MedikamenteWirkstoff
Modafinil
Modafinil ist ein verschreibungspflichtiges Mittel, das nur zur Behandlung von Erwachsenen mit übermäßiger Schläfrigkeit bei Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie zugelassen ist; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Vigil. Bei ersten Anzeichen eines Hautausschlags, bei neuen oder sich verschlechternden psychischen Beschwerden und bei Suizidgedanken informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Fachinformation muss Modafinil dann abgesetzt werden. Modafinil kann hormonelle Verhütungsmittel unzuverlässig machen und sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Wofür wird Modafinil eingesetzt?
Zugelassen ist Modafinil nur zur Behandlung von Erwachsenen mit übermäßiger (exzessiver) Schläfrigkeit bei Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie. Exzessive Schläfrigkeit bedeutet laut Fachinformation, dass es schwerfällt, wach zu bleiben, und dass die Neigung erhöht ist, in unpassenden Situationen einzuschlafen. Andere Anwendungsgebiete nennt die Fachinformation nicht. [1]
Modafinil sollte laut Fachinformation nur angewendet werden, wenn die übermäßige Schläfrigkeit vollständig untersucht und eine Narkolepsie nach den Kriterien der Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD) festgestellt wurde. Zu dieser Untersuchung gehören in der Regel neben der Krankengeschichte eine Untersuchung des Schlafs im Schlaflabor und der Ausschluss anderer Ursachen der Schläfrigkeit. Eingeleitet werden sollte die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Fachkenntnis für die Erkrankung oder unter deren Aufsicht. [1]
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Modafinil nicht angewendet werden; Sicherheit und Wirksamkeit sind bei ihnen nicht nachgewiesen, und es besteht ein Risiko schwerer Hautreaktionen und psychischer Nebenwirkungen. Auch bei einer obstruktiven Schlafapnoe, die trotz einer Atemtherapie mit Überdruck (CPAP) mit übermäßiger Tagesschläfrigkeit einhergeht, ist Modafinil nicht zugelassen. Für diese Anwendung beschreibt die Fachinformation in Abschnitt 5.1 kurze kontrollierte Studien und hält fest: "Basierend auf diesen Ergebnissen und dem bekannten Sicherheitsprofil von Modafinil überwiegen die Risiken den nachgewiesenen Nutzen." [1]
Modafinil ist verschreibungspflichtig, es steht in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung. In den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes ist es nicht aufgeführt. [1, 3, 13, 14, 15] Weitere Behandlungen der Narkolepsie stellt die Seite Narkolepsie vor; eigene Seiten haben Pitolisant, Solriamfetol und Natriumoxybat.
Wie wirkt Modafinil?
Modafinil verbessert die Wachheit; wie genau, ist laut Fachinformation nicht bekannt. Die Fachinformation ordnet es den Psychoanaleptika und darin den zentral wirkenden Sympathomimetika zu. Laut Fachinformation weisen Untersuchungsdaten darauf hin, dass Modafinil an den Transporter für den Botenstoff Dopamin bindet und dessen Wiederaufnahme in die Nervenzellen hemmt. Ein direkter Agonist an Dopamin-Rezeptoren ist es nicht; die Fachinformation sieht Hinweise auf eine indirekte agonistische, also anregende Aktivität. Schwächer bindet Modafinil an den Transporter für Noradrenalin und hemmt auch dessen Wiederaufnahme. [1]
In vorklinischen Modellen wirkt Modafinil überwiegend auf Hirnregionen, die Aufwachen, Schlaf, Wachheit und Aufmerksamkeit steuern. Beim Menschen verbessert es laut Fachinformation abhängig von der Dosis Ausmaß und Dauer der Wachheit und der Aufmerksamkeit (Vigilanz) während des Tages oder stellt sie wieder her. [1]
Modafinil wird gut aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist etwa 2 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Eine Mahlzeit ändert die aufgenommene Gesamtmenge nicht, kann die Aufnahme aber um etwa eine Stunde verzögern. Abgebaut wird Modafinil in der Leber, ausgeschieden vor allem über die Nieren. Die effektive Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt nach wiederholter Einnahme etwa 15 Stunden. Über das Enzym CYP3A4/5 kann Modafinil seinen eigenen Abbau beschleunigen; laut Fachinformation ist dieser Effekt gering, und klinische Folgen sind unwahrscheinlich. [1]
Wann wirkt Modafinil und wie lange wird behandelt?
