MedikamenteWirkstoff
Lithium
Lithium ist ein Stimmungsstabilisierer und in Deutschland laut Fachinformation zur Vorbeugung der bipolaren Störung und von Episoden einer Major Depression, zur Behandlung der Manie und bestimmter akuter Depressionen sowie beim Cluster-Kopfschmerz zugelassen. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Hypnorex und Quilonum. Die giftigen Konzentrationen liegen laut Fachinformation dicht bei den wirksamen, und die Ärztin oder der Arzt bestimmt den Blutspiegel regelmäßig; bei Zeichen einer Vergiftung wie Durchfall, Erbrechen, Zittern, Sprachstörungen oder Verwirrtheit verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.

Wofür wird Lithium eingesetzt?
In Deutschland ist Lithium laut Fachinformation von Quilonum retard zugelassen zur Vorbeugung (Prophylaxe) der bipolaren affektiven Störung, auch im Rahmen schizoaffektiver Psychosen, und zur Vorbeugung von Episoden einer Major Depression. Weitere Anwendungsgebiete sind die Behandlung der manischen Episode, gegebenenfalls zusammen mit Neuroleptika, also bestimmten Mitteln zur Behandlung psychischer Erkrankungen, und die Behandlung bestimmter akuter Depressionen, zum Beispiel wenn Antidepressiva nicht wirken oder nicht vertragen werden oder wenn ein Umschlagen in eine Manie vermutet wird, gegebenenfalls zusammen mit Antidepressiva. Zugelassen ist Lithium außerdem beim anfallsweise auftretenden oder chronischen Cluster-Kopfschmerz. [1, 7]
Die österreichische Gebrauchs- und Fachinformation eines Lithiumpräparats, auf der die meisten Angaben dieser Seite beruhen, nennt zwei Anwendungsgebiete: akute Episoden manischer und hypomanischer Erkrankungen und die Vorbeugung manisch-depressiver Erkrankungen. Für Kinder unter 12 Jahren und für Jugendliche wird eine Lithiumbehandlung dort nicht empfohlen, weil keine Erfahrungswerte vorliegen. Laut deutscher Fachinformation ist eine Lithiumbehandlung bei Kindern unter 12 Jahren nicht zu empfehlen, weil für diese Altersgruppe keine Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen. [1, 2, 7]
Die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen (Langversion 2.1, Update Februar 2019, letzte Anpassung Mai 2020) zählt Lithium zu den Stimmungsstabilisierern. Zur Vorbeugung neuer Krankheitsphasen (Phasenprophylaxe) soll Lithium laut Leitlinie eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Bei Menschen mit bipolarer Störung und einem hohen Suizidrisiko soll Lithium laut Leitlinie zur Phasenprophylaxe eingesetzt werden, da es Hinweise darauf gibt, dass Lithium im Langzeitverlauf antisuizidal wirkt (Empfehlungsgrad A). Bei einer Manie sollte Lithium laut Leitlinie als alleiniges Mittel (Monotherapie) eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B). Als alleinige Medikation zur Akutbehandlung einer bipolaren Depression kann Lithium laut Leitlinie nicht empfohlen werden (abratende Empfehlung, Empfehlungsgrad 0). Als einschränkende Faktoren nennt sie die komplizierte Handhabung mit Blutkontrollen vor und während der Behandlung, den engen Dosisbereich und die Risiken bei einer Überdosierung. Die Leitlinienübersicht der DGPPN führt die Leitlinie mit dem Vermerk "Gültig bis: 01.03.2023"; diese Gültigkeit ist abgelaufen. [13, 14]
Bei einer unipolaren Depression, die auf ein Antidepressivum allein nicht anspricht, sollte laut Nationaler VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (Version 3.2, gültig bis spätestens 29. September 2027) ein Versuch angeboten werden, die Wirkung mit Lithium zu verstärken (Augmentation). Ist 2 bis 4 Wochen nach Erreichen wirksamer Lithiumspiegel keine Wirkung festzustellen, sollte Lithium laut Leitlinie wieder abgesetzt werden; wer gut anspricht, dem sollte eine Erhaltungstherapie für mindestens 6 Monate empfohlen werden. Was die Leitlinie in dieser Lage sonst noch nennt, steht unter Wenn ein Antidepressivum nicht wirkt. [15]
Wie wirkt Lithium?
Lithium wirkt laut Packungsbeilage vorbeugend und mildernd bei manisch-depressiven Erkrankungen. Laut Fachinformation beeinflusst es eine Reihe von Vorgängen im Nervensystem: Ionenkanäle, Botenstoffe des Nervensystems (Neurotransmitter) wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin und Signalwege innerhalb der Zellen, die sogenannten Second-Messenger-Systeme. Embryotox beschreibt Lithium als chemisches Element, das in Spuren natürlich im menschlichen Körper vorkommt; sein genauer Wirkmechanismus ist laut Embryotox nicht geklärt. [1, 2, 3]
Lithium wird aus dem Magen-Darm-Trakt fast vollständig aufgenommen. Bei Retardtabletten, die den Wirkstoff verzögert freisetzen, ist die Konzentration im Blut 4 bis 4,5 Stunden nach der Einnahme am höchsten. Im Körper wird Lithium nicht abgebaut; es wird unverändert über die Nieren ausgeschieden, laut Embryotox beeinflusst durch den Wasser- und Natriumhaushalt. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt laut Fachinformation ungefähr 24 Stunden; die deutsche Fachinformation nennt für ältere Menschen 30 bis 36 Stunden und für Jugendliche etwa 18 Stunden. Eine gleichbleibende Konzentration im Blut ist 5 bis 7 Tage nach Beginn der regelmäßigen Einnahme erreicht. [2, 3, 7]
Die therapeutische Breite von Lithium ist laut Fachinformation sehr gering: Die giftigen Konzentrationen liegen dicht bei den wirksamen. Eine Lithiumvergiftung hängt eng mit der Konzentration im Blut zusammen, und besonders empfindliche Menschen können Anzeichen einer Vergiftung schon bei üblichen Konzentrationen zeigen. Mehr dazu unter Kontrollen während der Behandlung. [2]
Wann wirkt Lithium und wie lange wird behandelt?
Die volle Wirkung tritt laut Packungsbeilage mitunter erst nach Monaten ein, und in den meisten Fällen ist eine jahrelange, vor allem regelmäßige Behandlung notwendig. Laut S3-Leitlinie Bipolare Störungen gibt es sehr guten Grund zu der Annahme, dass Lithium täglich eingenommen werden muss, damit die vorbeugende Wirkung erhalten bleibt. Worauf Sie und Ihre Angehörigen gerade zu Beginn achten sollten, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 13]
Wie lange Sie Lithium nehmen, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Veränderungen von Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon.
