MedikamenteWirkstoff
Alprazolam
Alprazolam ist ein verschreibungspflichtiges, angstlösendes Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, zugelassen zur symptomatischen Behandlung von Angstzuständen; laut Packungsbeilage nur, wenn die Angstzustände Sie stark im täglichen Leben beeinträchtigen. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Tafil. Alprazolam kann körperlich und seelisch abhängig machen; die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 8 bis 12 Wochen nicht übersteigen, und beendet wird sie nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wofür wird Alprazolam eingesetzt?
Alprazolam ist zur symptomatischen Behandlung von Angstzuständen zugelassen. Laut Packungsbeilage von 2026 soll es nur angewendet werden, wenn die Angstzustände Sie stark im täglichen Leben beeinträchtigen. Die ältere Fachinformation von 2018 fasst die Voraussetzung so: Die Störung ist schwer oder behindernd, oder die betroffene Person leidet infolge der Störung unter extremen Beschwerden. Weitere Anwendungsgebiete nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. [1, 2]
Zur alleinigen Behandlung von Depressionen oder anderen Störungen des geistig-seelischen Zustands sollten Benzodiazepine wie Alprazolam laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Zur Erstbehandlung (Primärbehandlung) psychotischer Erkrankungen sind Benzodiazepine laut Fachinformation nicht geeignet. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt, die Anwendung wird deshalb nicht empfohlen. Mehr unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]
Für die Panikstörung, die generalisierte Angststörung und die soziale Phobie sagt die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen: Benzodiazepine sollen Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen nicht angeboten werden. Trotz nachgewiesener Wirkung empfiehlt die Leitlinie sie wegen ihrer Risiken, unter anderem der Entwicklung einer Abhängigkeit, nicht zur Angstbehandlung. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren Herzerkrankungen oder wenn die Standardmedikamente wegen Gegenanzeigen nicht in Frage kommen, können Benzodiazepine laut Leitlinie unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken angewendet werden. Die Leitlinie in der Version 2.0 von 2021 war laut DGPPN bis 05.04.2026 gültig und ist damit abgelaufen. Mehr zu den Erkrankungen unter Angststörungen, Panikstörung, generalisierte Angststörung und soziale Phobie. [13]
Wie wirkt Alprazolam?
Alprazolam gehört zu den Benzodiazepinen. Laut Packungsbeilage beeinflussen diese Mittel Botenstoffe im Gehirn und helfen bei der Behandlung von Angstzuständen. Laut Embryotox wirken Benzodiazepine über eine Verstärkung der hemmenden Signalübertragung (GABA) im Gehirn. Die Fachinformation beschreibt Alprazolam als angstlösend (anxiolytisch); wie andere Benzodiazepine hat es zusätzlich beruhigende (sedierende), schlaffördernde (hypnotische), muskelentspannende und krampfhemmende (antikonvulsive) Eigenschaften. [1, 2, 3]
Nach der Einnahme wird Alprazolam schnell aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die mittlere Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Konzentration im Blut halbiert, beträgt 12 bis 15 Stunden; bei älteren Menschen ist sie signifikant verlängert. Die Konzentration im Blut hängt laut Fachinformation von Leberenzymen ab, die Alprazolam abbauen, vor allem von CYP3A4. Die Abbauprodukte tragen laut Fachinformation nur wenig zur Wirkung bei; Alprazolam und seine Abbauprodukte werden in erster Linie mit dem Urin ausgeschieden. [2]
Unterschiede zu einem verwandten Mittel zeigt der Vergleich Lorazepam oder Alprazolam. Einen Überblick über die Gruppe gibt die Seite Beruhigungsmittel.
Wann wirkt Alprazolam und wie lange wird behandelt?
