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Schlafmittel
Schlafmittel (Hypnotika) sind Medikamente gegen Ein- und Durchschlafstörungen: verschreibungspflichtige Mittel wie Benzodiazepine, Z-Substanzen, Daridorexant und Melatonin-Retardtabletten, rezeptfreie Antihistaminika wie Doxylamin und Diphenhydramin sowie pflanzliche Mittel wie Baldrian. Benzodiazepine und Z-Substanzen können abhängig machen; bei Zopiclon, Zolpidem und Temazepam sollte die Behandlung laut Fachinformation einschließlich der Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten. Die Ursachen einer Schlafstörung beseitigen Schlafmittel laut IQWiG nicht; Fachleute empfehlen in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie.

Schlafmittel, in der Fachsprache Hypnotika, sind Medikamente gegen Ein- und Durchschlafstörungen. Laut IQWiG werden dafür unter anderem pflanzliche Mittel, Antihistaminika, Melatonin, Benzodiazepine, Z-Substanzen und der Orexin-Rezeptor-Antagonist Daridorexant eingesetzt, außerdem einige Antidepressiva und Antipsychotika. Manche gibt es ohne Rezept, andere müssen ärztlich verordnet werden. Medikamente können laut IQWiG nur vorübergehend helfen, wieder etwas Kraft zu schöpfen; die Ursachen einer Schlafstörung beseitigen sie nicht. [1, 8]
Ist eine ausgeprägte Schlafstörung festgestellt, empfehlen Fachleute laut IQWiG in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie. Starke Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen kommen normalerweise erst infrage, wenn der Leidensdruck groß ist und keine andere Behandlung ausreichend geholfen hat. Mehr dazu unter Schlafstörungen (Insomnie). [1]
Welche Schlafmittel gibt es?
Die Mittel unterscheiden sich darin, wo sie im Gehirn ansetzen und wofür sie zugelassen sind. Die Tabelle gibt die Fach- und Gebrauchsinformation je eines Präparats wieder und folgt keiner Rangfolge.
| Gruppe und Wirkstoffe | Wie sie wirken | Zugelassen bei |
|---|---|---|
| Z-Substanzen: Zopiclon, Zolpidem, Eszopiclon | Zopiclon und Zolpidem wirken am Rezeptor-Komplex des Botenstoffs GABA; Zopiclon bindet dort an einer anderen Stelle als Benzodiazepine [6, 7] | Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen; Zopiclon nur bei klinisch bedeutsamem Schweregrad, Zolpidem nur, wenn die Schlafstörung schwer ist oder übermäßiges Leiden bedingt, Eszopiclon normalerweise für kurze Dauer und nur bei schwerwiegender Störung [6, 7, 8] |
| Benzodiazepine: unter anderem Temazepam, Triazolam, Flurazepam, Nitrazepam, Oxazepam | binden an Benzodiazepin-Rezeptoren und verstärken die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA (Temazepam) [9] | Temazepam: Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, nur bei klinisch bedeutsamem Schweregrad; Oxazepam: unter anderem Durchschlafstörungen [9, 10] |
| Orexin-Rezeptor-Antagonist: Daridorexant | blockiert die Andockstellen (Rezeptoren) für Orexin, einen Botenstoff, der die Wachheit fördert; so verringert es die Wachheit und erleichtert das Einschlafen [11] | Erwachsene mit Schlafstörungen, deren Beschwerden seit mindestens 3 Monaten anhalten und sich beträchtlich auf die Aktivität am Tag auswirken [11] |
| Melatonin (Retardtabletten) | körpereigenes Hormon der Zirbeldrüse; seine Wirkung an Melatonin-Rezeptoren, die den Tag-Nacht-Rhythmus und den Schlaf mitsteuern, soll zur schlaffördernden Wirkung beitragen [12] | als alleinige Behandlung zur kurzzeitigen Behandlung der primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Schlaflosigkeit ab 55 Jahren [12] |
| Antihistaminika: Doxylamin, Diphenhydramin | Doxylamin blockiert die H1-Rezeptoren des Botenstoffs Histamin und wirkt dämpfend (sedierend) [13] | Doxylamin: Ein- und Durchschlafstörungen, die eine Behandlung mit Medikamenten erfordern; Diphenhydramin: Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen [13, 14] |