- BeginnWeil jeder Mensch anders auf Lithium reagiert, legt die Ärztin oder der Arzt die persönliche Dosis anhand von Blutuntersuchungen fest; laut Packungsbeilage sollen die Kontrollen anfangs wöchentlich stattfinden. Die Blutabnahme erfolgt genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme, in der Regel 12 Stunden nach der Abenddosis. Laut deutscher Fachinformation sollte zu Beginn eine gründliche körperliche Untersuchung erfolgen; die Dosis ist einschleichend einzustellen, und der Lithiumspiegel sollte nach etwa einer Woche zum ersten Mal und in den ersten vier Wochen wöchentlich bestimmt werden. Besonders zu Beginn der Behandlung sind laut Packungsbeilage Zittern, vermehrtes Wasserlassen, Durst und Übelkeit möglich; laut Fachinformation klingen diese Beschwerden meist im weiteren Verlauf der Behandlung oder nach Verringerung der Dosis ab. Laut Fachinformation sollten Behandelte vor allem zu Beginn und bei Dosisanpassungen engmaschig auf eine Verschlechterung und auf Suizidgedanken überwacht werden.[1, 2, 7]
- Erste WirkungDie volle Wirkung tritt laut Gebrauchs- und Fachinformation mitunter erst nach Monaten ein. Laut deutscher Fachinformation ist ein voller Behandlungserfolg mitunter erst nach sechs bis zwölf Monaten festzustellen; ein anfangs unbefriedigendes Ergebnis sollte deshalb kein Grund sein, die Behandlung vorzeitig abzubrechen.[1, 2, 7]
- ErhaltungIn den meisten Fällen ist eine jahrelange, vor allem regelmäßige Lithiumbehandlung notwendig. In der Erhaltungstherapie und in unkomplizierten Fällen sollte der Lithiumspiegel laut Fachinformation alle 1 bis 2 Monate bestimmt werden. Nach der deutschen Fachinformation sollte er nach den ersten vier Wochen im ersten halben Jahr einmal im Monat und später alle drei Monate bestimmt werden.[1, 2, 7]
- AbsetzenLaut Fachinformation wird empfohlen, Lithium über mindestens 2 Wochen schrittweise abzusetzen, damit die Grunderkrankung möglichst nicht erneut auftritt; laut Packungsbeilage nicht von einem Tag auf den anderen aufhören. Laut deutscher Fachinformation kann die Unterbrechung einer erfolgreichen Lithiumvorbeugung in kürzester Zeit zu Rückfällen führen. Bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung soll die Behandlung laut Fachinformation dagegen sofort abgebrochen werden. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2, 7]
Nebenwirkungen im Blick
Häufigkeit und Stärke der Nebenwirkungen hängen bei Lithium laut Fachinformation im Allgemeinen direkt vom Spiegel im Blut und von der persönlichen Empfindlichkeit ab; bei höheren Konzentrationen treten sie häufiger und stärker auf. Zu Beginn der Behandlung können feinschlägiges Zittern, vermehrte Harnausscheidung, Durst und Übelkeit auftreten; meist klingen diese Beschwerden mit der Fortdauer der Behandlung oder nach einer Verringerung der Dosis ab. Eine Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage insbesondere in den ersten zwei Jahren der Behandlung häufig zu beobachten; Sie sollten deshalb kalorienreiche Speisen und Getränke meiden. [1, 2]
Eine Häufigkeit in Prozent lässt sich laut österreichischer Packungsbeilage aufgrund der Datenlage nicht angeben. Die österreichische Fachinformation führt fast alle Nebenwirkungen mit der Häufigkeit "nicht bekannt"; als sehr häufig nennt sie zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalzämie). [1, 2]
Bei längerer Behandlung können laut Fachinformation die Nieren betroffen sein. Die Niere kann ihre Fähigkeit, den Harn zu konzentrieren, teilweise verlieren, was manchmal zu vermehrtem Wasserlassen und Durst führt (nephrogener Diabetes insipidus); nach dem Absetzen bilden sich diese Beschwerden meist zurück. Nach Langzeitbehandlung wurden außerdem Gewebeveränderungen der Niere berichtet, die die Nierenfunktion einschränken können; ob sie sich nach dem Absetzen immer zurückbilden, ist unklar. Bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion und einer Lithiumbehandlung über mehr als 10 Jahre besteht möglicherweise ein Risiko für gut- oder bösartige Nierentumoren. [1, 2]
Weitere Nebenwirkungen betreffen laut Packungsbeilage und Fachinformation unter anderem die Schilddrüse (Unter- und Überfunktion, Vergrößerung) und die Nebenschilddrüsen, die Haut (zum Beispiel Akne, teilweiser Haarausfall oder eine Verschlechterung einer Schuppenflechte), das Herz (unregelmäßiger oder langsamer Puls, EKG-Veränderungen) und das Nervensystem (unter anderem Zittern, Schwindel, Benommenheit und Kopfschmerzen). Lithium kann laut Fachinformation ein Brugada-Syndrom, eine erbliche Herzerkrankung, aufdecken oder verschlimmern, was zu einem Herzstillstand führen kann. Zu Beginn kann Lithium laut Fachinformation den Körper Natrium und Kalium verlieren lassen und so zu einem Natriummangel führen; in der Regel sind die Werte eine Woche nach Behandlungsbeginn wieder bei den Ausgangswerten. [1, 2, 7]
Nebenwirkungen im Blick
Die Produktinformation von Lithium nennt zu den Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird, keine Häufigkeiten. Welche Nebenwirkungen vorkommen können, steht in der vollständigen Liste: Alle Nebenwirkungen von Lithium nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
Alle Nebenwirkungen von Lithium nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, Müdigkeit, Bewegungsstörungen, Herz und QT-Zeit und sexuelle Probleme.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Mehrere der Beschwerden, bei denen Sie laut Packungsbeilage zur Ärztin oder zum Arzt gehen, nennt die Fachinformation auch als Zeichen einer Lithiumvergiftung, etwa Zittern, Sprachstörungen, Verwirrtheit und Schläfrigkeit; diese Zeichen können verzögert auftreten. Eine Vergiftung ist laut Fachinformation durch eine verminderte Ausscheidung über die Nieren möglich bei Erbrechen, Durchfällen, hinzukommenden Infektionen, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und durch manche Arzneimittel. Bemerken Sie Zeichen einer Vergiftung oder hat jemand zu viele Tabletten eingenommen, verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, den Notruf 112 oder einen Giftnotruf. Laut Fachinformation muss Lithium bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung sofort abgesetzt werden. [1, 2]
Bei einer Depression oder bipolaren Störung kann sich laut Packungsbeilage die Depression verschlechtern, und mitunter können Gedanken aufkommen, sich selbst zu schädigen oder sich das Leben zu nehmen. Möglicherweise haben Sie solche Gedanken eher, wenn Sie erstmals mit der Behandlung beginnen, wenn Sie schon früher daran gedacht haben oder wenn Sie jünger als 25 Jahre sind. Treten solche Gedanken auf, informieren Sie eine Ihnen nahestehende Person und gehen Sie so schnell wie möglich zur Ärztin oder zum Arzt oder in das nächstgelegene Krankenhaus. [1]
Laut Fachinformation können sich Suizidgedanken und suizidales Verhalten bei diesen Erkrankungen häufen, unabhängig davon, ob eine antidepressive Behandlung erfolgt; Behandelte sollten deshalb vor allem zu Beginn und bei Dosisanpassungen engmaschig überwacht werden. Bei einer bipolaren Störung sollte Suizidalität laut S3-Leitlinie regelmäßig, bei jedem Behandlungskontakt, eingeschätzt werden. [2, 13]