Vor Beginn der Behandlung wird laut Fachinformation bei allen ein EKG empfohlen, und Frauen im gebärfähigen Alter sollten auf eine geeignete Verhütungsmethode eingestellt sein. Die Tagesdosis kann laut Fachinformation entweder auf einmal am Morgen oder verteilt auf morgens und mittags eingenommen werden, je nach ärztlicher Beurteilung und Ansprechen; Einzelheiten stehen unter Dosierung laut Fachinformation. Nach wie vielen Tagen Sie eine Wirkung bemerken, beschreibt die Fachinformation nicht. [1]
Schwere Hautausschläge traten laut Fachinformation innerhalb von 1 bis 5 Wochen nach Behandlungsbeginn auf, vereinzelt auch später, zum Beispiel nach 3 Monaten. Überempfindlichkeitsreaktionen mit Beteiligung mehrerer Organe traten in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Beginn der Behandlung auf. Auf neue oder sich verschlechternde psychische Erkrankungen müssen Behandelte bei jeder Dosisanpassung und im weiteren Verlauf regelmäßig überwacht werden. [1]
Die Wirkung von Modafinil über mehr als 9 Wochen wurde laut Fachinformation nicht untersucht. Ärztinnen und Ärzte, die Modafinil für längere Zeit verordnen, sollten die Langzeitbehandlung deshalb regelmäßig überprüfen; auch ob die Behandlung weiter nötig ist, sollte regelmäßig beurteilt werden. Wie lange Sie Modafinil nehmen, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest; Allgemeines steht unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1]
- BeginnLaut Fachinformation sollte die Behandlung nach einer vollständigen Untersuchung der Schläfrigkeit von einer Ärztin oder einem Arzt mit Fachkenntnis für die Erkrankung oder unter deren Aufsicht eingeleitet werden. Vor Beginn wird ein EKG empfohlen, und Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine geeignete Verhütung haben. Schwere Hautausschläge traten innerhalb von 1 bis 5 Wochen nach Behandlungsbeginn auf, vereinzelt auch später (zum Beispiel nach 3 Monaten); Überempfindlichkeitsreaktionen mit Beteiligung mehrerer Organe traten in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn auf.[1]
- ErhaltungDie Wirkung von Modafinil über mehr als 9 Wochen wurde nicht untersucht. Laut Fachinformation sollten Ärztinnen und Ärzte eine Langzeitbehandlung deshalb regelmäßig überprüfen, ebenso, ob die Behandlung weiter nötig ist.[1]
- AbsetzenDas Absetzen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch nach dem Absetzen sind noch andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden als hormonelle Verhütungsmittel nötig; zur Dauer nennt die Fachinformation in Abschnitt 4.4 mindestens zwei Monate, in den Abschnitten 4.5 und 4.6 bis zu zwei Monate.[1]
Nebenwirkungen im Blick
Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung sind laut Fachinformation Kopfschmerzen; sie sind sehr häufig, können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. In der Regel sind sie leicht bis mittelschwer, hängen von der Dosis ab und verschwinden nach wenigen Tagen. Häufig, bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind unter anderem verminderter Appetit, Nervosität, Schlaflosigkeit, Angst, Depression, Denkstörungen, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kribbeln, verschwommenes Sehen, schneller Herzschlag, Herzklopfen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Durchfall, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Schwäche, Brustschmerzen und veränderte Leberwerte. [1]
Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommen unter anderem emotionale Labilität, ein Gefühl der Selbstentfremdung (Depersonalisation), verminderte Libido, Feindseligkeit, Erregtheit, Aggression, Suizidgedanken, ungewöhnliche Träume, unwillkürliche Bewegungen und andere Bewegungsstörungen, Zittern, zusätzliche Herzschläge und andere Herzrhythmusstörungen, ein hoher oder niedriger Blutdruck, erhöhter Blutzucker, erhöhtes Cholesterin sowie eine Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme vor. Selten sind Halluzinationen, Manien und Psychosen. Ohne abschätzbare Häufigkeit (nicht bekannt) nennt die Fachinformation unter anderem Wahnvorstellungen, schwere allergische Reaktionen und schwere Hautreaktionen. Was bei Suizidgedanken gilt, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1]
Mehr zu einzelnen Beschwerden unter Herz und QT-Zeit, sexuelle Funktionsstörungen, Blutzucker und Blutfette, Müdigkeit und Gewichtszunahme.
