MedikamenteWirkstoff

Rivastigmin

Rivastigmin ist ein verschreibungspflichtiger Cholinesterasehemmer zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz; die Hartkapseln sind zusätzlich bei leichter bis mittelschwerer Demenz bei Parkinson-Krankheit zugelassen, das Pflaster nur bei Alzheimer-Demenz. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Exelon. Beim Pflaster gilt: jeden Tag nur ein Pflaster tragen und das vom Vortag vorher abnehmen, denn Anwendungsfehler wie mehrere Pflaster gleichzeitig führten zu schweren Nebenwirkungen.

Älteres Ehepaar in den Siebzigern sieht sich an einem Herbstnachmittag am Küchentisch gemeinsam ein Fotoalbum an
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Wofür wird Rivastigmin eingesetzt?

Rivastigmin gibt es als Pflaster, das den Wirkstoff über die Haut abgibt (transdermales Pflaster), und als Hartkapseln zum Einnehmen. Beide Formen sind zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz bei Erwachsenen zugelassen, also zur Behandlung ihrer Beschwerden. Die Packungsbeilage beschreibt die Alzheimer-Demenz als fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die nach und nach Gedächtnis, geistige Fähigkeiten und Verhalten beeinflusst. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Demenz. [1, 2, 3, 4]

Die Hartkapseln sind außerdem zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz bei Menschen mit Parkinson-Krankheit (idiopathisches Parkinson-Syndrom) zugelassen; die Packungsbeilage der Kapseln nennt dafür auch die Lösung zum Einnehmen. Das Pflaster ist nur für die Alzheimer-Demenz zugelassen. Die S3-Leitlinie Demenzen (Version 6.1, Fassung vom 27.04.2026, gültig bis voraussichtlich 23.02.2027) schlägt bei Demenz bei Parkinson-Krankheit Rivastigmin-Kapseln, Rivastigmin-Pflaster oder Donepezil zur Behandlung der geistigen Fähigkeiten (Kognition) vor (schwache Empfehlung) und kennzeichnet Pflaster und Donepezil dabei als Behandlung außerhalb der Zulassung (Off-label). [2, 3, 4, 11]

Beginnen und überwachen muss die Behandlung laut Fachinformation eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz, bei den Kapseln auch der Parkinson-Demenz. Begonnen werden darf sie nur, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die die regelmäßige Anwendung gewährleistet und überwacht. Die Packungsbeilage der Kapseln bittet, der Person, die sich um Sie kümmert, zu sagen, dass Sie Rivastigmin einnehmen. Anregungen für Angehörige finden Sie auf der Seite Für Angehörige. [2, 3, 4]

Die S3-Leitlinie empfiehlt Acetylcholinesterasehemmer, zu denen Rivastigmin gehört, zur Behandlung der Kognition und der Alltagsfähigkeiten bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz (starke Empfehlung). Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) spricht sich in einem Sondervotum für einen schwächeren Empfehlungsgrad aus, weil der Nutzen bei durchaus relevanten Nebenwirkungen nur marginal sei. Die Auswahl des Mittels sollte sich laut Leitlinie vor allem nach Neben- und Wechselwirkungen richten, weil es keine Hinweise auf klinisch relevante Unterschiede in der Wirksamkeit gibt. [11]

Für die schwere Alzheimer-Demenz besteht laut S3-Leitlinie keine Zulassung. Laut Fachinformation der Hartkapseln wurde die Anwendung bei schweren Formen der Alzheimer- oder Parkinson-Demenz, bei anderen Demenzformen und bei anderen Gedächtnisstörungen nicht untersucht und wird deshalb nicht empfohlen. Die Leitlinie schlägt vor, bei schwerer Alzheimer-Demenz den Einsatz von Rivastigmin-Pflaster oder Donepezil zu erwägen (schwache Empfehlung), und nennt als Situation dafür, dass eine Behandlung mit dem zugelassenen Memantin nicht möglich ist oder im Einzelfall erhebliche Zweifel an dessen Wirksamkeit bestehen und eine Behandlung angezeigt ist; auch das kennzeichnet sie als Off-label-Behandlung. Bei vaskulärer Demenz schlägt sie neben anderen Mitteln Rivastigmin in hoher Dosierung zur Behandlung der Kognition vor, ebenfalls außerhalb der Zulassung (schwache Empfehlung). Bei einer leichten kognitiven Störung, also nachweisbar nachlassenden geistigen Fähigkeiten ohne Beeinträchtigung der selbstständigen Lebensführung, empfiehlt sie keine Acetylcholinesterasehemmer zur Verbesserung der Kognition (starke Empfehlung). [4, 11]

Wie wirkt Rivastigmin?

