MedikamenteWirkstoff

Vareniclin

Vareniclin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel, das nur zur Raucherentwöhnung bei Erwachsenen zugelassen ist; bekannt ist es unter anderem als Champix. Es bindet an bestimmte Nikotinrezeptoren im Gehirn und kann laut Packungsbeilage das Verlangen zu rauchen und die Entzugserscheinungen vermindern. Bei innerer Unruhe, depressiver Verstimmung, beunruhigenden Verhaltensänderungen oder Suizidgedanken sollten Sie die Einnahme laut Packungsbeilage beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Frau in den Vierzigern mit schulterlangen rotbraunen Haaren atmet bei einem Morgenspaziergang an einem baumgesäumten Flussufer tief durch
Bild: KI-generiert

Wofür wird Vareniclin eingesetzt?

Zugelassen ist Vareniclin laut Fachinformation nur zur Raucherentwöhnung bei Erwachsenen. Die Packungsbeilage beschreibt es als Arzneimittel, das erwachsenen Menschen helfen soll, mit dem Rauchen aufzuhören. Für Kinder und Jugendliche wird es nicht empfohlen, weil die Wirksamkeit bei ihnen nicht nachgewiesen wurde. Vareniclin ist verschreibungspflichtig. [1, 2, 3]

Laut Fachinformation sind die Erfolgsaussichten einer Raucherentwöhnung besser, wenn jemand motiviert ist, mit dem Rauchen aufzuhören, und zusätzlich Beratung und Unterstützung erhält. Die Packungsbeilage nennt dafür Ärztin, Arzt und Apotheke: Sie können beraten, unterstützen und weitere Informationsquellen nennen. [1, 2]

Die Raucherentwöhnung kann laut Packungsbeilage, mit oder ohne Behandlung, mit einer Verschlechterung psychischer Erkrankungen verbunden sein. Wenn Sie eine psychische Erkrankung haben oder hatten, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber; was die Produktinformation zu Stimmung und Verhalten beim Rauchstopp sagt, steht im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Wie Rauchen und Rauchstopp mit Psychopharmaka zusammenhängen, erklärt die Seite Rauchen und Psychopharmaka. Diese Seite stützt sich auf die EMA-Produktinformation von Champix; bei einem anderen Präparat gilt dessen Packungsbeilage. [1]

Wie wirkt Vareniclin?

Vareniclin bindet laut Fachinformation stark und sehr gezielt an bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) im Gehirn, die α4β2-nikotinergen Acetylcholinrezeptoren, um die es mit Nikotin konkurriert. Dort wirkt es als teilweiser (partieller) Agonist: Es regt die Rezeptoren an, aber auf einem wesentlich niedrigeren Niveau als Nikotin, und lindert so Rauchverlangen und Entzugserscheinungen. Weil Vareniclin fester an diese Rezeptoren bindet, kann es zugleich verhindern, dass Nikotin sie voll aktiviert und das mesolimbische Dopaminsystem anregt, auf dem der beim Rauchen verspürte Verstärkungs- und Belohnungseffekt beruht. [2]

Laut Packungsbeilage kann Vareniclin das Verlangen zu rauchen und die Entzugserscheinungen bei der Raucherentwöhnung vermindern und auch den Genuss beim Rauchen von Zigaretten verringern. [1]

Die höchsten Spiegel im Blut werden laut Fachinformation typischerweise innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Bei gesunden Probanden stellte sich nach mehreren Dosen innerhalb von 4 Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein; Nahrung und Tageszeit beeinflussen die Aufnahme nicht. Vareniclin wird kaum abgebaut und zum größten Teil unverändert mit dem Urin ausgeschieden, die Halbwertszeit beträgt etwa 24 Stunden. [2]

Wann wirkt Vareniclin und wie lange wird behandelt?

