MedikamenteWirkstoff

Medazepam

Medazepam ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Rudotel. Zugelassen ist es nur zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen bei Erwachsenen. Schon bei täglicher Anwendung über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit; eine ununterbrochene Anwendung über mehr als 4 Wochen sollte laut Packungsbeilage vermieden werden, und nach mehr als einer Woche wird die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert.

Frau in den Vierzigern mit schulterlangen braunen Haaren sitzt entspannt auf einer Gartenbank vor einer hellen Steinmauer, um die Schultern ein indigoblaues Tuch
Bild: KI-generiert

Wofür wird Medazepam eingesetzt?

Zugelassen ist Medazepam laut Fach- und Gebrauchsinformation nur zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen, also zur Behandlung der Beschwerden. Schlafstörungen und Depressionen gehören nicht dazu. [1, 2]

Fach- und Gebrauchsinformation weisen darauf hin, dass nicht alle Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände eine Behandlung mit Medikamenten brauchen. Oft sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und lassen sich durch andere Maßnahmen oder eine Behandlung der Grundkrankheit beeinflussen. Benzodiazepine beseitigen laut Packungsbeilage nicht die Ursache der Störung; sie vermindern den Leidensdruck und können zum Beispiel den Zugang zu einer weiterführenden Behandlung erleichtern. Mehr über Angst als Erkrankung lesen Sie auf der Seite Angststörungen. [1, 2]

Kinder und Jugendliche sind laut Packungsbeilage von der Behandlung ausgeschlossen; laut Fachinformation kann die Anwendung bei ihnen nicht empfohlen werden, weil die klinischen Erfahrungen zu gering sind. Medazepam ist verschreibungspflichtig. Es steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; Zubereitungen bis zu einer bestimmten Wirkstoffmenge je Tablette sind davon ausgenommen und nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig, für sie gelten aber die betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften über Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr. [1, 2, 3, 4]

Wie wirkt Medazepam?

Medazepam gehört zu den Benzodiazepinen; die Packungsbeilage nennt es ein Mittel gegen Angst-, Erregungs- und Spannungszustände. Im zentralen Nervensystem bindet es nur schwach (mit niedriger Affinität) an Benzodiazepin-Rezeptoren. Diese Andockstellen arbeiten eng mit den Rezeptoren des hemmenden Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA) zusammen, und Medazepam verstärkt dessen hemmende Wirkung. Es dämpft Spannung, Erregung und Angst und wirkt beruhigend und schlaffördernd, in höheren Dosen auch muskelentspannend und gegen Krampfanfälle. Einen Überblick gibt die Seite Beruhigungsmittel. [1, 2]

Nach dem Einnehmen wird Medazepam rasch aufgenommen, die höchsten Blutspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Weil es schnell umgebaut wird, beträgt seine eigene Halbwertszeit nur 2 Stunden. Medazepam ist eine Vorstufe (Prodrug): Die Wirkung vermitteln laut Fachinformation vor allem seine aktiven Abbauprodukte Desmethylmedazepam, Diazepam, Desmethyldiazepam und Oxazepam. [2]

Die Halbwertszeit von Diazepam liegt bei 20 bis 100 Stunden, die von Desmethyldiazepam bei 50 bis 80 Stunden, die von Oxazepam bei 6 bis 25 Stunden. Bei längerer täglicher Einnahme reichert sich Desmethyldiazepam an und wird zum wichtigsten Abbauprodukt. Diazepam und Oxazepam werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden. [2]

Wann wirkt Medazepam und wie lange wird behandelt?

Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen die Quellen nicht; die Fachinformation gibt nur die Zeit bis zum höchsten Blutspiegel an. Abends nehmen Sie die Tabletten laut Packungsbeilage etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen ein, sonst kann die Wirkung verzögert einsetzen und je nach Schlafdauer am nächsten Morgen stärker nachwirken. [1, 2]