Bei der Alzheimer-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab, sodass der Spiegel von Acetylcholin sinkt, einem Botenstoff, über den Nervenzellen miteinander kommunizieren. Rivastigmin blockiert die Enzyme, die Acetylcholin abbauen, die Acetylcholinesterase und die Butyrylcholinesterase. Dadurch steigt der Acetylcholin-Spiegel im Gehirn, und die Beschwerden der Demenz können sich verringern. Wie Donepezil und Galantamin gehört Rivastigmin zu den Antidementiva aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer. [1, 11]

Laut Fachinformation fördert Rivastigmin vermutlich die Signalübertragung über Acetylcholin, indem es den Abbau des Acetylcholins verlangsamt, das funktionsfähige Nervenzellen freisetzen. Es bindet fest an seine Zielenzyme und macht sie dadurch vorübergehend unwirksam. [2]

Aus dem Pflaster wird Rivastigmin langsam über die Haut aufgenommen. Der höchste Spiegel im Blut ist nach 10 bis 16 Stunden erreicht, danach sinkt er über den Rest der 24 Stunden langsam ab; bei Einnahme als Kapsel fällt der Spiegel zwischen zwei Einnahmen auf nahezu null. Nach dem Abnehmen des Pflasters beträgt die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, etwa 3,4 Stunden. Abgebaut wird Rivastigmin vor allem durch eine von Cholinesterase vermittelte Spaltung, die Abbauprodukte werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Aufgrund dieser Art des Abbaus erscheinen Wechselwirkungen über den Stoffwechsel laut Fachinformation unwahrscheinlich. [2, 4]

Wann wirkt Rivastigmin und wie lange wird behandelt?

Beim Pflaster beginnt die Behandlung mit der niedrigsten Stärke, bei den Kapseln laut Packungsbeilage mit einer niedrigen Dosis, die die Ärztin oder der Arzt langsam steigert, abhängig davon, wie Sie auf die Behandlung reagieren. Kurz nach einer Dosissteigerung wurde bei Parkinson-Demenz laut Fachinformation der Kapseln eine Verschlechterung der Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) beobachtet, vor allem des Zitterns. Eine höhere Pflasterstärke kann die Ärztin oder der Arzt nur bei guter Verträglichkeit und frühestens nach sechs Monaten in Betracht ziehen, wenn sich unter der wirksamen Dosis die geistigen Fähigkeiten deutlich verschlechtert oder die Alltagsfähigkeiten nachgelassen haben. Ob Rivastigmin im Einzelfall anspricht, lässt sich nicht vorhersagen; der Nutzen sollte regelmäßig überprüft werden. [2, 3, 4]

Die DEGAM schlägt in der S3-Leitlinie vor, Betroffene und ihre Angehörigen schon zu Beginn einer Behandlung mit Antidementiva darüber zu informieren, dass die Behandlung kontrolliert und gegebenenfalls abgesetzt werden muss. Ihre Fragen dazu können Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [11]

  1. BeginnLaut Fachinformation muss eine in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz erfahrene Ärztin oder ein erfahrener Arzt die Behandlung beginnen und überwachen, und sie darf nur beginnen, wenn eine Bezugsperson die regelmäßige Anwendung gewährleistet und überwacht. Begonnen wird mit der niedrigsten Pflasterstärke; nach mindestens 4 Wochen und guter Verträglichkeit sollte auf die empfohlene wirksame Dosis erhöht werden. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hängen von der Dosis ab und können besonders zu Beginn und bei Dosissteigerungen auftreten, häufiger bei Frauen; kurz nach einer Dosissteigerung wurden laut Fachinformation der Hartkapseln außerdem Bluthochdruck und Halluzinationen beobachtet. Bei Magen-Darm-Nebenwirkungen wird die Behandlung bis zum Abklingen unterbrochen.[1, 2, 4]
  2. Wirkung prüfenOb Rivastigmin im Einzelfall anspricht, lässt sich laut Fachinformation nicht vorhersagen. Bei den Hartkapseln sollte die Behandlung abgebrochen werden, wenn sich die Demenzbeschwerden nach dreimonatiger Behandlung mit der Erhaltungsdosis nicht günstig entwickelt haben. Der Behandlungserfolg wurde in placebokontrollierten Studien nicht über 6 Monate hinaus untersucht.[4]
  3. ErhaltungDie wirksame Dosis sollte laut Fachinformation angewendet werden, solange die Behandlung einen therapeutischen Nutzen bringt; der Nutzen sollte regelmäßig überprüft werden. Eine höhere Pflasterstärke kommt laut Fachinformation nur nach mindestens 6 Monaten in Betracht, wenn sich geistige Fähigkeiten oder Alltagsfähigkeiten unter der wirksamen Dosis deutlich verschlechtert haben. Bei einer Alzheimer-Demenz schlägt die S3-Leitlinie Demenzen vor, Acetylcholinesterasehemmer langfristig einzusetzen, auch wenn sich die Beschwerden verschlechtern (schwache Empfehlung). Für die schwere Alzheimer-Demenz ist Rivastigmin nicht zugelassen, und laut Fachinformation der Hartkapseln wird die Anwendung bei schweren Formen nicht empfohlen. Eine Weiterverordnung in diesem Stadium ist laut Sondervotum der DEGAM in der Leitlinie ein Einsatz außerhalb der Zulassung.[1, 2, 4, 5]
  4. AbsetzenWenn Sie die Pflaster nicht mehr verwenden möchten, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ist bei der optimalen Dosis keine therapeutische Wirkung mehr nachweisbar, sollte laut Fachinformation ein Abbruch erwogen werden. Laut S3-Leitlinie Demenzen besteht durch das Absetzen von Acetylcholinesterasehemmern das Risiko einer schnelleren Verschlechterung der Beschwerden. Nach einer Unterbrechung von mehr als drei Tagen beginnt die Behandlung wieder mit der niedrigsten Pflasterstärke.[1, 2, 5]

