MedikamenteWirkstoff

Methadon

Methadon ist ein Opioid und zur Substitutionsbehandlung bei Opiat- und Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen zugelassen, im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Methaddict. Verordnen dürfen es nur Ärztinnen und Ärzte, die zur Substitution ermächtigt sind, weil bei Menschen ohne Gewöhnung an Opiate schon die in der Substitution üblichen Dosen zu schweren, lebensbedrohlichen Vergiftungen führen können. Zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen steigt das Risiko für Dämpfung, Atemdepression und Koma, das kann lebensbedrohlich sein; auch Alkohol und andere dämpfende Mittel können zu Atemdepression und Koma führen.

Mann in den Vierzigern in grüner Arbeitsjacke lädt auf einem sonnigen Hof Brennholz in eine Schubkarre
Bild: KI-generiert

Wofür wird Methadon eingesetzt?

Methadon ist zur Substitutionsbehandlung bei Opiat- und Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen zugelassen, und zwar im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen. Andere Anwendungsgebiete nennt die Fachinformation der Tabletten von neuraxpharm, auf der diese Seite beruht, nicht. Behandeln sollte laut Fachinformation eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung in der Behandlung opiat- und opioidabhängiger Menschen, vorzugsweise in Zentren, die darauf spezialisiert sind; verordnen dürfen Methadon nur Ärztinnen und Ärzte, die zur Substitution ermächtigt sind. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen. [1]

Substitution ist laut Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung die Anwendung eines ärztlich verschriebenen Betäubungsmittels bei opioidabhängigen Menschen im Rahmen eines Therapiekonzepts. Im Rahmen der ärztlichen Therapie soll eine Opioidabstinenz angestrebt werden. Als wesentliche Ziele nennt die Verordnung unter anderem die Sicherstellung des Überlebens, die Besserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes, die Abstinenz von unerlaubt erworbenen Opioiden, die Unterstützung der Behandlung von Begleiterkrankungen und die Verringerung der Risiken einer Opioidabhängigkeit während einer Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt. Mehr zur Erkrankung unter Opioidabhängigkeit und Substitution. [13]

Die S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen (Version 1.0 vom 30.06.2025, laut Leitlinie voraussichtlich gültig bis 06.07.2030) nennt die Substitution Opioid-Agonisten-Therapie. Sie soll laut Leitlinie jedem Menschen mit Störungen durch illegale, also nicht ärztlich verschriebene Opioide angeboten werden. Eingesetzt werden sollen Methadon, Buprenorphin, Buprenorphin mit Naloxon, retardiertes Morphin oder Diamorphin. Der Einsatz von Methadon und von Levomethadon sowie der Ersatz des einen durch das andere kann laut Leitlinie gleichermaßen erwogen werden, und die Auswahl des Arzneimittels sollte sich nach der Darreichungsform richten, die die Betroffenen bevorzugen und die zugelassen ist. Methadon gibt es laut Leitlinie als Tabletten und als Trinklösung. Ein weiteres Substitutionsmittel ist Buprenorphin. [14]

Wie wirkt Methadon?

Methadon ist ein synthetisches Opioid und gehört zu den Substitutionsmitteln. Es wirkt als Agonist, also als Stoff, der Andockstellen anregt, an den Opiatrezeptoren im zentralen Nervensystem, darunter den My- und Kappa-Rezeptoren. Trotz seines anderen chemischen Aufbaus ähneln seine Wirkungen dort denen von Morphin. [1]

In der Substitution beruht die Wirkung laut Fachinformation auf zwei Mechanismen. Als Opioid erzeugt Methadon morphinartige Wirkungen, die bei opiat- oder opioidabhängigen Menschen die Entzugssymptome unterdrücken. Außerdem kann die dauerhafte Einnahme, abhängig von Dosis und Dauer der Substitution, eine Gewöhnung (Toleranz) hervorrufen, die die als euphorisierend empfundene Wirkung gespritzter Opiate blockiert. [1]

Methadon ist laut Embryotox ein Gemisch zu gleichen Teilen (Razemat) aus Levomethadon und dem viel schwächer wirksamen Dextromethadon. Die S3-Leitlinie beschreibt die beiden als spiegelbildliche Formen desselben Moleküls; international wird meist das Gemisch verwendet. Methadon und Levomethadon wirken unterschiedlich stark, was laut Fachinformation bei einer Umstellung beachtet werden sollte. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2, 14]

Die Wirkung setzt 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein und hält nach einer einzelnen Gabe 6 bis 8 Stunden an. Bei körperlich abhängigen Menschen und bei wiederholter Einnahme kann sie sich auf 22 bis 48 Stunden verlängern. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegt zwischen 13 und 47 Stunden. Weil Methadon lange im Körper bleibt, kann es sich anreichern: Eine Einzeldosis, die die Beschwerden lindert, kann bei wiederholter täglicher Einnahme laut Fachinformation zu einer Anreicherung führen, und das kann lebensbedrohlich sein. [1]

Die stärkste atemdämpfende Wirkung tritt später ein und hält länger an als die stärkste schmerzlindernde Wirkung, besonders in der ersten Zeit der Einstellung. Abgebaut wird Methadon vor allem in der Leber über verschiedene Enzyme des Cytochrom-P450-Systems; Arzneimittel, die diese Enzyme beeinflussen, können deshalb seine Wirkung verändern, mehr dazu unter Wechselwirkungen. [1]

Wann wirkt Methadon und wie lange wird behandelt?

Die Dosis richtet sich laut Fachinformation nach den Entzugssymptomen und muss für jede Person nach ihrer Situation und ihrem Empfinden eingestellt werden; nach der Einstellung ist die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis anzustreben. Die Anfangsdosis sollte morgens eingenommen werden. Was die Fachinformation zur Einstellung sagt, steht im Abschnitt Dosierung laut Fachinformation. [1]

Zu Beginn der Substitution treten laut Fachinformation häufig Opiat-Entzugssymptome auf, zum Beispiel Angstzustände, Gähnen, Gänsehaut, laufende Nase, Durchfall, Übelkeit, starkes Schwitzen, Zittern und Unruhe. Das Risiko einer Atemdepression ist zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosiserhöhung am größten, und in dieser Zeit müssen Behandelte engmaschig überwacht werden. Nach Erreichen einer stabilen Dosis nehmen die Nebenwirkungen über mehrere Wochen in Häufigkeit und Stärke allmählich ab; Verstopfung und verstärktes Schwitzen bleiben aber oft dauerhaft bestehen. [1]

Wie lange behandelt wird, richtet sich laut Fachinformation im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzepts nach dem Verlauf der Substitution und dem persönlichen Empfinden. Die Dauer kann von einer kurzen Gabe, etwa während eines notwendigen Klinikaufenthalts, bis zur Dauerbehandlung reichen; Ziel der Behandlung ist die Drogenabstinenz. [1]

