MedikamenteWirkstoff

Benperidol

Benperidol ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum (Neuroleptikum) aus der Gruppe der Butyrophenone; bekannt ist es unter anderem als Glianimon. Zugelassen ist es unter anderem bei akuten psychotischen Zuständen, chronisch verlaufenden Psychosen, manieähnlichen Zuständen und psychomotorischen Erregungszuständen. Sehr häufig sind Bewegungsstörungen und Müdigkeit; Fieber über 40 °C mit Muskelstarre kann auf ein lebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom hinweisen und braucht sofort ärztliche Hilfe.

Mann in den Sechzigern mit kurzen grauen Haaren und Strickjacke stellt an einem sonnigen Küchentisch ruhig frische Blumen in eine Vase
Bild: KI-generiert

Wofür wird Benperidol eingesetzt?

Benperidol ist laut Fachinformation zugelassen bei akuten psychotischen Syndromen mit Wahn, Halluzinationen (Sinnestäuschungen), Denkstörungen und Ich-Störungen, bei katatonen Syndromen sowie bei deliranten und anderen exogen-psychotischen Syndromen. Weitere Anwendungsgebiete sind chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen (zur Unterdrückung der Beschwerden), manieähnliche (maniforme) Syndrome und psychomotorische Erregungszustände. Benperidol ist verschreibungspflichtig. [1, 3]

Laut Embryotox ist der Einsatz von Benperidol heute in der Regel auf psychiatrische Notfälle oder auf psychotische Zustände beschränkt, bei denen andere Behandlungen nicht helfen (therapieresistente Zustandsbilder), weil Benperidol schwerwiegende Bewegungsstörungen verursachen kann. [2]

Zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei einer Demenz ist Benperidol nicht zugelassen. Zu Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Studien vor; unter 18 Jahren sollte Benperidol laut Fachinformation deshalb nur unter besonderer Berücksichtigung von Nutzen und Risiko verordnet werden. Mehr über die Erkrankungen lesen Sie auf den Seiten Psychose und Delir. [1]

Wie wirkt Benperidol?

Nervenzellen im Gehirn geben Signale über Botenstoffe weiter, unter anderem über Dopamin. Benperidol ist ein Neuroleptikum (Antipsychotikum) aus der Gruppe der Butyrophenone. In Tierversuchen blockierte es gezielt die Andockstellen (Rezeptoren) für Dopamin, vor allem den Typ D2. Auf Rezeptoren für Serotonin wirkt es weniger ausgeprägt; nur in hohen Dosen kann es auch auf Rezeptoren für Adrenalin und Noradrenalin (Alpha-Adrenozeptoren) und für Histamin wirken. Die Wirkung auf den Botenstoff Acetylcholin (anticholinerge Wirkung) ist sehr gering. [1]

Laut Fachinformation wirkt Benperidol gegen Wahn, Halluzinationen, Ich- und Denkstörungen und dämpft psychomotorische und katatone Erregung, affektive Gespanntheit sowie manische Verstimmung und Antriebssteigerung. Außerdem wirkt es beruhigend (sedierend), umso stärker, je höher die Dosis ist. Bei dauerhafter Gabe können Dopaminrezeptoren in bestimmten Hirnregionen überempfindlich werden, und für verschiedene Teilwirkungen kann sich eine Gewöhnung (Toleranz) entwickeln; eine Abschwächung der antipsychotischen Wirkung bei langer Anwendung ist nicht bekannt. [1]

Embryotox beschreibt Benperidol als sehr stark wirksames konventionelles Antipsychotikum; konventionelle Antipsychotika heißen in der Fachinformation auch typische Antipsychotika. Strukturverwandt ist unter anderem Haloperidol, das ebenfalls zu den Butyrophenonen gehört. Einen Überblick über die Mittel dieser Art gibt die Seite Antipsychotika. [1, 2]

Benperidol wird in der Regel rasch aufgenommen und schon beim ersten Durchgang durch die Leber stark abgebaut (First-pass-Effekt); von den Tabletten gelangen etwa 30 bis 40 % in den Kreislauf (Bioverfügbarkeit). Die durchschnittliche Halbwertszeit im Blut liegt bei 7,65 Stunden, und auch bei wiederholter Einnahme wird keine Anreicherung beobachtet. Über die Abbauprodukte beim Menschen ist nur wenig bekannt. [1]

Wann wirkt Benperidol und wie lange wird behandelt?

