MedikamenteWirkstoff

Memantin

Memantin ist ein verschreibungspflichtiges Antidementivum, das an den NMDA-Rezeptoren im Gehirn wirkt. Zugelassen ist es nur zur Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Axura und Ebixa. Laut Fachinformation sollte die Behandlung nur beginnen, wenn eine Betreuungsperson die regelmäßige Einnahme überwacht, und Verträglichkeit und Nutzen sollten regelmäßig ärztlich überprüft werden.

Frau Ende siebzig und ihre erwachsene Tochter ordnen am Morgen an einem hellen Holztisch gemeinsam frische Blumen in eine Vase
Bild: KI-generiert

Wofür wird Memantin eingesetzt?

Zugelassen ist Memantin nur zur Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Einleitung und Überwachung der Behandlung sollten laut Fachinformation durch eine Ärztin oder einen Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz erfolgen, die Diagnose anhand der aktuellen Richtlinien. Memantin ist verschreibungspflichtig; die EMA-Produktinformation führt es als Arzneimittel auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird die Anwendung laut Packungsbeilage nicht empfohlen, die Fachinformation nennt für sie keine Daten. [1, 2]

Laut S3-Leitlinie Demenzen (Version 6.1, Fassung vom 27.04.2026, laut Leitlinie gültig ab 24.02.2026 voraussichtlich bis 23.02.2027) kann eine Demenz in einen leichten, mittleren und schweren Ausprägungsgrad eingeteilt werden. Die Einteilung ist eine klinische Beurteilung, der das Ausmaß der Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten und im Alltag zugrunde liegt. Ein kognitiver Test wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST) kann zur Einstufung mit herangezogen werden, seine Einteilung ist laut Leitlinie aber nur als Orientierung zu verstehen. Das Anwendungsgebiet von Memantin beschreibt die Leitlinie als mittelschwere bis schwere Alzheimer-Demenz. [11]

Für diese Stadien empfiehlt die Leitlinie, Memantin zur Behandlung der Kognition und der Fähigkeit zur Verrichtung von Alltagsaktivitäten einzusetzen (starke Empfehlung). Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) spricht sich in einem Sondervotum für einen schwächeren Empfehlungsgrad aus. Laut Leitlinie handelt es sich um eine symptomatische Therapie. Für die leichte Alzheimer-Demenz ist Memantin in Deutschland nicht zugelassen; hier empfiehlt die Leitlinie, es wegen fehlender Belege für eine Wirksamkeit nicht einzusetzen (starke Empfehlung). [11]

Außerdem empfiehlt die Leitlinie, eine Kombination aus Memantin und einem Acetylcholinesterasehemmer wie Donepezil, Rivastigmin oder Galantamin bei der Alzheimer-Demenz aller Schweregrade nicht einzusetzen (starke Empfehlung). In ihrer Einschätzung sieht sie keinen Nutzen der Kombination, aber ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. [11]

Für eine vaskuläre Demenz ist Memantin nicht zugelassen. Die Leitlinie schlägt vor, bei vaskulärer Demenz unter anderem Memantin zur Behandlung der Kognition einzusetzen (schwache Empfehlung), und kennzeichnet das ausdrücklich als Behandlung außerhalb der Zulassung (Off-Label). Für die Demenz bei Parkinson-Krankheit und die Demenz mit Lewy-Körpern sieht sie keine Belege für eine Wirksamkeit von Memantin auf die Kognition; zugelassen ist es dafür ebenfalls nicht. [2, 11]

Wie wirkt Memantin?

Memantin gehört zu den Antidementiva und dort zu den NMDA-Rezeptor-Antagonisten. Laut Packungsbeilage wird der Gedächtnisverlust bei der Alzheimer-Demenz durch eine Störung der Signalübertragung im Gehirn verursacht. Im Gehirn finden sich sogenannte NMDA-Rezeptoren, die an der Übertragung von Nervensignalen beteiligt sind, die für Lernen und Erinnerung wichtig sind. Memantin wirkt an diesen Rezeptoren und verbessert laut Packungsbeilage die Übertragung der Nervensignale und damit das Gedächtnis. [1]