Über die Dauer entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt je nach Art und Schwere der Beschwerden. Bei akuten Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen sollte die Anwendung auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt bleiben. Bei chronischen Beschwerden richtet sich die Dauer nach dem Verlauf: Nach zweiwöchiger täglicher Einnahme sollte die Ärztin oder der Arzt durch eine schrittweise Verringerung der Dosis klären, ob eine weitere Behandlung angezeigt ist. Auch dann sollten Sie Medazepam nicht länger als 4 Wochen einnehmen; spätestens nach vier Wochen soll die Ärztin oder der Arzt entscheiden, ob die Behandlung weitergeführt werden muss. Bei längerer oder wiederholter Anwendung kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1, 2]

  1. BeginnDie Dauer der Behandlung soll laut Fachinformation schon zu Beginn vereinbart werden; die Ärztin oder der Arzt prüft in kurzen Abständen, ob die Behandlung noch nötig ist. Zu Beginn achtet die Ärztin oder der Arzt außerdem auf Ihre Reaktion auf das Medikament, um eine zu starke Wirkung früh zu erkennen.[2]
  2. ErhaltungBei akuten Beschwerden sollte die Anwendung auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt bleiben. Bei chronischen Beschwerden richtet sich die Dauer nach dem Verlauf: Nach zweiwöchiger täglicher Einnahme klärt die Ärztin oder der Arzt durch eine schrittweise Verringerung der Dosis, ob eine weitere Behandlung angezeigt ist. Auch dann sollte Medazepam nicht länger als 4 Wochen eingenommen werden; spätestens nach vier Wochen entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob die Behandlung weitergeführt werden muss.[1, 2]
  3. AbsetzenNach mehr als einer Woche Anwendung wird die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert, gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Vorübergehend können Absetzerscheinungen wie Unruhe, Angstzustände und Schlaflosigkeit auftreten.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Zu den häufigen Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen können, zählen laut Fach- und Gebrauchsinformation eine unerwünscht starke Beruhigung am Tag und Müdigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Gang- und Bewegungsstörungen (Ataxie), Verwirrtheit und zeitlich begrenzte Gedächtnislücken nach der Einnahme. Am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können Überhangeffekte wie Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wegen der muskelentspannenden Wirkung ist besonders bei älteren Menschen Vorsicht geboten, weil Sturzgefahr besteht. [1, 2]

Selten sind unter anderem Niedergeschlagenheit, ein nachlassendes sexuelles Verlangen (sexuelle Funktionsstörungen), ein verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall und eine gedämpfte Atmung. In hoher Dosierung und bei längerer Anwendung können vorübergehend verlangsamtes oder undeutliches Sprechen, Sehstörungen wie Doppelbilder und Augenzittern sowie Bewegungs- und Gangunsicherheit auftreten. Laut Packungsbeilage bilden sich Nebenwirkungen im Allgemeinen zurück, wenn die Dosis verringert wird, und lassen sich in der Regel durch eine sorgfältige, individuelle Einstellung vermeiden; darüber entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Ohne Häufigkeitsangabe beschreiben die Quellen unter anderem die Gefahr einer Abhängigkeit, das Nachlassen der Wirkung (Toleranz), die Verstärkung depressiver Verstimmungen bei einer schon bestehenden depressiven Erkrankung und Absetzerscheinungen. Sie fehlen deshalb in der Übersicht und in der folgenden Liste und stehen in den Abschnitten zu Warnzeichen, Vorsicht und Absetzen. Halluzinationen und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") führt die Fachinformation mit der Angabe "nicht bekannt". Was die Häufigkeitsangaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheUnerwünscht starke Beruhigung am Tage sowie Müdigkeit (Schläfrigkeit, Mattigkeit, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • PsycheVerwirrtheit[1, 2]
  • PsycheZeitlich begrenzte Gedächtnislücken nach der Einnahme (anterograde Amnesie)[1, 2]
  • PsycheÜberhangeffekte am Morgen nach der abendlichen Einnahme: Konzentrationsstörungen und Restmüdigkeit, die die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemSchwindelgefühl, Kopfschmerzen[1, 2]
  • NervensystemGang- und Bewegungsstörungen (Ataxie)[1, 2]
  • NervensystemMuskelerschlaffende Wirkung; besonders bei älteren Menschen ist wegen der Sturzgefahr Vorsicht geboten[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungAppetitzunahme[1, 2]
  • PsycheNiedergeschlagenheit (Depression)[1, 2]
  • PsycheAbnahme des geschlechtlichen Bedürfnisses[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
  • HerzVerlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
  • Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall[1, 2]
  • AtemwegeAtmungsdämpfung (Atemdepression)[1, 2]
  • Magen und DarmMagen-Darm-Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, Verstopfung, Durchfall)[1, 2]
  • Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]
  • Leber und GalleGelbsucht[1, 2]
  • HautAllergische Hautveränderungen wie Juckreiz, Hautrötung oder Hautausschlag[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeStimmritzenkrampf (Glottisspasmen)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeVermehrte Muskelkrämpfe (Muskelspasmen)[2]
  • Nieren und HarnwegeHarnverhaltung[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustStörungen der Regelblutung[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenBrustschmerzen[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheSinnestäuschungen (Halluzinationen)[1, 2]
  • PsycheWirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie akute Erregungszustände, Angst, Suizidalität (Neigung zum Suizid), Schlaflosigkeit, Wutanfälle oder vermehrte Muskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Medazepam kann zu einer Wirkungsumkehr führen, die Fach- und Gebrauchsinformation "paradoxe Reaktionen" nennen, etwa zu akuten Erregungszuständen, Angst, Schlaflosigkeit, Wutanfällen oder vermehrten Muskelkrämpfen. Darunter nennen beide Quellen auch Suizidalität, laut Packungsbeilage eine Neigung zum Suizid; eine Häufigkeit ist nicht bekannt. Treten solche Reaktionen oder Halluzinationen auf, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit sie oder er über die weiteren Maßnahmen entscheiden kann; laut Fachinformation sollte die Behandlung dann beendet werden. Bei einer schon bestehenden depressiven Erkrankung können sich depressive Verstimmungen verstärken. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1, 2]