Die dämpfende Wirkung auf die Erregung (psychomotorisch dämpfende Wirkung) tritt laut Fachinformation sofort ein, die antipsychotische Wirkung erreicht manchmal erst nach ein- bis dreiwöchiger Behandlung ihr Maximum. Im Krankenhaus (stationäre Behandlung) kann mit höheren Anfangsdosen ein rascherer Wirkungseintritt erzielt werden. Wie lange behandelt wird, richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Verlauf; sobald der Krankheitsverlauf es zulässt, sollte auf Darreichungsformen zum Einnehmen übergegangen werden. Allgemeines zum Zeitverlauf erklären die Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1]

  1. BeginnBei ambulanter Behandlung wird mit einer niedrigen Dosis begonnen und langsam gesteigert. Frühe Bewegungsstörungen treten vor allem in den ersten Tagen und Wochen auf, niedriger Blutdruck mit beschleunigtem Herzschlag besonders zu Behandlungsbeginn; Fahren und gefahrvolle Tätigkeiten sollten in der ersten Phase der Behandlung unterbleiben. Ein Ausgangs-EEG und ein Ausgangs-EKG sollten vorliegen.[1]
  2. Erste WirkungDie psychomotorisch dämpfende Wirkung tritt sofort ein; die antipsychotische Wirkung erreicht manchmal erst nach ein- bis dreiwöchiger Behandlung ihr Maximum.[1]
  3. ErhaltungNach Abklingen der akuten Beschwerden wird die niedrigste notwendige Erhaltungsdosis angestrebt; über die Notwendigkeit, die Behandlung fortzuführen, ist laufend kritisch zu entscheiden. Die Dauer richtet sich nach dem Krankheitsverlauf. Blutbild, Leberfunktion und Kreislauf werden regelmäßig überwacht.[1]
  4. AbsetzenAbrupte Dosisänderungen erhöhen das Nebenwirkungsrisiko; nach längerer Behandlung wird die Dosis laut Fachinformation in sehr kleinen Schritten über lange Zeiträume verringert. Spätdyskinesien können erst nach dem Ende der Behandlung sichtbar werden. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.[1]

Nebenwirkungen im Blick

Sehr häufig sind laut Fachinformation Bewegungsstörungen (extrapyramidalmotorische Symptome): frühe Bewegungsstörungen (Frühdyskinesien) vor allem in den ersten Tagen und Wochen, im Allgemeinen später Parkinson-Beschwerden und eine Sitzunruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie). Ebenfalls sehr häufig ist Müdigkeit. Ein niedriger Blutdruck oder Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen mit beschleunigtem Herzschlag kommen besonders zu Beginn der Behandlung vor. [1]

Depressive Verstimmungen können vorkommen, insbesondere bei einer Langzeitbehandlung. Nach meist längerer und hoch dosierter Behandlung oder nach dem Abbrechen der Behandlung können Spätdyskinesien auftreten: anhaltende, vielfach nicht rückbildungsfähige unwillkürliche Bewegungen, vor allem der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, aber auch der Arme und Beine. Eine Spätdyskinesie kann sich auch schon nach kurzer Behandlung mit niedriger Dosis entwickeln, ältere Menschen und besonders ältere Frauen scheinen dafür besonders anfällig zu sein, und eine gesicherte Behandlung ist derzeit nicht bekannt. [1]

Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Fachinformation weitere mögliche Wirkungen von Neuroleptika: eine Gewichtszunahme und einen erhöhten Blutzuckerspiegel, in seltenen Fällen einen Diabetes mellitus, eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG oder Rhythmusstörungen der Herzkammern sowie als Folge eines erhöhten Prolaktinspiegels eine ausbleibende Regelblutung, Milchfluss aus der Brust, eine Brustvergrößerung, weniger Lust auf Sex und Potenzstörungen. Diese Angaben fehlen deshalb in der Übersicht und in der Liste und stehen bei den Hinweisen zur Vorsicht. Für Benperidol selbst wurde die Wirkung auf die QT-Zeit nicht untersucht; besonders nach hoher Dosis ist sie nicht auszuschließen. [1]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation eine Häufigkeit angibt. Was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. Mehr zu einzelnen Beschwerden: sexuelle Funktionsstörungen und Veränderungen des Blutbilds. [1]