Einen festen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; die höchste Konzentration im Blut ist 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht. Zur Dauer der Behandlung sagen die beiden Quellen nicht ganz dasselbe. Laut Packungsbeilage von 2026 sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 8 bis 12 Wochen nicht übersteigen; letztlich entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt über die Dauer. Die Fachinformation von 2018 schreibt in Abschnitt 4.2, die Gesamtdauer dürfe 8 bis 12 Wochen nicht überschreiten; in bestimmten Fällen könne eine längere Behandlung nötig werden, der Zustand sollte dann vor einer Fortführung erneut beurteilt werden. [1, 2]
Laut Fachinformation ist es wichtig, um einen möglichen Rebound-Effekt zu wissen: Beim Absetzen können die Beschwerden, wegen derer Alprazolam genommen wurde, vorübergehend verstärkt wieder auftreten. Das Wissen darum soll helfen, Ängste vor solchen Beschwerden so weit wie möglich zu vermeiden. Wie lange Sie Alprazolam nehmen, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon. [2]
- BeginnLaut Fachinformation ist es sinnvoll, zu Beginn auf die begrenzte Behandlungsdauer hinzuweisen und die schrittweise Verringerung der Dosis genau zu erklären. Um Koordinationsstörungen (Ataxie) und eine zu starke Beruhigung zu vermeiden, empfiehlt die Fachinformation die niedrigste wirksame Dosis; Menschen, die noch nie Psychopharmaka genommen haben, brauchen im Allgemeinen geringere Dosen, ältere Menschen reagieren empfindlicher. Treten Nebenwirkungen auf, sollte die Dosis laut Packungsbeilage von 2026 eventuell verringert werden; laut Fachinformation von 2018 ist sie dann zu verringern. Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Schwindel, Muskelschwäche, Störungen der Bewegungsabläufe oder Sehstörungen treten laut Packungsbeilage vor allem zu Beginn der Behandlung oder bei höherer Dosis auf und bilden sich in der Regel im weiteren Verlauf zurück.[1, 2]
- Erste WirkungAlprazolam wird nach der Einnahme schnell aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut wird laut Fachinformation nach 1 bis 2 Stunden erreicht.[2]
- ErhaltungDie Behandlung sollte so kurz wie möglich sein; Bedarf und Dosis sind laut Fachinformation regelmäßig zu überprüfen. Laut Packungsbeilage von 2026 sollte die Gesamtdauer einschließlich der schrittweisen Absetzphase 8 bis 12 Wochen nicht übersteigen, letztlich entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt; laut Fachinformation von 2018 sollte eine Verlängerung nur nach erneuter Beurteilung erfolgen. Wird Alprazolam über einige Wochen ohne Unterbrechung eingenommen, kann die Wirkung nachlassen (Toleranz). Das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit Dosis und Behandlungsdauer; sie kann auch bei üblicher Dosis entstehen.[1, 2]
- AbsetzenLaut Packungsbeilage sollte die Dosis schrittweise verringert werden, weil die Gefahr von Entzugs- und Rebound-Erscheinungen nach einer schnellen Verringerung der Dosis oder einem plötzlichen Abbruch größer ist; die Fachinformation empfiehlt das ebenfalls. Die ursprünglichen Beschwerden können vorübergehend verstärkt zurückkehren, begleitet von Stimmungsschwankungen, Angst, Schlaflosigkeit und Unruhe. Entzugserscheinungen können auch erst mehrere Tage nach dem Ende der Behandlung auftreten. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Am häufigsten sind laut Packungsbeilage Beruhigung (Sedierung) und Schläfrigkeit. Die Packungsbeilage nennt eine Reihe von Beschwerden, die vorwiegend zu Beginn der Behandlung oder bei höherer Dosis auftreten und sich in der Regel im Laufe der weiteren Behandlung zurückbilden: Schläfrigkeit, emotionale Stumpfheit, verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrung, Ermüdung, Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Störungen der Bewegungsabläufe und Sehstörungen wie Doppelt- oder Verschwommensehen. [1]
