ErkrankungenErkrankung

Schlafstörungen (Insomnie)

Von einer Schlafstörung (Insomnie) spricht man, wenn jemand über längere Zeit schlecht ein- oder durchschläft oder zu früh aufwacht und sich deshalb tagsüber so müde fühlt, dass der Alltag leidet; laut IQWiG betrifft das etwa 6 von 100 Menschen in Deutschland. Fachleute empfehlen in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie; verschreibungspflichtige Schlafmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen kommen nur vorübergehend infrage, weil sie abhängig machen können; die Behandlung sollte laut Fachinformation einschließlich der Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, gibt es sofort Hilfe, etwa über den Notruf 112 oder die TelefonSeelsorge.

Frau Ende vierzig sitzt am frühen Abend entspannt auf der Kante ihres ordentlich gemachten Bettes in einem ruhigen Schlafzimmer mit warmem Lampenlicht
Bild: KI-generiert

Jeder schläft manchmal schlecht, und das ist laut IQWiG kein Grund zur Sorge. Wer jedoch häufig schlecht schläft und sich tagsüber so müde und abgeschlagen fühlt, dass er den Alltag kaum bewältigen kann, hat Schlafprobleme oder eine Schlafstörung (Insomnie). Von einer Schlafstörung sprechen Fachleute, wenn die Probleme in mindestens drei Nächten pro Woche und länger als einen Monat bestehen und die Lebensqualität beeinträchtigen [3]. Etwa ein Drittel der Menschen hat Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen; eine Schlafstörung haben etwa 6 von 100 Menschen in Deutschland. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und Schlafstörungen können in jedem Alter auftreten [3].

Die ICD-10-GM, die deutsche Fassung der internationalen Klassifikation der Krankheiten, beschreibt die nichtorganische Insomnie (F51.0) als ungenügende Dauer und Qualität des Schlafes über einen beträchtlichen Zeitraum, mit Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühmorgendlichem Erwachen [1]. In vielen Fällen ist eine Schlafstörung laut ICD-10-GM Symptom einer anderen psychischen oder körperlichen Krankheit; als eigene Diagnose wird die Insomnie nur zusätzlich verschlüsselt, wenn sie das klinische Bild beherrscht [1]. Schlafstörungen mit körperlicher Ursache führt die ICD-10-GM unter G47, darunter Ein- und Durchschlafstörungen (G47.0), Schlafapnoe (G47.3-) und Narkolepsie (G47.4) [2].

Die Leitlinie zur Insomnie bei Erwachsenen (AWMF-Registernummer 063-003) liegt als Update 2025 vor; der Patientenratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) nennt sie als Literatur [7]. Diese Seite stützt sich auf die ICD-10-GM, die Gesundheitsinformationen des IQWiG, den Ratgeber der DGSM und die Fach- und Gebrauchsinformationen der Schlafmittel.

Anzeichen einer Schlafstörung

Schlafprobleme bedeuten laut IQWiG, keinen erholsamen Schlaf zu finden und sich deshalb tagsüber müde und abgeschlagen zu fühlen [3]. Typisch ist zum Beispiel [3, 6]:

  • sehr lange brauchen, um einzuschlafen [6]
  • nachts unruhig schlafen, oft aufwachen oder lange wach liegen [3, 6]
  • morgens viel zu früh aufwachen und nicht wieder einschlafen können [3]
  • tagsüber Müdigkeit, die den Alltag beeinträchtigt, und Schwierigkeiten, sich bei der Arbeit oder einem Hobby zu konzentrieren [3]
  • häufiges Nachdenken über die Schlafstörung und große Sorgen über ihre Folgen, vor allem nachts [3]

Wie viel Schlaf ausreichend ist, lässt sich laut IQWiG nicht pauschal sagen. Kinder ab sechs Jahren schlafen im Durchschnitt etwa neun Stunden pro Nacht, über 80-Jährige nur noch etwa sechs Stunden; manche Menschen brauchen mehr, andere weniger [3]. Dauert es nach dem Löschen des Lichts noch etwa eine halbe Stunde bis zum Einschlafen, ist das ganz normal [3]. Regelmäßige Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen sind aber für gesunde Menschen in keinem Alter normal [3].