Vor Beginn legen Sie laut Packungsbeilage üblicherweise einen Tag in der 2. Behandlungswoche fest, an dem Sie mit dem Rauchen aufhören; die Fachinformation sieht vor, die Behandlung üblicherweise 1 bis 2 Wochen vor diesem Datum zu beginnen. Wer sich innerhalb von 2 Wochen nicht festlegen will oder kann, kann einen eigenen Termin innerhalb von 5 Wochen nach Beginn der Behandlung wählen. In der ersten Woche wird die Dosis schrittweise gesteigert: Sie beginnen mit den weißen Tabletten und wechseln dann üblicherweise zu den hellblauen, die mehr Wirkstoff enthalten. Einen Zeitpunkt, ab dem die Wirkung einsetzt, nennt die Produktinformation nicht. [1, 2]

Die Behandlung sollte laut Fachinformation 12 Wochen dauern. Wer danach mit dem Rauchen aufgehört hat, dem kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage weitere 12 Wochen empfehlen, um einem Rückfall vorzubeugen. Wer nicht sofort ganz aufhören kann oder will, sollte das Rauchen in den ersten 12 Wochen verringern, dann ganz aufhören und Vareniclin danach noch 12 Wochen nehmen, insgesamt also 24 Wochen. Wie lange Sie Vareniclin nehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1, 2]

  1. BeginnDie Behandlung beginnt vor dem Rauchstopp mit der weißen Tablette, später folgt in der Regel die hellblaue; den Tag des Rauchstopps legen Sie üblicherweise in die 2. Behandlungswoche. Bei der empfohlenen Dosierung war Übelkeit laut Fachinformation das häufigste unerwünschte Ereignis; sie trat in der Mehrzahl der Fälle in der Anfangsphase auf, war leicht bis mäßig und führte selten zum Abbruch der Behandlung[1, 2]
  2. ErhaltungDie Behandlung sollte laut Fachinformation 12 Wochen dauern; nach erfolgreichem Rauchstopp kann sie um weitere 12 Wochen verlängert werden, beim schrittweisen Rauchstopp sollte sie insgesamt 24 Wochen dauern. Wer bei einer früheren Behandlung nicht aufhören konnte oder danach wieder angefangen hat, kann laut Fachinformation bei entsprechender Motivation von einem weiteren Versuch mit Vareniclin profitieren[1, 2]
  3. AbsetzenUnmittelbar nach dem Ende der Behandlung ist das Rückfallrisiko erhöht; vorübergehend können Reizbarkeit, Rauchverlangen, Depression oder Schlafstörungen zunehmen. Bei hohem Rückfallrisiko kann laut Fachinformation erwogen werden, die Dosis am Ende schrittweise zu verringern. Das Ende der Behandlung besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Der Rauchstopp selbst ist laut Fach- und Gebrauchsinformation mit oder ohne Behandlung mit verschiedenen Beschwerden verbunden, unter anderem mit Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Frustration oder Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, einem verlangsamten Herzschlag und mehr Appetit oder einer Gewichtszunahme. In den Studien mit Vareniclin wurde nicht versucht, Nebenwirkungen des Mittels von Beschwerden des Nikotinentzugs zu unterscheiden. [1, 2]

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind eine Entzündung von Nase und Rachen, ungewöhnliche Träume, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Häufig sind unter anderem eine Gewichtszunahme, ein verminderter oder gesteigerter Appetit, Schläfrigkeit und Müdigkeit, Schwindelgefühl, Geschmacksveränderungen, Kurzatmigkeit, Husten, Sodbrennen, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Mundtrockenheit, Hautausschlag, Juckreiz sowie Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen. [1, 2]

Gelegentlich treten unter anderem Panikgefühl, Angst, Unruhe, Stimmungsschwankungen, Depression, Halluzinationen, Denkschwierigkeiten, Aggressivität, Suizidgedanken und suizidales Verhalten auf; die Häufigkeit von Depressionen, Angstzuständen und Halluzinationen wurde laut Fachinformation aus einer Beobachtungsstudie nach der Markteinführung geschätzt. Selten sind eine Psychose, Schlafwandeln und Verhaltensstörungen. Was dann zu tun ist, steht im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]

