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Persönlicher Krisenplan
Ein Krisenplan ist ein schriftlicher, persönlicher Plan für eine akute Krise: Er hält Ihre Warnzeichen fest, was Ihnen hilft, wer Sie ablenkt, wen Sie um Hilfe bitten und welche Nummern Sie anrufen. Am besten erarbeiten Sie ihn gemeinsam mit den Fachleuten, die Sie behandeln. Bei Lebensgefahr rufen Sie sofort den Notruf 112.
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Mein Krisenplan
Schreiben Sie auf, woran Sie eine Krise erkennen, was Ihnen dann hilft und wen Sie anrufen. Am besten füllen Sie ihn gemeinsam mit den Fachleuten aus, die Sie behandeln.
Was Sie tun oder mit einer Vertrauensperson oder Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen können, damit Dinge, die Ihnen in einer Krise gefährlich werden könnten, nicht griffbereit sind.
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So funktioniert der Krisenplan
Gehen Sie die sechs Schritte oben der Reihe nach durch und schreiben Sie in Ihren eigenen Worten auf, was zu Ihnen passt. Bei den Menschen und Stellen tragen Sie Name und Telefonnummer ein; im Schritt "Fachleute und Krisendienste" stehen Nummern, die Sie ankreuzen. Darunter entsteht Ihr Plan. Auf dem Handy sind die Nummern darin antippbar, und Sie können ihn ausdrucken. Was Sie noch nicht wissen, lassen Sie frei: Auf dem Ausdruck stehen dann Linien zum Ausfüllen von Hand.
Am besten erarbeiten Sie den Plan gemeinsam mit den Fachleuten, die Sie behandeln. Die gemeinsame Erarbeitung ist laut Nationaler VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression ein wesentliches Merkmal eines Notfallplans [2]. Sie können den Plan auch leer ausdrucken und in den Termin mitnehmen. In der Studie von Stanley und Kollegen wurde der Plan bei späteren Anrufen gemeinsam angesehen und, wenn nötig, überarbeitet [1].
So ist der Plan aufgebaut
Der Aufbau folgt dem Sicherheitsplan (Safety Planning Intervention) von Barbara Stanley und Gregory Brown. In einer Studie von 2018 in der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry beschreiben die beiden ihn mit Kolleginnen und Kollegen als schriftlichen, persönlichen Plan, der in einer akuten Krise genutzt wird [1]. Die Schritte sind nach Rang geordnet: zuerst, was Sie allein tun können, dann Menschen aus Ihrem Umfeld, dann Fachleute und Notdienste [1].
- Meine WarnzeichenPersönliche Warnzeichen, an denen Sie merken, dass sich eine Krise anbahnt [1, 2].
- Was mir selbst hilftWas Sie allein tun können, um sich von belastenden Gedanken abzulenken [1]. Die Leitlinie spricht von möglichen Bewältigungsstrategien [2].
- Menschen und Orte, die mich ablenkenFamilie und Freunde, die Sie ablenken können, und Orte, an denen Sie unter Menschen sind [1]. Die Leitlinie nennt die Aufforderung, nicht allein zu bleiben, sondern soziale Unterstützung zur Ablenkung zu nutzen [2].
- Wen ich um Hilfe bitteMenschen, die Sie in einer Krise unterstützen können, mit ihren Kontaktdaten [1, 2].
- Fachleute und KrisendiensteFachleute für psychische Gesundheit und Notdienste, die Sie in einer Krise erreichen [1]; die Leitlinie nennt Kontaktdaten psychosozialer Dienste und Notrufnummern [2].
- So mache ich meine Umgebung sichererIm Sicherheitsplan gehört dazu ein Gespräch darüber, wie die Umgebung sicherer wird [1]; die Leitlinie nennt eine Vereinbarung, auf den Zugang zu Mitteln zu verzichten, die lebensgefährlich werden können [2]. Was das für Sie heißt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson.
Ähnlich beschreibt die Patientenleitlinie Depression den Aktions- und Notfallplan, den Patientinnen und Patienten bei der Entlassung aus dem Krankenhaus bekommen: mit Warnzeichen für einen Notfall, Bewältigungsstrategien, Kontaktdaten von Familienmitgliedern oder Freunden und Notrufnummern [3].
Wie Sie den Plan in einer Krise nutzen
Bemerken Sie eines Ihrer Warnzeichen, nehmen Sie den Plan zur Hand und gehen Sie die Schritte von oben nach unten durch: erst, was Sie selbst tun können, dann die Menschen in Ihrem Umfeld, dann Fachleute und Krisendienste [1]. Hilft ein Schritt nicht, gehen Sie zum nächsten. Sind Sie in Lebensgefahr, rufen Sie sofort den Notruf 112 [4]. Bewahren Sie den Plan dort auf, wo Sie ihn in einer Krise finden, und sagen Sie den Menschen in Ihrem Plan, dass sie darin stehen.
