MedikamenteWirkstoff

Hydroxyzin

Hydroxyzin ist ein verschreibungspflichtiges Antihistaminikum mit beruhigenden Eigenschaften. Zugelassen ist es nur zur symptomatischen Behandlung von Angstzuständen bei Erwachsenen ab 18 Jahren und von Juckreiz bei Nesselsucht und Ekzem ab 6 Jahren; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Atarax. Hydroxyzin kann das QT-Intervall im EKG verlängern: Bemerken Sie Herzklopfen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit, beenden Sie laut Packungsbeilage die Behandlung und begeben sich umgehend in ärztliche Behandlung.

Mann Ende dreißig sitzt im weichen Tageslicht ruhig auf einer weißen Bank vor hellem Hintergrund und blickt entspannt zur Seite
Bild: KI-generiert

Wofür wird Hydroxyzin eingesetzt?

Hydroxyzin ist laut Packungsbeilage ein Arzneimittel gegen allergische Reaktionen (Antihistaminikum) mit beruhigenden Eigenschaften. Zugelassen ist es laut Fachinformation für zwei Anwendungsgebiete: zur Behandlung der Beschwerden bei Angstzuständen (symptomatische Behandlung) bei Erwachsenen ab 18 Jahren und zur symptomatischen Behandlung von Juckreiz bei Nesselsucht (Urtikaria) und Ekzem (atopische Dermatitis) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Hydroxyzin ist verschreibungspflichtig. [1, 2, 11]

Eine bestimmte Angststörung nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen ist Hydroxyzin in Deutschland nicht für die Behandlung der definierten Angststörungen zugelassen. Laut Leitlinie war es in doppelblinden, placebokontrollierten Studien bei generalisierter Angststörung wirksam; wegen seiner beruhigenden (sedierenden) Effekte sollte es nur verwendet werden, wenn andere Medikamente nicht wirksam waren oder nicht vertragen wurden. Für die Praxis hält die Leitliniengruppe das Mittel nicht für relevant. Die Leitlinie in der Version 2 vom April 2021 war laut Übersicht der DGPPN bis 05.04.2026 gültig und ist damit abgelaufen. Mehr zur Erkrankung unter Angststörungen. [1, 11, 13, 14]

Schlafstörungen gehören nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten. Der Rote-Hand-Brief des Herstellers vom April 2015 nannte als damalige Anwendungsgebiete von Atarax in Deutschland auch Ein- und Durchschlafstörungen und die Ruhigstellung vor chirurgischen Eingriffen; in der Fachinformation vom Januar 2024 stehen sie nicht mehr. Mehr zu Schlafproblemen unter Schlafstörungen. [11, 12]

Kinder unter 6 Jahren dürfen Hydroxyzin laut Packungsbeilage nicht einnehmen; sie können die Tabletten möglicherweise nicht schlucken. Jüngere Kinder sind anfälliger für Nebenwirkungen, die das zentrale Nervensystem betreffen, und über Krampfanfälle wurde bei Kindern häufiger berichtet als bei Erwachsenen. Mehr dazu unter Kinder und Jugendliche. [1, 11]

Wie wirkt Hydroxyzin?

Hydroxyzin gehört chemisch zu den Piperazinderivaten. Es blockiert die H1-Rezeptoren für den körpereigenen Botenstoff Histamin und vermindert so dessen Wirkung an diesem Rezeptortyp. Laut Fachinformation wirkt es außerdem beruhigend (sedierend), muskelentspannend, angstlösend (anxiolytisch), krampflösend und gegen Übelkeit, und es hat eine adrenolytische und eine anticholinerge Aktivität. Die Fachinformation ordnet Hydroxyzin den angstlösenden Mitteln (Anxiolytika) zu; verwandte Mittel finden Sie unter Beruhigungsmittel. [1, 11]

Nach dem Einnehmen wird Hydroxyzin laut Fachinformation rasch und nahezu vollständig aufgenommen. Ein Teil wird in Cetirizin umgewandelt, ein ebenfalls wirksames Abbauprodukt, das vorwiegend unverändert mit dem Urin ausgeschieden wird. Abgebaut wird Hydroxyzin über das Enzym Alkoholdehydrogenase und über CYP3A4/5. Die Halbwertszeit lag bei Erwachsenen bei etwa 14 Stunden (7 bis 20 Stunden) und damit deutlich höher als bei Kindern mit etwa 7 Stunden. [11]

Wann wirkt Hydroxyzin und wie lange wird behandelt?