| Pflanzliche Mittel: Baldrianwurzel | die beruhigende Wirkung ist seit Langem bekannt, lässt sich laut Fachinformation aber nicht sicher bestimmten Inhaltsstoffen zuschreiben [15] | pflanzliches Arzneimittel zur Beruhigung, bei leichter nervöser Anspannung und bei Schlafstörungen, für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren [15] |
| Niederpotente Antipsychotika: Melperon, Pipamperon; außerdem Promethazin | Melperon und Pipamperon blockieren Rezeptoren für den Botenstoff Dopamin; Melperon führt laut Fachinformation in niedriger Dosis zunächst zu einer Entspannung mit erhöhter Schlafbereitschaft [16, 17] | Melperon: unter anderem Schlafstörungen und Verwirrtheitszustände, insbesondere in der Altersmedizin und Psychiatrie; Pipamperon: Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen; Promethazin: Schlafstörungen bei Erwachsenen, wenn therapeutische Alternativen nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren [16, 17, 18] |
Als Benzodiazepine gegen Schlafstörungen werden laut IQWiG derzeit vor allem Lormetazepam, Temazepam, Nitrazepam und Flunitrazepam angewendet. [1]
Mit Rezept, ohne Rezept, pflanzlich
Ob ein Arzneimittel ein Rezept braucht, regelt die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). In ihrer Anlage 1 stehen unter anderem Zopiclon, Eszopiclon, Daridorexant, Melatonin, Melperon und Pipamperon. Bei Melatonin sind nur bestimmte niedrig dosierte Arzneimittel zum Einnehmen bei Jetlag bei Erwachsenen ausgenommen. Promethazin muss laut IQWiG ebenfalls ärztlich verordnet werden. [1, 4]
Zolpidem und die genannten Benzodiazepine stehen außerdem in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Für Zolpidem, Temazepam, Triazolam, Flurazepam, Nitrazepam und Oxazepam sind dort Zubereitungen ausgenommen, die je Tablette oder anderer abgeteilter Form eine bestimmte Menge nicht überschreiten. Für sie gelten laut Anlage III aber weiterhin die betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften über Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr; verschreibungspflichtig sind sie nach Anlage 1 der AMVV. Für Flunitrazepam enthält Anlage III keine solche Ausnahme. [4, 5]
Ohne Rezept erhältlich sind Doxylamin und Diphenhydramin: Doxylamin ist laut AMVV nur zur Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verschreibungspflichtig und laut Fachinformation apothekenpflichtig, Diphenhydramin nur zur parenteralen Anwendung verschreibungspflichtig. Fach- und Gebrauchsinformation begrenzen die Anwendung: Bei Doxylamin kann die Behandlung im Allgemeinen einige Tage bis zu einer Woche dauern und sollte spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme beendet werden; bei Diphenhydramin sollte sie im Allgemeinen nur wenige Tage dauern und 2 Wochen nicht überschreiten. Bei fortbestehenden Schlafstörungen bittet die Gebrauchsinformation von Diphenhydramin, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Antihistaminika eignen sich laut IQWiG nicht für Männer mit Prostataproblemen, weil sie die Entleerung der Blase stören können. Die Einnahmemengen stehen im Zitat der Packungsbeilage auf den Seiten Doxylamin und Diphenhydramin. [1, 4, 13, 14]
Zu den pflanzlichen Mitteln, die als schlaffördernd gelten, zählt das IQWiG zum Beispiel Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Melisse; meist sind sie ohne Rezept erhältlich. Das Baldrianpräparat aus der Tabelle ist laut Fachinformation als Arzneimittel zugelassen und freiverkäuflich; frei verkäuflich heißt laut IQWiG, dass ein Mittel ohne Rezept zum Beispiel auch im Supermarkt oder Drogeriemarkt erhältlich ist. Belege, dass pflanzliche Mittel die Beschwerden einer Schlafstörung lindern, gibt es laut IQWiG nicht; möglich sind allergische Reaktionen, Übelkeit oder Bauchkrämpfe, und einige vertragen sich nicht mit anderen Beruhigungsmitteln. Melatonin gibt es außerdem als frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel, manche davon laut IQWiG ähnlich hoch dosiert wie Medikamente. [1, 15]
Wirkstoffe der Gruppe