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitHäufig
- SchlafstörungenHäufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeGelegentlich
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- Erektionsstörungennicht genannt
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes SchwitzenGelegentlich
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- ZitternGelegentlich
- BewegungsstörungenGelegentlich
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen der Fachinformation mit ihrer Häufigkeit; was Angaben wie "gelegentlich" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. [1]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen; sie sind in der Regel leicht bis mittelschwer, hängen von der Dosis ab und verschwinden nach wenigen Tagen[1]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1]
- PsycheNervosität[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheSchlaflosigkeit (Insomnie)[1]
- PsycheAngst[1]
- PsycheDepression[1]
- PsycheDenkstörungen, Verwirrtheit[1]
- PsycheReizbarkeit[1]
- NervensystemSchwindelgefühl[1]
- NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz)[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemKribbeln (Parästhesien)[1]
- AugenVerschwommenes Sehen[1]
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)[1]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufGefäßerweiterung (Vasodilatation)[1]
- Magen und DarmBauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Verstopfung[1]
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche (Asthenie), Brustschmerzen[1]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Laborwerte und UntersuchungenVeränderte Leberwerte (pathologische Leberfunktionstests); eine von der Dosis abhängige Erhöhung der alkalischen Phosphatase und der Gamma-Glutamyl-Transferase wurde beobachtet[1]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenRachenentzündung (Pharyngitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)[1]
- Blut und LymphsystemVermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemLeichte allergische Reaktionen, zum Beispiel Heuschnupfen-Beschwerden[1]
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhtes Cholesterin im Blut (Hypercholesterinämie)[1]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit[1]
- PsycheSchlafstörungen, ungewöhnliche Träume[1]
- PsycheEmotionale Labilität, Gefühl der Selbstentfremdung (Depersonalisation), Persönlichkeitsstörung[1]
- PsycheVerminderte Libido[1]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- PsycheFeindseligkeit, Agitiertheit, Aggression[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheSuizidgedanken[1]
- PsycheÜbermäßiger Bewegungs- und Tätigkeitsdrang (psychomotorische Hyperaktivität)[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemUnwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien), erhöhte Muskelspannung (Hypertonus), übermäßige Bewegungsaktivität (Hyperkinesie), Koordinationsstörungen, Bewegungsstörungen[1]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- NervensystemGedächtnisverlust (Amnesie)[1]
- NervensystemMigräne[1]
- NervensystemZittern (Tremor)[1]
- NervensystemDrehschwindel (Vertigo)[1]
- NervensystemÜbermäßige Anregung des Zentralnervensystems (ZNS-Stimulation)[1]
- NervensystemHerabgesetzte Empfindung (Hypoästhesie)[1]
- NervensystemSprachstörungen[1]
- NervensystemGeschmacksstörungen[1]
- AugenSehstörungen, trockenes Auge[1]
- HerzZusätzliche Herzschläge (Extrasystolen), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzLangsamer Herzschlag (Bradykardie)[1]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck (Hypertonie)[1]
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1]
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe), vermehrter Husten, Asthma[1]
- AtemwegeNasenbluten (Epistaxis)[1]
- AtemwegeSchnupfen (Rhinitis)[1]
- Magen und DarmBlähungen (Flatulenz), Rückfluss von Magensaft (Reflux), Erbrechen[1]
- Magen und DarmSchluckbeschwerden (Dysphagie), Zungenentzündung (Glossitis), Geschwüre im Mund (Mundulcera)[1]
- HautSchwitzen, Hautausschlag, Akne, Juckreiz (Pruritus)[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen, Nackenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie), Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche (Myasthenie), Beinkrämpfe, Zuckungen[1]
- Nieren und HarnwegeAnormaler Urin, veränderte Häufigkeit des Wasserlassens[1]
- Geschlechtsorgane und BrustMenstruationsstörungen[1]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Allgemeine BeschwerdenWassereinlagerungen in Armen oder Beinen (periphere Ödeme)[1]
- Allgemeine BeschwerdenDurst[1]
- Laborwerte und UntersuchungenEKG-Veränderungen[1]
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme, Gewichtsabnahme[1]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- PsycheHalluzinationen, Manien, Psychosen[1]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemSchwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Nesselsucht (Urtikaria)[1]
