinsäure. Nehmen Sie andere Arzneimittel schon länger ein, sind Art und Umfang von Wechselwirkungen laut Fachinformation nicht sicher vorhersehbar; besonders zu Beginn ist dann Vorsicht geboten. [1, 2]

Wechselwirkungen von Lorazepam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel)Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer begrenzt die Ärztin oder der Arzt. Angehörige können helfen, auf diese Anzeichen zu achten
Andere Mittel, die das zentrale Nervensystem dämpfen: Psychopharmaka, Schlaf-, Beruhigungs- und Narkosemittel, Betablocker, Antihistaminika (Allergiemittel), AntiepileptikaDie dämpfenden Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Mittel zur Muskelentspannung (Muskelrelaxanzien) und SchmerzmittelDeren Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Clozapin (Mittel gegen Psychosen)Ausgeprägte Dämpfung, übermäßiger Speichelfluss und Störungen der Bewegungskoordination[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Valproinsäure (Mittel gegen Epilepsie)Höhere Konzentration von Lorazepam im Blut[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt verringert laut Packungsbeilage die Lorazepam-Dosis
Probenecid (Gichtmittel)Schnellerer Wirkungseintritt oder verlängerte Wirkung von Lorazepam[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt verringert laut Packungsbeilage die Lorazepam-Dosis
Theophyllin oder Theophyllin-Ethylendiamin (Asthmamittel)Die beruhigende Wirkung von Lorazepam kann nachlassen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholAlkohol kann die Wirkungen von Lorazepam unvorhersehbar verändern und verstärken[1, 2]Gleichzeitigen Alkoholkonsum vermeiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Lorazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Lorazepam, laut Fachinformation auch gegen andere Benzodiazepine, oder gegen einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Abhängigkeit von Arzneimitteln, Alkohol oder Drogen in der Vorgeschichte[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
  • Störungen der Bewegungskoordination durch Erkrankungen von Rückenmark oder Kleinhirn (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
  • Akute Vergiftung mit Alkohol oder mit Arzneimitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, etwa Schlaf- oder Schmerzmittel, Neuroleptika, Antidepressiva oder Lithium[1, 2]
  • Störungen der Atemfunktion, etwa Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom) oder eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)[1, 2]
  • Depression: Die depressiven Beschwerden können hervortreten oder sich verschlimmern, und die Gefahr eines Suizids kann steigen; eine Behandlung mit Benzodiazepinen sollte hier nicht ohne ausreichende antidepressive Behandlung erfolgen[1, 2]
  • Erhöhtes Risiko für Abhängigkeit: Missbrauch von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen in der Vorgeschichte oder eine erhebliche Persönlichkeitsstörung. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch, wenn Sie regelmäßig Alkohol trinken oder früher häufig größere Mengen getrunken haben[1, 2]
  • Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder niedriger Blutdruck: häufig höhere Empfindlichkeit gegenüber der Wirkung[1, 2]
  • Stark eingeschränkte Leberfunktion oder eine durch Leberschaden bedingte Gehirnerkrankung (hepatische Enzephalopathie), die sich verschlechtern kann[1, 2]
  • Ältere oder geschwächte Menschen: Sie reagieren möglicherweise empfindlicher auf die Wirkung und sollten deshalb während der Behandlung sehr engmaschig überwacht werden; Vorsicht ist auch bei älteren Menschen geboten, bei denen das Risiko eines Sturzes erhöht ist[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht mit Lorazepam behandelt werden, außer eine Beruhigung (Sedierung) vor Operationen oder Untersuchungen ist dringend erforderlich; bei Kindern unter 6 Jahren sollte Lorazepam nicht angewendet werden[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Lorazepam macht empfindlicher für die Wirkung von Alkohol. Laut Packungsbeilage ist Alkohol während der Behandlung zu vermeiden, weil er die Wirkungen von Lorazepam auf nicht vorhersehbare Weise verändern und verstärken kann. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1]

Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Lorazepam laut Fachinformation die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen erheblich beeinträchtigen, verstärkt zusammen mit Alkohol. Die Packungsbeilage sagt: Führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen Sie keine gefährlichen elektrischen Werkzeuge oder Maschinen; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Lorazepam in der Schwangerschaft als mittel an. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft laut Embryotox in jedem Fall unterbleiben. Setzen Sie Lorazepam nicht selbst ab. Wenn Sie schwanger werden möchten oder vermuten, schwanger zu sein, wenden Sie sich laut Fachinformation an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um über ein Absetzen der Behandlung zu entscheiden. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2, 3]