Nebenwirkungen im Blick

Beim Pflaster sind Hautreaktionen an der Klebestelle laut Fachinformation die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen, meist eine leichte bis mittelgradige Rötung; danach folgen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen. Die Hautreaktionen allein sind noch kein Zeichen einer Sensibilisierung, das Pflaster kann aber eine allergische Kontaktdermatitis auslösen, eine allergische Entzündung der Haut. Laut S3-Leitlinie können diese Hautreaktionen auch dazu führen, dass die Behandlung beendet wird. [1, 2, 11]

Übersicht und Liste unten beruhen auf Packungsbeilage und Fachinformation des Pflasters; die Packungsbeilage des Pflasters nennt auch Nebenwirkungen, die bei den Hartkapseln beobachtet wurden und möglicherweise auch beim Pflaster auftreten. Bei den Kapseln gehören laut Packungsbeilage Schwindel, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, die mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen können; bei Menschen mit Demenz und Parkinson-Krankheit kommen einige Nebenwirkungen häufiger vor, sehr häufig sind dort Zittern und Hinfallen. In den meisten Fällen verschwinden die Nebenwirkungen laut Packungsbeilage allmählich wieder, wenn sich der Körper an das Arzneimittel gewöhnt hat. [1, 3]

Gewichtsabnahme ist beim Pflaster häufig; Menschen mit Alzheimer-Demenz verlieren unter Cholinesterasehemmern möglicherweise an Gewicht. Rivastigmin kann Bewegungsstörungen verschlimmern oder auslösen, und die Beschwerden einer Parkinson-Krankheit können sich verschlechtern. Gelegentlich verlangsamt sich der Herzschlag; mehr dazu unter Herz und QT-Zeit. Ohne bekannte Häufigkeit sind unter anderem Krampfanfälle, eine Leberentzündung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und das Pisa-Syndrom beschrieben, eine unwillkürliche Muskelanspannung mit abnormer Beugung von Körper und Kopf zu einer Seite. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Rivastigmin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Appetitlosigkeit (laut Fachinformation auch verminderter Appetit)[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Aufgeregtheit (Agitiertheit)[1, 2]
  • Häufig: Angst und Depressionen[1, 2]
  • Häufig: Verwirrtheit (laut Fachinformation Delirium)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Ohnmachtsanfälle (Synkope)[1, 2]
  • Häufig: Harninkontinenz (Blasenschwäche)[1, 2]
  • Häufig: Harnwegsinfektionen[1, 2]
  • Häufig: Magenbeschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen; Durchfall; Sodbrennen (Dyspepsie); Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, zum Beispiel Blasen oder entzündete Haut; laut Fachinformation Hautreaktionen an der Klebestelle wie Rötung, Juckreiz, Schwellung, Hautentzündung oder Reizung, die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen des Pflasters[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeits- oder Schwächegefühl (Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit)[1, 2]
  • Häufig: Gewichtsabnahme[1, 2]
  • Häufig: Fieber[1, 2]
  • Häufig: Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: vermehrter Speichelfluss, Ruhelosigkeit, allgemeines Unwohlsein, Zittern, vermehrtes Schwitzen[1]

Alle Nebenwirkungen von Rivastigmin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Mehr zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit und vermehrtes Schwitzen.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei den folgenden Warnzeichen nehmen Sie laut Packungsbeilage des Pflasters sofort das Pflaster ab und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Das gilt für jede der dort genannten Nebenwirkungen, die schwere Ausmaße annehmen können, zum Beispiel Ohnmachtsanfälle, Verwirrtheit, einen zu langsamen Herzschlag, Magen-Darm-Beschwerden oder Blasen und entzündete Haut an der Klebestelle. [1]