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Nehmen Sie Lithium laut Packungsbeilage immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein und ändern Sie die Dosis nicht selbst. Achten Sie darauf, genügend Salz und Flüssigkeit zu sich zu nehmen, besonders bei Abmagerungskuren und bestimmten Diätformen. Besondere Vorsicht ist laut Packungsbeilage bei Wasserverlust durch starkes Schwitzen, häufiges und vermehrtes Wasserlassen, starke Durchfälle oder Erbrechen nötig. Mehr unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne und Essen, Trinken und Psychopharmaka. [1]
Bei Begleiterkrankungen, die den Lithiumspiegel verändern können, etwa starkem Erbrechen, hohem Fieber oder heftigen Durchfällen, können laut deutscher Fachinformation kürzere Abstände zwischen den Kontrollen oder zusätzliche Kontrollen nötig sein. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke über alle anderen Arzneimittel, die Sie nehmen oder nehmen möchten, auch über Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen. [1, 7]
Die deutsche Fachinformation sieht für das Behandlungsteam vor, dass Lithium rechtzeitig vor einer Narkose oder Operation abgesetzt werden sollte; danach kann es sofort wieder gegeben werden, wenn Nierenfunktion und Salzhaushalt normal sind. Setzen Sie Lithium nicht von sich aus ab. Sprechen Sie vor einem geplanten Eingriff rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Psychopharmaka vor einer Operation. Weil verschiedene Lithiumpräparate unterschiedlich viel Wirkstoff ins Blut gelangen lassen können, entspricht die Umstellung auf ein anderes Präparat laut deutscher Fachinformation einer neu beginnenden Behandlung und ist entsprechend zu überwachen. [7]
Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren, Ihre Arzneimittel im Medikationsplan zusammenstellen und den nächsten Termin mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Die Ärztin oder der Arzt bestimmt den Lithiumspiegel im Blut regelmäßig, laut Packungsbeilage anfangs wöchentlich und später in größeren Abständen. Laut deutscher Fachinformation sind eine sorgfältige Überwachung und regelmäßige Kontrollen des Lithiumspiegels dringend erforderlich. Zur Blutabnahme gehen Sie laut Packungsbeilage genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme und nehmen die nächste Dosis erst danach. [1, 7]
Bei einer bipolaren Störung sollte die Überwachung laut S3-Leitlinie eine regelmäßige Messung des Medikamentenspiegels beinhalten, besonders bei Lithium (klinischer Konsenspunkt); wichtig sind laut Leitlinie bei Lithium zu Beginn und im Verlauf außerdem Nierenwerte, Blutsalze, Schilddrüse und Gewicht. Für die Behandlung einer Depression nennt die NVL eigene Zeitpunkte für Kontrollen unter Lithium; es handelt sich um Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [13, 15]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Lithiumspiegel im Blut | Laut Fachinformation sollte der Spiegel in der akuten Phase wöchentlich, in unkomplizierten Fällen und in der Erhaltungstherapie alle 1 bis 2 Monate bestimmt werden; Blutabnahme genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme. Häufiger bei eingeschränkter Nierenfunktion, in der Schwangerschaft, nach einer Operation zur Gewichtsabnahme bis zur Stabilisierung des Gewichts und wenn Arzneimittel dazukommen, die den Lithiumspiegel verändern können[1, 2] |
| Nierenfunktion | Regelmäßig, weil eine Langzeitbehandlung die Nieren verändern kann[2] |
| Flüssigkeitshaushalt | Sorgfältig bei vermehrtem Wasserlassen und starkem Durst (nephrogener Diabetes insipidus), weil sich Lithium bei Austrocknung anreichern kann[2] |
| Frühe Zeichen einer Vergiftung des Nervensystems | Bei gleichzeitiger Behandlung mit Neuroleptika[2] |
| Ärztliche Überwachung auf Verschlechterung und Suizidgedanken | Besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosisanpassungen[2] |
| Gründliche körperliche Untersuchung | Laut deutscher Fachinformation zu Beginn der Behandlung, danach sorgfältige Überwachung während der Lithiumbehandlung[7] |
| Lithiumspiegel im Blut | Laut deutscher Fachinformation in den ersten vier Wochen wöchentlich, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später alle drei Monate; nach Beginn oder einer Dosisänderung die erste Bestimmung nach etwa einer Woche. Blutabnahme möglichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme, zweckmäßigerweise morgens vor der nächsten Tablette. Häufiger bei älteren Menschen und anfangs beim Wechsel von mehreren Einnahmen am Tag auf eine einzige[7] |
| Kreatinin im Blut (Nierenwert) | Laut deutscher Fachinformation bei jeder Bestimmung des Lithiumspiegels[7] |
| Körpergewicht und Halsumfang | Laut deutscher Fachinformation alle drei Monate[7] |
| Schilddrüsenwerte (T3, T4, TSH, gegebenenfalls TRH-Test) | Laut deutscher Fachinformation einmal im Jahr[7] |
| Natrium, Kalium und Kalzium | Laut deutscher Fachinformation einmal im Jahr[7] |
| Urinmenge über 24 Stunden und Kreatinin-Clearance (Maß für die Nierenfunktion) | Laut deutscher Fachinformation einmal im Jahr[7] |
| EKG (Herzstromkurve) | Laut deutscher Fachinformation einmal im Jahr. Bei bekanntem Brugada-Syndrom oder Brugada-Syndrom in der Familie, wenn Lithium mangels anderer Behandlungsmöglichkeiten dennoch begonnen wird: in einem überwachten medizinischen Umfeld mit EKG zu Beginn und danach in regelmäßigen Abständen[7] |
| EEG (Hirnstromkurve) | Laut deutscher Fachinformation bei Bedarf und wenn bei einer Kombinationsbehandlung, zum Beispiel mit Neuroleptika, Wechselwirkungen drohen[7] |
| Urinuntersuchung und Blutdruckmessung | Laut deutscher Fachinformation als Teil der Überwachung während der Lithiumbehandlung[7] |
| Blutbild | Laut deutscher Fachinformation einmal im Jahr[7] |
| Konzentrationsleistung der Nieren (Desmopressin-Test) | Laut deutscher Fachinformation gegebenenfalls[7] |
| Kürzere Abstände oder zusätzliche Kontrollen | Laut deutscher Fachinformation können sie nötig sein bei Begleiterkrankungen, die den Lithiumspiegel verändern können (zum Beispiel starkes Erbrechen, hohes Fieber, hinzukommende Infektionen, heftige Durchfälle, Flüssigkeitsmangel), wenn Arzneimittel dazukommen, die den Lithiumspiegel beeinflussen können, und beim Übergang von mehreren Einnahmen am Tag auf eine einzige[7] |
| Nierenfunktion bei älteren Menschen | Laut deutscher Fachinformation häufiger, weil im Alter die Filterleistung der Nieren (glomeruläre Filtrationsrate) abnimmt und damit die Gefahr einer Vergiftung größer wird[7] |
| Ausschluss einer Schwangerschaft | Laut deutscher Fachinformation vor Beginn der Behandlung; während der Behandlung ist für eine sichere Empfängnisverhütung zu sorgen[7] |