Baldrianwurzelz. B. Baldrian-ratiopharm, Baldriparan, BaldrivitBeruhigung, leichte nervöse Anspannung, Schlafstörungen (pflanzlich)
Daridorexantz. B. QuviviqLänger anhaltende Schlafstörungen (Insomnie) bei Erwachsenen
Diphenhydraminz. B. Diphenhydraminhydrochlorid STADAKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
Doxylaminz. B. SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten, Hoggar Night 25 mg Tabletten, Hoggar Night 25 mg SchmelztablettenEin- und Durchschlafstörungen
Eszopiclonz. B. LuniviaSchwere Schlafstörungen, kurzzeitig
Flurazepamz. B. DalmadormKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
Melatoninz. B. Circadin, Melatonin-ratiopharm, SlenytoKurzzeitige Behandlung primärer Schlaflosigkeit ab 55 Jahren; Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung, bestimmten neurogenetischen Störungen oder ADHS
Melperonz. B. Melneurin, Melperon AbZ, Melperon-ratiopharmSchlafstörungen, Verwirrtheit, Unruhe und Erregungszustände, insbesondere in der Altersmedizin (Geriatrie) und Psychiatrie
Nitrazepamz. B. Nitrazepam-neuraxpharm, Mogadan, Nitrazepam ALKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen, BNS-Krämpfe bei Säuglingen und Kleinkindern
Oxazepamz. B. durazepam 50 mg forte, Oxazepam-ratiopharmAngst-, Spannungs- und Erregungszustände, Durchschlafstörungen
Pipamperonz. B. Dipiperon, Pipamperon-neuraxpharmSchlafstörungen, vor allem bei älteren Menschen; Unruhe und Erregungszustände
Promethazinz. B. Atosil, Promethazin-neuraxpharmUnruhe- und Erregungszustände, Übelkeit und Erbrechen, Schlafstörungen
Temazepamz. B. Temazep-CT, Remestan, Remestan miteKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
Triazolamz. B. HalcionKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen, vor allem Einschlafstörungen
Zolpidemz. B. Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten, Zolpidem AbZ 10 mg Filmtabletten, BikalmKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
Zopiclonz. B. Ximovan, Zopiclon-ratiopharmKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen
Promethazin, Melperon, Pipamperon und Oxazepam gehören auch zu den Beruhigungsmitteln. Bei Schlafstörungen von Erwachsenen kann Promethazin laut Gebrauchsinformation angewendet werden, wenn therapeutische Alternativen nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren. [18]
Nebenwirkungen im Vergleich
Alle Schlaf- und Beruhigungsmittel können laut IQWiG auch tagsüber müde machen und die Reaktionsfähigkeit verringern; Tätigkeiten wie Autofahren können dann je nach Mittel riskant sein, und bei älteren Menschen steigt die Sturzgefahr. [1]
Schlafmittel wie Zopiclon können laut Fachinformation Gedächtnislücken für die Stunden nach der Einnahme verursachen (anterograde Amnesie); das Risiko lässt sich verringern, wenn die Tablette unmittelbar vor dem Schlafengehen genommen wird und 7 bis 8 Stunden ununterbrochener Schlaf möglich sind. Meist bei älteren Menschen kann es außerdem zu sogenannten paradoxen Reaktionen kommen, etwa Unruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Albträumen oder Sinnestäuschungen; dann sollte die Behandlung beendet werden. [6]
Bei Diphenhydramin nennt die Gebrauchsinformation vor allem Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag sowie Schwindel und Muskelschwäche; außerdem können bestimmte Herzrhythmusstörungen auftreten (Verlängerung der QT-Zeit). Unter Antihistaminika wurde laut Fachinformation von Doxylamin über EKG-Veränderungen berichtet; empfohlen wird deshalb eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion, besonders bei älteren Menschen und bei Vorschädigung des Herzens. [13, 14]
Die folgende Tabelle zeigt für die Wirkstoffe mit Datensatz jeweils die höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für einige Beschwerden, nach denen oft gefragt wird. Sie ist keine Rangliste: Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde, nicht, wie stark sie ist.