Anwendungsfehler, vor allem ein nicht entferntes altes Pflaster und mehrere Pflaster gleichzeitig, führten laut Fachinformation zu schweren Nebenwirkungen, in einigen Fällen mit Krankenhausaufenthalt, und können lebensbedrohlich sein. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [2]

Pflegende Angehörige sind laut S3-Leitlinie häufig psychisch und körperlich stark belastet und selbst gefährdet zu erkranken. Die Leitlinie empfiehlt, ihnen schon bei einer leichten Depression oder einer Anpassungsstörung kognitive Verhaltenstherapie, Verhaltensaktivierung oder Angebote aus mehreren Bausteinen (Multikomponenten-Intervention) zusammen mit Beratung anzubieten (starke Empfehlung). In einer seelischen Krise finden Betroffene und Angehörige Hilfe auf der Seite Hilfe in der Krise. [11]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte fünfzig und ihr Vater Ende siebzig legen gemeinsam an einem hellen Wohnzimmertisch ein Puzzle und lächeln sich an
Bild: KI-generiert

Wenden Sie Rivastigmin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Nebenwirkungen treten laut Packungsbeilage am ehesten auf, wenn die Behandlung gerade begonnen oder die Dosis erhöht wurde. [1, 3]

Um das Risiko von Hautreizungen gering zu halten, ist es laut Fachinformation zu vermeiden, dieselbe Stelle innerhalb von 14 Tagen mehrmals zu bekleben, und das Pflaster soll nicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Haut kommen. Breitet sich eine Hautreaktion über die Pflastergröße hinaus aus, ist sie stark (zunehmende Rötung, Schwellung, Knötchen, Bläschen) oder bessert sie sich nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem Abnehmen deutlich, kommt eine allergische Kontaktdermatitis in Betracht, und die Behandlung soll abgebrochen werden. Wird danach weiter Rivastigmin benötigt, sollte laut Fachinformation nur nach einem negativen Allergietest und unter enger ärztlicher Überwachung auf die Einnahme umgestellt werden; möglicherweise können manche Menschen Rivastigmin dann in keiner Form mehr anwenden. [2]

Nach dem Abnehmen des Pflasters waschen Sie die Hände mit Wasser und Seife. Kommt es zum Kontakt mit den Augen oder werden die Augen nach dem Umgang mit dem Pflaster rot, spülen Sie sofort mit viel Wasser und holen medizinischen Rat ein, wenn die Beschwerden nicht zurückgehen. Klebstoffreste auf der Haut lassen sich laut Packungsbeilage mit warmem Wasser und milder Seife oder mit Babyöl entfernen, nicht mit Alkohol oder anderen Lösungsmitteln. [1, 2]

Bei Nebenwirkungen ist laut S3-Leitlinie ein Wechsel auf einen anderen Acetylcholinesterasehemmer sinnvoll, weil bei einer Person eine unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber den Nebenwirkungen der einzelnen Präparate beobachtet wird. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Beschwerden, Gewicht und Stimmung können Sie oder Ihre Angehörigen im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren, an den täglichen Pflasterwechsel erinnert die Einnahme-Erinnerung. [11]

Kontrollen während der Behandlung

Laut Fachinformation sollte der klinische Nutzen regelmäßig überprüft und das Körpergewicht während der Behandlung überwacht werden; nach der Packungsbeilage der Kapseln untersucht die Ärztin oder der Arzt regelmäßig, ob das Medikament wirkt, und überwacht das Gewicht. Rivastigmin kann den Herzschlag verlangsamen und die QT-Zeit im EKG verlängern; bei bestimmten Herzrisiken kann eine Überwachung mit EKG (Herzstromkurve) erforderlich sein, feste Abstände dafür nennt die Fachinformation nicht. [2, 3, 4]

Die Fähigkeit von Menschen mit Demenz, unter Rivastigmin aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen und komplizierte Maschinen zu bedienen, ist laut Fachinformation regelmäßig von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu überprüfen. Bei leichter Demenz empfiehlt die S3-Leitlinie, die Fahreignung mindestens jährlich zu beurteilen, wenn die Erkrankung deutlich fortschreitet, auch häufiger. [2, 4, 11]

