WirkstoffgruppenWirkstoffgruppe
Z-Substanzen
Z-Substanzen sind verschreibungspflichtige Schlafmittel; auf dieser Website gehören Zolpidem, Zopiclon und Eszopiclon dazu. Chemisch sind sie laut S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen keine Benzodiazepine, ähneln ihnen in klinisch-pharmakologischer Hinsicht aber weitgehend, und auch sie können laut Fachinformation zu Missbrauch und Abhängigkeit führen. Zugelassen sind sie nur zur Behandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, und die Behandlung sollte laut Fachinformation von Zopiclon und Zolpidem einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten.

Z-Substanzen sind Schlafmittel, die chemisch laut S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen keine Benzodiazepine sind, aber an vergleichbare Bindungsstellen der GABA-A-Rezeptoren binden. Über diese Rezeptoren verstärken Benzodiazepine und Z-Substanzen die Wirkung des hemmenden Botenstoffs GABA (Gamma-Aminobuttersäure) und wirken so beruhigend bis schlaffördernd. Man hatte gehofft, Z-Substanzen würden gezielter den Schlaf fördern, ohne Bewegungsabläufe und Gedächtnis zu beeinträchtigen und ohne ein Suchtrisiko; eine klinische Entsprechung dieser Rezeptoreigenschaften ließ sich laut Leitlinie nicht bestätigen, und in klinisch-pharmakologischer Hinsicht ähneln sie weitgehend den herkömmlichen Benzodiazepinen. Die Leitlinie liegt in der Version 1.1 mit Stand vom 14.01.2021 vor und war laut eigener Angabe spätestens bis Ende Juli 2025 gültig; sie ist abgelaufen. [6]
Die Fachinformation von Zopiclon ordnet es den Benzodiazepin-verwandten Mitteln zu, die von Zolpidem den Benzodiazepin-ähnlichen Stoffen. Zopiclon gehört laut Fachinformation zur Gruppe der Cyclopyrrolone und bindet an einer anderen Stelle des GABA-Rezeptor-Komplexes als die Benzodiazepine. Zolpidem ist ein Imidazopyridin und wirkt vorwiegend an einem bestimmten Untertyp dieser Rezeptoren; welche klinische Bedeutung das hat, ist laut Fachinformation nicht bekannt. Eszopiclon ist laut Embryotox das S-Enantiomer des Zopiclons, also ein Bestandteil dieses Wirkstoffs, und wirkt über eine Verstärkung der hemmenden Wirkung von GABA. [1, 3, 8]
Zugelassen sind die Z-Substanzen nur zur Behandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen. Zopiclon wird laut Fachinformation zur Kurzzeitbehandlung angewendet und sollte nur bei Schlafstörungen von klinisch bedeutsamem Schweregrad eingesetzt werden. Zolpidem ist zur Kurzzeitbehandlung zugelassen, wenn die Schlafstörung schwer ist oder übermäßiges Leiden verursacht. Eszopiclon wird laut Packungsbeilage normalerweise für kurze Dauer angewendet, und nur, wenn die Störung schwerwiegend ist, die betroffene Person stark beeinträchtigt oder extrem belastet. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht mit Zopiclon behandelt werden und Eszopiclon nicht einnehmen; für Zolpidem wird die Anwendung unter 18 Jahren nicht empfohlen. [1, 3, 5]
Vor einer Behandlung sollten laut Fachinformation Ursachen der Schlafstörung, die sich gezielt behandeln lassen, abgeklärt und behandelt werden. Bessert sich die Schlafstörung nach 7 bis 14 Tagen nicht, sollte nach einer zugrunde liegenden psychischen oder körperlichen Erkrankung gesucht werden. Mehr zur Erkrankung unter Schlafstörungen. [1, 3]
Wirkstoffe der Gruppe
Eszopiclonz. B. LuniviaSchwere Schlafstörungen, kurzzeitig
Zolpidemz. B. Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten, Zolpidem AbZ 10 mg Filmtabletten, BikalmKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
Zopiclonz. B. Ximovan, Zopiclon-ratiopharmKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen
Die drei Wirkstoffe unterscheiden sich unter anderem in der Halbwertszeit, also der Zeit, in der sich der Wirkstoffspiegel im Blut halbiert. Bei Zolpidem ist sie laut Fachinformation kurz und liegt im Mittel bei 2,4 Stunden, bei einer Wirkdauer von bis zu 6 Stunden. Bei Zopiclon beträgt sie ca. 5 Stunden, bei älteren Menschen ca. 7 Stunden, bei Eszopiclon laut Embryotox 6 Stunden. Unterschiedlich ist auch, wie lange Sie nach der Einnahme laut Produktinformation kein Fahrzeug führen sollten; mehr dazu unter Worauf Sie achten sollten. Zolpidem und Zopiclon stellt der Vergleich Zolpidem oder Zopiclon nebeneinander. [1, 3, 8]