Nehmen Sie zusätzlich Opioide ein, also starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie oder bestimmte Hustenmittel, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Laut Packungsbeilage kann es helfen, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf diese Anzeichen zu achten; treten sie auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [1, 2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern mit kurzen dunklen Haaren und Brille sitzt in einem hellen Wohnzimmer auf einer Matte und macht ruhige Atemübungen
Bild: KI-generiert

Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Ändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig; das erschwert die gezielte Behandlung. [1]

Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:

  • Laut Fachinformation sollte Ihnen die Ärztin oder der Arzt mit Blick auf Ihre Lebenssituation, etwa Ihre Berufstätigkeit, genaue Verhaltensanweisungen für den Alltag geben. Fragen Sie danach, wenn Sie unsicher sind. [2]
  • Erhöhen Sie die Dosis nicht und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann laut Packungsbeilage ein Zeichen einer Abhängigkeitsentwicklung sein. [1]
  • Ältere Menschen sollten wegen der Sturzgefahr besonders vorsichtig sein; mehr unter Im Alter. [1, 2]
  • Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter. [1]
  • Die Tabletten enthalten Lactose und den Farbstoff Gelborange S, der allergische Reaktionen hervorrufen kann. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern nehmen Sie Medazepam erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [1, 2]

Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.

Kontrollen während der Behandlung

Damit eine zu starke Wirkung früh auffällt, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation zu Beginn Ihre Reaktion auf das Medikament kontrollieren, besonders bei älteren und geschwächten Menschen und bei bestimmten Vorerkrankungen, etwa einer Kreislauf- oder Atemschwäche. Bei einer Langzeitbehandlung empfiehlt die Fachinformation außerdem Kontrollen von Blutbild und Leberfunktion. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Medazepam
UntersuchungWann oder warum
BlutbildBei einer Langzeitbehandlung empfohlen[2]
Leberwerte (Leberfunktion)Bei einer Langzeitbehandlung empfohlen[2]
Reaktion auf das MedikamentZu Beginn der Behandlung, um eine zu starke Wirkung (relative Überdosierung) möglichst schnell zu erkennen, besonders bei älteren und geschwächten Menschen sowie bei hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche oder eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion[2]
Atmung und DämpfungBei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden engmaschig auf Anzeichen einer Atemdämpfung (Atemdepression) und Sedierung achten[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte; mehr zu den Blutzellen unter Blutbild.