Laut Fachinformation setzt die Wirkung etwa 30 Minuten nach dem Einnehmen ein, die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 2 Stunden erreicht, und die Wirkungsdauer wird mit 6 bis 24 Stunden angegeben. Die S3-Leitlinie Angststörungen schreibt, dass Antihistaminika ihre angstlösende Wirkung bereits nach einigen Stunden ausüben. [11, 13]

Angestrebt werden laut Packungsbeilage die niedrigste wirksame Dosis und eine möglichst kurze Behandlungsdauer; was das für Beginn, Dauer und Absetzen bedeutet, zeigt die Übersicht unten. Für Hydroxyzin bei generalisierter Angststörung fehlen laut S3-Leitlinie Studien zur Rückfallverhinderung über 6 bis 12 Monate. Mehr dazu unter Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 11, 13]

  1. BeginnAngestrebt werden die niedrigste wirksame Dosis und eine möglichst kurze Behandlungsdauer; bei älteren Menschen wird empfohlen, mit einer niedrigeren Dosis zu beginnen, da die Wirkungsdauer verlängert sein kann.[1]
  2. ErhaltungDie Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Verlauf; über die Fortdauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt laufend kritisch. Leberfunktion und Kreislauf werden während und nach der Behandlung regelmäßig überwacht.[1]
  3. AbsetzenNach längerer täglicher Anwendung können bei plötzlichem Absetzen Schlafstörungen verstärkt wieder auftreten; das Absetzen geschieht gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Vor einem Allergietest oder einem Metacholin-Provokationstest wird die Behandlung sicherheitshalber 1 Woche vorher abgesetzt.[1]

Nebenwirkungen im Blick

Laut Fachinformation gehen die Nebenwirkungen vor allem auf die dämpfende oder paradox anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem, auf die anticholinerge Aktivität oder auf Überempfindlichkeitsreaktionen zurück. Die Packungsbeilage führt alle Nebenwirkungen unter der Häufigkeit "nicht bekannt": Aus den verfügbaren Daten lässt sich nicht abschätzen, wie oft sie auftreten. Die Fachinformation nennt zusätzlich Ergebnisse placebokontrollierter Studien; aus ihnen stammen die Häufigkeiten in der Übersicht unten. [1, 11]

Genannt werden unter anderem Schläfrigkeit und Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Mundtrockenheit, ein beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, verschwommenes Sehen, Verstopfung, Störungen beim Wasserlassen und eine Gewichtszunahme. Unter Antihistaminika wurde über allergische Reaktionen und eine Lichtempfindlichkeit der Haut berichtet; direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie laut Packungsbeilage meiden (siehe Psychopharmaka bei Hitze und Sonne). Bei älteren Menschen ist die Gefahr von Nebenwirkungen größer, dadurch kann sich auch die Sturzgefahr erhöhen. Durch eine sorgfältige und individuelle Einstellung der Tagesdosen lassen sich Häufigkeit und Ausmaß von Nebenwirkungen laut Packungsbeilage verringern. [1]

Bei Cetirizin, dem Hauptabbauprodukt von Hydroxyzin, wurden weitere Nebenwirkungen beobachtet, die eventuell auch unter Hydroxyzin auftreten könnten, darunter verminderte Blutplättchen, Aggression, Depression und anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen. Sie stehen ohne Häufigkeit bei den Vorsichtshinweisen unter Wer Hydroxyzin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte. [1]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz)[3]Mehr dazu: Müdigkeit