Gelegentlich kommen außerdem Krampfanfälle, ein Herzinfarkt, eine Herzenge (Angina pectoris), ein schneller Herzschlag, ein erhöhter Blutdruck, vermehrtes Schwitzen und Veränderungen des sexuellen Verlangens vor. Selten sind ein Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, sexuelle Funktionsstörungen sowie schwere Hautreaktionen und schwere allergische Reaktionen. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation; für einen vorübergehenden Bewusstseinsverlust ist die Häufigkeit nicht bekannt. Was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • InfektionenEntzündung von Nase und Rachen (Nasopharyngitis)[1, 2]
  • PsycheUngewöhnliche Träume (abnorme Träume), Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
  • Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • InfektionenBronchienentzündung (Bronchitis), Entzündung der Nebenhöhlen (Sinusitis)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme, verminderter Appetit, gesteigerter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz), Schwindelgefühl, Geschmacksveränderungen (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe), Husten[1, 2]
  • Magen und DarmSodbrennen (gastroösophageale Refluxerkrankung), Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen[1, 2]
  • Magen und DarmErbrechen, Verstopfung, Durchfall[1, 2]
  • Magen und DarmZahnschmerzen, Mundtrockenheit[1, 2]
  • HautHautausschlag, Juckreiz[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenBrustkorbschmerzen, Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Laborwerte und UntersuchungenAuffälliger Leberfunktionstest[2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • InfektionenPilzinfektion, Virusinfektion[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungHoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • PsychePanikgefühl (Panikreaktion), Angst; die Häufigkeit von Angstzuständen wurde aus einer Beobachtungsstudie nach der Markteinführung geschätzt[1, 2]
  • PsycheUnruhe[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheStimmungsschwankungen, Depression; die Häufigkeit von Depressionen wurde aus einer Beobachtungsstudie nach der Markteinführung geschätzt[1, 2]
  • PsycheHalluzinationen; die Häufigkeit wurde aus einer Beobachtungsstudie nach der Markteinführung geschätzt[1, 2]
  • PsycheDenkschwierigkeiten (Denkstörungen)[1, 2]
  • PsycheGesteigertes sexuelles Verlangen (gesteigerte Libido)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Lust auf Sex
  • PsycheVermindertes sexuelles Verlangen (verminderte Libido)[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
  • PsycheSuizidgedanken, suizidales Verhalten[1, 2]
  • PsycheÄnderung des Denkens oder Verhaltens, zum Beispiel Aggressivität[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]
  • NervensystemTrägheitsgefühl (Lethargie)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemVerringerte Berührungsempfindlichkeit (Hypästhesie)[1, 2]
  • AugenBindehautentzündung (Konjunktivitis), Augenschmerzen[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtKlingeln im Ohr (Tinnitus)[1, 2]
  • HerzHerzinfarkt (Myokardinfarkt), Herzenge (Angina pectoris)[1, 2]
  • HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen), erhöhte Herzfrequenz[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufHitzewallung[1, 2]
  • AtemwegeEntzündung von Nase, Nebenhöhlen und Rachen (Entzündung der oberen Luftwege), Verstopfung von Nase, Rachen und Brustkorb, verstopfte Nebenhöhlen, laufende Nase, jahreszeitbedingte Allergie (allergische Rhinitis), vermehrte Schleimbildung in der Nase, die zu Husten führt[1, 2]
  • AtemwegeHeiserkeit (Dysphonie), Rachenreizung[1, 2]
  • Magen und DarmRotes Blut im Stuhl (Hämatochezie)[1, 2]
  • Magen und DarmGereizter Magen (Gastritis), Änderung der Darmentleerungsgewohnheiten, Aufstoßen, Mundgeschwüre (Stomatitis aphthosa), Zahnfleischschmerzen[1, 2]
  • HautHautrötungen (Erythem), Akne[1, 2]
  • HautVermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose), nächtliche Schweißausbrüche[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe (Muskelspasmen), Schmerzen in der Brustwand[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeAbnorm häufiges Wasserlassen (Pollakisurie), nächtliches Wasserlassen (Nykturie)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustStärkere Regelblutung (Menorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenBrustkorbbeschwerden, grippeähnliche Erkrankung, Fieber[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie), Unwohlsein[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemErniedrigte Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten)[2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungZuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungÜbermäßiger Durst (Polydipsie)[1, 2]
  • PsycheGefühl des Unwohlseins oder Unglücklichseins (Dysphorie), langsames Denken (Bradyphrenie)[1, 2]
  • PsycheRealitätsverlust und Unfähigkeit, klar zu denken oder zu urteilen (Psychose)[1, 2]
  • PsycheSchlafwandeln (Somnambulismus), Verhaltensstörung[1, 2]
  • NervensystemSchlaganfall[1, 2]
  • NervensystemErhöhte Muskelspannung, Sprachschwierigkeiten (Dysarthrie), Koordinationsschwierigkeiten[1, 2]
  • NervensystemVerminderter Geschmackssinn (Hypogeusie)[1, 2]
  • NervensystemVeränderte Schlafgewohnheiten (Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus)[1, 2]
  • AugenSehstörungen mit Ausfällen im Gesichtsfeld (Skotom), Verfärbung der Augäpfel (Skleraverfärbung), erweiterte Pupillen (Mydriasis), Lichtempfindlichkeit der Augen (Photophobie), Kurzsichtigkeit (Myopie), tränende Augen[1, 2]
  • HerzUnregelmäßiger Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), Veränderungen im EKG (ST-Strecken-Senkung, erniedrigte T-Wellen-Amplitude)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AtemwegeRachenschmerzen (Kehlkopfschmerz), Schnarchen[1, 2]
  • Magen und DarmBluterbrechen (Hämatemesis)[1, 2]
  • Magen und DarmAbnormer Stuhl, belegte Zunge[1, 2]
  • HautSchwere Hautreaktionen einschließlich Erythema multiforme (eine Art Hautausschlag) und Stevens-Johnson-Syndrom (schwere Erkrankung mit Bläschenbildung der Haut, im Mund, im Augenbereich oder an den Genitalien)[1, 2]
  • HautSchwere allergische Reaktionen einschließlich Angioödem (Schwellung von Gesicht, Mund oder Hals)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSteife Gelenke, Rippenschmerzen (Kostochondritis)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeZucker im Urin (Glykosurie), erhöhtes Urinvolumen und häufigeres Wasserlassen (Polyurie)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustScheidenausfluss, Veränderung der Sexualfunktion (sexuelle Funktionsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Sexuelle Funktionsstörungen ohne nähere Angabe
  • Allgemeine BeschwerdenKältegefühl, Zyste[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenAuffällige Samenanalyse, erhöhter Entzündungswert (C-reaktives Protein), erniedrigtes Calcium im Blut[2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • NervensystemVorübergehender Bewusstseinsverlust[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Nach der Markteinführung wurde laut Fachinformation bei Menschen, die mit Vareniclin das Rauchen aufgeben wollten, über Verhaltensänderungen, Denkstörungen, Angstzustände, Psychosen, Stimmungsschwankungen, Aggressivität, Depressionen, suizidales Verhalten sowie Suizidgedanken und Suizidversuche berichtet. In einer großen randomisierten Studie mit Rauchenden mit und ohne psychiatrische Vorerkrankungen war Vareniclin im Vergleich zu Placebo nicht mit einem erhöhten Risiko unerwünschter neuropsychiatrischer Ereignisse verbunden, die gemeinsam als ein Endpunkt ausgewertet wurden. Eine depressive Stimmung, selten verbunden mit Suizidgedanken und Suizidversuch, kann auch ein Zeichen des Nikotinentzugs sein, und schwere neuropsychiatrische Beschwerden können beim Versuch, das Rauchen aufzugeben, mit oder ohne Behandlung auftreten. [2]

