MedikamenteWirkstoff

Pitolisant

Pitolisant ist ein verschreibungspflichtiges Mittel zur Behandlung der Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie, zugelassen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Wakix. Es wird einmal täglich morgens zum Frühstück eingenommen und blockiert im Gehirn Andockstellen für den Botenstoff Histamin, wodurch es der Tagesschläfrigkeit entgegenwirkt und die Wachheit fördert. Werden Sie depressiv oder haben Sie Suizidgedanken, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann Ende zwanzig frühstückt morgens wach und gelassen an einem hellen Küchentisch
Bild: KI-generiert

Wofür wird Pitolisant eingesetzt?

Zugelassen ist Pitolisant nur zur Behandlung der Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie, und zwar bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Die Packungsbeilage beschreibt Narkolepsie als Erkrankung, die eine übermäßige Schläfrigkeit am Tag verursacht und zu einer Neigung führt, in unpassenden Situationen plötzlich einzuschlafen (Schlafattacken). Kataplexie ist dort eine plötzliche Muskelschwäche oder Lähmung der Muskeln ohne Bewusstseinsverlust, als Reaktion auf eine plötzliche Gefühlsregung wie Wut, Schreck, Freude, Lachen oder Überraschung. [1, 2]

Eingeleitet werden sollte die Behandlung laut Fachinformation von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Schlafstörungen. Kinder unter 6 Jahren sollten Pitolisant laut Packungsbeilage nicht einnehmen. In der Europäischen Union ist Pitolisant seit dem 31. März 2016 zugelassen; es unterliegt einer zusätzlichen Überwachung, damit neue Erkenntnisse zur Sicherheit schnell erkannt werden. [1, 2]

Pitolisant ist verschreibungspflichtig, es steht in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung; laut EMA ist es ein Arzneimittel auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. In den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes ist Pitolisant nicht aufgeführt. [2, 3, 13, 14, 15]

Wie wirkt Pitolisant?

Pitolisant bindet laut Packungsbeilage an Andockstellen (Rezeptoren) auf Zellen im Gehirn, die eine Rolle bei der Anregung der Aufmerksamkeit spielen. Dadurch wirkt es der Tagesschläfrigkeit und der Kataplexie entgegen und fördert die Wachheit. [1]

Die Fachinformation beschreibt den Mechanismus genauer: Pitolisant blockiert als Gegenspieler (Antagonist und inverser Agonist) die Rezeptoren vom Typ H3 für den Botenstoff Histamin. So verstärkt es die Aktivität der Histamin-Nervenzellen im Gehirn, eines wichtigen Erregungssystems mit Verbindungen in das gesamte Gehirn. Außerdem erhöht Pitolisant die Ausschüttung der Botenstoffe Acetylcholin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Bei Menschen mit Narkolepsie verbesserte es in objektiven Tests das Ausmaß und die Dauer der Wachheit und die Aufmerksamkeit am Tag. [2]

Pitolisant wird gut und schnell aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist etwa 3 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt 10 bis 12 Stunden, und bei wiederholter Einnahme stellt sich nach 5 bis 6 Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein. Abgebaut wird Pitolisant mithilfe der Enzyme CYP3A4 und CYP2D6, ausgeschieden vor allem über den Urin und zu einem Teil über die Atemluft. Die Werte unterscheiden sich von Mensch zu Mensch verhältnismäßig stark. [2]

Bei Menschen, bei denen das Enzym CYP2D6 langsam arbeitet, ist die Menge an Pitolisant im Blut höher; das sollte laut Fachinformation bei Dosiserhöhungen berücksichtigt werden. Nach einer Modellrechnung auf Grundlage einer Studie mit Kindern und Jugendlichen ist die Menge im Blut bei gleicher Dosis bei ihnen deutlich höher als bei Erwachsenen, am stärksten bei Kindern unter 40 kg Körpergewicht. Die Einstellung sollte bei ihnen deshalb mit der niedrigsten Dosis beginnen, und für Kinder unter 40 kg gilt eine niedrigere Höchstdosis. [2]

Wann wirkt Pitolisant und wie lange wird behandelt?

Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer Anfangsdosis, die allmählich auf die am besten geeignete Dosis erhöht wird, bei Erwachsenen über drei Wochen, bei Kindern und Jugendlichen über drei bis vier Wochen. Laut Packungsbeilage dauert es unter Umständen einige Tage, bis Sie den Nutzen spüren; der größte Nutzen stellt sich in der Regel nach einigen Wochen ein. Ändern Sie die Dosis nicht eigenständig; jede Änderung muss laut Packungsbeilage von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt angeordnet und überwacht werden. [1]

Da zur Wirksamkeit über lange Zeit nur begrenzt Daten vorliegen, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation regelmäßig prüfen, ob die Behandlung weiterhin wirkt. In einer offenen Langzeitstudie wurde die Sicherheit von Pitolisant über 12 Monate untersucht, mit einer Verlängerung bis zu 5 Jahren; die Ergebnisse zur Sicherheit waren ähnlich wie in früheren Studien mit einer Behandlung von bis zu 3 Monaten. Wie lange Sie Pitolisant nehmen, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Schläfrigkeit, Kataplexien und Nebenwirkungen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; Allgemeines steht unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [2]

  1. BeginnEingeleitet werden sollte die Behandlung laut Fachinformation von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Schlafstörungen. Die Dosis wird bei Erwachsenen über drei Wochen, bei Kindern und Jugendlichen über drei bis vier Wochen allmählich auf die am besten geeignete Dosis erhöht.[1, 2]
  2. Erste WirkungUnter Umständen dauert es einige Tage, bis Sie den Nutzen spüren; der größte Nutzen stellt sich in der Regel nach einigen Wochen ein.[1]
  3. ErhaltungDa nur begrenzt Daten zur Langzeitwirksamkeit vorliegen, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation regelmäßig prüfen, ob die Behandlung weiterhin wirkt.[2]
  4. AbsetzenPitolisant wird nicht plötzlich eigenständig abgesetzt; beim Absetzen sollte laut Fachinformation eine Überwachung erfolgen.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Am häufigsten berichtet wurden bei Erwachsenen laut Fachinformation Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind laut Packungsbeilage Schlafstörungen, Angst, Reizbarkeit, Depressionen, Kopfschmerzen, Drehschwindel, Gleichgewichtsverlust, Zittern, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen und Müdigkeit. Als schwerwiegendste Nebenwirkungen nennt die Fachinformation einen ungewöhnlichen (abnormalen) Gewichtsverlust und eine Fehlgeburt. [1, 2]

Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit waren in den Studien meist leicht bis mäßig ausgeprägt. Magenbeschwerden durch eine Übersäuerung wurden ebenfalls berichtet und waren meist leicht bis mäßig; dauern sie an, kann laut Fachinformation eine Behandlung mit Protonenpumpenhemmern eingeleitet werden. [2]

Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommen unter anderem Suizidgedanken, Halluzinationen, Panikattacken, Episoden plötzlicher Muskelschwäche (Kataplexie), Bewegungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, ein erhöhter oder verminderter Blutdruck und Veränderungen im EKG mit einem verlängerten QT-Intervall vor. Ebenfalls gelegentlich sind ein veränderter Appetit, eine Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme, eine verminderte oder gesteigerte Libido und eine Gleichgültigkeit mit einem Mangel an Gefühlen (Apathie). Mehr dazu unter Herz und QT-Zeit, sexuelle Funktionsstörungen und emotionale Abstumpfung. [1, 2]

Bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren waren Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen in einer Studie ähnlich wie bei Erwachsenen; am häufigsten waren Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Bluthochdruck. [2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt die Nebenwirkungen aus Fach- und Gebrauchsinformation mit ihrer Häufigkeit; was die Angaben bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. [1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheSchlaflosigkeit, Schlafstörungen[1, 2]
  • PsycheAngst[1, 2]
  • PsycheReizbarkeit[1, 2]
  • PsycheDepression[1, 2]
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
  • NervensystemSchwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust[1, 2]
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]
  • Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Erschöpfung)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter oder gesteigerter Appetit[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsansammlung im Körper (Flüssigkeitsretention)[2]
  • PsycheErregtheit (Agitiertheit), Nervosität, Anspannung, Ruhelosigkeit und Unfähigkeit, still zu bleiben[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheSehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind (optische oder akustische Halluzinationen)[1, 2]
  • PsycheWechselnde Gefühle (Affektlabilität)[1, 2]
  • PsycheAbnorme Träume, Albträume[1, 2]
  • PsycheSchwierigkeiten, zu Beginn, in der Mitte oder am Ende der Nacht zu schlafen: Einschlafstörung, Durchschlafstörung, vorzeitiges Erwachen (Dyssomnie)[1, 2]
  • PsycheGleichgültigkeit mit einem Mangel an Gefühlen (Apathie)[1, 2]Mehr dazu: Emotionale Abstumpfung
  • PsychePanikattacken[1, 2]
  • PsycheVerminderte oder gesteigerte Libido[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf SexVeränderte Lust auf Sex
  • PsycheSuizidgedanken[1, 2]
  • NervensystemUnwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), anhaltende Muskelverkrampfungen (Dystonie), verlangsamte Bewegungen (Bradykinesie), plötzliche und unvorhersehbare Wechsel zwischen Beweglichkeit und Unbeweglichkeit (On-Off-Phänomen)[1, 2]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
  • NervensystemGleichgewichtsstörung[1, 2]
  • NervensystemPlötzliche und vorübergehende Episoden von Muskelschwäche (Kataplexie)[1, 2]
  • NervensystemAufmerksamkeitsstörungen[1, 2]
  • NervensystemÜbermäßige Schläfrigkeit (Hypersomnie), Somnolenz[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemMigräne[1, 2]
  • NervensystemÜbermäßiger Bewegungsdrang (psychomotorische Hyperaktivität)[2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemUnruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom), unkontrollierbare Muskelkrämpfe oder Bewegungen eines Beines[1, 2]
  • NervensystemEpilepsie[1, 2]
  • NervensystemKribbelndes, kitzelndes, stechendes oder brennendes Gefühl auf der Haut (Parästhesie)[1, 2]
  • AugenVerminderte Sehschärfe, anormale Kontraktionen oder Zucken des Augenlids (Blepharospasmus)[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtHören von Geräuschen, obwohl keine äußeren Geräusche vorhanden sind (Tinnitus)[1, 2]
  • HerzHerzrhythmusstörungen (Extrasystolen), langsamer Puls (Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter Herzschlag
  • Gefäße und KreislaufErhöhter oder verminderter Blutdruck, Hitzewallungen[1, 2]
  • AtemwegeGähnen[1, 2]
  • Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]
  • Magen und DarmDurchfall, Bauchschmerzen, Beschwerden oder Schmerzen im Bauch und Oberbauch, Verstopfung[1, 2]
  • Magen und DarmSodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit), Magenschmerzen oder Magenbeschwerden, Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Übersäuerung des Magen-Darm-Trakts (Hyperazidität)[1, 2]
  • Magen und DarmMissempfindungen im Mund (orale Parästhesie)[2]
  • HautJuckreiz (Pruritus), Hautrötung (Erythem), Ausschlag, vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie), Muskel- und Knochenschmerzen, Schmerzen in einer Gliedmaße[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelsteifheit (Muskelrigidität), Muskelschwäche[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeHäufiges Wasserlassen (Pollakisurie)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustUnregelmäßige Gebärmutterblutungen (Metrorrhagie)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenKraftverlust (Asthenie), Brustschmerzen, Unwohlsein, Gefühl, sich anormal zu fühlen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
  • Allgemeine BeschwerdenWassereinlagerungen (Ödeme), auch in Armen und Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme, Gewichtsabnahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzyme, erhöhte Gamma-Glutamyltransferase[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenVeränderungen im EKG: verlängertes QT-Intervall; erhöhte Herzfrequenz[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungAppetitverlust (Anorexie), übermäßiges Essen (Hyperphagie), Appetitstörung[1, 2]
  • PsycheAnormales Verhalten, Verwirrtheit[1, 2]
  • PsycheDepressive Verstimmung, depressive Symptome, Missstimmung (Dysphorie)[1, 2]
  • PsycheErregbarkeit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheZwangsgedanken[2]
  • PsycheSehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind, beim Einschlafen oder Aufwachen (hypnagoge und hypnopompe Halluzinationen)[1, 2]
  • PsycheGefühle emotionalen oder geistigen Unbehagens, geistige Beeinträchtigung[1, 2]
  • NervensystemBewusstseinsverlust[1, 2]
  • NervensystemSpannungskopfschmerzen[1, 2]
  • NervensystemGedächtnisprobleme (eingeschränktes Erinnerungsvermögen)[1, 2]
  • NervensystemSchlechte Schlafqualität[1, 2]
  • Magen und DarmAufgeblähter Bauch, Blähungen (Flatulenz)[1, 2]
  • Magen und DarmProbleme oder Schmerzen beim Schlucken (Dysphagie)[1, 2]
  • Magen und DarmEntzündung des Verdauungstrakts (Enterokolitis)[1, 2]
  • HautHautentzündung (toxischer Hautausschlag)[1, 2]
  • HautAnormale Lichtempfindlichkeit (Photosensitivität)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeNackenschmerzen, Brustschmerzen durch das Muskel- und Skelettsystem[1, 2]
  • SchwangerschaftFehlgeburt (Spontanabort)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenSchmerzen, nächtliche Schweißausbrüche, Beklemmungsgefühl, anormaler Allgemeinzustand[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Werte des Enzyms Kreatinphosphokinase im Blut[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenVeränderungen im EKG: Unregelmäßigkeiten bei der Repolarisation, Umkehrung der T-Welle[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Pitolisant sollte laut Fachinformation bei psychiatrischen Erkrankungen wie schweren Angststörungen oder schweren Depressionen mit Suizidneigung mit Vorsicht angewendet werden. Bei Behandelten mit einer psychiatrischen Vorgeschichte wurden Suizidgedanken gemeldet; als Nebenwirkung sind sie gelegentlich. [1, 2]