Neben der Insomnie unterscheidet die ICD-10-GM weitere nichtorganische Schlafstörungen, zum Beispiel eine übermäßige Schläfrigkeit am Tag (Hypersomnie), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlafwandeln, nächtliche Angstanfälle (Pavor nocturnus) und Albträume [1]. Die Narkolepsie ordnet die ICD-10-GM unter den Schlafstörungen mit körperlicher Ursache ein (G47.4) [2].

Ursachen und Risiken

Vieles kann den Schlaf stören. Das IQWiG nennt unter anderem [3]:

  • belastende Lebensereignisse wie eine Trennung oder eine schwere Erkrankung [3]
  • Beschwerden wie Schmerzen, nächtlichen Harndrang oder Hitzewallungen [3]
  • nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe) und Unruhe in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom) [3]
  • bestimmte Medikamente wie Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI [3]
  • zu viel Alkohol: Manche schlafen danach schneller ein, der Schlaf wird aber unruhiger und weniger erholsam [3]

Stress trägt laut DGSM in erheblichem Maße zu Ein- und Durchschlafstörungen bei. Viele Betroffene passen sich an den gestörten Schlaf an, etwa mit Nickerchen am Tag, viel Kaffee, Alkohol vor dem Schlafengehen oder verlängerten und unregelmäßigen Bettzeiten. Durch Stress ausgelöste Schlafstörungen können anhalten, auch wenn die Auslöser vorbei sind; sie beruhen dann auf Gewöhnungseffekten, die Anspannung und eine ausgeprägte Angst vor Schlaflosigkeit hervorrufen [7]. Koffein kann laut DGSM bei empfindlichen Menschen bis zu 11 Stunden anregend wirken, Nikotin kann den Schlaf ebenfalls stören [7].

Auch körperliche Erkrankungen können den Schlaf stören, zum Beispiel eine chronische Nierenschwäche oder Erkrankungen von Schilddrüse, Herz und Lunge [3]. Schlafprobleme können außerdem mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen zusammenhängen [3]. Schlafstörungen jeder Art gehören laut NVL Unipolare Depression zu den Zusatzsymptomen einer Depression (siehe Wann Sie sofort Hilfe brauchen). Ein- und Durchschlafstörungen und frühes Erwachen zählt die NVL zu den Beschwerden, die auf eine Depression hinweisen können; Betroffene berichten erfahrungsgemäß eher über solche Beschwerden als über die typischen Kernsymptome [8]. Als Nebenwirkung nennt die NVL Schlafstörungen unter anderem bei SSRI, SNRI, MAO-Hemmern, Bupropion und Tianeptin [8]; Einzelheiten stehen auf den Wirkstoffseiten.

Wie die Diagnose gestellt wird

Ein Gespräch in der Arztpraxis kann klären, ob es eine körperliche oder psychische Ursache gibt [3]. Die Ärztin oder der Arzt fragt laut IQWiG nach Beschwerden, Gewohnheiten und möglichen Ursachen: ob und welche Medikamente Sie nehmen, ob und wann Sie Koffein, Alkohol oder Drogen konsumieren, ob Stress oder belastende Ereignisse eine Rolle spielen und ob Schmerzen, körperliche oder psychische Erkrankungen bestehen [3]. Dazu kommen eine körperliche Untersuchung und eine Blutuntersuchung; wird eine Erkrankung gefunden, die den Schlaf stört, wird diese vorrangig behandelt [3]. Bei chronischen Schlafstörungen sollte laut DGSM immer an eine Klärung der Ursache gedacht werden, bevor eine Behandlung beginnt [7].

Ein Schlaftagebuch kann helfen, Auslöser und Muster zu erkennen: Notiert wird, wann der Schlaf wenig erholsam war und was an diesen Tagen passiert ist. Solche Aufzeichnungen nutzen auch Ärztinnen und Ärzte, um die Schwere der Schlafprobleme einzuordnen [3]. Besteht der Verdacht, dass nächtliche Atemstörungen oder Beinbewegungen den Schlaf stören, kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein [3].

