MedikamenteWirkstoff
Guanfacin
Guanfacin ist ein verschreibungspflichtiges ADHS-Medikament, das kein Stimulans ist; zugelassen ist es für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren, für die eine Behandlung mit Stimulanzien nicht in Frage kommt, die Stimulanzien nicht vertragen oder bei denen sie sich als unwirksam erwiesen haben. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Intuniv. Guanfacin kann Blutdruck und Puls senken und schläfrig machen; beendet wird die Behandlung nur nach ärztlicher Absprache und schrittweise, weil nach dem Absetzen Blutdruck und Puls ansteigen können.

Wofür wird Guanfacin eingesetzt?
Guanfacin ist zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren zugelassen, für die eine Behandlung mit Stimulanzien nicht in Frage kommt, die Stimulanzien nicht vertragen oder bei denen sich eine Behandlung mit Stimulanzien als unwirksam erwiesen hat. Angewendet werden muss es im Rahmen einer umfassenden Behandlung der ADHS, die in der Regel psychologische, pädagogische und soziale Maßnahmen umfasst. [1, 2]
Die Packungsbeilage beschreibt das Anwendungsgebiet so: Kinder und Jugendliche, deren gegenwärtige Behandlung mit Stimulanzien, also den Organismus anregenden Arzneimitteln, nicht geeignet ist oder deren gegenwärtige Medikation die ADHS-Beschwerden nicht ausreichend kontrolliert. Zu den Stimulanzien gehören zum Beispiel Methylphenidat und Lisdexamfetamin. Begonnen werden muss die Behandlung laut Fachinformation unter der Aufsicht einer geeigneten Spezialistin oder eines geeigneten Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]
Zugelassen ist Guanfacin nur für diese Altersgruppe. Bei Kindern unter 6 Jahren und bei Erwachsenen ab 18 Jahren sollte es nicht angewendet werden, weil nicht bekannt ist, ob es wirkt und sicher ist. Laut Fachinformation wird die Behandlung nur für Kinder empfohlen, die die Tablette problemlos im Ganzen schlucken können. Mehr zur Behandlung im Kindes- und Jugendalter unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]
Wie wirkt Guanfacin?
Guanfacin ist laut Fachinformation kein Stimulans. Es regt gezielt eine bestimmte Andockstelle für den Botenstoff Noradrenalin an, den alpha2A-adrenergen Rezeptor. Wie es bei ADHS wirkt, ist nicht vollständig geklärt; vorklinische Forschungen deuten darauf hin, dass Guanfacin die Signalübertragung im präfrontalen Kortex und in den Basalganglien verändert. Laut Packungsbeilage kann es dazu beitragen, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und Impulsivität und Hyperaktivität zu verringern. Einen Überblick gibt die Seite ADHS-Medikamente. [1, 2]
Guanfacin ist außerdem ein bekanntes blutdrucksenkendes Mittel. Es verringert die Nervenimpulse des sympathischen Nervensystems zum Herzen und zu den Blutgefäßen; dadurch sinken der Widerstand in den Blutgefäßen, der Blutdruck und die Herzfrequenz. Wie Blutdruck und Puls während der Behandlung kontrolliert werden, steht unter Kontrollen während der Behandlung. [2]
Nach der Einnahme ist die höchste Konzentration im Blut bei Kindern und Jugendlichen nach etwa 5 Stunden erreicht. Bei Erwachsenen war die aufgenommene Menge höher, wenn Guanfacin zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen wurde; wegen dieser erhöhten Aufnahme darf es laut Fachinformation nicht zu einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden. Abgebaut wird es über die Enzyme CYP3A4 und CYP3A5. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegt bei etwa 18 Stunden. Wird die Retardtablette zerbissen, zerkaut oder anders zerkleinert, wird Guanfacin laut Fachinformation schneller freigesetzt. [1, 2]
Wann wirkt Guanfacin und wie lange wird behandelt?