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmMundtrockenheit[3]
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Ermüdung)[3]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemKopfschmerzen[3]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HerzBeschleunigter Herzschlag, unregelmäßiger Herzschlag[1]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • HerzStörungen der Erregungsleitung des Herzens mit beschleunigtem Herzschlag (QT-Verlängerung, Torsade de Pointes)[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AugenStörungen der Anpassung des Auges an wechselnde Entfernungen (Akkommodationsstörungen), verschwommenes Sehen[1]
  • AugenErhöhter Augeninnendruck[1]
  • Magen und DarmÜbelkeit, Verstopfung, Erbrechen, Durchfall[1]
  • Magen und DarmSchmerzen im Oberbauch[1]
  • Magen und DarmAppetitverlust oder Appetitzunahme[1]
  • Allgemeine BeschwerdenUnwohlsein, Fieber[1]
  • Allgemeine BeschwerdenStörungen der Regulation der Körpertemperatur (unter Antihistaminika berichtet)[1]
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis); unter Antihistaminika wurde außerdem Gelbsucht durch eine Leberfunktionsstörung (cholestatischer Ikterus) berichtet[1]
  • Blut und LymphsystemSchäden der Blutzellen, in Ausnahmefällen unter Antihistaminika[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, auch lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Schock (anaphylaktischer Schock)[1]
  • HautAllergische Reaktionen und Lichtempfindlichkeit der Haut (unter Antihistaminika berichtet)[1]
  • Laborwerte und UntersuchungenAuffällige Leberfunktionstests[1]
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • NervensystemBenommenheit, Dämpfung der Gehirnfunktionen (Sedierung)[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemSchwindelgefühl[1]
  • NervensystemSchlaflosigkeit[1]
  • NervensystemAlpträume[1]
  • NervensystemZittern[1]
  • NervensystemKrämpfe (Konvulsionen), Krampfanfälle des Gehirns[1]
  • NervensystemBewegungsstörungen (Dyskinesie)[1]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemBewusstlosigkeit (Synkope)[1]
  • PsycheErregung, Spannung, Unruhe[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheVerwirrtheit, Orientierungslosigkeit[1]
  • PsycheSinnestäuschungen[1]
  • PsycheVerlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen[1]
  • Nieren und HarnwegeHarnverhalt, Störungen beim Wasserlassen[1]
  • AtemwegeVerkrampfung der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmus)[1]
  • AtemwegeGefühl einer verstopften Nase[1]
  • HautJuckreiz (Pruritus)[1]
  • HautFlüchtige Hautrötung (erythematöser Rash), auch mit runden Flecken und Erhebungen (makulopapulärer Rash); entzündliche Hautreaktion (Dermatitis); fixes Arzneimittelexanthem[1]
  • HautNesselsucht (Urtikaria)[1]
  • HautBlasenbildende Hauterkrankungen, zum Beispiel Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (eine schwerwiegendere Ausprägung mit Hautablösung), Blasenausschlag (Pemphigus), Erythema multiforme[1]
  • HautAkute, den ganzen Körper betreffende Hautreaktion mit Pusteln (akut generalisiertes Exanthema pustulosis)[1]
  • HautSchmerzhafte Schwellung des Unterhautgewebes oder der Schleimhäute, insbesondere im Gesicht (angioneurotisches Ödem)[1]
  • HautVermehrtes Schwitzen[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck[1]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Herz und QT-Zeit, Bewegungsstörungen und Blutbild; was "nicht bekannt" bedeutet, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Hydroxyzin könnte laut Packungsbeilage mit einem erhöhten Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang stehen. Laut Fachinformation steht Hydroxyzin in Zusammenhang mit einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG (Elektrokardiogramm). Seit der Markteinführung gab es Fälle von QT-Verlängerung und Torsade de Pointes, einer Herzrhythmusstörung der Herzkammern. Die meisten Betroffenen hatten weitere Risikofaktoren wie Störungen der Salzwerte im Blut (Elektrolytstörungen) und nahmen gleichzeitig Arzneimittel ein, die dazu beigetragen haben könnten. [1, 11]