Werden Sie depressiv oder haben Sie Suizidgedanken, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bitten Sie gegebenenfalls ein Familienmitglied oder einen engen Freund, Ihnen zu helfen, Anzeichen einer Depression oder eine Veränderung Ihres Verhaltens zu erkennen. Hatten Sie früher schon Angststörungen oder Depressionen mit Suizidgedanken, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten. [1]

Halten Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation sollte dann eine niedrigere Tagesdosis oder das Absetzen in Erwägung gezogen werden. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Zwei Freundinnen Anfang vierzig gehen am späten Vormittag plaudernd durch einen hellen Park
Bild: KI-generiert

Nehmen Sie Pitolisant laut Packungsbeilage einmal täglich morgens mit dem Frühstück ein und nachmittags keine Dosis, weil Sie sonst möglicherweise Schlafschwierigkeiten haben. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt und nicht die doppelte Menge. [1]

Unter Pitolisant wurde über Magenbeschwerden berichtet. Haben Sie ein Magengeschwür oder nehmen Sie Arzneimittel, die den Magen reizen können, etwa Kortikosteroide oder entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR), sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]

Während der Einnahme kann sich Ihr Körpergewicht verändern, Sie können also zunehmen oder abnehmen. Bei schwerem Übergewicht oder schwerer Magersucht sollte Pitolisant laut Fachinformation mit Vorsicht angewendet werden, und bei einer deutlichen Veränderung des Körpergewichts sollte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung neu beurteilen. [1, 2]

Pitolisant unterliegt einer zusätzlichen Überwachung; Sie können laut Packungsbeilage helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden, auch selbst über das nationale Meldesystem. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Haben Sie eine Herzkrankheit, muss das laut Packungsbeilage während der Behandlung regelmäßig von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überprüft werden. In zwei eigens dafür durchgeführten Studien führten Dosen über der therapeutischen Dosierung zu einer leichten bis mäßigen Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG; bei therapeutischen Dosen ergab sich in klinischen Studien kein spezifisches Signal zur Sicherheit des Herzens. Trotzdem sollten laut Fachinformation Herzkranke sorgfältig überwacht werden, die zusätzlich Arzneimittel nehmen, die die QT-Zeit verlängern oder das Risiko für Störungen der Erregungsrückbildung am Herzen erhöhen; ebenso Menschen, die Mittel nehmen, die die Spiegel von Pitolisant deutlich erhöhen, und Menschen mit schweren Nieren- oder mittelschweren Leberfunktionsstörungen. [1, 2]