Alprazolam kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken verursachen (anterograde Amnesie): Unter Umständen werden einige Stunden nach der Einnahme Handlungen ausgeführt, an die man sich später nicht erinnern kann. Laut Fachinformation kann das auch bei therapeutischer Dosierung vorkommen, das Risiko steigt mit der Dosis, und die Amnesie kann mit unangemessenem Verhalten einhergehen. Eine längerfristige Anwendung kann laut Packungsbeilage zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen; mehr dazu und zu Entzugserscheinungen unter Abhängigkeit und Gewöhnung. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenGelegentlich
- Unruhe und NervositätGelegentlich
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- Erektionsstörungennicht genannt
- MundtrockenheitNicht bekannt
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- ZitternGelegentlich
- BewegungsstörungenGelegentlich
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Alprazolam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Beruhigung (Sedierung), Schläfrigkeit[1, 2]
- Häufig: Appetitmangel[1, 2]
- Häufig: Verwirrtheit[1, 2]
- Häufig: Depression[1, 2]
- Häufig: Koordinationsstörungen, unkoordinierte Bewegungen (Ataxie)[1, 2]
- Häufig: Eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen[1, 2]
- Häufig: Schleppende Sprache[1, 2]
- Häufig: Schwindel, Schwindelgefühl[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
- Häufig: Verstopfung, Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Schwäche (Asthenie)[1, 2]
- Häufig: Reizbarkeit[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Alprazolam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, emotionale Abstumpfung, erhöhtes Prolaktin, sexuelle Probleme und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Laut Fachinformation sollten Benzodiazepine bei einer schweren Depression oder bei Angstzuständen, die von einer Depression begleitet werden, nicht allein gegen die Depression eingesetzt werden, weil sie das Risiko eines Suizids erhöhen können; bei Anzeichen einer depressiven Erkrankung oder suizidalen Neigungen sollte Alprazolam nur eingeschränkt verschrieben werden. Haben Sie sich jemals so nutzlos oder wertlos gefühlt, dass Sie darüber nachgedacht haben, sich das Leben zu nehmen, ist es laut Packungsbeilage sehr wichtig, mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Familie darüber zu sprechen, denn sie können Ihnen helfen. [1, 2]
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Bei Nebenwirkungen wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eventuell sollte die Dosis verringert werden. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. [1]
Bemerken Sie Unruhe, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Albträume oder Sinnestäuschungen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Packungsbeilage sollte sie oder er die Behandlung in solchen Fällen beenden. Wenn Sie nicht genügend geschlafen haben, lässt Ihre Aufmerksamkeit laut Packungsbeilage noch stärker nach. [1]
Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.
Kontrollen während der Behandlung
Laut Fachinformation sind Behandlungsbedarf und Dosis bei jedem Menschen regelmäßig zu überprüfen. Engmaschig überwacht werden sollte außerdem, wer zusätzlich Opioide oder das Herzmittel Digoxin anwendet. [2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Prüfung des Behandlungsbedarfs und der Dosis | Regelmäßig; vor einer Behandlung über 8 bis 12 Wochen hinaus erneute Beurteilung[2] |
| Engmaschige Überwachung auf Anzeichen einer Abflachung der Atmung (Atemdepression) und einer Beruhigung (Sedierung) | Bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden[2] |