Bemerken Sie während der Behandlung Herzprobleme wie Herzklopfen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit, beenden Sie laut Packungsbeilage die Behandlung und begeben sich umgehend in ärztliche Behandlung. Laut Fachinformation sollten Behandelte angewiesen werden, jedes Anzeichen am Herzen mitzuteilen. Im April 2015 informierte der Hersteller in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem BfArM in einem Rote-Hand-Brief über neue Einschränkungen: Seitdem darf Hydroxyzin bei einer bekannten angeborenen oder erworbenen QT-Verlängerung oder einem bekannten Risikofaktor dafür nicht angewendet werden (Gegenanzeige), und bei älteren Menschen wird es nicht empfohlen. Mehr dazu unter Herz und QT-Zeit. [1, 11, 12]

Zu den Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit gehören auch lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Schock und blasenbildende Hauterkrankungen wie das Stevens-Johnson-Syndrom. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. [1] Geht es Ihnen seelisch sehr schlecht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen auf der Seite Hilfe in der Krise.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern im ruhigen Gespräch mit zwei Ärzten an einem Tisch in einem hellen Praxisraum
Bild: KI-generiert

Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt alle Herzprobleme mit und alle weiteren Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch solche, die nicht verschreibungspflichtig sind. Ohne Wissen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes sollten Sie laut Packungsbeilage keine anderen Arzneimittel einnehmen, auch keine frei verkäuflichen. Eine Übersicht hilft dabei: der Medikationsplan. [1]

Gehören Sie zu den älteren oder geschwächten Menschen, haben Sie Veränderungen im Gehirn (hirnorganische Veränderungen), Kreislaufstörungen, Störungen der Atem- oder Nierenfunktion oder eine eingeschränkte Leberfunktion, sprechen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, damit sie oder er die Dosis an Ihre Situation anpassen kann. Außerdem sollten Sie unter Berücksichtigung Ihrer Lebenssituation, zum Beispiel Ihrer Berufstätigkeit, genaue Verhaltensanweisungen für den Alltag erhalten. [1]

Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten.

Kontrollen während der Behandlung

Leberfunktion und Kreislauf sind laut Packungsbeilage und Fachinformation während und nach der Behandlung in regelmäßigen Abständen zu überwachen. Weil unter Antihistaminika in Ausnahmefällen Schäden der Blutzellen vorkommen können, sollten Sie einer ärztlichen Aufforderung zu Blutbildkontrollen laut Packungsbeilage unbedingt nachkommen. Menschen mit einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) sollten laut Fachinformation sorgfältig überwacht werden, weil unter Antihistaminika über eine Freisetzung von Substanzen mit sehr starker Wirkung auf Herz und Kreislauf (Katecholamine) aus dem Tumor berichtet wurde. [1, 11]

Kontrolluntersuchungen bei Hydroxyzin
UntersuchungWann oder warum
LeberfunktionWährend und nach der Behandlung in regelmäßigen Abständen[1]
KreislaufWährend und nach der Behandlung in regelmäßigen Abständen[1]
BlutbildAuf Aufforderung der Ärztin oder des Arztes, weil unter Antihistaminika in Ausnahmefällen Blutzellschäden vorkommen können[1]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Zusammen mit Arzneimitteln gegen bestimmte Herzrhythmusstörungen oder Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen, darf Hydroxyzin laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Als Beispiele nennt sie unter anderem die Antidepressiva Citalopram und Escitalopram, das Antipsychotikum Haloperidol und Methadon; dabei spricht sie allgemein von Arzneimitteln gegen Depressionen, Psychosen und Allergien. Die Fachinformation nennt Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern oder Torsade de Pointes auslösen können, darunter einige Antidepressiva, einige Antipsychotika und einige Antihistaminika. Mit Arzneimitteln, die einen langsamen Herzschlag oder einen Kaliummangel verursachen können, ist laut Fachinformation Vorsicht geboten. [1, 11]