Außerdem sollte laut Fachinformation der Grad der Schläfrigkeit häufig neu bewertet werden, die Wirksamkeit bei längerer Behandlung regelmäßig geprüft werden und beim Absetzen eine Überwachung erfolgen; bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die den Abbau von Pitolisant stark beschleunigen, sollte klinisch überwacht werden. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Pitolisant
UntersuchungWann oder warum
HerzBei Herzerkrankungen regelmäßig während der Behandlung; sorgfältige Überwachung bei zusätzlicher Einnahme QT-verlängernder Arzneimittel, bei Arzneimitteln, die die Pitolisant-Spiegel deutlich erhöhen, sowie bei schwerer Nieren- oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung[1, 2]
KörpergewichtBei starkem Übergewicht oder Magersucht; bei deutlicher Gewichtsveränderung erneute ärztliche Beurteilung[2]
Grad der SchläfrigkeitHäufig neu bewerten, auch im Hinblick auf Autofahren und gefährliche Tätigkeiten[2]
WirksamkeitRegelmäßig während der Langzeitbehandlung[2]
Ärztliche ÜberwachungBeim Absetzen sowie bei gleichzeitiger Einnahme starker Enzyminduktoren[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Tri- oder tetrazyklische Antidepressiva wie Imipramin, Clomipramin und Mirtazapin können die Wirksamkeit von Pitolisant beeinträchtigen. Laut Fachinformation blockieren sie Histamin-Rezeptoren vom Typ H1 und heben so möglicherweise die Wirkung des Histamins auf, das unter der Behandlung im Gehirn ausgeschüttet wird. Auch Mittel gegen Allergien (Antihistaminika), die ins Gehirn gelangen, etwa Diphenhydramin, Promethazin und Doxylamin, können die Wirksamkeit beeinträchtigen. [1, 2]

Rifampicin, Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut regen das Enzym CYP3A4 stark an und können die Spiegel von Pitolisant deutlich senken. Laut Fachinformation sollte dann klinisch überwacht und während der Kombination sowie eine Woche nach dem Ende der Behandlung mit dem anregenden Mittel die Dosis angepasst werden. In einer Studie senkte auch Probenecid, ein Mittel gegen Gicht, die Menge an Pitolisant im Blut. Hemmer des Enzyms CYP2D6 wie Paroxetin, Fluoxetin, Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion, Chinidin, Terbinafin und Cinacalcet können die Spiegel deutlich erhöhen; hier ist Vorsicht geboten, und unter Umständen ist eine Dosisanpassung zu erwägen. [1, 2]

Umgekehrt kann Pitolisant nach Laborbefunden Enzyme anregen, über die andere Mittel abgebaut werden. Die Kombination mit Mitteln, die über CYP3A4 abgebaut werden und eine geringe therapeutische Breite haben, etwa Immunsuppressiva, Docetaxel, Kinase-Inhibitoren, Cisaprid, Pimozid und Halofantrin, sollte vermieden werden. Bei weiteren Mitteln wie Efavirenz, Repaglinid, Warfarin, Dabigatran, Digoxin, Morphin, Paracetamol und Irinotecan sind Vorsicht und eine Überwachung ihrer Wirksamkeit geboten, ebenso Vorsicht bei Metformin. Mit Arzneimitteln, die die QT-Zeit verlängern, sollte Pitolisant nur unter sorgfältiger Überwachung kombiniert werden. [1, 2]

Pitolisant kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel verringern. Die Kombination mit der Pille zum Einnehmen sollte laut Fachinformation vermieden und eine zusätzliche zuverlässige Verhütungsmethode angewendet werden. Hinweise dazu stehen unter Verhütung und Psychopharmaka. [1, 2]

Modafinil und Natriumoxybat bezeichnet die Fachinformation als Standardbehandlungen gegen Narkolepsie. Bei gesunden Freiwilligen zeigten sich mit beiden keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen bei den Blutspiegeln, und laut Packungsbeilage kann Pitolisant mit ihnen kombiniert werden. [1, 2]