| Engmaschige Überwachung auf Anzeichen einer Digoxin-Überdosierung | Bei gleichzeitiger Einnahme von Digoxin (Herzmittel), weil vor allem bei älteren Menschen ein Anstieg des Digoxin-Spiegels im Blut berichtet wurde[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was bei Kontrollen allgemein wichtig ist, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, kann lebensbedrohlich sein; sie sollte laut Packungsbeilage nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, bei Ihnen auf Schläfrigkeit und Atembeschwerden zu achten. Die Konzentration von Alprazolam im Blut können unter anderem die Antidepressiva Fluvoxamin, Fluoxetin und Sertralin erhöhen; Carbamazepin und eine Daueranwendung von Johanniskraut können die Wirkung verringern. Zusammen mit Clozapin ist das Risiko eines Atem- und/oder Herzstillstands erhöht. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Opioide (starke Schmerzmittel, Mittel zur Substitutionstherapie und einige Hustenmittel) | Erhöhtes Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma; die gleichzeitige Anwendung kann lebensbedrohlich sein. Laut Fachinformation kann es außerdem zu einer gesteigerten Euphorie kommen, die eine psychische Abhängigkeit verstärken kann[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten Dosis und Dauer von der Ärztin oder dem Arzt begrenzt werden. Informieren Sie sie oder ihn über alle opioidhaltigen Arzneimittel |
| Schlafmittel, Antipsychotika (Neuroleptika), Narkosemittel, angstlösende Mittel, einige Antidepressiva, Mittel gegen Anfallsleiden und beruhigende Allergiemittel (sedierende Antihistaminika) | Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf das zentrale Nervensystem[1, 2] | Ärztin oder Arzt um Rat fragen |
| Alkohol | Die Wirkungsweise von Alprazolam kann verändert und die beruhigende Wirkung verstärkt werden[1, 2] | Während der Behandlung keinen Alkohol trinken |
| Arzneimittel, die das Leberenzym CYP3A4 stark hemmen, z. B. Pilzmittel (Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol), HIV-Mittel (Proteasehemmer), Nefazodon, Fluvoxamin, Fluoxetin, Sertralin, Cimetidin, Diltiazem, hormonelle Verhütungsmittel ("Pille") und einige Makrolid-Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Troleandomycin) | Die Konzentration von Alprazolam im Blut kann ansteigen[1, 2] | Laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren; eine erhebliche Dosisverringerung sollte in Betracht gezogen werden, ärztlich besprechen |
| Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin (Stoffe, die das Leberenzym CYP3A4 vermehrt bilden lassen) | Die Wirkung von Alprazolam kann verringert werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt um Rat fragen |
| Johanniskraut | Die Daueranwendung kann die Wirkung von Alprazolam verringern; wird Johanniskraut plötzlich abgesetzt, können Zeichen einer Überdosierung von Alprazolam auftreten[1, 2] | Ärztin oder Arzt um Rat fragen |
| Digoxin (Herzmittel) | Vor allem bei älteren Menschen wurde über einen Anstieg der Digoxin-Konzentration im Blut berichtet[1, 2] | Laut Fachinformation engmaschige Überwachung auf Zeichen einer Digoxin-Überdosierung |
| Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) | Vor allem zu Beginn muss mit einer Verstärkung der muskelentspannenden Wirkung gerechnet werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt um Rat fragen |
| Clozapin (Mittel gegen Schizophrenie) | Erhöhtes Risiko eines Atem- und/oder Herzstillstands[1, 2] | Ärztin oder Arzt um Rat fragen |
| Imipramin und Desipramin (Mittel gegen Depressionen) | Anstieg der Konzentration dieser Mittel im Blut beschrieben; die klinische Bedeutung ist laut Fachinformation noch nicht geklärt[1, 2] | Ärztin oder Arzt um Rat fragen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation.