Kontrolluntersuchungen bei Rivastigmin
UntersuchungWann oder warum
Nutzen der BehandlungRegelmäßig während der Behandlung; ist bei der optimalen Dosis keine therapeutische Wirkung mehr nachweisbar, sollte ein Abbruch erwogen werden[2]
KörpergewichtWährend der Behandlung, weil Menschen mit Alzheimer-Demenz unter Cholinesterasehemmern an Gewicht verlieren können[2]
Herzschlag und EKG (Herzstromkurve)Rivastigmin kann den Herzschlag verlangsamen und die QT-Zeit verlängern. Bei einer QTc-Verlängerung (auch in der Familie), erhöhtem Risiko für Torsade de Pointes, etwa bei nicht ausgeglichener Herzschwäche, kürzlichem Herzinfarkt, langsamen Herzrhythmusstörungen, Neigung zu niedrigem Kalium- oder Magnesiumwert oder QT-verlängernden Arzneimitteln, kann eine Überwachung mit EKG erforderlich sein[2]
Haut an der KlebestelleBreitet sich eine Hautreaktion über die Pflastergröße hinaus aus, ist sie stark (zunehmende Rötung, Schwellung, Knötchen, Bläschen) oder bessert sie sich nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem Entfernen deutlich, kommt eine allergische Kontaktdermatitis in Betracht; dann soll die Behandlung abgebrochen werden[2]
Zeichen von AustrocknungBei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, weil eine Austrocknung schwere Folgen haben kann und sofort behandelt werden muss[1, 2]
Bewegungsstörungen und Zittern bei Parkinson-DemenzRivastigmin kann Bewegungsstörungen verschlimmern oder auslösen; bei Parkinson-Demenz (zugelassen nur für Hartkapseln und Lösung) wird eine Überwachung empfohlen[4, 6]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Mit anderen Mitteln mit ähnlicher Wirkung (Cholinomimetika) sollte Rivastigmin laut Fachinformation nicht zusammen gegeben werden, mit Metoclopramid, einem Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, laut Packungsbeilage nicht gleichzeitig. Vorsicht ist geboten mit Betablockern wie Atenolol und anderen Mitteln, die den Herzschlag verlangsamen, und mit Mitteln, die die QT-Zeit verlängern; genannt werden unter anderem Antipsychotika wie Amisulprid, Haloperidol, Levomepromazin, Sulpirid oder Tiaprid, außerdem Citalopram und Methadon. Steht eine Operation an, informieren Sie die Ärztin oder den Arzt und die Narkoseärztin oder den Narkosearzt, weil Rivastigmin während einer Narkose die Wirkung bestimmter Muskelentspannungsmittel verstärken kann. [1, 2, 3]

Wechselwirkungen von Rivastigmin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Anticholinergika, etwa Mittel gegen Magenkrämpfe (z. B. Dicyclomin), gegen die Parkinson-Krankheit (z. B. Amantadin) oder zur Vorbeugung von Reisekrankheit (z. B. Diphenhydramin, Scopolamin, Meclizin)Wechselwirkungen möglich; laut Fachinformation kann ein Einfluss auf die Wirkung von Anticholinergika nicht ausgeschlossen werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Metoclopramid (gegen Übelkeit und Erbrechen)Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde Hände[1]Laut Packungsbeilage sollte Rivastigmin nicht gleichzeitig damit gegeben werden
Betablocker (z. B. Atenolol) und andere Mittel, die den Herzschlag verlangsamen (laut Fachinformation z. B. bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Calciumkanalblocker, Digitalis, Pilocarpin)Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), der zu Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die den Herzrhythmus oder die Erregungsleitung beeinflussen (QT-Verlängerung), laut Fachinformation z. B. bestimmte Antipsychotika wie Amisulprid, Haloperidol oder Sulpirid, außerdem Citalopram, Erythromycin als Infusion, Methadon oder MoxifloxacinGefahr von Herzrhythmusstörungen (Torsade de Pointes)[1, 2]Vorsicht; laut Fachinformation kann eine EKG-Überwachung erforderlich sein
Muskelentspannende Mittel bei einer Narkose (laut Fachinformation vom Succinylcholin-Typ)Ihre Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Vor einer Operation die Ärztin oder den Arzt bzw. die Narkoseärztin oder den Narkosearzt informieren
Andere Cholinomimetika (Arzneimittel mit ähnlicher Wirkung)Laut Fachinformation sich addierende Wirkungen möglich[2, 3]Laut Fachinformation nicht zusammen anwenden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren, zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation; einen Überblick über alle Mittel gibt der Medikationsplan.