Wechselwirkungen von Pitolisant
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Tri- oder tetrazyklische Antidepressiva, zum Beispiel Imipramin, Clomipramin, MirtazapinSie können die Wirksamkeit von Pitolisant beeinträchtigen[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Antihistaminika gegen Allergien, die ins Gehirn gelangen, zum Beispiel Pheniraminmaleat, Chlorphenamin, Diphenhydramin, Promethazin, Mepyramin, DoxylaminSie können die Wirksamkeit von Pitolisant beeinträchtigen[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern oder das Risiko für Störungen der Erregungsrückbildung am Herzen erhöhenDie Kombination sollte laut Fachinformation nur unter sorgfältiger Überwachung erfolgen[2]Ärztin oder Arzt informieren
Rifampicin, Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut (starke CYP3A4-Induktoren)Die Pitolisant-Spiegel können sinken[1, 2]Vorsicht; klinische Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung während der Kombination und eine Woche nach Ende der Behandlung mit dem Induktor
Probenecid (Gichtmittel)Die Pitolisant-Spiegel können sinken[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
CYP2D6-Hemmer wie Paroxetin, Fluoxetin, Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion, Chinidin, Terbinafin, CinacalcetDie Pitolisant-Spiegel können deutlich steigen[1, 2]Vorsicht; gegebenenfalls Dosisanpassung
Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite, die über CYP3A4 abgebaut werden: Immunsuppressiva, Docetaxel, Kinase-Inhibitoren, Cisaprid, Pimozid, HalofantrinIhre Wirkung kann nachlassen[1, 2]Kombination vermeiden
Weitere Arzneimittel, zum Beispiel Efavirenz, Repaglinid, Warfarin, Dabigatran, Digoxin, Morphin, Paracetamol, IrinotecanIhre Wirksamkeit kann beeinflusst werden[1, 2]Vorsicht und ärztliche Überwachung der Wirksamkeit
Hormonelle VerhütungsmittelIhre Wirksamkeit kann verringert sein[1, 2]Andere oder zusätzliche zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
Metformin (Diabetesmittel)Pitolisant hemmt den Transporter OCT1, für den Metformin ein Substrat ist; die klinische Bedeutung ist nicht erwiesen[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Modafinil, NatriumoxybatIn Studien mit Gesunden keine klinisch bedeutsamen pharmakokinetischen Wechselwirkungen; Pitolisant kann mit ihnen kombiniert werden[1, 2]Kombination nach ärztlicher Verordnung

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Ihre Mittel im Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Wer Pitolisant nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Pitolisant oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwere Leberprobleme (schwere Leberfunktionsstörung, Child-Pugh-Klasse C), weil sich Pitolisant dann übermäßig anreichern kann[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Psychische Erkrankungen wie schwere Angststörungen oder schwere Depressionen mit Suizidneigung, auch in der Vorgeschichte: Bei mit Pitolisant behandelten Menschen mit psychiatrischer Vorgeschichte wurden Suizidgedanken gemeldet[1, 2]
  • Nieren- oder mittelschwere Leberfunktionsstörung: Vorsicht, die Dosis muss möglicherweise angepasst werden[1, 2]
  • Magengeschwür oder säurebedingte Magenerkrankungen sowie gleichzeitige Einnahme magenreizender Arzneimittel wie Kortikosteroide oder entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): Unter Pitolisant wurde über Magenbeschwerden berichtet[1, 2]
  • Starkes Übergewicht (Adipositas) oder Magersucht: Das Körpergewicht kann sich verändern; bei einer deutlichen Veränderung sollte die Ärztin oder der Arzt die Behandlung laut Fachinformation neu beurteilen[1, 2]
  • Herzerkrankung: regelmäßige ärztliche Überprüfung während der Behandlung. In Studien mit Dosen deutlich über der therapeutischen Dosis verlängerte sich das QTc-Intervall im EKG leicht bis mäßig; sorgfältig überwacht werden sollten Herzkranke, die zusätzlich QT-verlängernde Arzneimittel einnehmen, sowie Menschen, die Arzneimittel einnehmen, die die Pitolisant-Spiegel deutlich erhöhen, oder die eine schwere Nieren- oder mittelschwere Leberfunktionsstörung haben[1, 2]
  • Schwere Epilepsie: Vorsicht; in Studien verschlimmerte sich bei einem Patienten mit Epilepsie die Erkrankung[1, 2]
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und mindestens bis zu 21 Tage danach zuverlässig verhüten. Pitolisant kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel verringern, deshalb ist eine andere zuverlässige Methode nötig[1, 2]
  • Laut Fachinformation zeigte Pitolisant in klinischen Daten kein oder ein geringes Missbrauchspotenzial[2]
  • Kinder unter 6 Jahren sollten Pitolisant nicht einnehmen[1]
  • Menschen, bei denen das Enzym CYP2D6 langsam arbeitet (schlechte Metabolisierer), haben höhere Pitolisant-Spiegel; das sollte laut Fachinformation bei Dosiserhöhungen berücksichtigt werden[2]

Bei schweren Leberproblemen darf Pitolisant nicht eingenommen werden, weil es in der Leber abgebaut wird und sich bei stark eingeschränkter Leberfunktion übermäßig anreichern kann. Bei einer Nierenfunktionsstörung oder einer mittelschweren Leberfunktionsstörung sollte es laut Fachinformation mit Vorsicht angewendet und das Dosisschema angepasst werden; bei einer leichten Leberfunktionsstörung ist keine Anpassung erforderlich. Für ältere Menschen liegen nur begrenzte Daten vor, deshalb sollte die Dosis bei ihnen nach Nieren- und Leberfunktion angepasst werden. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka im Alter. [1, 2]

Bei hohen Dosierungen traten in Tierversuchen Krampfanfälle auf, und in klinischen Studien verschlimmerte sich bei einem Patienten mit Epilepsie die Erkrankung; bei schwerer Epilepsie ist laut Fachinformation Vorsicht geboten. [2]

Was bei psychischen Erkrankungen und früheren Suizidgedanken gilt, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen, was bei Herzkrankheiten gilt, unter Kontrollen während der Behandlung.