Was die Leitlinie zum Krisenplan sagt
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression empfiehlt: Bei akuter Suizidgefahr soll gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein Notfallplan erstellt werden (Empfehlung 12-10, neu 2022) [2]. Die Leitliniengruppe stuft die Aussagekraft der Studien dazu als niedrig bis sehr niedrig ein und spricht dennoch eine starke Empfehlung aus [2]. Für einen Vertrag, in dem Betroffene versprechen, sich nichts anzutun, spricht sie dagegen bewusst keine Empfehlung aus: In der Praxis werde ein solcher Vertrag zu oft mechanisch gehandhabt, und eine Garantie gebe es dabei nicht [2].
Was das Werkzeug nicht kann
Das Werkzeug stellt keine Fragen zu Ihrem Zustand, bewertet nichts und schätzt kein Risiko ein. Es ruft niemanden an und benachrichtigt niemanden. Es ersetzt weder die Behandlung noch das Gespräch mit den Fachleuten, die Sie behandeln, noch einen Anruf bei einem Krisendienst. Beispiele für regionale Krisendienste, die es nur in einigen Bundesländern und Städten gibt, stehen auf der Seite Hilfe in der Krise; die Nummer des Dienstes in Ihrer Region tragen Sie im Schritt "Fachleute und Krisendienste" selbst ein.
Ihre Eingaben bleiben auf Ihrem Gerät
Was Sie in den Plan schreiben, sind sehr persönliche Gesundheitsdaten. Das Werkzeug arbeitet nur in Ihrem Browser. Ihre Eingaben werden weder an uns noch an Dritte übertragen, und sie stehen nie in der Adresse der Seite. Erst wenn Sie auf "Auf diesem Gerät merken" klicken, legt Ihr Browser sie lokal ab; "Alles löschen" entfernt sie wieder. Auf einem Gerät, das auch andere nutzen, speichern Sie besser nicht, sondern drucken den Plan aus. Diese Seite zeigt keine Werbung. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Stand der Nummern
Die Nummern der Krisendienste haben wir am 22. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter geprüft [4, 5, 6]. Maßgeblich sind die Angaben dort. Prüfen Sie die Nummern in Ihrem Plan von Zeit zu Zeit.
Aufbau nach dem Sicherheitsplan von Stanley und Brown (JAMA Psychiatry 2018) und der Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.2. Nummern geprüft am 22.10.2026. Vorlage: psychopharmakon.de/werkzeuge/krisenplan/
Quellen
- Stanley B, Brown GK, Brenner LA et al.: Comparison of the Safety Planning Intervention With Follow-up vs Usual Care of Suicidal Patients Treated in the Emergency Department (Abschnitt Methods, Intervention Condition: die sechs Schritte des Sicherheitsplans); frei lesbar in PubMed Central. JAMA Psychiatry 2018;75(9):894-900, doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.1776. Stand 11.07.2018. abgerufen am 22.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2, Kapitel 12.2.1 Notfallplan und Antisuizidpakt (Empfehlung 12-10, Elemente von Notfallplänen). Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien von BÄK, KBV und AWMF. Stand 2022 (Version 3.2). abgerufen am 22.10.2026
- Leitlinie Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.0, Kapitel 8 Behandlung im Krankenhaus (Abschnitt Entlassung, Aktions- und Notfallplan). Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien von BÄK, KBV und AWMF. Stand 2024. abgerufen am 22.10.2026
- 116117: Der Patientenservice (Abschnitte zum ärztlichen Bereitschaftsdienst und "116117 oder 112?"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 22.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland: Startseite (Telefonnummern, Erreichbarkeit). TelefonSeelsorge Deutschland e. V.. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 22.10.2026
- Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon und Elterntelefon (Startseite). Nummer gegen Kummer e. V.. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 22.10.2026
Häufige Fragen
Was ist ein Krisenplan?
Ein schriftlicher, persönlicher Plan für eine akute Krise. Der Sicherheitsplan von Stanley und Brown hat sechs Schritte: eigene Warnzeichen erkennen, selbst etwas tun, das ablenkt, Menschen und Orte aufsuchen, die ablenken, Menschen um Hilfe bitten, Fachleute und Notdienste anrufen und die Umgebung sicherer machen. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nennt ähnliche Elemente für einen Notfallplan.
Wer hilft mir, den Plan auszufüllen?
Am besten die Fachleute, die Sie behandeln, etwa Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Psychotherapeutin. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie ist die gemeinsame Erarbeitung ein wesentliches Merkmal eines Notfallplans. Sie können den Plan auch leer ausdrucken und in den Termin mitnehmen; auf dem Ausdruck stehen dann Linien zum Ausfüllen.
Was tue ich, wenn es mir gerade sehr schlecht geht?
Bei Lebensgefahr wählen Sie den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 und 116 123 erreichbar, der Anruf ist kostenfrei. Kann eine ärztliche Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Alle Angebote stehen auf der Seite Hilfe in der Krise.
Werden meine Eingaben gespeichert?
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Bewertet das Werkzeug, wie gefährdet ich bin?
Nein. Das Werkzeug stellt keine Fragen zu Ihrem Zustand und wertet nichts aus. Es hilft nur, Ihren eigenen Plan aufzuschreiben. Wie es Ihnen geht und welche Hilfe Sie brauchen, besprechen Sie mit den Fachleuten, die Sie behandeln, oder mit einem der Krisendienste.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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