Lorazepam kann abhängig machen; wie das Risiko entsteht, steht oben unter Gewöhnung und Abhängigkeit. [1, 2]

Schwangerschaft

Nehmen Sie Lorazepam in der Schwangerschaft oder wenn Sie schwanger werden könnten nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: Benzodiazepine können dem ungeborenen Kind schaden, wenn sie früh in der Schwangerschaft eingenommen werden. Laut Fachinformation sollte Lorazepam in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, besonders nicht im ersten und letzten Schwangerschaftsdrittel.[1, 2]

Wird Lorazepam gegen Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt eingenommen, können beim Neugeborenen vorübergehend verminderte Aktivität, niedrige Körpertemperatur, schlaffe Muskeln, Atemprobleme oder Schwierigkeiten beim Trinken auftreten; auch die Reaktion auf Kälte kann beeinträchtigt sein. Eine regelmäßige Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft kann beim Kind nach der Geburt zu Entzugssymptomen führen.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Lorazepam in der Schwangerschaft als mittel an. Laut Embryotox konnte eine Studie mit mehr als 100 ausgewerteten Schwangerschaften für das erste Schwangerschaftsdrittel kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nachweisen. Nach regelmäßiger Einnahme im letzten Drittel oder hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt ist laut Embryotox mit teilweise schwerwiegenden Beschwerden beim Neugeborenen zu rechnen: von Anpassungsstörungen mit Sedierung, Hypotonie, Trinkschwäche und Blaufärbung der Haut (Zyanose) über eine gedämpfte Atmung nach der Geburt bis zum teilweise wochenlang anhaltenden "Floppy-Infant-Syndrom"; außerdem können Entzugszeichen wie Krampfanfälle auftreten. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft laut Embryotox in jedem Fall unterbleiben; über eine mögliche Verringerung der Dosis sollte im Einzelfall entschieden werden. Je nach Anwendungsgebiet sollten laut Embryotox besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden: zur angst- und spannungslösenden Akutbehandlung Promethazin, bei psychotischen Erkrankungen Quetiapin, bei Schlafstörungen Amitriptylin; für die Beruhigung vor oder nach Eingriffen nennt Embryotox keine Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage sollen Sie Lorazepam nicht einnehmen, wenn Sie stillen: Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über und kann dazu führen, dass der Säugling weniger aktiv ist und schwach saugt. Die Fachinformation lässt eine Anwendung nur zu, wenn der Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das Kind überwiegt; gestillte Kinder sollten dann unter anderem auf Beruhigung und Reizbarkeit beobachtet werden.[1, 2]

Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu mehr als 100 Mutter-Kind-Paaren vor; die meisten unter Lorazepam gestillten Kinder waren unauffällig. Nach Einzeldosen zur Akutbehandlung ist laut Embryotox keine Stillpause nötig; bei Langzeitbehandlung hält Embryotox Stillen als alleinige Behandlung in niedriger Dosierung für akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Lorazepam macht empfindlicher für die Wirkung von Alkohol. Vermeiden Sie Alkohol während der Behandlung: Er kann die Wirkungen von Lorazepam unvorhersehbar verändern und verstärken und das Reaktionsvermögen zusätzlich verschlechtern.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Auch wenn Sie Lorazepam wie verordnet einnehmen, sollten Sie, vor allem in den ersten Behandlungstagen, mit einem eingeschränkten Reaktionsvermögen rechnen; Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug reagieren. Führen Sie keine Fahrzeuge, bedienen Sie keine gefährlichen elektrischen Werkzeuge oder Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt. Laut Fachinformation sollten diese Tätigkeiten unterbleiben, solange sich nicht gezeigt hat, dass Lorazepam Ihre Reaktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Inwieweit eine Teilnahme am Straßenverkehr möglich ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung.[1, 2]

Anwendung

Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit schlucken, zum Beispiel mit einem halben bis einem ganzen Glas Wasser, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei Schlafstörungen etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen einnehmen, sonst kann die Wirkung später einsetzen und am nächsten Morgen stärker nachwirken; eine Schlafzeit von etwa 7 bis 8 Stunden muss sichergestellt sein.[1, 2]