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Beschwerden wie Fieber, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie) und Anzeichen einer gleichzeitigen Beteiligung anderer Organe[1]
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (Anaphylaxie)[1]
- PsycheWahnvorstellungen[1]
- HautSchwere Hautreaktionen, darunter Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und das Hypersensitivitätssyndrom DRESS (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen)[1]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Unter Modafinil wurde laut Fachinformation über suizidales Verhalten berichtet, auch über Suizidversuche und Suizidgedanken; als Nebenwirkung sind Suizidgedanken gelegentlich. Behandelte sollten sorgfältig darauf überwacht werden, ob solches Verhalten neu auftritt oder sich verschlimmert, und treten solche Beschwerden im Zusammenhang mit Modafinil auf, muss die Behandlung abgesetzt werden. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie umgehend ärztliche Hilfe oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote. [1]
Modafinil wird laut Fachinformation mit dem Entstehen oder der Verschlechterung psychotischer oder manischer Beschwerden in Verbindung gebracht, etwa Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Erregungszuständen und Manien; dann kann ein Abbruch der Behandlung nötig sein. Dasselbe gilt für aggressives oder feindseliges Verhalten, das unter Modafinil auftreten oder sich verschlimmern kann. Mit Modafinil werden außerdem das Entstehen und die Verschlechterung von Angststörungen in Zusammenhang gebracht; Menschen mit bedeutsamen Angststörungen sollten nur in Facheinrichtungen mit Modafinil behandelt werden. Bei einer bipolaren Störung ist Vorsicht geboten, weil gemischte oder manische Episoden auftreten können. [1]
Nach der Einnahme von Modafinil wurde über schwere Hautausschläge berichtet, die eine Behandlung im Krankenhaus und das Ende der Therapie erforderten; seit der Markteinführung wurde selten über schwere oder lebensbedrohliche Ausschläge berichtet, darunter das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse und das Hypersensitivitätssyndrom DRESS. Beim ersten Anzeichen eines Hautausschlags muss Modafinil laut Fachinformation abgesetzt werden und darf nicht wieder eingenommen werden. Auch Überempfindlichkeitsreaktionen mit Beteiligung mehrerer Organe können lebensbedrohlich sein; typischerweise, wenn auch nicht ausschließlich, zeigen sich Fieber und Hautausschlag mit Anzeichen, dass weitere Organe beteiligt sind. Bei Verdacht muss Modafinil abgesetzt werden. [1]
Entwickeln Sie unter der Behandlung Herzrhythmusstörungen oder einen mittelschweren bis schweren Bluthochdruck, muss Modafinil laut Fachinformation abgesetzt werden und darf erst wieder genommen werden, wenn diese Erkrankungen untersucht und behandelt wurden. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kopfschmerzen sind die häufigste Nebenwirkung; laut Fachinformation sind sie in der Regel leicht bis mittelschwer und verschwinden nach wenigen Tagen. Halten Beschwerden an oder belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, und ändern Sie die Dosis nicht selbst. [1]
Modafinil ist laut Fachinformation kein Ersatz für Schlaf, und eine gute Schlafhygiene sollte beibehalten werden; dazu kann gehören, den eigenen Koffeinkonsum zu überprüfen. Weil Modafinil die Wachheit fördert, sollte auf Anzeichen von Schlaflosigkeit geachtet werden. Schlafen Sie schlecht, sagen Sie es in der Praxis. [1]
Bei krankhaft ausgeprägter Schläfrigkeit normalisiert sich die Wachheit unter Modafinil möglicherweise nicht vollständig; was das für das Autofahren bedeutet, steht unter Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft. Neue Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]
Kontrollen während der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung wird laut Fachinformation bei allen ein EKG empfohlen; bei auffälligen Befunden sollten Spezialistinnen oder Spezialisten weiter untersuchen und behandeln, bevor Modafinil in Betracht gezogen wird. Blutdruck und Herzfrequenz sollten während der Behandlung regelmäßig überwacht werden, und das Ausmaß der Schläfrigkeit sollte regelmäßig untersucht werden. [1]
Auf neue oder sich verschlechternde psychische Erkrankungen müssen Behandelte bei jeder Dosisanpassung und regelmäßig im Verlauf überwacht werden; sorgfältig überwacht werden sollten sie außerdem auf suizidales Verhalten, psychotische oder manische Beschwerden und aggressives oder feindseliges Verhalten. Wer gleichzeitig Warfarin nimmt, sollte in den ersten beiden Monaten und nach einer Dosisänderung regelmäßig die Gerinnung (Prothrombinzeit) kontrollieren lassen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Phenytoin können zu Beginn und beim Abbruch der Modafinil-Behandlung wiederholte Messungen des Phenytoin-Spiegels angezeigt sein. [1]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| EKG | Vor Beginn der Behandlung bei allen empfohlen; bei auffälligem Befund weitere Untersuchung und Behandlung durch Spezialisten, bevor Modafinil in Betracht kommt[1] |