Behandlung im Überblick

Bei leichten Schlafproblemen kommen laut IQWiG Entspannungstechniken, Hausmittel und bessere Gewohnheiten rund um den Schlaf infrage; aussagekräftige Studien dazu gibt es allerdings kaum [3]. Ist eine Schlafstörung diagnostiziert, stoßen einfache Maßnahmen oft an ihre Grenzen. Fachleute empfehlen dann in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) [4, 6]. Schlafmittel sind laut IQWiG meist keine gute Idee und kommen nur bei schweren Schlafstörungen vorübergehend infrage [3].

Die kognitive Verhaltenstherapie soll Denkmuster und Verhaltensweisen verändern, die vom Schlaf abhalten, zum Beispiel übertriebene Befürchtungen über die Folgen einer schlechten Nacht [6]. Sie wird laut IQWiG mit weiteren Methoden kombiniert [6]:

  • Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung [6]
  • Schlafhygiene, also bessere Gewohnheiten rund um den Schlaf und eine angenehme Schlafumgebung [6]
  • Reizkontrolle (Stimuluskontrolle), damit das Bett vor allem mit Schlafen verbunden wird [6]
  • Begrenzung der Zeit im Bett auf die Zeit, in der man wirklich schläft; diese Technik sollte laut DGSM von einer Expertin oder einem Experten für Schlafmedizin vermittelt werden, nachdem körperliche Ursachen ausgeschlossen sind [6, 7]

In den meisten Studien dauerte die KVT 4 bis 6 Wochen mit etwa einer Sitzung pro Woche; manchen Menschen hilft sie laut IQWiG schon nach einigen Sitzungen, andere brauchen eine Behandlung über mehrere Monate [6]. Angeboten wird sie als Einzel- und Gruppentherapie und mithilfe digitaler Medien. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis; man kann sich auch an eine psychosoziale Beratungsstelle oder direkt an eine psychotherapeutische Praxis wenden, deren Sprechstunden ohne Überweisung oder Antrag möglich sind [6]. Mehr unter Psychotherapie und Medikamente.

Geht eine Schlafstörung mit einer Depression einher, gelten die Empfehlungen der NVL Unipolare Depression. Bei hartnäckigen Schlafstörungen im Zusammenhang mit einer Depression kommen aus Sicht der Leitliniengruppe anstelle von Benzodiazepinen eher Schulungen zur Schlafhygiene und Antidepressiva mit dämpfender Wirkung infrage, zum Beispiel Mirtazapin, gegebenenfalls auch niedrig dosierte Antipsychotika [8]. Benzodiazepine und Z-Substanzen sollten laut NVL bei mittelschweren depressiven Episoden nicht eingesetzt werden, außer im begründeten Einzelfall zusätzlich zu einer Behandlung mit Antidepressiva oder Psychotherapie, bei stark belastenden Schlafstörungen oder starker Unruhe, ohne Suchterkrankung in der Vorgeschichte, unter Beachtung der Risiken und für 2, höchstens 4 Wochen (Empfehlung 5-10) [8].

Medikamente bei Schlafstörungen

Schlafmittel können laut IQWiG nur ein vorübergehendes Mittel sein, um wieder Kraft zu schöpfen; die Ursachen der Schlafstörung beseitigen sie nicht [4]. Starke Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen kommen normalerweise erst infrage, wenn der Leidensdruck groß ist und keine andere Therapie ausreichend geholfen hat, auch keine kognitive Verhaltenstherapie [4]. Alle Schlaf- und Beruhigungsmittel können auch tagsüber müde machen und die Reaktionsfähigkeit verringern; Tätigkeiten wie Autofahren können dann je nach Mittel riskant sein, und bei älteren Menschen steigt die Sturzgefahr [4]. Die Tabelle folgt keiner Rangfolge.