Vor Beginn beurteilt die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation, ob bei Ihrem Kind ein erhöhtes Risiko für Schläfrigkeit, einen niedrigen Blutdruck, einen langsamen Herzschlag, Herzrhythmusstörungen mit verlängerter QT-Zeit oder eine Gewichtszunahme besteht. Die Dosis wird zu Beginn sorgfältig und schrittweise eingestellt, weil die Besserung und das Risiko für Nebenwirkungen wie Kreislaufkollaps, niedrigen Blutdruck, langsamen Herzschlag und Schläfrigkeit von der Dosis abhängen. [2]
Eine Wirkung ist unter Umständen nicht sofort zu merken; manche bemerken laut Packungsbeilage nach der ersten Woche eine Besserung, bei anderen dauert es länger. Wie lange Ihr Kind Guanfacin nimmt und ob behandlungsfreie Zeiten eingelegt werden, besprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1]
- BeginnVor dem Beginn werden Herz und Kreislauf einschließlich Blutdruck und Herzfrequenz beurteilt und Körpergröße und Gewicht in einem Wachstumsdiagramm erfasst. Die Dosis wird zu Beginn sorgfältig und schrittweise eingestellt; in dieser Zeit wird Ihr Kind einmal pro Woche auf Schläfrigkeit und Benommenheit (Sedierung), niedrigen Blutdruck und langsamen Herzschlag untersucht. Schläfrigkeit und Sedierung treten überwiegend zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosiserhöhung auf und dauern in der Regel 2 bis 3 Wochen, in manchen Fällen länger. Laut Fachinformation sollen Behandelte reichlich Flüssigkeit trinken.[1, 2]
- Erste WirkungZu Beginn ist unter Umständen nicht sofort eine Wirkung zu merken; manche stellen laut Packungsbeilage nach der ersten Woche eine Besserung fest, es kann aber auch länger dauern. Fühlt sich Ihr Kind nach rund 6 Wochen nicht besser oder schlechter und treten starke Schläfrigkeit oder Benommenheit auf, wenden Sie sich an die Ärztin oder den Arzt.[1]
- ErhaltungBei einer Behandlung über mehr als 12 Monate bewertet die Ärztin oder der Arzt den Nutzen im ersten Behandlungsjahr alle 3 Monate und danach mindestens einmal jährlich neu. Behandlungsfreie Zeiten, am besten in den Schulferien, sollten laut Fachinformation erwogen werden, um das Verhalten ohne Medikament zu beurteilen.[1, 2]
- AbsetzenGuanfacin darf nicht ohne Rücksprache abgesetzt werden. Beim Beenden wird die Dosis schrittweise verringert, weil nach dem Absetzen Blutdruck und Puls ansteigen können; nach plötzlichem Absetzen wurde in sehr seltenen Fällen ein hoher Blutdruck mit möglichen Zeichen wie Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive Enzephalopathie) beschrieben. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut Fachinformation Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Oberbauchschmerzen und Benommenheit (Sedierung). Als schwerwiegendste der häufig gemeldeten Nebenwirkungen nennt sie einen niedrigen Blutdruck, eine Gewichtszunahme, einen langsamen Herzschlag und Ohnmachten (Synkopen). Schläfrigkeit, Benommenheit und der niedrige Blutdruck waren in den ersten Wochen am stärksten ausgeprägt und nahmen danach allmählich ab. [2]
Bei Kindern und Jugendlichen kann der Körpermassenindex (BMI) zunehmen; eine Gewichtszunahme ist häufig. Häufig sind auch Schlafstörungen und Albträume, Depressionen, Angst und Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit sowie Bettnässen. Gelegentlich kommen unter anderem Aggression, Halluzinationen, Krampfanfälle und eine verlängerte QT-Zeit im EKG vor. Nach dem Absetzen können Blutdruck und Puls ansteigen; nach abruptem Absetzen wurde sehr selten ein hoher Blutdruck mit möglichen Zeichen wie Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern beschrieben (hypertensive Enzephalopathie), mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenHäufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeHäufig
- Weniger oder veränderte Lust auf Sexnicht genannt
- ErektionsstörungenNicht bekannt
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- Zitternnicht genannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Guanfacin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit (laut Fachinformation Ermüdung)[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Magen- bzw. Bauchschmerzen[1, 2]
- Häufig: Benommenheit (Sedierung)[1, 2]
- Häufig: Schwindelgefühl[2]
- Häufig: Niedrige Herzfrequenz (laut Fachinformation Bradykardie)[1, 2]