| Blutdruck und Herzfrequenz | Regelmäßig während der Behandlung[1] |
| Psychische Verfassung | Bei jeder Dosisänderung und regelmäßig während der Behandlung: neue oder sich verschlechternde psychische Erkrankungen, suizidales Verhalten, psychotische oder manische Beschwerden, aggressives oder feindseliges Verhalten[1] |
| Ausmaß der Schläfrigkeit | Regelmäßig, auch im Hinblick auf Autofahren und gefährliche Tätigkeiten[1] |
| Gerinnungswert (Prothrombinzeit) | Bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin in den ersten beiden Monaten und nach einer Dosisänderung regelmäßig[1] |
| Phenytoin-Spiegel im Blut | Bei gleichzeitiger Einnahme von Phenytoin gegebenenfalls wiederholt zu Beginn oder beim Abbruch der Modafinil-Behandlung[1] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Treten unter Modafinil Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auf, muss die Behandlung laut Fachinformation abgesetzt werden; holen Sie dann umgehend ärztliche Hilfe. [1]
Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Modafinil kann laut Fachinformation die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel verringern, weil es das Enzym CYP3A4/5 anregt. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden anwenden. Wie lange das nach dem Absetzen gilt, beschreibt die Fachinformation unterschiedlich: Abschnitt 4.4 nennt mindestens zwei Monate, die Abschnitte 4.5 und 4.6 nennen bis zu zwei Monate. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Verhütung und Psychopharmaka. [1]
Starke Enzymbeschleuniger wie Carbamazepin oder Phenobarbital könnten den Modafinil-Spiegel im Blut senken. Umgekehrt kann Modafinil den Abbau anderer Mittel verändern: Phenytoin kann langsamer ausgeschieden werden, und Behandelte sollten laut Fachinformation auf Anzeichen einer Phenytoin-Vergiftung untersucht werden. Bei Menschen mit einem Mangel des Enzyms CYP2D6 benötigen manche trizyklische Antidepressiva und SSRI möglicherweise niedrigere Dosen, weil Modafinil einen anderen Abbauweg (CYP2C19) hemmen kann. Auch Warfarin kann langsamer ausgeschieden werden. [1]
Mittel, die vor allem über das Enzym CYP2C19 abgebaut werden, etwa Diazepam, Propranolol und Omeprazol, könnten langsamer ausgeschieden werden und dann eine niedrigere Dosis erfordern. Bei Mitteln, die über CYP3A4/5 abgebaut werden, könnten Spiegel und Wirksamkeit sinken; laut Fachinformation könnten sie am stärksten betroffen sein. Beispiele sind Ciclosporin, Mittel gegen HIV aus der Gruppe der Proteasehemmer, Buspiron, Triazolam, Midazolam sowie die meisten Kalziumkanalblocker und Statine. In einem Fallbericht sank der Ciclosporin-Spiegel deutlich, als zusätzlich eine Behandlung mit Modafinil begann. [1]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Hormonelle Verhütungsmittel (zum Beispiel "Pille") | Ihre Wirksamkeit kann verringert sein[1, 2] | Während der Behandlung andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden anwenden; für die Zeit nach dem Absetzen nennt die Fachinformation in Abschnitt 4.5 bis zu zwei Monate, in Abschnitt 4.4 mindestens zwei Monate. Die Dauer mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen |
| Starke Enzyminduktoren wie Carbamazepin oder Phenobarbital (Mittel gegen Anfallsleiden) | Der Modafinil-Spiegel im Blut könnte sinken[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Phenytoin (Mittel gegen Anfallsleiden) | Phenytoin kann langsamer ausgeschieden werden[1] | Auf Anzeichen einer Phenytoin-Vergiftung achten lassen; wiederholte Messungen des Phenytoin-Spiegels können zu Beginn oder beim Abbruch der Modafinil-Behandlung angezeigt sein |
| Trizyklische Antidepressiva und SSRI | Bei Menschen mit einem Mangel des Enzyms CYP2D6 kann Modafinil den Abbau über einen anderen Weg (CYP2C19) hemmen[1] | Möglicherweise sind niedrigere Dosen des Antidepressivums nötig; Ärztin oder Arzt informieren |
| Warfarin (Gerinnungshemmer) | Warfarin kann langsamer ausgeschieden werden[1] | Gerinnungswert (Prothrombinzeit) in den ersten beiden Monaten und nach einer Dosisänderung regelmäßig kontrollieren lassen |
| Mittel, die vor allem über CYP2C19 abgebaut werden, zum Beispiel Diazepam, Propranolol und Omeprazol | Sie könnten langsamer ausgeschieden werden; eine niedrigere Dosis kann nötig sein[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die über CYP3A4/5 abgebaut werden, zum Beispiel Ciclosporin, HIV-Proteasehemmer, Buspiron, Triazolam, Midazolam, die meisten Calciumkanalblocker und Statine | Ihr Blutspiegel und ihre Wirksamkeit könnten sinken; in einem Fallbericht sank der Ciclosporin-Spiegel deutlich[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Ihre Mittel im Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.