Einnahme vergessen: beim nächsten Mal wie gewohnt einnehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Geben Sie Lorazepam nicht an Familie oder Freunde weiter und bewahren Sie es sicher und für Kinder unzugänglich auf, damit es anderen nicht schadet. Reste nicht über Toilette oder Waschbecken entsorgen, sondern in der Apotheke nachfragen.[1, 2]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab, außer bei Verdacht auf eine schwerwiegende Nebenwirkung, sondern verringern Sie die Dosis schrittweise nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach abruptem Absetzen oder schneller Dosisverringerung können Entzugserscheinungen auftreten, manche davon lebensbedrohlich: von leichter depressiver Verstimmung und Schlaflosigkeit bis zu einem schweren Zustand mit Muskel- und Bauchkrämpfen, Erbrechen, Schwitzen, Zittern und Krampfanfällen; zu den schwerwiegenderen Entzugserscheinungen, darunter lebensbedrohliche, können Delirium tremens, Depression, Halluzinationen, Manie, Psychose, Krampfanfälle sowie Suizidgedanken oder ein Suizidversuch gehören.[1, 2]

Die ursprünglichen Beschwerden können nach dem Absetzen für kurze Zeit verstärkt zurückkehren (Rebound). Laut Fachinformation können Entzugssymptome wie Schlafstörungen und vermehrtes Träumen nach dem Absetzen schon nach wenigen Tagen täglicher Einnahme auftreten, besonders wenn plötzlich abgesetzt wird.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung oder Vergiftung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen; lösen Sie ohne ausdrückliche Anweisung kein Erbrechen aus. Anzeichen sind Benommenheit, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, verminderte Atmung, Störungen der Bewegungskoordination, Teilnahmslosigkeit und in schweren Fällen Bewusstlosigkeit.[1, 2]

Einnahme und Absetzen

Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die weiteren Einnahmehinweise der Packungsbeilage, auch zu einer vergessenen Dosis, stehen in der Übersicht zum Alltag. [1]

Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab, es sei denn, Sie vermuten eine schwerwiegende Nebenwirkung; dann sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Benzodiazepine sollten laut Packungsbeilage grundsätzlich schrittweise abgesetzt werden, und wie die Behandlung zu beenden ist, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nach einer Anwendung über mehr als 1 Woche können Schlafstörungen, Angst- und Spannungszustände, innere Unruhe und Erregung nach plötzlichem Absetzen vorübergehend verstärkt wiederkehren (Rebound). Laut Fachinformation sollte die Behandlung deshalb durch schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden; Entzugserscheinungen lassen sich so meist vermeiden. [1, 2]

Die Gefahr von Entzugserscheinungen steigt mit der Dauer der Einnahme und der Dosis. Schon nach wenigen Tagen täglicher Einnahme können nach dem Absetzen Entzugssymptome wie Schlafstörungen und vermehrtes Träumen auftreten, besonders wenn plötzlich abgesetzt wird. Nach Langzeitanwendung können ein plötzliches Absetzen oder eine schnelle Verringerung der Dosis Entzugserscheinungen auslösen, die lebensbedrohlich sein können. Sie reichen von leichter Verstimmung und Schlaflosigkeit bis zu einem schweren Zustand mit Muskel- und Bauchkrämpfen, Erbrechen, Schwitzen, Zittern und Krampfanfällen. [1, 2]

Zu den schwerwiegenderen Entzugserscheinungen, auch lebensbedrohlichen, können laut Packungsbeilage Delirium tremens, Depression, Halluzinationen, Manie, Psychose, Krampfanfälle sowie Suizidgedanken und Suizidversuche gehören. Krampfanfälle können häufiger auftreten, wenn Sie bereits an Krampfanfällen leiden oder Arzneimittel nehmen, die die Krampfschwelle senken, zum Beispiel Antidepressiva. Daneben nennt die Packungsbeilage unter anderem Kopfschmerzen, Angst, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Schwindelgefühl, das Gefühl, sich selbst und der Außenwelt fremd zu sein, Ohrgeräusche (Tinnitus), Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Gliedern, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Körperkontakt sowie Herzklopfen und beschleunigten Herzschlag. [1, 2]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Benzodiazepine absetzen und Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Tagesdosen getrennt nach Anwendungsgebiet, dazu Angaben für ältere oder geschwächte Menschen und für Kinder ab 6 Jahren vor Eingriffen. Dosis und Dauer werden an Ihre Situation angepasst, damit Sie die niedrigste mögliche Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum einnehmen. [1]

Präparate mit Lorazepam

Präparate mit Lorazepam
PräparatAnbieterHinweis
Lorazepam neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHTabletten mit 0,5 mg, 1 mg oder 2,5 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Tavorverschreibungspflichtig
Tolidverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox: Lorazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Lorazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Lorazepam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Lorazepam?

Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation wird Lorazepam nach der Einnahme rasch und nahezu vollständig aufgenommen; die höchsten Spiegel im Blut wurden nach 1 bis 2,5 Stunden gemessen. Wird Lorazepam als Schlafmittel auf vollen Magen eingenommen, setzt die Wirkung verzögert ein.

Wie lange wirkt Lorazepam?

Lorazepam gehört laut Fachinformation zu den Benzodiazepinen mit mittellanger Halbwertszeit; für die Eliminationshalbwertszeit nennen verschiedene Studien 12 bis 16 Stunden. Als Schlafmittel kann es besonders bei höherer Dosierung und zu kurzem Schlaf am nächsten Morgen nachwirken. Eine Schlafzeit von etwa 7 bis 8 Stunden muss deshalb sichergestellt sein.

Ab wann macht Lorazepam abhängig?

Laut Fachinformation besteht schon bei täglicher Einnahme über wenige Wochen die Gefahr einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit, auch im üblichen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit der Dauer der Einnahme und der Dosis und ist höher, wenn früher Alkohol oder Arzneimittel missbraucht wurden oder eine schwere Persönlichkeitsstörung besteht. Grundsätzlich sollten Benzodiazepine nur für kurze Zeiträume verordnet werden, zum Beispiel höchstens 4 Wochen. Mehr dazu unter Wann wirkt Lorazepam und wie lange wird behandelt?

Darf ich Lorazepam mit Alkohol nehmen?

Laut Packungsbeilage ist Alkohol während der Behandlung zu vermeiden, weil er die Wirkungen von Lorazepam auf nicht vorhersehbare Weise verändern und verstärken kann. Lorazepam macht außerdem empfindlicher für die Wirkung von Alkohol, und Alkohol verschlechtert das Reaktionsvermögen zusätzlich. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Hilft Lorazepam zum Schlafen?

Zugelassen ist Lorazepam bei Schlafstörungen, die durch schwere Angst-, Spannungs- und Erregungszustände ausgelöst werden. Als Schlafmittel ist die Anwendung laut Packungsbeilage nur gerechtfertigt, wenn die Wirkungen eines Benzodiazepins gleichzeitig auch am Tag erwünscht sind. Eingenommen wird es dann etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen. Mehr zu Schlafproblemen unter Schlafstörungen.

Darf ich mit Lorazepam Auto fahren?

Laut Packungsbeilage sollten Sie auch bei Einnahme wie verordnet, besonders in den ersten Tagen, mit einem eingeschränkten Reaktionsvermögen rechnen. Führen Sie keine Fahrzeuge, bedienen Sie keine gefährlichen elektrischen Werkzeuge oder Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt; Alkohol verschlechtert das Reaktionsvermögen weiter. Inwieweit eine Teilnahme am Straßenverkehr möglich ist, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung.

Wie setzt man Lorazepam ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage sollte die Dosis zum Absetzen in Absprache schrittweise verringert werden; wie die Behandlung zu beenden ist, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab, es sei denn, Sie vermuten eine schwerwiegende Nebenwirkung; dann sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach abruptem Absetzen oder schneller Verringerung der Dosis können Entzugserscheinungen auftreten, manche davon lebensbedrohlich. Mehr unter Benzodiazepine absetzen.

Sind Tavor und Lorazepam das Gleiche?

Tavor ist ein Handelsname für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Lorazepam; Embryotox nennt als Produktnamen Tavor, Tolid und Generika. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Lorazepam-Tabletten von neuraxpharm. Welche Präparate es gibt, zeigt der Abschnitt Präparate mit Lorazepam.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Diazepam

    Diazepam ist ein Benzodiazepin gegen Angst- und Spannungszustände.

  • Medikamente Alprazolam

    Alprazolam ist ein Benzodiazepin zur Behandlung von Angstzuständen.

  • Medikamente Bromazepam

    Bromazepam ist ein Benzodiazepin gegen Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände.

  • Wirkstoffgruppen ADHS-Medikamente

    ADHS-Medikamente sind Stimulanzien wie Methylphenidat und weitere Mittel wie Atomoxetin.