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HerzNiedriger Blutdruck oder Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen (orthostatische Dysregulation) mit reflektorisch beschleunigtem Herzschlag, besonders zu Beginn der Behandlung[1]Mehr dazu: Herzrasen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemStörung der Blutbildung mit verminderter Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie)[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • NervensystemSchwindel, Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Kopfschmerzen[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemDepressive Verstimmungen (besonders bei Langzeitbehandlung), Erregungszustände, Verwirrtheitszustände (delirante Symptome)[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • Leber und GalleVorübergehend erhöhte Leberenzymwerte[1]
  • HautAllergische Hautreaktionen, z. B. Juckreiz[1]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Leber und GalleLeberschädigung mit Gallestau (cholestatische Hepatose)[1]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • NervensystemLebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom mit Fieber über 40 °C, Muskelstarre, vegetativer Entgleisung mit Herzjagen und Bluthochdruck sowie Bewusstseinstrübung bis zum Koma[1]Mehr dazu: Malignes neuroleptisches Syndrom
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel (Thromboembolien), auch Lungenembolie und tiefe Venenthrombose[1]
  • SchwangerschaftEntzugserscheinungen beim Neugeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft (Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen)[1]
  • NervensystemSpätdyskinesien (anhaltende, vielfach nicht rückbildungsfähige unwillkürliche Bewegungen vor allem der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, auch der Arme und Beine), meist nach längerer und hoch dosierter Behandlung oder nach dem Abbrechen der Behandlung[1]Mehr dazu: Spätdyskinesien
  • Stoffwechsel und ErnährungUnter Neuroleptika Gewichtszunahme und Erhöhung des Blutzuckerspiegels; in seltenen Fällen wurde ein Diabetes mellitus beobachtet[1]Mehr dazu: GewichtszunahmeErhöhter Blutzucker
  • HerzUnter Neuroleptika Verlängerung des QT-Intervalls und/oder Rhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien)[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei hohem Fieber und Muskelstarre ist laut Fachinformation an ein malignes neuroleptisches Syndrom zu denken, das nicht selten mit einer Katatonie verwechselt wird. Weil eine erneute Gabe eines Neuroleptikums dann lebensbedrohliche Folgen haben kann, ist die Unterscheidung entscheidend; dazu gehören die Frage nach den eingenommenen Medikamenten, die Prüfung auf Muskelsteifheit und Fieber und die Bestimmung der Kreatinkinase (CK) in Blut und Harn. [1]

Depressive Verstimmungen gehören laut Fachinformation zu den möglichen Nebenwirkungen, besonders bei einer Langzeitbehandlung, und bei einer depressiven Erkrankung ist besondere Vorsicht geboten. Sprechen Sie Veränderungen Ihrer Stimmung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern mit dunklem Pferdeschwanz pflegt an einem milden Nachmittag Tomatenpflanzen in einem kleinen Gemeinschaftsgarten
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und setzen Sie Benperidol wegen Nebenwirkungen nicht eigenmächtig ab: Abrupte Dosisänderungen erhöhen laut Fachinformation das Risiko für Nebenwirkungen. Belastende Beschwerden besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Dazu nennt die Fachinformation: [1]

  • Bei frühen Bewegungsstörungen oder Parkinson-Beschwerden ist eine niedrigere Dosis oder eine Behandlung mit einem anticholinergen Mittel gegen Parkinson-Beschwerden erforderlich. Ein solches Mittel sollte nur bei Bedarf gegeben werden, nicht routinemäßig. [1]
  • Die Behandlung der Sitzunruhe (Akathisie) ist schwierig. Zunächst kann eine niedrigere Dosis versucht werden; hilft das nicht, kann ein Behandlungsversuch mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln oder mit Betablockern unternommen werden. [1]
  • Nehmen Sie zusätzlich ein anticholinerges Mittel, auch eines gegen Parkinson-Beschwerden, ist auf einen möglichen Anstieg des Augeninnendrucks zu achten. [1]
  • Gleichzeitig getrunkener Tee oder Kaffee kann die Wirkung von Benperidol abschwächen, und Rauchen kann seinen Spiegel im Blut senken, wobei nicht bekannt ist, ob die Wirkung dadurch bedeutsam nachlässt. Besprechen Sie Ihre Gewohnheiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Rauchen und Psychopharmaka. [1]

Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.