Die Fachinformation beschreibt Memantin als NMDA-Rezeptor-Antagonisten, der die Wirkung krankhaft erhöhter Konzentrationen des Botenstoffs Glutamat reguliert. Solche erhöhten Glutamat-Konzentrationen können laut Fachinformation zu Funktionsstörungen von Nervenzellen führen. [2]

Nach dem Einnehmen wird Memantin nahezu vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach 3 bis 8 Stunden erreicht, und Hinweise, dass Nahrung die Aufnahme beeinflusst, gibt es laut Fachinformation nicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt 60 bis 100 Stunden. In einer Studie wurde die wiedergefundene Menge zu über 99 Prozent über die Nieren ausgeschieden. Bei alkalischem Urin, also einem erhöhten pH-Wert des Urins, kann die Ausscheidung über die Nieren deutlich verringert sein. Das kann laut Fachinformation etwa durch eine grundlegende Umstellung der Ernährung, zum Beispiel von fleischhaltiger auf vegetarische Kost, oder durch die massive Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure geschehen. [2]

Wann wirkt Memantin und wie lange wird behandelt?

Zu Beginn wird die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise nach einem täglichen Behandlungsplan erreicht, um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern; laut Fachinformation wird sie während der ersten 3 Behandlungswochen wöchentlich gesteigert. Die Angaben dazu stehen im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation. Einen Zeitpunkt, ab dem die Wirkung einsetzt, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. [1, 2]

Laut Fachinformation sollten Verträglichkeit und Dosierung regelmäßig überprüft werden, vorzugsweise während der ersten 3 Monate nach Beginn der Behandlung. Danach sollten Nutzen und Verträglichkeit regelmäßig nach den aktuellen klinischen Richtlinien überprüft werden. Die Erhaltungstherapie kann fortgesetzt werden, solange ein therapeutischer Nutzen besteht und Memantin vertragen wird; die Packungsbeilage sagt, die Einnahme wird fortgesetzt, solange das Arzneimittel wirksam ist. Die Empfehlung der S3-Leitlinie zur langfristigen Behandlung betrifft nur die Acetylcholinesterasehemmer, nicht Memantin. [1, 2, 11]

Beobachtungen aus dem Alltag, etwa zu Schlaf, Stimmung oder Nebenwirkungen, können Sie oder Ihre Angehörigen im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten. Allgemeines dazu unter Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?

  1. BeginnLaut Fachinformation sollten Einleitung und Überwachung der Behandlung durch eine in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz erfahrene Ärztin oder einen erfahrenen Arzt erfolgen, und die Behandlung sollte nur begonnen werden, wenn eine Betreuungsperson die regelmäßige Einnahme überwacht. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, wird die Dosis in den ersten 3 Wochen wöchentlich gesteigert, bis ab der 4. Woche die Erhaltungsdosis erreicht ist.[1, 2]
  2. Wirkung prüfenVerträglichkeit und Dosis sollten laut Fachinformation regelmäßig überprüft werden, vorzugsweise in den ersten 3 Monaten nach Beginn der Behandlung; danach sollten Nutzen und Verträglichkeit regelmäßig nach den aktuellen klinischen Richtlinien überprüft werden.[2]
  3. ErhaltungLaut Packungsbeilage wird die Einnahme fortgesetzt, solange Memantin wirksam ist, und die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich beurteilt werden. Laut Fachinformation kann die Erhaltungstherapie fortgesetzt werden, solange ein therapeutischer Nutzen besteht und Memantin vertragen wird.[1, 2]
  4. AbsetzenEin Beenden sollte laut Fachinformation erwogen werden, wenn keine therapeutische Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Nebenwirkungen im Blick

Die beobachteten Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage im Allgemeinen leicht bis mittelschwer. In klinischen Studien bei leichter bis schwerer Demenz unterschied sich die Gesamthäufigkeit von Nebenwirkungen unter Memantin laut Fachinformation nicht von der unter einem Scheinmedikament (Placebo). Am häufigsten traten dort mit einer höheren Rate als unter Placebo Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Schläfrigkeit und erhöhter Blutdruck auf. Laut S3-Leitlinie treten diese Nebenwirkungen zumeist vorübergehend auf. [1, 2, 11]