- Häufig: Blutdruckabfall (laut Fachinformation Hypotonie bzw. erniedrigter Blutdruck)[1, 2]
- Häufig: Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie; laut Fachinformation Orthostasesyndrom)[1, 2]
- Häufig: Ruhelosigkeit oder Reizbarkeit[1, 2]
- Häufig: Schlaflosigkeit (Insomnie) oder Schlafstörungen (Aufwachen mitten in der Nacht) oder Alpträume[1, 2]
- Häufig: Depressionen, Angst oder Stimmungsschwankungen (Affektlabilität)[1, 2]
- Häufig: Antriebslosigkeit (Lethargie)[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit (laut Fachinformation verminderter Appetit)[1, 2]
- Häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
- Häufig: Bettnässen (Enuresis)[1, 2]
- Häufig: Übelkeit oder Erbrechen[1, 2]
- Häufig: Durchfall, Bauchbeschwerden oder Verstopfung[1, 2]
- Häufig: Hautausschlag[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Guanfacin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Herz und QT-Zeit und Absetzsymptome. Was Angaben wie "häufig" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Einige der schwerwiegenden Nebenwirkungen in dieser Liste treten laut Packungsbeilage wahrscheinlich eher zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im weiteren Verlauf wieder. Bemerken Sie eine davon bei Ihrem Kind, wenden Sie sich sofort an die Ärztin oder den Arzt. [1]
Nach der Markteinführung wurden bei Behandelten suizidale Ereignisse gemeldet, darunter Suizidgedanken und Suizidversuche; in den meisten Fällen hatten die Betroffenen psychiatrische Grunderkrankungen. Die Fachinformation empfiehlt deshalb, dass Betreuungspersonen und Ärztinnen oder Ärzte auf Anzeichen suizidaler Ereignisse achten, bei der Dosisfindung und Dosisanpassung ebenso wie beim Absetzen. Behandelte und Betreuungspersonen sollten dazu angehalten werden, beunruhigende Gedanken oder Gefühle jederzeit mitzuteilen. Hat Ihr Kind Gedanken, sich das Leben zu nehmen, oder aggressive Gefühle, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke; in einer akuten Krise helfen die folgenden Stellen. [1, 2]
Was in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. Sind Schläfrigkeit und Benommenheit bedenklich oder halten sie an, sollte laut Fachinformation eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung erwogen werden; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt. [2]
Laut Fachinformation sind Behandelte anzuweisen, reichlich Flüssigkeit zu trinken. Die Tablette wird im Ganzen mit etwas Wasser oder einer anderen Flüssigkeit geschluckt, aber nicht mit Grapefruitsaft, und nicht zu einer fettreichen Mahlzeit, etwa einem fettreichen Frühstück. Kann Ihr Kind die Tablette nicht im Ganzen schlucken, sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt. [1, 2]
Laut Packungsbeilage soll sich Ihr Kind sofort an einen Erwachsenen wenden, wenn es sich während der Behandlung in irgendeiner Weise unwohl fühlt. Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]
Kontrollen während der Behandlung
Guanfacin kann laut Fachinformation Ohnmachten, einen niedrigen Blutdruck und einen langsamen Herzschlag auslösen, und bei Kindern und Jugendlichen kann der BMI zunehmen. Deshalb nennt sie feste Abstände für die Kontrollen von Blutdruck, Herzfrequenz, Schläfrigkeit, Größe, Gewicht und BMI, enger während der Dosiseinstellung und im ersten Behandlungsjahr. [2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Blutdruck und Herzfrequenz | Vor Beginn; während der Dosiseinstellung einmal pro Woche, im ersten Jahr mindestens alle 3 Monate, danach alle 6 Monate und nach Dosisanpassungen häufiger; auch beim Verringern der Dosis und beim Absetzen[1, 2] |
| Schläfrigkeit und Benommenheit (Sedierung) | Während der Dosiseinstellung wöchentlich, im ersten Jahr alle 3 Monate[1, 2] |
| Körpergröße, Gewicht und Körpermassenindex (BMI) | Vor Beginn, im ersten Jahr alle 3 Monate, danach alle 6 Monate und nach Dosisanpassungen häufiger, weil der BMI bei Kindern und Jugendlichen zunehmen kann[1, 2] |
| EKG (QT-Zeit) | Bei bekannter QT-Verlängerung, Risikofaktoren für gefährliche Herzrhythmusstörungen (Torsade de Pointes) wie Herzblock, langsamem Herzschlag oder niedrigem Kaliumwert oder bei QT-verlängernden Arzneimitteln wird der Herzstatus nach ärztlicher Beurteilung weiter abgeklärt; bei verlängertem QT-Intervall im EKG kommt eine niedrigere Dosis oder ein Abbruch in Betracht[2] |