Schlafmittel und verwandte Mittel mit der Zulassung und Behandlungsdauer laut Fachinformation (Beispiele je Gruppe)
GruppeZulassung laut FachinformationDauer und Abhängigkeit laut FachinformationNebenwirkungen (Beispiele)
Z-Substanzen: Zopiclon, Zolpidem, EszopiclonKurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen; Zopiclon nur bei klinisch bedeutsamem Schweregrad [9], Zolpidem nur, wenn die Schlafstörung schwer ist oder übermäßiges Leiden verursacht [10], Eszopiclon nur, wenn die Störung schwerwiegend ist, stark beeinträchtigt oder extrem belastet [20]so kurz wie möglich; einschließlich der schrittweisen Absetzphase sollten 4 Wochen nicht überschritten werden [9, 10, 20]; eine längere Behandlung sollte laut Fachinformation von Zopiclon und Zolpidem nur nach erneuter ärztlicher Beurteilung erfolgen, weil das Risiko von Missbrauch und Abhängigkeit mit der Dauer steigt [9, 10]Zopiclon laut Fachinformation häufig bitterer Geschmack, Benommenheit am folgenden Tag und Mundtrockenheit; berichtet sind Schlafwandeln und andere Handlungen im Schlaf [9]
Benzodiazepine: unter anderem Temazepam, Triazolam, Flurazepam, NitrazepamTemazepam: Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, nur bei klinisch bedeutsamem Schweregrad [11]so kurz wie möglich; einschließlich der schrittweisen Absetzphase sollten 4 Wochen nicht überschritten werden; Abhängigkeit ist auch im therapeutischen Dosisbereich möglich, das Risiko steigt mit Dosis und Dauer [11]Temazepam laut Packungsbeilage von Remestan (Stand 2022) sehr häufig Beruhigung und Dämpfung (Sedierung), häufig unter anderem Müdigkeit, Benommenheit auch am folgenden Tag, Schwindelgefühl und Muskelschwäche [21]; die Fachinformation von Temazep-CT (Stand 2018) nennt Müdigkeit, Benommenheit am folgenden Tag und Muskelschwäche gelegentlich [11]
Orexin-Rezeptor-Antagonist: DaridorexantErwachsene mit Schlafstörungen, die seit mindestens 3 Monaten bestehen und sich beträchtlich auf die Aktivität am Tag auswirken [12]so kurz wie möglich; ob die Behandlung weiter nötig ist, sollte innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig beurteilt werden; in Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen nach dem Absetzen; wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat oder davon abhängig war, kann laut Fachinformation ein erhöhtes Risiko für einen Missbrauch haben [12]laut Fachinformation häufig Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit [12]
Melatonin (Retardtabletten)2 mg: kurzzeitige Behandlung der primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Insomnie ab 55 Jahren, als alleinige Behandlung [13]; für Kinder und Jugendliche gibt es eigene Retardtabletten, zugelassen nur bei bestimmten Erkrankungen wie Autismus-Spektrum-Störung oder ADHS (siehe Autismus)die empfohlene Dosierung kann bis zu 13 Wochen beibehalten werden [13]in der Nebenwirkungstabelle der Fachinformation keine Nebenwirkung häufig oder sehr häufig, gelegentlich unter anderem Kopfschmerzen und Schläfrigkeit; am häufigsten berichtet wurden in Studien Kopfschmerzen, Entzündungen von Nase und Rachen, Rücken- und Gelenkschmerzen, unter Melatonin wie unter Placebo häufig [13]
Antihistaminika: Doxylamin, DiphenhydraminDoxylamin: medikamentös behandlungsbedürftige Ein- und Durchschlafstörungen bei Erwachsenen; bei länger anhaltenden Schlafstörungen keine Dauerbehandlung, sondern ärztlicher Rat [14]Doxylamin: so kurz wie möglich, bei akuten Schlafstörungen möglichst Einzelgaben, im Allgemeinen einige Tage bis zu einer Woche; spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme sollte die Behandlung beendet werden [14]Doxylamin laut Fachinformation (Häufigkeit nicht bekannt) unter anderem Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen [14]
Pflanzliche Mittel: Baldrianwurzelpflanzliches Arzneimittel zur Beruhigung, bei leichter nervöser Anspannung und bei Schlafstörungen, für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren; wegen der allmählich einsetzenden Wirkung nicht zur akuten Behandlung geeignet [15]für einen optimalen Behandlungserfolg wird eine kontinuierliche Anwendung über 2 bis 4 Wochen empfohlen; bessern sich die Beschwerden nach 2 Wochen nicht oder verschlimmern sie sich, ist ärztlicher Rat nötig [15]Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchkrämpfe, Häufigkeit unbekannt [15]
Niederpotente Antipsychotika: Melperon, PipamperonMelperon: unter anderem Schlafstörungen und Verwirrtheitszustände, insbesondere bei Menschen in der Altersmedizin und Psychiatrie [17]; Pipamperon: Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen [16]Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest, Einzelheiten auf den WirkstoffseitenPipamperon laut Fachinformation sehr häufig Schläfrigkeit (Somnolenz) und Zahnradphänomen [16]
Antidepressiva: Doxepin, TrimipraminDoxepin: unter anderem Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen oder leichten Entzugserscheinungen [18]; Trimipramin: Depressionen mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe [19]Dauer richtet sich nach der Grunderkrankung, Einzelheiten auf den WirkstoffseitenDoxepin laut Fachinformation besonders zu Beginn unter anderem Mundtrockenheit, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel und Gewichtszunahme (Häufigkeit nicht bekannt) [18]