Wechselwirkungen

Andere auf das Nervensystem wirkende Arzneimittel können die Wirkungen gegenseitig verstärken, zum Beispiel Psychopharmaka, Schlafmittel, teils auch Schmerzmittel, Narkosemittel oder Antihistaminika gegen Allergien oder Erkältungen. Mit Opioiden steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma, und die Kombination kann lebensbedrohlich sein; laut Packungsbeilage sollte sie nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die Wirkung muskelentspannender Mittel kann verstärkt werden. [1, 2]

Cimetidin und Omeprazol, etwa gegen Magengeschwüre, und Disulfiram, ein Mittel zur Alkoholentzugsbehandlung, können die Wirkung von Medazepam verstärken und verlängern. Bei Rauchern kann Medazepam schneller ausgeschieden werden, und Theophyllin, etwa gegen Asthma, hebt in niedriger Dosierung die beruhigende Wirkung auf. Medazepam kann die Wirkung des Parkinsonmittels Levodopa hemmen und in seltenen Fällen den Abbau von Phenytoin hemmen und so dessen Wirkung verstärken; Phenobarbital und Phenytoin können umgekehrt den Abbau von Medazepam beschleunigen. [1, 2]

Bei einer Dauerbehandlung unter anderem mit auf das Nervensystem wirkenden Blutdruckmitteln, Betablockern, Mitteln gegen Diabetes, Gerinnungshemmern, herzwirksamen Glykosiden oder der "Pille" sind Art und Umfang der Wechselwirkungen nicht vorhersehbar; die Ärztin oder der Arzt sollte vorher klären, ob eine solche Dauerbehandlung besteht. Wegen der langsamen Ausscheidung ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit möglichen Wechselwirkungen zu rechnen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Medazepam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel)Höheres Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; Dosis und Dauer begrenzt die Ärztin oder der Arzt. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle opioidhaltigen Arzneimittel
Andere auf das Nervensystem wirkende Arzneimittel: Psychopharmaka, Schlafmittel, teils auch Schmerzmittel, Narkosemittel und Antihistaminika (zum Beispiel gegen Allergien oder Erkältungen)Die Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Arzneimittel, die die Muskelspannung herabsetzen (Muskelrelaxanzien)Deren Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Cimetidin oder Omeprazol (zum Beispiel gegen Magengeschwüre) und Disulfiram (Mittel zur Alkoholentzugsbehandlung)Die Wirkung von Medazepam kann verstärkt und verlängert werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
RauchenMedazepam kann schneller ausgeschieden werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Theophyllin (zum Beispiel gegen Asthma)Hebt in niedriger Dosierung die beruhigende Wirkung von Medazepam auf[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Levodopa (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit)Medazepam kann die Wirkung von Levodopa hemmen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Phenytoin und Phenobarbital (Mittel gegen Anfallsleiden)In seltenen Fällen kann Medazepam den Abbau von Phenytoin hemmen und dessen Wirkung verstärken; Phenobarbital und Phenytoin können den Abbau von Medazepam beschleunigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Dauerbehandlung mit zentral wirksamen Blutdruckmitteln, Betablockern, Mitteln gegen Diabetes, Mitteln zur Empfängnisverhütung ("Pille"), Gerinnungshemmern oder herzwirksamen GlykosidenArt und Umfang der Wechselwirkungen sind nicht vorhersehbar[1, 2]Besondere Vorsicht, vor allem zu Beginn der Behandlung; die Ärztin oder der Arzt klärt vorher, ob solche Dauerbehandlungen bestehen
AlkoholAlkohol verändert und verstärkt die Wirkung von Medazepam in nicht vorhersehbarer Weise[1, 2]Alkohol während der Behandlung meiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Medazepam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Medazepam darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Medazepam, andere Benzodiazepine, den Farbstoff Gelborange S oder einen der sonstigen Bestandteile, bei einer Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte und bei bestimmten Formen schwerer, krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis). Wer derzeit oder früher abhängig von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen ist oder war, darf Benzodiazepine laut Packungsbeilage nicht einnehmen, ausgenommen seltene, nur ärztlich zu beurteilende Situationen. [1, 2]

