MedikamenteWirkstoff

Paliperidon

Paliperidon ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum. Als Depotspritze, die einmal im Monat in einen Muskel gegeben wird, ist es zur Erhaltungstherapie der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen, als Retardtablette zur Behandlung der Schizophrenie ab 15 Jahren und schizoaffektiver Störungen bei Erwachsenen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Xeplion. Wichtig ist, keine Spritze zu verpassen und die Behandlung nur nach ärztlicher Absprache zu beenden, weil die Beschwerden sonst zurückkehren können.

Mann Mitte vierzig mit kurzem dunklem Bart sitzt am Vormittag mit einer Tasse Kaffee entspannt auf einer Gartenbank im Grünen
Bild: KI-generiert

Wofür wird Paliperidon eingesetzt?

Paliperidon gehört zu den Antipsychotika. Als Depotspritze wird es in einen Muskel gespritzt, wo es sich langsam löst und über mindestens 4 Monate freigesetzt wird. In dieser Form ist es zur Erhaltungstherapie der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen, die auf Paliperidon oder Risperidon eingestellt sind. Haben Erwachsene mit Schizophrenie früher auf Paliperidon oder Risperidon zum Einnehmen angesprochen, sind die psychotischen Beschwerden leicht bis mittelschwer und ist eine Depotbehandlung erforderlich, kann die Spritze laut Fachinformation auch ohne vorherige Einstellung auf eine Behandlung zum Einnehmen begonnen werden. [1, 2]

Zur Behandlung akuter Erregungszustände oder hochgradig psychotischer Zustände sollte die Depotspritze laut Fachinformation nicht eingesetzt werden, wenn die Beschwerden sofort unter Kontrolle gebracht werden müssen. Paliperidon als Retardtablette hat eine eigene Zulassung: zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren sowie der schizoaffektiven Störung bei Erwachsenen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist die Depotspritze nicht geeignet. [1, 2, 3]

Für Erwachsene, die auf die Monatsspritze stabil eingestellt sind, ist außerdem eine 3-Monats-Spritze mit Paliperidon zugelassen. Diese Seite beschreibt die Monatsspritze, ihre Packungsbeilage und Fachinformation sind die Grundlage. Steht in den Übersichten eine Form in Klammern, etwa "Depotspritze (Xeplion)" oder "Retardtabletten (Invega)", gilt die Angabe nur für diese Form. [14]

Wie wirkt Paliperidon?

Nervenzellen im Gehirn geben Signale über Botenstoffe weiter, etwa Dopamin und Serotonin. Paliperidon bindet laut Fachinformation stark an Andockstellen (Rezeptoren) für Serotonin (5-HT2) und Dopamin (D2) und blockiert außerdem Alpha-1-Rezeptoren, in geringerem Maß auch Histamin-H1- und Alpha-2-Rezeptoren. An Rezeptoren für den Botenstoff Acetylcholin bindet es nicht. Von der starken Blockade der D2-Rezeptoren wird angenommen, dass sie die sogenannten Positivsymptome der Schizophrenie mildert. [2]

Als Positivsymptome bezeichnet die Packungsbeilage Beschwerden, die normalerweise nicht vorkommen, etwa Stimmen hören, Wahnvorstellungen oder ungewöhnliches Misstrauen. Negativsymptome sind das Fehlen von Verhaltensweisen oder Gefühlen, die normalerweise vorhanden sind: Betroffene wirken zum Beispiel zurückgezogen, reagieren emotional kaum oder haben Mühe, sich klar auszudrücken. Paliperidon ist der wichtigste wirksame Abbaustoff von Risperidon; Embryotox ordnet es den atypischen Antipsychotika zu. Mehr über die Gruppe auf den Seiten Antipsychotika, atypische Antipsychotika und Depot-Antipsychotika. [1, 2, 4]