Bei den Warnzeichen der Übersicht oben, also bei innerer Unruhe, depressiver Stimmung, Verhaltensänderungen, die Sie oder Ihre Familie beunruhigen, bei Suizidgedanken oder selbstgefährdendem Verhalten, sollten Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Bei schweren neuropsychiatrischen Beschwerden sollen Betroffene die Einnahme laut Fachinformation sofort beenden und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, die oder der die Behandlungsmöglichkeiten neu abwägt. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1, 2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern mit grauem Haar und Brille richtet in einer hellen Küche frisches Obst in einer Schale an
Bild: KI-generiert

Treten beim Versuch, das Rauchen aufzugeben, Beschwerden wie Unruhe, eine depressive Stimmung oder Veränderungen im Verhalten auf, setzen Sie sich laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke in Verbindung. Bei den Warnzeichen im Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen sollten Sie die Einnahme laut Packungsbeilage beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Bei unerträglichen Nebenwirkungen kann die Ärztin oder der Arzt die Dosis vorübergehend oder dauerhaft verringern. [1]

Einige Hinweise der Packungsbeilage betreffen den Alltag:

  • Nehmen Sie die Tabletten regelmäßig immer zur gleichen Tageszeit ein; dabei kann die Einnahme-Erinnerung helfen. [1]
  • Nach dem Rauchstopp kann bei anderen Arzneimitteln eine Dosisanpassung nötig sein, zum Beispiel bei Theophyllin, Warfarin und Insulin. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke. [1]

Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch können Sie Stimmung und Beschwerden während der Raucherentwöhnung festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den Termin.

Wechselwirkungen

Aufgrund seiner Eigenschaften und der bisherigen klinischen Erfahrung zeigt Vareniclin laut Fachinformation keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Der Rauchstopp selbst kann aber, mit oder ohne Vareniclin, die Wirkung bestimmter Arzneimittel verändern, sodass eine Dosisanpassung erforderlich sein kann; Beispiele sind unter anderem Theophyllin, Warfarin und Insulin. Weil Rauchen das Leberenzym CYP1A2 anregt, können nach dem Rauchstopp die Spiegel von Mitteln steigen, die über dieses Enzym abgebaut werden. Mehr dazu auf der Seite Rauchen und Psychopharmaka. [1, 2]

Zusammen mit Cimetidin, einem Mittel gegen Magenprobleme, stieg die Menge an Vareniclin im Körper, weil die Nieren weniger davon ausschieden; bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion sollte Cimetidin laut Fachinformation nicht gleichzeitig gegeben werden. Wie sicher und wirksam Vareniclin zusammen mit anderen Mitteln zur Raucherentwöhnung ist, wurde nicht untersucht. Mit Nikotinpflastern sank in einer Studie über 12 Tage der mittlere obere (systolische) Blutdruck, und Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Verdauungsbeschwerden und Müdigkeit traten häufiger auf als mit den Pflastern allein. Wie der Körper Bupropion bei regelmäßiger Einnahme aufnimmt und abbaut, veränderte Vareniclin nicht. Fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie Vareniclin mit anderen Mitteln zur Raucherentwöhnung kombinieren. [1, 2]