Nur mit besonderer Vorsicht wird Medazepam angewendet bei einer akuten Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder Psychopharmaka, bei Störungen des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen (spinale und zerebellare Ataxien), schweren Leberschäden und Atemfunktionsstörungen im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrome). Menschen mit Herzschwäche oder niedrigem Blutdruck sprechen laut Fachinformation oft stärker als erwünscht auf Benzodiazepine an. Bei ihnen, bei älteren und geschwächten Menschen, bei hirnorganischen Veränderungen und bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Verordnung sorgfältig abzuwägen. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Medazepam oder andere Benzodiazepine, gegen den Farbstoff Gelborange S oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen, auch in der Vorgeschichte; ausgenommen sind laut Packungsbeilage seltene, nur ärztlich zu beurteilende Situationen[1, 2]
  • Bestimmte Formen schwerer, krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln oder mit Mitteln gegen psychische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
  • Störungen im Zusammenwirken von Muskelgruppen durch Erkrankungen von Rückenmark oder Kleinhirn (spinale und zerebellare Ataxien)[1, 2]
  • Schwere Leberschäden, zum Beispiel Gelbsucht mit Gallenstauung (cholestatischer Ikterus)[1, 2]
  • Atemfunktionsstörungen im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrome)[1, 2]
  • Abhängigkeit: Medazepam besitzt eine suchtfördernde Eigenschaft (primäres Abhängigkeitspotenzial). Schon bei täglicher Anwendung über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, nicht nur beim Missbrauch besonders hoher Dosen, sondern auch im therapeutischen Dosisbereich. Eine ununterbrochene Anwendung über mehr als 4 Wochen sollte vermieden werden. Erhöhen Sie die verordnete Dosis nicht und verkürzen Sie nicht die Abstände zwischen den Einnahmen, auch wenn die Wirkung nachlässt; das kann ein Zeichen einer Abhängigkeitsentwicklung sein[1, 2]
  • Nachlassende Wirkung: Bei längerer oder wiederholter Anwendung kann sich eine Gewöhnung (Toleranz) entwickeln[1, 2]
  • Ältere oder geschwächte Menschen, hirnorganische Veränderungen, Kreislauf- und Atmungsschwäche (chronisch obstruktive Ateminsuffizienz), eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Vorsicht ist geboten. Menschen mit Herzschwäche oder niedrigem Blutdruck sprechen auf Benzodiazepine oft stärker als erwünscht an[1, 2]
  • Bestehende depressive Erkrankung: Depressive Verstimmungen können sich verstärken[1, 2]
  • In hoher Dosierung und bei längerer Anwendung können vorübergehend verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Artikulationsstörungen), Sehstörungen (Doppelbilder, verschwommenes Sehen, Augenzittern) sowie Bewegungs- und Gangunsicherheit auftreten[1, 2]
  • Die atemdämpfende Wirkung kann bei verengten Atemwegen (Atemwegsobstruktion) und bei Hirnschädigungen stärker hervortreten, besonders zusammen mit anderen auf das Gehirn wirkenden Arzneimitteln[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche sind laut Packungsbeilage von der Behandlung ausgeschlossen; laut Fachinformation sind die Erfahrungen bei ihnen zu gering[1, 2]
  • Der enthaltene Farbstoff Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage sollten Sie Medazepam in der Schwangerschaft nicht anwenden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt umgehend, wenn Sie schwanger werden; sie oder er entscheidet, ob die Behandlung beendet oder weitergeführt wird. Laut Fachinformation sollte Medazepam in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen bei zwingender Indikation angewendet werden, nicht in hohen Dosen und nicht über einen längeren Zeitraum. Das Fehlbildungsrisiko bei therapeutischen Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint laut Fachinformation gering zu sein, einige epidemiologische Studien ergaben jedoch Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten.[1, 2]