In der Spritze liegt der Wirkstoff als Paliperidonpalmitat vor, das sich wegen seiner sehr geringen Wasserlöslichkeit nach der Injektion nur langsam löst. Die Freisetzung beginnt am ersten Tag; den höchsten Spiegel im Blut erreicht Paliperidon im Median nach 13 Tagen. Die mediane Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, lag im untersuchten Dosisbereich zwischen 25 und 49 Tagen. Nach einer Untersuchung mit einer Einzeldosis zum Einnehmen wird Paliperidon in der Leber nicht in großem Umfang abgebaut, der größte Teil fand sich im Urin wieder. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sind die Spiegel erhöht. [2]

Wann wirkt Paliperidon und wie lange wird behandelt?

Die Monatsspritze ist für die längerfristige Weiterbehandlung gedacht. Laut Packungsbeilage kann sie helfen, die Beschwerden zu lindern und ihr erneutes Auftreten zu verhindern. Wie lange behandelt wird, hängt laut S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, 2026) unter anderem von der Schwere der Erkrankung, vom Ansprechen auf die Behandlung, von Nebenwirkungen und von der Motivation der betroffenen Person ab. Veränderungen und Fragen für den nächsten Termin können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten. Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 5]

  1. BeginnDie Behandlung mit der Depotspritze beginnt laut Fachinformation mit zwei Anfangsinjektionen in den Oberarmmuskel im Abstand von etwa einer Woche, damit schnell wirksame Spiegel erreicht werden; danach folgt einmal im Monat eine Erhaltungsinjektion. Aus dem Depot wird der Wirkstoff ab dem ersten Tag langsam über mindestens 4 Monate freigesetzt. Wer zuvor Paliperidon oder Risperidon zum Einnehmen erhalten hat, kann die Einnahme mit Beginn der Injektionen beenden; einige Menschen profitieren von einem allmählichen Absetzen. Laut S3-Leitlinie sollten bei einer Schizophrenie Wirksamkeit und Verträglichkeit vor einer Depotbehandlung über mindestens mehrere Wochen mit der Form zum Einnehmen gesichert sein.[1, 2, 5]
  2. Erste WirkungWird die monatliche Dosis angepasst, ist die volle Auswirkung laut Fachinformation wegen der verzögerten Freisetzung erst nach einigen Monaten erkennbar; für akute Erregungszustände oder hochgradig psychotische Zustände, die sofort unter Kontrolle gebracht werden müssen, ist die Depotspritze nicht vorgesehen. Bei einer Schizophrenie zeigte laut S3-Leitlinie eine große Auswertung von Studien, dass die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[2, 5]
  3. ErhaltungDie Depotspritze ist zur Erhaltungstherapie der Schizophrenie zugelassen und wird einmal im Monat gegeben, laut Fachinformation bis zu 7 Tage vor oder nach dem Termin; wichtig ist, keine Injektion zu verpassen. Nach einer verpassten Injektion hängt das weitere Vorgehen davon ab, wie lange die letzte zurückliegt; in manchen Fällen beginnt die Behandlung neu mit Anfangsinjektionen. Laut S3-Leitlinie soll bei einer Schizophrenie eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird; Depot-Antipsychotika sollten dabei als Alternative zur Einnahme angeboten werden. Eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht.[1, 2, 5]
  4. AbsetzenOhne weitere Injektionen endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren; beenden Sie die Behandlung nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Beim Absetzen ist laut Fachinformation die verzögerte Freisetzung aus dem Depot zu berücksichtigen. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Um Absetzbeschwerden zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung der Dosis für sinnvoll; sie geschieht gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Nach dem Absetzen soll laut Leitlinie mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden.[1, 2, 5]