Kontrollen während der Behandlung

Zu den Nebenwirkungen von Benperidol gehören eine verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, vorübergehend erhöhte Leberwerte und ein niedriger Blutdruck. Die Fachinformation sieht regelmäßige Kontrollen von Blutbild, Leberfunktion und Kreislauf vor, außerdem ein EEG (Hirnstromkurve) und ein EKG (Herzstromkurve) vor der Behandlung als Ausgangsbefund. [1]

Kontrolluntersuchungen bei Benperidol
UntersuchungWann oder warum
BlutbildIn regelmäßigen Abständen während der Behandlung[1]
LeberfunktionIn regelmäßigen Abständen während der Behandlung[1]
KreislaufIn regelmäßigen Abständen während der Behandlung[1]
EEG und EKGAusgangsbefund vor der Behandlung für spätere Verlaufskontrollen[1]
Kreatinkinase (CK) in Blut und HarnBei hohem Fieber und Muskelstarre, um ein malignes neuroleptisches Syndrom von einer Katatonie zu unterscheiden[1]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Außerdem sollten vor und während der Behandlung alle möglichen Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Venen (venöse Thromboembolien) erkannt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, weil Menschen, die Antipsychotika nehmen, häufig erworbene Risikofaktoren dafür haben. Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung. [1]

Wechselwirkungen

Zusammen mit anderen dämpfend wirkenden Mitteln wie Schlaf- und Schmerzmitteln, anderen Psychopharmaka oder Antihistaminika kann es zu einer verstärkten Dämpfung oder einer abgeschwächten Atmung (Atemdepression) kommen. Mit Lithium kann es selten zu Vergiftungserscheinungen des Nervensystems (neurotoxischen Syndromen) mit Bewusstseinsstörungen und erhöhter Körpertemperatur kommen; dann sollte die Behandlung beendet werden. Die gleichzeitige Anwendung von Mitteln, die ebenfalls die QT-Zeit verlängern können oder den Kaliumspiegel senken, sollte vermieden werden. [1]

Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin und Rifampicin können den Spiegel von Benperidol im Blut senken und seine Wirkung abschwächen. Umgekehrt kann Benperidol die Wirkung blutdrucksenkender Mittel verstärken und die von Levodopa und anderen Dopaminagonisten abschwächen. Zusammen mit Metoclopramid und anderen Dopaminantagonisten können sich Bewegungsstörungen verstärken. [1]