| Ultraschall-Feindiagnostik oder Ultraschall des kindlichen Herzens (fetale Echokardiographie) | Laut deutscher Fachinformation noch im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Behandlung in der Schwangerschaft fortgeführt wird, um Organfehlbildungen auszuschließen[7] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Zur Überwachung gehört laut Fachinformation auch, besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosisanpassungen auf eine Verschlechterung der Stimmung und auf Suizidgedanken zu achten; treten solche Gedanken auf, sollten Betroffene sofort medizinischen Rat einholen. Wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an eines dieser Hilfsangebote. [2]
Mehr dazu auf den Seiten Lithiumspiegel, Medikamentenspiegel und Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Lithium kann laut Fachinformation mit einer Reihe von Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Den Lithiumspiegel erhöhen und möglicherweise zu einer Vergiftung führen können unter anderem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen, bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck und Entwässerungsmittel (Diuretika); andere Mittel können ihn senken. In diesen Fällen sind laut deutscher Fachinformation engmaschige Kontrollen des Spiegels und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis erforderlich. [1, 2, 7]
Zusammen mit Neuroleptika (Antipsychotika), Carbamazepin, Methyldopa, trizyklischen Antidepressiva und Calciumkanalblockern sind laut Fachinformation Nebenwirkungen auf das Nervensystem möglich. Zusammen mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), MAO-Hemmern und 5-HT-Agonisten wurde ein Serotonin-Syndrom beschrieben. Während einer Elektrokrampftherapie unter Lithium wurde über ein erhöhtes Risiko neurologischer Nebenwirkungen berichtet. [2, 7]
Zu Kaffee, Tee oder Cola als Getränk enthalten Packungsbeilage und Fachinformationen keinen eigenen Hinweis; die Packungsbeilage nennt Coffein als Wirkstoff in Mitteln gegen Müdigkeit und als Bestandteil von Schmerzmitteln. Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. [1, 2, 7]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Entwässerungsmittel (Diuretika): Thiazide, kaliumsparende Diuretika und Schleifendiuretika | Können den Lithiumspiegel erhöhen und möglicherweise zu einer Lithiumvergiftung führen; Thiazide können laut Fachinformation durch eine paradoxe harnhemmende Wirkung zu Wassereinlagerung und Lithiumvergiftung führen[1, 2] | Laut Fachinformation sollten Diuretika nur unter großer Vorsicht eingesetzt werden; der Lithiumspiegel ist in kürzeren Abständen zu kontrollieren und die Dosis gegebenenfalls anzupassen |
| Osmotische Diuretika und Carbonanhydrasehemmer wie Acetazolamid | Können den Lithiumspiegel senken[1, 2] | Laut Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber, einschließlich COX-2-Hemmer | Können den Lithiumspiegel erhöhen und möglicherweise zu einer Lithiumvergiftung führen[1, 2] | Laut Fachinformation besondere Vorsicht; Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (Sartane) gegen Bluthochdruck oder Herzschwäche | Können den Lithiumspiegel erhöhen und möglicherweise zu einer Lithiumvergiftung führen[1, 2] | Laut Fachinformation besondere Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Metronidazol (Mittel gegen bakterielle Infektionen) | Kann den Lithiumspiegel erhöhen und möglicherweise zu einer Lithiumvergiftung führen[1, 2] | Laut Fachinformation besondere Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Empagliflozin (gegen Diabetes oder Herzschwäche) und Dapagliflozin (gegen Diabetes, Herzschwäche oder chronische Nierenerkrankung) | Können den Lithiumspiegel senken[1, 2] | Laut Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Harnstoff (Urea), Xanthine wie Coffein (in Mitteln gegen Müdigkeit und in Schmerzmitteln) und Natriumbicarbonat (gegen Magensäure) | Können den Lithiumspiegel senken[1, 2] | Laut Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Topiramat (gegen Epilepsie oder Migräne) | Laut Fachinformation kann sich die Lithiumkonzentration im Blut verändern; es gibt Berichte über Lithiumvergiftungen bei gleichzeitiger Gabe[1, 2] | Laut Fachinformation sollte der Lithiumspiegel engmaschig überwacht werden; Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Neuroleptika (Mittel gegen psychische Erkrankungen) | Nebenwirkungen auf das Nervensystem (Neurotoxizität) möglich; laut Fachinformation in extrem seltenen Fällen ein enzephalopathisches Syndrom mit Delirium, Krampfanfällen oder vermehrt extrapyramidalen Symptomen, ähnlich einem malignen neuroleptischen Syndrom, in manchen Fällen mit bleibender Hirnschädigung[1, 2] | Laut Fachinformation sind Behandelte auf frühe Zeichen einer Vergiftung des Nervensystems zu beobachten; beim Auftreten von Beschwerden ist die Behandlung sofort abzusetzen |
| Carbamazepin (gegen Epilepsie) und Methyldopa (gegen Bluthochdruck) | Nebenwirkungen auf das Nervensystem (Neurotoxizität) möglich, laut Fachinformation mit Zeichen wie Störungen der Bewegungskoordination, Zittern, erhöhter Muskelspannung, unwillkürlichen Muskelzuckungen, gesteigerten Reflexen, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Augenzittern[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Bestimmte Antidepressiva: selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und trizyklische Antidepressiva | Nebenwirkungen auf das Nervensystem (Neurotoxizität) möglich; SSRI können zusammen mit Lithium laut Fachinformation ein Serotonin-Syndrom hervorrufen[1, 2] | Laut Fachinformation soll die gleichzeitige Gabe von SSRI mit Vorsicht geschehen; Ärztin oder Arzt informieren |
| Calciumkanalblocker (gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen) | Können die Wirkungen von Lithium auf das Nervensystem verstärken[1, 2] | Laut Fachinformation muss der Lithiumspiegel dann im unteren therapeutischen Bereich eingestellt werden |
| Neuromuskulär blockierende Substanzen (Mittel zur Muskelerschlaffung) | Lithium kann ihre Wirkung verlängern[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen: MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und 5-HT-Agonisten (Wirkstoffe, die an Serotonin-Rezeptoren angreifen) | Laut deutscher Fachinformation wurde ein Serotonin-Syndrom beschrieben, mit Bewusstseinsstörung, Ruhelosigkeit, Muskelzucken, gesteigerten Reflexen, Schweißausbruch, Frösteln und Zittern[7] | Ärztin oder Arzt informieren; laut deutscher Fachinformation ist bei einem Serotonin-Syndrom die gesamte Medikation abzusetzen und gegebenenfalls eine medizinische oder intensivmedizinische Behandlung einzuleiten |
| Neuroleptika (laut deutscher Fachinformation) | In seltenen Fällen eine Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie), die einem malignen neuroleptischen Syndrom ähnelt, mit Schwäche, Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Fieber, Zittern, Verwirrtheit, Delir, Krampfanfällen, gehäuften extrapyramidalen Bewegungsstörungen, vermehrten weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und erhöhten Enzymwerten im Blut; unter bestimmten Umständen führte sie zu einem bleibenden Hirnschaden. Vor allem bei höherer Neuroleptika-Dosis sollte besonders auf Nebenwirkungen geachtet werden[7] | Laut deutscher Fachinformation engmaschige Kontrolle; bei ersten Anzeichen einer Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität) sollte Lithium sofort abgesetzt werden; Ärztin oder Arzt informieren |