| Wirkstoff | Müdigkeit | Schwindel | Kopfschmerzen | Konzentrations- und Gedächtnisstörungen | Verwirrtheit | Albträume | Mundtrockenheit | Übelkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Baldrianwurzel | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | Nicht bekannt |
| Daridorexant | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt | nicht genannt | Gelegentlich | nicht genannt | Häufig |
| Doxylamin | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
| Eszopiclon | Häufig | Gelegentlich | Häufig | Häufig | Gelegentlich | Häufig | Häufig | Häufig |
| Flurazepam | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Nicht bekannt | Nicht bekannt | nicht genannt | Gelegentlich |
| Melatonin | Gelegentlich | Selten | Gelegentlich | Selten | Selten | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich |
| Melperon | Nicht bekannt | nicht genannt | Nicht bekannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
| Nitrazepam | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Selten | nicht genannt | Selten |
| Oxazepam | Häufig | Häufig | Häufig | Nicht bekannt | Nicht bekannt | nicht genannt | Häufig | Häufig |
| Pipamperon | Sehr häufig | nicht genannt | Nicht bekannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | Nicht bekannt |
| Promethazin | Sehr häufig | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | Sehr häufig | nicht genannt |
| Temazepam | Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Gelegentlich | Häufig | Nicht bekannt | nicht genannt | Gelegentlich |
| Triazolam | Häufig | Häufig | Häufig | Gelegentlich | Gelegentlich | Nicht bekannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Zolpidem | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Gelegentlich | Häufig | nicht genannt | Häufig |
| Zopiclon | Häufig | Gelegentlich | Gelegentlich | Selten | Selten | Gelegentlich | Häufig | Gelegentlich |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung mit Häufigkeit auf. Das bedeutet nicht, dass sie nicht auftreten kann; Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Produktinformation stehen ebenfalls auf der Wirkstoffseite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Nicht in der Tabelle, weil Packungsbeilage bzw. Fachinformation die Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangaben nennen: Diphenhydramin. Die Beschwerden stehen auf der Wirkstoffseite.
Mehr zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit durch Psychopharmaka, Herz und QT-Zeit und Bewegungsstörungen.
Wirkungseintritt und Dauer

Zopiclon und Eszopiclon werden laut Fach- und Gebrauchsinformation unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen, bei Zopiclon setzt die Wirkung rasch ein. Doxylamin wirkt laut Fachinformation innerhalb von 30 Minuten, die Wirkung hält 3 bis 6 Stunden an. Baldrianwurzel wirkt dagegen allmählich und eignet sich laut Fachinformation deshalb nicht zur akuten Behandlung; für einen optimalen Behandlungserfolg wird eine regelmäßige Anwendung über 2 bis 4 Wochen empfohlen. Bessern sich die Beschwerden nach 2 Wochen nicht oder werden sie schlimmer, muss laut Packungsbeilage eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. [6, 8, 13, 15]
Wie lange ein Schlafmittel genommen wird, legt seine Fach- oder Gebrauchsinformation fest:
- Zopiclon, Zolpidem und Temazepam: Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten, bei Zolpidem im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen. Länger sollte nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung behandelt werden; bei Zopiclon und Zolpidem nennt die Fachinformation als Grund, dass das Risiko von Missbrauch und Abhängigkeit mit der Dauer steigt. Bei Eszopiclon soll die Behandlung laut Gebrauchsinformation so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen. [6, 7, 8, 9]
- Daridorexant: so kurz wie möglich; ob die Behandlung weiter nötig ist, sollte innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig beurteilt werden. [11]
- Melatonin-Retardtabletten: können bis zu 13 Wochen genommen werden. [12]