Wechselwirkungen von Benperidol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Dämpfende Arzneimittel (Schlafmittel, Schmerzmittel, andere Psychopharmaka, Antihistaminika)Verstärkte Dämpfung (Sedierung) oder Atemdepression[1]Ärztin oder Arzt informieren
LithiumSelten neurotoxische Syndrome mit Bewusstseinsstörungen und erhöhter Körpertemperatur; außerdem vermehrt Bewegungsstörungen, Müdigkeit, Zittern und Mundtrockenheit[1]Laut Fachinformation sollte die Ärztin oder der Arzt beide Mittel so niedrig wie möglich dosieren; bei einem neurotoxischen Syndrom sollte die Behandlung beendet werden
Polypeptid-Antibiotika (z. B. Capreomycin, Colistin, Polymyxin B)Die durch sie ausgelöste Atemdepression kann verstärkt werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenkende ArzneimittelIhre Wirkung kann verstärkt werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
DisulfiramBei gleichzeitigem Alkoholgenuss abgeschwächte Wirkung[1]Ärztin oder Arzt informieren
Dopaminagonisten (z. B. Levodopa)Ihre Wirkung wird abgeschwächt[1]Ärztin oder Arzt informieren
GonadorelinAbgeschwächte Wirkung wegen des durch Benperidol erhöhten Prolaktinspiegels[1]Ärztin oder Arzt informieren
Dopamin in hoher DosisVerminderte gefäßverengende Wirkung[1]Ärztin oder Arzt informieren
AdrenalinParadoxer Blutdruckabfall (die blutdrucksteigernde Wirkung bleibt aus)[1]Ärztin oder Arzt informieren
Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin) und RifampicinDer Spiegel von Benperidol kann sinken und seine Wirkung nachlassen[1]Ärztin oder Arzt informieren
Andere Dopaminantagonisten (z. B. Metoclopramid)Verstärkte Bewegungsstörungen (extrapyramidal-motorische Wirkungen)[1]Ärztin oder Arzt informieren
MethyldopaVerstärkte Wirkungen auf das zentrale Nervensystem[1]Ärztin oder Arzt informieren
Anregende Mittel vom AmphetamintypGegenseitige Abschwächung der Wirkung[1]Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinergika (z. B. Atropin, Benzatropin, Trihexyphenidyl), auch anticholinerge ParkinsonmittelIhre Wirkung kann verstärkt, die von Benperidol durch verminderte Aufnahme im Darm abgeschwächt werden; auf einen möglichen Anstieg des Augeninnendrucks ist zu achten[1]Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können (z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, Antibiotika, Malariamittel, Antihistaminika, Antidepressiva) oder den Kaliumspiegel senken (z. B. bestimmte Entwässerungsmittel)Höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen[1]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
AlkoholDie Alkoholwirkung kann verstärkt werden, der Blutdruck kann sinken[1]Mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen
Tee oder KaffeeKönnen die Wirkung von Benperidol abschwächen[1]Mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen
RauchenDer Spiegel von Benperidol kann sinken; ob die Wirkung dadurch bedeutsam nachlässt, ist nicht bekannt[1]Mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Benperidol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Benperidol darf nicht angewendet werden bei einer Überempfindlichkeit gegen Benperidol, andere Butyrophenone oder einen der sonstigen Bestandteile, bei einem Parkinson-Syndrom und wenn nach Benperidol schon einmal ein malignes neuroleptisches Syndrom aufgetreten ist. Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei Erkrankungen der Leber, der Blutbildung und des Herzens, bei Epilepsie, bei einer depressiven Erkrankung und bei einem erhöhten Schlaganfallrisiko. [1]