| Bestimmte Mittel gegen Epilepsie wie Phenytoin und Carbamazepin, außerdem Methyldopa (gegen Bluthochdruck) und trizyklische Antidepressiva | Laut deutscher Fachinformation Anstieg des Lithiumspiegels mit der Gefahr von Nebenwirkungen auf das Nervensystem (Neurotoxizität)[7] | Laut deutscher Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Imipramin (ein trizyklisches Antidepressivum) bei latenter, also unterschwellig vorhandener Krampfbereitschaft | Laut deutscher Fachinformation Gefahr von Krampfanfällen[7] | Laut deutscher Fachinformation ist die Kombination mit Vorsicht einzusetzen; Ärztin oder Arzt informieren |
| Betablocker (zum Beispiel Propranolol) | Laut deutscher Fachinformation können sie das unter Lithium häufige Zittern günstig beeinflussen, aber auch ein grobschlägiges Zittern als Zeichen einer Lithiumvergiftung verdecken[7] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Theophyllin (gegen Asthma) und durchblutungsfördernde Mittel wie Pentoxifyllin oder Xantinolnicotinat (Xanthinpräparate) | Laut deutscher Fachinformation können sie den Lithiumspiegel senken[7] | Laut deutscher Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Tetrazykline (Antibiotika) | Laut deutscher Fachinformation wurden sowohl ein Anstieg als auch ein Abfall des Lithiumspiegels beschrieben[7] | Laut deutscher Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Kaliumiodid | Laut deutscher Fachinformation kann es eine mögliche kropfbildende Wirkung von Lithium verstärken[7] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Lithium nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Lithiumcarbonat oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Laut Fachinformation darf Lithium wegen des erhöhten Vergiftungsrisikos nicht gegeben werden bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unbehandelter Schilddrüsenunterfunktion, einer Störung des Natriumhaushalts durch Flüssigkeitsmangel (Dehydratation), Morbus Addison oder salzarmer Diät, außer wenn eine lebensbedrohliche psychische Erkrankung auf andere Maßnahmen nicht anspricht; dann nur unter äußerster Vorsicht im Krankenhaus mit täglicher Bestimmung des Lithiumspiegels[2]
- Laut deutscher Fachinformation auch Überempfindlichkeit gegen Milchprotein (Milcheiweiß)[7]
- Laut deutscher Fachinformation akutes Nierenversagen, akuter Herzinfarkt oder ein ausgeprägter Natriummangel im Blut (Hyponatriämie)[7]
- Laut deutscher Fachinformation sollte Lithium nicht eingenommen werden bei Nierenfunktionsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion, Morbus Addison, Myasthenia gravis (einer krankhaften Muskelschwäche), myeloischer Leukämie (einer Form von Blutkrebs), Schuppenflechte (Psoriasis), Erkrankungen, die eine kochsalzarme Diät erfordern, Herzrhythmusstörungen, Krampfleiden des Gehirns sowie Störungen des Natriumhaushalts und Austrocknung (Dehydratation). Bei einer lebensbedrohlichen psychischen Erkrankung, bei der andere Behandlungen erfolglos waren, kann Lithium unter besonderer Vorsicht dennoch eingenommen werden, dann im Krankenhaus mit täglicher Kontrolle des Lithiumspiegels[7]
Besondere Vorsicht bei
- Laut Packungsbeilage ist besondere Vorsicht erforderlich bei schweren Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Schilddrüse, Wasserverlust (starkes Schwitzen, häufiges und vermehrtes Wasserlassen, starke Durchfälle oder Erbrechen), Erkrankungen der Nebennierenrinde (Morbus Addison) und bei einer Diät mit geringer Salzaufnahme[1]
- Brugada-Syndrom (eine erbliche Herzerkrankung) bei Ihnen oder in Ihrer Familie sowie Herzstillstand oder plötzlicher Herztod in der Familie: Lithium kann ein Brugada-Syndrom aufdecken oder verschlimmern, was laut Fachinformation zu einem Herzstillstand führen und lebensbedrohlich sein kann. Bei bekanntem Brugada-Syndrom oder Brugada-Syndrom in der Familie wird Lithium laut Fachinformation nicht empfohlen[1, 2]
- Elektrokrampftherapie, gleichzeitig oder geplant: Laut Fachinformation wurde dabei über ein erhöhtes Risiko neurologischer Nebenwirkungen wie Delirium, verlängerte Krampfanfälle und Verwirrung berichtet[1, 2]
- Geplante oder erfolgte Operation zur Gewichtsabnahme: Eine niedrigere Lithiumdosis kann erforderlich sein; die Ärztin oder der Arzt überwacht den Lithiumspiegel und passt die Dosis an, laut Fachinformation engmaschig bis zur Stabilisierung des Körpergewichts[1, 2]
- Salz- und Flüssigkeitshaushalt: Achten Sie darauf, genügend Salz und Flüssigkeit zu sich zu nehmen, besonders bei Abmagerungskuren und bestimmten Diätformen. Laut Fachinformation ist eine Vergiftung durch eine verminderte Ausscheidung von Lithium über die Nieren möglich bei Erbrechen, Durchfällen, hinzukommenden Infektionen, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und bei manchen Arzneimitteln[1, 2]
- Natrium und Kalium: Lithium verringert laut Fachinformation zunächst die Rückaufnahme von Natrium und Kalium in den Nierenkanälchen und kann so zu einem Natriummangel führen; in der Regel kehren die Werte eine Woche nach Behandlungsbeginn zu den Ausgangswerten zurück[2]
- Langzeitbehandlung und Nieren: Laut Fachinformation kann die Niere ihre Fähigkeit, den Harn zu konzentrieren, teilweise verlieren, was manchmal einen nephrogenen Diabetes insipidus mit vermehrtem Wasserlassen und Durst verursachen kann. Betroffene sind sorgfältig auf Austrocknung zu beobachten, weil sich Lithium anreichern und eine Vergiftung entstehen kann; nach dem Absetzen bilden sich die Beschwerden meist zurück. Nach Langzeitbehandlung wurden Gewebeveränderungen der Niere berichtet, die die Nierenfunktion einschränken können; ob sie sich nach dem Absetzen immer zurückbilden, ist unklar. Die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen, ist deshalb laut Fachinformation ratsam[2]
- Nierentumoren: Bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion und einer Lithiumbehandlung über mehr als 10 Jahre besteht möglicherweise ein Risiko für gut- oder bösartige Nierentumoren (Mikrozysten, Onkozytome oder Ductus-Bellini-Karzinom der Niere)[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Laut Fachinformation soll Lithium nur angewendet werden, wenn keine Alternative zur Wahl steht, und nur unter strenger Beobachtung, mit häufigen Kontrollen des Lithiumspiegels und einer geringeren Anfangsdosis. Bei eingeschränkter Leberfunktion wurde Lithium nicht untersucht[2]
- Ältere Menschen: Laut Fachinformation ist Lithium bei ihnen nur mit besonderer Sorgfalt einzusetzen, weil sie wegen der verringerten Ausscheidung über die Nieren für eine Überdosierung besonders anfällig sind; es kann vorkommen, dass Nebenwirkungen schon bei Spiegeln auftreten, die jüngere Menschen gut vertragen[2]