Wer Rivastigmin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Die Gegenanzeige nach früheren Hautreaktionen auf ein Rivastigmin-Pflaster, die auf eine allergische Kontaktdermatitis hinweisen, gilt laut Fachinformation auch für die Kapseln. [4]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Rivastigmin, gegen ähnliche Arzneimittel (Carbamat-Derivate) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frühere Hautreaktionen auf ein Rivastigmin-Pflaster, die sich über die Pflastergröße hinaus ausgedehnt haben, mit starker örtlicher Reaktion (Blasenbildung, zunehmende Hautentzündung, Schwellung) und ohne Besserung innerhalb von 48 Stunden nach dem Entfernen (laut Fachinformation Hinweis auf eine allergische Kontaktdermatitis)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herzerkrankungen wie ein unregelmäßiger oder langsamer Herzschlag, eine QTc-Verlängerung (auch in der Familie), Torsade de Pointes oder ein niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel; laut Fachinformation kann eine EKG-Überwachung erforderlich sein, besondere Vorsicht auch bei Sick-Sinus-Syndrom und Störungen der Erregungsleitung[1, 2]
  • Aktives Magengeschwür, auch früher; laut Fachinformation kann Rivastigmin die Bildung von Magensäure erhöhen[1, 2]
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Krampfanfälle, auch früher[1, 2]
  • Asthma oder eine schwere Atemwegserkrankung, auch früher[1, 2]
  • Krankhaftes Zittern; laut Fachinformation kann Rivastigmin Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) verschlimmern oder auslösen[1, 2]
  • Sehr niedriges Körpergewicht: laut Fachinformation können unter 50 kg verstärkt Nebenwirkungen auftreten, und ein Abbruch der Behandlung wegen Nebenwirkungen ist wahrscheinlicher[1, 2]
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall: Bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall können Sie zu viel Flüssigkeit verlieren; laut Fachinformation treten diese Beschwerden häufiger bei Frauen auf[1, 2]
  • Eingeschränkte Leberfunktion: laut Fachinformation mehr dosisabhängige Nebenwirkungen möglich; schwere Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht[1, 2]
  • Gewicht: Unter Cholinesterasehemmern verlieren Menschen mit Alzheimer-Demenz möglicherweise an Gewicht; das Gewicht sollte laut Fachinformation überwacht werden[2]
  • Kinder und Jugendliche: kein relevanter Nutzen im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Exelon sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt notwendig; die Vorteile müssen sorgfältig gegen mögliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind abgewogen werden. Laut Fachinformation liegen keine klinischen Daten zu Schwangeren vor; bei trächtigen Tieren gelangten Rivastigmin bzw. seine Abbauprodukte über die Plazenta.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Behandlung dürfen Sie nicht stillen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Rivastigmin beim Menschen in die Muttermilch übergeht; bei Tieren wird es mit der Milch ausgeschieden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Laut Packungsbeilage kann das Pflaster zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet werden.[1]

Autofahren und Maschinen

Ob Ihre Erkrankung die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen zulässt, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Das Pflaster kann Ohnmachtsanfälle und schwere Verwirrtheit verursachen. Fühlen Sie sich schwach oder verwirrt, fahren Sie nicht Auto, bedienen Sie keine Maschinen und tun Sie nichts, wofür man konzentrierte Aufmerksamkeit braucht. Laut Fachinformation ist die Fahrtüchtigkeit regelmäßig von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu überprüfen.[1, 2]

Anwendung

Jeden Tag ein frisches Pflaster aufkleben, möglichst zur gleichen Tageszeit, und vorher das Pflaster vom Vortag abnehmen; immer nur ein Pflaster tragen und nicht zerschneiden. Auf saubere, trockene, unbehaarte, unverletzte Haut am Oberarm, oberen Brustkorb (nicht direkt auf die Brust) oder oberen bzw. unteren Rücken kleben und mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche andrücken; dieselbe Stelle nur einmal alle 14 Tage verwenden. Laut Fachinformation nicht auf Oberschenkel oder Bauch kleben, weil dort weniger Wirkstoff aufgenommen wird.[1, 2]

Baden, Schwimmen oder Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht; das Pflaster nicht längere Zeit Wärmequellen wie starker Sonne, Sauna oder Solarium aussetzen. Löst sich ein Pflaster, für den Rest des Tages ein neues aufkleben und am nächsten Tag wie gewohnt wechseln. Nach dem Abnehmen die Hände mit Wasser und Seife waschen.[1, 2]

Pflaster vergessen: sofort nachholen und das nächste Pflaster am nächsten Tag zur gewohnten Zeit aufkleben; nie zwei Pflaster auf einmal tragen. Nach einer Unterbrechung von mehr als drei Tagen vor dem nächsten Pflaster mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Pflaster nicht mehr verwenden, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation wird der Nutzen regelmäßig überprüft; ist keine Wirkung mehr nachweisbar, sollte ein Abbruch erwogen werden. Bei Magen-Darm-Nebenwirkungen wird die Behandlung bis zum Abklingen unterbrochen.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt, nehmen Sie alle ab. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Bei manchen Menschen, die versehentlich zu viel Rivastigmin angewendet hatten, traten Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, erhöhter Blutdruck und Halluzinationen auf; auch ein verlangsamter Herzschlag und Ohnmachtsanfälle können vorkommen. Laut Fachinformation führten Anwendungsfehler, vor allem das Nicht-Entfernen des alten Pflasters und mehrere Pflaster gleichzeitig, zu schweren Nebenwirkungen, teils mit Krankenhausaufenthalt.[1, 2]