Nach wiederholter Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln über wenige Wochen kann ihre Wirkung laut Fachinformation von Zopiclon nachlassen (Toleranz); bessert sich die Schlafstörung nach 7 bis 14 Tagen nicht, sollte nach anderen psychischen oder körperlichen Ursachen gesucht werden. Der Ratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) rät, eine langfristige tägliche Einnahme von Schlaftabletten zu meiden oder vorsichtig und sparsam mit ihnen umzugehen; meist werden sie laut DGSM für höchstens vier Wochen verschrieben. Mehr unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [3, 6]
Absetzen
Wird ein Benzodiazepin oder eine Z-Substanz plötzlich beendet, können laut Fachinformation auch nach kürzerer Behandlung die Schlafstörungen vorübergehend verstärkt wiederkommen (Rebound), begleitet von Stimmungswechseln, Angst und Unruhe. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch von Entzugserscheinungen begleitet, zum Beispiel Kopf- und Muskelschmerzen, starker Angst, Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit, in schweren Fällen auch Sinnestäuschungen oder epileptischen Anfällen. Weil das Risiko nach plötzlichem Beenden höher ist, wird laut Fachinformation empfohlen, die Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. [6, 9]
Auch nach längerer täglicher Einnahme von Doxylamin können laut Fachinformation beim plötzlichen Absetzen die Schlafstörungen verstärkt wiederkommen; für Diphenhydramin empfiehlt die Gebrauchsinformation, die Behandlung gegebenenfalls schrittweise zu beenden. Daridorexant kann laut Fachinformation ohne schrittweise Verringerung auf eine niedrigere Dosis beendet werden. [11, 13, 14]
Wer Benzodiazepine oder Z-Substanzen nach längerem Gebrauch absetzen will, tut dies laut IQWiG am besten schrittweise und mit ärztlicher Hilfe; ab wann und wie langsam die Dosis verringert wird, bespricht man mit der Ärztin oder dem Arzt. Psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung kann dabei helfen. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen, Psychopharmaka absetzen und Absetzsymptome. [2]
Worauf Sie achten sollten
Abhängigkeit
Benzodiazepine und Z-Substanzen können laut Fachinformation zu Missbrauch sowie zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen, bei Temazepam auch im therapeutischen Dosisbereich. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung und ist bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder mit Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten in der Vorgeschichte größer. Laut IQWiG kann sich der Körper schon nach etwa zwei Wochen an das Mittel gewöhnen; dann steigt das Bedürfnis, es dauerhaft und höher dosiert zu nehmen, weil die Wirkung nachlässt. In Deutschland sind laut IQWiG etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen abhängig. [1, 6, 9]
Auch die Gebrauchsinformation von Diphenhydramin weist darauf hin, dass sich wie bei anderen Schlafmitteln eine körperliche und seelische Abhängigkeit entwickeln kann; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer. Bei Daridorexant gab es laut Fachinformation in Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch oder für Entzugserscheinungen nach dem Absetzen; wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat oder davon abhängig war, kann aber ein erhöhtes Risiko für einen Missbrauch haben und sollte sorgfältig überwacht werden. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln. [11, 14]
Am Morgen danach und im Straßenverkehr
Am Morgen nach der Einnahme von Zopiclon oder Zolpidem können laut Fachinformation unter anderem Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schwindel, Sehstörungen und eine verminderte Aufmerksamkeit die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Die Fachinformation von Zopiclon empfiehlt, in den ersten 12 Stunden nach der Einnahme kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten, die von Zolpidem in den ersten 8 Stunden; bei Zopiclon kann es im Einzelfall ratsam sein, solche Tätigkeiten auch darüber hinaus zu meiden. Bei Daridorexant wird empfohlen, in den etwa 9 Stunden nach der Einnahme kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen; vor allem in den ersten Behandlungstagen ist bei solchen Tätigkeiten Vorsicht geboten. [6, 7, 11]
Bei Doxylamin und Melperon sollte das Führen von Fahrzeugen laut Fachinformation zumindest in der ersten Phase der Behandlung ganz unterbleiben. Bei Diphenhydramin können sich Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen laut Gebrauchsinformation noch am Folgetag auswirken, vor allem nach zu kurzem Schlaf. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren. [13, 14, 16]
