AlltagRatgeber
Psychopharmaka in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch
Ob ein Psychopharmakon in der Schwangerschaft weiter eingenommen werden kann, hängt vom Wirkstoff und von der Erkrankung ab: Von den länger gebräuchlichen Antidepressiva hat sich laut Embryotox keines als eindeutig fruchtschädigend erwiesen, Valproinsäure und Carbamazepin dagegen beschreibt Embryotox als fruchtschädigend. Setzen Sie ein Medikament nicht abrupt ab, wenn Sie von einer Schwangerschaft erfahren; bei Psychosen und bipolaren Erkrankungen erhöht das laut Embryotox die Gefahr eines Rückfalls. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; individuell und kostenlos berät auch Embryotox.

Auch Schwangere müssen mit Arzneimitteln versorgt werden, denn unbehandelte Erkrankungen können laut Embryotox sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden; zugleich sind sehr viele Arzneimittel nur unzureichend in der Schwangerschaft untersucht [1]. Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité in Berlin [4]. Vor jeder Behandlung steht laut Embryotox eine Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken für Mutter und Kind im Einzelfall, auch im Vergleich mit Behandlungen ohne Medikamente [1].
Fehlbildungen oder eine Fehlgeburt nach einer Behandlung der Mutter müssen laut Embryotox nicht ursächlich mit dem Arzneimittel zusammenhängen: Etwa 3 bis 5 von 100 Kindern kommen mit relevanten Fehlbildungen oder Störungen zur Welt, die überwiegend nichts mit Medikamenten der Mutter zu tun haben. Embryotox bezeichnet das als Basisrisiko, das auch für Schwangere ohne Medikamente gilt. Laien dürfen die Informationen von embryotox.de laut Embryotox nicht als Grundlage für eigenmächtige Entscheidungen verwenden, die Angaben der Arzneimittelseiten auch nicht als Grundlage für den Abbruch einer Schwangerschaft [1].
Embryotox: kostenlose Beratung und wie Sie die Angaben lesen
Seit 1988 bietet Embryotox unabhängige Informationen zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit [3]. Bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft berät Embryotox individuell, kostenlos und telefonisch. Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorher über einen Online-Fragebogen zu schicken; wenn Sie den Fragebogen nicht ausfüllen können, können Sie auch direkt anrufen [2, 7]. Telefonnummer und Sprechzeiten stehen auf der Beratungsseite von Embryotox.
Der Erfahrungsumfang, den Embryotox auf seinen Arzneimittelseiten angibt, bezieht sich auf Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel: "sehr hoch" heißt mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften, "hoch" umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300, "mittel" 50 bis 300 und "gering" weniger als 50 oder größere Fallzahlen von zweifelhafter Qualität [5]. Die Ampelfarbe auf denselben Seiten ersetzt laut Embryotox niemals die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden. Grau steht dort für Mittel, bei denen bisherige Erfahrungen kein nennenswertes Risiko für das ungeborene Kind haben erkennen lassen, die Daten aber noch unzureichend oder widersprüchlich sein können; vor der Anwendung in der Schwangerschaft ist dann laut Embryotox eine Abwägung von Nutzen und Risiken im Einzelfall unbedingt erforderlich. Rot steht für gesicherte Fruchtschädigung (Teratogenität) und/oder gravierende Schädigung des ungeborenen Kindes (Fetotoxizität) [6].
Kinderwunsch: die Schwangerschaft vorbereiten
Weil Antidepressiva laut Embryotox gelegentlich etwas unkritisch auf Dauer verordnet werden, stellt sich bei der Planung einer Schwangerschaft durchaus die Frage, ob die Medikation fortgeführt werden sollte; frühere Erfahrungen mit Wirkung und unerwünschten Wirkungen sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden [7]. Wer bisher nur hausärztlich oder psychotherapeutisch behandelt wird, Antidepressiva einnimmt und eine Schwangerschaft plant oder schwanger ist, für den nennt die NVL Unipolare Depression (Version 3.2, gültig bis spätestens 29.09.2027) eine Überweisung in die Psychiatrie, Psychotherapie oder Psychosomatik und in die Gynäkologie und Geburtshilfe [31]. Vor allem bei schweren psychischen Erkrankungen sollten Frauen laut Embryotox außerdem ausführlich beraten und gegebenenfalls dabei unterstützt werden, ihren Lebensstil nach Möglichkeit auf eine geplante Schwangerschaft einzustellen, etwa mit dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol und dem Beginn der Vorbeugung mit Folsäure [8].