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Pitolisant sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt ordnet es an, weil der mögliche Nutzen das Risiko für das ungeborene Kind überwiegt. Es gibt keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren; ob ein besonderes Risiko besteht, lässt sich nicht beurteilen. Tierstudien zeigten eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung einschließlich Fehlbildungen; bei Ratten gelangten Pitolisant und seine Abbauprodukte über die Plazenta zum Kind. Frauen müssen während der Behandlung und mindestens bis zu 21 Tage danach verhüten, nicht allein mit hormonellen Verhütungsmitteln.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit darf Pitolisant nicht eingenommen werden (Gegenanzeige). Bei Tieren ging Pitolisant in die Muttermilch über; Patientinnen müssen das Stillen unterbrechen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Pitolisant hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Bei Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit erfordern, wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen, ist Vorsicht geboten. Bei übermäßiger Schläfrigkeit normalisiert sich die Wachheit unter Pitolisant möglicherweise nicht vollständig; der Grad der Schläfrigkeit sollte laut Fachinformation häufig neu bewertet werden, gegebenenfalls sollten Sie auf das Fahren und andere gefährliche Tätigkeiten verzichten. Sind Sie unsicher, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Anwendung

Einmal täglich morgens mit dem Frühstück einnehmen. Nachmittags keine Dosis einnehmen, sonst kann es zu Schlafschwierigkeiten kommen. Ändern Sie die Dosis nicht eigenständig.[1, 2]

Einnahme vergessen: die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt einnehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Nehmen Sie Pitolisant so lange ein, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat, und setzen Sie es nicht plötzlich eigenständig ab. Laut Fachinformation wurde in Studien kein Rebound-Effekt berichtet, beim Absetzen sollte trotzdem eine ärztliche Überwachung erfolgen. Mindestens bis zu 21 Tage nach dem Ende der Behandlung ist weiterhin eine zuverlässige Verhütung nötig.[1, 2]

Überdosierung

Anzeichen einer Überdosierung können Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Reizbarkeit und Schlafschwierigkeiten sein. Verständigen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf und nehmen Sie die Packungsbeilage und übrige Tabletten mit.[1, 2]

Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Pitolisant keine Angaben. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines steht unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Pitolisant hat laut Fachinformation einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Bei Menschen mit ungewöhnlich starker Schläfrigkeit normalisiert sich die Wachheit unter Pitolisant möglicherweise nicht wieder; der Grad der Schläfrigkeit sollte häufig neu bewertet werden, und gegebenenfalls sollte geraten werden, das Führen von Fahrzeugen und andere gefährliche Tätigkeiten zu vermeiden. [2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

In Tierversuchen wirkte sich Pitolisant auf die Spermien aus, ohne die Fortpflanzungsfähigkeit männlicher Tiere deutlich zu beeinträchtigen; bei weiblichen Tieren war der Anteil lebender Föten verringert. Daten zur Fruchtbarkeit beim Menschen nennt die Fachinformation nicht. Allgemeines zu Schwangerschaft und Stillzeit steht unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2]

Laut Fachinformation zeigte Pitolisant in klinischen Daten kein oder ein geringes Missbrauchspotenzial; Grundlage sind eine eigene Studie zum Missbrauchspotenzial bei Erwachsenen und die Nebenwirkungen in Phase-3-Studien. In Tierversuchen zu Abhängigkeit und Suchtpotenzial war keine endgültige Schlussfolgerung möglich. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? [2]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie Pitolisant einnehmen und was bei einer vergessenen Dosis gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Laut Packungsbeilage sollten Sie Pitolisant so lange einnehmen, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat, und es nicht plötzlich eigenständig absetzen. In klinischen Studien wurde laut Fachinformation über keinen sogenannten Rebound-Effekt berichtet; trotzdem sollte beim Absetzen der Behandlung eine Überwachung erfolgen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen noch mindestens bis zu 21 Tage nach dem Ende der Behandlung zuverlässig verhüten. [1, 2]