| Stimmung, Suizidgedanken und aggressives Verhalten | Betreuungspersonen und Ärztin oder Arzt achten auf Anzeichen suizidaler Gedanken, bei der Dosisfindung und Dosisoptimierung und beim Absetzen; beunruhigende Gedanken oder Gefühle jederzeit mitteilen. Auch auf aggressives oder feindseliges Verhalten wird geachtet[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Die Fachinformation empfiehlt außerdem, bei der Dosisfindung, bei Dosisanpassungen und beim Absetzen auf Anzeichen suizidaler Ereignisse zu achten. [2]
Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Mittel, die die Enzyme CYP3A4 und CYP3A5 hemmen, etwa Ketoconazol und andere Mittel gegen Pilzinfektionen, bestimmte Antibiotika wie Clarithromycin und auch Grapefruitsaft, erhöhen die Guanfacin-Konzentration im Blut und das Risiko für einen niedrigen Blutdruck, einen langsamen Herzschlag und Benommenheit; laut Fachinformation wird dann zu einer niedrigeren Guanfacin-Dosis geraten. Mittel, die den Abbau beschleunigen, etwa Carbamazepin, Oxcarbazepin, Rifampicin, Modafinil und Johanniskraut, können die Konzentration senken; dann wird zu einer höheren Dosis innerhalb des empfohlenen Bereichs geraten. [1, 2]
Mit Valproinsäure kann deren Konzentration im Blut ansteigen; laut Fachinformation sollte eine Kontrolle der Valproinsäure-Spiegel erwogen werden, und eine Anpassung der Dosis beider Mittel kann angezeigt sein. Zusammen mit Blutdrucksenkern können sich Blutdruckabfall und Ohnmacht verstärken, zusammen mit dämpfenden Mitteln wie Beruhigungs- und Schlafmitteln, Benzodiazepinen, Barbituraten, Antipsychotika und Alkohol die Beruhigung und Schläfrigkeit. Mittel, die die QT-Zeit verlängern, werden laut Fachinformation generell nicht zusammen mit Guanfacin empfohlen. [1, 2]
Studien zu Wechselwirkungen wurden laut Fachinformation nur bei Erwachsenen durchgeführt. In einer davon beeinflussten Guanfacin und retardiertes Methylphenidat die Pharmakokinetik des jeweils anderen Mittels nicht. In einer weiteren stieg zusammen mit Lisdexamfetamin die Guanfacin-Konzentration leicht an, was laut Fachinformation nicht als klinisch bedeutsam gewertet wird. [2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Blutdrucksenkende Mittel (Antihypertensiva) | Verstärkte Blutdrucksenkung und Ohnmacht möglich[1, 2] | Laut Fachinformation Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel mit dämpfender Wirkung auf das Gehirn: Beruhigungs- und Schlafmittel, Benzodiazepine, Barbiturate, Antipsychotika; auch Alkohol | Verstärkte Beruhigung und Schläfrigkeit[1, 2] | Laut Fachinformation Vorsicht; während der Behandlung keinen Alkohol trinken |
| Valproinsäure (Epilepsie) | Die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann ansteigen; zusätzliche Wirkungen auf das Nervensystem sind möglich[1, 2] | Laut Fachinformation sollte eine Kontrolle der Valproinsäure-Spiegel erwogen werden; eine Anpassung der Dosis beider Mittel kann angezeigt sein |
| Mittel, die den Abbau über die Enzyme CYP3A4/5 hemmen, z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Ciprofloxacin, Ritonavir, Diltiazem, Verapamil; auch Grapefruitsaft | Mehr Guanfacin im Blut, höheres Risiko für niedrigen Blutdruck, langsamen Herzschlag und Beruhigung[1, 2] | Laut Fachinformation wird eine Verringerung der Guanfacin-Dosis empfohlen; keinen Grapefruitsaft trinken |
| Mittel, die den Abbau beschleunigen (CYP3A4-Induktoren), z. B. Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Rifampicin, Rifabutin, Efavirenz, Bosentan, Modafinil, Johanniskraut | Weniger Guanfacin im Blut, die Wirkung kann nachlassen[1, 2] | Laut Fachinformation wird zu einer Anpassung der Dosis innerhalb des empfohlenen Dosisbereichs geraten |
| Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern | Guanfacin senkt die Herzfrequenz[2] | Gleichzeitige Anwendung laut Fachinformation generell nicht empfohlen |
| Fettreiche Mahlzeit | Erhöht die Menge an Guanfacin im Körper[1, 2] | Nicht zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit einnehmen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Grapefruitsaft und fettreichen Mahlzeiten unter Essen, Trinken und Psychopharmaka.