Wer Modafinil nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
Besondere Vorsicht bei
- Modafinil sollte nur nach einer vollständigen Untersuchung der übermäßigen Schläfrigkeit angewendet werden, wenn eine Narkolepsie nach den Kriterien der internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD) festgestellt wurde; dazu gehört in der Regel eine Untersuchung im Schlaflabor[1]
- Psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte, etwa Psychosen, Depressionen, Manien, Angststörungen, gesteigerte Erregbarkeit, Schlaflosigkeit oder Substanzmissbrauch: nur mit besonderer Vorsicht. Menschen mit bedeutsamen Angststörungen sollten nur in Facheinrichtungen mit Modafinil behandelt werden[1]
- Bipolare Störung: Risiko, dass gemischte oder manische Episoden ausgelöst werden[1]
- Herz: Bei bekannter Verdickung der linken Herzkammer (linksventrikuläre Hypertrophie) oder Cor pulmonale wird Modafinil nicht empfohlen. Bei Mitralklappenprolaps, wenn unter früheren Stimulanzien ein Mitralklappenprolapssyndrom auftrat (mit EKG-Veränderungen, Brustschmerzen oder Herzrhythmusstörungen), sollte Modafinil nicht angewendet werden[1]
- In einer von drei Beobachtungsstudien traten Schlaganfälle bei mit Modafinil Behandelten häufiger auf als bei Unbehandelten; die Ergebnisse der drei Studien waren untereinander nicht einheitlich[1]
- Abhängigkeit: In Studien zeigte Modafinil ein Abhängigkeitspotenzial; eine Abhängigkeit bei Langzeitanwendung ist nicht vollständig auszuschließen. Besondere Vorsicht bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte[1]
- Modafinil ist kein Ersatz für Schlaf; eine gute Schlafhygiene sollte beibehalten werden, dazu kann auch gehören, den Koffeinkonsum zu überprüfen. Auf Anzeichen von Schlaflosigkeit sollte geachtet werden[1]
- Frauen im gebärfähigen Alter sollten vor Beginn der Behandlung eine geeignete Verhütungsmethode haben; hormonelle Verhütungsmittel können unter Modafinil weniger zuverlässig wirken[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, weil Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen sind und ein Risiko schwerer Hautreaktionen und psychischer Nebenwirkungen besteht[1]
- Ältere Menschen und eingeschränkte Nierenfunktion: Es liegen keine ausreichenden Daten vor[1]
- Modafinil kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Bei Herzrhythmusstörungen und bei nicht eingestelltem, mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck darf Modafinil nicht angewendet werden. Bei bekannter Verdickung der linken Herzkammer (linksventrikuläre Hypertrophie) oder einem Cor pulmonale wird es nicht empfohlen. Bei einem Mitralklappenprolaps sollte Modafinil nicht angewendet werden, wenn unter früheren anregenden Mitteln (ZNS-Stimulanzien) ein Mitralklappenprolapssyndrom aufgetreten ist, das sich durch EKG-Veränderungen, Brustschmerzen oder Herzrhythmusstörungen äußern kann. [1]
Bei psychischen Erkrankungen in der Vorgeschichte, etwa Psychosen, Depressionen, Manien, Angststörungen, gesteigerter Erregbarkeit, Schlaflosigkeit oder Substanzmissbrauch, darf Modafinil nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. In einer von drei Beobachtungsstudien traten Schlaganfälle bei mit Modafinil Behandelten häufiger auf als bei Unbehandelten; die Ergebnisse der drei Studien waren untereinander allerdings nicht einheitlich. Für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nierenfunktion liegen laut Fachinformation keine ausreichenden Daten vor; für Menschen über 65 Jahre und bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion nennt sie eigene Dosisangaben, siehe Dosierung laut Fachinformation. Allgemeines unter Psychopharmaka im Alter. [1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthält die Fachinformation von Modafinil keine eigenen Angaben. Bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte sollte Modafinil nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines steht unter Psychopharmaka und Alkohol. [1]
Bei krankhaft ausgeprägter Schläfrigkeit normalisiert sich die Wachheit unter Modafinil laut Fachinformation möglicherweise nicht wieder vollständig, und darauf sollten Behandelte hingewiesen werden. Das Ausmaß der Schläfrigkeit sollte regelmäßig untersucht werden; gegebenenfalls sollten Behandelte angewiesen werden, kein Fahrzeug zu führen und keine anderen möglicherweise gefährlichen Tätigkeiten auszuüben. Auch Nebenwirkungen wie verschwommenes Sehen oder Schwindelgefühl könnten die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
In der Schwangerschaft sollte Modafinil laut Fachinformation nicht angewendet werden. Aufgrund von Erfahrungen aus epidemiologischen Studien und Spontanmeldungen beim Menschen besteht der Verdacht, dass es angeborene Fehlbildungen auslösen kann. In einer Studie nach der Zulassung traten bei behandelten Frauen häufiger Fehlgeburten auf als bei unbehandelten, und Tierstudien zeigten eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung. [1] Der Rote-Hand-Brief vom 9. Mai 2019 stützt den Verdacht auf schwere angeborene Fehlbildungen auf eine begrenzte Anzahl von Meldungen; ein bestimmtes Fehlbildungsmuster wurde nicht beobachtet, und ob die gemeldeten Fehlbildungen tatsächlich mit Modafinil zusammenhängen, war nach dem Stand des Briefs nicht abschließend geklärt. Ärztinnen und Ärzte müssen laut Brief sicherstellen, dass alle Patientinnen im gebärfähigen Alter dieses mögliche Risiko kennen und wissen, dass während der Anwendung eine wirksame Verhütung nötig ist. Während der Schwangerschaft sollten laut Rote-Hand-Brief Maßnahmen ohne Medikamente angewendet werden, etwa individuelle Bewältigungsstrategien, eine gute Schlafhygiene in der Nacht und geplante Schlafpausen am Tag. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2]