- Depression oder bipolare Störung: Die Depression kann sich verschlechtern, und es können mitunter Gedanken aufkommen, sich selbst zu schädigen oder sich das Leben zu nehmen, möglicherweise eher zu Beginn der Behandlung, wenn Sie schon früher solche Gedanken hatten oder wenn Sie jünger als 25 Jahre sind. Laut Fachinformation sollten Behandelte vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosisanpassungen engmaschig überwacht werden[1, 2]
- Kinder unter 12 Jahren und Jugendliche: Da keine Erfahrungswerte vorliegen, wird eine Lithiumbehandlung nicht empfohlen[1, 2]
- Zuckerunverträglichkeit: Das österreichische Lithiumpräparat, auf dessen Gebrauchs- und Fachinformation diese Seite beruht, enthält Lactose (Milchzucker); laut Packungsbeilage bei bekannter Zuckerunverträglichkeit erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption das Arzneimittel nicht anwenden[1, 2]
- Morbus Darier (eine erbliche Hauterkrankung): Der Sicherheitsausschuss PRAC (Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) befürwortete laut Protokoll seiner Sitzung vom 12. bis 15. Januar 2026, die Verschlechterung eines Morbus Darier als Nebenwirkung in die Produktinformation lithiumsulfathaltiger Arzneimittel aufzunehmen, und hielt dies für alle lithiumhaltigen Arzneimittel für angezeigt. Haben Sie einen Morbus Darier, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[6]
- Narkose oder Operation: Die deutsche Fachinformation sieht für das Behandlungsteam vor, dass Lithium rechtzeitig vor einer Narkose oder Operation abgesetzt werden sollte; danach kann es sofort wieder gegeben werden, wenn Nierenfunktion und Elektrolythaushalt (Salzhaushalt des Körpers) normal sind. Setzen Sie Lithium nicht von sich aus ab; sprechen Sie vor einer geplanten Operation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[7]
- Wechsel des Lithiumpräparats: Laut deutscher Fachinformation kann die Bioverfügbarkeit, also wie viel Wirkstoff ins Blut gelangt, bei verschiedenen lithiumhaltigen Arzneimitteln unterschiedlich sein. Die Umstellung auf ein anderes Lithiumpräparat entspricht deshalb einer neu beginnenden Behandlung und ist entsprechend zu überwachen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[7]
- Milchzucker und Milcheiweiß: Quilonum retard enthält laut deutscher Fachinformation Lactose (Milchzucker); die Lactose enthält geringe Mengen Milchprotein und kann deshalb allergische Reaktionen hervorrufen. Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Quilonum retard nicht einnehmen[7]
- Kinder: Laut deutscher Fachinformation ist eine Lithiumbehandlung bei Kindern unter 12 Jahren nicht zu empfehlen, da für diese Altersgruppe keine Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen[7]
Was im höheren Alter allgemein gilt, steht unter Psychopharmaka im Alter.
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten die österreichische Packungsbeilage und die Fachinformationen von Lithium keinen Hinweis. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was in Ihrer Situation gilt; Allgemeines unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2, 7]
Laut Packungsbeilage sollen keine Fahrzeuge gelenkt und keine Maschinen bedient werden, weil Lithium vor allem zu Beginn der Behandlung Schläfrigkeit, Benommenheit und Sinnestäuschungen verursachen und die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann; die deutsche Fachinformation nennt außerdem Müdigkeit und Schwindel. [1, 7] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Zu Schwangerschaft und Stillzeit unterscheiden sich die Quellen. Nach der österreichischen Packungsbeilage darf Lithium in der Schwangerschaft nur auf strikte ärztliche Anweisung verwendet werden, nach der deutschen Fachinformation darf Quilonum retard in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. In der Stillzeit sollte laut österreichischer Packungsbeilage abgestillt werden, laut deutscher Fachinformation soll die Muttermilch in den ersten zwei Lebenswochen abgepumpt und verworfen werden, und laut Embryotox sollte über das Stillen im Einzelfall entschieden werden. Den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft gibt Embryotox als hoch an. Setzen Sie Lithium nicht selbst ab; wenn Sie schwanger sind, es werden möchten oder stillen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft, in der Stillzeit und Verhütung und Psychopharmaka. [1, 3, 7]
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage darf Lithium in der Schwangerschaft nur auf strikte ärztliche Anweisung verwendet werden, da die Gefahr von Fehlbildungen besteht; über die Anwendung entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko. Laut Fachinformation kann Lithium in der Schwangerschaft durch ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen, insbesondere die Ebstein-Anomalie, und für andere Fehlbildungen schaden; es soll daher nicht in der Schwangerschaft (besonders im ersten Drittel) verwendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen für die Mutter überwiegt die möglichen Gefahren für das Kind.[1, 2]
Wird Lithium in der Schwangerschaft gegeben, soll laut Fachinformation die niedrigste noch wirksame Dosis gewählt und der Lithiumspiegel häufig gemessen werden, weil sich die Nierenfunktion in der Schwangerschaft und bei der Entbindung ändert. Laut Fachinformation muss Lithium 7 bis 10 Tage vor der Entbindung abgesetzt werden, da die Ausscheidung über die Nieren während der Entbindung sehr stark abnimmt und es bei Mutter und Kind zu einer Vergiftung kommen kann. Eine Lithiumvergiftung bildet sich bei Neugeborenen meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurück.[2]
Bei Neugeborenen, deren Mütter Lithium in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft eingenommen haben, können Zittern, steife und/oder schwache Muskeln, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atemprobleme und Schwierigkeiten beim Füttern auftreten; entwickelt Ihr Baby eines dieser Symptome, könnte es nötig sein, eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren. Laut Fachinformation sind Neugeborene deshalb sorgfältig zu überwachen.