Alle drei sind verschreibungspflichtig. Zolpidem steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, der Liste der verkehrs- und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel. Ausgenommen sind Zubereitungen zum Einnehmen, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je abgeteilte Form, zum Beispiel je Tablette, bis zu einer bestimmten Menge Zolpidem enthalten; sie sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig, für ihre Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr gilt aber das Betäubungsmittelrecht. Zopiclon und Eszopiclon stehen nicht in dieser Anlage; die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt beide als verschreibungspflichtig. Die Angabe für das einzelne Mittel steht in seinem Steckbrief unter "Abgabe". [9, 10]
Nebenwirkungen im Vergleich
Tagesschläfrigkeit, verminderte Wachsamkeit, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelschwäche, Bewegungsunsicherheit (Ataxie) und Doppeltsehen treten laut Fachinformation von Zolpidem vor allem zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden bei wiederholter Einnahme meist wieder. Es gibt Hinweise, dass die Nebenwirkungen von der Dosis abhängen, besonders einige, die das zentrale Nervensystem betreffen. Bei Zopiclon können sich laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung Nebenwirkungen zeigen, die das zentrale Nervensystem betreffen, und in der Regel im Laufe der Behandlung zurückgehen. [1, 3]
Schlafmittel dieser Art können laut den Fachinformationen zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen (anterograde Amnesie): Meist in den Stunden nach der Einnahme führen Betroffene unter Umständen Handlungen aus, an die sie sich später nicht erinnern. Um das Risiko zu verringern, sollten Sie bei Zolpidem laut Fachinformation sicherstellen, dass Sie 8 Stunden ununterbrochen schlafen können; bei Zopiclon nennt die Fachinformation eine ununterbrochene Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden und die Einnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen. Außerdem sind psychiatrische und sogenannte paradoxe Reaktionen möglich, etwa Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Albträume, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, meist bei älteren Menschen; die Behandlung sollte dann laut Fachinformation beendet werden. [1, 3]
Zolpidem kann laut Fachinformation Schläfrigkeit und eine verminderte Bewusstseinslage verursachen, die zu Stürzen und schweren Verletzungen führen können; besonders ältere Menschen haben beim nächtlichen Aufstehen ein Risiko für Stürze. Bei Eszopiclon ist laut Packungsbeilage die Wahrscheinlichkeit, hinzufallen und sich zu verletzen, ab 65 Jahren höher, wenn nach der Einnahme keine 8 Stunden Schlaf möglich sind. Hinweise für ältere Menschen sammelt die Seite Psychopharmaka im Alter. [3, 5]
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Wirkstoff die höchste Häufigkeitsangabe seiner Produktinformation für einige Beschwerden. Sie ist keine Rangliste: Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde in der Behandlung beobachtet wurde, nicht, wie stark sie ist.
| Wirkstoff | Müdigkeit | Schwindel | Kopfschmerzen | Konzentrations- und Gedächtnisstörungen | Albträume | Geschmacksstörungen | Mundtrockenheit | Übelkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eszopiclon | Häufig | Gelegentlich | Häufig | Häufig | Häufig | Sehr häufig | Häufig | Häufig |
| Zolpidem | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt | nicht genannt | Häufig |
| Zopiclon | Häufig | Gelegentlich | Gelegentlich | Selten | Gelegentlich | Häufig | Häufig | Gelegentlich |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung mit Häufigkeit auf. Das bedeutet nicht, dass sie nicht auftreten kann; Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Produktinformation stehen ebenfalls auf der Wirkstoffseite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Mehr zu einzelnen Beschwerden unter Müdigkeit, emotionale Abstumpfung und Absetzsymptome. Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer.