Handlungen im Schlaf
Unter Zopiclon und Zolpidem wurden laut Fachinformation Schlafwandeln und Handlungen in nicht vollständig wachem Zustand berichtet, etwa Autofahren, Zubereiten und Essen von Mahlzeiten, Telefonieren oder Geschlechtsverkehr, an die sich die Betroffenen später nicht erinnern konnten. Das kann schon nach der ersten Einnahme vorkommen; Alkohol und andere dämpfende Arzneimittel scheinen das Risiko zu erhöhen. Bei Zopiclon ist die Behandlung dann laut Fachinformation sofort abzubrechen, bei Zolpidem sollte das Absetzen dringend erwogen werden. Sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihnen oder Angehörigen so etwas auffällt. [6, 7]
Alkohol und andere dämpfende Mittel
Der Ratgeber der DGSM rät, Schlafmittel nie zusammen mit Alkohol einzunehmen. Während der Behandlung mit Zopiclon sollte laut Fachinformation kein Alkohol getrunken werden, weil er die Wirkung unvorhersehbar verändern und verstärken kann; während der Anwendung von Diphenhydramin dürfen Sie laut Gebrauchsinformation keinen Alkohol trinken. Zusammen mit Opioiden kann Zopiclon laut Fachinformation zu Dämpfung (Sedierung), einer Beeinträchtigung der Atmung (Atemdepression) und Koma führen; das kann lebensbedrohlich sein. Auch andere dämpfende Arzneimittel wie Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder müde machende Antihistaminika können die Wirkung verstärken. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol und Psychopharmaka kombinieren. [3, 6, 14]
Ältere Menschen
Bei älteren Menschen ist laut Fachinformation von Temazepam wegen der Sturzgefahr Vorsicht geboten, besonders beim nächtlichen Aufstehen. Diphenhydramin sollten ältere Menschen laut Gebrauchsinformation nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt nehmen, weil sie empfindlicher auf Nebenwirkungen reagieren können. Für ältere Menschen mit Demenz, die mit herkömmlichen (typischen) Antipsychotika behandelt werden, nennen die Fachinformationen von Melperon und Pipamperon ein leicht erhöhtes Sterblichkeitsrisiko; Pipamperon ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz zugelassen, bei Melperon prüft das die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka im Alter. [9, 14, 16, 17]
Depression und Krisen
Schlaflosigkeit kann ein Zeichen einer Depression sein; laut Fachinformation von Zopiclon sollte die Behandlung bei anhaltender Schlaflosigkeit deshalb neu bewertet werden. Einige epidemiologische Studien deuten laut Fachinformation auf ein häufigeres Auftreten von Suizidgedanken, Suizidversuchen und Suizid bei Menschen mit oder ohne Depression hin, die Benzodiazepine oder andere Schlafmittel einschließlich Zopiclon nahmen; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen. Eine bereits bestehende Depression kann während der Einnahme zutage treten. Bei Menschen mit Depression, die Schlafmittel nehmen, wurden laut Fachinformation von Daridorexant eine Verschlechterung der Depression, Suizidgedanken und Suizidversuche berichtet. [6, 11]
Schwangerschaft und Stillzeit
Zopiclon wird laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht empfohlen und sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden. Spät in der Schwangerschaft oder bei der Geburt genommen, können Benzodiazepine und verwandte Mittel beim Neugeborenen unter anderem zu niedriger Körpertemperatur, schlaffer Muskulatur, Trinkschwäche und gedämpfter Atmung führen, nach längerer Einnahme auch zu Entzugserscheinungen. Diphenhydramin darf laut Gebrauchsinformation in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. [6, 14]
Embryotox beschreibt für Zopiclon einen hohen Erfahrungsumfang: Studien zu mehr als 1.600 Schwangerschaftsverläufen ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel. Eine kurzzeitige Anwendung hält Embryotox nach kritischer Prüfung gegebenenfalls für akzeptabel; besonders in den Wochen vor der Entbindung oder wenn ein Schlafmittel länger nötig ist, sollten laut Embryotox besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch und Psychopharmaka in der Stillzeit. [21]
Abgrenzung zu verwandten Gruppen