Die Kapseln können laut Packungsbeilage vor allem zu Beginn und nach einer Dosissteigerung Schwindel oder Schläfrigkeit hervorrufen. Fühlen Sie sich schwindlig oder schläfrig, setzen Sie sich nicht ans Steuer eines Fahrzeugs, bedienen Sie keine Maschinen und tun Sie nichts, wofür man konzentrierte Aufmerksamkeit braucht. [3]

Nach der S3-Leitlinie ist die Fahreignung bei mittelschwerer und schwerer Demenz aufgehoben, bei leichter Demenz sollte sie im Einzelfall geprüft werden. Unabhängig vom Schweregrad muss eine Sicherungsaufklärung erfolgen: Menschen mit Demenz sollen frühzeitig erfahren, dass die Erkrankung im Verlauf zum Verlust der Fahreignung führen wird, auch wenn diese bei der Diagnose noch gegeben ist. [11] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [13] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [12] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Die Packungsbeilage der Kapseln macht zu Alkohol keine Angabe. Allgemeines steht auf den Seiten Psychopharmaka und Alkohol, Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [3]

Anwendung und Absetzen

Wie das Pflaster aufgeklebt und gewechselt wird und was bei einem vergessenen oder abgelösten Pflaster gilt, steht in der Übersicht zum Alltag unter "Anwendung". Die Haut sollte laut Packungsbeilage außerdem frei von Puder, Öl, Feuchtigkeitscreme oder Lotion sein, damit das Pflaster richtig klebt. Als Gedächtnisstütze können Sie den Wochentag mit einem feinen Kugelschreiber auf das Pflaster schreiben. Gebrauchte Pflaster falten Sie mit der Klebeseite nach innen zusammen, stecken sie in ihren Beutel und entsorgen sie so, dass Kinder sie nicht erreichen. [1]

Laut EMA-Produktinformation erhalten Ärztinnen und Ärzte, die Exelon-Pflaster verschreiben, ein Informationspaket mit einer Patientenerinnerungskarte für Patientinnen, Patienten und Pflegepersonen, mit der sich das Aufkleben und Abnehmen des Pflasters festhalten lässt. Die Karte erinnert außerdem daran, zuerst das vorhergehende Pflaster zu entfernen, nur ein Pflaster pro Tag zu verwenden, es nicht zu zerschneiden und mindestens 30 Sekunden anzudrücken. [2]

Nehmen Sie die Kapseln laut Packungsbeilage zweimal täglich, morgens und abends, mit einer Mahlzeit ein und schlucken Sie sie unzerkaut mit Flüssigkeit; Sie dürfen sie nicht öffnen oder zerkleinern. Um einen Nutzen zu haben, muss Rivastigmin laut Packungsbeilage jeden Tag eingenommen werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, warten Sie bis zum nächsten Einnahmezeitpunkt und nehmen nicht die doppelte Menge. Wurde die Einnahme länger als drei Tage unterbrochen, dürfen Sie die Kapseln erst wieder einnehmen, nachdem Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben. [3, 4]

Absetzbeschwerden beschreiben die Produktinformationen von Pflaster und Kapseln nicht. Laut S3-Leitlinie besteht durch das Absetzen von Acetylcholinesterasehemmern aber das Risiko, dass sich die Beschwerden schneller verschlechtern. Ob und wann die Behandlung endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2, 3, 4, 5]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Für das Pflaster nennen Packungsbeilage und Fachinformation Anfangsstärke, übliche Tagesdosis, eine mögliche Erhöhung und das Vorgehen nach einer Unterbrechung; die Stärke gibt an, wie viel Wirkstoff ein Pflaster in 24 Stunden abgibt. Für die Kapseln nennt die Packungsbeilage die höchste Dosis. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2, 3]

Präparate mit Rivastigmin

Präparate mit Rivastigmin
PräparatAnbieterHinweis
ExelonNovartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)Hartkapseln, Lösung zum Einnehmen und transdermales Pflaster mit 4,6, 9,5 oder 13,3 mg/24 Stunden; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Rivastigmin AbZAbZ-Pharma GmbHtransdermales Pflaster; verschreibungspflichtig
Rivastigmin-ratiopharmratiopharm GmbHtransdermales Pflaster mit 4,6, 9,5 oder 13,3 mg/24 Stunden; verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Exelon 4,6 mg/9,5 mg/13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Exelon transdermales Pflaster, und Anhang II. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Exelon 1,5 mg/3,0 mg/4,5 mg/6,0 mg Hartkapseln. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  4. EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Exelon Hartkapseln. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  5. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Version 6.1 (AWMF-Register-Nr. 038-013), Empfehlung 67 (Dauer der antidementiven Pharmakotherapie) mit Sondervotum der DEGAM. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026. abgerufen am 22.10.2026
  6. EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Exelon 2 mg/ml Lösung zum Einnehmen, und Anhang III B: Packungsbeilage Exelon 2 mg/ml Lösung zum Einnehmen. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  7. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Registernummer 038-013). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026, gültig bis voraussichtlich 23.02.2027. abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Rivastigmin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird das Rivastigmin-Pflaster verwendet?