Gelegentlich sind unter anderem Verwirrtheit, Halluzinationen, Gangstörungen, eine Herzleistungsschwäche und venöse Blutgerinnsel; Halluzinationen wurden laut Fachinformation hauptsächlich bei schwerer Alzheimer-Demenz beobachtet. Krampfanfälle sind sehr selten. Mit unbekannter Häufigkeit nennt die Packungsbeilage eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eine Entzündung der Leber (Hepatitis) und psychotische Reaktionen. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Memantin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen[1, 2]
  • Häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
  • Häufig: Schwindel, Gleichgewichtsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Leberfunktionswerte[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Memantin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"? Ausführlicher zu einer der häufigen Beschwerden: Müdigkeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Alzheimer-Demenz wird laut Packungsbeilage und Fachinformation mit Depression und Suizidgedanken in Verbindung gebracht. Seit der Markteinführung wurden solche Ereignisse auch bei Menschen berichtet, die Memantin einnahmen. Nebenwirkungen teilen Sie laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mit. Bemerken Sie oder Ihre Angehörigen eine gedrückte Stimmung oder Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote. [1, 2]

Was in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Anfang achtzig geht an einem milden Nachmittag mit seiner Frau Arm in Arm langsam einen ruhigen Gartenweg entlang
Bild: KI-generiert

Bemerken Sie Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen laut Packungsbeilage auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen. Nehmen Sie Memantin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein und ändern Sie die Dosis nicht selbst. [1]

Laut Fachinformation sollte die Behandlung nur begonnen werden, wenn eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die Einnahme regelmäßig überwacht. Für Angehörige und Betreuende können der Medikationsplan, die Einnahme-Erinnerung und die Fragen fürs Arztgespräch eine Hilfe sein; mehr unter Für Angehörige. [2]

Werden Sie in ein Krankenhaus aufgenommen, informieren Sie laut Packungsbeilage die dortige Ärztin oder den dortigen Arzt, dass Sie Memantin einnehmen. Haben Sie Ihre Ernährung kürzlich grundlegend umgestellt, zum Beispiel von normaler auf streng vegetarische Kost, oder haben Sie das vor, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil möglicherweise die Dosis angepasst werden muss. Mehr dazu unter Essen, Trinken und Psychopharmaka. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Neben der regelmäßigen Überprüfung von Verträglichkeit, Dosis und Nutzen (siehe Wann wirkt Memantin) nennt die Fachinformation Situationen, die eine besondere Überwachung brauchen. Menschen mit kürzlich zurückliegendem Herzinfarkt, ausgeprägter Herzleistungsstörung (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder unkontrolliertem Bluthochdruck waren in den meisten Studien ausgeschlossen; für sie liegen nur begrenzte Daten vor, deshalb müssen sie laut Fachinformation engmaschig überwacht werden. Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, muss die Ärztin oder der Arzt sie laut Packungsbeilage sorgfältig überwachen und die Dosis wenn nötig anpassen. [1, 2]