Nebenwirkungen im Blick

In den Studien mit der Monatsspritze gehörten laut Fachinformation unter anderem Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Angst, Infekte der oberen Atemwege, Reaktionen an der Einstichstelle, Parkinsonismus, Gewichtszunahme, Ruhelosigkeit (Akathisie), Erregtheit und Schläfrigkeit zu den am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen. Zum Parkinsonismus zählt die Packungsbeilage unter anderem langsame oder gestörte Bewegungen, ein Gefühl steifer Muskeln und Zittern in Ruhe. Akathisie und Schläfrigkeit scheinen von der Dosis abzuhängen. An der Einstichstelle waren Schmerzen am häufigsten, meist leicht bis mittelstark und im Lauf der Studien seltener und schwächer; Spritzen in den Oberarm wurden als etwas schmerzhafter empfunden als in den Gesäßmuskel. [1, 2]

Die Fachinformation berichtet über eine signifikante Gewichtszunahme unter der Monatsspritze; das Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden. Paliperidon kann den Wert des Hormons Prolaktin erhöhen. Das kann laut Packungsbeilage Beschwerden auslösen, muss aber nicht, etwa Brustbeschwerden, Milchabsonderung, Zyklusstörungen oder Erektionsprobleme. Bewegungsstörungen sind bei Paliperidon laut S3-Leitlinie dosisabhängig beschrieben. Unter den seltenen Nebenwirkungen nennt die Fachinformation ein Arzneimittelentzugssyndrom, die Packungsbeilage spricht von Symptomen von Arzneimittel-Entzug. Eine Abhängigkeit nennen beide nicht. [1, 2, 5]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Paliperidon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • Häufig: Allgemeine Erkältungssymptome (Infektion der oberen Atemwege), Harnwegsinfektion, grippeähnliches Gefühl[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle Funktionsstörungen; bei Frauen Brustbeschwerden, Milchabsonderung aus den Brüsten, Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutzuckerspiegel, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Reizbarkeit (laut Fachinformation Agitiertheit), Depression, Angst[1, 2]
  • Häufig: Parkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, Gefühl steifer Muskeln, Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, langsamer schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss, Verlust der Mimik[1, 2]
  • Häufig: Ruhelosigkeit (laut Fachinformation Akathisie), sich schläfrig fühlen oder unaufmerksam sein (Sedierung, Somnolenz)[1, 2]
  • Häufig: Dystonie: langsame oder anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen, oft im Gesicht mit ungewöhnlichen Bewegungen von Augen, Mund, Zunge oder Kiefer; Dyskinesie: unwillkürliche, wiederholte, krampfartige oder windende Bewegungen oder Zuckungen[1, 2]
  • Häufig: Schwindel, Zittern (Tremor), Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Husten, verstopfte Nase[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Zahnschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Leberwerte (Transaminasen) im Blut[1, 2]
  • Häufig: Knochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Aufhören der Monatsblutungen (Amenorrhö)[1, 2]
  • Häufig: Fieber, Schwäche, Erschöpfung (Müdigkeit)[1, 2]
  • Häufig: Reaktion an der Injektionsstelle einschließlich Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Paliperidon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Bewegungsstörungen, innere Unruhe (Akathisie), Spätdyskinesien, Blutzucker und Blutfette, sexuelle Probleme, Müdigkeit und Herz und QT-Zeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Menschen mit Schizophrenie ist das Suizidrisiko laut S3-Leitlinie erhöht; besonders die Zeit nach der ersten Diagnose scheint kritisch zu sein. Als Risikofaktoren nennt die Leitlinie unter anderem depressive Beschwerden, frühere Suizidversuche, eine durch Medikamente ausgelöste Akathisie und die Zeit nach der Entlassung aus einer stationären Behandlung. Suizidalität soll laut Leitlinie offen und einfühlsam angesprochen und das Risiko eingeschätzt werden. [5]

Haben Sie Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder nutzen Sie eines der Angebote im folgenden Kasten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Anfang dreißig mit Pferdeschwanz geht an einem hellen Herbstmorgen mit einer Freundin einen Kiesweg im Park entlang
Bild: KI-generiert