Beruhigungsmittel wie Lorazepam sind vor allem bei Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen zugelassen, Lorazepam laut Fachinformation auch bei dadurch bedingten Schlafstörungen; als Schlafmittel erscheint seine Anwendung aber nur gerechtfertigt, wenn gleichzeitig Benzodiazepin-Wirkungen am Tag erwünscht sind. Mehr zu den beiden verwandten Gruppen unter Benzodiazepine und Z-Substanzen. Das Schlafmittel Zaleplon ist seit Juli 2015 nicht mehr in der EU zugelassen; laut EMA widerrief die Europäische Kommission die Zulassung auf Antrag des Zulassungsinhabers. [20, 22]
Begleitet eine Depression die Schlafstörung oder verursacht sie diese, kann laut IQWiG ein Antidepressivum erwogen werden. Gegen Schlafprobleme sind Antidepressiva wie Agomelatin, Amitriptylin, Mirtazapin oder SSRI laut IQWiG nicht zugelassen (Off-Label-Einsatz); über Nutzen und Schaden ist dabei wenig bekannt. Mehr unter Schlafstörungen (Insomnie) und Mirtazapin zum Schlafen. [1]
Von den Antipsychotika sind Melperon und Pipamperon laut Fachinformation für Schlafstörungen zugelassen, Promethazin mit den in der Tabelle genannten Einschränkungen. Die Filmtabletten von Quetiapin sind laut Fachinformation nur zur Behandlung der Schizophrenie und bipolarer Störungen zugelassen, für Schlafstörungen also nicht. Was gilt, wenn es trotzdem zum Schlafen verordnet wird, steht unter Quetiapin zum Schlafen. [16, 17, 18, 19]
Quellen
- Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
- Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
- Ratgeber für Patientinnen und Patienten: Ein- und Durchschlafstörungen. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), AG Insomnie. Stand letzte Änderung 09.02.2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Zopiclon, Eszopiclon, Daridorexant, Melatonin, Melperon, Pipamperon, Doxylamin, Diphenhydramin und Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Einträge Zolpidem, Temazepam, Triazolam, Flurazepam, Nitrazepam, Oxazepam und Flunitrazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Lunivia 1 mg, 2 mg, 3 mg Filmtabletten. HENNIG ARZNEIMITTEL GmbH & Co. KG. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Temazep-CT 20 mg Kapseln. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 09/2018. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Quviviq (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Idorsia Pharmaceuticals Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Baldrian-ratiopharm 450 mg überzogene Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Melperon STADA 10 mg und 25 mg Filmtabletten, 25 mg/5 ml Lösung zum Einnehmen. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Atosil 25 mg Filmtabletten. DESITIN Arzneimittel GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten (25/100/150/200/300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Zopiclon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Sonata (Zaleplon): EPAR, Status zurückgenommen (withdrawn). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand zuletzt aktualisiert 21.10.2015. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Welche Schlafmittel gibt es ohne Rezept?
Ohne Rezept erhältlich sind die Antihistaminika Doxylamin und Diphenhydramin. Doxylamin ist laut Fachinformation apothekenpflichtig und laut AMVV nur zur Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verschreibungspflichtig. Pflanzliche Mittel wie Baldrian gibt es meist ohne Rezept. Fach- und Gebrauchsinformation begrenzen die Anwendung: Doxylamin sollte laut Fachinformation spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme beendet werden, Diphenhydramin laut Gebrauchsinformation nicht länger als 2 Wochen genommen werden. Halten die Schlafstörungen an, gehört die Abklärung in die Arztpraxis.
Was ist das stärkste Schlafmittel?
Eine Rangliste nach Stärke gibt diese Seite nicht. Das IQWiG bezeichnet Benzodiazepine und Z-Substanzen als starke Schlaf- und Beruhigungsmittel; sie müssen ärztlich verordnet werden und kommen normalerweise erst infrage, wenn der Leidensdruck groß ist und keine andere Behandlung ausreichend geholfen hat. Sie können abhängig machen. Bei Zopiclon, Zolpidem und Temazepam sollte die Behandlung laut Fachinformation einschließlich der Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten.