MAO-Hemmer gegen Depressionen dürfen laut Packungsbeilage nicht gleichzeitig mit Hydroxyzin eingesetzt werden. Zu den weiteren Wechselwirkungen in der Übersicht gehören andere dämpfende Mittel, anticholinerg wirkende Mittel wie Biperiden oder trizyklische Antidepressiva und Mittel, die über das Leberenzym CYP2D6 abgebaut werden, zum Beispiel Fluoxetin: Hydroxyzin hemmt dieses Enzym und kann deshalb in hohen Dosen Wechselwirkungen verursachen. Starke Hemmstoffe der Enzyme Alkoholdehydrogenase und CYP3A4/5, über die Hydroxyzin abgebaut wird, können laut Fachinformation den Hydroxyzin-Spiegel im Blut erhöhen. [1, 11]

Wechselwirkungen von Hydroxyzin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen bakterielle Infektionen (z. B. Erythromycin, Moxifloxacin, Levofloxacin), Pilzinfektionen (z. B. Pentamidin), Herzerkrankungen oder Bluthochdruck (z. B. Amiodaron, Quinidin, Disopyramid, Sotalol), Psychosen (z. B. Haloperidol), Depressionen (z. B. Citalopram, Escitalopram), Magen-Darm-Erkrankungen (z. B. Prucaloprid), Allergien, Malaria (z. B. Mefloquin, Hydroxychloroquin), Krebs (z. B. Toremifen, Vandetanib), Arzneimittelmissbrauch oder starke Schmerzen (Methadon)Risiko für Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)[1]Hydroxyzin darf dann nicht eingenommen werden
Andere Mittel, die einen unregelmäßigen Herzschlag auslösen könnenErhöhtes Risiko für QT-Verlängerung und Torsade de Pointes[1]Ärztin oder Arzt informieren
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Verstärkte anticholinerge Wirkung mit möglicher lebensbedrohlicher Darmlähmung, Harnverhalt oder akuter Erhöhung des Augeninnendrucks; außerdem Blutdruckabfall und verstärkte Dämpfung von Nervensystem und Atmung[1]Nicht gleichzeitig anwenden
Andere zentral wirksame Mittel: Psychopharmaka, Schlafmittel, Schmerzmittel, Narkosemittel, Mittel gegen AnfallsleidenWechselseitige Verstärkung der Wirkungen; eine Dosisanpassung kann nötig sein[1]Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinerg wirkende Mittel, z. B. Atropin, Biperiden, trizyklische AntidepressivaDie anticholinerge Wirkung kann in nicht vorhersehbarer Weise verstärkt werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Phenytoin (Mittel gegen Anfallsleiden)Die Phenytoin-Wirkung wird abgeschwächt[1]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenkende MittelVerstärkte Müdigkeit und Mattigkeit[1]Ärztin oder Arzt informieren
Cimetidin (Mittel gegen Magen-Darm-Geschwüre)Die Wirkung von Hydroxyzin kann möglicherweise verstärkt werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die über das Leberenzym CYP2D6 abgebaut werden (z. B. Fluoxetin)Hydroxyzin hemmt CYP2D6 und kann in hohen Dosen Wechselwirkungen verursachen[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die bestimmte Leberenzyme stark hemmenMöglicherweise erhöhte Hydroxyzin-Spiegel im Blut[1]Ärztin oder Arzt informieren
AdrenalinBlutdruckabfall möglich[1]Nicht zusammen verabreichen
AlkoholDie Wirkungen von Hydroxyzin können in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt werden[1]Keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Hydroxyzin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei älteren Menschen wird Hydroxyzin laut Fachinformation nicht empfohlen, weil sie es langsamer ausscheiden als andere Erwachsene und ihr Risiko für Nebenwirkungen, zum Beispiel anticholinerge, deshalb erhöht ist. Ist eine Behandlung trotzdem nötig, wird wegen der verlängerten Wirkungsdauer angeraten, mit einer niedrigeren Dosis zu beginnen. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter und Demenz. [11, 12]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Hydroxyzindihydrochlorid, Cetirizin, andere Piperazinderivate, andere Antihistaminika oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Porphyrie (Stoffwechselerkrankung, die zum Beispiel mit einer Störung des Aufbaus des roten Blutfarbstoffs einhergeht)[1]