Laut S3-Leitlinie sollen Menschen in einer Substitution innerhalb eines strukturierten Prozesses eine individuelle, bedarfsgerechte psychosoziale Betreuung erhalten. Geeignete psychosoziale Angebote sollten ihnen gemacht werden; die Leitlinie zählt dazu unter anderem kognitive Verhaltenstherapie, motivierende Gesprächsführung und Beratung. Mehr dazu unter Psychotherapie und Medikamente und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [14]

  1. BeginnZu Beginn der Substitutionsbehandlung treten häufig Opiat-Entzugssymptome auf, zum Beispiel Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Gänsehaut, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Gähnen, Gewichtsverlust, Übelkeit, Niesen, erweiterte Pupillen, Reizbarkeit, laufende Nase, Schläfrigkeit, körperliche Schmerzen, Schwächeanfälle, starkes Schwitzen, Darm- und Unterleibskrämpfe, Herzrasen, verstärkter Tränenfluss, Zittern, Unruhe und ein Wechsel zwischen Frösteln und Hitzewallungen. Das Risiko einer Atemdepression ist zu Beginn und nach Dosiserhöhungen am größten; treten Entzugssymptome auf, sollte die Dosis laut Fachinformation schrittweise erhöht werden[1]
  2. Erste WirkungDie Wirkung setzt 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein; bei körperlich abhängigen Menschen und bei wiederholter Einnahme kann sich die Wirkdauer auf 22 bis 48 Stunden verlängern[1]
  3. StabilisierungNach Erreichen einer stabilen Dosis nehmen die Nebenwirkungen über mehrere Wochen in Häufigkeit und Stärke allmählich ab; Verstopfung und verstärktes Schwitzen bleiben jedoch oft dauerhaft bestehen[1]
  4. ErhaltungDie Dauer richtet sich nach dem Verlauf der Substitution und reicht von einer kurzfristigen Gabe bis zur Dauerbehandlung; angestrebt wird die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis, Ziel ist die Drogenabstinenz[1]
  5. AbsetzenDas Absetzen muss laut Fachinformation langsam ausschleichend über mehrere Wochen bis Monate erfolgen und richtet sich nach dem Befinden; bei plötzlichem Absetzen sind schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten. Das Absetzen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1]

Gewöhnung und Abhängigkeit

Methadon hat laut Fachinformation selbst ein hohes Suchtpotenzial. Wie bei anderen Opioiden können sich bei wiederholter Anwendung Toleranz sowie eine körperliche und seelische Abhängigkeit entwickeln. Ein höheres Risiko für eine Opioidgebrauchsstörung besteht bei Substanzgebrauchsstörungen, einschließlich Alkohol, in der eigenen Vorgeschichte oder bei Eltern und Geschwistern, bei Rauchenden und bei anderen psychischen Erkrankungen wie einer schweren Depression, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen. Behandelte müssen laut Fachinformation auf Anzeichen eines Suchtverhaltens überwacht werden, zum Beispiel auf ein zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten; dazu gehört auch die Prüfung, ob zusätzlich Opioide oder andere psychoaktive Mittel wie Benzodiazepine eingenommen werden. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1]

Nebenwirkungen im Blick

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Fachinformation Schwindel, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Verstopfung und Schwitzen. Häufig sind ein Harnverhalt und Verwirrtheit, die bei ambulant Behandelten und bei der Einnahme über den Mund öfter aufzutreten scheint. Selten sind ein niedriger Blutdruck, Ohnmachten und Veränderungen im EKG einschließlich einer Verlängerung der QT-Zeit und einer bestimmten Herzrhythmusstörung (Torsades de pointes), normalerweise bei Menschen mit Risikofaktoren oder unter hohen Dosen. [1]

Ohne dass sich ihre Häufigkeit abschätzen lässt (nicht bekannt), nennt die Fachinformation unter anderem Missstimmung, Halluzinationen, Erregtheit, Desorientiertheit, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Unterzuckerung, eine abgeflachte, verlangsamte Atmung (Atemdepression), Atemaussetzer im Schlaf, Hautausschläge, Wassereinlagerungen und eine eingeschränkte Libido oder Potenz. Bei Menschen mit Toleranz wurde unter höheren Dosen ein übersteigertes Glücksgefühl (Euphorie) berichtet, und auch eine Abhängigkeit steht unter den Nebenwirkungen. Die Langzeitanwendung von Opioiden kann mit erniedrigten Sexualhormonen und erhöhtem Prolaktin verbunden sein, etwa mit verminderter Libido, Impotenz oder Ausbleiben der Regelblutung. [1]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen der Fachinformation mit ihrer Häufigkeit; was Angaben wie "häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. [1]

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchwindelgefühl, Schwindel[1]
  • NervensystemBenommenheit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen[1]
  • Magen und DarmMundtrockenheit[1]
  • Magen und DarmVerstopfung (Obstipation)[1]
  • HautSchwitzen[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheVerwirrtheit; sie scheint bei ambulant Behandelten und bei Einnahme (oraler Behandlung) häufiger aufzutreten[1]
  • Nieren und HarnwegeHarnverhalt (Harnretention)[1]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HerzEKG-Veränderungen einschließlich Verlängerung der QT-Zeit und Torsades de pointes (lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung), normalerweise bei Menschen mit Risikofaktoren oder unter hohen Dosen[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1]
  • Gefäße und KreislaufOhnmacht (Synkope)[1]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Stoffwechsel und ErnährungUnterzuckerung (Hypoglykämie)[1]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • PsycheÜbersteigertes Glücksgefühl (Euphorie), berichtet bei Menschen mit Toleranz unter höheren Dosen[1]
  • PsycheMissstimmung (Dysphorie)[1]
  • PsycheHalluzinationen[1]
  • PsycheErregtheit (Agitiertheit)[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheDesorientiertheit[1]
  • PsycheSchlaflosigkeit[1]
  • PsycheAppetitlosigkeit (Anorexie)[1]
  • PsycheAbhängigkeit[1]Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen
  • NervensystemKrampfanfälle[1]
  • NervensystemKopfschmerzen[1]
  • AtemwegeAbgeflachte, verlangsamte Atmung (Atemdepression)[1]
  • AtemwegeAtemaussetzer im Schlaf (zentrales Schlafapnoe-Syndrom)[1]
  • Leber und GalleKrämpfe der Gallenwege (Gallenwegsspasmen)[1]
  • HautNesselsucht (Urtikaria), Hautausschläge, Juckreiz (Pruritus)[1]
  • Nieren und HarnwegeKrämpfe der Harnwege (Spasmen der Nierengänge), verminderte Harnausscheidung (antidiuretischer Effekt)[1]
  • Geschlechtsorgane und BrustBei Männern wird die Anwendung über längere Zeit Berichten zufolge mit einer Vergrößerung der Brustdrüse (Gynäkomastie) und eingeschränkter Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht[1]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Geschlechtsorgane und BrustEingeschränkte Libido und/oder Potenz[1]Mehr dazu: Weniger Lust auf SexErektionsstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenKraftlosigkeit (Asthenie)[1]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
  • Allgemeine BeschwerdenWassereinlagerungen (Ödeme)[1]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, sexuelle Funktionsstörungen, Herz und QT-Zeit, Blutzucker und Absetzsymptome.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Zeichen einer Überdosierung sind laut Fachinformation eine stark gedämpfte Atmung, Stecknadelpupillen, ein niedriger Blutdruck, Kreislaufversagen, Wasser in der Lunge und Koma; bei Kindern wurden Benommenheit, Schlaffheit, Stecknadelpupillen und Atemstillstand berichtet. Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person oder ein Kind Methadon eingenommen hat, rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. Die dämpfende Wirkung kann nach einer Überdosierung 36 bis 48 Stunden anhalten. [1]