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern zum Einnehmen ist laut Fachinformation eine engmaschige Überwachung der Blutgerinnung (Prothrombinzeit oder INR) ratsam. Bei Faktoren, die den pH-Wert des Urins erhöhen, kann eine besonders sorgfältige Überwachung nötig sein. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Memantin
UntersuchungWann oder warum
Verträglichkeit, Dosis und NutzenRegelmäßig, vorzugsweise in den ersten 3 Monaten nach Beginn; danach regelmäßig Nutzen und Verträglichkeit[2]
Regelmäßige EinnahmeEine Betreuungsperson überwacht die regelmäßige Einnahme; ohne sie sollte die Behandlung laut Fachinformation nicht begonnen werden[2]
NierenfunktionBei eingeschränkter Nierenfunktion sorgfältig und in regelmäßigen Abständen; die Dosis wird wenn nötig angepasst[1]
Herz und KreislaufLaut Fachinformation engmaschig nach kürzlichem Herzinfarkt, bei ausgeprägter Herzleistungsstörung (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder unkontrolliertem Bluthochdruck (laut Packungsbeilage unbehandelter Bluthochdruck), weil nur begrenzte Daten vorliegen; laut Packungsbeilage muss der Nutzen regelmäßig ärztlich neu beurteilt werden[1, 2]
Faktoren, die den pH-Wert des Urins erhöhenBei einer grundlegenden Umstellung der Ernährung (etwa auf vegetarische Kost), massiver Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure, renaler tubulärer Azidose oder schweren Harnwegsinfektionen mit Proteus-Bakterien unter Umständen besonders sorgfältig, weil sich die Ausscheidung von Memantin verändern kann[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin (zur Behandlung der Parkinson-Krankheit), Ketamin (im Allgemeinen als Narkosemittel eingesetzt), Dextromethorphan (normalerweise gegen Husten angewendet) und anderen NMDA-Antagonisten sollte vermieden werden. Diese Mittel wirken am selben Rezeptorsystem wie Memantin, deshalb können Nebenwirkungen, vor allem solche des zentralen Nervensystems, häufiger oder stärker auftreten. Die Kombination mit Amantadin birgt laut Fachinformation das Risiko einer durch Arzneimittel ausgelösten Psychose. [1, 2]

Laut Fachinformation kann Memantin die Wirkung von L-Dopa, von dopaminergen Agonisten wie Bromocriptin und von Anticholinergika verstärken und die Wirkung von Barbituraten und Neuroleptika abschwächen. Neuroleptika sind laut Packungsbeilage Mittel zur Behandlung von psychischen Störungen. Auch bei den krampflösenden Mitteln Dantrolen und Baclofen, bei Mitteln gegen Epilepsie und bei Hydrochlorothiazid, auch in Kombinationspräparaten, kann sich die Wirkung ändern; die Ärztin oder der Arzt passt dann gegebenenfalls die Dosis an. Ein veröffentlichter Fallbericht weist laut Fachinformation auf eine mögliche Gefahr bei der Kombination mit Phenytoin hin. [1, 2]

Cimetidin, Ranitidin, Procainamid, Chinidin, Chinin und Nikotin nutzen dasselbe Transportsystem in der Niere wie Amantadin; laut Fachinformation besteht deshalb die Möglichkeit einer Wechselwirkung mit Memantin und die potenzielle Gefahr eines erhöhten Spiegels im Blut. Seit der Markteinführung wurden einzelne Fälle erhöhter Gerinnungswerte (INR) bei gleichzeitiger Behandlung mit Warfarin berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang konnte nicht hergestellt werden. In Studien mit einer einmaligen Gabe bei jungen gesunden Freiwilligen zeigten sich keine relevanten Wechselwirkungen mit Glibenclamid, Metformin oder Donepezil, in einer weiteren Studie keine relevanten Effekte auf Galantamin. [1, 2]

Wechselwirkungen von Memantin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Amantadin (gegen Parkinson), Ketamin (Narkosemittel), Dextromethorphan (gegen Husten) und andere NMDA-AntagonistenSie wirken am selben Rezeptorsystem wie Memantin; Nebenwirkungen, vor allem des zentralen Nervensystems, können häufiger oder stärker auftreten. Laut Fachinformation birgt die Kombination mit Amantadin das Risiko einer durch Arzneimittel ausgelösten Psychose[1, 2]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
L-Dopa, dopaminerge Agonisten (z. B. Bromocriptin) und Anticholinergika (z. B. gegen Bewegungsstörungen oder Darmkrämpfe)Laut Fachinformation kann ihre Wirkung verstärkt werden[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an
Barbiturate (Schlafmittel) und Neuroleptika (Mittel gegen psychische Störungen)Laut Fachinformation kann ihre Wirkung abgeschwächt werden[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an
Dantrolen und Baclofen (krampflösende Mittel, Spasmolytika)Ihre Wirkung kann sich ändern[1, 2]Gegebenenfalls ist eine Anpassung der Dosis nötig
Mittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva), z. B. PhenytoinIhre Wirkung kann beeinflusst werden; laut Fachinformation weist ein veröffentlichter Fallbericht auf eine mögliche Gefahr bei der Kombination mit Phenytoin hin[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Cimetidin, Ranitidin, Procainamid, Chinidin, Chinin und NikotinSie nutzen dasselbe Transportsystem in der Niere wie Amantadin; laut Fachinformation besteht die Möglichkeit einer Wechselwirkung mit Memantin und dadurch die potenzielle Gefahr eines erhöhten Spiegels im Blut[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; gegebenenfalls Dosisanpassung
Hydrochlorothiazid (Entwässerungsmittel, auch in Kombinationspräparaten)Der Spiegel von Hydrochlorothiazid im Blut kann möglicherweise erniedrigt sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Gerinnungshemmer zum Einnehmen (orale Antikoagulanzien wie Warfarin)Seit der Markteinführung wurden einzelne Fälle erhöhter INR-Werte berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang konnte nicht hergestellt werden[1, 2]Laut Fachinformation ist eine engmaschige Kontrolle der Blutgerinnung (Prothrombinzeit oder INR) ratsam