Wer Alprazolam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Alprazolam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Bestimmte schwere Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
- Schwere Störungen der Atmung (schwere Ateminsuffizienz)[1, 2]
- Nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörung[1, 2]
- Akute Vergiftung mit Alkohol oder anderen Substanzen, die auf das Gehirn wirken[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte (Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauch); laut Fachinformation nur mit äußerster Vorsicht anwenden[1, 2]
- Atemschwierigkeiten oder Atemstörungen; laut Fachinformation sollten Menschen mit chronischer Ateminsuffizienz wegen der Gefahr einer Atemdepression eine niedrigere Dosis einnehmen[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion oder leichte bis mittelschwere Leberfunktionsstörung: eventuell muss die Dosis verringert werden[1, 2]
- Ältere oder geschwächte Menschen: Beruhigung und/oder Muskelschwäche können das Risiko von Stürzen erhöhen, die bei älteren Menschen häufig schwerwiegende Folgen haben; die Ärztin oder der Arzt verordnet eventuell eine geringere Dosis[1, 2]
- Depressionen oder andere Störungen des geistig-seelischen Zustandes: Alprazolam sollte nicht zu ihrer alleinigen Behandlung eingenommen werden; unter Umständen können depressive Beschwerden verstärkt werden, wenn keine geeignete Behandlung der Grunderkrankung erfolgt. Laut Fachinformation sollten Benzodiazepine bei schwerer Depression oder bei Angstzuständen, die von Depressionen begleitet werden, nicht allein zur Behandlung der Depression angewendet werden, da sie zum Suizid führen bzw. das Risiko eines Suizids erhöhen können[1, 2]
- Unerkannte (latente) Depression: In einigen Fällen wurden manische Episoden beschrieben[1, 2]
- Abhängigkeit: Eine längerfristige Anwendung kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit der Höhe der Dosis und der Dauer der Behandlung. Laut Fachinformation kann eine Abhängigkeit auch bei therapeutischen Dosen und bei Menschen ohne besondere Risikofaktoren entstehen; Missbrauch wurde berichtet[1, 2]
- Nachlassende Wirkung: Bei kontinuierlicher Einnahme über einige Wochen kann die Wirkung nachlassen[1, 2]
- Gedächtnislücken (anterograde Amnesie): Unter Umständen werden einige Stunden nach der Einnahme Handlungen ausgeführt, an die man sich später nicht erinnern kann; das Risiko hängt von der Höhe der Dosis ab[1, 2]
- Psychotische Erkrankungen: Laut Fachinformation sind Benzodiazepine nicht zu ihrer Erstbehandlung (Primärbehandlung) geeignet[2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Anwendung wird nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]
Bei älteren Menschen wird Alprazolam laut Fachinformation langsamer aus dem Körper entfernt (verminderte Clearance), und wie bei anderen Benzodiazepinen besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Mittel. Für ältere und geschwächte Menschen wird die Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis empfohlen, damit keine Koordinationsstörungen (Ataxie) und keine übermäßige Beruhigung entstehen; mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. [2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol; mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. Zum Autofahren sagt die Packungsbeilage: Führen Sie während der Behandlung kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Zur Schwangerschaft sagen die Quellen nicht dasselbe. Laut Packungsbeilage von 2026 sollte Alprazolam in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und aus zwingenden Gründen verordnet werden; die ältere Fachinformation von 2018 schreibt, die Anwendung könne erwogen werden, wenn Anwendungsgebiet und Dosierung genau eingehalten werden. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an; je nach zugrunde liegender psychiatrischer Erkrankung sollten laut Embryotox besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2, 3]
In der Stillzeit sollen Sie laut Packungsbeilage nicht stillen. Embryotox stützt sich auf publizierte Erfahrungen mit 20 Mutter-Kind-Paaren und hält Stillen bei einer Langzeitbehandlung mit Alprazolam allein und in niedriger Dosis unter Vorbehalt für akzeptabel. Was für Sie gilt, klären Sie in der Praxis; Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 3]