Erhalten Sie zusätzlich Benzodiazepine oder verwandte Beruhigungsmittel, wird laut Fachinformation dringend empfohlen, Sie und Ihre Bezugspersonen über die Anzeichen einer Dämpfung und einer Atemdepression zu informieren. Über die Möglichkeit von Herzrhythmusstörungen müssen alle Behandelten informiert werden, und bei ungeklärten Ohnmachtsanfällen sollte an eine Ursache am Herzen gedacht werden. Werden Sie ohnmächtig oder bemerken Sie Anzeichen von Herzrhythmusstörungen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1]

Hilfsangebote für seelische Krisen finden Sie im Abschnitt Wer Methadon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte und auf der Seite Hilfe in der Krise.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Vierzigern im grünen Kapuzenpulli hängt in einer hellen Wohnung einen Holzrahmen an die Wand
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Zeichen einer zu starken Wirkung sind laut Fachinformation etwa, dass Sie sich "unwohl fühlen", sich schlecht konzentrieren können, schläfrig sind und möglicherweise beim Stehen Schwindel spüren; dann wird eine Verringerung der Dosis empfohlen. Ist die Dosis zu niedrig, können innerhalb der 24 Stunden bis zur nächsten Einnahme Entzugssymptome wie eine verstopfte Nase, Bauchbeschwerden, Durchfall, Muskelschmerzen oder Angstgefühle auftreten. Berichten Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt davon, die Dosis kann dann angepasst werden. [1]

Opioide wie Methadon können eine belastende Verstopfung bewirken, und laut Fachinformation bleibt sie oft dauerhaft bestehen. Bei schweren Leberschäden ist sie besonders gefährlich; Maßnahmen dagegen sollen dann früh ergriffen werden. Sprechen Sie Verstopfung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. [1]

Opioide können außerdem Atemstörungen im Schlaf verursachen, darunter eine zentrale Schlafapnoe mit Atemaussetzern und einen Sauerstoffmangel im Schlaf; das Risiko steigt mit der Dosis. Fallen Ihnen oder anderen bei Ihnen Atemaussetzer im Schlaf auf, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bei einer zentralen Schlafapnoe sollte laut Fachinformation eine Verringerung der gesamten Opioiddosis in Betracht gezogen werden. [1]

Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder niedriger Blutdruck können laut Fachinformation auch Zeichen einer Nebennierenschwäche sein, die Opioide hervorrufen können; sie erfordert eine Überwachung und eine Ersatzbehandlung mit Glukokortikoiden. Beim Aufstehen kann der Blutdruck abfallen (orthostatische Hypotonie). Beschwerden, Schlaf und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Vor Beginn der Behandlung müssen laut Fachinformation alle Behandelten nach Herzerkrankungen und ungeklärten Ohnmachtsanfällen gefragt werden. Vor Therapiebeginn und nach zwei Behandlungswochen ist ein EKG abzuleiten, um die Wirkung von Methadon auf die QT-Zeit zu bestimmen; vor einer Dosiserhöhung und mindestens einmal im Jahr sollte ebenfalls ein EKG gemacht werden. Bei jeder Änderung anderer Medikamente muss berücksichtigt werden, ob sie zusammen mit Methadon die QT-Zeit beeinflussen können. [1]

Zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosiserhöhung müssen Behandelte engmaschig überwacht werden, weil das Risiko einer Atemdepression dann am größten ist. Während einer Dosissteigerung wird eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers empfohlen, weil im Zusammenhang mit einer Überdosis oder einer Dosissteigerung Unterzuckerungen beobachtet wurden. Regelmäßige Urinkontrollen sind durchzuführen, um einen zusätzlichen Drogenkonsum festzustellen. Nimmt jemand in begründeten Einzelfällen eine besonders hohe Erhaltungsdosis ein, wird die Bestimmung des Methadonspiegels im Blut empfohlen. [1]

Kontrolluntersuchungen bei Methadon
UntersuchungWann oder warum
EKG (QT-Zeit)Laut Fachinformation ist vor Therapiebeginn und nach 2 Behandlungswochen ein EKG abzuleiten; vor einer Dosiserhöhung und mindestens einmal jährlich sollte eine EKG-Kontrolle durchgeführt werden[1]
Atmung und DämpfungLaut Fachinformation müssen Behandelte zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosiserhöhung engmaschig überwacht werden[1]
BlutzuckerLaut Fachinformation wird während einer Dosissteigerung eine regelmäßige Kontrolle empfohlen[1]
Urinkontrollen auf BeikonsumLaut Fachinformation sind regelmäßige Urinkontrollen durchzuführen, um einen zusätzlichen Drogenkonsum festzustellen[1]
Methadon-Blutspiegellaut Fachinformation empfohlen, wenn in begründeten Einzelfällen eine besonders hohe Erhaltungsdosis eingenommen wird[1]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Ist die Leberfunktion nach einer Hepatitis B oder C oder nach längerem Alkoholmissbrauch möglicherweise beeinträchtigt, ist die Methadondosis laut Fachinformation sorgfältig zu überwachen. Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklären die Seiten Kontrollen während der Behandlung und Medikamentenspiegel. [1]

Wechselwirkungen

Benzodiazepine und verwandte Beruhigungsmittel erhöhen zusammen mit Methadon das Risiko für Dämpfung (Sedierung), Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Laut Fachinformation ist die gleichzeitige Verschreibung nur angebracht, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten die niedrigste wirksame Dosis verwendet und die Behandlung so kurz wie möglich gehalten werden. [1]

Auch andere dämpfende Mittel wie starke Schmerzmittel, Schlaf- und Narkosemittel, Alkohol und Drogen können zusammen mit Methadon zu einer Atemdepression, einem niedrigen Blutdruck, starker Dämpfung oder Koma führen. Wer solche Mittel zusätzlich erhält, ist laut Fachinformation auf Anzeichen einer Atemdepression zu überwachen. Gabapentin und Pregabalin erhöhen zusammen mit Opioiden das Risiko einer Opioid-Überdosierung und einer Atemdepression; das kann lebensbedrohlich sein. [1]