Belastende Nebenwirkungen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ändern Sie selbst nichts an der Behandlung. Bei einer Schizophrenie sollen Nebenwirkungen von Antipsychotika laut S3-Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert werden. Je nach Schwere soll eine Anpassung der Dosis, ein Wechsel auf ein anderes Mittel oder das Absetzen angeboten werden. [5]

  • Werden Beschwerden an der Einstichstelle schlecht vertragen, sollte laut Fachinformation ein Wechsel zwischen Gesäß- und Oberarmmuskel erwogen werden; außerdem wird empfohlen, zwischen linker und rechter Seite abzuwechseln. [2]
  • Bekommen Sie Mittel gegen fortbestehende Bewegungsstörungen, sollte laut Fachinformation regelmäßig überprüft werden, ob sie weiter nötig sind. [2]
  • Antipsychotika wurden laut Fachinformation mit Störungen der Fähigkeit des Körpers in Verbindung gebracht, seine Temperatur zu senken; Sorgfalt empfiehlt sie unter anderem bei starker körperlicher Anstrengung, großer Hitze oder Flüssigkeitsmangel. Haben Sie Schwierigkeiten, ein Überhitzen zu kontrollieren, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Hitze und Sonne. [1, 2]
  • Ist eine Operation am grauen Star geplant, sagen Sie der Augenärztin oder dem Augenarzt, dass Sie Paliperidon bekommen. [1]
  • Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie zu Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika oder spätestens bei einer stärkeren Gewichtszunahme Angebote wie Ernährungsberatung oder Bewegungsprogramme gemacht werden. [5]

Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch zum nächsten Spritzentermin mitnehmen.

Kontrollen während der Behandlung

Unter Paliperidon wurde laut Fachinformation über eine signifikante Gewichtszunahme, über erhöhten Blutzucker und Diabetes sowie über eine verminderte Zahl weißer Blutkörperchen berichtet. Sie nennt Kontrollen von Gewicht und Blutzucker und für Menschen, die früher eine deutlich verminderte Zahl weißer Blutkörperchen hatten, auch des Blutbilds. [2]

Für die Behandlung einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie zusätzlich feste Zeitpunkte für Blutwerte, EKG, Blutdruck, Gewicht und Bewegungsstörungen. Sie versteht sie als Orientierung; bei Beschwerden oder auffälligen Befunden müssen die Abstände angepasst werden. Betroffene, Angehörige und andere Vertrauenspersonen sollen laut Leitlinie über die nötigen Kontrollen informiert werden. [5]