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte Alprazolam nur in Ausnahmefällen und aus zwingenden Gründen verordnet werden. Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden möchten oder vermuten, schwanger zu sein, teilen Sie dies umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit; sie oder er entscheidet über die Weiterführung oder den Abbruch der Behandlung.[1]
Laut Fachinformation deutet eine Vielzahl von Daten aus Kohortenstudien darauf hin, dass eine Benzodiazepin-Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht mit einem erhöhten Risiko schwerer Fehlbildungen einhergeht; einige frühe Fall-Kontroll-Studien fanden ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten. Ist eine Behandlung spät in der Schwangerschaft nötig, kann beim Neugeborenen auch bei niedrigen Dosen ein "Floppy-Infant-Syndrom" mit schlaffer Muskulatur und Trinkschwäche auftreten; bei hohen Dosen sind Atemdepression oder Atemstillstand und eine zu niedrige Körpertemperatur möglich. Außerdem können Neugeborene bis zu einigen Tagen nach der Geburt Entzugssymptome zeigen, auch wenn kein Floppy-Infant-Syndrom erkennbar ist.[2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an. In einer schwedischen Registerstudie mit 444 im ersten Schwangerschaftsdrittel behandelten Schwangerschaften wurde ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet, vor allem die Entwicklung des Herzens betreffend; eine weitere, kleinere Studie mit 88 Schwangerschaften fand ein erhöhtes Risiko für komplexe Fehlbildungen. Andere Studien unterschiedlicher Qualität mit zusammen etwa 1.000 Schwangerschaften ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Bei regelmäßiger Einnahme von Benzodiazepinen im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt ist laut Embryotox mit teilweise schwerwiegenden Beschwerden beim Neugeborenen zu rechnen, bis hin zum teilweise wochenlang anhaltenden "Floppy-Infant-Syndrom" mit schlaffer Muskulatur, Teilnahmslosigkeit und Störungen der Temperaturregulation; auch Entzugszeichen wie Krampfanfälle sind möglich. Zu Alprazolam selbst gibt es laut Embryotox nur einzelne Fallberichte über Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, in denen keine oder nur milde Beschwerden beschrieben wurden. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss laut Embryotox auf ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft in jedem Fall verzichtet werden; über eine mögliche Verringerung der Dosis sollte individuell entschieden werden.[3]
Laut Embryotox sollten je nach zugrunde liegender psychiatrischer Erkrankung besser geeignete Psychopharmaka eingesetzt werden; vor allem eine langfristige Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel oder hohe Dosen kurz vor oder während der Geburt sollten wegen möglicher Komplikationen beim Neugeborenen kritisch überprüft werden. Nach einer Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine Ultraschall-Feindiagnostik empfohlen werden; die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Als besser geeignete Alternative für eine angstlösende Akutbehandlung nennt Embryotox Promethazin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Alprazolam geht in die Muttermilch über; laut Packungsbeilage sollen Sie während der Behandlung nicht stillen. Laut Fachinformation wird Alprazolam in geringen Mengen ausgeschieden; die Anwendung in der Stillzeit wird dennoch nicht empfohlen.[1, 2]
Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu 20 Mutter-Kind-Paaren vor. Mehrere Fallberichte beschreiben eine Sedierung beim gestillten Säugling, wenn die Mutter regelmäßig Alprazolam einnahm. Einzeldosen erfordern laut Embryotox wahrscheinlich keine Stillpause; bei einer Langzeitbehandlung ist Stillen unter alleiniger Behandlung mit Alprazolam und niedriger Dosierung unter Vorbehalt akzeptabel.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol: Er kann die Wirkungsweise von Alprazolam verändern und die beruhigende Wirkung verstärken. Laut Fachinformation wird die gleichzeitige Einnahme von Alkohol nicht empfohlen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Alprazolam kann Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen und Muskelschwäche hervorrufen und dadurch die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen und Maschinen zu bedienen; Alkohol verstärkt diese Wirkung, und wenn Sie nicht genügend geschlafen haben, lässt die Aufmerksamkeit noch stärker nach. Führen Sie während der Behandlung kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]