Das Pflaster ist zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz bei Erwachsenen zugelassen. Für die leichte bis mittelschwere Demenz bei Parkinson-Krankheit sind die Hartkapseln zugelassen; das Pflaster nennt die S3-Leitlinie Demenzen dort als Behandlung außerhalb der Zulassung. Laut Fachinformation darf die Behandlung nur beginnen, wenn eine Bezugsperson die regelmäßige Anwendung gewährleistet und überwacht.

Wie klebt man das Rivastigmin-Pflaster richtig auf?

Nehmen Sie zuerst das Pflaster vom Vortag ab. Das neue kommt auf saubere, trockene, unbehaarte und unverletzte Haut am Oberarm, am oberen Brustkorb (nicht direkt auf die Brust) oder am oberen oder unteren Rücken und wird mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche angedrückt. Dieselbe Stelle soll nur einmal alle 14 Tage ein Pflaster tragen; tragen Sie immer nur ein Pflaster und schneiden Sie es nicht in Stücke.

Was tun, wenn das Pflaster abfällt oder vergessen wurde?

Löst sich ein Pflaster, kleben Sie laut Packungsbeilage für den Rest des Tages ein neues auf und wechseln am nächsten Tag zur gewohnten Zeit. Ein vergessenes Pflaster holen Sie sofort nach und kleben das nächste am folgenden Tag zur gewohnten Zeit auf; tragen Sie nie zwei Pflaster auf einmal. Wurde die Anwendung länger als drei Tage unterbrochen, sprechen Sie vor dem nächsten Pflaster mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann Rivastigmin den Blutdruck oder das Herz beeinflussen?

Ja. Beim Pflaster ist ein zu langsamer Herzschlag gelegentlich, Bluthochdruck sowie schneller oder unregelmäßiger Herzschlag sind ohne bekannte Häufigkeit beschrieben. Kurz nach einer Dosissteigerung wurde laut Fachinformation der Kapseln Bluthochdruck beobachtet. Rivastigmin kann außerdem die QT-Zeit im EKG verlängern; bei Herzerkrankungen und zusammen mit Betablockern oder anderen Mitteln, die den Herzschlag verlangsamen, ist Vorsicht geboten.

Darf ich mit Rivastigmin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage des Pflasters kann es zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet werden. Die Packungsbeilage der Kapseln macht zu Alkohol keine Angabe. Was in Ihrer Situation gilt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; allgemeine Hinweise finden Sie unter Psychopharmaka und Alkohol.

Wie hoch ist die Dosis von Rivastigmin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Pflasterstärken 4,6, 9,5 und 13,3 mg/24 Stunden geben an, wie viel Wirkstoff ein Pflaster in 24 Stunden abgibt. Was Packungsbeilage und Fachinformation zu Beginn, üblicher Dosis und Erhöhung sagen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Kann man Rivastigmin und Memantin zusammen nehmen?

Die Produktinformation von Rivastigmin sagt dazu nichts. Die S3-Leitlinie Demenzen empfiehlt, eine Kombination aus einem Acetylcholinesterasehemmer und Memantin zur Behandlung der geistigen Fähigkeiten und der Alltagsfähigkeiten bei Alzheimer-Demenz aller Schweregrade nicht einzusetzen (starke Empfehlung); einen zusätzlichen Nutzen sieht sie nicht, wohl aber ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Ändern Sie Ihre Behandlung nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie setzt man Rivastigmin ab?

Wenn Sie die Pflaster nicht mehr verwenden, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Ist bei der optimalen Dosis keine therapeutische Wirkung mehr nachweisbar, sollte laut Fachinformation ein Abbruch erwogen werden; laut S3-Leitlinie besteht durch das Absetzen das Risiko, dass sich die Beschwerden schneller verschlechtern. Absetzbeschwerden beschreiben die Produktinformationen nicht; ob und wann die Behandlung endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Lecanemab

    Lecanemab ist ein Antikörper gegen Amyloid bei früher Alzheimer-Krankheit.

  • Medikamente Memantin

    Memantin ist ein Antidementivum bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz.

  • Medikamente Galantamin

    Galantamin ist ein Acetylcholinesterasehemmer zur Behandlung der Alzheimer-Demenz.

  • Erkrankungen Panikstörung

    Bei einer Panikstörung kommen Angstanfälle plötzlich und wiederholt, oft mit Agoraphobie.