Mit MAO-Hemmern und innerhalb von zwei Wochen nach ihrem Absetzen darf Methadon nicht angewendet werden; MAO-Hemmer können die atemdämpfende Wirkung verlängern und verstärken, und zusammen mit Opioiden können sie einen lebensbedrohlich niedrigen Blutdruck und ein Koma verursachen. Mit serotonerg wirkenden Mitteln wie Pethidin, SSRI, SNRI und trizyklischen Antidepressiva kann ein Serotonin-Syndrom auftreten. Äußerste Vorsicht ist laut Fachinformation bei Mitteln geboten, die die QT-Zeit verlängern können, etwa Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen I und III, einigen Neuroleptika, trizyklischen Antidepressiva und Kalziumkanalblockern; Vorsicht gilt auch bei Mitteln, die einen Kalium- oder Magnesiummangel hervorrufen können, wie Entwässerungsmitteln und Abführmitteln. [1]

Viele Mittel verändern den Abbau von Methadon in der Leber. Hemmstoffe der Enzyme CYP3A4 oder CYP2C9, unter anderem bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen und bestimmte Antibiotika, hormonelle Verhütungsmittel und die Antidepressiva Sertralin und Fluvoxamin, können die Ausscheidung verlangsamen; Nebenwirkungen können sich dann verstärken oder verlängern, und unter bestimmten Umständen kann eine lebensbedrohliche Atemdepression auftreten. Mittel, die Abbauenzyme anregen, etwa Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin und Johanniskraut, und bestimmte Mittel gegen HIV können die Wirkung von Methadon abschwächen und unter Umständen ein Entzugssyndrom auslösen. [1]

Opioid-Gegenmittel und Mittel mit teils anregender, teils hemmender Wirkung an den Opioid-Rezeptoren, etwa Naloxon, Naltrexon, Pentazocin und Buprenorphin, können Entzugssymptome auslösen; außer zur Behandlung einer Überdosierung dürfen sie während der Substitution nicht angewendet werden. Buprenorphin darf laut Fachinformation frühestens 20 Stunden nach dem Absetzen der Methadon-Substitution angewendet werden. Weitere Wechselwirkungen, etwa mit anticholinerg wirkenden Mitteln, Blutdrucksenkern und Cannabidiol, stehen in der folgenden Übersicht. [1]

Wechselwirkungen von Methadon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder verwandte ArzneimittelErhöhtes Risiko für Dämpfung, Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein[1]Gleichzeitige Verschreibung laut Fachinformation nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann niedrigste wirksame Dosis und möglichst kurze Dauer mit engmaschiger Überwachung
Andere dämpfende Mittel und Substanzen: stark wirkende Schmerzmittel (auch andere Opiate), Schlaf-, Beruhigungs- und Narkosemittel, Mittel gegen Übelkeit, Phenothiazine, Tranquilizer, Alkohol und DrogenHöheres Risiko für Atemdepression, niedrigen Blutdruck, ausgeprägte Dämpfung oder Koma[1]Ärztin oder Arzt über alle Mittel informieren; laut Fachinformation Überwachung auf Atemdepression und geringere Anfangsdosis
Gabapentinoide (Gabapentin, Pregabalin)Erhöhtes Risiko für eine Opioid-Überdosierung und eine Atemdepression; das kann lebensbedrohlich sein[1]Ärztin oder Arzt informieren
MAO-HemmerKönnen die atemdämpfende Wirkung verlängern und verstärken; zusammen mit Opioiden sind ein lebensbedrohlich niedriger Blutdruck und ein Koma möglich[1]Nicht zusammen und nicht innerhalb von zwei Wochen nach Ende einer MAO-Hemmer-Behandlung anwenden (Gegenanzeige)
Serotonerg wirkende Mittel wie Pethidin, MAO-Hemmer, SSRI, SNRI und trizyklische AntidepressivaSerotonin-Syndrom möglich, mit Veränderungen des Bewusstseins, Störungen der vegetativen Funktionen, der Muskeln und Nerven und/oder Magen-Darm-Beschwerden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die die Enzyme CYP3A4 oder CYP2C9 hemmen, zum Beispiel Cimetidin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Telithromycin, Ciprofloxacin, Fusidinsäure, hormonelle Verhütungsmittel, SSRI wie Sertralin und FluvoxaminMethadon wird langsamer ausgeschieden; Nebenwirkungen können sich verstärken oder verlängern, und unter bestimmten Umständen kann eine lebensbedrohliche Atemdepression auftreten[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die Abbauenzyme anregen (CYP450-Induktoren) wie Rifampicin, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin und JohanniskrautMethadon wirkt schwächer; ein Entzugssyndrom kann ausgelöst werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Bestimmte antiretrovirale Mittel und Proteasehemmer wie Abacavir, Amprenavir, Darunavir mit Ritonavir, Efavirenz, Nelfinavir, Nevirapin, Ritonavir, Telaprevir, Lopinavir mit Ritonavir, Saquinavir mit Ritonavir und Tipranavir mit RitonavirMethadon wird schneller ausgeschieden bzw. der Blutspiegel sinkt; es kann schwächer wirken und ein Entzugssyndrom auslösen[1]Ärztin oder Arzt informieren
HIV-Mittel Didanosin, Stavudin und ZidovudinMethadon verringert die Blutspiegel von Didanosin und Stavudin und erhöht die von Zidovudin, was zu giftigen Wirkungen führen könnte[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die die QT-Zeit verlängern können, zum Beispiel Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen I und III, einige Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva und Kalziumkanalblocker; außerdem Mittel, die Kalium- oder Magnesiummangel verursachen können, wie Entwässerungsmittel (zum Beispiel Spironolacton), Abführmittel und selten MineralokortikoideErhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen[1]Laut Fachinformation äußerste Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Opioid-Gegenmittel und gemischt oder teilweise wirkende Opioide wie Naloxon, Naltrexon, Pentazocin, Nalbuphin, Butorphanol und BuprenorphinKönnen Entzugssymptome auslösen[1]Buprenorphin darf laut Fachinformation frühestens 20 Stunden nach Absetzen der Methadon-Substitution angewendet werden
Desipramin (Antidepressivum)Der Desipramin-Spiegel im Blut stieg[1]Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinerg wirkende MittelErhöhtes Risiko für Harnverhalt und für eine schwere Verstopfung, die zu einem Darmverschluss (paralytischer Ileus) führen kann[1]Laut Fachinformation Überwachung auf Harnverhalt und verringerte Darmtätigkeit
Blutdrucksenker wie Clonidin, Prazosin, Reserpin und UrapidilKönnen die Wirkung von Methadon verstärken[1]Ärztin oder Arzt informieren
CannabidiolDie Konzentration von Methadon im Blut kann steigen[1]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Alle Mittel, die Sie anwenden, können Sie im Medikationsplan zusammenstellen.