Anwendung
Die Tabletten ganz mit reichlich Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, einnehmen und nicht zerkauen. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Nach längerer Anwendung und plötzlichem Beenden der Behandlung können die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt wiederkehren, begleitet von Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Unruhe. Deshalb sollte die Ärztin oder der Arzt die Dosis beim Beenden der Behandlung schrittweise verringern.[1, 2]
Ist es zu einer körperlichen Abhängigkeit gekommen, können beim Absetzen Entzugserscheinungen auftreten: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, schwere Angst- und Spannungszustände, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Verwirrung und Reizbarkeit; in schweren Fällen eine gestörte Wahrnehmung der eigenen Person oder der Umwelt (Depersonalisierung, Derealisation), gesteigertes Hörempfinden, Taubheit und Kribbeln der Gliedmaßen, Licht-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit, Halluzinationen und epileptische Anfälle. Entzugserscheinungen können mehrere Tage nach dem Ende der Behandlung auftreten.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Eine Überdosierung äußert sich im Allgemeinen als Benommenheit, manchmal bis hin zum Koma; in leichteren Fällen treten Schläfrigkeit, Verwirrung und Lethargie auf, bei schwereren Formen Störungen der Bewegungsabläufe, Muskelerschlaffung, Blutdruckabfall und Störungen der Atemfunktion. Selten tritt ein Koma ein.[1, 2]
Abhängigkeit und Gewöhnung
Eine längerfristige Anwendung von Alprazolam kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Höhe der Dosis und der Länge der Behandlung, vor allem bei Menschen, die früher Drogen, Arzneimittel oder Alkohol missbraucht haben. Laut Fachinformation kann eine Abhängigkeit auch bei therapeutischen Dosen und bei Menschen ohne besondere Risikofaktoren entstehen, und werden verschiedene Benzodiazepine gemeinsam angewendet, ist das Risiko erhöht. Fälle von Missbrauch sind beschrieben worden. Embryotox schreibt, dass sich das hohe Abhängigkeitspotenzial bereits nach wenigen Wochen und auch im therapeutischen Dosisbereich entwickeln kann, und dass Alprazolam deshalb nur kurzfristig eingesetzt werden sollte. [1, 2, 3]
Wird Alprazolam kontinuierlich über einige Wochen eingenommen, kann die Wirkung nachlassen (Toleranz); die Fachinformation beschreibt für Benzodiazepine bei wiederholter Anwendung über mehrere Wochen ein mögliches Nachlassen der schlaffördernden Wirkung. Ist es zu einer körperlichen Abhängigkeit gekommen, entwickeln sich beim Absetzen Entzugserscheinungen, in schweren Fällen unter anderem Halluzinationen und epileptische Anfälle; die vollständige Aufzählung steht in der Übersicht oben unter "Absetzen". [1, 2]
Alprazolam steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Ausgenommen sind Zubereitungen, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je abgeteilte Form, zum Beispiel je Tablette, bis zu 1 mg Alprazolam enthalten. Verschreibungspflichtig ist Alprazolam laut Fachinformation. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit. [2, 4]
Einnahme und Absetzen
Wie Sie die Tabletten einnehmen, was bei einer vergessenen Einnahme gilt und welche Beschwerden nach dem Absetzen auftreten können, steht in der Übersicht zum Alltag. Beenden Sie die Einnahme nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Nach längerer Anwendung sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise verringern. Auch die Fachinformation empfiehlt eine schrittweise Verringerung, weil die Gefahr von Entzugs- und Rebound-Erscheinungen nach einem abrupten Abbruch der Behandlung größer ist; Entzugserscheinungen können noch mehrere Tage nach dem Ende der Behandlung auftreten. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]
Wie das Absetzen nach längerer Einnahme abläuft und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Benzodiazepine absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt Absetzsymptome. Geht es Ihnen in dieser Zeit seelisch sehr schlecht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise.