Andere Antidepressiva werden gelegentlich gegen Schlafprobleme verordnet, zum Beispiel Agomelatin, Amitriptylin, Mirtazapin oder SSRI. Das geschieht laut IQWiG außerhalb der Zulassung (off-label), meist in geringerer Dosis als bei Depressionen; über Nutzen und Schaden ist dabei wenig bekannt. Auch Trazodon wird so eingesetzt; seine Nebenwirkungen sind dabei laut IQWiG nicht ausreichend untersucht, und Studien zur Langzeitanwendung fehlen [4]. Was gilt, wenn das Antipsychotikum Quetiapin zum Schlafen verordnet wird, steht unter Quetiapin zum Schlafen.

Pflanzliche Mittel wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Melisse gelten als schlaffördernd. Belege, dass sie die Beschwerden einer Schlafstörung lindern, gibt es laut IQWiG nicht; es kann zu allergischen Reaktionen, Übelkeit oder Bauchkrämpfen kommen, und einige pflanzliche Mittel vertragen sich nicht mit anderen Beruhigungsmitteln [4]. Einige Antihistaminika wie Diphenhydramin oder Doxylamin gibt es ohne Rezept; für Männer mit Prostataproblemen eignen sie sich laut IQWiG nicht, weil sie die Entleerung der Blase stören können [4]. Melatonin gibt es außerdem als frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel, manchmal ähnlich hoch dosiert wie Medikamente; melatoninhaltige Arzneimittel zur Behandlung von Schlafstörungen müssen dagegen ärztlich verschrieben werden [4]. Mehr zu den einzelnen Gruppen unter Schlafmittel.

Abhängigkeit, Folgetag und Handlungen im Schlaf

Benzodiazepine und Z-Substanzen sind die Mittel, die am häufigsten gegen Schlafstörungen verschrieben werden. Bereits nach etwa zwei Wochen kann sich der Körper laut IQWiG an das Medikament gewöhnen; dann steigt das Bedürfnis, es dauerhaft und höher dosiert zu nehmen, weil die Wirkung nachlässt [4]. In Deutschland sind laut IQWiG etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen abhängig [4]. Laut Fachinformation kann die Anwendung von Benzodiazepinen zu psychischer und körperlicher Abhängigkeit führen, auch im therapeutischen Dosisbereich [11]. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln.

Am Morgen nach der Einnahme können laut Fachinformation von Zopiclon Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schwindel, Schläfrigkeit, verschwommenes Sehen und eine verminderte Aufmerksamkeit die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen; mindestens 12 Stunden nach der Einnahme sollten kein Fahrzeug geführt, keine Maschinen bedient und keine Arbeiten in der Höhe ausgeführt werden. Bei einzelnen Menschen kann es laut Fachinformation ratsam sein, solche Tätigkeiten auch darüber hinaus zu vermeiden [9]. Laut Fachinformation von Zopiclon wurden außerdem Schlafwandeln und Handlungen wie Autofahren, Essen oder Telefonieren im Schlaf berichtet, ohne dass sich die Betroffenen später erinnern konnten; Alkohol und andere dämpfende Mittel scheinen das Risiko zu erhöhen, und bei solchem Verhalten ist die Behandlung sofort abzubrechen [9]. Zusammen mit Opioiden kann Zopiclon laut Fachinformation zu Dämpfung (Sedierung), einer Beeinträchtigung der Atmung (Atemdepression) und Koma führen; das kann lebensbedrohlich sein [9]. Nehmen Sie Schlafmittel nie zusammen mit Alkohol [7, 9]. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren und Psychopharmaka und Alkohol.