  • Verlängerung des QT-Intervalls im EKG[1]
  • Bestehende oder frühere Herz-Kreislauf-Erkrankung oder sehr niedrige Herzfrequenz[1]
  • Niedrige Salzwerte im Körper, zum Beispiel niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte[1]
  • Einnahme von Arzneimitteln gegen bestimmte Herzrhythmusstörungen oder von Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen[1]
  • Plötzlicher Tod eines näheren Familienmitglieds durch Herzprobleme[1]
  • Grüner Star (Engwinkelglaukom)[1]
  • Gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata-Adenom) mit Restharnbildung[1]
  • Akute Vergiftung durch Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmittel sowie Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern (Hemmstoffe der Monoaminoxidase)[1]
  • Kinder unter 6 Jahren[1]
  • Schwangerschaft und Stillzeit[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Hydroxyzin könnte mit einem erhöhten Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang stehen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Herzprobleme und alle weiteren Arzneimittel, auch nicht verschreibungspflichtige. Bei Neigung zu Herzrhythmusstörungen oder gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die einen unregelmäßigen Herzschlag auslösen können, kommen gegebenenfalls andere Behandlungen in Betracht[1]
  • Eingeschränkte Leberfunktion; mäßige bis schwere Störung der Nierenfunktion[1]
  • Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom): Antihistaminika können eine Freisetzung von Substanzen aus dem Tumor (Katecholamine) auslösen, die sehr stark auf Herz und Kreislauf wirken[1]
  • Neurologisch erkennbare Hirnschäden in der Großhirnrinde und Neigung zu Krampfanfällen; jüngere Kinder entwickeln eher Nebenwirkungen am Nervensystem, Krampfanfälle wurden bei Kindern häufiger berichtet als bei Erwachsenen[1]
  • Wegen der möglichen anticholinergen Wirkung Vorsicht bei Verengung des Blasenhalses, verminderter Magen-Darm-Bewegung, belastungsabhängiger Muskelschwäche (Myasthenia gravis) oder Demenz[1]
  • Ältere Menschen: Laut Fachinformation wird Hydroxyzin bei älteren Menschen nicht empfohlen, weil sie es langsamer ausscheiden als andere Erwachsene und ihr Risiko für Nebenwirkungen, zum Beispiel anticholinerge, deshalb erhöht ist. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist größer, dadurch kann auch die Sturzgefahr steigen[1, 3]
  • Allergietest oder Metacholin-Provokationstest der Bronchien: Die Behandlung sollte sicherheitshalber 1 Woche vorher abgesetzt werden[1]
  • Kinder unter 6 Jahren können die Tabletten möglicherweise nicht schlucken[1]
  • Bei Cetirizin, dem Hauptabbauprodukt, beobachtet und eventuell auch bei Hydroxyzin möglich (ohne Häufigkeitsangabe): verminderte Blutplättchen (Thrombozytopenie), Aggression, Depression, Tics, anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonie), Hautkribbeln (Parästhesie), Blickkrampf, Durchfall, Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie), Bettnässen (Enuresis), Schwäche (Asthenie), Schwellungen (Ödem)[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Hydroxyzin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Bei Neugeborenen von Müttern, die es in der späten Schwangerschaft oder während der Geburt angewendet haben, wurden sofort oder wenige Stunden nach der Geburt Zuckungen, Muskelsteifheit oder Muskelschwäche, Atemprobleme und Harnverhalt beobachtet.[1]