Eine längerfristige Anwendung in der Schwangerschaft kann durch Gewöhnung und Abhängigkeit zu Entzugserscheinungen beim Neugeborenen führen, laut Fachinformation zum Beispiel Hyperaktivität, Erregbarkeit, Hypotonie und schwacher Saugreflex. Größere Dosen vor oder während der Geburt können beim Säugling eine erniedrigte Körpertemperatur, erniedrigten Blutdruck, Atemdämpfung und Trinkschwäche hervorrufen (sogenanntes "Floppy-Infant-Syndrom").[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Stillzeit sollten Sie Medazepam nicht anwenden, da Medazepam und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen. Ist die Behandlung unausweichlich, sollte abgestillt werden. Laut Fachinformation baut ein Neugeborenes Medazepam wesentlich langsamer ab als Kinder oder Erwachsene.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Meiden Sie während der Behandlung Alkohol: Er verändert und verstärkt die Wirkung von Medazepam in nicht vorhersehbarer Weise. Auch die Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens ist zusammen mit Alkohol stärker.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Medazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten ganz, zumindest jedoch in den ersten Tagen der Behandlung unterbleiben. Die Entscheidung trifft im Einzelfall Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung.[1, 2]

Anwendung

Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, bei ambulanter Behandlung hauptsächlich abends. Am Abend etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen einnehmen, sonst kann die Wirkung verzögert einsetzen und je nach Schlafdauer am nächsten Morgen stärker nachwirken, zum Beispiel mit Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Tagsüber werden die Tabletten laut Fachinformation unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen an und geben Sie sie nie an andere weiter, auch nicht, weil sie "anderen so gut geholfen haben".[1]

Absetzen

Beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern besprechen Sie es vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Anwendung über mehr als eine Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden. Nach längerem Gebrauch können, oft mit einigen Tagen Verzögerung, Unruhe, Angstzustände und Schlaflosigkeit auftreten; diese Absetzerscheinungen verschwinden laut Packungsbeilage im Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen.[1, 2]

Bei plötzlichem Absetzen nach längerer täglicher Anwendung können nach etwa 2 bis 4 Tagen Schlaflosigkeit und vermehrtes Träumen auftreten. Angst, Spannungszustände, Erregung und innere Unruhe können verstärkt zurückkehren. Die Beschwerden können sich in Zittern und Schwitzen äußern und sich bis zu bedrohlichen körperlichen Reaktionen wie Krampfanfällen und seelischen Reaktionen wie symptomatischen Psychosen (zum Beispiel Entzugsdelir) steigern; laut Fachinformation ist die Behandlung deshalb ausschleichend zu beenden. Weil Medazepam langsam ausgeschieden wird, ist auch nach dem Ende der Behandlung noch mit möglichen Wechselwirkungen zu rechnen.[1, 2]

Überdosierung

Anzeichen einer leichten Überdosierung können Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gang- und Bewegungsstörungen, undeutliches Sprechen, Blutdruckabfall und Muskelschwäche sein. Bei schwerer Vergiftung kann es zu einer Verminderung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion kommen, mit blau-roter Färbung von Haut und Schleimhaut (Zyanose) und Bewusstlosigkeit bis hin zum Atem- und Herzstillstand; in der Abklingphase können hochgradige Erregungszustände vorkommen. Verständigen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1, 2]

Fahren, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten Sie laut Packungsbeilage ganz unterlassen, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung. Medazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist, zusammen mit Alkohol verstärkt; am Morgen nach einer abendlichen Einnahme können außerdem Überhangeffekte die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung. [1, 2]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]

Zur Schwangerschaft sagen die Quellen nicht dasselbe: Laut Packungsbeilage sollten Sie Medazepam in der Schwangerschaft nicht anwenden, laut Fachinformation sollte es nur in Ausnahmefällen bei zwingender Indikation angewendet werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt umgehend, wenn Sie schwanger werden; sie oder er entscheidet über das Beenden oder Weiterführen der Behandlung. Setzen Sie Medazepam nicht auf eigene Faust ab. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Medazepam hat laut Fach- und Gebrauchsinformation ein primäres Abhängigkeitspotenzial: Schon bei täglicher Anwendung über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, nicht nur beim Missbrauch besonders hoher Dosen, sondern auch im therapeutischen Dosisbereich. Eine fortgesetzte Anwendung sollte laut Fachinformation nur bei zwingender Indikation erfolgen, nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit. Mehr unter Abhängigkeit und Medikamentenabhängigkeit. [1, 2]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie die Tabletten einnehmen und was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Möchten Sie die Behandlung unterbrechen, besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ein eigenmächtiges Beenden kann laut Packungsbeilage den Behandlungserfolg gefährden. [1]