Kontrolluntersuchungen bei Paliperidon
UntersuchungWann oder warum
KörpergewichtLaut Fachinformation regelmäßig. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[1, 2, 5]
BlutzuckerLaut Fachinformation sollte auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers wie starken Durst, häufiges Wasserlassen, gesteigerten Appetit und Schwäche geachtet werden; bei Diabetes sollte der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden[1, 2]
Blutzucker (auch HbA1c) und BlutfetteBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich (Angabe der Leitlinie für Quetiapin und Risperidon; beim Diabetesrisiko stellt sie Paliperidon neben Risperidon)[5]
BlutbildLaut Fachinformation in den ersten Behandlungsmonaten, wenn früher eine deutlich verminderte Zahl weißer Blutkörperchen bestand, auch durch Arzneimittel ausgelöst; bei deutlich verminderten neutrophilen Granulozyten sollte sorgfältig auf Fieber und Zeichen einer Infektion geachtet werden. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. Monat und danach jährlich[1, 2, 5]
EKG (Herzstromkurve) und Blutsalze (Elektrolyte)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach jährlich; über 60 Jahren häufiger, bei Herzrisiken gegebenenfalls ebenfalls häufiger. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verlängerter QT-Zeit in der Familie und zusammen mit anderen QT-verlängernden Arzneimitteln[2, 5]
Blutdruck und PulsBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich. Laut Fachinformation kann der Blutdruck beim Aufstehen abfallen[2, 5]
Nierenwerte (Kreatinin, GFR)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich. Laut Fachinformation sind die Paliperidon-Spiegel bei eingeschränkter Nierenfunktion erhöht; bei leichter Einschränkung wird die Dosis angepasst, bei mittelschwerer oder schwerer Einschränkung wird die Anwendung der Depotspritze nicht empfohlen[1, 2, 5]
Leberwerte (Leberenzyme)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[5]
Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle NebenwirkungenBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Laut Fachinformation sollte regelmäßig geprüft werden, ob Mittel gegen fortbestehende Bewegungsstörungen weiter nötig sind[2, 5]
Prolaktinwert im BlutBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden[5]
SchwangerschaftstestBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[5]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Paliperidon wirkt vor allem im Gehirn. Zusammen mit anderen dort wirkenden Mitteln, etwa anderen Psychopharmaka, Opioiden, Antihistaminika oder Schlafmitteln, können sich laut Packungsbeilage Nebenwirkungen wie Müdigkeit verstärken. Carbamazepin senkt laut Fachinformation den Paliperidon-Spiegel; beginnt oder endet eine Behandlung mit Carbamazepin, sollte die Dosis von Paliperidon neu beurteilt werden. Vorsicht ist bei Mitteln geboten, die das QT-Intervall im EKG verlängern. Zusammen mit Psychostimulanzien wie Methylphenidat können Bewegungsstörungen auftreten, wenn eine der Behandlungen geändert wird. Weil Paliperidon der wichtigste wirksame Abbaustoff von Risperidon ist, sollte eine längerfristige gleichzeitige Anwendung mit Risperidon oder Paliperidon zum Einnehmen nur mit Vorsicht erfolgen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Paliperidon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Carbamazepin (gegen Epilepsie, zur Stimmungsstabilisierung)Laut Fachinformation sinkt die Paliperidon-Konzentration im Blut[1, 2]Eine Dosisänderung der Depotspritze kann erforderlich sein; auch beim Absetzen von Carbamazepin neu beurteilen
Andere im Gehirn wirkende Arzneimittel: andere Psychopharmaka, Opioide, Antihistaminika, SchlafmittelVerstärkte Nebenwirkungen wie Müdigkeit[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenkende ArzneimittelDer Blutdruck kann stärker sinken[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Mittel gegen die Parkinson-Krankheit und das Restless-Legs-Syndrom, z. B. LevodopaIhre Wirkung kann vermindert werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation dann niedrigste wirksame Dosierung