Wie lange behandeln und wie absetzen

Wie lange ein Schlafmittel genommen wird, legt die Fachinformation für jedes Mittel fest (siehe Tabelle). Für Zopiclon wird laut Fachinformation empfohlen, schon zu Beginn über die begrenzte Dauer zu informieren und die allmähliche Verringerung der Dosis zu erklären [9]. Bessert sich die Schlafstörung nach 7 bis 14 Tagen Behandlung mit Zopiclon nicht, sollte laut Fachinformation (gegebenenfalls wiederholt) nach zugrunde liegenden psychischen oder körperlichen Erkrankungen gesucht werden; bei anhaltender Schlaflosigkeit sollte die Behandlung mit Zopiclon neu bewertet werden, weil Schlaflosigkeit ein Symptom einer Depression sein kann [9].

Empfohlen wird laut IQWiG, Benzodiazepine und Z-Substanzen nicht länger als vier Wochen einzunehmen, einschließlich einer Phase, in der die Dosis nach und nach verringert wird [5]. Wer sie nach längerem Gebrauch absetzen will, tut dies am besten schrittweise und mit ärztlicher Hilfe; psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung kann dabei helfen [5]. Beim Absetzen können Entzugserscheinungen auftreten, die den ursprünglichen Schlafbeschwerden ähneln; wie stark sie sind, hängt von Dauer und Dosis ab und davon, wie langsam die Dosis verringert wird [4, 5]. Auch nach einer kürzeren Behandlung können die Schlafstörungen nach plötzlichem Beenden vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound) [11]. Wann und wie langsam abgesetzt wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; setzen Sie ein Schlafmittel nicht eigenmächtig ab. Mehr unter Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen.

Selbsthilfe und Alltag

Mann Anfang sechzig sitzt am frühen Abend in eine Decke gehüllt auf dem Balkon und schaut in den Sonnenuntergang
Bild: KI-generiert

Gute Schlafgewohnheiten (Schlafhygiene) können laut DGSM gestörtem Schlaf vorbeugen, eine gute Schlafqualität garantieren sie aber nicht; bei Schlafstörungen sollten sie dennoch geprüft werden [7]. Die DGSM nennt unter anderem diese Regeln [7]:

  • Stehen Sie jeden Tag um dieselbe Zeit auf und gehen Sie nur schlafen, wenn Sie wirklich müde sind.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, aber nicht ungewohnt belastend kurz vor dem Schlafengehen.
  • Meiden Sie bei Bedarf in den 11 Stunden vor dem Zubettgehen koffeinhaltige Getränke und Medikamente, rauchen Sie nicht kurz vor dem Schlafen und meiden Sie ungewohnt schwere Mahlzeiten am Abend.
  • Vermeiden Sie Schlaf am Tag und vor allem abendliches Einnicken vor dem Fernseher.
  • Trinken Sie wenig Alkohol und nutzen Sie ihn nicht als Schlafmittel; nehmen Sie Schlafmittel nie zusammen mit Alkohol.
  • Schließen Sie den Tag vor dem Zubettgehen gedanklich ab, etwa mit einer Liste oder einem Tagebuch.

Wer nicht einschlafen kann, sollte laut DGSM aufstehen, vor allem wenn Ärger aufkommt, und erst wieder ins Bett gehen, wenn er sich schläfrig fühlt; das Bett sollte bei Schlafstörungen nur zum Schlafen dienen. Hilfreich ist auch, nachts nicht auf die Uhr zu sehen. Entspannungsübungen sollten laut DGSM mehrmals pro Woche geübt werden, am besten täglich [7]. Ein ruhiges, abgedunkeltes, eher kühles Schlafzimmer mit frischer Luft ist laut DGSM eine wichtige Voraussetzung für guten Schlaf [7].