Wechselwirkungen von Vareniclin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Theophyllin (Mittel bei Atemproblemen), Warfarin (Mittel zur Verringerung der Blutgerinnung), Insulin und andere MittelDie Veränderungen im Körper durch den Rauchstopp, mit oder ohne Vareniclin, können ihre Wirkung beeinflussen; weil Rauchen das Leberenzym CYP1A2 anregt, können die Blutspiegel von Mitteln, die über dieses Enzym abgebaut werden, nach dem Rauchstopp steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; eine Dosisanpassung kann nötig sein
Cimetidin (Mittel gegen Magenprobleme)Die Menge an Vareniclin im Körper (systemische Exposition) stieg an, weil die Ausscheidung über die Nieren abnahm[1, 2]Bei schwerer Nierenerkrankung nicht zusammen einnehmen
Andere Mittel zur Raucherentwöhnung wie Bupropion oder NikotinersatzSicherheit und Wirksamkeit der Kombination wurden nicht untersucht; zusammen mit Nikotinpflastern sank in einer Studie über 12 Tage der mittlere obere (systolische) Blutdruck, und Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Verdauungsbeschwerden und Müdigkeit traten häufiger auf als mit Nikotinpflastern allein[1, 2]Vorher die Ärztin oder den Arzt fragen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Vareniclin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Die einzige Gegenanzeige ist laut Fachinformation eine Überempfindlichkeit gegen Vareniclin oder einen der sonstigen Bestandteile. Bei Menschen mit einer psychiatrischen Vorerkrankung ist Vorsicht geboten, und sie sollten entsprechend beraten werden: In einer klinischen Studie zur Raucherentwöhnung wurden unerwünschte neuropsychiatrische Ereignisse unabhängig von der Behandlung bei ihnen häufiger berichtet als bei Menschen ohne eine solche Vorerkrankung. Aus klinischen Studien und nach der Markteinführung gibt es Berichte über Krampfanfälle bei Menschen mit und ohne Krampfanfälle in der Vorgeschichte. [2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Vareniclin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte: Die Raucherentwöhnung mit oder ohne Behandlung war bei einigen Personen mit einem erhöhten Risiko für Veränderungen im Denken oder Verhalten, Depression und Angstzustände verbunden und kann mit einer Verschlechterung psychischer Erkrankungen verbunden sein; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber[1, 2]
  • Nach der Markteinführung wurde bei Menschen, die mit Vareniclin das Rauchen aufgeben wollten, über Verhaltensänderungen, Denkstörungen, Angstzustände, Psychosen, Stimmungsschwankungen, Aggressivität, Depressionen, suizidales Verhalten sowie Suizidgedanken und Suizidversuche berichtet. In einer großen randomisierten Studie mit Rauchenden mit und ohne psychiatrische Vorerkrankungen war die Anwendung von Vareniclin laut Fachinformation im Vergleich zu Placebo nicht mit einem erhöhten Risiko unerwünschter neuropsychiatrischer Ereignisse verbunden, die gemeinsam als ein Endpunkt ausgewertet wurden (zusammengesetzter Endpunkt). Eine depressive Stimmungslage, selten verbunden mit Suizidgedanken und Suizidversuch, kann auch ein Zeichen des Nikotinentzugs sein[2]
  • Beim Rauchstopp können mit oder ohne Behandlung Beschwerden auftreten, zum Beispiel Stimmungsschwankungen wie Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Frustration oder Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, ein verlangsamter Herzschlag und mehr Appetit oder Gewichtszunahme[1, 2]
  • Krampfanfälle in der Vorgeschichte, Epilepsie oder andere Beschwerden, die die Krampfschwelle senken: vor Beginn die Ärztin oder den Arzt informieren[1, 2]
  • Herz- oder Gefäßerkrankungen: Bei Betroffenen wurde über neue oder sich verschlechternde Herz-Kreislauf-Probleme berichtet[1, 2]
  • Nierenerkrankungen: vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, möglicherweise ist eine geringere Dosis nötig; bei terminaler Niereninsuffizienz wird die Behandlung wegen ungenügender Erfahrung nicht empfohlen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Die Anwendung wird nicht empfohlen, weil die Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage empfiehlt es sich, die Anwendung von Vareniclin in der Schwangerschaft zu vermeiden; wenn Sie schwanger werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation deuten weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine schädliche Wirkung auf das ungeborene oder neugeborene Kind hin; Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt; aus Vorsichtsgründen soll die Anwendung in der Schwangerschaft vermieden werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Ob Vareniclin beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; Tierstudien weisen darauf hin. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke um Rat. Laut Fachinformation wird abgewogen, wie wichtig das Stillen für das Kind und die Behandlung für die Mutter ist.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Es gibt einige Berichte über eine verstärkte berauschende Wirkung von Alkohol bei Menschen, die Vareniclin einnahmen. Ob Vareniclin die Wirkung von Alkohol tatsächlich verstärkt, ist nicht bekannt; laut Fachinformation gibt es dazu nur begrenzte Daten.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Vareniclin kann mit Schwindel, Schläfrigkeit und vorübergehendem Bewusstseinsverlust verbunden sein. Laut Packungsbeilage sollten Sie kein Fahrzeug führen, keine komplexen Maschinen bedienen und keine anderen potenziell gefährlichen Tätigkeiten ausüben, solange Sie nicht wissen, ob das Arzneimittel Ihre Fähigkeit dazu beeinträchtigt.[1, 2]

Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit Wasser geschluckt, mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon, regelmäßig immer zur gleichen Tageszeit. Vor Beginn legen Sie üblicherweise einen Tag in der 2. Behandlungswoche (zwischen Tag 8 und Tag 14) fest, an dem Sie mit dem Rauchen aufhören; wer das nicht kann oder will, kann einen eigenen Termin innerhalb von 5 Wochen nach Behandlungsbeginn wählen.[1]