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Memantin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Memantin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Epileptische Anfälle in der Krankengeschichte; laut Fachinformation auch Krämpfe in der Vorgeschichte oder Faktoren, die eine Epilepsie begünstigen[1, 2]
  • Kürzlich erlittener Herzinfarkt, ausgeprägte Herzleistungsstörung (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder unbehandelter Bluthochdruck (laut Fachinformation unkontrollierter Bluthochdruck): Laut Packungsbeilage muss die Behandlung sorgfältig überwacht und ihr Nutzen regelmäßig ärztlich neu beurteilt werden; laut Fachinformation liegen für diese Menschen nur begrenzte Daten vor, und sie müssen engmaschig überwacht werden[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Ärztin oder der Arzt muss die Nierenfunktion sorgfältig überwachen und die Dosis wenn nötig anpassen[1, 2]
  • Renale tubuläre Azidose (ein Überschuss an säurebildenden Stoffen im Blut durch eine Störung der Nierenfunktion) oder eine schwere Harnwegsinfektion: Die Dosis muss möglicherweise angepasst werden; laut Fachinformation können eine renale tubuläre Azidose oder schwere Harnwegsinfektionen mit Proteus-Bakterien den pH-Wert des Urins erhöhen[1, 2]
  • Grundlegende Umstellung der Ernährung, zum Beispiel von normaler auf streng vegetarische Kost: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil möglicherweise die Dosis angepasst werden muss; laut Fachinformation können eine solche Umstellung und die massive Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure den pH-Wert des Urins erhöhen und unter Umständen eine besonders sorgfältige Überwachung erforderlich machen[1, 2]
  • Schwere Leberfunktionsstörungen: Laut Fachinformation liegen keine Daten vor; die Anwendung wird nicht empfohlen[2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Anwendung wird nicht empfohlen[1]

Allgemeines zur Behandlung älterer Menschen steht unter Psychopharmaka im Alter.

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage ist die Anwendung von Memantin während der Schwangerschaft nicht empfehlenswert. Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor; Tierstudien zeigten ein mögliches vermindertes Wachstum des Ungeborenen, das Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Memantin darf laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Frauen, die Memantin einnehmen, dürfen laut Fachinformation nicht stillen; laut Packungsbeilage sollten sie nicht stillen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Memantin in die Muttermilch übergeht; wegen seiner fettlöslichen Eigenschaften ist jedoch davon auszugehen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Laut Packungsbeilage sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ob Ihre Erkrankung es erlaubt, gefahrlos ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Außerdem kann Memantin das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass das sichere Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen nicht mehr gewährleistet ist. Laut Fachinformation schränkt eine moderate bis schwere Alzheimer-Demenz die Verkehrstüchtigkeit normalerweise ein; Memantin hat zusätzlich einen geringen bis mäßigen Einfluss.[1, 2]

Anwendung

Einmal täglich einnehmen, regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit; die Tabletten mit etwas Wasser schlucken, mit oder ohne Nahrung. Werden Sie in ein Krankenhaus aufgenommen, informieren Sie die dortige Ärztin oder den dortigen Arzt über die Einnahme.[1]

Einnahme vergessen: die nächste Dosis einfach zur gewohnten Zeit nehmen, nicht die doppelte Dosis.[1]