Wer Guanfacin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht eingenommen werden darf Guanfacin bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Mit Vorsicht behandelt werden laut Fachinformation unter anderem Kinder und Jugendliche mit niedrigem Blutdruck, Herzblock, langsamem Herzschlag, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, früheren Ohnmachten oder einem Zustand, der für einen Kreislaufkollaps anfällig macht, etwa einem Flüssigkeitsmangel. [1, 2]
Nicht anwenden bei
Besondere Vorsicht bei
- Niedriger oder hoher Blutdruck, Herzprobleme oder Herzerkrankungen in der Familie[1]
- Ein kürzlich erlittener Ohnmachtsanfall; laut Fachinformation auch Zustände, die für einen Kreislaufkollaps anfällig machen, etwa niedriger Blutdruck beim Aufstehen, langsamer Herzschlag oder Flüssigkeitsmangel, Behandelte sollen reichlich trinken[1, 2]
- Selbsttötungsgedanken oder -gefühle oder eine andere psychiatrische Störung[1]
- Verlängertes QT-Intervall in der Vorgeschichte, Risikofaktoren für die Herzrhythmusstörung Torsade de Pointes (z. B. Herzblock, langsamer Herzschlag, niedriger Kaliumwert) oder Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern: laut Fachinformation nur mit Vorsicht[2]
- Kontrolluntersuchungen: Vor und während der Behandlung werden unter anderem Blutdruck und Herzfrequenz, eine mögliche Schläfrigkeit sowie Körpergewicht und Körpergröße überprüft, während der Einstellung der Dosis und nach Dosisanpassungen wöchentlich, im ersten Behandlungsjahr mindestens alle 3 Monate und später mindestens zweimal jährlich[1]
- Wachstum: Bei längerer Einnahme kann Guanfacin das Körpergewicht und die Körpergröße beeinflussen; laut Fachinformation kann der Körpermassenindex (BMI) zunehmen[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren und Erwachsene ab 18 Jahren: Guanfacin sollte nicht angewendet werden, weil nicht bekannt ist, ob es wirkt und sicher ist[1, 2]
- Unverträglichkeit bestimmter Zucker: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während der Behandlung sollte laut Fachinformation kein Alkohol getrunken werden; sie nennt Alkohol unter den dämpfenden Mitteln, deren Wirkung sich mit Guanfacin addieren kann. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol. [2]
Guanfacin hat laut Fachinformation einen mäßigen bis großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Treten Schwindel oder Benommenheit auf, soll Ihr Kind laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen, nicht Rad fahren, keine Werkzeuge oder Maschinen benutzen und an keinen Aktivitäten mit Verletzungsgefahr teilnehmen, solange nicht bekannt ist, wie sich das Arzneimittel auf Ihr Kind auswirkt. [1, 2]
Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [13] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11, 12] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Die Anwendung in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird laut Fachinformation nicht empfohlen; die Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit stehen in der Übersicht unten. Wird Ihre Tochter schwanger, sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt und setzen Sie Guanfacin nicht ohne Rücksprache ab. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2]
Guanfacin ist verschreibungspflichtig, laut EMA-Produktinformation ein Arzneimittel auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. Es steht nicht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, der Liste der verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel. Laut Packungsbeilage wurde das Arzneimittel persönlich verschrieben und darf nicht an andere weitergegeben werden. [1, 2, 14]
Schwangerschaft
Nehmen Sie Guanfacin nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder keine Empfängnisverhütung anwenden; es ist nicht bekannt, ob es das ungeborene Kind beeinflusst. Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor, und Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Stillen Sie während der Einnahme nicht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es Ihnen ausdrücklich gestattet. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Guanfacin beim Menschen in die Muttermilch übergeht; im Tierversuch war das der Fall, und ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Einnahme keinen Alkohol, denn das kann zu Schläfrigkeit oder Benommenheit führen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Guanfacin kann schwindelig oder benommen machen, besonders zu Beginn der Behandlung; diese Beschwerden können 2 bis 3 Wochen und möglicherweise länger anhalten. Wenn sie auftreten, führen Sie kein Fahrzeug, fahren Sie nicht Rad, benutzen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen und nehmen Sie an keinen Aktivitäten mit Verletzungsgefahr teil, solange Sie nicht wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt. Auch Bewusstlosigkeit wurde berichtet, ist aber keine häufige Wirkung. Laut Fachinformation hat Guanfacin einen mäßigen bis großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit.[1, 2]