Wirkungseintritt und Dauer
Die Wirkung von Zopiclon setzt laut Fachinformation rasch ein, die höchsten Spiegel im Blut sind nach 1,5 bis 2 Stunden erreicht. Zolpidem wird schnell aufgenommen, die schlaffördernde Wirkung setzt rasch ein, und die höchste Konzentration im Blut ist nach 0,5 bis 3 Stunden erreicht. Eingenommen werden beide als einzelne Dosis unmittelbar vor dem Schlafengehen, und in derselben Nacht sollte keine weitere Dosis folgen. [1, 3]
Die Behandlung sollte laut Fachinformation so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten; bei Zolpidem sollte sie im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen betragen. Die Packungsbeilage von Eszopiclon nennt dieselbe Höchstdauer. In bestimmten Fällen kann eine längere Behandlung erforderlich sein; sie sollte nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung erfolgen, weil das Risiko für Missbrauch und Abhängigkeit mit der Dauer der Behandlung steigt. Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die schlaffördernde Wirkung laut Fachinformation nachlassen (Toleranz). Wie lange Sie behandelt werden, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. [1, 3, 5]
Abhängigkeit

Zopiclon und Zolpidem können laut ihren Fachinformationen zu Missbrauch und zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist höher bei Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung oder mit Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten in der Vorgeschichte. Bei früherem Missbrauch von Alkohol oder Drogen sollten beide Mittel laut Fachinformation nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Auch bei Eszopiclon besteht laut Packungsbeilage die Möglichkeit, abhängig zu werden; wahrscheinlicher ist das, wenn Sie schon einmal von Arzneimitteln, illegalen Substanzen oder Alkohol abhängig waren oder bei Ihnen eine Persönlichkeitsstörung festgestellt wurde. [1, 3, 5]
Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch der Behandlung laut Fachinformation von Entzugserscheinungen begleitet, etwa Kopf- oder Muskelschmerzen, außergewöhnlicher Angst, Anspannung, innerer Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit, bei Zopiclon auch Herzklopfen oder Herzrasen. In schweren Fällen können unter anderem Realitätsverlust, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Berührung, Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, Halluzinationen und epileptische Anfälle auftreten, bei Zolpidem auch ein Delirium. Auch die S3-Leitlinie beschreibt ein Abhängigkeitsrisiko der Z-Substanzen, und Absetzphänomene können bei ihnen ebenso auftreten. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln. [1, 3, 6]
Absetzen
Nach plötzlichem Beenden ist das Risiko von Entzugs- und Absetzerscheinungen laut Fachinformation höher, bei Zopiclon besonders nach einer längeren Behandlung; beide Fachinformationen empfehlen deshalb, die Dosis schrittweise zu verringern. Auch beim plötzlichen Beenden einer kürzeren Behandlung können die Schlafstörungen vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound-Schlaflosigkeit), begleitet von Stimmungswechseln, Angst und Unruhe. Laut Fachinformation ist es wichtig, dass Sie um diese Möglichkeit wissen; das kann die Angst vor solchen Beschwerden verringern. [1, 3]
Laut S3-Leitlinie soll das Absetzen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen nach regelmäßiger, längerer Einnahme in schrittweiser Verringerung der Dosis erfolgen. Bei Zolpidem sollte die Absetzphase laut Fachinformation auf die einzelne Person abgestimmt sein. Die Packungsbeilage von Eszopiclon bittet, die Einnahme nicht plötzlich zu beenden und mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen; sie oder er verringert dann die Dosis und beendet die Einnahme über einen angemessenen Zeitraum. Absetzen und Wechsel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen und Absetzsymptome; Schlaf und Beschwerden können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren. [3, 5, 6]
Worauf Sie achten sollten
Schlafwandeln und Handlungen im Schlaf