Laut Fachinformation sollte die Behandlung nur begonnen werden, wenn eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die Einnahme regelmäßig überwacht; Einleitung und Überwachung sollten durch eine Ärztin oder einen Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz erfolgen.[2]

Absetzen

Laut Packungsbeilage wird die Einnahme fortgesetzt, solange das Arzneimittel wirksam ist; die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich beurteilt werden. Laut Fachinformation sollte ein Beenden erwogen werden, wenn keine therapeutische Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird.[1, 2]

Überdosierung

Laut Packungsbeilage können bei einer Überdosierung die bekannten Nebenwirkungen verstärkt auftreten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Laut Fachinformation zeigten Betroffene nach Überdosierungen unter anderem Verwirrtheit, Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Unruhe, Aggression, Halluzinationen, Gangstörungen, Erbrechen und Durchfall; nach massiven Überdosierungen wurden auch Psychose, Krampfneigung, Bewusstlosigkeit und Koma beschrieben.[1, 2]

Eine eigene Angabe zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Memantin nicht. Was für Sie gilt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Allgemeines unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Laut Fachinformation führt eine moderate bis schwere Alzheimer-Demenz normalerweise zu einer Einschränkung der Verkehrstüchtigkeit und beeinträchtigt die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Memantin hat darüber hinaus einen geringen bis mäßigen Einfluss darauf, sodass ambulant behandelte Menschen zu besonderer Vorsicht anzuhalten sind. Nach der S3-Leitlinie ist bei Menschen mit mittelschwerer und schwerer Demenz die Fahreignung aufgehoben. Unabhängig vom Schweregrad muss laut Leitlinie eine Sicherungsaufklärung erfolgen: Menschen mit Demenz sollen frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass eine Demenz im Verlauf zum Verlust der Fahreignung führen wird. [2, 11] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [13] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [12] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

In der Schwangerschaft ist die Anwendung laut Packungsbeilage nicht empfehlenswert; laut Fachinformation darf Memantin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Frauen, die Memantin einnehmen, dürfen laut Fachinformation nicht stillen; die Packungsbeilage schreibt, dass sie nicht stillen sollten. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2]

Eine Abhängigkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Allgemein zum Thema: Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 2]

Einnahme und Absetzen

Memantin sollte laut Packungsbeilage einmal täglich eingenommen werden, regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit, mit etwas Wasser und mit oder ohne Nahrung. Die Filmtabletten mit 10 mg haben eine Bruchkerbe und können laut Fachinformation in gleiche Dosen geteilt werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie Memantin beim nächsten Mal einfach zur gewohnten Zeit ein und nicht die doppelte Dosis. [1, 2]

Absetzbeschwerden beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Packungsbeilage wird die Einnahme fortgesetzt, solange Memantin wirksam ist, und die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich beurteilt werden. Laut Fachinformation sollte die Beendigung der Behandlung in Erwägung gezogen werden, wenn eine therapeutische Wirkung nicht mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird. Ob und wann die Behandlung endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die empfohlene Dosis und den täglichen Behandlungsplan, nach dem sie in den ersten Wochen erreicht wird; die Fachinformation ergänzt Angaben für eine eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion. Die Angaben gelten für Ebixa 10 mg Filmtabletten; für andere Präparate gilt deren eigene Packungsbeilage. [1, 2]

Präparate mit Memantin

Präparate mit Memantin
PräparatAnbieterHinweis
AxuraMerz Pharmaceuticals GmbHverschreibungspflichtig
EbixaH. Lundbeck A/Sverschreibungspflichtig; Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen; Grundlage dieser Seite: Ebixa 10 mg Filmtabletten
Memantin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten
Memantin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Ebixa 10 mg Filmtabletten. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Ebixa 10 mg/20 mg Filmtabletten, und Anhang II. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, und Anhang III B: Packungsbeilage, je für Ebixa 5 mg/Pumpenhub, Lösung zum Einnehmen. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Register-Nr. 038-013). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026 (laut Leitlinie gültig ab 24.02.2026 voraussichtlich bis 23.02.2027). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Memantin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Memantin verschrieben?