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und Erhaltungsdosis getrennt für Erwachsene und für ältere oder geschwächte Menschen sowie Menschen mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen; bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Alprazolam
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Alprazolam-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 0,25, 0,5 oder 1,0 mg; Grundlage dieser Seite: 1,0 mg Tabletten |
| Tafil | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Alprazolam-ratiopharm 1,0 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Alprazolam-ratiopharm 1,0 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2018. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox: Alprazolam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Alprazolam. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Langfassung, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); Federführung laut DGPPN-Übersicht: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Stand Version 2.0, Stand 06.04.2021 (nächste Überprüfung geplant 04/2026; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 05.04.2026). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Alprazolam nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Alprazolam?
Einen festen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation wird Alprazolam schnell aufgenommen, und die höchste Konzentration im Blut ist 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht; die mittlere Halbwertszeit beträgt 12 bis 15 Stunden und ist bei älteren Menschen signifikant verlängert. Wird Alprazolam über einige Wochen ohne Unterbrechung eingenommen, kann die Wirkung nachlassen.
Ab wann macht Alprazolam abhängig?
Eine feste Grenze nennen die Quellen nicht. Laut Packungsbeilage kann eine längerfristige Anwendung zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen, und das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung. Laut Fachinformation kann eine Abhängigkeit auch bei therapeutischen Dosen und bei Menschen ohne besondere Risikofaktoren entstehen. Embryotox schreibt, dass sie sich schon nach wenigen Wochen entwickeln kann, und rät deshalb zu einem nur kurzfristigen Einsatz.
Darf ich Alprazolam mit Alkohol nehmen?
Nein. Die Packungsbeilage sagt: Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Durch Alkohol kann die Wirkungsweise von Alprazolam verändert und die beruhigende Wirkung verstärkt werden. Auch die Beeinträchtigung beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen wird durch Alkohol verstärkt. Die Fachinformation empfiehlt die gleichzeitige Einnahme von Alkohol nicht.
Wie setzt man Alprazolam ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach längerer Anwendung und plötzlichem Beenden können die ursprünglichen Beschwerden vorübergehend verstärkt wieder auftreten; deshalb sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise verringern. Auch die Fachinformation empfiehlt das, weil die Gefahr von Entzugs- und Rebound-Erscheinungen nach einem abrupten Abbruch größer ist. Wie die Verringerung bei Ihnen aussieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest; Entzugserscheinungen können auch erst mehrere Tage nach dem Ende der Behandlung auftreten.
Wie hoch ist die Dosis von Alprazolam?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage als Anfangs- und Erhaltungsdosis für Erwachsene und für ältere oder geschwächte Menschen nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Darf ich mit Alprazolam Auto fahren?
Die Packungsbeilage sagt: Führen Sie während der Behandlung mit Alprazolam kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen. Alprazolam kann Schläfrigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen und Muskelschwäche hervorrufen; Alkohol verstärkt diese Wirkung, und wenn Sie nicht genügend geschlafen haben, lässt die Aufmerksamkeit noch stärker nach. Mehr zur Rechtslage unter Psychopharmaka und Autofahren.
Kann ich Alprazolam in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte Alprazolam in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und aus zwingenden Gründen verordnet werden; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt umgehend, wenn Sie schwanger werden möchten oder eine Schwangerschaft vermuten. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an und nennt für eine angstlösende Akutbehandlung Promethazin als besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auf ein abruptes Absetzen muss in der Schwangerschaft laut Embryotox in jedem Fall verzichtet werden.
Kann man Alprazolam zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; informieren Sie die Praxis über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Laut Fachinformation kann sich die dämpfende Wirkung mit einigen Antidepressiva verstärken, und unter anderem Fluoxetin, Fluvoxamin und Sertralin können die Konzentration von Alprazolam im Blut erhöhen; eine Daueranwendung von Johanniskraut kann die Wirkung von Alprazolam verringern. Bei Imipramin und Desipramin wurde umgekehrt ein Anstieg von deren Konzentration beschrieben, dessen Bedeutung laut Fachinformation noch nicht geklärt ist. Zur alleinigen Behandlung einer Depression sollten Benzodiazepine wie Alprazolam laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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