Nach einer Anwendung über mehr als eine Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden; dabei ist mit möglichen, vorübergehenden Absetzerscheinungen zu rechnen. Nach längerem Gebrauch können, oft mit einigen Tagen Verzögerung, Unruhe, Angstzustände und Schlaflosigkeit auftreten. Diese Absetzerscheinungen verschwinden laut Packungsbeilage im Allgemeinen nach einigen Tagen bis Wochen; an anderer Stelle nennt sie 2 bis 3 Wochen. [1, 2]

Wird Medazepam nach längerer täglicher Anwendung plötzlich abgesetzt, können sich die Beschwerden laut Fach- und Gebrauchsinformation bis zu bedrohlichen körperlichen und seelischen Reaktionen steigern, etwa zu Krampfanfällen oder einem Entzugsdelir; laut Fachinformation ist die Behandlung deshalb ausschleichend zu beenden. Welche Beschwerden nach wie vielen Tagen auftreten können, steht in der Übersicht zum Alltag unter "Absetzen". [1, 2]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Benzodiazepinen wichtig ist, erklärt die Seite Benzodiazepine absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine übliche Tagesdosis für Erwachsene, verteilt auf mehrere Einzelgaben oder als abendliche Einmaldosis, und Hinweise für ältere und geschwächte Menschen. Die Dosierung richtet sich nach Ihrer Reaktion, nach Alter und Gewicht sowie nach Art und Schwere der Beschwerden; dabei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlung so kurz wie möglich zu halten. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Präparate mit Medazepam

Präparate mit Medazepam
PräparatAnbieterHinweis
RudotelTEVA GmbHTabletten 10 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Rudotel 10 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 12/2022. abgerufen am 22.10.2026
  2. Fachinformation Rudotel 10 mg Tabletten. TEVA GmbH. Stand 12/2022. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Medazepam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Medazepam verschrieben?

Medazepam ist zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen zugelassen. Es ist verschreibungspflichtig und als Rudotel erhältlich, Tabletten mit 10 mg Medazepam. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt zur Dosierung.

Hilft Medazepam zum Schlafen?

Zugelassen ist Medazepam nur zur Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Laut Fachinformation wirkt es auch beruhigend und schlaffördernd; bei ambulanter Behandlung der Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände sollte es laut Packungsbeilage hauptsächlich abends eingenommen werden. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hilft Medazepam bei Depressionen?

Depressionen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten von Medazepam. Bei einer schon bestehenden depressiven Erkrankung können sich depressive Verstimmungen laut Fach- und Gebrauchsinformation verstärken, und Niedergeschlagenheit ist eine seltene Nebenwirkung. Sprechen Sie Veränderungen Ihrer Stimmung in der Praxis an.

Wie schnell wirkt Medazepam?

Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen die Quellen nicht. Die höchsten Blutspiegel werden laut Fachinformation 1 bis 2 Stunden nach dem Einnehmen erreicht. Wenn Sie die Tabletten abends auf vollen Magen einnehmen, kann die Wirkung laut Packungsbeilage verzögert einsetzen und je nach Schlafdauer am nächsten Morgen stärker nachwirken.

Darf ich mit Medazepam Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Medazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol ist auch das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt, etwa im Straßenverkehr oder an Maschinen.

Darf ich mit Medazepam Auto fahren?

Laut Packungsbeilage sollten Sie das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten ganz unterlassen, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung. Medazepam kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, mit Alkohol verstärkt, und am Morgen nach einer abendlichen Einnahme sind Überhangeffekte möglich. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Macht Medazepam abhängig?

Das ist möglich. Medazepam hat laut Fach- und Gebrauchsinformation ein primäres Abhängigkeitspotenzial; schon bei täglicher Anwendung über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, auch im therapeutischen Dosisbereich. Eine ununterbrochene Anwendung über mehr als 4 Wochen sollte laut Packungsbeilage vermieden werden.

Wie setze ich Medazepam ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Anwendung über mehr als eine Woche sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise verringert werden. Nach plötzlichem Absetzen können unter anderem Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe auftreten, und die Beschwerden können sich bis zu Krampfanfällen oder einem Entzugsdelir steigern. Absetzerscheinungen verschwinden laut Packungsbeilage im Allgemeinen nach einigen Tagen bis Wochen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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