In der Stillzeit sollte Modafinil laut Fachinformation nicht angewendet werden; in Tierversuchen gingen Modafinil und seine Abbauprodukte in die Milch über. Daten zur Fruchtbarkeit beim Menschen gibt es laut Fachinformation nicht. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1]
In Studien zeigte Modafinil ein Abhängigkeitspotenzial; eine Abhängigkeit bei Langzeitanwendung lässt sich laut Fachinformation nicht vollständig ausschließen. Bei Dopingkontrollen kann die Anwendung zu positiven Ergebnissen führen. Mehr zum Thema unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1]
Schwangerschaft
Modafinil sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Erfahrungen aus epidemiologischen Studien und Spontanmeldungen begründen den Verdacht, dass Modafinil in der Schwangerschaft angeborene Fehlbildungen auslösen kann; laut Rote-Hand-Brief von 2019 besteht auf Grundlage einer begrenzten Anzahl von Meldungen der Verdacht auf schwere Fehlbildungen, ein bestimmtes Fehlbildungsmuster wurde nicht beobachtet. In einer Studie nach der Zulassung traten bei mit Modafinil behandelten Frauen häufiger Fehlgeburten auf als bei nicht behandelten Frauen; Tierstudien zeigten eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung.[1, 2]
Frauen im gebärfähigen Alter müssen laut Fachinformation (Abschnitt 4.6) während der Behandlung und bis zu zwei Monate nach dem Absetzen verhüten; Abschnitt 4.4 nennt für die Zeit nach dem Absetzen mindestens zwei Monate. Weil Modafinil die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel herabsetzen kann, sind andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden erforderlich. Laut Rote-Hand-Brief sollten in der Schwangerschaft Maßnahmen ohne Medikamente angewendet werden, etwa individuelle Bewältigungsstrategien, nächtliche Schlafhygiene und geplante Schlafpausen am Tag. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Modafinil sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden. In Tierversuchen gingen Modafinil und seine Abbauprodukte in die Milch über; bei Ratten war die Konzentration in der Milch laut Fachinformation deutlich höher als im Blutplasma.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Bei krankhaft ausgeprägter Schläfrigkeit normalisiert sich die Wachheit unter Modafinil möglicherweise nicht vollständig. Das Ausmaß der Schläfrigkeit sollte regelmäßig ärztlich untersucht werden; gegebenenfalls sollten Sie auf das Autofahren und andere möglicherweise gefährliche Tätigkeiten verzichten. Auch Nebenwirkungen wie verschwommenes Sehen oder Schwindelgefühl könnten die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.[1]
Anwendung
Die Tabletten sollten im Ganzen geschluckt werden. Die Tagesdosis wird entweder auf einmal am Morgen oder auf zwei Gaben verteilt eingenommen, eine morgens und eine mittags, je nach ärztlicher Beurteilung und Ansprechen. Zusammen mit einer Mahlzeit kann die Aufnahme etwa eine Stunde später erfolgen, die aufgenommene Gesamtmenge ändert sich nicht.[1]
Absetzen
Besprechen Sie das Absetzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch nach dem Absetzen von Modafinil sind noch andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden als hormonelle Verhütungsmittel nötig; zur Dauer nennt die Fachinformation in Abschnitt 4.4 mindestens zwei Monate, in den Abschnitten 4.5 und 4.6 bis zu zwei Monate. Wer gleichzeitig Phenytoin einnimmt, braucht beim Abbruch der Modafinil-Behandlung unter Umständen wiederholte Messungen des Phenytoin-Spiegels.[1]
Überdosierung
Zu den häufigsten Anzeichen einer Überdosierung gehörten Schlaflosigkeit; Unruhe, Desorientiertheit, Verwirrtheit, Erregtheit (Agitiertheit), Angst, Erregungszustände und Halluzinationen; Übelkeit und Durchfall; schneller oder langsamer Herzschlag, hoher Blutdruck und Brustschmerzen. Verständigen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1]
Einnahme und Absetzen
Die Tabletten sollten laut Fachinformation im Ganzen geschluckt werden. Die Tagesdosis wird entweder auf einmal am Morgen oder auf zwei Gaben verteilt eingenommen, eine morgens und eine mittags, je nach ärztlicher Beurteilung und Ansprechen; mit einer Mahlzeit kann die Aufnahme etwa eine Stunde später erfolgen. Die Tabletten enthalten Lactose. [1]
Einen Plan zum Absetzen und Beschwerden nach dem Absetzen beschreibt die Fachinformation nicht. Auch nach dem Ende der Behandlung sind für eine gewisse Zeit noch andere oder zusätzliche Verhütungsmethoden als hormonelle nötig; zur Dauer macht die Fachinformation in verschiedenen Abschnitten unterschiedliche Angaben (siehe Wechselwirkungen). Wer gleichzeitig Phenytoin einnimmt, braucht beim Abbruch der Modafinil-Behandlung unter Umständen wiederholte Messungen des Phenytoin-Spiegels. [1]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka absetzen.