Zugelassen ist Memantin nur zur Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz; die S3-Leitlinie Demenzen spricht von mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz. Für die leichte Alzheimer-Demenz ist Memantin laut Leitlinie in Deutschland nicht zugelassen, und die Leitlinie empfiehlt, es dort wegen fehlender Belege für eine Wirksamkeit nicht einzusetzen (starke Empfehlung). Welcher Schweregrad vorliegt, ist laut Leitlinie eine klinische Beurteilung durch die Ärztin oder den Arzt.

Kann man Memantin und Donepezil zusammen nehmen?

Laut Fachinformation zeigten Studien mit einer einmaligen Gabe bei jungen gesunden Freiwilligen keine relevanten Wechselwirkungen zwischen Memantin und Donepezil. Die S3-Leitlinie Demenzen empfiehlt aber, eine Kombination aus einem Acetylcholinesterasehemmer wie Donepezil, Rivastigmin oder Galantamin und Memantin bei der Alzheimer-Demenz aller Schweregrade nicht einzusetzen (starke Empfehlung): Sie sieht keinen zusätzlichen Nutzen, aber ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; ändern Sie nichts selbst.

Darf ich mit Memantin Alkohol trinken?

Eine eigene Angabe zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Memantin nicht. Was für Sie gilt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Macht Memantin müde?

Das ist möglich. Schläfrigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; Müdigkeit ist gelegentlich, kann also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Laut S3-Leitlinie treten die dort genannten möglichen Nebenwirkungen von Memantin, darunter Schläfrigkeit, zumeist vorübergehend auf. Memantin kann laut Packungsbeilage außerdem das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass das sichere Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen nicht mehr gewährleistet ist.

Wie wird Memantin dosiert, auch bei Nierenproblemen?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Zu Beginn wird sie laut Packungsbeilage schrittweise nach einem Behandlungsplan erreicht, um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern. Ist Ihre Nierenfunktion eingeschränkt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt über eine Dosierung, die Ihrem Krankheitszustand entspricht, und die Nierenfunktion sollte in regelmäßigen Abständen ärztlich überwacht werden. Was Packungsbeilage und Fachinformation im Einzelnen nennen, steht im Abschnitt Dosierung.

Ab wann wirkt Memantin?

Einen festen Zeitpunkt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation sollten Verträglichkeit und Dosierung regelmäßig überprüft werden, vorzugsweise während der ersten 3 Monate nach Beginn der Behandlung. Danach sollten Nutzen und Verträglichkeit regelmäßig nach den aktuellen klinischen Richtlinien überprüft werden.

Was passiert, wenn man Memantin absetzt?

Absetzbeschwerden beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Packungsbeilage wird die Einnahme fortgesetzt, solange das Arzneimittel wirksam ist; laut Fachinformation sollte ein Beenden erwogen werden, wenn keine therapeutische Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird. Ob und wann die Behandlung endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Memantin und Risperidon, Melperon oder Antidepressiva?

Einzelne Mittel wie Risperidon, Melperon, Citalopram oder Mirtazapin nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht namentlich, Antidepressiva als Gruppe ebenfalls nicht. Die Packungsbeilage führt aber Neuroleptika, also Mittel zur Behandlung von psychischen Störungen, unter den Arzneimitteln auf, die durch Memantin in ihrer Wirkung beeinflusst werden können, sodass eine Anpassung ihrer Dosis durch die Ärztin oder den Arzt erforderlich sein kann; laut Fachinformation kann ihre Wirkung abgeschwächt werden. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Mittel, die Sie einnehmen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Galantamin

    Galantamin ist ein Acetylcholinesterasehemmer zur Behandlung der Alzheimer-Demenz.

  • Medikamente Donanemab

    Donanemab ist ein Antikörper gegen Amyloid bei früher Alzheimer-Krankheit.

  • Medikamente Biperiden

    Biperiden ist ein Anticholinergikum gegen Parkinson-Beschwerden und Bewegungsstörungen durch Neuroleptika.

  • Werkzeuge Persönlicher Krisenplan

    Ein Krisenplan hält fest, woran Sie eine Krise erkennen, was hilft und wen Sie anrufen.