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als hoch an. Laut Embryotox hat sich Lithium nach rund 1.400 ausgewerteten Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel bisher als schwaches Teratogen erwiesen; es erhöht das Risiko für Herzfehlbildungen, insbesondere für die Ebstein-Anomalie. Bei einer Neueinstellung sollten wenn möglich andere Strategien bevorzugt werden, zur Phasenprophylaxe bei bipolarer Erkrankung insbesondere gut erprobte atypische Antipsychotika. Wird Lithium weiter eingenommen, sollte der Lithiumspiegel im ersten Drittel so niedrig wie therapeutisch möglich gehalten werden; weil sich die Ausscheidung in der Schwangerschaft und nach der Geburt verändert, muss er regelmäßig kontrolliert werden. Über ein Absenken des Spiegels vor der Geburt sollte laut Embryotox im Einzelfall entschieden werden, weil bei bipolarer Störung im Wochenbett eine hohe Rückfallgefahr besteht. Nach Einnahme bis zur Geburt sind beim Neugeborenen ausgeprägte Anpassungsstörungen möglich; jedes Neugeborene, das Lithium ausgesetzt war, muss in den ersten Lebenstagen darauf beobachtet werden. Seine Schilddrüsenfunktion sollte kontrolliert werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox abhängig vom Anwendungsgebiet, bei bipolarer Erkrankung und Manie vor allem atypische Antipsychotika wie Quetiapin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Laut deutscher Fachinformation darf Quilonum retard in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen und Komplikationen durch Lithium kann nicht ausgeschlossen werden. Vor Beginn der Behandlung ist eine Schwangerschaft auszuschließen, während der Behandlung ist für eine sichere Empfängnisverhütung zu sorgen. Tritt dennoch eine Schwangerschaft ein, kann die Behandlung fortgeführt werden, wenn sie unbedingt erforderlich erscheint. Dann sollten noch im ersten Schwangerschaftsdrittel eine Ultraschall-Feindiagnostik oder eine Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens (fetale Echokardiographie) Organfehlbildungen ausschließen; die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis sorgfältig an und kontrolliert den Lithiumspiegel engmaschig. In der Woche vor der Geburt soll die Dosis laut deutscher Fachinformation verringert und bei Beginn der Wehen ganz abgesetzt werden; nach der Geburt kann die bisherige Behandlung fortgesetzt werden. Ändern Sie die Behandlung nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[7]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage sollte während der Einnahme abgestillt werden, da Lithium in die Muttermilch übergeht. Laut Fachinformation sollte die Mutter während einer Lithiumbehandlung nicht stillen, es sei denn, der mögliche Nutzen überwiegt die möglichen Gefahren für das Kind; ausreichende Daten zur Stillzeit liegen nicht vor.[1, 2]
Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu mehr als 30 Mutter-Kind-Paaren vor; über das Stillen sollte im Einzelfall entschieden werden, auch Teilstillen kommt in Betracht. Bei genauer Beobachtung des Säuglings (Muskelspannung, Zittern, unwillkürliche Bewegungen, Blaufärbung der Haut, Austrocknung) und möglichst niedriger Lithiumdosis der Mutter ist eine Fortsetzung des Stillens im Einzelfall akzeptabel. Säuglinge können besonders leicht austrocknen, etwa bei Fieber oder Trinkschwäche; dann kann ihr Lithiumspiegel schnell in giftige Bereiche steigen. Gegebenenfalls sollte der Lithiumspiegel des Säuglings bestimmt werden, insbesondere bei neu auftretenden Beschwerden.[3]
Laut deutscher Fachinformation geht Lithium in die Muttermilch über; die Vorteile einer Behandlung in der Stillzeit sollten sorgfältig gegen die Risiken für das Kind abgewogen werden. Wird Quilonum retard nach der Geburt eingenommen, soll die Muttermilch in den ersten zwei Lebenswochen abgepumpt und verworfen werden. Beim Säugling ist auf Vergiftungszeichen wie Blaufärbung der Haut (Zyanose), Teilnahmslosigkeit (Lethargie) und EKG-Veränderungen zu achten; sein Lithiumspiegel im Blut ist zu kontrollieren, und eine Austrocknung ist unbedingt zu vermeiden.[7]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Lithium kann vor allem zu Beginn der Behandlung Schläfrigkeit, Benommenheit und Sinnestäuschungen verursachen und die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Laut Packungsbeilage sollen deshalb keine Fahrzeuge gelenkt und keine Maschinen bedient werden.[1, 2]
Anwendung
Nehmen Sie Lithium genau nach ärztlicher Anweisung und zum vorgeschriebenen Zeitpunkt ein. Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (Wasser). Beim österreichischen Präparat, auf dessen Packungsbeilage diese Angaben beruhen, dient die Bruchrille nur zum Teilen, wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Tablette im Ganzen zu schlucken, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.[1, 2]
Gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen, laut Packungsbeilage anfangs wöchentlich, später monatlich bzw. alle 2 Monate. Zur Blutabnahme gehen Sie genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme und nehmen Ihre nächste Dosis erst danach ein.[1]
Einnahme vergessen: Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, sondern setzen Sie die Einnahme wie vorgesehen fort; laut Fachinformation nehmen Sie die nächste Dosis zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt.[1, 2]
Laut deutscher Fachinformation sollen Quilonum retard Retardtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit und nicht im Liegen eingenommen werden; die Einnahme sollte immer zu einer festgesetzten Zeit erfolgen. Sie haben auf beiden Seiten eine Bruchrille und können in gleiche Hälften geteilt werden. Wurde eine Einnahme versäumt, warten Sie mit der nächsten Dosis bis zur festgesetzten Zeit und gleichen Sie die versäumte Einnahme nicht mit einer doppelten Dosis aus.[7]
Absetzen
Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie Sie die Einnahme am besten beenden; Sie sollten nicht von einem Tag auf den anderen aufhören, das Medikament zu nehmen.[1]
Laut Fachinformation wird empfohlen, Lithium über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen schrittweise abzusetzen, damit die Grunderkrankung möglichst nicht erneut auftritt. Bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung ist Lithium dagegen sofort abzusetzen.[2]
Laut deutscher Fachinformation kann die Unterbrechung einer erfolgreichen Lithiumvorbeugung in kürzester Zeit zu Rückfällen führen. Soll Lithium abgesetzt werden, sollte die Dosis schrittweise über mindestens 2 Wochen verringert werden, damit die Gefahr eines Rückfalls sinkt. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[7]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person Tabletten eingenommen hat, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Bei einer Überdosierung können alle Nebenwirkungen auftreten, die die Packungsbeilage nennt.[1]
Laut Gebrauchs- und Fachinformation können die Beschwerden verzögert auftreten, mit einem Höhepunkt nach bis zu 24 Stunden, besonders wenn Lithium nicht dauerhaft eingenommen wird oder bei Retardformen; in schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen und Koma kommen.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Lithium laut Fachinformation zum vorgeschriebenen Zeitpunkt ein und schlucken Sie die Tabletten laut Packungsbeilage unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit; laut deutscher Fachinformation sollen die Retardtabletten nicht im Liegen eingenommen werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Menge ein und setzen Sie die Einnahme wie vorgesehen fort. [1, 2, 7]
Wie Sie die Einnahme am besten beenden, besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Sie sollten nicht von einem Tag auf den anderen aufhören. Laut Fachinformation wird empfohlen, Lithium über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen schrittweise abzusetzen, damit die Grunderkrankung möglichst nicht erneut auftritt. Die deutsche Fachinformation weist darauf hin, dass die Unterbrechung einer erfolgreichen Lithiumvorbeugung in kürzester Zeit zu Rückfällen führen kann. [1, 2, 7]