Einnahme vergessen: die Dosis nehmen, sobald es auffällt, aber nicht mehr, wenn nur noch 3 bis 4 Stunden bis zur nächsten Dosis bleiben; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Nehmen Sie Vareniclin so lange wie verordnet ein, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, die Behandlung zu beenden. Unmittelbar nach dem Ende einer Raucherentwöhnung kann das Risiko steigen, wieder mit dem Rauchen anzufangen. Beim Beenden können vorübergehend mehr Reizbarkeit, Verlangen zu rauchen, Depression oder Schlafstörungen auftreten. Die Ärztin oder der Arzt kann entscheiden, die Dosis am Ende schrittweise zu verringern.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung mitnehmen.[1]

Wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder stillen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke um Rat. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1]

Präklinische Daten weisen laut Fachinformation darauf hin, dass Vareniclin anregende Eigenschaften hat, wenn auch in geringerem Maß als Nikotin; in klinischen Studien am Menschen zeigte es ein geringes Missbrauchspotenzial. Welche Psychopharmaka ein Abhängigkeitsrisiko haben, erklärt die Seite Machen Psychopharmaka abhängig?. [2]

Vareniclin kann Schwindel, Schläfrigkeit und einen vorübergehenden Bewusstseinsverlust verursachen und so die Fähigkeit beeinflussen, Fahrzeuge zu führen und Maschinen zu bedienen. Die Fachinformation beschreibt den Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit als zu vernachlässigend oder moderat; sie empfiehlt, kein Fahrzeug zu führen, keine komplexen Maschinen zu bedienen und keine anderen potenziell gefährlichen Tätigkeiten auszuüben, solange nicht bekannt ist, ob Vareniclin diese Fähigkeiten beeinträchtigt. Zur Rechtslage: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [2, 11, 12, 13]

Einnahme und Absetzen

Die Tabletten werden unzerkaut mit Wasser geschluckt, mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon. Was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1]

Laut Packungsbeilage nehmen Sie Vareniclin nach den Angaben der Dosierungstabelle ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weist Sie an, die Behandlung zu beenden. Laut Packungsbeilage konnte in klinischen Studien gezeigt werden, dass sich die Chancen, mit dem Rauchen aufzuhören, erhöhen, wenn alle Dosen zur richtigen Zeit eingenommen werden und die empfohlene Behandlungsdauer eingehalten wird. [1]

Unmittelbar nach dem Ende einer Raucherentwöhnung kann das Risiko steigen, wieder mit dem Rauchen anzufangen. Beim Beenden können vorübergehend mehr Reizbarkeit, Verlangen zu rauchen, Depression oder Schlafstörungen auftreten. Die Ärztin oder der Arzt sollte Sie laut Fachinformation darüber informieren und mit Ihnen besprechen, ob die Dosis am Ende schrittweise verringert wird; bei hohem Rückfallrisiko kann das erwogen werden. Merken Sie, dass Ihre Stimmung deutlich sinkt, lesen Sie den Abschnitt Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung allgemein gilt, erklärt die Seite Psychopharmaka absetzen. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt eine erste Woche mit langsam steigender Dosis, danach eine gleichbleibende Dosis bis zum Ende der Behandlung, außerdem Angaben zur Dauer und zum schrittweisen Rauchstopp. Die Angaben bei eingeschränkter Nierenfunktion und für ältere Menschen stammen aus der Fachinformation. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]

Präparate mit Vareniclin

Präparate mit Vareniclin
PräparatAnbieterHinweis
ChampixPfizer Europe MA EEIG (in Deutschland Pfizer Pharma GmbH)Filmtabletten 0,5 mg und 1 mg, verschreibungspflichtig (EU-Zulassung); Grundlage dieser Seite
Vareniclin axunioverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation CHAMPIX (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage CHAMPIX 0,5 mg und 1 mg Filmtabletten. Pfizer Europe MA EEIG. Stand 09/2025. abgerufen am 22.10.2026
  2. EMA-Produktinformation CHAMPIX (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Pfizer Europe MA EEIG. Stand 09/2025. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Vareniclin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wie wirkt Vareniclin?