Von Menschen, die Zopiclon oder Zolpidem eingenommen hatten und nicht vollständig wach waren, wurden laut Fachinformation Schlafwandeln und damit verbundene Verhaltensweisen berichtet: Autofahren im Schlaf ("Schlaffahren"), Zubereiten und Essen von Mahlzeiten, Telefonieren und Geschlechtsverkehr, an die sich die Betroffenen später nicht erinnern konnten. Das kann nach der ersten oder jeder weiteren Einnahme auftreten. Alkohol und andere dämpfende Arzneimittel scheinen das Risiko zu erhöhen, ebenso Dosierungen über der empfohlenen Höchstdosis. Auch die Packungsbeilage von Eszopiclon beschreibt solche Verhaltensweisen. [1, 3, 5]
Bemerken Sie eine dieser Verhaltensweisen unter Zopiclon, brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage sofort ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Fachinformation begründet das mit dem Risiko für die behandelte Person selbst und für andere. Bei Zolpidem sollte das Absetzen laut Fachinformation dringend erwogen werden; die Packungsbeilage bittet, sofort die Ärztin oder den Arzt zu informieren, weil dieses Verhalten Sie und andere einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen kann. Die Packungsbeilage von Eszopiclon bittet, die Ärztin oder den Arzt zu informieren, wenn Sie sich anders verhalten als gewohnt. Wer nach der Einnahme von Zopiclon oder Zolpidem schon einmal so reagiert hat, darf das Mittel laut Fachinformation nicht wieder einnehmen. [1, 2, 3, 4, 5]
Am Tag nach der Einnahme: Autofahren und Maschinen
Zopiclon und Zolpidem haben laut Fachinformation großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Am Morgen nach der Einnahme können Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schwindel, Schläfrigkeit, verschwommenes oder doppeltes Sehen und eine verminderte Aufmerksamkeit die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Auch bei alleiniger Einnahme in den vorgesehenen Dosen war die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt, und es kam zu "Schlaffahren". [1, 3]
Nach der Einnahme von Zopiclon sollten Sie sich laut Fachinformation mindestens 12 Stunden lang nicht in gefährliche Situationen begeben, die Ihre volle Aufmerksamkeit oder Bewegungskoordination erfordern, etwa ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen. Nach Zolpidem wird laut Fachinformation empfohlen, mindestens 8 Stunden lang kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten; für Eszopiclon nennt die Packungsbeilage dafür 12 Stunden. Über 12 Stunden hinaus gibt es zu Zopiclon keine Untersuchungen zur Fahrtüchtigkeit; bei einzelnen Menschen kann es daher ratsam sein, solche Tätigkeiten am Tag nach der Einnahme auch länger zu meiden. Das Risiko steigt, wenn eine höhere als die empfohlene Dosis eingenommen wird oder andere dämpfende Mittel, Mittel, die den Wirkstoffspiegel im Blut erhöhen, Alkohol oder Drogen hinzukommen. Die Rechtslage beschreibt die Seite Psychopharmaka und Autofahren. [1, 3, 5]
Stimmung und Depression
Einige epidemiologische Studien deuten laut den Fachinformationen von Zopiclon und Zolpidem auf ein häufigeres Auftreten von Suizidgedanken, Suizidversuchen und Suizid bei Menschen mit oder ohne Depression hin, die mit Benzodiazepinen oder anderen Schlafmitteln einschließlich dieser Wirkstoffe behandelt wurden; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen. Eine bereits bestehende Depression kann während der Behandlung zutage treten, und ohne geeignete Behandlung der Depression kann sich die depressive Symptomatik unter Umständen verstärken (Suizidgefahr). Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Zopiclon unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Packungsbeilage von Eszopiclon bittet, die Ärztin oder den Arzt zu informieren, wenn sich eine Depression verschlechtert oder Suizidgedanken auftreten. Sofort erreichbar sind auch die folgenden Hilfsangebote. [1, 2, 3, 5]
Wechselwirkungen und Alkohol
Zusammen mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, steigt laut Packungsbeilage von Zopiclon das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma, und das kann lebensbedrohlich sein; die gleichzeitige Anwendung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Dieselbe Warnung steht in der Fachinformation von Zolpidem. Mit anderen dämpfenden Mitteln, etwa Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antipsychotika, Antidepressiva, Mitteln gegen Epilepsie und müde machenden Mitteln gegen Allergien, kann sich die dämpfende Wirkung verstärken. Mittel, die das Leberenzym CYP3A4 hemmen oder anregen, können die Wirkung von Zopiclon und Zolpidem verstärken oder abschwächen; für Zolpidem empfiehlt die Fachinformation, es nicht zusammen mit Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder Johanniskraut anzuwenden. [1, 2, 3]