Für Valproinsäure gilt ein eigenes Schwangerschaftsverhütungsprogramm (siehe unten), und bei Carbamazepin sollte die Behandlung laut Embryotox bei der Planung einer Schwangerschaft sehr kritisch geprüft werden [18]. Setzen Frauen wegen eines Kinderwunsches hormonelle Verhütungsmittel ab, steigt laut Embryotox in der Regel der Spiegel von Lamotrigin [19]. Mehr dazu unter Verhütung und Psychopharmaka. Besprechen Sie Ihren Kinderwunsch frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und ändern Sie weder die Dosis noch die Verhütung selbst.
Schwanger unter Psychopharmaka: nicht abrupt absetzen
Nicht selten setzen Frauen laut Embryotox ihre Medikamente abrupt ab, wenn sie von einer Schwangerschaft erfahren, meist aus Furcht vor einer Schädigung des Kindes. Da sich zumindest von den länger gebräuchlichen Antidepressiva keines als eindeutig fruchtschädigend (teratogen) beim Menschen erwiesen hat, kann eine bewährte und notwendige Behandlung laut Embryotox in der Regel auch in der Schwangerschaft fortgeführt werden [7]. Auf den Seiten zu Sertralin und Citalopram schreibt Embryotox, eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation unverändert fortsetzen, um keine für Mutter und Kind bedrohlichen Krisen hervorzurufen [12, 13].
Eine antipsychotische Dauermedikation sollte bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft laut Embryotox in keinem Fall abrupt verringert oder abgesetzt werden, weil das die Gefahr eines Rückfalls erhöht [8]. Bei bipolaren Erkrankungen besteht nach einem abrupten Absetzen laut Embryotox eine hohe Rückfallgefahr; ein Rückfall kann dann dazu führen, dass in der Schwangerschaft insgesamt mehr und höher dosierte Medikamente eingesetzt werden müssen und dass Suizidalität auftritt [9]. Auch nach dem Absetzen einer wirksamen Medikation wegen eines Kinderwunsches oder einer Schwangerschaft können Angsterkrankungen laut Embryotox wiederkehren oder sich verschlechtern [10]. Bei Benzodiazepinen wie Lorazepam muss ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft laut Embryotox wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien in jedem Fall unterbleiben [20].
Die Packungsbeilage von Sertralin fordert dazu auf, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen oder unverzüglich ein Krankenhaus aufzusuchen, wenn Gedanken auftreten, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen [22]. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern.
Ob und wie eine Behandlung geändert wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Psychopharmaka absetzen.
Begleitung während der Schwangerschaft

Bei allen psychiatrischen Erkrankungen sollte die Schwangerschaft laut Embryotox sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim ungeborenen Kind rechtzeitig zu begegnen [7]. Schwangerschaften von Frauen mit psychotischen oder bipolaren Erkrankungen sind laut Embryotox unabhängig von der Medikation als Risikoschwangerschaften anzusehen [8, 9]. Weil sich in der Schwangerschaft die Ausscheidung der Arzneimittel ändern kann, wird laut Embryotox zunehmend der Spiegel im Blut gemessen (therapeutisches Drug-Monitoring) [7, 8]. Mehr dazu unter Medikamentenspiegel.