Ein Schema zum Absetzen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka absetzen. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt, mit welcher Dosis die Behandlung bei Erwachsenen und bei Kindern ab 6 Jahren in der Regel beginnt und über welchen Zeitraum sie allmählich erhöht wird, dazu eine Grenze für Kinder unter 40 kg Körpergewicht. Die Höchstdosis für Erwachsene und die Anpassungen bei Nieren- und Leberfunktionsstörungen stammen aus der Fachinformation. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]

Präparate mit Pitolisant

Präparate mit Pitolisant
PräparatAnbieterHinweis
WakixBioprojet PharmaFilmtabletten 4,5 mg und 18 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Wakix 4,5 mg / 18 mg Filmtabletten (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage. Bioprojet Pharma. Stand 08/2026. abgerufen am 22.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Wakix 4,5 mg / 18 mg Filmtabletten (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) und Anhang II. Bioprojet Pharma. Stand 08/2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Pitolisant. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage I: nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage II: verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wie wirkt Pitolisant?

Pitolisant bindet laut Packungsbeilage an Rezeptoren auf Zellen im Gehirn, die eine Rolle bei der Anregung der Aufmerksamkeit spielen; so wirkt es der Tagesschläfrigkeit und der Kataplexie entgegen und fördert die Wachheit. Laut Fachinformation blockiert es die Andockstellen vom Typ H3 für den Botenstoff Histamin und verstärkt dadurch die Aktivität der Histamin-Nervenzellen im Gehirn. Außerdem erhöht es die Ausschüttung von Acetylcholin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn.

Ab wann wirkt Pitolisant?

Laut Packungsbeilage dauert es unter Umständen einige Tage, bis Sie den Nutzen spüren; der größte Nutzen stellt sich in der Regel nach einigen Wochen ein. In dieser Zeit wird die Dosis bei Erwachsenen über drei Wochen, bei Kindern und Jugendlichen über drei bis vier Wochen allmählich angepasst. Ändern Sie die Dosis nicht eigenständig.

Hilft Pitolisant bei ADHS?

Zugelassen ist Pitolisant nur zur Behandlung der Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Welche Behandlung bei einer ADHS infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; einen Überblick gibt die Seite ADHS.

Darf ich mit Pitolisant Alkohol trinken?

Packungsbeilage und Fachinformation von Pitolisant enthalten keine Angaben zu Alkohol. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu steht unter Psychopharmaka und Alkohol.

Verträgt sich Pitolisant mit der Pille?

Pitolisant kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel verringern. Frauen im gebärfähigen Alter müssen laut Fachinformation während der Behandlung und bis mindestens 21 Tage danach zuverlässig verhüten; wer hormonell verhütet, muss laut Packungsbeilage eine andere zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Mehr dazu unter Verhütung und Psychopharmaka.

Darf ich mit Pitolisant Auto fahren?

Pitolisant hat laut Fachinformation einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; bei Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit erfordern, wie dem Führen eines Fahrzeugs oder dem Bedienen von Maschinen, ist laut Packungsbeilage Vorsicht geboten. Bei ungewöhnlich starker Schläfrigkeit normalisiert sich die Wachheit unter Pitolisant möglicherweise nicht wieder; der Grad der Schläfrigkeit sollte häufig neu bewertet werden, und gegebenenfalls sollte die Ärztin oder der Arzt raten, das Fahren und andere gefährliche Tätigkeiten zu vermeiden. Sind Sie unsicher, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Pitolisant abhängig?

Laut Fachinformation zeigte Pitolisant in klinischen Daten kein oder ein geringes Missbrauchspotenzial; untersucht wurde das in einer eigenen Studie mit Erwachsenen und anhand der Nebenwirkungen in Phase-3-Studien. Pitolisant ist verschreibungspflichtig und steht nicht in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes. Setzen Sie es nicht plötzlich eigenständig ab; beim Absetzen sollte laut Fachinformation eine Überwachung erfolgen.

Wie hoch ist die Dosis von Pitolisant?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie wird zu Beginn über einige Wochen allmählich erhöht und richtet sich danach, wie gut das Mittel wirkt und wie gut Sie es vertragen. Was Packungsbeilage und Fachinformation nennen, auch zu Höchstdosen bei Kindern und bei Nieren- oder Leberproblemen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation. Ändern Sie die Dosis nicht eigenständig.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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