Dosierung laut Fachinformation
Die Fachinformation nennt die Anfangsdosis für Erwachsene, eine Anfangsdosis für Menschen über 65 Jahre und eine Anpassung bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion; für eingeschränkte Nierenfunktion liegen keine hinreichenden Angaben vor, und bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Modafinil nicht angewendet werden. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Modafinil
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Modafinil Heumann | Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG | Tabletten 100 mg und 200 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Modafinil Aristo | verschreibungspflichtig | |
| Vigil | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Modafinil Heumann 100 mg / 200 mg Tabletten. Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG. Stand 09/2026. abgerufen am 22.10.2026
- Rote-Hand-Brief: Modafinil, mögliches Risiko schwerer angeborener Fehlbildungen. Zulassungsinhaber modafinilhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 09.05.2019. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Modafinil. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage I: nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage II: verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Modafinil verschrieben?
Modafinil ist laut Fachinformation nur zur Behandlung von Erwachsenen mit übermäßiger (exzessiver) Schläfrigkeit bei Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie zugelassen. Exzessive Schläfrigkeit heißt, dass es schwerfällt, wach zu bleiben, und dass die Neigung erhöht ist, in unpassenden Situationen einzuschlafen. Angewendet werden sollte Modafinil nur nach einer vollständigen Untersuchung der Schläfrigkeit, wenn eine Narkolepsie nach den Kriterien der Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen festgestellt wurde. Mehr zur Erkrankung unter Narkolepsie.
Ist Modafinil bei ADHS zugelassen?
Nein. ADHS gehört laut Fachinformation nicht zu den Anwendungsgebieten von Modafinil; zugelassen ist es nur bei übermäßiger Schläfrigkeit durch eine Narkolepsie bei Erwachsenen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird Modafinil nicht empfohlen, weil Sicherheit und Wirksamkeit bei ihnen nicht nachgewiesen sind und ein Risiko schwerer Hautreaktionen und psychischer Nebenwirkungen besteht. Welche Mittel bei ADHS eingesetzt werden, steht unter ADHS-Medikamente.
Wie wird Modafinil eingenommen?
Die Tabletten sollten laut Fachinformation im Ganzen geschluckt werden. Die Tagesdosis wird entweder auf einmal am Morgen oder auf zwei Gaben verteilt eingenommen, eine morgens und eine mittags, je nach ärztlicher Beurteilung und Ansprechen. Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 2 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht; mit einer Mahlzeit kann die Aufnahme etwa eine Stunde später erfolgen, die aufgenommene Gesamtmenge ändert sich nicht. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, die Angaben der Fachinformation stehen unter Dosierung laut Fachinformation.
Macht Modafinil die Pille unwirksam?
Modafinil kann laut Fachinformation die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel wie der Pille verringern. Frauen im gebärfähigen Alter sollten schon vor Beginn der Behandlung auf eine geeignete Verhütungsmethode eingestellt sein und müssen während der Behandlung andere oder zusätzliche Methoden anwenden. Für die Zeit nach dem Absetzen nennt die Fachinformation in Abschnitt 4.4 mindestens zwei Monate, in den Abschnitten 4.5 und 4.6 bis zu zwei Monate. Wie lange Sie nach dem Ende der Behandlung zusätzlich verhüten, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Verhütung und Psychopharmaka.
Darf ich Modafinil in der Schwangerschaft nehmen?
Modafinil sollte laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Erfahrungen aus epidemiologischen Studien und Spontanmeldungen begründen den Verdacht, dass es angeborene Fehlbildungen auslösen kann; laut Rote-Hand-Brief von 2019 beruht der Verdacht auf schwere Fehlbildungen auf einer begrenzten Anzahl von Meldungen, ein bestimmtes Fehlbildungsmuster wurde nicht beobachtet. In einer Studie nach der Zulassung traten bei behandelten Frauen häufiger Fehlgeburten auf als bei unbehandelten. Während der Schwangerschaft sollten laut Rote-Hand-Brief Maßnahmen ohne Medikamente angewendet werden, etwa individuelle Bewältigungsstrategien, eine gute Schlafhygiene in der Nacht und geplante Schlafpausen am Tag. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mit Modafinil Alkohol trinken?
Zu Alkohol enthält die Fachinformation von Modafinil keine eigenen Angaben. Bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte sollte Modafinil laut Fachinformation nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines steht unter Psychopharmaka und Alkohol.
Macht Modafinil abhängig?
In Studien zeigte Modafinil laut Fachinformation ein Abhängigkeitspotenzial; eine Abhängigkeit bei Langzeitanwendung lässt sich deshalb nicht vollständig ausschließen. Bei psychischen Erkrankungen sowie Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte sollte Modafinil nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Modafinil ist verschreibungspflichtig, steht aber nicht in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig?
Kann man mit Modafinil zunehmen?
Eine Gewichtszunahme ist laut Fachinformation gelegentlich, betrifft also bis zu 1 von 100 Behandelten; ebenso gelegentlich ist eine Gewichtsabnahme. Häufig ist ein verminderter Appetit, gelegentlich ein gesteigerter Appetit. Sprechen Sie Veränderungen Ihres Gewichts bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an; mehr unter Gewichtszunahme.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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