Was Embryotox und Fachinformationen nach Gruppen sagen
Antidepressiva
Für eine Neueinstellung in der Schwangerschaft sollte laut Embryotox zunächst der Einsatz von Sertralin und Citalopram erwogen werden; als beruhigend (sedierend) wirkende Antidepressiva kommen auch Amitriptylin und Mirtazapin in Frage [7]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für Sertralin und Citalopram gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als sehr hoch an; weit über hunderttausend dokumentierte Schwangerschaften mit SSRI haben keine Hinweise auf eine erhöhte Gesamtfehlbildungsrate erbracht [12, 13]. Werden SSRI bis zur Geburt eingenommen, sind laut Embryotox Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich, etwa Übererregbarkeit, Zittern oder Trinkstörungen; sie sind meist leicht, klingen von selbst ab und dauern meist nicht länger als ein bis zwei Wochen [12].
Laut Packungsbeilage von Sertralin können Arzneimittel dieser Art, besonders in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten eingenommen, beim Neugeborenen einen anhaltenden Lungenhochdruck (PPHN) mit schneller Atmung und Blaufärbung der Haut verursachen; informieren Sie dann sofort Hebamme, Ärztin oder Arzt [22]. Gegen Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann laut Packungsbeilage von Sertralin wie von Citalopram das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein. Sertralin wird laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das Kind, Citalopram nur, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt erforderlich hält [22, 23].
Antipsychotika
Viele atypische Antipsychotika, insbesondere Quetiapin, sind laut Embryotox für den Einsatz in der Schwangerschaft und im Wochenbett geeignet [8]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ist die Schwangerschaft bereits eingetreten, ist es laut Embryotox meist sinnvoll, die bisherige antipsychotische Medikation unverändert fortzuführen, in der Regel auch bei einem Depot oder wenn das Mittel nicht zu den Mitteln der ersten Wahl gehört; jede Umstellung bringt die Gefahr eines Rückfalls mit sich [8].
Für Quetiapin gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als sehr hoch an: Studien mit mehr als 4.500 ausgewerteten Schwangerschaften haben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht, beobachtet wurden aber vermehrt Stoffwechselstörungen mit übermäßiger Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes [14]. Für Clozapin gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als hoch an; weil in der Regel ein dringender Grund für Clozapin vorliegt, ist laut Embryotox bei einer gut eingestellten Patientin kein Wechsel der Behandlung angezeigt [15]. Neugeborene, die im letzten Schwangerschaftsdrittel Antipsychotika ausgesetzt waren, haben laut Fachinformation von Quetiapin ein Risiko für Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) und Entzugserscheinungen und sollten sorgfältig überwacht werden [24].
Lithium
Lithium, einer der Stimmungsstabilisierer, hat sich laut Embryotox nach etwa 1.400 ausgewerteten Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel bisher als schwach fruchtschädigend erwiesen; es kann zu Herzfehlbildungen führen, insbesondere zur sogenannten Ebstein-Anomalie. Den Erfahrungsumfang gibt Embryotox als hoch an [16]. Häufig kann auf Lithium laut Embryotox auch in der Schwangerschaft nicht verzichtet werden, und keinesfalls sollte es bei Bekanntwerden der Schwangerschaft abrupt abgesetzt werden [9]. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox wenn möglich andere Strategien bevorzugt werden, zur Vorbeugung neuer Krankheitsphasen (Phasenprophylaxe) bei bipolarer Erkrankung insbesondere gut erprobte atypische Antipsychotika [9, 16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nach der österreichischen Fachinformation soll Lithium nicht in der Schwangerschaft, besonders nicht im ersten Drittel, verwendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen für die Mutter überwiegt die möglichen Gefahren für das Kind [25]. Nach der deutschen Fachinformation darf das Präparat in der Schwangerschaft nicht angewendet werden; tritt dennoch eine Schwangerschaft ein, kann die Behandlung fortgeführt werden, wenn sie unbedingt erforderlich erscheint, und noch im ersten Drittel sollte eine Ultraschall-Feindiagnostik oder eine Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens Organfehlbildungen ausschließen [26].