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern, etwa einige Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder Infektionen und andere AntipsychotikaPaliperidon und diese Mittel können das QT-Intervall im EKG verlängern (QT-Verlängerung)[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die Krampfanfälle begünstigen, etwa Mittel gegen Depressionen oder Infektionen und andere AntipsychotikaKrampfanfälle können vermehrt auftreten[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Psychostimulanzien wie MethylphenidatLaut Fachinformation können Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) auftreten, wenn eine der Behandlungen geändert wird[1, 2]Mit Vorsicht kombinieren
Risperidon oder Paliperidon zum EinnehmenPaliperidon ist der wichtigste wirksame Abbaustoff von Risperidon[2]Laut Fachinformation längerfristige gleichzeitige Anwendung nur mit Vorsicht
AlkoholLaut Fachinformation wegen der Wirkungen von Paliperidon auf das Gehirn nur mit Vorsicht zu kombinieren[1, 2]Es sollte kein Alkohol getrunken werden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; den Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Wer Paliperidon nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Paliperidon darf nicht angewendet werden bei einer Allergie gegen Paliperidon, gegen Risperidon oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Mit Vorsicht angewendet werden soll die Monatsspritze laut Fachinformation unter anderem bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte und bei älteren Menschen mit Demenz, die Risikofaktoren für einen Schlaganfall haben. Bei mittelschwer oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion wird sie nicht empfohlen. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Paliperidon, gegen Risperidon oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Ältere Menschen mit Demenz: Die Depotspritze wurde bei ihnen nicht untersucht; unter ähnlichen Arzneimitteln können sie ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle oder ein erhöhtes Sterberisiko haben[1, 2]
  • Parkinson-Krankheit oder Demenz mit Lewy-Körperchen: laut Fachinformation möglicherweise erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Antipsychotika[1, 2]
  • Früheres malignes neuroleptisches Syndrom oder frühere abnorme Bewegungen von Zunge oder Gesicht (tardive Dyskinesie)[1, 2]
  • Früher niedrige Zahl weißer Blutkörperchen; laut Fachinformation Überwachung in den ersten Behandlungsmonaten[1, 2]
  • Diabetes oder Neigung zu Diabetes: Die Ärztin oder der Arzt sollte auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers achten; bei Diabetes sollte der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden[1, 2]
  • Gewichtszunahme: Eine erhebliche Gewichtszunahme kann die Gesundheit gefährden; das Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden[1, 2]
  • Brustkrebs oder ein Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), auch früher; ungewöhnlich hohe Prolaktinwerte oder ein möglicherweise prolaktinabhängiger Tumor[1, 2]
  • Herzerkrankungen, Neigung zu niedrigem Blutdruck, niedriger Blutdruck beim Aufstehen; laut Fachinformation Vorsicht auch bei bekannter QT-Verlängerung in der Familie[1, 2]
  • Epilepsie oder andere Erkrankungen, die die Krampfschwelle senken können[1, 2]
  • Nierenprobleme: bei leichter Einschränkung eventuell geringere Dosis, bei mittelschwerer oder schwerer Einschränkung sollte die Depotspritze nicht angewendet werden; Leberprobleme: laut Fachinformation keine Daten bei schwerer Einschränkung[1, 2]
  • Schwierigkeiten, die Körpertemperatur zu regulieren oder ein Überhitzen zu kontrollieren, etwa bei starker körperlicher Anstrengung, großer Hitze oder Flüssigkeitsmangel[1, 2]
  • Blutgerinnsel bei Ihnen oder in Ihrer Familie: Antipsychotika wurden mit der Bildung von Blutgerinnseln in Zusammenhang gebracht[1, 2]
  • Geplante Operation am Auge wegen grauen Stars: Die Pupille erweitert sich möglicherweise nicht ausreichend, und die Iris kann erschlaffen (Floppy-Iris-Syndrom); informieren Sie die Augenärztin oder den Augenarzt[1, 2]
  • Paliperidon kann Erbrechen unterdrücken und so Anzeichen einer Vergiftung oder anderer Erkrankungen verdecken[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Depotspritze ist nicht geeignet[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Sie sollten die Depotspritze in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dies wurde mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt so vereinbart; laut Fachinformation nur, wenn eindeutig erforderlich. Bei Neugeborenen von Müttern, die Paliperidon im letzten Schwangerschaftsdrittel erhielten, können Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Trinken auftreten.[1, 2]

Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang gering: Bisher gibt es nur Einzelfallberichte ohne Hinweis auf Fehlbildungen; die Daten reichen für eine differenzierte Risikobewertung nicht aus. Nach einer Depotspritze wird Paliperidon laut Embryotox noch mehrere Monate nach der letzten Injektion freigesetzt. Bei einer medikamentösen Neueinstellung sollten laut Embryotox besser erprobte Antipsychotika vorgezogen werden; genannt werden Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Ist eine Behandlung mit Paliperidon im ersten Schwangerschaftsdrittel dringend nötig, muss laut Embryotox nicht zwingend umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage sollten Sie nicht stillen, solange Sie die Depotspritze anwenden, weil Paliperidon mit der Muttermilch an den Säugling abgegeben werden und ihm schaden kann; laut Fachinformation ist bei stillenden Müttern mit Auswirkungen auf den Säugling zu rechnen.[1, 2]

Laut Embryotox wurden bisher keine Erfahrungen zum Stillen unter Paliperidon veröffentlicht; Messungen in wenigen Fällen bei gestillten Kindern, deren Mütter Risperidon einnahmen, deuten darauf hin, dass nur geringe Mengen aufgenommen werden. Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Paliperidon und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel.[4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung sollte kein Alkohol getrunken werden.[1]

Autofahren und Maschinen

Schwindel, extreme Müdigkeit und Sehstörungen können auftreten; bedenken Sie das, wenn volle Aufmerksamkeit erforderlich ist, etwa beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen. Laut Fachinformation sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis Ihre persönliche Empfindlichkeit gegenüber Paliperidon bekannt ist.[1, 2]

Anwendung

Die Depotspritze wird von der Ärztin, dem Arzt oder anderem medizinischen Fachpersonal in einen Muskel gespritzt, die ersten beiden Injektionen in den Oberarm, danach einmal im Monat in den Oberarm oder den Gesäßmuskel. Es ist wichtig, keine planmäßige Dosis zu verpassen; können Sie einen Termin nicht wahrnehmen, rufen Sie sofort in der Praxis an, um schnellstmöglich einen neuen Termin zu erhalten.[1, 2]

Absetzen

Wenn Sie keine Injektionen mehr erhalten, endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren. Beenden Sie die Behandlung deshalb nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Laut Fachinformation ist beim Absetzen die verzögerte Freisetzung aus dem Depot zu berücksichtigen.[1, 2]

Überdosierung

Nach zu viel Paliperidon können Benommenheit oder Sedierung (Beruhigung), schneller Herzschlag, niedriger Blutdruck, ein auffälliges EKG oder langsame oder ungewöhnliche Bewegungen von Gesicht, Körper, Armen oder Beinen auftreten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]

Nach einer Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Weil Paliperidon in seinen Nebenwirkungen Risperidon gleicht, sollte auch ein Schwangerschaftsdiabetes ausgeschlossen werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Zum Stillen sagen die Quellen nicht dasselbe: Packungsbeilage und Fachinformation raten davon ab, Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Paliperidon und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel. Brechen Sie die Behandlung nicht selbst ab, wenn Sie schwanger werden; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2, 4]

Paliperidon kann laut Fachinformation die Verkehrstüchtigkeit gering oder mäßig beeinträchtigen, etwa durch Dämpfung, Schläfrigkeit, Ohnmacht oder verschwommenes Sehen. [2] Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]

Anwendung und Absetzen

Gespritzt wird laut Fachinformation langsam und tief in den Oberarm- oder Gesäßmuskel, jede Dosis als einzelne Injektion durch medizinisches Fachpersonal. Was bei einem verpassten Termin gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Ohne weitere Spritzen endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren; die Packungsbeilage rät deshalb, die Behandlung nur zu beenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Was die S3-Leitlinie bei einer Schizophrenie zum Absetzen empfiehlt, zeigt die Zeitleiste unter Wann wirkt Paliperidon. [1, 2]

Für Antipsychotika beschreibt die S3-Leitlinie Beschwerden, die in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können, unter anderem Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Schwitzen, Schwindel, Angst, Unruhe und unwillkürliche Bewegungen (Absetzdyskinesien). Um sie zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung für sinnvoll. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. [5]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die Mengen der beiden Anfangsspritzen und den Bereich der monatlichen Erhaltungsspritze, die Fachinformation ergänzt die empfohlene Erhaltungsdosis und Angaben bei leicht eingeschränkter Nierenfunktion. Die Spritze gibt medizinisches Fachpersonal, Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]