Auch laut S3-Leitlinie Bipolare Störungen kann es bei schnellem Absetzen von Lithium zu Rückfällen kommen (Absetzrezidive); ein abruptes Absetzen einer Phasenprophylaxe mit Lithium zählt die Leitlinie bei bipolaren Störungen zu den Risikofaktoren für suizidales Verhalten, mehr dazu unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Zu Absetzsymptomen nach einer Lithiumbehandlung fand eine von der NVL herangezogene Übersichtsarbeit nur wenige Belege; sie bestätigt grundsätzlich eher milde, von selbst abklingende Beschwerden wie Reizbarkeit, Unruhe, Schwindel und Benommenheit, erlaubt aber keine Aussagen zur Häufigkeit. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Psychopharmaka absetzen und Absetzsymptome. [13, 15]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Je nach Lithiumspiegel im Blut und Ansprechen ist laut Fachinformation eine persönliche Dosierung erforderlich; die Ärztin oder der Arzt stellt sie vor allem zu Beginn mit häufigen Blutuntersuchungen ein. Die folgenden Angaben stammen aus der österreichischen Packungsbeilage und Fachinformation. [1, 2]
Präparate mit Lithium
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Quilonum retard | Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber) | verschreibungspflichtig; Quilonum retard 450 mg Retardtabletten; Teofarma ist in Österreich auch Zulassungsinhaber von Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten, deren Gebrauchs- und Fachinformation Grundlage dieser Seite sind |
| Hypnorex | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox: Lithiumsalze. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde List of nationally authorised medicinal products, Active substance: lithium (PSUSA/00001897/202308, EMA/159597/2024). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 25.04.2024. abgerufen am 11.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Lithium. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Minutes of PRAC meeting on 12-15 January 2026 (EMA/PRAC/46601/2026), Abschnitt 10.1.1 Lithium sulphate (NAP), SE/H/xxxx/WS/943. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC). Stand 06.03.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Langversion 2.1 (AWMF-Register-Nr. 038-019). Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) und DGPPN. Stand Update Februar 2019, letzte Anpassung Mai 2020; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 01.03.2023. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Bipolare Störungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Lithium nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Warum wird bei Lithium regelmäßig der Blutspiegel gemessen?
Jeder Mensch reagiert anders auf Lithium; die Ärztin oder der Arzt muss die persönliche Dosis laut Packungsbeilage deshalb erst feststellen, und dazu sind vor allem zu Beginn häufige Blutuntersuchungen notwendig. Außerdem liegen die giftigen Konzentrationen laut Fachinformation dicht bei den wirksamen. Laut deutscher Fachinformation sollte der Spiegel in den ersten vier Wochen wöchentlich bestimmt werden, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später alle drei Monate; zur Blutabnahme gehen Sie laut Packungsbeilage genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme. Mehr unter Lithiumspiegel.
Ab wann wirkt Lithium?
Die volle Wirkung tritt laut Packungsbeilage mitunter erst nach Monaten ein. Laut deutscher Fachinformation lässt sich ein voller Behandlungserfolg mitunter erst nach sechs bis zwölf Monaten feststellen; ein anfangs unbefriedigendes Ergebnis sollte deshalb kein Grund sein, die Behandlung vorzeitig abzubrechen. In den meisten Fällen ist laut Packungsbeilage eine jahrelange, vor allem regelmäßige Behandlung notwendig.
Was ist bei Lithium und Ibuprofen zu beachten?
Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, zu denen laut deutscher Fachinformation Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen gehören, können den Lithiumspiegel erhöhen und möglicherweise zu einer Lithiumvergiftung führen. Bei gleichzeitiger Gabe ist laut Fachinformation besondere Vorsicht geboten; nötig sind engmaschige Kontrollen des Spiegels und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke, wenn Sie ein solches Schmerzmittel einnehmen möchten.
Kann Lithium die Schilddrüse beeinflussen?
Ja. Als Nebenwirkungen nennen die Fachinformationen eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse und eine Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) bei normaler Funktion; die österreichische Fachinformation führt sie mit der Häufigkeit nicht bekannt, die deutsche nennt eine Überfunktion selten. Laut deutscher Fachinformation werden die Schilddrüsenwerte einmal im Jahr bestimmt, Körpergewicht und Halsumfang alle drei Monate gemessen. Bei einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion darf Lithium laut österreichischer Fachinformation wegen des erhöhten Vergiftungsrisikos nicht gegeben werden.
Nimmt man mit Lithium zu?
Das ist möglich. Insbesondere in den ersten zwei Jahren der Behandlung ist laut Packungsbeilage häufig eine Gewichtszunahme zu beobachten; in der Nebenwirkungsliste der Fachinformation steht sie mit der Häufigkeit nicht bekannt. Laut Packungsbeilage sollten Sie deshalb kalorienreiche Speisen und Getränke meiden. Mehr unter Gewichtszunahme.
Darf ich mit Lithium Alkohol trinken?
Zu Alkohol enthalten die österreichische Packungsbeilage und die Fachinformationen von Lithium keinen Hinweis. Lithium kann laut Packungsbeilage vor allem zu Beginn der Behandlung Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was in Ihrer Situation gilt; Allgemeines unter Psychopharmaka und Alkohol.
Wie setzt man Lithium ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Packungsbeilage sollten Sie nicht von einem Tag auf den anderen aufhören. Laut Fachinformation wird empfohlen, Lithium über mindestens 2 Wochen schrittweise abzusetzen, damit die Grunderkrankung möglichst nicht erneut auftritt; die deutsche Fachinformation weist darauf hin, dass die Unterbrechung einer erfolgreichen Lithiumvorbeugung in kürzester Zeit zu Rückfällen führen kann. Bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung muss Lithium laut Fachinformation dagegen sofort abgesetzt werden.
Wie hoch ist die Dosis von Lithium?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Weil jeder Mensch anders auf Lithium reagiert, wird die persönliche Dosis laut Packungsbeilage mit Blutuntersuchungen ermittelt. Was Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene, für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nennen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Medikamente LamotriginLamotrigin ist ein Antiepileptikum, auch zur Vorbeugung depressiver Phasen bei bipolarer Störung.
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