Weil sich die Ausscheidung von Lithium in der Schwangerschaft und nach der Geburt verändert, muss die Ärztin oder der Arzt laut Embryotox den Lithium-Spiegel regelmäßig kontrollieren [16]. Für die Zeit kurz vor der Entbindung beschreiben beide Fachinformationen Maßnahmen der Ärztin oder des Arztes, weil der Lithiumspiegel durch die Veränderungen bei der Geburt ansteigen und es laut österreichischer Fachinformation bei Mutter und Kind zu einer Vergiftung kommen kann. Nach der österreichischen Fachinformation wird Lithium vor der Entbindung abgesetzt, nach der deutschen wird die Dosis vor der Geburt verringert und Lithium bei Beginn der Wehen abgesetzt; nach der Geburt kann die bisherige Behandlung laut deutscher Fachinformation fortgesetzt werden [25, 26]. Embryotox rät, über ein Absenken des Lithium-Spiegels vor der Geburt im Einzelfall zu entscheiden, weil besonders bei bipolarer Störung im Wochenbett eine hohe Rückfallgefahr besteht [16]. Setzen Sie Lithium nicht eigenmächtig ab und ändern Sie die Einnahme nicht selbst; was rund um die Geburt geschieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest.
Carbamazepin und Lamotrigin
Carbamazepin ist laut Embryotox fruchtschädigend; Embryotox zeigt dafür wie für Valproinsäure die rote Ampel, bei sehr hohem Erfahrungsumfang. Bei psychiatrischen Anwendungsgebieten sollte Carbamazepin laut Embryotox nicht verwendet werden, stattdessen sollten etablierte Psychopharmaka bevorzugt werden; bei Epilepsie sollte bei Planung einer Schwangerschaft wenn möglich auf besser geeignete Mittel umgestellt werden [18]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Lamotrigin ist laut Embryotox wegen des sehr hohen Erfahrungsumfangs und der offenbar guten Verträglichkeit für Embryo und Fetus das Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft, falls es ausreichend wirksam ist. Bei psychiatrischen Anwendungsgebieten und einer Neueinstellung ist laut Embryotox zu prüfen, ob es Alternativen gibt, zum Beispiel Quetiapin bei bipolarer Erkrankung [19]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Weil der Abbau von Lamotrigin in der Schwangerschaft meist stark ansteigt, müssen die Spiegel laut Embryotox engmaschig kontrolliert werden [19].
Beruhigungs- und Schlafmittel
Für Lorazepam, eines der Benzodiazepine, gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als mittel an; eine Studie mit mehr als 100 ausgewerteten Schwangerschaften konnte kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nachweisen. Nach regelmäßiger Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt muss laut Embryotox mit teilweise schwerwiegenden Beschwerden beim Neugeborenen gerechnet werden, von Anpassungsstörungen und einer gedämpften Atmung bis zum teilweise wochenlang anhaltenden "Floppy-Infant-Syndrom" mit schlaffer Muskulatur und Teilnahmslosigkeit; auch Entzugszeichen wie Krampfanfälle sind möglich [20].
Je nach Anlass, etwa Angst, Unruhe oder Schlafstörungen, sollten laut Embryotox besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden [20]. Bei Angsterkrankungen hält Embryotox es für unsinnig, ein Antidepressivum auf ein Benzodiazepin umzustellen, weil das Benzodiazepin für Mutter und Kind mehr Risiken mit sich bringt [10]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zu Mitteln gegen Schlafstörungen unter Schlafmittel.