Anwendung
Die Retardtablette im Ganzen mit etwas Wasser oder einer anderen Flüssigkeit schlucken, aber nicht mit Grapefruitsaft; nicht zerkleinern, zerdrücken oder zerkauen. Guanfacin kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden, aber nicht zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit, etwa einem fettreichen Frühstück.[1, 2]
Dosis vergessen: bis zum nächsten Tag warten und dann die übliche Dosis einnehmen, nicht die doppelte Menge. Wurden zwei oder mehr Dosen vergessen, mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, möglicherweise muss die Einnahme mit einer niedrigeren Dosis wieder beginnen.[1]
Dauert die Behandlung länger als ein Jahr, überprüft die Ärztin oder der Arzt das Ansprechen; das Arzneimittel kann auch für kurze Zeit abgesetzt werden, in der Regel während der Schulferien.[1, 2]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Nach einem Abbruch können Blutdruck und Herzfrequenz ansteigen. Soll Guanfacin abgesetzt werden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam. Laut Fachinformation werden beim Verringern der Dosis und beim Absetzen Blutdruck und Puls überwacht; nach abruptem Absetzen wurde in sehr seltenen Fällen eine hypertensive Enzephalopathie beschrieben.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen, die Packung mitnehmen und sagen, wie viel eingenommen wurde. Möglich sind Blutdruckabfall oder Blutdruckanstieg, eine verlangsamte Herz- und Atemfrequenz, Müdigkeit oder Erschöpfung. Laut Fachinformation können bei Kindern und Jugendlichen, die antriebslos (lethargisch) werden, schwerere Vergiftungszeichen wie Koma, langsamer Herzschlag oder niedriger Blutdruck verzögert auftreten.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Guanfacin wird einmal täglich eingenommen, entweder morgens oder abends; die Retardtablette darf nicht zerkleinert, zerdrückt oder zerkaut werden. Was bei einer vergessenen Dosis gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1]
Brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage nicht ab, ohne vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen. Nach dem Absetzen können Blutdruck und Herzfrequenz ansteigen; nach abruptem Absetzen wurde in sehr seltenen Fällen eine hypertensive Enzephalopathie beschrieben. Soll Guanfacin abgesetzt werden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam und schrittweise, und laut Fachinformation müssen Blutdruck und Puls dabei überwacht werden. [1, 2]
Auch beim Absetzen empfiehlt die Fachinformation, auf Anzeichen suizidaler Ereignisse zu achten; Hilfe dazu steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Wann und wie die Behandlung endet, entscheiden Sie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka absetzen. [2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Anfangsdosis, die Erhaltungsdosis nach Körpergewicht und die Tageshöchstdosis. Die Fachinformation ergänzt Höchstdosen nach Alter und Körpergewicht sowie Hinweise bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion und bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Mittel. Ihre Dosis legt die Ärztin oder der Arzt fest. [1, 2]
Präparate mit Guanfacin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Intuniv | Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch | verschreibungspflichtig; Retardtabletten mit 1, 2, 3 oder 4 mg; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation Intuniv (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Intuniv 1 mg/2 mg/3 mg/4 mg Retardtabletten. Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation Intuniv (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Langfassung, Version 2.0 (AWMF-Register-Nr. 028-045), Fassung für die Konsultationsphase (Entwurf), Abschnitte 1.5.5 und 1.5.6 (Untersuchungen vor und während einer medikamentösen Behandlung). Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), DGPPN und Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) als federführende Fachgesellschaften (Koordination: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim). Stand Version 2.0, Fassung für die Konsultationsphase (PDF vom 19.05.2026). abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Guanfacin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Ab wann wirkt Guanfacin?