Laut Fachinformation passiert der Wirkstoff die Plazenta und erreicht beim ungeborenen Kind höhere Spiegel im Blut als bei der Mutter. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Methode der Empfängnisverhütung anwenden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Hydroxyzin darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist eine Behandlung erforderlich, sollte das Stillen sofort unterbrochen werden.[1]

Laut Fachinformation geht Cetirizin, das Hauptabbauprodukt von Hydroxyzin, in die Muttermilch über; gestillte Neugeborene und Säuglinge von Müttern, die mit Hydroxyzin behandelt wurden, haben schwere Nebenwirkungen gezeigt. Ist eine Behandlung erforderlich, muss das Stillen laut Fachinformation sofort unterbrochen werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung dürfen Sie keinen Alkohol trinken: Alkohol kann die Wirkungen von Hydroxyzin in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken und verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit weiter.[1]

Autofahren und Maschinen

Hydroxyzin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist. Alkohol und andere beruhigend wirkende Arzneimittel verschlechtern die Verkehrstüchtigkeit weiter. Laut Fachinformation sollten das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten zumindest in der ersten Phase der Behandlung ganz unterbleiben; die Entscheidung trifft im Einzelfall die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.[1, 3]

Anwendung

Die Filmtabletten mit alkoholfreier Flüssigkeit vor den Mahlzeiten einnehmen; die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Für den Alltag, zum Beispiel im Beruf, sollten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt genaue Verhaltensanweisungen erhalten.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern die Einnahme wie verordnet fortsetzen.[1]

Absetzen

Wie lange die Behandlung dauert, richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Verlauf; über die Fortdauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt laufend kritisch. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Nach längerer täglicher Anwendung können bei plötzlichem Absetzen Schlafstörungen verstärkt wieder auftreten.[1]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen, besonders wenn ein Kind Tabletten eingenommen hat. Die bekannten Nebenwirkungen können dann verstärkt auftreten; möglich sind auch Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung, Torsade de Pointes).[1]

Ist Ihr Reaktionsvermögen verändert, können Sie laut Packungsbeilage auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [16] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [15] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Sind Sie schwanger, stillen Sie oder möchten Sie schwanger werden, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Verhütung und Stillzeit sagen, steht in der Übersicht oben. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft, in der Stillzeit, Psychopharmaka und Verhütung und Psychopharmaka und Alkohol. [1]

Eine Abhängigkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In ihrer Übersicht der Vor- und Nachteile von Medikamenten gegen Angst nennt die S3-Leitlinie bei Hydroxyzin keine Abhängigkeit und einen raschen Wirkungseintritt, als Nachteile einen Wirksamkeitsnachweis nur für die generalisierte Angststörung, unerwünschte Wirkungen wie Sedierung und fehlende Erfahrungen mit einer Langzeitbehandlung. Allgemein zum Thema: Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 11, 13]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie die Filmtabletten einnehmen, was bei einer vergessenen Einnahme gilt und was die Packungsbeilage zum Absetzen sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. Nach längerer täglicher Einnahme können laut Packungsbeilage und Fachinformation durch plötzliches Absetzen Schlafstörungen verstärkt wieder auftreten. Absetzen und Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 11]

Vor einem Allergietest oder einem Metacholin-Provokationstest der Bronchien sollte die Behandlung sicherheitshalber 1 Woche vorher abgesetzt werden, um Auswirkungen auf den Test zu vermeiden. Mehr dazu unter Psychopharmaka absetzen. [1, 11]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Tagesdosen getrennt nach Anwendungsgebiet und Alter, dazu Höchstdosen; Anpassungen nimmt die Ärztin oder der Arzt vor. Laut Fachinformation soll die niedrigste wirksame Dosis für den kürzest möglichen Therapiezeitraum verwendet werden. [1, 11]