ADHS-Medikamente
Für Methylphenidat, eines der ADHS-Medikamente, gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als sehr hoch an; es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko, ein gering erhöhtes Risiko für Fehlbildungen von Herz und Gefäßen lässt sich aber nicht ausschließen. Die Verordnung sollte laut Embryotox vor allem im ersten Drittel kritisch geprüft werden; führt das Absetzen zu einer eindeutigen und alltagsrelevanten Verschlechterung der ADHS, ist die Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft akzeptabel [21]. Ist eine medikamentöse Behandlung eindeutig nötig, kommt laut Embryotox am ehesten Methylphenidat in Frage, gegebenenfalls auch therapeutisch eingesetzte Amfetamine [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Valproinsäure: das Schwangerschaftsverhütungsprogramm
Valproinsäure, auch Valproat genannt, hat laut Fachinformation ein hohes fruchtschädigendes (teratogenes) Potenzial: Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind, haben ein hohes Risiko für angeborene Fehlbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen [27]. Embryotox zeigt dafür die rote Ampel bei sehr hohem Erfahrungsumfang; eine sichere Schwellendosis ist laut Embryotox nicht bekannt [17].
Mit einem Rote-Hand-Brief vom 9. November 2018 informierten die Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über neue Gegenanzeigen und das Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Seither darf Valproat bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter nur angewendet werden, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden [29]. In der Schwangerschaft ist Valproat laut Fachinformation bei bipolarer Störung kontraindiziert, bei Epilepsie ebenfalls, es sei denn, es stehen keine geeigneten anderen Behandlungen zur Verfügung; bei Frauen im gebärfähigen Alter ist es kontraindiziert, es sei denn, die Bedingungen des Programms werden eingehalten [27].
Zu diesen Bedingungen gehören laut Fachinformation ein negativer Schwangerschaftstest vor Beginn, eine ununterbrochene zuverlässige Verhütung während der gesamten Behandlung und mindestens einmal im Jahr eine Beurteilung durch eine erfahrene Fachärztin oder einen erfahrenen Facharzt, ob Valproat die geeignete Behandlung ist [27]. Möchten Sie schwanger werden, vereinbaren Sie laut Packungsbeilage zuerst einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; beenden Sie weder die Einnahme noch die Verhütung, bevor Sie darüber gesprochen haben. Werden Sie unter Valproat schwanger, dürfen Sie die Einnahme nur beenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert, weil sich sonst Ihr Zustand verschlechtern kann; vereinbaren Sie unverzüglich einen Termin [28]. Als besser geeignete Mittel nennt Embryotox bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam, bei bipolarer Störung Quetiapin, andere Neuroleptika und Lamotrigin, gegebenenfalls auch das schwach fruchtschädigende Lithium [17]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Hinweise für Männer
Laut Rote-Hand-Brief vom 19. Februar 2024 weist eine rückblickende Beobachtungsstudie aus drei nordeuropäischen Ländern auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung allein mit Valproat behandelt wurden, verglichen mit Vätern, die allein mit Lamotrigin oder Levetiracetam behandelt wurden. Wegen der Grenzen der Studie ist dieses Risiko laut Rote-Hand-Brief möglich, aber nicht belegt. Verschreibende Ärztinnen und Ärzte sollten männliche Patienten über dieses mögliche Risiko informieren und mit ihnen die Notwendigkeit besprechen, während der Behandlung und drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für den Patienten und seine Partnerin in Betracht zu ziehen [30]. Die Fachinformation (Stand August 2026) ergänzt, dass andere Studien nicht auf ein erhöhtes Risiko nach einer Behandlung des Vaters hindeuten; die verfügbaren Daten sind deshalb uneinheitlich, und ob Valproat die Ursache ist, ist ungewiss. Als Vorsichtsmaßnahme nennt sie dieselben Hinweise zur Aufklärung und zur Verhütung wie der Rote-Hand-Brief. Männer sollten während der Behandlung und mindestens drei Monate danach keinen Samen spenden. Die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt sollte regelmäßig prüfen, ob Valproat weiterhin die am besten geeignete Behandlung ist, und bei Kinderwunsch sollten andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und besprochen werden [27]. Embryotox beschreibt zur Behandlung von Vätern zwei Registerstudien: In einer Studie mit skandinavischen Registerdaten zu etwa 2.000 Kindern ergab sich der Verdacht auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen; ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich daraus laut Embryotox auch wegen methodischer Schwächen nicht ableiten. Eine dänische Registerstudie mit mehr als 1.300 Kindern, die zum Teil auf denselben Daten beruht, fand weder ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen noch für angeborene Fehlbildungen. Für ein abschließendes Urteil reichen die bisherigen Daten laut Embryotox nicht aus. Bei einem stabil auf Valproat eingestellten Mann erscheint Embryotox die Weiterführung auch bei Kinderwunsch akzeptabel, wenn die unklare Datenlage in Kauf genommen wird [17]. Ob Ihre Behandlung geändert wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich unter Valproinsäure: Schwangerschaft und Verhütung.