Benperidol senkt die Schwelle für Krampfanfälle. Menschen mit Epilepsie sollten laut Fachinformation nur unter Beibehaltung ihrer Behandlung gegen Krampfanfälle mit Benperidol behandelt werden. Weil das Schilddrüsenhormon Thyroxin die Rate der Nebenwirkungen steigern kann, sollten Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion nur bei gleichzeitiger angemessener Therapie mit Benperidol behandelt werden. [1]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Benperidol, andere Butyrophenone oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Parkinson-Syndrom[1]
  • Malignes neuroleptisches Syndrom nach Benperidol in der Vorgeschichte[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Nur unter besonderer Vorsicht bei akuten Vergiftungen durch Alkohol, Opioide, Schlafmittel oder dämpfende Psychopharmaka, eingeschränkter Leberfunktion, prolaktinabhängigen Tumoren (z. B. Brusttumoren), schwerem niedrigem Blutdruck oder Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen sowie bei depressiver Erkrankung[1]
  • Nur unter besonderer Vorsicht bei Erkrankungen der Blutbildung, hirnorganischen Erkrankungen und Epilepsie, Schilddrüsenüberfunktion, niedrigem Kaliumspiegel, langsamem Herzschlag (Bradykardie), angeborenem langem QT-Syndrom oder anderen bedeutsamen Herzstörungen, insbesondere Erregungsleitungsstörungen und Herzrhythmusstörungen[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Zu Wirksamkeit und Verträglichkeit liegen keine ausreichenden Studien vor; Verordnung nur unter besonderer Berücksichtigung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses[1]
  • Hirnschäden unterhalb der Hirnrinde und Neigung zu Krampfanfällen (auch bei Alkoholentzug): Benperidol senkt die Krampfschwelle, große Krampfanfälle (Grand-mal-Anfälle) können auftreten; Menschen mit Epilepsie sollten ihre Behandlung gegen Krampfanfälle beibehalten[1]
  • Besondere Vorsicht bei organischen Hirnschäden, arteriosklerotischen Erkrankungen der Hirngefäße und depressiver Erkrankung[1]
  • Schilddrüsenüberfunktion: Da Thyroxin die Nebenwirkungsrate steigern kann, sollten Betroffene laut Fachinformation nur bei gleichzeitiger angemessener Therapie mit Benperidol behandelt werden[1]
  • Unter Neuroleptika kann es zu einer Verlängerung des QT-Intervalls und/oder zu Rhythmusstörungen der Herzkammern kommen; für verwandte Butyrophenone ist eine solche Wirkung bekannt, für Benperidol wurde sie nicht untersucht und ist besonders nach hoher Dosis nicht auszuschließen[1]
  • Unter Neuroleptika kann es zu Gewichtszunahme und erhöhtem Blutzucker kommen; in seltenen Fällen wurde ein Diabetes mellitus beobachtet[1]
  • Als Folge eines erhöhten Prolaktinspiegels sind Ausbleiben der Regelblutung, Milchfluss aus der Brust, Brustvergrößerung, verminderte Libido und Potenzstörungen möglich[1]
  • Spätdyskinesien (anhaltende, vielfach nicht rückbildungsfähige unwillkürliche Bewegungen, vor allem der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, auch der Arme und Beine): meist nach längerer und hoch dosierter Behandlung oder nach Abbrechen der Behandlung, aber auch nach kurzer Behandlung mit niedriger Dosis möglich; ältere Menschen, besonders ältere Frauen, scheinen besonders anfällig, das Risiko nimmt vermutlich mit Dauer und Dosis zu. Eine lange Behandlung kann Spätdyskinesien verdecken, die dann erst nach dem Ende der Behandlung sichtbar werden; eine gesicherte Behandlung ist nicht bekannt[1]
  • Ältere Menschen mit Demenz: Unter konventionellen Antipsychotika ist das Sterblichkeitsrisiko leicht erhöht; Benperidol ist zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz nicht zugelassen[1]
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko: In Studien mit einigen atypischen Antipsychotika bei Menschen mit Demenz war das Risiko für Ereignisse an den Hirngefäßen erhöht; ein solcher Effekt ist auch bei anderen Antipsychotika nicht auszuschließen[1]
  • Blutgerinnsel (venöse Thromboembolien): Risikofaktoren werden vor und während der Behandlung ermittelt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen[1]
  • Die Tabletten enthalten Milchzucker (Lactose): Bei der seltenen erblichen Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption nicht einnehmen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft sollte während der Behandlung möglichst vermieden werden; vor Behandlungsbeginn sollte laut Fachinformation ein Schwangerschaftstest gemacht werden, und während der Behandlung ist eine geeignete Verhütung nötig. Wird eine Behandlung in der Schwangerschaft erforderlich, müssen Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden, da zur Anwendung in der Schwangerschaft keine Untersuchungen vorliegen; Tierstudien mit vergleichbaren Medikamenten ergaben Hinweise auf Fruchtschädigungen. Neugeborene, deren Mütter im letzten Schwangerschaftsdrittel Antipsychotika einschließlich Benperidol erhielten, können Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) und/oder Entzugserscheinungen zeigen; berichtet wurden Unruhe, erhöhte oder verminderte Muskelspannung, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot und Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Neugeborene sollten deshalb sorgfältig überwacht werden.[1]

Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang gering und die Datenlage für das erste Schwangerschaftsdrittel unzureichend; möglicherweise sind die Erfahrungen mit dem verwandten Haloperidol übertragbar. Bei Einnahme bis zur Geburt können beim Neugeborenen in den ersten Stunden oder Tagen Anpassungsstörungen mit Beschwerden an Atmung, Nervensystem, Magen-Darm-Trakt und Kreislauf auftreten; die Entbindung sollte deshalb in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen, nach Anwendung im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Liegt ein zwingender Grund für Benperidol vor, ist die Anwendung laut Embryotox akzeptabel; bei einer Neueinstellung sollten wenn möglich besser erprobte und verträglichere Antipsychotika vorgezogen werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox Haloperidol, wenn ein klassisches Antipsychotikum notwendig ist, und, wenn atypische Antipsychotika möglich sind, Quetiapin oder auch Risperidon oder Aripiprazol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Benperidol geht wie andere Neuroleptika aus der Gruppe der Butyrophenone in die Muttermilch über; bei gestillten Kindern, deren Mütter Butyrophenone erhielten, wurden Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) beobachtet. Laut Fachinformation sollte während der Behandlung nicht gestillt werden.[1]

Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Erfahrungen vor; es ist anzunehmen, dass Benperidol wie Haloperidol in die Muttermilch übergeht und in relevanten Mengen vom Kind aufgenommen werden kann, möglich sind beim Kind vor allem Bewegungsstörungen und Schläfrigkeit. Stillen ist laut Embryotox allenfalls bei niedrig dosierter alleiniger Einnahme (Monotherapie) und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel; eine Einzeldosis erfordert keine Einschränkung des Stillens. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Bewegungsstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Schläfrigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann während der Behandlung in seiner Wirkung verstärkt werden und den Blutdruck senken; die Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit ist zusammen mit Alkohol stärker.[1]

Autofahren und Maschinen

Benperidol kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, besonders in den ersten Tagen der Behandlung, das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sind, verstärkt zusammen mit Alkohol. Fahren, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten in der ersten Phase der Behandlung unterbleiben; die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1]

Anwendung

Die Tabletten werden während der Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Tee oder Kaffee können die Wirkung abschwächen.[1]

Absetzen

Abrupte Dosisänderungen erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen; nach einer längeren Behandlung muss die Dosis laut Fachinformation in sehr kleinen Schritten über lange Zeiträume verringert werden. Spätdyskinesien können sich nach dem Abbrechen der Behandlung zeigen. Ist ein Parkinsonmittel nötig, das schneller ausgeschieden wird als Benperidol, muss es eventuell auch nach dem Absetzen von Benperidol weitergegeben werden. Ob und wie die Behandlung beendet wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Überdosierung

Mögliche Anzeichen sind schwere Bewegungsstörungen mit Krämpfen von Zunge, Schlund, Augen und Kehlkopf, Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit (Koma), manchmal Erregung und Verwirrtheit, seltener Krampfanfälle, Über- oder Unterwärmung, niedriger oder auch hoher Blutdruck, schneller oder langsamer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Herz- und Kreislaufversagen, selten verschwommenes Sehen, akuter Anstieg des Augeninnendrucks (Glaukomanfall), Darmlähmung, Harnverhalt sowie Atemprobleme bis zum Atemstillstand. Verständigen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]

Vor Beginn der Behandlung sollte laut Fachinformation ein Schwangerschaftstest gemacht werden, und während der Behandlung ist eine geeignete Verhütung nötig. Setzen Sie Benperidol nicht selbst ab, wenn Sie schwanger werden; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit, Verhütung und Psychopharmaka und Alkohol. [1]

Einnahme und Absetzen

Wie die Tabletten eingenommen werden, steht in der Übersicht zum Alltag; laut Fachinformation können sie in gleiche Dosen geteilt werden. Abrupte Dosisänderungen erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen, und nach einer längerfristigen Behandlung muss die Dosis in sehr kleinen Schritten über lange Zeiträume verringert werden. Spätdyskinesien können erst nach dem Ende der Behandlung sichtbar werden, weil die Behandlung ihre ersten Anzeichen zunächst verdecken kann. [1]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antipsychotika wichtig ist, erklärt die Seite Antipsychotika absetzen. [1]

Dosierung laut Fachinformation

Die Fachinformation nennt Richtwerte für die Tagesdosis je nach Anwendungsgebiet, für die Erhaltung nach dem Abklingen der akuten Beschwerden und für ältere Menschen. Dosierung, Darreichungsform und Dauer müssen an Anwendungsgebiet, Schwere der Krankheit und die persönliche Reaktion angepasst werden; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Präparate mit Benperidol

Die Angaben auf dieser Seite stammen aus der Fachinformation der Tabletten von Benperidol-neuraxpharm. Für die Lösung zum Einnehmen und die Injektionslösung gilt die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.