Vareniclin bindet laut Fachinformation an bestimmte Nikotinrezeptoren im Gehirn und regt sie an, aber auf einem wesentlich niedrigeren Niveau als Nikotin. Das lindert Rauchverlangen und Entzugserscheinungen. Zugleich verdrängt es Nikotin von diesen Rezeptoren und schwächt so den Belohnungseffekt ab, den Rauchende beim Rauchen verspüren. Laut Packungsbeilage kann Vareniclin auch den Genuss beim Rauchen von Zigaretten verringern.

Wann beginne ich mit Vareniclin und wann höre ich auf zu rauchen?

Vor Beginn legen Sie laut Packungsbeilage üblicherweise einen Tag in der 2. Behandlungswoche fest, an dem Sie mit dem Rauchen aufhören, also zwischen Tag 8 und Tag 14. Wer sich innerhalb von 2 Wochen nicht festlegen will oder kann, kann einen eigenen Termin innerhalb von 5 Wochen nach Beginn wählen. Wer nicht sofort ganz aufhören kann oder will, sollte das Rauchen in den ersten 12 Behandlungswochen verringern und am Ende dieses Zeitraums ganz aufhören.

Darf ich mit Vareniclin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage gibt es einige Berichte, dass Alkohol bei Menschen, die Vareniclin einnahmen, stärker berauschend wirkte. Ob Vareniclin die Wirkung von Alkohol tatsächlich verstärkt, ist nicht bekannt; laut Fachinformation gibt es dazu nur begrenzte Daten. Wie Sie während der Behandlung mit Alkohol umgehen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nimmt man mit Vareniclin zu?

Eine Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage häufig, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; ebenfalls häufig sind ein verminderter und ein gesteigerter Appetit. Auch der Rauchstopp selbst kann, mit oder ohne Behandlung, mit mehr Appetit oder einer Gewichtszunahme einhergehen. Bemerken Sie eine Veränderung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann man Vareniclin mit Nikotinpflastern oder Bupropion kombinieren?

Wie sicher und wirksam Vareniclin zusammen mit anderen Mitteln zur Raucherentwöhnung ist, wurde laut Fachinformation nicht untersucht. Zusammen mit Nikotinpflastern sank in einer Studie der obere Blutdruckwert, und Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Verdauungsbeschwerden und Müdigkeit traten häufiger auf als mit den Pflastern allein. Die Packungsbeilage bittet Sie, vor einer solchen Kombination Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen.

Macht Vareniclin müde?

Schläfrigkeit und Müdigkeit sind laut Packungsbeilage häufige Nebenwirkungen, ein Trägheitsgefühl ist gelegentlich; ein vorübergehender Bewusstseinsverlust kommt vor, seine Häufigkeit ist nicht bekannt. Laut Fachinformation wird empfohlen, kein Fahrzeug zu führen und keine komplexen Maschinen zu bedienen, solange nicht bekannt ist, ob Vareniclin diese Fähigkeiten beeinträchtigt. Ungewöhnliche Träume und Schlafstörungen sind sehr häufig.

Darf ich Vareniclin in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage empfiehlt es sich, die Anwendung in der Schwangerschaft zu vermeiden; wenn Sie schwanger werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen deuten laut Fachinformation nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine schädliche Wirkung auf das ungeborene oder neugeborene Kind hin, Tierstudien haben aber eine Reproduktionstoxizität gezeigt; aus Vorsichtsgründen soll die Anwendung in der Schwangerschaft vermieden werden.

Wie setze ich Vareniclin ab?

Laut Packungsbeilage nehmen Sie Vareniclin so lange wie vorgesehen ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weist Sie an, die Behandlung zu beenden. Unmittelbar nach dem Ende einer Raucherentwöhnung kann das Risiko steigen, wieder anzufangen, und vorübergehend können mehr Reizbarkeit, Rauchverlangen, Depression oder Schlafstörungen auftreten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann entscheiden, die Dosis am Ende der Behandlung schrittweise zu verringern.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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