Für Angehörige

Fallen Angehörigen nächtliche Atemstörungen oder unruhige Beinbewegungen auf, kann laut IQWiG eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein [3]. Auch das Schnarchen des Bettnachbarn kann laut DGSM das Ein- und Durchschlafen erschweren [7]. Bei älteren Menschen ist besondere Aufmerksamkeit wichtig: Schlaf- und Beruhigungsmittel erhöhen laut IQWiG die Sturzgefahr, und eine längere Einnahme von Benzodiazepinen oder Z-Substanzen kann die Denkleistung verringern; ein behutsames Absetzen ist dann besonders wichtig [4, 5]. Wird Zopiclon zusammen mit Opioiden genommen, empfiehlt die Fachinformation dringend, auch Bezugspersonen über Anzeichen einer Atemdämpfung (Atemdepression) und einer Dämpfung (Sedierung) zu informieren [9]. Mehr unter Psychopharmaka im Alter und Angehörige.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Schlafstörungen können Teil einer Depression sein, zu deren Zusatzsymptomen laut NVL auch wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid gehören [8]. Laut Fachinformation von Zopiclon deuten einige epidemiologische Studien auf ein häufigeres Auftreten von Suizidgedanken, Suizidversuchen und Suizid bei Menschen mit oder ohne Depression hin, die Benzodiazepine oder andere Schlafmittel einnahmen; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen. Eine bereits vorhandene Depression kann während der Einnahme zutage treten [9]. Bei Menschen mit Depression, die Schlafmittel nehmen, wurden laut Fachinformation von Daridorexant eine Verschlechterung der Depression, Suizidgedanken und Suizidversuche berichtet [12].

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Quellen

  1. Behörde ICD-10-GM Version 2026, Kapitel V, Gruppe F50 bis F59: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Version 2026, Stand 12.09.2025. abgerufen am 23.10.2026
  2. Behörde ICD-10-GM Version 2026, Kapitel VI, Gruppe G40 bis G47: Episodische und paroxysmale Krankheiten des Nervensystems. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Version 2026, Stand 12.09.2025. abgerufen am 23.10.2026
  3. Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie) (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024, nächste geplante Aktualisierung 2027. abgerufen am 23.10.2026
  4. Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
  5. Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
  6. Hilft eine kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen? (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
  7. Ratgeber für Patientinnen und Patienten: Ein- und Durchschlafstörungen. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), AG Insomnie. Stand Stand 01.03.2026 (letzte Änderung 09.02.2026). abgerufen am 23.10.2026
  8. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (publiziert 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Temazep-CT 20 mg Kapseln. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2018. abgerufen am 23.10.2026
  12. EMA-Produktinformation Quviviq (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Idorsia Pharmaceuticals Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026 (zuletzt aktualisiert 12.03.2026). abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 23.10.2026
  15. Fachinformation Baldrian-ratiopharm 450 mg überzogene Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2022. abgerufen am 23.10.2026
  16. Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
  17. Fachinformation Melperon STADA 10 mg und 25 mg Filmtabletten, 25 mg/5 ml Lösung zum Einnehmen. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
  18. Fachinformation Doxepin STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  19. Fachinformation Trimipramin STADA 100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 23.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Lunivia 1 mg, 2 mg, 3 mg Filmtabletten. HENNIG ARZNEIMITTEL GmbH & Co. KG. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Remestan 20 mg Weichkapseln. Viatris Healthcare GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 23.10.2026

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Häufige Fragen

Was ist eine Insomnie und welchen ICD-10-Code hat sie?

Insomnie ist der Fachbegriff für eine Schlafstörung mit ungenügender Dauer und Qualität des Schlafes über einen beträchtlichen Zeitraum, mit Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühmorgendlichem Erwachen. Die ICD-10-GM verschlüsselt die nichtorganische Insomnie mit F51.0; Ein- und Durchschlafstörungen mit körperlicher Ursache stehen unter G47.0. Laut IQWiG spricht man von einer Schlafstörung, wenn die Probleme in mindestens drei Nächten pro Woche über mehr als einen Monat bestehen und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Was hilft bei Schlafstörungen ohne Medikamente?

Bei einer diagnostizierten Schlafstörung empfehlen Fachleute laut IQWiG in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie, kombiniert mit Entspannungstechniken, Schlafhygiene, Reizkontrolle und einer Begrenzung der Zeit im Bett. Die DGSM rät unter anderem, jeden Tag zur selben Zeit aufzustehen, nur müde ins Bett zu gehen, Schlaf am Tag zu vermeiden, Koffein am Abend und Alkohol als Schlafmittel zu meiden und aufzustehen, wenn man nicht einschlafen kann.

Welche Schlafmittel gibt es ohne Rezept?

Ohne Rezept erhältlich sind laut IQWiG zum Beispiel pflanzliche Mittel wie Baldrian und einige Antihistaminika wie Diphenhydramin und Doxylamin. Ein Baldrianwurzel-Präparat ist laut Fachinformation zur Beruhigung, bei leichter nervöser Anspannung und bei Schlafstörungen angezeigt; Belege, dass pflanzliche Mittel die Beschwerden einer Schlafstörung lindern, gibt es laut IQWiG aber nicht. Doxylamin sollte laut Fachinformation so kurz wie möglich angewendet werden, im Allgemeinen einige Tage bis zu einer Woche; bei länger anhaltenden Schlafstörungen gehört die Abklärung in die Arztpraxis.

Wie lange darf man Schlaftabletten nehmen?

Das hängt vom Mittel ab und steht in der Fachinformation. Bei Benzodiazepinen und Z-Substanzen wie Zopiclon und Zolpidem sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten. Bei Daridorexant sollte innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig geprüft werden, ob die Behandlung weiter nötig ist; die Melatonin-Retardtablette mit 2 mg kann laut Fachinformation bis zu 13 Wochen genommen werden. Ändern Sie nichts eigenmächtig.

Machen Schlaftabletten abhängig?

Benzodiazepine und Z-Substanzen können abhängig machen, laut Fachinformation von Temazepam auch im therapeutischen Dosisbereich; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer. Laut IQWiG kann sich der Körper schon nach etwa zwei Wochen an das Mittel gewöhnen, und in Deutschland sind etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen von diesen Mitteln abhängig. Bei Daridorexant gab es in Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen nach dem Absetzen; wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat oder davon abhängig war, kann laut Fachinformation aber ein erhöhtes Risiko für einen Missbrauch haben. Benzodiazepine und Z-Substanzen sollten schrittweise und gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgesetzt werden.

Helfen Antidepressiva bei Schlafstörungen?

Begleitet eine Depression die Schlafstörung oder verursacht sie, kann laut IQWiG ein Antidepressivum erwogen werden. Doxepin ist laut Fachinformation unter anderem bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen zugelassen, Trimipramin bei Depressionen mit dem Leitsymptom Schlafstörungen. Werden andere Antidepressiva wie Mirtazapin oder Amitriptylin gegen Schlafprobleme verordnet, geschieht das laut IQWiG außerhalb der Zulassung, und über Nutzen und Schaden ist dabei wenig bekannt.

Können Medikamente Schlafstörungen auslösen?

Ja. Als mögliche Ursache nennt das IQWiG unter anderem bestimmte Medikamente wie Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI; auch Koffein in Getränken oder Medikamenten kann laut DGSM den Schlaf stören. Bei vielen Psychopharmaka stehen Schlafstörungen in der Packungsbeilage als Nebenwirkung. Setzen Sie ein Medikament deshalb nicht ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hängen Schlafstörungen und Depression zusammen?

Häufig: Schlafstörungen jeder Art gehören laut NVL Unipolare Depression zu den Zusatzsymptomen einer Depression; Betroffene berichten erfahrungsgemäß eher über Beschwerden wie Schlafstörungen mit frühem Erwachen als über die typischen Kernsymptome. Laut Fachinformation von Zopiclon kann eine bisher unerkannte Depression während der Einnahme eines Schlafmittels zutage treten. Halten Schlafstörungen an und kommen gedrückte Stimmung oder Interessenverlust hinzu, lassen Sie das ärztlich abklären.

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    Alkoholabhängigkeit ist eine anerkannte Krankheit.

  • Erkrankungen Demenz

    Bei einer Demenz lassen Gedächtnis, Denken und Alltagsfähigkeiten nach.

  • Erkrankungen Borderline

    Die Borderline-Störung ist eine Persönlichkeitsstörung mit emotionaler Instabilität und Impulsivität.

  • Alltag Reisen

    Für Betäubungsmittel wie Methylphenidat gelten auf Reisen eigene Regeln.