Während der Behandlung sollte laut Fachinformation kein Alkohol getrunken werden. Alkohol kann die Wirkung von Zopiclon in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken und beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit zusätzlich; bei Zolpidem kann er die beruhigende Wirkung verstärken. Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren, zum Alkohol die Seite Psychopharmaka und Alkohol. [1, 3]
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Einnahme von Zopiclon wird in der Schwangerschaft laut Fachinformation nicht empfohlen; Zolpidem sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, besonders nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel. Eine Anwendung in der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Geburt wird beim Neugeborenen mit Effekten wie erniedrigter Körpertemperatur, verringerter Muskelspannung, Schwierigkeiten bei der Ernährung ("Floppy-Infant-Syndrom") und einer gedämpften Atmung in Verbindung gebracht. Kinder von Müttern, die solche Mittel in der späteren Schwangerschaft längerfristig eingenommen haben, können nach der Geburt Entzugserscheinungen bekommen. Wer schwanger werden möchte oder eine Schwangerschaft vermutet, sollte sich laut Fachinformation wegen einer Beendigung der Behandlung an die Ärztin oder den Arzt wenden. In der Stillzeit sollten Zopiclon und Zolpidem nicht angewendet werden. [1, 3]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Zolpidem in der Schwangerschaft als hoch an: Studien zu mehr als 1.100 Schwangerschaften ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Notwendigkeit sollte laut Embryotox kritisch geprüft werden, eine kurzzeitige Anwendung ist gegebenenfalls akzeptabel; besonders in den Wochen vor der Entbindung oder bei längerfristigem Bedarf sollten besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für Eszopiclon nennt Embryotox den Erfahrungsumfang "keiner", für Zopiclon "hoch". Allgemeines steht auf den Seiten Schwangerschaft und Stillzeit. [7, 8]
Bei einer Überdosierung sind laut Fachinformation von Zopiclon verschiedene Stufen der Dämpfung möglich, von Schläfrigkeit, Verwirrtheit und Sehstörungen bis zu Bewusstlosigkeit, einer Dämpfung von Atmung und Kreislauf und Koma; bei Zolpidem wurde über Bewusstseinsstörungen bis zum Koma berichtet. [1, 3]
Abgrenzung zu verwandten Gruppen
Bei den Wirkungen und Nebenwirkungen, den Anwendungsgebieten und den Gegenanzeigen bestehen laut S3-Leitlinie zwischen Z-Substanzen und Benzodiazepinen kaum relevante Unterschiede, und das Kapitel der Leitlinie zu Benzodiazepinen und verwandten Substanzen gilt für beide Gruppen; die verwandte Gruppe beschreibt die Seite Benzodiazepine. Weitere Schlafmittel, darunter Daridorexant, Melatonin und Doxylamin, stellt die Seite Schlafmittel vor. [6]
Zaleplon: Zulassung in der EU widerrufen
Zaleplon (Sonata) war in der Europäischen Union seit dem 12. März 1999 zur Behandlung von Schlaflosigkeit zugelassen. Am 3. Juli 2015 widerrief die Europäische Kommission die Zulassung auf Antrag des Zulassungsinhabers Meda AB. Das Unternehmen hatte laut EMA mitgeteilt, den Vertrieb aus wirtschaftlichen Gründen dauerhaft einzustellen. Eine eigene Seite zu Zaleplon gibt es auf dieser Website deshalb nicht. [11]
Quellen
- Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Zopiclon-ratiopharm 7,5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Lunivia 1 mg, 2 mg, 3 mg Filmtabletten (Eszopiclon). HENNIG ARZNEIMITTEL GmbH & Co. KG. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.1 (AWMF-Register-Nr. 038-025), Kapitel 3.2 (Benzodiazepine und verwandte Substanzen). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand 14.01.2021 (Version 1.1, gültig bis Ende Juli 2025, abgelaufen). abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Zolpidem. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Eszopiclon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel, Eintrag Zolpidem. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Eszopiclon, Zopiclon und "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Sonata (Zaleplon): EPAR, Status zurückgezogen (Widerruf der Zulassung am 03.07.2015). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Was sind Z-Substanzen?