Präparate mit Hydroxyzin

Präparate mit Hydroxyzin
PräparatAnbieterHinweis
AtaraxUCB Pharma GmbHFilmtabletten 25 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Hydroxyzin BluefishFilmtabletten, verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Atarax Tabletten 25 mg Filmtabletten. UCB Pharma GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 22.10.2026
  2. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Hydroxyzin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Fachinformation Atarax Tabletten 25 mg Filmtabletten. UCB Pharma GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Atarax Tabletten 25 mg Filmtabletten. UCB Pharma GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 23.10.2026
  5. Rote-Hand-Brief zu Hydroxyzin (Atarax und AH3 N Filmtabletten): Neue Einschränkungen zum Risiko der QT-Zeit-Verlängerungen. UCB Pharma GmbH in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 14.04.2015. abgerufen am 23.10.2026
  6. Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Langfassung, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); Federführung laut DGPPN-Übersicht: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Stand Version 2.0, Stand 06.04.2021 (nächste Überprüfung geplant 04/2026; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 05.04.2026). abgerufen am 23.10.2026
  7. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Angststörungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Hilft Hydroxyzin beim Schlafen?

Zugelassen ist Hydroxyzin laut Fachinformation (Stand Januar 2024) nur zur symptomatischen Behandlung von Angstzuständen bei Erwachsenen ab 18 Jahren und von Juckreiz bei Nesselsucht und Ekzem; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Ein- und Durchschlafstörungen standen 2015 laut Rote-Hand-Brief noch unter den damaligen Anwendungsgebieten von Atarax in Deutschland. Schläfrigkeit ist eine Nebenwirkung, und nach längerer täglicher Einnahme können durch plötzliches Absetzen Schlafstörungen verstärkt wieder auftreten. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie schnell wirkt Hydroxyzin?

Laut Fachinformation setzt die Wirkung etwa 30 Minuten nach dem Einnehmen ein; die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 2 Stunden erreicht, und die Wirkungsdauer wird mit 6 bis 24 Stunden angegeben. Die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (Version 2 von 2021, laut DGPPN bis 05.04.2026 gültig und damit abgelaufen) schreibt, dass Antihistaminika ihre angstlösende Wirkung bereits nach einigen Stunden ausüben.

Darf ich mit Hydroxyzin Alkohol trinken?

Nein. Während der Behandlung dürfen Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken. Alkohol kann die Wirkungen von Hydroxyzin in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken und verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit weiter.

Macht Hydroxyzin abhängig?

Eine Abhängigkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In ihrer Übersicht der Vor- und Nachteile von Medikamenten gegen Angst führt die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (Version 2 von 2021, inzwischen abgelaufen) bei Hydroxyzin "keine Abhängigkeit" auf. Nach längerer täglicher Einnahme können durch plötzliches Absetzen Schlafstörungen verstärkt wieder auftreten; wann und wie Sie die Behandlung beenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Hydroxyzin zusammen mit einem Antidepressivum nehmen?

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Hydroxyzin nicht einnehmen, wenn Sie Arzneimittel gegen Depressionen anwenden; als Beispiele nennt sie Citalopram und Escitalopram. Die Fachinformation zählt zu den Gegenanzeigen die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, darunter einige Antidepressiva wie Citalopram und Escitalopram. Mit MAO-Hemmern darf Hydroxyzin nicht gleichzeitig angewendet werden. Ob eine Kombination für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; ändern Sie nichts selbst.

Ist Hydroxyzin rezeptfrei?

Nein. Hydroxyzin ist laut Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig. Laut Packungsbeilage wurde Ihnen das Mittel persönlich verschrieben; geben Sie es nicht an andere weiter, auch wenn sie die gleichen Beschwerden haben.

Kann man von Hydroxyzin zunehmen?

Gewichtszunahme steht in der Packungsbeilage unter den Nebenwirkungen, ebenso ein verminderter oder gesteigerter Appetit; wie häufig das vorkommt, ist nicht bekannt. Bemerken Sie eine Veränderung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Hydroxyzin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Packungsbeilage sollten Sie die niedrigste wirksame Dosis einnehmen, und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Was die Packungsbeilage je nach Anwendungsgebiet und Alter angibt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

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