Wer Methadon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Methadon oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von zwei Wochen nach deren Ende[1]
  • Atemdepression, besonders mit Blaufärbung der Haut (Zyanose) und starker Schleimbildung in den Bronchien[1]
  • Akuter Asthmaanfall[1]
  • Akuter Alkoholismus[1]
  • Verlängerung der QT-Zeit im EKG, einschließlich angeborenem langen QT-Syndrom[1]
  • Opioid-Gegenmittel (Opioid-Antagonisten) oder gemischt wirkende Opioide wie Pentazocin und Buprenorphin während einer Substitutionsbehandlung, außer zur Behandlung einer Überdosierung[1]
  • Schwere Leberschäden, weil Methadon dann eine Gehirnfunktionsstörung durch Leberversagen (portosystemische Enzephalopathie) auslösen kann[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Methadon darf nur von Ärztinnen und Ärzten verordnet werden, die zur Substitutionsbehandlung ermächtigt sind: Bei Menschen ohne Opiattoleranz können schon die in der Substitution üblichen Dosen zu schweren, lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Bei einer Mitgabe für zu Hause (Take-home) muss die Ärztin oder der Arzt dafür sorgen, dass eine Selbst- oder Fremdgefährdung so weit wie möglich ausgeschlossen ist; bei missbräuchlicher Anwendung ist die Mitgabe sofort zu beenden[1]
  • Suizidgefährdung: Suizidversuche mit Opiaten gehören laut Fachinformation zum Krankheitsbild der Substanzabhängigkeit; bei Menschen mit hohem Risiko muss die Behandlung mit äußerster Vorsicht erfolgen. Zeigen Betroffene trotz angemessener Behandlung unkontrollierten Drogenkonsum und anhaltend stark gefährdendes Verhalten, sollten laut Fachinformation eine individuelle Einschätzung und eine Behandlungsplanung erwogen werden, die eine stationäre Versorgung einschließen kann[1]
  • Missbrauch und Abhängigkeit: Methadon hat selbst ein hohes Suchtpotenzial und kann sich wegen seiner langen Halbwertszeit im Körper anreichern; eine Einzeldosis, die die Beschwerden lindert, kann bei wiederholter täglicher Einnahme zur Anreicherung führen; das kann lebensbedrohlich sein. Toleranz sowie körperliche und seelische Abhängigkeit können sich entwickeln. Das Risiko ist erhöht bei Substanzgebrauchsstörungen (auch Alkohol) in der eigenen oder familiären Vorgeschichte, bei Rauchenden und bei anderen psychischen Erkrankungen wie schwerer Depression, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen[1]
  • Beikonsum: Drogen-, Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch während der Substitutionsbehandlung kann zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden[1]
  • Atemdepression ist das Hauptrisiko: Sie kann jederzeit auftreten, auch bei bestimmungsgemäßer Anwendung, das Risiko ist aber zu Beginn und nach einer Dosiserhöhung am größten. Vorsicht gilt bei Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Cor pulmonale, erblich bedingt eingeschränkter Atemreserve, vorbestehender Beeinträchtigung der Atmung, Sauerstoffmangel oder Kohlendioxid-Anstieg im Blut. Eine zu hoch angesetzte Dosis kann bei der Umstellung von einem anderen Opioid schon bei der ersten Gabe zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung führen[1]
  • Herzrhythmus: Methadon kann die QT-Zeit verlängern; QT-Verlängerung und schwere Herzrhythmusstörungen (Torsades de pointes) scheinen bei höheren Dosen häufiger aufzutreten. Äußerste Vorsicht gilt bei bekannter oder vermuteter QT-Verlängerung und bei Störungen der Blutsalze, vor allem Kaliummangel; besondere Vorsicht und sorgfältige Überwachung bei weiteren Risiken für eine QT-Verlängerung (zum Beispiel hypertrophe Kardiomyopathie, Entwässerungsmittel, Kalium- oder Magnesiummangel). Vor Beginn müssen laut Fachinformation alle Behandelten nach Herzerkrankungen und ungeklärten Ohnmachten gefragt werden[1]
  • Vorsicht außerdem bei Schilddrüsenunterfunktion, Unterfunktion der Hirnanhangdrüse, vergrößerter Prostata, Kreislaufschock, Erkrankungen der Gallenwege, verengenden oder entzündlichen Darmerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, verlangsamtem Herzschlag, Behandlung mit Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen I und III und Erkrankungen, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss; äußerste Vorsicht bei Phäochromozytom (Tumor des Nebennierenmarks)[1]
  • Nebennierenschwäche: Opioide können eine umkehrbare Nebenniereninsuffizienz hervorrufen; mögliche Zeichen sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder niedriger Blutdruck[1]
  • Kopfverletzungen oder erhöhter Hirndruck: Die atemdämpfende Wirkung und die Steigerung des Hirndrucks können deutlich verstärkt sein, Opioide können den Verlauf verschleiern; Anwendung nur mit Vorsicht und wenn unbedingt erforderlich. Bei Bewusstlosigkeit oder Koma sollte die Anwendung vermieden werden[1]
  • Akute Bauchbeschwerden (akutes Abdomen): Methadon kann Diagnose und Verlauf verschleiern; bis zur genauen Diagnose sollten Betroffene laut Fachinformation besonders engmaschig überwacht werden[1]
  • Kreislauf: Bei eingeschränkter Fähigkeit, den Blutdruck zu halten, etwa bei starkem Flüssigkeitsverlust, kann Methadon einen schweren Blutdruckabfall auslösen[1]
  • Leber und Nieren: Vorsicht bei leichten oder mäßigen Leberschäden und bei eingeschränkter Nierenfunktion; nach einer Hepatitis B oder C oder nach längerem Alkoholmissbrauch ist die Dosis sorgfältig zu überwachen. Bei schweren Leberschäden ist eine Verstopfung besonders gefährlich; Maßnahmen dagegen sollen früh ergriffen werden[1]
  • Ältere Menschen: Methadon kann Verwirrtheit hervorrufen; eine sorgfältige Überwachung ist ratsam[1]
  • Schlafbezogene Atemstörungen: Opioide können eine zentrale Schlafapnoe und einen Sauerstoffmangel im Schlaf verursachen; das Risiko steigt mit der Dosis[1]
  • Langzeitanwendung: kann mit erniedrigten Sexualhormonen und erhöhtem Prolaktin verbunden sein, etwa mit verminderter Libido, Impotenz oder Ausbleiben der Regelblutung; die Beeinträchtigung der Sexualfunktion bei Männern ist eine bekannte Nebenwirkung[1]
  • Unterzuckerung: Bei Überdosierung oder Dosissteigerung wurde eine Unterzuckerung beobachtet[1]
  • Zu niedrige Dosis: Innerhalb des 24-Stunden-Abstands zwischen zwei Einnahmen können Entzugssymptome auftreten (verstopfte Nase, Bauchbeschwerden, Durchfall, Muskelschmerzen, Angstgefühle); berichten Sie der Ärztin oder dem Arzt davon, die Dosis kann dann angepasst werden[1]
  • Gespritzte (intravenöse) Anwendung: Methadon ist ausschließlich zum Einnehmen bestimmt; missbräuchliches Spritzen kann zu schweren, auch lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen, zum Beispiel Blutvergiftung (Sepsis), Venenentzündungen oder Lungenembolien[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Anwendung wird nicht empfohlen; Kinder reagieren besonders empfindlich auf die atemdämpfende und zentral dämpfende Wirkung[1]
  • Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Suizidversuche mit Opiaten gehören laut Fachinformation zum Krankheitsbild einer Substanzabhängigkeit; bei stark gefährdeten Menschen muss die Behandlung mit äußerster Vorsicht erfolgen. Zeigen Betroffene trotz angemessener medikamentöser Behandlung unkontrollierten Drogenkonsum und anhaltend stark gefährdendes Verhalten, sollten laut Fachinformation eine individuelle Einschätzung und eine Behandlungsplanung in Betracht gezogen werden, die eine stationäre Versorgung einschließen kann. [1] Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote.

Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Drogen-, Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch während der Substitutionsbehandlung kann laut Fachinformation zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden. Zusammen mit Methadon kann Alkohol eine Atemdepression, einen niedrigen Blutdruck, eine starke Dämpfung oder ein Koma auslösen, und bei akutem Alkoholismus darf Methadon nicht angewendet werden. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1]

Methadon hat laut Fachinformation großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und verstärkt zusammen mit anderen zentral wirksamen Mitteln und besonders mit Alkohol. Die Entscheidung über die Fahrtüchtigkeit trifft laut Fachinformation die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der persönlichen Reaktion und der jeweiligen Dosierung. Die Fachinformation spricht dabei von der Fahrtüchtigkeit; zur Fahrerlaubnis macht sie keine Angabe. [1] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

In der Schwangerschaft reichen die Erkenntnisse laut Fachinformation nicht aus, um ein Sicherheitsprofil von Methadon zu bestimmen; es sollte nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Die Erhaltungstherapie kann beim ungeborenen Kind zu Gewöhnung und Abhängigkeit und beim Neugeborenen zu behandlungsbedürftigen Entzugserscheinungen führen, die auch erst einige Tage nach der Geburt beginnen können. Wie die Behandlung in der Schwangerschaft und vor der Entbindung angepasst wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als hoch an. Methadon wird seit Jahrzehnten in der Substitution opioidabhängiger Schwangerer eingesetzt und gilt laut Embryotox nicht als fehlbildungsauslösend, die Studien zum Fehlbildungsrisiko sind aber widersprüchlich. Eine Substitution sollte laut Embryotox idealerweise vor der Schwangerschaft beginnen, ist aber zu jedem späteren Zeitpunkt möglich; ein akuter Opiatentzug ist zu vermeiden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) entbinden. Besser geeignete Alternativen gibt es laut Embryotox keine, eventuell Buprenorphin, weil es Hinweise auf einen milderen Entzug beim Neugeborenen gibt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2]

Schwangere, Gebärende und Stillende mit opioidbezogenen Störungen sollen laut S3-Leitlinie ausführlich über Risiken, Nebenwirkungen und Nutzen der Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden und gemeinsam mit der behandelnden Person eine Behandlungsstrategie festlegen. Setzen Sie Methadon nicht selbst ab. Was zum Stillen gilt, steht in der Übersicht unten; Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 14]

Betäubungsmittel und Rezept

Methadon ist verschreibungspflichtig und steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, also unter den verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln. [1, 3] Für die Substitution regelt § 5 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung unter anderem, dass Ärztinnen und Ärzte Substitutionsmittel verschreiben, wenn sie die suchtmedizinische Qualifikation der Ärztekammern erfüllen; ohne diese Qualifikation stimmen sie sich zu Beginn mit einer suchtmedizinisch qualifizierten Ärztin oder einem solchen Arzt ab. Als Substitutionsmittel nennt die Verordnung unter anderem Zubereitungen von Levomethadon, Methadon oder Buprenorphin, die nicht zur Anwendung in die Vene bestimmt sein dürfen; das Rezept wird mit dem Buchstaben "S" gekennzeichnet. Das Substitutionsmittel wird zum unmittelbaren Verbrauch überlassen, verabreicht oder angewendet, etwa in der Praxis oder in einer Apotheke; abweichend davon kann die Ärztin oder der Arzt es unter bestimmten Voraussetzungen zur eigenverantwortlichen Einnahme verschreiben, für bis zu 7 aufeinanderfolgende Tage, in begründeten Einzelfällen für bis zu 30 Tage. [13]

Bei einer Mitgabe für zu Hause (Take-home) muss die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation dafür sorgen, dass die Risiken einer Selbst- oder Fremdgefährdung so weit wie möglich ausgeschlossen werden und das Mittel bestimmungsgemäß angewendet wird; bei missbräuchlicher Anwendung ist die Mitgabe sofort einzustellen. Was auf Reisen gilt, steht unter Reisen mit Psychopharmaka und Betäubungsmitteln, zum Rezept allgemein unter Wer verschreibt Psychopharmaka? [1]

Schwangerschaft

Laut Fachinformation reichen die Erkenntnisse nicht aus, um ein Sicherheitsprofil für Methadon in der Schwangerschaft zu bestimmen; Methadon sollte nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Die Erhaltungstherapie sollte vor der Entbindung schrittweise verringert werden; ist das nicht möglich, müssen Maßnahmen getroffen werden, damit der Entzug des Neugeborenen auf einer geeigneten Kinderintensivstation erfolgen kann, denn die Erhaltungstherapie kann beim ungeborenen Kind zu Gewöhnung und Abhängigkeit und beim Neugeborenen zu behandlungsbedürftigen Entzugserscheinungen führen. Während der Schwangerschaft kann Methadon schneller ausgeschieden werden, sodass eine Anpassung der Dosis oder des Einnahmeabstands nötig sein kann. Während der Entbindung wird die Anwendung nicht empfohlen, weil die lange Wirkdauer das Risiko einer Atemdepression beim Neugeborenen erhöht.[1]