Präparate mit Benperidol
PräparatAnbieterHinweis
Benperidol-neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten 2 mg, 4 mg und 10 mg; Grundlage dieser Seite
GlianimonDesitinverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Fachinformation Benperidol-neuraxpharm 2 mg/4 mg/10 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 22.10.2026
  2. Embryotox: Benperidol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Benperidol. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Benperidol eingesetzt?

Benperidol ist bei akuten psychotischen Zuständen mit Wahn, Halluzinationen, Denk- und Ich-Störungen zugelassen, bei katatonen Syndromen sowie bei deliranten und anderen exogen-psychotischen Syndromen, außerdem bei chronisch verlaufenden Psychosen, manieähnlichen Zuständen und psychomotorischen Erregungszuständen. Laut Embryotox ist der Einsatz heute in der Regel auf psychiatrische Notfälle oder psychotische Zustände beschränkt, bei denen andere Behandlungen nicht helfen. Zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz ist Benperidol nicht zugelassen.

Wie schnell wirkt Benperidol?

Die dämpfende Wirkung auf die Erregung tritt laut Fachinformation sofort ein. Die antipsychotische Wirkung erreicht manchmal erst nach ein- bis dreiwöchiger Behandlung ihr Maximum. Im Krankenhaus kann mit höheren Anfangsdosen ein rascherer Wirkungseintritt erzielt werden; bei ambulanter Behandlung wird niedrig begonnen und langsam gesteigert.

Welche Nebenwirkungen hat Benperidol?

Sehr häufig sind Bewegungsstörungen und Müdigkeit: frühe Bewegungsstörungen vor allem in den ersten Tagen und Wochen, im Allgemeinen später auch Parkinson-Beschwerden und eine Sitzunruhe. Häufig, besonders zu Beginn, sind ein niedriger Blutdruck oder Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen mit schnellerem Herzschlag. Meist nach längerer, hoch dosierter Behandlung oder nach dem Abbrechen der Behandlung können Spätdyskinesien auftreten, und hohes Fieber mit Muskelstarre kann auf ein lebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom hinweisen.

Unter welchem Namen gibt es Benperidol, auch als Tropfen?

Präparate mit Benperidol sind unter anderem Benperidol-neuraxpharm und Glianimon. Neben Tabletten gibt es Benperidol als Lösung zum Einnehmen und als Injektionslösung. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus der Fachinformation der Tabletten von Benperidol-neuraxpharm; für Tropfen und Injektionslösung gilt die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.

Ist Benperidol dasselbe wie Biperiden?

Nein, die Namen klingen nur ähnlich. Benperidol ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Butyrophenone. Biperiden ist ein Mittel gegen Parkinson-Beschwerden, und die Fachinformation von Benperidol nennt es als Beispiel für ein solches Mittel. Treten unter Benperidol frühe Bewegungsstörungen oder Parkinson-Beschwerden auf, ist laut Fachinformation eine niedrigere Dosis oder ein anticholinerges Mittel gegen Parkinson-Beschwerden erforderlich.

Wie wird Benperidol dosiert?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Fachinformation nennt Richtwerte je nach Anwendungsgebiet, für die Erhaltung und für ältere Menschen, bei denen in der Regel schon niedrigere Tagesdosen wirken; sie stehen im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite. Bei ambulanter Behandlung wird mit einer niedrigen Dosis begonnen, die langsam gesteigert wird.

Darf ich mit Benperidol Alkohol, Kaffee oder Tee trinken?

Alkohol kann während der Behandlung stärker wirken und den Blutdruck senken, und zusammen mit Alkohol ist die Fahrtüchtigkeit noch stärker beeinträchtigt. Tee oder Kaffee, gleichzeitig getrunken, können die Wirkung von Benperidol laut Fachinformation abschwächen. Besprechen Sie Ihre Trinkgewohnheiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie wird Benperidol abgesetzt?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Abrupte Dosisänderungen erhöhen laut Fachinformation das Risiko für Nebenwirkungen, und nach einer längerfristigen Behandlung muss die Dosis in sehr kleinen Schritten über lange Zeiträume verringert werden. Spätdyskinesien können erst nach dem Ende der Behandlung sichtbar werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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