Welches Schlafmittel macht nicht abhängig?
Bei Benzodiazepinen und Z-Substanzen nennen die Fachinformationen ein Risiko für Missbrauch und Abhängigkeit, bei Temazepam auch im therapeutischen Dosisbereich. Auch die Gebrauchsinformation des rezeptfreien Diphenhydramin weist darauf hin, dass sich wie bei anderen Schlafmitteln eine körperliche und seelische Abhängigkeit entwickeln kann. Bei Daridorexant gab es laut Fachinformation in Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen; wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat oder davon abhängig war, kann aber ein erhöhtes Risiko für einen Missbrauch haben. Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange darf man Schlaftabletten nehmen?
Das legt die Fach- oder Gebrauchsinformation jedes Mittels fest. Bei Zopiclon, Zolpidem und Temazepam sollte, bei Eszopiclon soll die Behandlung so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten. Bei Daridorexant sollte innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig geprüft werden, ob die Behandlung weiter nötig ist; die Melatonin-Retardtablette kann bis zu 13 Wochen genommen werden. Doxylamin und Diphenhydramin sind für höchstens 2 Wochen vorgesehen. Ändern Sie nichts eigenmächtig, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Helfen pflanzliche Schlafmittel wie Baldrian?
Ein Präparat mit Baldrianwurzel ist laut Fachinformation als pflanzliches Arzneimittel zur Beruhigung, bei leichter nervöser Anspannung und bei Schlafstörungen zugelassen; weil die Wirkung allmählich einsetzt, eignet es sich nicht zur akuten Behandlung. Belege dafür, dass pflanzliche Mittel die Beschwerden einer Schlafstörung lindern, gibt es laut IQWiG nicht: Aussagekräftige Studien fehlen. Möglich sind unter anderem allergische Reaktionen, Übelkeit und Bauchkrämpfe; wer bereits Beruhigungsmittel nimmt, lässt sich laut IQWiG vor der Einnahme am besten ärztlich beraten.
Darf man nach einer Schlaftablette Auto fahren?
Schlaf- und Beruhigungsmittel können laut IQWiG auch tagsüber müde machen und die Reaktionsfähigkeit verringern. Die Fachinformation von Zopiclon empfiehlt, in den ersten 12 Stunden nach der Einnahme kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen, die von Zolpidem in den ersten 8 Stunden; bei Daridorexant wird empfohlen, in den etwa 9 Stunden nach der Einnahme kein Fahrzeug zu führen. Bei Doxylamin sollte das Führen von Fahrzeugen zumindest in der ersten Phase der Behandlung ganz unterbleiben. Alkohol verstärkt die Beeinträchtigung. Wie es in Ihrem Fall ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was ist der Unterschied zwischen Melatonin als Medikament und als Nahrungsergänzungsmittel?
Melatonin-Retardtabletten sind laut Fachinformation als alleinige Behandlung zur kurzzeitigen Behandlung der primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Schlaflosigkeit ab 55 Jahren zugelassen und verschreibungspflichtig; für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Erkrankungen gilt laut IQWiG eine Ausnahme. Von der Verschreibungspflicht ausgenommen sind laut AMVV nur bestimmte niedrig dosierte Arzneimittel zum Einnehmen bei Jetlag bei Erwachsenen. Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin sind laut IQWiG frei verkäuflich, manche sind ähnlich hoch dosiert wie Medikamente; wer andere Medikamente nimmt, lässt sich vor der Einnahme am besten ärztlich beraten.
Darf man Schlaftabletten mit Alkohol nehmen?
Der Ratgeber der DGSM rät, Schlafmittel nie zusammen mit Alkohol einzunehmen. Während der Behandlung mit Zopiclon sollte laut Fachinformation kein Alkohol getrunken werden, weil er die Wirkung unvorhersehbar verändern und verstärken kann; Alkohol scheint außerdem das Risiko für Schlafwandeln und Handlungen im Schlaf zu erhöhen. Während der Anwendung von Diphenhydramin dürfen Sie laut Gebrauchsinformation keinen Alkohol trinken.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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