Laut Fachinformation führte Methadon in einer Anzahl von Studien beim Menschen nicht zu einem deutlichen Anstieg angeborener Fehlbildungen und beeinflusste die Entbindung nicht. Bei Kindern substituierter Mütter wurden im Vergleich zu Kindern ohne Drogenkontakt im Mutterleib ein geringeres Geburtsgewicht und ein geringerer Kopfumfang beobachtet; bei Neugeborenen von Müttern unter Methadon-Erhaltungstherapie wurden Entzugssymptome berichtet, außerdem Mittelohrentzündungen, neurologische Befunde mit Hörstörungen, Verzögerungen der geistigen und motorischen Entwicklung und Augenerkrankungen. Ob Methadon im Mutterleib das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöht, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Methadon passiert die Plazenta; die meisten unbehandelten Neugeborenen substituierter Mütter haben nach der Geburt eine Atemdepression und ein Entzugssyndrom, das auch erst einige Tage nach der Geburt beginnen kann.[1]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an. Methadon wird seit Jahrzehnten in der Substitution opioidabhängiger Schwangerer eingesetzt und gilt nicht als fehlbildungsauslösend; die Studien zum Fehlbildungsrisiko sind aber widersprüchlich. Beschrieben wurden ein niedrigeres Geburtsgewicht, ein geringerer Kopfumfang und eine geringere Körperlänge sowie mehr Frühgeburten als bei nicht exponierten Kindern; im Vergleich zu Heroin schneiden Kinder unter Methadon in all diesen Punkten besser ab. Nach längerer Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel ist mit einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen zu rechnen, das auch verzögert 48 bis 72 Stunden nach der Geburt beginnen und eine Behandlung über Tage bis Wochen erfordern kann. Laut Embryotox sollte eine Substitution idealerweise vor der Schwangerschaft beginnen, ist aber jederzeit möglich; ein akuter Opiatentzug ist zu vermeiden, und die Substitution sollte nur von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten vorgenommen werden. Opioidabhängige Schwangere sollten engmaschig und fachübergreifend betreut werden, eine weiterführende Ultraschalluntersuchung sollte angeboten werden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) entbinden. Laut Embryotox gibt es keine besser geeigneten Alternativen, eventuell Buprenorphin, weil es Hinweise auf einen milderen Entzug beim Neugeborenen gibt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Methadon geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Laut Fachinformation sollte die Entscheidung über das Stillen den Rat klinischer Fachleute berücksichtigen, auch ob die Frau stabil eingestellt ist und ob sie weiterhin illegale Substanzen nimmt; wird Stillen erwogen, sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein, und das Kind sollte auf Dämpfung und Atemschwierigkeiten beobachtet werden. Die Menge in der Milch reicht nicht aus, um Entzugssymptome beim gestillten Kind ganz zu unterdrücken, kann sie aber möglicherweise abschwächen. Muss abgestillt werden, sollte das schrittweise geschehen, weil ein abruptes Ende die Entzugssymptome beim Kind verstärken könnte.[1]

Laut Embryotox liegen aus der Substitutionstherapie Erfahrungen zu etwa 60 Mutter-Kind-Paaren vor, bei denen der Übergang in die Muttermilch untersucht wurde, dazu Studien zum Verlauf bei mehreren hundert gestillten Kindern. Frauen, die schon in der Schwangerschaft Methadon erhalten haben und stabil sind, können laut Embryotox im Rahmen eines Gesamtbetreuungskonzepts unter bestimmten Voraussetzungen stillen, unter anderem, wenn weder Drogen noch andere zentral wirksame Substanzen zusätzlich konsumiert werden und keine HIV-Infektion vorliegt. Die Methadonspiegel bei gestillten Kindern waren in den bisherigen Untersuchungen gering bis nicht nachweisbar; vereinzelte Fallberichte über gestillte Kinder mit schweren, auch lebensbedrohlichen Beschwerden gingen in der Regel auf plötzlich stark erhöhte Dosen der Mutter, zusätzliche dämpfende Substanzen oder eine erst in der Stillzeit begonnene Behandlung zurück. Ein abruptes Abstillen eines voll gestillten Kindes sollte vermieden werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann zusammen mit Methadon das Risiko für Atemdepression, niedrigen Blutdruck, ausgeprägte Dämpfung oder Koma erhöhen. Alkoholmissbrauch während der Substitutionsbehandlung kann zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden; bei akutem Alkoholismus darf Methadon nicht angewendet werden.[1]

Autofahren und Maschinen

Methadon hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen; es kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen beeinflussen, etwa durch Blutdruckabfall beim Aufstehen und Benommenheit, verstärkt zusammen mit anderen zentral wirksamen Mitteln und besonders mit Alkohol. Über die Fahrtüchtigkeit entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall.[1]

Anwendung

Methadon ist nur zum Einnehmen bestimmt; die Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit (1 Glas Wasser) eingenommen und können in gleiche Dosen geteilt werden. Die Tablette nicht direkt aus der kindergesicherten Blisterpackung drücken: eine Blisterzelle an der Perforation abtrennen, die rückseitige Folie vorsichtig abziehen und die Tablette entnehmen.[1]

Eine Mitgabe für zu Hause (Take-home) verordnet die Ärztin oder der Arzt; bei missbräuchlicher Anwendung ist sie laut Fachinformation sofort einzustellen. Die Einnahme durch Menschen, die nicht an Opiate gewöhnt sind, ist lebensgefährlich.[1]

Absetzen

Bei abruptem Absetzen sind schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten, zum Beispiel körperliche Schmerzen, Durchfall, Gänsehaut, Appetitlosigkeit, Nervosität oder Unruhe, laufende Nase, Niesen, Zittern, Bauchkoliken, Übelkeit, Schlafstörungen, starkes Schwitzen und Gähnen, Schwäche, Herzrasen und unerklärliches Fieber. Das Absetzen der Substitution muss langsam ausschleichend über mehrere Wochen bis Monate erfolgen und richtet sich nach dem Befinden der Patientin oder des Patienten; dann sind die Entzugssymptome laut Fachinformation normalerweise leicht. Beenden oder verringern Sie die Behandlung nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Überdosierung

Zeichen einer Überdosierung sind laut Fachinformation eine stark gedämpfte Atmung, Stecknadelpupillen, niedriger Blutdruck, Kreislaufversagen, Wasser in der Lunge und Koma. Auch eine Unterzuckerung wurde berichtet, bei Sauerstoffmangel können sich die Pupillen weiten. Bei Kindern wurden Benommenheit, Schlaffheit, Stecknadelpupillen und Atemstillstand berichtet. Auch eine Schädigung der weißen Hirnsubstanz (toxische Leukenzephalopathie) wurde bei Überdosierung beobachtet. Die dämpfende Wirkung kann nach einer Überdosierung 36 bis 48 Stunden anhalten. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]

Einnahme und Absetzen

Methadon ist nur zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen und können laut Fachinformation in gleiche Dosen geteilt werden; wie Sie eine Tablette aus der kindergesicherten Blisterpackung entnehmen, steht in der Übersicht zum Alltag. Wird Methadon missbräuchlich in eine Vene gespritzt, kann das zu schweren, auch lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen, zum Beispiel zu einer Blutvergiftung (Sepsis), Venenentzündungen oder Lungenembolien. Für Menschen, die nicht an Opiate gewöhnt sind, ist die Einnahme von Methadon lebensgefährlich. [1]