Rund um die Geburt und im Wochenbett
Nach einer Einnahme bis zur Geburt sind bei vielen Psychopharmaka Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich; für SSRI, Quetiapin, Lithium, Lamotrigin, Lorazepam und Methylphenidat empfiehlt Embryotox deshalb die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) [12, 14, 16, 19, 20, 21]. Frauen mit psychotischen Erkrankungen in der Vorgeschichte sind laut Embryotox nach der Entbindung besonders rückfallgefährdet; bei bipolaren Erkrankungen sind Rückfälle besonders häufig nach abruptem Absetzen der vorbeugenden Medikation und im Wochenbett [8, 9]. Die meisten Wochenbettpsychosen beginnen laut Embryotox in den ersten zwei Wochen nach der Geburt, und nach einer depressiven Vorerkrankung ist eine Depression nach der Geburt wahrscheinlicher [7, 9]. Mehr dazu unter Wochenbettdepression.
Embryotox empfiehlt, die Entbindung und die Zeit danach gut vorzubereiten, unter anderem mit gesichertem Schlaf, Abschirmung von Reizen, weniger Stress und geplanter Unterstützung durch Partner, Familie oder andere Helfer; unterstützend kann eine Familienhebamme beantragt werden, die die Familie von der Schwangerschaft bis zu einem Jahr nach der Entbindung begleitet [8, 9]. Was beim Stillen gilt, steht unter Psychopharmaka in der Stillzeit.
Was Sie tun können
Sagen Sie Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt und Ihrer Hebamme, welche Psychopharmaka Sie nehmen; die Packungsbeilagen von Sertralin und Citalopram bitten ausdrücklich darum [22, 23]. Eine Übersicht über alle Mittel gibt der Medikationsplan, Ihre Fragen können Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten. Bei Fragen zu einem bestimmten Mittel können Sie sich an Embryotox wenden [2].
Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungstagebuch festhalten, im Krisenplan, wer Sie nach der Geburt unterstützt.
Quellen
- Embryotox: Hinweise (Beim Lesen der Internetplattform bitte unbedingt beachten; Basisrisiko; individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 04.04.2025. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Beratung (Online-Fragebögen und telefonische Beratung). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 22.10.2026. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Über uns. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 09.02.2018. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Impressum. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 03.07.2025. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Glossar, Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Depressive Krankheitsbilder. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Psychosen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Bipolare affektive Störung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Angsterkrankungen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Sertralin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Citalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Quetiapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Clozapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Lithiumsalze. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Valproinsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Carbamazepin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Lamotrigin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Lorazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Methylphenidat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief Valproat: Neue Anwendungseinschränkungen, Einführung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht von ratiopharm GmbH). Stand 09.11.2018. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief zu Valproat: Mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, deren Väter mit Valproat behandelt wurden. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 19.02.2024. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Tabelle 44. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Welche Antidepressiva sind in der Schwangerschaft möglich?
Eine bewährte und notwendige Behandlung kann laut Embryotox in der Regel auch in der Schwangerschaft fortgeführt werden, weil sich von den länger gebräuchlichen Antidepressiva keines als eindeutig fruchtschädigend erwiesen hat. Für eine Neueinstellung sollte laut Embryotox zunächst der Einsatz von Sertralin und Citalopram erwogen werden, als beruhigend wirkende Mittel kommen auch Amitriptylin und Mirtazapin in Frage. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Antidepressiva in der Schwangerschaft weiter nehmen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, entscheidend sind Wirkstoff und Erkrankung. Auf den Seiten zu Sertralin und Citalopram schreibt Embryotox, eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation unverändert fortsetzen, um keine für Mutter und Kind bedrohlichen Krisen hervorzurufen. Bei einer bestehenden Behandlung mit einem Antidepressivum sollte laut Embryotox zunächst geprüft werden, ob es in der Schwangerschaft weiter eingenommen werden kann. Setzen Sie nicht abrupt ab und sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was passiert, wenn ich Psychopharmaka in der Schwangerschaft absetze?
Ein abruptes Absetzen kann laut Embryotox zu Rückfällen führen: Bei einer antipsychotischen Dauermedikation erhöht es die Rückfallgefahr, bei bipolaren Erkrankungen besteht danach eine hohe Rückfallgefahr, und auch Angsterkrankungen können wiederkehren oder sich verschlechtern. Bei Benzodiazepinen sind laut Embryotox schwere Entzugskomplikationen wie Krampfanfälle möglich; ein abruptes Absetzen muss deshalb in jedem Fall unterbleiben. Ob und wie eine Behandlung geändert wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welches Neuroleptikum ist in der Schwangerschaft geeignet?
Viele atypische Antipsychotika, insbesondere Quetiapin, sind laut Embryotox für den Einsatz in Schwangerschaft und Wochenbett geeignet; für Quetiapin gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als sehr hoch an. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ist die Schwangerschaft schon eingetreten, ist es laut Embryotox meist sinnvoll, die bisherige antipsychotische Medikation unverändert fortzuführen, weil jede Umstellung die Gefahr eines Rückfalls mit sich bringt.
Was gilt für Beruhigungsmittel und Schlaftabletten in der Schwangerschaft?
Für Lorazepam gibt Embryotox den Erfahrungsumfang als mittel an. Nach regelmäßiger Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohen Dosen kurz vor der Geburt muss mit teilweise schwerwiegenden Beschwerden beim Neugeborenen gerechnet werden, bis hin zum "Floppy-Infant-Syndrom" und Entzugszeichen. Je nach Anlass sollten laut Embryotox besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein abruptes Absetzen muss laut Embryotox in jedem Fall unterbleiben.
Darf ich ADHS-Medikamente in der Schwangerschaft nehmen?
Das wird im Einzelfall entschieden. Laut Embryotox sollte die Verordnung von Methylphenidat in der Schwangerschaft kritisch geprüft werden; führt das Absetzen zu einer eindeutigen und alltagsrelevanten Verschlechterung der ADHS, ist die Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft akzeptabel. Ist eine Behandlung mit Medikamenten eindeutig nötig, kommt laut Embryotox am ehesten Methylphenidat in Frage, gegebenenfalls auch therapeutisch eingesetzte Amfetamine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was muss ich bei Kinderwunsch beachten?
Sprechen Sie Ihren Kinderwunsch früh an: Bei Antidepressiva stellt sich laut Embryotox bei der Planung einer Schwangerschaft die Frage, ob die Medikation fortgeführt werden sollte. Für Valproinsäure gilt ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm; laut Packungsbeilage müssen Sie zuerst einen Termin vereinbaren und dürfen weder die Einnahme noch die Verhütung beenden, bevor Sie darüber gesprochen haben. Carbamazepin sollte laut Embryotox bei der Planung sehr kritisch geprüft werden. Auch Männer, die Valproat nehmen, sollen laut Packungsbeilage ihre Ärztin oder ihren Arzt aufsuchen, sobald sie ein Kind zeugen möchten.
Was ist Embryotox?
Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité in Berlin. Es bietet seit 1988 unabhängige Informationen zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit und berät bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft kostenlos und telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorher über einen Online-Fragebogen zu schicken. Die Informationen auf embryotox.de dürfen laut Embryotox nicht als Grundlage für eigenmächtige Entscheidungen dienen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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