Zu Beginn ist laut Packungsbeilage unter Umständen nicht sofort eine Wirkung zu merken. Manche bemerken nach der ersten Woche eine Besserung, es kann aber auch länger dauern. Fühlt sich Ihr Kind nach rund 6 Wochen nicht besser oder sogar schlechter und treten starke Schläfrigkeit oder Benommenheit auf, wenden Sie sich an die Ärztin oder den Arzt.
Macht Guanfacin müde?
Ja, das ist möglich. Schläfrigkeit und Müdigkeit gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, Benommenheit ist häufig. Schläfrigkeit und Benommenheit treten laut Fachinformation überwiegend zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosiserhöhung auf und dauern in der Regel 2 bis 3 Wochen, in manchen Fällen länger. Sind sie bedenklich oder halten sie an, sollte eine niedrigere Dosis oder ein Ende der Behandlung erwogen werden; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Nimmt man mit Guanfacin zu?
Das ist möglich. Eine Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage häufig, und bei Kindern und Jugendlichen kann laut Fachinformation der Körpermassenindex (BMI) zunehmen. Deshalb werden Größe, Gewicht und BMI vor Beginn, im ersten Jahr alle 3 Monate und danach alle 6 Monate kontrolliert. Mehr dazu unter Gewichtszunahme.
Darf man mit Guanfacin Alkohol trinken?
Nein. Laut Packungsbeilage soll während der Einnahme kein Alkohol getrunken werden, weil das zu Schläfrigkeit oder Benommenheit führen kann. Die Fachinformation zählt Alkohol zu den dämpfenden Mitteln, deren Wirkung sich mit Guanfacin addieren kann.
Kann Guanfacin bei Erwachsenen angewendet werden?
Zugelassen ist Guanfacin nur für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Bei Erwachsenen mit ADHS sind Sicherheit und Wirksamkeit laut Fachinformation nicht erwiesen, deshalb sollte es in dieser Gruppe nicht angewendet werden; die Packungsbeilage sagt dasselbe für Erwachsene ab 18 Jahren. Mehr zur ADHS im Erwachsenenalter unter ADHS bei Erwachsenen.
Ist Guanfacin ein Betäubungsmittel?
Guanfacin steht nicht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, der Liste der verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel. Es ist verschreibungspflichtig, laut EMA-Produktinformation ein Arzneimittel auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. Laut Fachinformation ist Guanfacin kein Stimulans.
Kann Guanfacin zusammen mit Methylphenidat oder Lisdexamfetamin genommen werden?
Zugelassen ist Guanfacin für Kinder und Jugendliche, für die Stimulanzien nicht in Frage kommen, die sie nicht vertragen oder bei denen sie unwirksam waren; eine Kombination mit Stimulanzien nennt das Anwendungsgebiet nicht. In einer Studie zu Wechselwirkungen bei Erwachsenen beeinflussten Guanfacin und retardiertes Methylphenidat die Pharmakokinetik des jeweils anderen Mittels nicht; in einer weiteren Studie stieg zusammen mit Lisdexamfetamin die Guanfacin-Konzentration leicht an, was laut Fachinformation nicht als klinisch bedeutsam gewertet wird. Ob Mittel kombiniert werden, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Wie wird Guanfacin abgesetzt?
Nur gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Nach dem Absetzen können Blutdruck und Herzfrequenz ansteigen, und nach abruptem Absetzen wurde sehr selten ein hoher Blutdruck mit möglichen Zeichen wie Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern beschrieben. Soll Guanfacin abgesetzt werden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam und schrittweise; Blutdruck und Puls werden dabei überwacht.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Medikamente ModafinilModafinil ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen übermäßige Schläfrigkeit bei Narkolepsie.
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Medikamente DexamfetaminDexamfetamin ist ein Stimulans und Betäubungsmittel zur ADHS-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen.
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