Bei abruptem Absetzen sind laut Fachinformation schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten. Nach dem Ende einer Opioid-Anwendung können zum Beispiel körperliche Schmerzen, Durchfall, Gänsehaut, Appetitlosigkeit, Nervosität oder Unruhe, laufende Nase, Niesen, Zittern, Bauchkoliken, Übelkeit, Schlafstörungen, starkes Schwitzen und Gähnen, Schwäche, Herzrasen und unerklärliches Fieber auftreten; auch die Anwendung eines Opioid-Gegenmittels löst ein Entzugssyndrom aus. Das Absetzen der Substitution muss laut Fachinformation langsam ausschleichend über mehrere Wochen bis Monate erfolgen und richtet sich nach Ihrem Befinden. Bei schrittweisem Entzug und entsprechenden Anpassungen der Dosis sind die Entzugssymptome normalerweise leicht. [1]

Ist ein Entzug vom Substitutionsmittel angezeigt, soll er laut S3-Leitlinie langsam ausschleichend erfolgen. Betroffene sollen laut Leitlinie zu Beginn, bei einem Abbruch und nach einem Entzug darüber informiert werden, dass die Gewöhnung an die entzogene Substanz danach vermindert ist; bei einem Rückfall kann das, je nach Dosis, lebensbedrohlich sein. [14]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Psychopharmaka absetzen und Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Fachinformation

Die Fachinformation beschreibt, wer die Substitution durchführt, wie die Dosis eingestellt wird, für wen eine niedrigere Dosis empfohlen wird und wie lange behandelt wird. Die Menge legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach Ihren Entzugssymptomen. [1]

Präparate mit Methadon

Präparate mit Methadon
PräparatAnbieterHinweis
Methadon-neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHTabletten 5, 10, 20 und 40 mg, Betäubungsmittel; Grundlage dieser Seite
MethaddictHEXAL AGTabletten, Betäubungsmittel
MethaliqHEXAL AGLösung zum Einnehmen, Betäubungsmittel
MethasanBetäubungsmittel

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Fachinformation Methadon-neuraxpharm 5 mg, 10 mg, 20 mg und 40 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 22.10.2026
  2. Embryotox: Methadon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Methadon. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 26.06.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Methaliq 10 mg/ml Lösung zum Einnehmen. Hexal AG (Pharmazeutischer Unternehmer). Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 5 Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV): Substitution, Verschreiben von Substitutionsmitteln. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Leitlinie S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 076-012), Kapitel 2.3.1 und Empfehlungen 3.1 bis 3.4, 4.3, 4.10, 6.1, 7.1 und 11.2. Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Version 1.0, 30.06.2025, gültig bis 06.07.2030. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Methadon verschrieben?

Laut der Fachinformation der Tabletten von neuraxpharm, auf der diese Seite beruht, ist Methadon nur zur Substitutionsbehandlung bei Opiat- und Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen zugelassen, im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen. Mehr zur Behandlung unter Opioidabhängigkeit und Substitution.

Was ist der Unterschied zwischen Methadon und Levomethadon?

Methadon ist laut Embryotox ein Gemisch zu gleichen Teilen aus Levomethadon und dem viel schwächer wirksamen Dextromethadon. Die beiden wirken unterschiedlich stark, was laut Fachinformation bei einer Umstellung beachtet werden sollte. In der Substitution kann laut S3-Leitlinie der Einsatz von Methadon und von Levomethadon sowie der Ersatz des einen durch das andere gleichermaßen erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie lange wirkt Methadon?

Laut Fachinformation setzt die Wirkung 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein und hält nach einer einzelnen Gabe 6 bis 8 Stunden an. Bei körperlich abhängigen Menschen und bei wiederholter Einnahme kann sie sich auf 22 bis 48 Stunden verlängern; die Halbwertszeit liegt zwischen 13 und 47 Stunden. Weil Methadon lange im Körper bleibt, kann es sich bei wiederholter täglicher Einnahme anreichern. Die stärkste atemdämpfende Wirkung tritt später ein und hält länger an als die stärkste schmerzlindernde Wirkung.

Darf ich mit Methadon Alkohol trinken?

Alkoholmissbrauch während der Substitutionsbehandlung kann laut Fachinformation zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden. Zusammen mit Methadon kann Alkohol eine Atemdepression, einen niedrigen Blutdruck, eine starke Dämpfung oder ein Koma auslösen und das Reaktionsvermögen zusätzlich beeinträchtigen. Bei akutem Alkoholismus darf Methadon nicht angewendet werden. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Darf ich mit Methadon Auto fahren?

Methadon hat laut Fachinformation großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Es kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, etwa durch Benommenheit oder einen Blutdruckabfall beim Aufstehen, verstärkt zusammen mit anderen zentral wirksamen Mitteln und besonders mit Alkohol. Über die Fahrtüchtigkeit entscheidet laut Fachinformation die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach Ihrer Reaktion und Ihrer Dosierung; zur Fahrerlaubnis macht die Fachinformation keine Angabe. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren.

Wie setzt man Methadon ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei abruptem Absetzen sind laut Fachinformation schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten; das Absetzen der Substitution muss langsam ausschleichend über mehrere Wochen bis Monate erfolgen und richtet sich nach Ihrem Befinden. Auch laut S3-Leitlinie soll ein angezeigter Entzug vom Substitutionsmittel langsam ausschleichend erfolgen. Nach einem Entzug ist die Gewöhnung an das Opioid vermindert, ein Rückfall kann dann laut Leitlinie, je nach Dosis, lebensbedrohlich sein.

Darf ich Methadon in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Fachinformation reichen die Erkenntnisse für ein Sicherheitsprofil in der Schwangerschaft nicht aus; Methadon sollte nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Methadon wird seit Jahrzehnten in der Substitution Schwangerer eingesetzt, ein akuter Opiatentzug ist zu vermeiden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin entbinden. Wie die Behandlung in der Schwangerschaft und vor der Entbindung angepasst wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Setzen Sie Methadon nicht selbst ab.

Wer darf Methadon verschreiben?

Laut Fachinformation darf Methadon nur von Ärztinnen und Ärzten verordnet werden, die zur Substitution ermächtigt sind. Nach § 5 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung verschreiben Ärztinnen und Ärzte Substitutionsmittel, wenn sie die suchtmedizinische Qualifikation der Ärztekammern erfüllen; ohne diese Qualifikation stimmen sie sich unter anderem zu Beginn mit einer suchtmedizinisch qualifizierten Ärztin oder einem solchen Arzt ab. Das Rezept wird mit dem Buchstaben "S" gekennzeichnet. Mehr unter Betäubungsmittel und Rezept.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Medikamente Levomethadon

    Levomethadon ist ein Opioid zur Substitution bei Opioidabhängigkeit.

  • Medikamente Buprenorphin

    Buprenorphin ist ein Opioid gegen starke Schmerzen und zur Substitution.

  • Wirkstoffgruppen Substitution bei Opioidabhängigkeit

    Substitutionsmittel sind ärztlich verschriebene Opioide zur Behandlung einer Opioidabhängigkeit.

  • Nebenwirkungen Gewichtszunahme

    Viele Psychopharmaka können das Gewicht erhöhen.