Präparate mit Paliperidon

Präparate mit Paliperidon
PräparatAnbieterHinweis
InvegaJanssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)Retardtabletten; eigene Produktinformation; verschreibungspflichtig
Paliperidon AbZAbZ-Pharma GmbHDepot-Injektionssuspension; verschreibungspflichtig
Paliperidon ALALIUD PHARMA GmbH (Mitvertrieb STADAPHARM GmbH)Depot-Injektionssuspension; verschreibungspflichtig
Paliperidon-ratiopharmratiopharm GmbHDepot-Injektionssuspension; verschreibungspflichtig
XeplionJanssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)Depot-Injektionssuspension mit 25, 50, 75, 100 oder 150 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Xeplion (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Xeplion 25/50/75/100/150 mg Depot-Injektionssuspension. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Xeplion (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
  3. EMA-Produktinformation Invega (EPAR), Anhang I: Fachinformation Invega Retardtabletten, Abschnitt 4.1. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
  4. Embryotox: Paliperidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  5. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
  6. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. EMA-Produktinformation Trevicta (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, Abschnitt 4.1. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Paliperidon nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wie oft bekommt man die Paliperidon-Spritze?

Die Monatsspritze bekommen Sie zu Beginn zweimal im Abstand von etwa einer Woche in den Oberarm, danach einmal im Monat in den Oberarm oder in den Gesäßmuskel. Laut Fachinformation kann die monatliche Spritze bis zu 7 Tage vor oder nach dem geplanten Termin gegeben werden. Für Erwachsene, die auf die Monatsspritze stabil eingestellt sind, ist außerdem eine 3-Monats-Spritze mit Paliperidon zugelassen.

Was ist der Unterschied zwischen Paliperidon und Risperidon?

Paliperidon ist der wichtigste wirksame Abbaustoff von Risperidon. Wer allergisch auf Risperidon reagiert, darf die Paliperidon-Spritze nicht bekommen. Eine längerfristige gleichzeitige Anwendung zusammen mit Risperidon oder Paliperidon zum Einnehmen sollte laut Fachinformation nur mit Vorsicht erfolgen.

Darf ich mit der Paliperidon-Spritze Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollte während der Behandlung kein Alkohol getrunken werden. Wegen seiner Wirkung auf das Gehirn soll Paliperidon laut Fachinformation nur mit Vorsicht zusammen mit Alkohol und anderen dort wirkenden Mitteln angewendet werden.

Nimmt man mit Paliperidon zu?

Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Die Fachinformation berichtet über eine signifikante Gewichtszunahme unter der Monatsspritze; das Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden. Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie zu Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika Angebote wie Ernährungsberatung oder Bewegungsprogramme gemacht werden, um einer weiteren Gewichtszunahme vorzubeugen.

Macht Paliperidon müde?

Das ist möglich: Sich schläfrig fühlen oder unaufmerksam sein gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten sind sogar sehr häufig. Schläfrigkeit scheint laut Fachinformation von der Dosis abzuhängen. Laut Fachinformation sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange Ihre persönliche Empfindlichkeit für Paliperidon nicht bekannt ist.

Was passiert, wenn ich die Spritze absetze?

Ohne weitere Spritzen endet die Wirkung, und die Beschwerden können zurückkehren. Weil der Wirkstoff noch lange aus dem Depot freigesetzt wird, ist das laut Fachinformation beim Absetzen zu berücksichtigen. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Beenden Sie die Behandlung nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt.

Darf ich Paliperidon in der Schwangerschaft bekommen?

Laut Fachinformation soll die Monatsspritze in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, das ist eindeutig erforderlich. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an; bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser erprobte Antipsychotika vorgezogen werden, genannt werden Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zu bedenken ist, dass Paliperidon noch mehrere Monate nach der letzten Spritze aus dem Depot freigesetzt wird.

Unter welchen Namen ist Paliperidon erhältlich?

Als Monatsspritze gibt es Paliperidon unter anderem als Paliperidon AbZ, Paliperidon AL, Paliperidon-ratiopharm und Xeplion, als Retardtablette als Invega. Welche Form für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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