Z-Substanzen sind Schlafmittel, die chemisch keine Benzodiazepine sind. Laut S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen binden sie aber an vergleichbare Stellen der GABA-A-Rezeptoren und ähneln den Benzodiazepinen in klinisch-pharmakologischer Hinsicht weitgehend. Auf dieser Website gehören Zolpidem, Zopiclon und Eszopiclon dazu; zugelassen sind sie nur zur Behandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen.
Welche Z-Substanzen gibt es in Deutschland?
Die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen (Stand 14.01.2021) nennt Zolpidem und Zopiclon als die in Deutschland zugelassenen Z-Substanzen. Für Eszopiclon nennt die Packungsbeilage mit Stand 12/2020 eine Zulassung in Deutschland; laut Embryotox ist es das S-Enantiomer des Zopiclons, also ein Bestandteil dieses Wirkstoffs. Die Zulassung des Zaleplon-Präparats Sonata in der Europäischen Union wurde 2015 widerrufen.
Was ist der Unterschied zwischen Zolpidem und Zopiclon?
Beide sind zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen zugelassen. Die Halbwertszeit von Zolpidem ist laut Fachinformation kurz und liegt im Mittel bei 2,4 Stunden, die von Zopiclon beträgt ca. 5 Stunden. Nach Zolpidem wird laut Fachinformation empfohlen, mindestens 8 Stunden lang kein Fahrzeug zu führen, nach Zopiclon mindestens 12 Stunden lang. Zolpidem steht mit Ausnahmen in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, Zopiclon nicht. Welches Mittel infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; mehr im Vergleich Zolpidem oder Zopiclon.
Machen Z-Substanzen abhängig?
Das ist möglich. Zopiclon und Zolpidem können laut Fachinformation zu Missbrauch und zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit Dosis und Behandlungsdauer und ist bei psychiatrischen Erkrankungen und bei früherem Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten höher. Auch bei Eszopiclon besteht laut Packungsbeilage die Möglichkeit, abhängig zu werden. Die Behandlung sollte laut Fachinformation einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten.
Wie lange werden Z-Substanzen eingenommen?
So kurz wie möglich. Laut Fachinformation sollte die Behandlung mit Zopiclon oder Zolpidem einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten; bei Zolpidem sollte sie im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen betragen. Die Packungsbeilage von Eszopiclon nennt dieselbe Höchstdauer. Eine längere Behandlung sollte nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung erfolgen.
Kann man am Tag nach einer Z-Substanz Auto fahren?
Am Morgen nach der Einnahme können laut Fachinformation unter anderem Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Nach Zopiclon sollten Sie mindestens 12 Stunden lang kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, nach Eszopiclon laut Packungsbeilage 12 Stunden und nach Zolpidem mindestens 8 Stunden lang. Bei einzelnen Menschen kann es laut Fachinformation von Zopiclon ratsam sein, solche Tätigkeiten am Folgetag auch länger zu meiden.
Darf man Z-Substanzen mit Alkohol nehmen?
Laut den Fachinformationen von Zopiclon und Zolpidem sollten Sie während der Behandlung keinesfalls Alkohol trinken. Alkohol kann die dämpfende Wirkung verstärken, beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit zusätzlich und scheint das Risiko für Schlafwandeln und ähnliche Verhaltensweisen zu erhöhen. Auch die Packungsbeilage von Eszopiclon nennt Alkohol als Grund, warum solche Verhaltensweisen wahrscheinlicher werden.
Was ist aus Zaleplon geworden?
Zaleplon (Sonata) war in der Europäischen Union seit 1999 zur Behandlung von Schlaflosigkeit zugelassen. Am 3. Juli 2015 widerrief die Europäische Kommission die Zulassung auf Antrag des Zulassungsinhabers Meda AB, der laut EMA mitgeteilt hatte, den Vertrieb aus wirtschaftlichen Gründen dauerhaft einzustellen. Eine eigene Seite zu Zaleplon gibt es auf dieser Website deshalb nicht.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Wirkstoffgruppen SchlafmittelSchlafmittel helfen bei Ein- und Durchschlafstörungen nur vorübergehend.
-
-
Wirkstoffgruppen StimmungsstabilisiererStimmungsstabilisierer werden bei einer bipolaren Störung eingesetzt.
-
Medikamente MemantinMemantin ist ein Antidementivum bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz.